„Den Frauen glauben“

Es gibt ja Feministen, die sich für „mutig“ halten, wenn sie dazu aufzufordern, den Frauen einfach mal zu glauben, ihre Geschichten – „mutig“ in einer Gesellschaft, in der man eher davon ausgeht, dass er vergewaltigt, als dass sie lügt und Falschbeschuldigerinnen in der Regel mit verschärfter Bachblütentherapie davonkommen und auch die Rechtschreibprüfung nichts von ihrer Existenz weiß.

Und das ist fatal, denn die Frauenschützer sollten dafür sorgen, dass jene Frauen, die sich am Frauenvolkssport Falschbeschuldigung beteiligen, genauso hart wie Vergewaltiger behandelt und verurteilt werden – im Interesse der Frauen.

Wenn so eine Beschuldigung im Raum steht, ist entweder er ein Vergewaltiger oder sie eine Falschbeschuldigerin. Wenn man dann fordert, einfach mal ihr zu glauben, dann fällt man ein Urteil nach sexistischen Maßstäben, man ist also nur ein mieser kleiner Geschlechterrassist. Und dass man zu so einer Vorverurteilung aller Männer auffordern kann ohne als Geschlechterrassist ausgebuht zu werden, zeigt schön den herrschenden Sexismus in unseren Zeiten.

Den Frauen soll aber auch in einem allgemeineren Sinn geglaubt werden. Ihnen soll geglaubt werden, dass sie ach so belastet sind vor dem Fernseher, vor dem sie mehr Zeit verbringen als das unterdrückende Geschlecht; ihrem Seelengeblubber – und allein ihrem – soll man Aufmerksamkeit schenken. Männern hingegen wird die Rolle der Zuhörer zugewiesen, klar, denen geht es im „Patriarchat“ auch zu gut, die sollen nicht rumnölen sondern Privilegien abgeben, wie es z.B. im in einer Studie des Ministeriums für alle außer Männer heißt:

Ihre Perspektive bestimmt die sozialen Hierarchien unserer Welt.

…als notwendig und zumutbar, dass Jungen und Männer Frauenemanzipation unterstützen, zurückstehen, Verzicht leisten, auch ‚einfach mal die Klappe halten‘.

Jene Männer, die ihre Kinder verlieren; die obdachlos unter der Brücke liegen; die die gefährlichsten und aufreibendsten Jobs ausüben; die sich umbringen und dich schon in der Schule diskriminiert werden: All das würde angegangen von Femischisten, wenn diese Nachteile mehrheitlich Mädchen und Frauen betreffen – aber es sind nur Jungen und Männer, also: Klappe halten. Geht weg und sterbt so, wie es euch am besten deucht – Frauen soll man glauben. Männer sollen die Klappe halten.

Willkommen in der Geschlechterapartheid.

7 Gedanken zu „„Den Frauen glauben“

  1. Renton

    „…dafür sorgen, dass jene Frauen, die sich am Frauenvolkssport Falschbeschuldigung beteiligen, genauso hart wie Vergewaltiger behandelt und verurteilt werden…“

    Finde ich nicht. Je nach Tatumständen sollten die Frauen angemessen bestraft werden für üble Nachrede, Verleumdung, Nötigung, Erpressung, versuchte oder tatsächliche Freiheitsberaubung in mittelbarer Täterschaft, alles jeweils in Tateinheit mit falscher Verdächtigung. Das Spektrum an Verwerflichkeit ist da recht breit, wobei ich das bei Vergewaltigung übrigens ähnlich sehe.

    „…im Interesse der Frauen.“

    Erkläre mal bitte, wie es im Interesse „der“ Frauen, also vergewaltigter Frauen, sein soll, dass es möglichst wenige Falschbeschuldigungen gibt, OHNE dass Du gleichzeitig den Grundsatz „den Frauen glauben“ übernimmst. Denn darauf läuft es doch hinaus: So zu tun, als wäre die einzelne Frau umso glaubwürdiger, je weniger andere Frauen lügen, bedeutet: Man glaube ihnen einfach so!

    Aber das ist doch genau das, was ein vernünftiger Mensch nicht wollen kann. Wenn eine Beschuldigung erhoben wird, glaubt man erstmal gar nichts, sondern untersucht die Sache, und bildet sich nach der Untersuchung ein Urteil. So und nicht anders wird’s gemacht, egal, wie viele andere Leute in ähnlich gelagerten Fällen lügen mögen.

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      1. Vergewaltiger sind geächtet und eine Falschbeschuldigung kann auch dann ein Leben zerstören, wenn der Falschbeschuldigte nicht schuldig gesprochen wird.

      2. Das Thema hatten wir schon mal (ist ja verlinkt) und das sehen wir unterschiedlich. Ich denke es macht einen Unterschied, ob die Sachbearbeiter von sexueller Gewalt die Erfahrung machen, 3% der Anschuldigungen sind falsch oder 66%.

      Ansonsten: Ja, da hast Du recht.

      Antwort
      1. Renton

        Zu 1.: Eine Falschbeschuldigung kann das, sicher. Das Strafmaß sollte aber doch berücksichtigen, ob das Leben zerstört wurde. Wenn ja: Harte Strafe. Wenn nein: Milde Strafe.

        Zu 2.: Ich hatte gehofft, dass Du es unternimmst, mich von Deiner Position zu überzeugen – oder sie zumindest klarer zu machen. Für mich sieht es nämlich so aus, als würdest Du möglichst wenige Falschbeschuldigungen wollen (wer will das nicht, außer ein paar Psychopatinnen), weil Du davon ausgehst, dass man (=Ermittlungsbehörden) Frauen dann ja einfach so glauben kann. Aber das ist doch hoffentlich nicht Dein Ernst?

        Antwort
        1. uepsilonniks Autor

          Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Wenn Frauen, Feministen Falschbeschuldigung als Problem begreifen würden, und sie ächten, dann wäre im Grunde allen geholfen – auch gerade Männern.

          Wenn Falschbeschuldigung verschwindend selten wäre, dürfte man Beschuldigerinnen natürlich nicht einfach so glauben – aber sie wären glaubwürdiger. Dennoch müsste jeder Fall einzeln geprüft werden. Alle Klarheiten beseitigt?

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          1. Renton

            Ich denke ja, und ich glaube, Du übersiehst da einen wesentlichen Unterschied. Als Gruppe wären Beschuldigerinnen damit glaubwürdiger, nur darf das, insbesondere in einem Rechtsstaat, kein Grund sein, ein Individuum für glaubwürdiger zu halten.

            Antwort
      2. Mika

        Der Anteil der FB spielt für den Einzelfall keine Rolle.
        Es gab eine Tat, oder es ist keine Tat beweisbar. Nicht beweisbar ist noch lange keine FB.
        Eine FB muss im Einzelfall und zwar in Jedem, nachgewiesen werden. Je nach Schwere der Schuld ist dann zu urteilen.
        Viel wichtiger wäre der Schutz des juristisch Unschuldigen. Im Fall Kachelmann wären da schwerste Entschädigungen von Bild, AS, Bunte, ARD etc fällig.

        Antwort
  2. KaRa

    Falschbeschuldigerinnen sollen zu der gleichen Strafe verurteilt werden, zudem das Gericht den Mann verurteilt hätte.
    Ist ein Mann deshalb in den Knast „eingefahren“, so hat die Täterin die doppelte Zeit abzusitzen.
    Außendem ist die Frau in vollen Umfang Schadenersatzpflichtig und es muß ein Geständnis in allen öffentlicen Medien veröffentlich werden. Ein „Frauenrabatt“ ist nicht zulässig.

    Antwort

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