Ich verbeuge mich vor der Intelligenz des Missy-Leser

Meine Leser sind bekanntlich die Größten, Schönsten, Schlauesten.

Da ich dachte, ich wäre genauso schlau, begab ich mal in feindliches Hoheitsgebiet, zum Missy-Magazin, eine Zeitschrift für „Pop, Politik und Feminismus”.

Ein alter Traum von Feministen ist, dass Frauen in Zukunft wie Gott ohne lästige Männer Leben schaffen können, genauso wie Alleinerziehen ein Traum von Frauen ist, die sich eine Puppe anschaffen, über die sie beliebig Macht ausüben können, ohne sich mit einem Partner auf Augenhöhe abgeben zu müssen; ein Kind, für das die Mutter die einzige Bezugsperson ist – Du sollst keinen Gott neben mir haben!

Diesen Traum bedient auch die Autorin Angela Chadwick, welche bei Missy unter der Überschrift „Goodbye Sperma“ gewürdigt wird – Fortpflanzung ohne Männer, die Utopie. Naja, ich bin ja ein ganz schlauer und bildete die rassistische Analogie dazu, indem ich fragte, ob Missy auch mein Buch wohlwollend besprechen würde, in dem ich von einer glücklichen Welt schreiben würde, in der Weiße ganz ohne Schwarze auskommen – und das wurde sogar freigeschaltet! Versteht sich von selbst, Feminismus ist eben eine Trutzburg von Demokratie und Meinungsfreiheit.

Ich hatte aber nicht mit der geballten, eloquenten Argumentationskraft der Missyleser gerechnet.

Die erste erkannte glasklar, dass meine Frage „rassistisch“ wäre und setzte mich damit ins Matt. Als ob das nicht genug wäre, merkte eine andere an, dass sie ja nicht judenfeindlich wäre, nur weil sie „Mein Kampf“ lese – womit sie negierte, dass es sich hierbei um ein Lektüre handelt, die sich unter Antisemiten – Nazis, Muslime – besonders großer Beliebtheit erfreut.

Dann aber kam der Schlag, den ich nicht verwinden konnte, der mir so zusetzte, dass ich mit eingezogen Schwanz davonschlich, und erst jetzt darüber schreiben kann, nach langem Wundenlecken:

ey du schwul

Macht euch nix vor Leute, wir können einpacken. Dagegen kommt man einfach nicht an.

Uns kann nur noch die Zensur retten. Jedenfalls legte mein Anwalt unter Berufung auf das NetzDG Beschwerde ein, denn selbstverständlich verstößt es gegen geltendes Recht, dass in unserem Patriarchat ein weißer Mann so behandelt wird. Mit Erfolg: Bei Missy gibt es keine Kommentarfunktion mehr.

6 Gedanken zu „Ich verbeuge mich vor der Intelligenz des Missy-Leser

  1. GOI

    Und wieder denkt niemand an die Horden von Männern, die uns allen täglich, unsichtbar zu diensten sind.
    Energie- und Wasserversorgung, Entsorgung, Logistik, Straßenbau und -instandhaltung, usw.

    Eine Welt ohne Männer. Zumindest auf Dauer sehr CO2-neutal…

    Antwort
  2. GOI

    Noch ein Gedanke:
    Retortenbabys aus zwei Eizellen kombiniert klingt nicht gerade nach einem billigen Massenprodukt für die armen Frauen auf dieser Welt.

    Wieder eine Feministin, die sich als reiche, verwöhnte Karen identifizieren läßt.

    Antwort
  3. Hier könnte ihre Werbung stehen

    Ich hätte noch nicht mal etwas dagegen, wenn eine irgendwie übergeordnete Macht von jetzt auf gleich alle Männer verschwinden lassen würde.

    Nur würde ich dann furchtbar gerne als körperloser Geist die folgenden 100 bis 200 Jahre als Zuschauer verfolgen wollen. Das stelle ich mir lustig vor.

    Antwort
  4. beweis

    Wirklich spannende Visionen, denen sich Feministen hingeben.
    Männer müssen nicht umerzogen, vernichtet oder eingesperrt werden – sie werden einfach ausgeschlichen. Durch das weibliche Monopol auf Reproduktion und den alleinigen Anspruch auf Reproduktionsmedizin ist im Grunde schon jetzt möglich, was die da als Utopie verkaufen.

    Frau will Solo-Mutter werden – allerdings nur mit einem Mädchen als Kind. Also lässt sie sich auf Kosten der Krankenkassen künstlich befruchten. Stellt sich in der 13. Schwangerschaftswoche heraus, dass es sich um einen Jungen handelt, treibt sie ab gemäß Koalitionsvertrag. Nach einer Phase der Heilung lässt sie sich halt wieder künstlich befruchten.
    Bis endlich auf dem Roulettetisch Rot kommt.

    So eine Abtreibung ist zwar kein Zuckerschlecken und birgt auch das Risiko, dass die nächste Befruchtung und Austragung nicht so einfach wird – aber wer so ein hehres Ziel verfolgt, der lässt sich dadurch sicher nicht abbringen. Außerdem arbeitet die Abtreibungs- und Reproduktionsmedizin sicher schon an einer Optimierung der Prozesse. Vielleicht unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Pudel und seinem Forscherteam, die Männer auch als gewalttätig, gefährlich und ansonsten überflüssig ansehen und somit ganz im Sinne der Istanbul-Konvention handeln. EU-gefördert auf persönliche Anordnung der Kommissionspräsidentin.

    Damen, denkt euch was Neues aus – das haben wir schon.

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    1. oiseau

      Das mit der Abtreibung ist doch vollkommen unnötig. Rein technisch ist es doch mittels Präimplantationsdiagnostik bereits heute möglich das Geschlecht des späteren Kindes noch vor der Einpflanzung in die Gebährmutter zu erkennen.

      Was noch nicht geht ist – soweit ich weiß – ein Kind aus den Genen von zwei Frauen zu zeugen.

      Antwort
      1. beweis

        Verstehe. Also findet die Befruchtung mit dem Samen des anonymen Spenders in der Petri-Schale statt. Nur bei positivem Geschlechtertest wird die befruchtete Eizelle implementiert.

        Aber muss eine Solo-Wunschmutter nicht für ein solches Feature etwas bezahlen? Meine Lösung wäre zwar blutiger, aber komplett kostenfrei.

        Und warum sollten Frauen nur weibliche Chromosomen in ihrem Nachwuchs wollen? Der Samen eines kräftigen, gesunden jungen Mannes, gerne auch bunt, bringt doch keine Nachteile, wenn Schwangerschaft und spätere Aufzucht komplett weiblich erfolgen.

        Antwort

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