Warum Russland in die Offensive gegangen ist

Es hätte so schön sein können: Russland in die NATO.

Blühender Handel und blühende Landschaften und deutsch-russische Freundschaft, keine militärischen Bedrohungen und erst recht kein Krieg. Aber das wäre dem Sinn der NATO als Antirussland-Militärbündnis zuwidergelaufen. Die NATO wurde gegründet um „die Russen draußen, die Amerikaner drinnen, und die Deutschen unten zu halten.“

Also kein Frieden, keine Freundschaft stattdessen Krieg. Und hier ist die Situation so glasklar wie im Herrn der Ringe und in Krieg der Sterne: Hier wir, die Guten, der Westen mit demokratischen Werten. Dort das Reich des Bösen. Wir die Elben, die die Orks.

Was allerdings die Orientierung zu westlichen Werten in der Ukraine angeht, so ist das nur ein Euphemismus dafür, dass seit dem blutigen US-Putsch dort ein US-genehmes Regime installiert wurde – welches aber genauso wenig demokratisch ist wie die USA oder auch Deutschland. Putin sieht sich nicht durch westlich demokratische Werte bedroht, weil er bei uns keine Demokratien sieht sondern lediglich Machtinteressen. Dazu ein Anekdote: Jedenfalls war die Kanzlerin zu Besuch bei Putin, und diese kritisierte ihn dafür, dass er Demonstrationen gewaltsam unterdrücken ließ. Er antwortete, dass es doch in Deutschland genauso liefe, ich glaube damals fand ein G7-Gipfel stand – jedenfalls hatte er Recht damit, und heute zeigen sich seine Umfragewerte einigermaßen stabil.

Putin hat nicht geblufft, als er Sicherheitsgarantien forderte, die vom Westen ignoriert wurden. Der Westen baut eine umfassende – auch nukleare – Bedrohung gegen Russland auf:

Präsident Putin hat nun in seinen letzten Ansprachen immer wieder deutlich gemacht, dass das Zeitfenster für eine Verteidigung Russlands gegen eine geplante Einkreisung mit westlichen Atomwaffen immer schmaler wird. Aus der Sicht vieler Russen hat Putin viel zu lange gezögert, diese kommende Bedrohung energisch zurückzuweisen. Die kommende Bedrohung heißt: in Deutschland sind in dem Örtchen Büchel amerikanische Atombomben gelagert. Die werden jetzt gegen eine neue, wirkungsvollere Generation von Atombomben ausgetauscht. Diese Atombomben müssen ja auch irgendwie nach Russland geschossen werden. Dafür haben die USA neue Boden-Boden-Raketen des Dark Eagle-Systems entwickelt. Ein Dark Eagle-System besteht aus vier riesengroßen LKWs. Auf jedem LKW sind zwei Boden-Boden-Raketen positioniert. Diese Raketen können die atomaren Sprengköpfe der Generation B61-12 in vierfacher Schallgeschwindigkeit in wenigen Minuten in russische Metropolen wie Moskau katapultieren. Der Zeitraum bis zum Einschlag in Russland wird noch dadurch verkürzt, dass diese Dark Eagle-Transporter immer an der russischen Grenze hin und hergefahren werden. Es besteht also in Zukunft auch kein Zeitfenster mehr, in dem solche Erstschläge noch abgewendet werden könnten. Die russische Gegenseite kann in diesem Augenblick nur noch zum atomaren Gegenschlag ausholen.

Weiterhin plante die NATO für die nächste Zeit an die 10 Manöver in der Ukraine zum Training von Angriffskonzepten gegen Weißrussland und Russland – was u.a. einen massiven Truppenaufmarsch bedeutet hätte. Diejenigen, die sagen, dass Russland genau wisse, dass von dem Militärbündnis keine Bedrohung ausgehen würde, würden wohl auch akzeptieren, dass man ihnen eine geladene Kanone an den Kopf hält – das Äquivalent für fünf Minuten Flugzeit von Atomraketen bis in die Hauptstadt – wenn es nur hieße, dass man schon nicht abdrücken würde. Allerdings:

Die Ministerin [Annegret Kramp-Karrenbauer] sagte: „Wir müssen Russland gegenüber sehr deutlich machen, dass wir am Ende – und das ist ja auch die Abschreckungsdoktrin – bereit sind, auch solche Mittel [Atomwaffen, Anm. d. Red.] einzusetzen, damit es vorher abschreckend wirkt und niemand auf die Idee kommt, etwa die Räume über dem Baltikum oder im Schwarzmeer Nato-Partner anzugreifen. Das ist der Kerngedanke der Nato.“

Es kam aber noch eine weitere Bedrohung hinzu: Die Ukraine hatte offen angekündigt, in den Verein der Atommächte eintreten zu wollen, was keine leere Drohung war, denn die Ukraine verfügt über die Ressourcen und das Wissen zum Bau der Bombe.

Ukrainische paramilitärische Einheit.

Kurzer Einschub: Die Linkenpolitikerin Renner hat eine kleine Anfrage dazu gestellt, ob es Anzeichen gebe, dass Nazis in die Ukraine reisen könnten, um sich dort den Kämpfen anzuschließen. Warum? Warum gehen Muslime nach Syrien um sich dort den Kämpfen anzuschließen? Unserer Nazis dort wollen sicherlich die demokratischen Werte der Ukraine verteidigen. Nicht. Die Ukraine ist seit dem Putsch ein „failed state“ mit starken paramilitärischen Kräften, die insbesondere die Bevölkerung im Donbass terrorisieren. Die Atombombe für die Ukraine würde bedeuten, dass dort unberechenbare Faschisten auf dieser Waffe sitzen, ein Alptraum nicht nur Russland sondern für ganz Europa – und nein, nur weil dort ein Jude Zweckbündnisse mit Nazis eingeht, ändert sich daran nichts..

Die Ukraine: ein Failed State, über den RT schreibt:

Nach dem im Jahr 2014 von den Weststaaten provozierten und aktiv unterstützten blutigen Staatsstreich in der Ukraine folgte der im Frühjahr 2022 wieder entflammte Konflikt im Donbass. Als Ergebnis von Rechtlosigkeit und ungezügeltem Ultranationalismus, die sich im Rest des Landes einstellten. Infolge der Zersetzung der ukrainischen Gesellschaft und Politiklandschaft über die vergangenen acht Jahre wurde das Land zu einem waschechten menschenverachtenden Failed State, der zudem offiziell und offen den Einstieg in den Atommächte-Klub anstrebt.

Diese Tatsachen sind dem westlichen Publikum gemeinhin wenig bekannt: Erstens, weil „aktiv versucht wurde, die Wahrheit zu verzerren und die reale Lage der Dinge im Lande hinter grundlosen Anschuldigungen zu verbergen“, wie es in der Einleitung der Präsentation heißt.
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Es geht um die prominente Rolle von Neonazis ukrainischer und anderer Spielarten beim Staatsstreich, ebenso wie die hohen Posten, die im Anschluss an diesen im Staats- und Sicherheitsapparat und im Militär der Ukraine von Neonazis eingenommen wurden. Zudem skizziert der Bericht die Integration ganzer neonazistischer paramilitärischer Verbände in den Sicherheitsapparat des Landes.
..
Der erst latente, dann zunehmend offene und schließlich demonstrative Unwillen Kiews zur Umsetzung der eindeutigen und bindenden Minsker Abkommen, laut denen die ersten Schritte ein permanenter Waffenstillstand, eine Föderalisierung der Ukraine und die Rücknahme beziehungsweise der Ausschluss künftiger diskriminierender Gesetze waren, wird in einem separaten Abschnitt aufgezeigt.

Dieser Unwille fand Ausdruck erst in der zunehmenden Militarisierung des Landes mithilfe der NATO-Staaten und der NATO selbst. Dann kam es zur Verabschiedung immer absurderer diskriminierender Gesetze sowie zum massiven Zusammenzug schwerer Waffen zur Frontlinie der Volksrepubliken Donezk und Lugansk, wo sie nach den Minsker Abkommen und gemäß den Vorschriften über den Waffenstillstand verboten sind. Der Zweck des Waffenaufgebotes offenbarte sich insbesondere im Februar 2022, als Artillerie- und Raketenbeschüsse ziviler Objekte und Wohngebiete der Republiken durch ukrainische bewaffnete Einheiten ebenso massiv zunahmen.

Heil Hitler! Heil Bandera! Bandera gilt Nazis und im Westen der Ukraine bis heute als Volksheld (Archivbild).

Womit wir bei den Kriegsverbrechen gegen den Donbass wären, ebenfalls ein Grund, der angeführt wird, warum Russland in die Ukraine eingefallen ist. Putin wies Scholz auf die verlogene Doppelmoral des Westens hin, der mit Angriffskriegen ja auch nicht zurückhaltend ist, man denke an die Bombardierung Jugoslawiens. Scholz verteidigte diesen Krieg damit, dass man in Jugoslawien einen Genozid verhindern wollte, worauf Putin auf den Genozid gegen Russischstämmige im Donbass verwies, was Scholz mit einem Lachen abtat.

Eine interessante Frage ist, ob der Krieg gegen die Ukraine nach UN-Kritierien illegal ist, der russische Außenminister argumentiert:

Im Jahr 1970 habe die UNO-Vollversammlung die Deklaration Nummer 2625 über die Grundsätze des Völkerrechts betreffend die friedlichen Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen Staaten („Friendly Relations Declaration“) verabschiedet. Diesem Dokument zufolge sei der Schutz der territorialen Integrität auf die Staaten beschränkt, deren Regierung die gesamte Bevölkerung repräsentiere und die Grundsätze des Selbstbestimmungsrechts und gleicher Rechte aller Bevölkerungsgruppen achte. Die ukrainischen Regierungen würden diesen Grundsätzen seit 2014 nicht gerecht, argumentierte Lawrow.

Natürlich bleibt es ein illegaler Angriffskrieg, der durch nichts gutzuheißen ist, auch wenn die russische Propaganda von einer militärischen Operation spricht. Allerdings scheint das russische Militär tatsächlich die Anweisung einzuhalten, „chirurgisch“ gegen militärisch Ziele zu arbeiten, was natürlich unmöglich ist, da eine Bombe nun mal kein Skalpell darstellt, und noch mal verschärft wird das Problem dadurch, dass die Ukraine laut russischer Medien Waffen gezielt neben zivilen Objekten wie Wohnhäusern aufstellen ließe. Aber im Vergleich dazu:

Betrachten wir das berüchtigtste Beispiel, die Invasion des Irak im Jahr 2003. Dieser katastrophale Krieg, den die Journaille der westlichen Medien nachträglich als unglückliches „Geheimdienstversagen“ schöngeredet hat, stellt einen der ungeheuerlichsten Akte nicht provozierter Aggression in der jüngsten Vergangenheit dar. Ohne zu tief in die düsteren Details einzutauchen, beschuldigten die Vereinigten Staaten, nachdem sie gerade die Anschläge vom 11. September erlitten hatten, Saddam Hussein im Irak, Massenvernichtungswaffen zu beherbergen. Doch anstatt eng mit den UN-Waffeninspektoren zusammenzuarbeiten, die im Irak vor Ort waren und versuchten, die Behauptungen zu überprüfen, starteten die USA am 19. März 2003 zusammen mit Großbritannien, Australien und Polen einen „Schock-und-Schreck“-Bombenangriff (englisch: Shock-and-Awe) gegen den Irak. Innerhalb kürzester Zeit fanden über eine Million unschuldige Iraker den Tod, Verwundung oder Vertreibung durch diese flagrante Verletzung des Völkerrechts.

Russland fürchtet westliche Werte und Traditionen. Warum bloß?

Es ist eine verdammte Heuchelei, wie sich der Westen als Hort des Friedens darstellt gegen einen angeblichen Wiedergänger Hitlers, während er über Jahrzehnte hinweg rund um die Welt mordete und auch das Regime in Kiew auf einen illegalen Putsch unter US-Regie zurückgeht.

Die Frage ist, wie es weitergeht. Russland kann in der Ukraine aus demselben Grund nicht gewinnen, aus dem heraus die USA in Afghanistan nicht gewonnen haben. Die Faschisten dort haben ein gutes Jahrhundert Erfahrung in Partisanenkämpfen. Unter Umständen zeichnet sich dort ein langwieriger asymmetrischer Konflikt ab. Russland wird auf Neutralität der Ukraine und die Unabhängigkeit der beiden Volksrepubliken Donezk und Lugansk bestehen, das ist auch realistischer als eine komplette Entnazifizierung.

41 Gedanken zu „Warum Russland in die Offensive gegangen ist

  1. Hier könnte ihre Werbung stehen

    Ich persönlich würde mir wünschen, daß Deutschland vom Russen und nicht von der Nato überfallen wird.

    Dieses Gefühl der fast weltweiten Solidarität und der den Opfern entgegen gebrachte Sympathie und Hilfsbereitschaft ist super. Sowas kennen Iraker, Libyer, Yemeniten und andere gar nicht.

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  2. djadmoros

    Danke für den Artikel, der die westliche Doppelmoral und Mitverantwortung am Zustandekommen der aktuellen Situation gut zusammenfasst.

    Russland scheint freilich einige Probleme in diesem Krieg zu haben:

    (1) Daheim darf der Krieg nicht Krieg genannt werden, da werden vorübergehend auch schon mal Sender abgeschaltet, die sich daran nicht halten. Das zeugt nicht von Vertrauen in die eigene Bevölkerung.

    (2) Demonstrationen gegen die »militärische Spezialoperation« werden verboten und unterdrückt.

    (3) Die eigenen Soldaten hat man vielfach zu »Übungen« in Marsch gesetzt und dann in einen echten Krieg geschickt – auch das zeugt nicht von Vertrauen in die Fähigkeit, diesen Krieg nach innen zu legitimieren.

    (4) Man kann nicht auf Dauer militärisch »minimalinvasiv« vorgehen, wenn der Gegner »darauf besteht«, entschlossenen Widerstand zu leisten.

    (5) Die Mobilisierung der Kadyrov-Tschetschenen finde ich persönlich ganz besonders widerlich, weil das ganz offensichtlich bloß eine Retourkutsche für eine frühere Unterstützung der islamistischen Tschetschenen durch ukrainische Freischärler ist – und offensichtlich Angst verbreiten soll.

    Ich hoffe, dass Putin genug Druck von innen (aus den Eliten, das Volk hat nichts zu melden) bekommt, um wieder auf Verhandlungslösungen einzuschwenken.

    Mich entsetzt allerdings auch, welcher Fanatismus bei uns in Deutschland um sich greift: nicht nur, dass unsere Regierung unter dem Kennt-keine-roten-Linien-Kanzler jegliche Hemmungen fallen lässt – wir räumen russische Produkte aus den Supermarktregalen, benennen den Russischen Zupfkuchen um, greifen zu Sachbeschädigung und schikanieren russische Staatsangehörige, sofern wir sie nicht gleich entlassen. Der Deutsche ist so glücklich darüber, auf der »richtigen Seite der Geschichte« zu stehen, dass er vor lauter Freude auch wieder Leningrad belagern würde, das liegt ja auch nur 150 Straßenkilometer vom nächsten NATO-Staat entfernt.

    Mal abgesehen davon, dass mich mal interessieren würde, wer eigentlich unsere Waffenlieferungen kontrolliert, sobald sie über die Grenze sind. Da sagt dann irgendein SS-Willi von der Misanthropischen Division in bestem Deutsch »Dankeschön!« und schmuggelt ein paar Panzerfäuste zurück über die Grenze. In ein paar Jahren dann damit bei uns ein Anschlag, und ups – Bundeswehrbestände …

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    1. uepsilonniks Autor

      Danke, mein Artikel beachtet die von dir angeführten Punkte zu wenig. Putin ist natürlich kein Demokrat, sondern auch nur ein Machtpolitiker – allerdings gilt das genauso für den Westen.

      Antwort
    2. pingpong

      (6) das kürzlich geschaffene Gesetz, welches Desinformation unter Strafe(!) stellt, zeugt nicht gerade von Vertrauen in die Bevölkerung. Was Desinformation genau ist, lässt das Gesetz praktischerweise offen. Man kann davon ausgehen, dass es hier um die aktive Möglichkeit, die Medien und missliebige Informationen zu unterdrücken, geht.
      Bonuspunkt: Strafverfahren enden in Russland fast immer mit schuldspruch (straflager). So sind die Gepflogenheiten in einer despotischer autokratie…

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      1. djadmoros

        @pingpong:

        »Was Desinformation genau ist, lässt das Gesetz praktischerweise offen.«

        Wahrscheinlich die russische Version von »Medizinischer Fehlinformation« …

        Antwort
        1. Billy Coen

          Die Analogie, welche mir als erstes in den Sinn kam, war der Terminus „Hatespeech“… 😉

          Ein Bisschen dazu passend: das Thema Telegram. Noch vor gar nicht so langer Zeit hierzulande gefeiert als eine tolle Möglichkeit für die weißrussische Opposition, sich zu vernetzen, auszutauschen und auch ihre Situation der ganzen Welt mitzuteilen. Man kritisierte jeden Versuch Lukaschenkos, diese Kanäle einzuschränken. In dieser Zeit kamen auch unsere Moralwächter mit der Vollmacht zur Sprachgestaltung auf die Idee, den deutschen Namen Weißrussland, ausdrücklich aus „Solidarität“, im Deutschen durch die Selbstbeschreibung Belarus zu ersetzen; was den Weißrussen ganz sicher auch unheimlich viel gebracht hat – „Wir haben zwar immer noch unseren Diktator an der Macht, aber die Deutschen nennen jetzt unser Land mit dem Namen, welches wir ihm gaben! YEAH!“

          Nun aber erdreisten sich hierzulande etwa coronamaßnahmenkritische Spaziergänger, sich über Telegram zu vernetzen. Und sofort wird hierzulande der Frame gelegt, dass das eine Plattform für rechtsextreme Verschwörungstheoretiker wäre und sich da staatsgefährdende Bünde drüber schließen würden und man müsse da ganz schnell was gegen machen.

          Kurz zusammengefasst: Opposition in anderen Ländern, die unseren Regenten gefällt, nutzt ein Tool und man ist hellauf begeistert über diese Form der gelebten Demokratie und verdammt jeden Versuch der Einschränkung, Opposition in unserem Lande nutzt dasselbe Tool in selber Weise und unsere Regenten wissen kaum noch wohin mit dem Schaum vor ihrem Mund, diskreditieren die Oppositionellen als Antidemokraten und – heuer unausweichlich – als Nazis und prüfen Möglichkeiten, die Nutzung der Plattform einzuschränken. UND SIE MERKEN ES NICHT EINMAL!!!

          Antwort
        2. pingpong

          Wahrscheinlich die russische Version von »Medizinischer Fehlinformation« …

          Ganz genau!

          In RT (deutsch) ist die Impfung deshalb ein gentechnisches Teufelszeug zum Zweck der Weltherrschaft miitels Fernsteuerung der Geimpften durch 5G. Geplant und durchgeführt von Bill Gates oder der Pharmamafia oder wem auch immer.
          In RT (russisch) sind Impfskeptiker hingegen gefährliche Volksfeinde und Irre, und Impfgegner gehörten sowieso am besten eingesperrt.

          D.h. die Meldungen des deutschen RT würden in Russland unter das Strafgesetz über die Verbreitung von Desinformation fallen.

          Wie mans eben gerade braucht…

          Antwort
      2. Renton

        „Bonuspunkt: Strafverfahren enden in Russland fast immer mit schuldspruch (straflager).“

        Proof or didn’t happen.

        Antwort
            1. pingpong

              Eventuell ein Missverständnis:

              „Bonuspunkt: Strafverfahren enden in Russland fast immer mit schuldspruch (u.U. Straflager).“

              Die Frage „Hast du außer der Anmerkung zum Bonuspunkt noch etwas zu sagen? Vielleicht etwas zum Rest des Beitrags?“ ist wie es aussieht auch geklärt.

            2. Hugor

              Nur der Vollständigkeit halber – auch in Deutschland ist die Freispruchquote sehr gering, wohl ca. 3%.
              https://community.beck.de/2017/08/28/der-freispruch-das-unbekannte-wesen

              Das liegt schlicht daran, dass in Deutschland Strafverfahren überhaupt nur eröffnet werden, wenn eine hinreichende Verurteilungswahrscheinlichkeit besteht, und im Verlauf viele Verfahren eingestellt werden (mit oder ohne Auflage). Zum Urteil kommt es in Strafverfahren deshalb nur, wenn die Staatsanwaltschaft auch nach dem Verlauf des Verfahrens überzeugt davon ist, dass die Beweise für eine Verurteilung reichen. Angesichts dessen ist eine geringe Freispruchquote selbsterklärend.
              Ich kenne die Verhältnisse in Russland nicht, aber das zeigt schon, dass man wohl etwas tiefergehend argumentieren müsste als mit einer niedrigen Freispruchquote, um „Strafverfahren enden in Russland fast immer mit schuldspruch (straflager).“ zu begründen

            3. Renton

              @Hugor

              🙂

              Mir ist das klar, weshalb ich pingpongs Google-Verweis nochmal besonders trollig fand.

              Ein weiterer Grund für die recht hohe Verurteilungsquote in D ist meines Wissens auch, dass derselbe Richter, der über das Einleiten eines Hauptverfahrens entscheidet, dieses Hauptverfahren auch leitet. Das bedeutet, knallhart gesagt, der Richter ist grundsätzlich voreingenommen, denn er hat bereits einmal entschieden, dass die Verdachtsmomente gegen den Angeklagten stark sind! Mit einem Freispruch würde er also quasi, psychologisch betrachtet, einen Irrtum einräumen. Und das liegt Richtern noch weniger als dem Rest der Menschheit,

            4. pingpong

              Schade, dass Hugors Bemühung um eine inhaltliche Diskussion im Sand verläuft. In Bezug auf den Einwand liegen die Dinge bzw. das Abstract der Abhandlung klar auf dem Tisch:

              In Russland enden nahezu alle Strafverfahren mit einer Verurteilung. Freisprüche sind faktisch ausgeschlossen. Der Vergleich mit Deutschland zeigt, warum dies so ist. In der Bundesrepublik gilt das Prinzip: Im Zweifel für den Angeklagten. In Russland ist es umgekehrt: Das Verfahren wird nicht eingestellt, wenn es an Beweisen mangelt, der Angeklagte wird nicht freigesprochen. Vielmehr wird die Anklageschrift durch alle Instanzen des Verfahrens übernommen. Somit fällen de facto nicht die Richter das Urteil, sondern die Ermittler des Innenministeriums.

              Es scheint an Neugier zu mangeln, diese Dinge weitergehend zu untersuchen. Bleib bei deinem Glauben bez. der (Nicht-)Unterschiede zwischen deutschem und russischen Justizsystem wenn du möchtest, es ist nicht an mir dein Weltbild zu ändern. Das kannst nur du. Die Hintergründe diesbezüglich sind verfügbar, einen Teilaspekt habe ich oben verlinkt. Eine Suchmaschinen-Abfrage mit passenden anderen Stichwörtern liefert sehr leicht eine Fülle an weiteren Informationen über verschiedene Aspekte des russischen Strafverfahrens und dessen Ablauf – wenn man an so etwas interessiert ist.
              Der Einwurf „proof or didn’t happen“ scheint weniger vom aufrichtigen Wunsch und Neugier nach Erkenntnis als von Widerspruchsgeist „aus Prinzip“ motiviert.

            5. Renton

              Stimmt, @pingpong. Ich habe keine Lust, mit Dir über ein Thema zu diskutieren, dass Du oberflächlich abhandelst, und zu dem Du auch nach Aufforderung keinen einzigen Quellennachweis lieferst. „Teilaspekte“ sind, anders als von Dir behauptet, oben auch nicht verlinkt.

              Insbesondere habe ich keine Lust, in eine Diskussion mit Dir gezogen zu werden, bei der das eigentlich Hauptthema nicht klar benannt wird. Russland hat Probleme mit der Rechtsstaatlichkeit? Russland ist keine Demokratie? Äh… ja. Korrekt. Willst Du wirklich darüber diskutieren?

            6. pingpong

              Wenn es dich nicht interessiert, wieso platzt du dann überhaupt mit einer Anmerkung bezüglich meines Bonuspunktes in die Debatte? Ich hatte noch nachgefragt, ob du zum Rest des Beitrages auch etwas sagen möchtest.

              Wie man google füttert, um die Informationen über die Behauptung aus dem Bonuspunkt zu finden, habe ich dir verlinkt. Das Abstract eines entsprechenden Artikels (1. Treffer im google link) ist hier zitiert, es enthält die Aussage die ich gemacht habe. Es ist ein Teilaspekt, weil so ein Artikel natürlich keine vollumfängliche Abbildung des gesamten russischen Justizsystems darstellen kann. Falls dir die Abhandlung zu überflächlich ist oder du weitere bzw. andere Informationen hast, kannst du gerne etwas inhaltliches beitragen.

            7. Renton

              Weil dieser Teilsapekt „Strafverfahren enden in Russland fast immer mit schuldspruch (straflager)“ a. völlig beleglos daherkommt und b. selbst bei Belegtheit nichtssagend ist, b1. solange man keinen Vergleich zwischen verschiedenen Ländern anstellt, s. z.B. die Verurteilungsquote in Deutschland und b2. die Problematik selbst dann eine tiefere Analyse erfordert. Offensichtliche Schwachstellen in einem Kommentar triggern mich immer, das ist ein Charakterzug von mir. Du könntest davon profitieren, indem du die Gelegenheit wahrnimmst, diese Schwachstelle nachzubessern. Aber hier war deine Antwort: Google es doch. Muss ich wirklich ausführen, wie schwach auch das war? Und dann vergeht mir auch die Lust, weiter darüber zu reden.

              Was den Rest Deines Posts betrifft, muss ich wohl auch etwas klarstellen: Wenn dazu von mir kein Widerspruch kommt, kannst Du davon ausgehen, dass mir auch keiner eingefallen ist. Du weißt schon: Eklatante Schwachstellen triggern mich. Reicht Dir das nicht, hättest Du gerne einen Widerspruch, oder würdest Du Dir eine (anerkennende) Bestätigung deiner Position wünschen?

            8. pingpong

              Damit sind wir endgültig auf der Ebene des Erbsenzählens und der Haarspalterei angekommen. Ich denke wir können die Diskussion an dieser Stelle stoppen.

            9. Renton

              Ich habe keine Ahnung, was du meinst, aber es ist mir eigentlich auch egal. Du scheinst ein generelles Problem mit Widerspruch von meiner Seite zu haben. Aber das ist DEIN Problem, nicht meins.

    3. Billy Coen

      „Mich entsetzt allerdings auch, welcher Fanatismus bei uns in Deutschland um sich greift: nicht nur, dass unsere Regierung unter dem Kennt-keine-roten-Linien-Kanzler jegliche Hemmungen fallen lässt – wir räumen russische Produkte aus den Supermarktregalen, benennen den Russischen Zupfkuchen um, greifen zu Sachbeschädigung und schikanieren russische Staatsangehörige, sofern wir sie nicht gleich entlassen.“

      Das entsetzt mich auch zutiefst. Was können diese Menschen dafür, was ihr großer Führer da anrichtet?

      Das ist der erste innereuropäische Krieg, der unter den Gegebenheiten bestehender sozialer Medien stattfindet. Immer wieder kommen so Geschichten in Umlauf, nicht nur von Ukrainern sondern auch Russen, die verzweifelt nach Informationen über ihre Söhne suchen, die, so munkelt es, mit äußertst hinterhältigen Methoden von Wehrpflichtigen, welche nach russischem Recht in diesem Krieg nicht eingesetz werden dürften, zu „Kontraktki“ gemacht werden, um sie dann unvermittelt zwecks Verheizung für die geostrategischen Machtspielchen der Großen in die Ukraine zu entsenden.

      Solche Dinge zeigen doch, wie komplex die Realität ist. Aber nein, lieber wedelt man mit Dingen, die perverserweise dann auch noch als „Tugend“ wahrgenommen werden und diskriminiert Menschen, die mit Beelzebub Putin die Staatsangehörigkeit gemeinsam haben. Man beachte mal das Beispiel aus der Denkbehindertenwahl auf Sciencefiles, dem mit der Direktorin des LMU-Klinikums (Startnummer 5). Das, was die da als „persönliche Meinung“ in einem „sehr emotionalen Moment“ rausgehauen hat, ist dermaßen entgegen des hippokratischen Eides und jeglicher medizinischer Ethik, dass statt eines entschuldigenden Schreibens des Klinikums eigentlich einzig die Nachricht hätte erfolgen dürfen, dass die Kollegin außerordentlich gekündigt wurde und gerichtlich ein lebenslanges Berufsverbot im medizinischen Bereich in Prüfung ist. Menschen mit russischer Staatsangehörigkeit die Aufnahme in einem Klinikum versagen zu wollen, ist hammerkrank und menschverachtend. Scheinbar ist die Dame aber so kackendämlich, dass ihr nicht mal bewusst ist, dass sie ihr geleisteter Eid sogar dazu verpflichten würde, wenn Putin persönlich zu ihr käme, ihn mit allen nötigen und zur Verfügung stehenden medizinischen Mitteln zu versorgen. Vor einem Arzt haben alle Menschen gleich zu sein, sonst können wir uns mit unserem ganzen Gesundheitssystem recht bald den Arsch abwischen.

      Ich kann dazu nur sagen: Leute, fickt euch!!! Seit Jahrzehnten leben in unserem Land Unmengen Russen. Sie stellen beständig eine unserer größten Ausländergruppen. Und egal, was die russische Führung da veranstaltet, diese Russen sind Mitbürger in diesem Land und unsere Freunde. Und jeder, der diese nun wie auch immer diskriminiert, ist ein kleingeistiges Rassistenarschloch! PUNKT!

      Antwort
      1. beweis

        Vor einem Arzt haben alle Menschen gleich zu sein

        Sind Sie Russe? Haben Sie Putin öffentlich abgeschworen? Nein? Dann können wir leider nichts für Sie tun.
        Sind Sie geimpft? Sie hatten jetzt wirklich lange Zeit dafür. Nein? Dann können wir leider nichts für Sie tun.
        Sind Sie AfD-Wähler? Ah, Sie wollen das nicht sagen. Dann können wir leider nichts für Sie tun.
        Nein, das sind keine Mitarbeiter, das sind Mitarbeiter:Innen. Wenn Sie weiter so reden, können wir leider nichts für Sie tun.

        In Zeiten von Gesinnungsmedizin hilft nicht mal mehr der Status Selbstzahler.

        Antwort
  3. Mike Macke

    Ich sehe schon: Infos über Maskulismus hole ich in Zukunft an besten von seinem glühendsten Verfechter Nils Pickert …

    Antwort
  4. Klaus Hagen

    Na, streichelt ihr euch da wieder gegenseitig die Eier in den Kommentaren? Dann mal Kontra von mir. Der ganze Artikel ist Schwachsinn hoch zehn und besteht lediglich aus dummem Nachplappern von Putins Lügen. Wer Russia Today als seriöse Quelle angibt, dem wurde offensichtlich ins Gehirn geschissen. Das findet sich ja sogar in den Kommentaren hier (als Widerspruch wuschen RT deutsch und RT in Russland). Mir ist klar, dass du diesen Kommentar nicht veröffentlichst, aber es tut einfach gut, dir diesen vollkommen dämlichen Artikel, in dem du nichts als Lügen verbreitest, um die Ohren zu hauen.

    Antwort
    1. djadmoros

      Wo trollst Du eigentlich sonst so rum? Durchforstest Du das Netz nach Artikeln, die nicht auf Mainstream-Linie sind? Manche Kommentare sollte man in virtuelle Hundekackbeutel eintüten und in einer extra Galerie zur Schau stellen.

      Antwort
    1. crumar

      Danisch bringt mal wieder einen Danisch: „Mir schreiben seit Tagen eine ganze Menge von Lesern – in sehr unterschiedlichem Tonfall – dass ich keine Ahnung von der Ukraine hätte.
      In dem Punkt haben sie völlig recht. Ich habe von der Ukraine wirklich keine Ahnung.“

      Mit dem Eingeständnis seiner Ahnungslosigkeit hört er aber nicht auf, sondern fängt erst richtig an mit seinem „Artikel“!
      Mit 0 (Null) Quellen versehen – es ist einfach, was Danisch gerade so durch den Kopf geht. Da ist dann „seine Wahrheit“. Danisch eben.

      Antwort
  5. Renton

    Die Russen sagen andauernd, was sie wollen. Typen wie du hören nur einfach nicht hin.

    Vor einer Woche:
    „Russlands Präsident Wladimir Putin hat als Bedingungen für ein Ende der russischen Invasion in der Ukraine deren Entmilitarisierung sowie eine Anerkennung der von Russland annektierten Krim als russisches Territorium verlangt. Putin habe betont, dass „eine Einigung nur möglich ist, wenn Russlands legitime Sicherheitsinteressen bedingungslos berücksichtigt werden“, teilte der Kreml nach einem Telefonat Putins mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit. Demnach forderte Putin erneut auch eine „Entnazifizierung“ der ukrainischen Regierung und die „Neutralität“ der Ukraine.“
    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-russland-verhandlungen-105.html

    Vor zwei Tagen:
    „Eine neue Führung [der Ukraine] dürfe nicht Teile der Bevölkerung diskriminieren, forderte der russische Außenminister Sergej Lawrow.“
    „“Das ukrainische Volk wählt seine Führung, aber sie muss alle Nationalitäten der Ukraine vertreten“, forderte Lawrow.“
    „Der Westen weigerte sich, mit uns bei der Bildung einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur zusammenzuarbeiten“
    „Moskau fordert unter anderem eine „Demilitarisierung“ der Ukraine sowie die Anerkennung der russischen Herrschaft über die annektierte ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim. „Die Krim gehört zu Russland, das steht nicht zur Diskussion“, betonte Lawrow.“
    https://www.rnd.de/politik/krieg-in-der-ukraine-russland-stellt-forderungen-wie-regierung-in-kiew-zusammengesetzt-sein-muss-MMMRJCXOHPMOWFG5FSPMSZ2TCI.html

    Antwort
    1. pingpong

      Ernsthaft renton?

      Alle Menschen sagen andauernd, was sie wollen. Z.b. sagen Frauen seit weiß Gott wie lange, dass es ganz wichtig wäre das Patriarchat abzuschaffen und endlich Gleichberechtigungstellung zu realisieren. Typen wie du hören einfach nur nicht hin.

      Dabei wäre es so leicht: Männer und Frauen könnten längst glücklich und in Frieden miteinander leben, man müsste nur die legitimen Interessen der Frauen bedingungslos berücksichtigen. Wird auch wirklich Zeit nach so vielen Jahrtausenden Patriarchat. Dass es noch immer so viel Schwierigkeiten zwischen den Geschlechtern gibt, ist also auf einen sehr einfachen Grund zurückzuführen: Männer weigern sich schlicht, die Diskriminierung der Frauen zu beenden, die Rechte der Frauen anzuerkennen und die patriarchale Gewalt aufzugeben.

      Die Welt könnte so einfach sein…

      Antwort
      1. crumar

        Och pingpong…
        Männer und Frauen standen sich nicht jahrzehntelang in zwei hochgerüsteten Militärblöcken gegenüber, mit dem nuklearen Potential, die Menschheit mehrfach in die Luft zu jagen.
        Man wusste haargenau, hinter der NATO steckt die USA und hinter dem Warschauer Pakt die SU; die SU gibt es nicht mehr, den Warschauer Pakt nicht, nur hinter der NATO steckt noch immer die USA.

        Es gab einen Anlass – die Kuba-Krise – wo aus dem kalten Krieg beinahe ein heißer geworden wäre. Weil ein US-Präsident partout nicht einsehen wollte, dass man ihm Mittelstreckenraketen direkt vor die Haustür stellt.
        Dabei ging ihn das gar nichts an, wg. #Selbstbestimmungsrechtdervölker.
        Kennedy berief sich jedoch auf die Parole von Monroe: „Amerika den Amerikanern“ (genauer gesagt den US-Amerikanern).
        Da musste das #Selbstbestimmungsrechtdervölker einfach mal die Fresse halten wg. legitimer Sicherheitsinteressen.

        In der Wikipedia steht so schön: „US-Präsident George W. Bush verkündete das Ziel, in Afghanistan einen demokratischen Rechtsstaat nach westlichem Vorbild etablieren zu wollen.“
        So wie in Jugoslawien, in Syrien, im Irak und in Libyen; selbst wenn man „failed states“ und Millionen Tote und Flüchtlinge produziert, die „Freiheit wird in Dingsbums verteidigt!“ und die Sicherheits- und geopolitischen Interessen der USA spielten auch in 11.141 Kilometern Entfernung Luftlinie eine Rolle.

        Dass man in Russland legitime Sicherheitsinteressen in unmittelbarer Nachbarschaft hat ist dagegen ein Skandal? Allein in Polen befinden sich 10.000 US-Soldaten – das Geheule bei der identischen Anzahl russischer Soldaten in Mexiko möchte ich mir nicht vorstellen.

        Antwort
        1. pingpong

          @crumar:

          Ich schätze deine deutlich sichtbaren Bemühungen um eine sachliche Diskussion sowie deine Fähigkeit, auf faktisches zu verweisen und offensichtlich absurde Aussagen sowie deren inhärente Widersprüche als solche zu benennen. Mein Beitrag sollte darauf hinweisen, dass wir leider nicht immer von solchen Voraussetzungen ausgehen können. Nicht bei Putin und nicht bei großen Teilen der genderideologisch VerblendetenMotivierten. Für manche Menschen zählen reale und tatsächliche Widersprüche nicht, deren Horizont endet bei „listen and believe“.

          Dem Himmel sei Dank stehen sich Männer und Frauen nicht als nuklear hochgerüstete Machtblöcke gegenüber. Stattdessen beschränkt sich der Fallout aus dem Geschlechterkrieg der letzten paar Jahrzehnte auf die gesellschaftspolitische Sphäre, und bringt ganz ohne militärische Gewalt ganze Generationen von abgehängten Menschen eines bestimmten Geschlechts hervor
          https://manndat.de/ueber-manndat/was-wir-wollen

          Zur Kuba Krise: Das ist 6 Jahrzehnte her. Die sowjetische Führung war damals kollektiv organisiert. Chruschtschow konnte nie alleine entscheiden. Das ist bei Putin anders. Die implizite Gleichsetzung der damaligen Sojwetunion mit der heutigen NATO ist ahistorisch. Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis, dem Staaten und Nationen freiwillig beitreten können. Bei NATO Entscheidungen gibt es demokratische Prozesse sowie checks und balances (wie gut oder erfolgreich die funktionieren und ob es in der Vergangenheit Fehlentscheidungen und Fehlverhalten der NATO gab ist eine andere Diskussion). Bei der Russland-Gruppe läuft das ein wenig anders, du kannst ja mal Kasachstan, Armenien, Georgien, Tschetschenien usw. nach ihren Erfahrungen fragen.
          Ich halte nichts davon Putin per Ferndiagnose als verrückt zu bezeichnen, man kann jedoch durchaus festhalten dass Putin 2022 nicht mehr der Putin von 2002 ist. Sieh dir noch einmal an, wie Putin in eine kürzlichen Sitzung des Sicherheitsrates seine engsten Mitarbeiter öffentlich vorgeführt hat. Das ist eine absurde Farce, die an Stalins Schauprozesse erinnert. Politiker, die selbst historische Abhandlungen verfassen, sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie interessieren sich nicht mehr für das Schicksal von Menschen. Solche Dinge sollte man bedenken, wenn man über die „legitimen Sicherheitsinteressen“ von Putin spricht.

          Antwort
          1. crumar

            Ok, dann zu deinem Beitrag zwei oder drei Anmerkungen:
            1. Der Einsatz der NATO in Libyen lief unter dem Motto „Responsibility to Protect“ und zwar in dem Umfang, dass die NATO faktisch die Luftstreitkraft der Rebellen war, die die libysche Armee in Grund und Boden bombardierte und den militärischen Sieg der Aufständischen garantierte.

            Nichts von dem war vom UN-Auftrag zur Herstellung einer „Flugverbotszone“ gedeckt, nicht der von der EU geforderte Rücktritt Gaddafis, auch nicht die Bombardierung seines Hauses, bei dem ein Sohn und seine Enkelkinder umkamen. Erst recht nicht seine Ermordung.
            Das übliche Ergebnis solcher „regime changes“ des Westens: Libyen war einmal ein reiches Land mit bedeutendem Einfluss in der Region und nun ist es ein „failed state“, regiert durch Kleptokraten. Siehe #Verteidigungsbündnis

            In der Wikipedia kann man nachlesen: „Reinhard Merkel kommentierte in der ZEIT: „Die öffentliche Debatte über die militärische Intervention in Libyen hat eine Reihe von Fragen bislang ohne Antwort gelassen. Ihre Bedeutung reicht über den gegenwärtigen Anlass weit hinaus.

            Was sind Grund und Grenzen der Legitimation eines Krieges zu humanitären Zwecken?
            Gab es vor dem Ausbruch der Kämpfe eine Rechtfertigung für die libysche Opposition, ihren Widerstand gegen Gaddafi zum offenen Bürgerkrieg auszuweiten?
            Hängt hiervon etwas ab für das mögliche Recht externer Mächte, gewaltsam zu intervenieren?
            Senkt der jetzige Krieg die Schwelle für die Ausnahmen vom Gewaltverbot, und welche Bedeutung hätte das für die normative Weltordnung?“
            https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Militäreinsatz_in_Libyen_2011#Rolle_der_NATO

            Interessante Fragen, die nun – das ist der Sachverhalt, um den sich in den Medien herumgemogelt wird – auch Putin aufgreift.
            Inwiefern ist die permanente Diskriminierung, Schikanierung und Bombardierung einer abtrünnigen russischsprachigen Minderheit im Land Ukraine nicht eine Rechtfertigung für einen Krieg gegen die „Unterdrücker“?

            2. Weitgehend verborgen geblieben ist ein weiterer Hintergrund:
            „Rüsten unter dem Schirm
            Mit dem ersten Spatenstich für den US-Raketenschutzschirm in Rumänien ist das Pentagon im Plan. Die Wahrscheinlichkeit wächst, dass auf dem Stützpunkt in Deveselu das System Aegis Ashore 2015 in Dienst gestellt werden kann. Namentlich vor Angriffen Irans soll es angeblich Schutz bieten. Jenes Land ist allerdings als interkontinentale Atom-Streitmacht bislang nicht sonderlich hervorgetreten.

            Bei Russland sieht das anders aus. Es sitzt ebenfalls nicht unter dem Schirm, sondern genau davor. Die Abwehr wird immer enger um russisches Territorium herum aufgebaut. Da mögen US- und NATO-Militärs mit Engelszungen gemeinsame Sicherheit beschwören, die simpelste Logik zeugt gegen sie. Einer der wichtigsten Bestandteile des bisher annähernden strategischen Gleichgewichtes soll seine Waffen künftig nicht einmal mehr theoretisch ins Ziel bringen können. Damit gerät die gesamte Architektur der Sicherheit ins Wanken. Eigene Sicherheit wird auf Kosten der Sicherheit anderer verbessert.

            Kaum zufällig beschwört Moskau inzwischen die Möglichkeit eines »Enthauptungsschlages«, der sogar Kernwaffenmächten drohen könnte. Der Kreml wird sich wappnen wollen. Aber das ist wohl genau der Sinn des Schirmes – Sicherheit für ein Wettrüsten wie einst im Kalten Krieg.“
            neues deutschland, 29.10.2013

            „Nach Rumänien verlegt wird es eindeutig, dass das Raketenabwehrsystem nicht primär gegen Iran oder Nordkorea, sondern gegen Russland gerichtet ist. Das hatten die USA und die Nato immer bestritten und damit Russland bezichtigt, Fake News in die Welt zu setzen. Jetzt hat EUCOM das schon eingeräumt, wenn man von Drohungen außerhalb des „euro-transatlantischen Gebiets“ spricht. Gibt es Anzeichen, dass Russland europäische Nato-Staaten angreifen könnte? Die Nato suggeriert dies immer, wenn sie von der „russischen Aggression“ spricht, aber dafür gibt es bislang keine Belege.“
            https://www.heise.de/tp/features/THAAD-Raketenabwehrsystem-wird-in-Rumaenien-installiert-4399522.html

            Aus dem Jahr 2011 (kursiv von mir): Kein Durchbruch in Sicht – Russland und die NATO-Raketenabwehr
            Ein Beitrag von Christoph Prößl in der NDR-Sendereihe „Streitkräfte und Strategien“ *

            Andreas Flocken (Moderator):
            Im vergangenen Jahr hat die NATO den Aufbau einer eigenen Raketenabwehr beschlossen. Dabei will man mit Russland zusammenarbeiten. Denn Moskau hat erhebliche Vorbehalte gegen die Pläne des Bündnisses. In der kommenden Woche kommen in Brüssel die NATO-Verteidigungsminister mit ihrem russischen Kollegen zusammen. Das Thema Raketenabwehr steht dabei ganz oben auf der Tagesordnung. Eine Annäherung der Positionen ist allerdings nicht in Sicht.

            Christoph Prößl weiß mehr: Einigkeit herrscht derzeit nur über das Große und Ganze: Die NATO und Russland wollen beim Aufbau eines Raketenschildes zusammen arbeiten. Das war ein Ergebnis des NATO-Gipfels in Lissabon im November 2010. Seitdem wird aber immer deutlicher: Die Details sind ungeklärt, auf beiden Seiten gibt es noch viel Misstrauen. Russland empfindet eine mögliche Raketenabwehr als Bedrohung – weil seine Atomwaffen wirkungslos werden könnten und so das westliche Verteidigungsbündnis deutlich stärker dastehen könnte. Das Gleichgewicht wäre gestört.

            Russlands Präsident Dmitri Medwedew: „Wenn man mir sagt, das System ist nicht gegen Euch gerichtet, nehme ich das zur Kenntnis. Aber andere Länder haben kein vergleichbares strategisches Potenzial wie Russland – sie werden es auch in absehbarer Zukunft nicht haben. Man nennt zwar den Iran und andere Staaten, aber die haben diese Möglichkeiten nicht. Das bedeutet, es ist doch gegen uns gerichtet. Lasst uns darüber offen sprechen und zusammenarbeiten. Ich hoffe, dass mein Kollege und Freund Barack Obama offene Fragen beantworten kann. Wir können gemeinsam ein Modell im Bereich der Raketenabwehr entwickeln – falls nicht, müssen wir Gegenmaßnahmen ergreifen, was wir uns nicht wünschen. Dann müssten wir die Entwicklung von offensiven Nuklearwaffen beschleunigen – das wäre ein sehr schlechtes Szenario.“

            Diese Drohung formulierte Medwedew am 18. Mai. Dabei ist die russische Position klar. Russland fordert eine schriftliche Zusage, dass die Raketenabwehr nicht gegen Russland gerichtet ist. Ein solcher juristisch bindender Vertrag müsste aber vom amerikanischen Senat verabschiedet werden – und das scheint derzeit unmöglich. Die Forderungen der Russen zielen auf eines ab: Gleichberechtigung. Zu Beginn der Gespräche über eine gemeinsame Raketenabwehr stand noch die Idee eines gemeinsamen Schildes im Raum.“
            http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Raketen/russ2.html

            Die Entwicklung begann nicht gestern, nicht 2014, sondern vor über einem Jahrzehnt.
            Man beachte den Kontext 2. in Verbindung mit 1.

            3. „Ich halte nichts davon Putin per Ferndiagnose als verrückt zu bezeichnen, man kann jedoch durchaus festhalten dass Putin 2022 nicht mehr der Putin von 2002 ist. Sieh dir noch einmal an, wie Putin in eine kürzlichen Sitzung des Sicherheitsrates seine engsten Mitarbeiter öffentlich vorgeführt hat.“

            Was a. daran liegt, dass die Sitzung – im Gegensatz zu den Sitzungen im vorbildlichen Westen – öffentlich verlief. Zum Glück verlaufen unsere Sitzungen hinter verschlossenen Türen! /sarcasm
            Was zur Frage b. überleitet, warum der „irre Putin“ als Antwort auf die Vorhaben der strikt rationalen Außenministerinnen der UK und der BRD „Russland ruinieren“ zu wollen nicht auf die einfachste Antwort aller Zeiten gekommen ist, nämlich den Gashahn zuzudrehen.
            Das wäre in der Tat die simpelste Möglichkeit, UNS zu ruinieren.
            Ich frage mich immer, warum die stalinistische Antwort nicht naheliegend ist – Gas weg, keine Heizung, Stromausfall und allgemein Chaos produzieren.
            Nebenbei würde es die Ukraine ruinieren, denn die ist zu einem höheren Prozentsatz von russischen Erdgaslieferungen abhängig.
            Kann es c. sein, dass der Putin von 2022 sich nicht mehr die Illusionen des Putin von 2002 macht? Aber ich mache eben keine fensimitische Außenpolitik, die als Ausbund des Femitismus meiner männlichen Weltsicht klar überlegen ist.

            Antwort
            1. crumar

              Aus aktueller Quelle „Anne Will“ laut Spiegel:

              „Alexander Graf Lambsdorff (FDP) widerspricht. Jagdflugzeuge aus Polen zu liefern, das findet er »schon sehr weitgehend«. Käme es aber zu einem direkten Eingreifen seitens der Nato, etwa in Form einer Flugverbotszone, dann käme es zwangsläufig auch zu Luftkämpfen zwischen russischen und westlichen Piloten. Und damit stünden wir »an der Schwelle zum Atomkrieg«. Dies sei nun eine Aussicht, die niemand »sehenden Auges« provozieren könne. Darauf Melnyk (Anm.: ukrainischer Botschafter), so trocken wie apokalyptisch: »Sie verzögern ihn nur.«
              https://www.spiegel.de/kultur/tv/anne-will-zu-russland-ukraine-krieg-und-wladimir-putin-annalena-baerbock-spricht-klartext-a-c9caceab-0861-4c09-bf70-fa26d0db4bd1

              Woher kenne ich diese Einstellung nur, es gäbe einen „gewinnbaren Atomkrieg“ und der sei (daher) unvermeidlich? Kommt mir bekannt vor.

            2. pingpong

              @crumar:

              Es gibt Leute in den USA, in der Ukraine und in Russland (und in anderen Ländern ebenso), die keine Einigung wollen. Es wird interessant sein, ihre Reaktion auf diejenigen zu beobachten, die eine Einigung anstreben.
              Im Moment will Zelensky (und ein relevanter Teil der Ukrainer) keine Einigung, er will kämpfen. Aber wenn er seine Meinung ändert, wird es vielleicht für viele überraschend sein, was als nächstes passiert.

              Die Bruchlinien, die gezogen werden, sind nicht Autoritarismus gegen freie Völker. Es ist der grobe Autoritarismus gegen den „sanften“ Autoritarismus à la Brave New World. Das ist es, wofür wir nach dem Willen diverser Eliten kämpfen sollen.

              Ich habe oft genug gegen einen naiv-globalistischen Interventionismus mit katastrophalen Folgen (Libyen, Irak…) argumentiert, du brauchst mich nicht erst davon zu überzeugen, dass es auf Seiten der NATO Fehlentscheidungen gab. Das ist die andere Diskussion, die ich oben angesprochen habe.

              Tatsache ist, es gibt einen Angriffskrieg von Seiten Russlands in der Ukraine. Tatsache ist, dass sich die Zelensky (und vermutlich große Teile der Ukrainischen Bevölkerung) falsche Hoffnungen bez. eines NATO Beitritts gemacht haben, und dazu aktiv u.a. von den USA ermutigt wurden. Wie ich an anderer Stelle bereits geschrieben habe: Es ist sehr selten, dass beide Seiten in einem Krieg moralisch so korrekt sind, dass der Kampf (oder die Vorgeschichte) keine schweren Vergehen beinhaltet. Manchmal liegen beide Seiten falsch, aber fast immer sollte zumindest einer Seite gesagt werden: „Ihr solltet aufhören zu kämpfen“.
              Die Demokratie in der Ukraine ist jung, und sie hat Fehler. Viele Ukrainer mögen eine simple oder auch teilweise unzutreffende Sicht auf die komplizierten Beziehungen mit Russland haben. Eine relevante Mehrheit will den eingeschlagenen Weg der Annäherung an den „Westen“ fortsetzen. Würdest du den Ukrainern sagen, sie sollten aufhören zu kämpfen?

            3. crumar

              @pingpong

              „Tatsache ist, es gibt einen Angriffskrieg von Seiten Russlands in der Ukraine. Tatsache ist, dass sich die Zelensky (und vermutlich große Teile der Ukrainischen Bevölkerung) falsche Hoffnungen bez. eines NATO Beitritts gemacht haben, und dazu aktiv u.a. von den USA ermutigt wurden.“

              Sie sind nicht nur ermutigt, sie sind gezielt aufgerüstet worden mit mehreren Milliarden Dollar und ohne Milliardenkredite der EU wären sie längst pleite.
              Wären sie in der NATO, würden m.E. Raketen platziert – schlecht.

              „Wie ich an anderer Stelle bereits geschrieben habe: Es ist sehr selten, dass beide Seiten in einem Krieg moralisch so korrekt sind, dass der Kampf (oder die Vorgeschichte) keine schweren Vergehen beinhaltet. Manchmal liegen beide Seiten falsch, aber fast immer sollte zumindest einer Seite gesagt werden: „Ihr solltet aufhören zu kämpfen“.“

              Um mich nicht missverständlich auszudrücken: den Krieg, den Russland angefangen hat, kann man berechtigt völkerrechtswidrig nennen.
              Wenn man sich aber die Vorgeschichte anschaut, dann ist er weder vom Himmel gefallen und es sieht so aus, dass das Schicksal der ukrainischen Bevölkerung so viel Wert hat, wie eine Spielfigur auf dem geopolitischen Schachbrett. Leider.
              Diese Erfahrungen haben arabische Bevölkerungen bereits machen müssen und mich verwundert nicht, dass arabische Politiker eine eklatante Doppelmoral am Werk sehen.

              „Die Demokratie in der Ukraine ist jung, und sie hat Fehler. Viele Ukrainer mögen eine simple oder auch teilweise unzutreffende Sicht auf die komplizierten Beziehungen mit Russland haben. Eine relevante Mehrheit will den eingeschlagenen Weg der Annäherung an den „Westen“ fortsetzen. Würdest du den Ukrainern sagen, sie sollten aufhören zu kämpfen?“

              Das Problem ist, u.a. bei mehreren vorigen Wahlen hatte sich bereits abgezeichnet, die Ukraine ist in Sachen West- und Ostorientierung (wenn man das so vereinfachen kann) gespalten.
              Was u.a. zu einem Bürgerkrieg und dem Separatismus geführt hat – „die Ukraine“ gibt es so nicht mehr (woran Russland nicht nur durch die Annexion der Krim Mitschuld trägt).
              Der Westen hat damals die Referenden zur Unabhängigkeit in Jugoslawien und die dann resultierenden Teilstaaten als Staaten anerkannt – das ist der Präzedenzfall, den man m.E. gerade verdrängen möchte.

              Das zweite Problem, die ukrainischen (Ultra-) Nationalisten haben nicht nur einen äußeren, sondern auch einen inneren Feind entdeckt und nichts an ihrer Sprach-, Minderheiten- oder allgemein Geschichts- und Kulturpolitik (s. Bandera Kult) lässt mich glauben, sie akzeptieren die russische Minderheit in ihrem Land. Man kann nicht alle grob als Nazis einstufen, aber der betriebene Geschichtsrevisionismus läuft im Grunde auf eine Rehabilitierung faschistischer Kräfte hinaus.

              Ich wünschte mir, es gäbe die Option „föderaler Staat Ukraine“ und das könnte ein Verhandlungsergebnis sein, aber ich glaube inzwischen nicht mehr, dass das realistisch ist.
              Die Frage ist für mich damit unabhängig vom Krieg mit Russland, für was sie eigentlich kämpfen. Wir werden sehen.

              Die USA und die EU haben anscheinend das Interesse, den Krieg in die Länge zu ziehen und daraus einen Abnutzungskrieg werden zu lassen, denn rein militärisch hat die Ukraine keine Chance. Das kann keinesfalls im Interesse der Ukraine sein.

      2. Renton

        Ich habe nicht mit dir geredet, pingpong. Du hast offenbar den Kontext meiner Antwort nicht verstanden, was zugegeben auch schwierig ist, da die Antwort verrutscht war. Klaus Hagen sollte es verstehen.

        Antwort
  6. PfefferundSalz

    Ich würde jedem das Buch „Psychologie der Massen“ empfehlen. Dann kann er auch die Westlichweite Empörung gut verstehen. Anschließend sollte man sich die Arbeiten von Edward Bernays reinziehen, damit man ein Verständnis dafür bekommt, wie Propaganda funktioniert. Man sollte immer daran denken, dass das nicht „unser“ Krieg ist, es ist der Krieg der Herrscher der Welt. Wer sich selbst für eine Seite entscheidet, macht sich selbst zur Schachfigur, egal wie gerechtfertigt man „seine“ Seite findet.
    Im Prinzip versucht die Presse an die niedrigsten Instinkte des Menschen zu appellieren um sie auf ihre Seite zu ziehen, wer das versteht, der kann nicht mehr so leicht manipuliert werden. Leider sind gerade im Westen Gefühle wichtiger als Fakten geworden oder Gefühle werden als Fakten getarnt, weswegen „wir“ auch besonders anfällig für Manipulationen dieser Art sind. Außerdem bekommen wir unser Wissen ja immer nur aus 3. Hand, gefiltert und manipuliert. Was dagegen hilft, ist reden, mit echten Menschen, mit einem echten Gegenüber, mit so vielen Menschen wie möglich.

    Antwort

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