Baerbock: Krieg und die eigentlichen Opfer

Außenministerin Baerbock, Grüne, hat eine Rede gehalten:

Eine hochschwangere Frau liegt auf einer Bahre. Ihr bloßer Babybauch ist der winterlichen Kälte ausgesetzt. Um sie herum: ein Bild der Verwüstung, ihre Geburtsklinik in der ukrainischen Stadt Mariupol liegt nach einem russischen Bombenangriff in Schutt und Asche. Jetzt haben wir die Nachricht erhalten, dass die Frau und ihr ungeborenes Kind gestorben sind. Schätzungsweise 80.000 Frauen werden in den kommenden Monaten in der Ukraine entbinden und viele von ihnen werden kein schützendes Obdach und keinen Zugang zu angemessener Pflege haben.

Das stimmt. Was weiter stimmt, aber keinen Gedanken mehr wert ist, ist, dass Männer in Städten, die in Schutt und Asche liegen, ebenfalls sterben werden, wenn sie keine lebensrettende Behandlung erhalten, die sie brauchen. Wie viele das sind weiß niemand, weil es niemanden interessiert.

Wer noch sterben wird, das sind die Männer, die zwangsrekrutiert wurden, eine Praxis, deren Berichterstattung darüber es sogar hier und da mal in die Qualitätsmedien geschafft hat:

Viele Männer seien kurz vor der Grenze aus den Zügen gezerrt worden, berichtete Daria aus Kiew, die ihren vollen Namen nicht nennen wollte, unter Tränen. Selbst Väter, die mit ihren Kinder unterwegs gewesen seien, hätten das Land nicht verlassen dürfen…„Sie haben gesagt, dass Männer die Pflicht haben, das Land zu verteidigen.“

Männer in kampftauglichen Alter dürfen das Land nicht verlassen, sie werden gezwungen ihr Leben zu riskieren. Viele von ihnen werden sterben.

Baerbock:

Dies zeigt in aller Deutlichkeit, dass Krisen und Konflikte keineswegs „geschlechterblind“ zuschlagen. Sie betreffen Frauen überproportional. Das gilt auch für den Krieg in der Ukraine.

3 Gedanken zu „Baerbock: Krieg und die eigentlichen Opfer

  1. Renton

    „80.000 Frauen werden in den kommenden Monaten in der Ukraine entbinden“

    80.000 oder mehr Soldaten werden in den kommenden Monaten in der Ukraine verwundet werden. Deren Chancen auf angemessene medizinische Versorgung dürften deutlich schlechter sein als die der Frauen, da die Soldaten in der Regel in einer akuten Gefechtssituation verletzt werden.

    Von den direkt Getöteten gar nicht zu reden.

    Antwort
  2. Pingback: Annalena Baerbock erklärt euch, wer die opfer des krieges sind | Schwerdtfegr (beta)

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