Gefangen in der Matrix: „Frauen haben es schwerer im Leben“

Amüsant an diesem Comic finde ich, dass die Wahrnehmung der Mainstreamsicht der Dinge als außergewöhnliche Fähigkeit präsentiert wird, aber zum Thema:

Ein Richter rechtfertigt seinen männerfeindlichen Sexismus folgendermaßen:

“Ich bin in Strafverfahren gegen Frauen immer wieder in Schwierigkeiten geraten und habe mich deshalb jeweils gefragt, welche Strafe würde ich gegen einen Mann bei derselben Anklage verhängen und auf diese Strafe alsdann abzüglich eines ‘Frauenrabatts’ erkannt. Ähnlich scheinen es auch meine Kollegen zu handhaben, wie die eben wiedergegebene rechtssoziologische Untersuchung ergibt. Ein Frauenrabatt ist gerechtfertigt, weil es Frauen im Leben schwerer haben und Strafen deshalb bei ihnen härter wirken.”

Der Eindruck, dass es Frauen schwerer haben in einer Gesellschaft, in der Obdachlosigkeit und Selbstmord männlich sind, ist natürlich auf feministische Propaganda zurückzuführen, wie sie uns jeden Tag um die Ohren gehauen wird. Ein Kakophonie des Jammerns und der Übertreibung weiblicher Wehwechen, die den Mann zuverlässig in eine Matrix einschließen, in welcher er nicht in der Lage ist, sich vorzustellen, wie es sein könnte, ein weibliches Leben zu führen.

Er betrachtet das Leben aus einer allein männlichen Perspektive, und das bedeutet: Arbeit. Innerhalb dieser Strukturen kann er nur hoffen und dahin arbeiten, eine möglichst gute Arbeit ausüben zu dürfen, das ist dann seine „Karriere“; er hat keine Vorstellung davon, dass Hausfrau und Mutterschaft ebenfalls eine Karriere ist, die mit enormen Vorteilen behaftet ist.

Der Karrieremann sieht, dass es in seinem Umfeld wenig Frauen gibt – Karrierefrauen – und führt das gemäß der täglichen Propaganda darauf zurück, dass Frauen diskriminiert wären – dass sie es „schwerer im Leben“ hätten. Der Mann geht davon aus, dass sich  Frauen genauso wie er selbst bemühten, und dann kann es auch der Propaganda nach nur daran liegen, dass sie diskriminiert würden. Diese Propaganda leugnet, dass es Frauen sowohl in der Politik als auch in der Privatwirtschaft leichter haben. Es kommt oft vor, dass man eine Führungsposition mit einer Frau besetzen will, sich aber keine geeignete finden lässt. Die Ursache hierfür liegt an der typischen Frauenkarriere, nämlich sich das Leben von einem Mann unterhalten zu lassen. Diese Karriere dünnt den Pool an Frauen aus, die für eine männliche Karriere zu haben sind. Frauen lassen einen Mann für sich arbeiten, was dazu führt, dass sie weniger arbeiten, was dazu führt, dass sie weniger verdienen und seltener Führungspositionen bekleiden – was dann als Diskriminierung und Unterdrückung verstanden wird.

Die Phantasie der Männer ist überfordert damit, sich zu denken, zu Hause zu bleiben und eine Frau für sich arbeiten zu lassen – und wo sie diesen Gedanken haben verwerfen sie ihn sofort wieder. Das ist die Matrix, in der der Mann eingeschlossen ist. Der Richter sieht seine Frau, die vielleicht ganz Hausfrau ist oder einer entspannten Teilzeittätigkeit nachgeht und denkt sich: „Sie hätte Richterin werden können, aber sie musste ihre Karriere opfern.“ Er ist unfähig zu erkennen, dass sie lediglich eine andere Art von Karriere hingelegt hat – ein Karriere, die mit dem Privileg des Millionärs verbunden ist: Nicht arbeiten zu müssen. Sie hatte schlicht keine Lust, ihr Leben lang Gerichtsakten zu studieren – und dabei ist Richter noch ein wirklich privilegierter Beruf. Vilar wies darauf hin, dass Universitäten für Frauen weniger die Vorbereitung auf’s Berufsleben sind, als vielmehr besonders lukrative Partnermärkte. Sie belegt ein Laberfach, um sich dann den Studenten zu angeln, der in einer harten Disziplin mit Aussicht auf Spitzenverdiensten unterwegs ist.

Solche Männer bewerten ihr ganzes Leben und das Leben anderer nach allein männlichen Kriterien: In einem Beruf so hoch wie möglich aufzusteigen. Und da sie dort oben zu wenig Frauen sehen, folgern sie, die Frau wäre benachteiligt. Dass eine Frau auch sozial abgesichert und angenehm leben kann, ohne zu arbeiten, ist ihr blinder Fleck; sie sehen nicht, dass das ebenfalls eine Form der Karriere ist. Eine Karriere, von der Frauen selbst sagen, dass es sich bei ihr um Parasitentum handelt – zumindest dann, wenn ein Mann, ein Hausmann, genau das macht, was bei einer Frau als Ausweis ihrer Unterdrückung gesehen wird (dazu ein andern mal mehr).

11 Gedanken zu „Gefangen in der Matrix: „Frauen haben es schwerer im Leben“

  1. Matze

    incubator – das ist wirklich schon perfide. Der WUNSCH nach Kindern ist bei Frauen i.d.R. größer als bei Männern, aber irgendwie werden sie natürlich vom Patriarchat dazu gezwungen.

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  2. Klaus Hagen

    Danke, es gibt auch noch gute Artikel hier. Lieber Schwerpunkt auf das Thema Feminismus setzen als irgendwelche Corona-Verschwörungstheorien verbreiten.

    Antwort
  3. Mika

    Das Thema Feminismus ist schon lange durch. Es sitzen doch längst die unfähigsten Trullas auf den Pöstchen. Den Geburtenkrieg haben wir verloren und die Staatspleite ist nur noch eine Frage der Zeit. Unsere Infrastruktur zerbröselt und zum Blackout wird es in absehbarer Zeit auch kommen. Energie wird für die Massen bald unbezahlbar. Wir stehen wenige Jahre vor dem great Reset. Mit ein wenig lästern gegen Femis wird der sich nicht aufhalten lassen.

    Antwort
  4. B E A N

    Der Comic, den du hier teilst, ist „Sinfest“. Der war in seinen ersten Jahren einer der besten Dailies im Netz, witzig, respektlos, mit augenzwinkerndem Umgang mit dem Verhältnis Männer/Frauen, intelligenten Kommentaren zum Thema Religion und liebenswerten Charakteren wie einem trotz offensichtlicher Unfähigkeit von sich selbst überzeugtem Pick-Up-Artist, einer selbstbewussten Schlampe, einem pornosüchtigen (und damit glücklichen) anthropomorphen Schwein, zwei immer zu Streichen aufgelegten Engelchen und dem Teufel höchstpersönlich, einem charmanten Lebemann.

    Dann wurde der Zeichner woke, und heute ist Sinfest ein Radfem-Comic. Der Humor ist weg, die Charaktere nicht wiederzuerkennen.

    Antwort
      1. weiss_auch_nicht

        Früher war der Comic intelligent. Dann wurde er richtig dumm. Wenn du eine plausible Theorie hast, wie es dazu kommen konnte, würde sie mich interessieren.

        Antwort

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