Ukraine: Die Ziele des „Westens“

Ein Kommentar, zu wertvoll:

Das Ziel für den Westen ist fürs Erste vermutlich einfach die Beendigung der Kampfhandlungen

Genau das ist es wohl nicht – müsste man sonst für hunderte Millionen Waffen an die Ukraine liefern? Aus US-Kreisen wird dagegen ein ganz anderes Ziel genannt: Russland eine Afghanistan 2.0 zu bereiten. Wer’s nicht glaubt, dem sei die Studie der Rand-Corporation vom April 2019 empfohlen, mit dem treffenden Titel:

Overextending and Unbalancing Russia

Genauso war auch seinerzeit die Unterstützung der Mujahidin (bis hin zur Schaffung von Al Kaida) gedacht. Das Ziel bleibt das Gleiche: Russland zu destabilisieren, einen Regime-Change durchzusetzen, um dann Russland möglichst zu zerstückeln und zu filetieren.

5 Gedanken zu „Ukraine: Die Ziele des „Westens“

  1. Mike Macke

    „Beendigung der Kampfhandlungen“ dadurch, dass Russland einfach die eingenommenen Gebiete wie Krim und Donbass behält, hat bisher nicht geklappt. Russlands Führung will offensichtlich mehr. Auch Chamberlain hat es vor rund achtzig Jahren nicht geschafft, durch Aufgabe des Sudetenlands und Österreichs einen Krieg zu verhindern. Der Zeitzeuge Erich Kästner meinte danach: „Lawinen pflegen nicht auf halben Weg stehen zu bleiben.“ Gerade im russischen Einflussbereich wurden in der (längeren) Zeit DANACH mehr Menschen in Gulags umgebracht als in den KZs der Nazis.
    Der Typ, der das bereits flächenmäßig größte Land der Erde noch weiter überdehnen will, sitzt nicht in Kiew.
    Zugegeben: Die „einfachste“ Lösung müsste die von Russland angewandte sein: Wenn wie z.B. auf der Krim Soldaten und Kriegsgerät OHNE Hoheitsabzeichen auftaucht, und sich gegen Aggressoren wendet, seien sie vorgeblich oder nicht, sollte das Russland als gute Idee begeistert anerkennen. Schließlich ist es eine offensichtlich erfolgreiche Taktik, die zwar in der Ukraine genutzt wurde, aber nichts mit Faschisten zu tun haben kann, da sie ja originär russisch ist – sofern man vom aktuellen russischen Faschismus absieht. Deswegen sollten z.B. die ehemals polnischen MIGs möglichst schnell in die Ukraine gelangen..
    Könnte es nicht auch sein, dass Staaten nach „westlicher“Lesart selbst wählen dürfen, mit welchen anderen Staaten sie welche Bündnisse eingehen? Sich dabei sogar irren mögen (siehe NordStream)? Und natürlich macht man hier auch gerne Geschäfte, auch mit Waffen, und bevorzugt „pro Unterdrückte“ (sofern diese zahlen können).

    Antwort
      1. razopaltuff

        Das die Sowjetunion überfallen wurde ist ja unbestreitbar, dass sie selbst vorher diverse Staaten überfallen hat aber auch nicht.
        Polen, Finnland, die drei baltischen Staaten…
        Dass man da zum Kriegsende auch die Sowjets draussen haben wollte kann man nun wirklich nicht als Argument gegen die Nato gebrauchen.

        Antwort
    1. crumar

      @Macke

      So viel Revisionismus verdient eine Antwort:
      1. Putin modisch als Hitler 4.2 anzuschmieren wird, mit dem „appeasement“ gar nicht geht, übergeht den historischen Fakt, dass Hitler die Sowjetunion überfallen hat und nicht umgekehrt.
      Durch den Krieg haben 20-27 Millionen Bürger der Sowjetunion ihr Leben verloren, die aus Sicht der Nazis bloße „Untermenschen“ waren, dazu kommt die Vernichtung der europäischen Juden. Ohne Krieg wäre man der Juden in Osteuropa gar nicht habhaft geworden und diese stellen die Mehrheit der Opfer.
      Dass mehr Menschen im Gulag umgekommen sind, ist nicht nur unwahr, sondern das Motiv dieser Argumentation ist – wie so oft – die Verniedlichung und Rehabilitation der Faschisten.

      2. Die Ukraine ist leider eine bloße Schachfigur in einem geopolitischen Spiel. Der „Raktenschutzschild“ der NATO, der angeblich gegen Raketen aus dem Iran (!) schützen soll steht nicht da wo es logisch wäre – nämlich in der Türkei oder Griechenland – sondern in Rumänien und Polen (Aegis Ashore). Ergo richtet er sich gegen Russland. Als der Beitritt der Ukraine und Georgiens zur NATO spruchreif wurde, nämlich 2008, war ebenfalls klar, gegen wen sich das richtet. https://de.wikipedia.org/wiki/Aegis-Kampfsystem

      Die „Krim“ ist auch nicht irgendeine Landmasse, sondern Sitz der russischen Schwarzmeerflotte.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzmeerflotte
      Die Idee war, die Ukraine in die NATO aufzunehmen, den Raketenschild auszuweiten und en passant die Schwarzmeerflotte loszuwerden.
      Sie ist da stationiert seit 1783 – unschwer zu übersehen, aber unsere Medien schaffen es dennoch, diesen Fakt zu „vergessen“. Die Krim wurde demzufolge auch nicht von russischen Soldaten „besetzt“, sondern die waren bereits da und mussten nur ihre Kasernen verlassen.

      Die auf dem „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ basierende Abspaltung von der Ukraine nach einem Referendum hat einen historischen Präzedenzfall, nämlich die Anerkennung von Teilrepubliken Jugoslawiens durch den Westen. Auch das wird gerne „vergessen“: „Kroatien und Slowenien wurden durch die EG (auf Insistieren Deutschlands) Mitte Dezember 1991 mit Wirkung vom 15. Januar 1992 anerkannt.“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Kroatienkrieg

      „Doppelmoral“ ist nicht eine Steigerungsform von Moral, sondern ihr Gegenteil.

      Antwort

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