Die Kommunisten sind schuld…

Wie vernageltes Denken zur falschen Diagnose und damit zur falschen Therapie führt. In dem höchst lesenswerten „Vom Verlust der Freiheit“ führt der Autor Raymond Unger aus, wie der Great Reset ein Projekt des Großkapitals zur Profitmaximierung und totalen Kontrolle ist, um dann am Ende das alles so zu interpretieren, das sei irgendwie kommunistisch, als ob Black Rock vorhätte, seine Profite an die Arbeiterklasse auszuschütten.

Oder Danisch bezieht sich auf die neu beschlossene Gesetzgebung zur Zensur, über die es heißt:

„das Ergebnis massiver Lobbyarbeit der Content-Industrie und Rechteinhaber“

also ebenfalls ein kapitalistisches Projekt, nur um dann zu schließen, das wäre irgendwie: „marxistisch-illusionistischer Phantasiegesellschaften”.

Ich persönlich schätze das neue Gesetz so ein, dass es auch für diesen Blog hier der Todesstoß sein könnte – freie Meinungsäußerung ist einfach nicht erwünscht -, und wenn man mit der falschen Diagnose an das Problem herantritt, wird man auch auf die falsche Problemlösungsstrategie verfallen und so zu keiner Lösung gelangen. Und nur weil sich ein Unternehmen mit Diversity schmückt, heißt das nicht, dass sich irgendwas an seinen kapitalistisch-neoliberalen Ausbeutungsverhältnissen ändert – sie geben sich einen modernen, progressiven Anstrich – „kommunistisch“ – aber die Knechtschaft wird umso erdrückender. Nach dieser Logik waren auch die Sklavenhalter der Südstaaten Kommunisten.

9 Gedanken zu „Die Kommunisten sind schuld…

  1. zehnter ochse

    So geht Kommunikation: Man setzt seine eigene Definition als die eigentlich Wahre, lässt wesentliche Sätze vom Zitierten weg (hier z.B. : „Und wer „vertrauenswürdig“ ist, bestimmen dann Regierungen und Parteien, womit dann eine einseitige politische Zensur stattfindet.“) und schwupps reden alle aneinander vorbei.

    Dass der weise Staat alles lenkt und vollkommene Macht über seine Bürger hat, ist KEIN kapitalistisches Konzept. Ist aber sehr kompatibel mit Kommunismus.

    ¯\_(ツ)_/¯

    m.E. sind „links“, „rechts“, „marxistisch“, „kapitalistisch“ längst keine funktionierenden Kategorien mehr, um das derzeitige Geschehen zu beschreiben.

    Antwort
      1. zehnter ochse

        Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt (Marktwirtschaft) beruht.

        Wenn der Staat im Kapitalismus überhaupt eine Rolle spielt, dann insofern als er das Funktionieren der Märkte gewährleisten soll. NICHT, indem er für Kapitalseigner Repressionsaufgaben übernimmt.
        Ein Staat, der Repressionsaufgaben übernimmt, ist ein kommunistisches Konzept.

        Du hast wieder ausschließlich auf deine eigenen Definitionen verlinkt.

        Dass dein Satz “ Demokratie und Kapitalismus sind unvereinbar, da in einer echten Demokratie die Mehrheit entscheiden könnte, die Kapitalisten zu enteignen“ lediglich ein Argument wäre, wenn du “ Demokratie und Kapitalismus sind unvereinbar, da in einer echten Demokratie die Mehrheit entscheiden würde, die Kapitalisten zu enteignen“ geschrieben hättest, geschenkt.
        Wäre aber auch eine sehr steile These: „Demokratie ist nur, wenn keiner von dem, was er hat, profitieren darf.“

        Im Ernst: Nimm mal deine Emotionen aus dem Thema.

        Antwort
        1. Renton

          „Ein Staat, der Repressionsaufgaben übernimmt, ist ein kommunistisches Konzept.“

          Der Kommunismus wäre damit so alt wie staatliche Repression, also so alt wie die Menschheitsgeschichte.

          Antwort
    1. djadmoros

      »Dass der weise Staat alles lenkt und vollkommene Macht über seine Bürger hat, ist KEIN kapitalistisches Konzept. Ist aber sehr kompatibel mit Kommunismus.«

      Es ist ein Konzept des neoliberalen Kapitalismus, der sich genau darin vom Laissez-faire-Kapitalismus des 19. Jahrhunderts unterscheidet. Aufgabe des Staates ist es in diesem Denken, das Funktionieren der Märkte zu gewährleisten, indem potentielle Störkräfte – Gewerkschaften, Regulierungen, notfalls die Demokratie als Ganze – neutralisiert werden. Es war kein bug, sondern neoliberales feature, dass Hayek die Pinochet-Diktatur unterstützt hat. In dieser Ideologie ist Demokratie mindestens entbehrlich, tendenziell aber schädlich.

      Die Illusion, diese Demokratiefeindlichkeit sei »kommunistisch«, resultiert daraus, dass die heutige politische Linke (im weiteren Sinne) den Marktglobalisten auf den Leim gegangen ist und sich einbildet, in der Globalisierung käme ein Menschenrechtsuniversalismus zum Ausdruck. Heute deckt sie den neuen Autoritarismus, weil sie sich einbildet, er sei eine Notwendigkeit für den »Kampf gegen Rechts«.

      Antwort
  2. Renton

    „Die Kommunisten sind schuld…“

    Das ist Denken aus dem 20. Jahrhundert. Heutzutage sind die Russen schuld, weiß doch jedes Kind.

    Antwort
      1. Renton

        Die Schuld der Chinesen ist nur ein Billignachbau der Schuld der Russen. Und das WEF steht viel zu sehr außerhalb des Fokus der Öffentlichkeit, um an irgendetwas schuld sein zu können.
        #Erhobener_Zeigefinger
        #Klar_haben_englische_Wörter_im_Deutschen_ein_eindeutiges_Genus

        Antwort

Kommentar verfassen:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s