Die leere Fresse der Rebellin

Also mit Ehrenmord wurde sie wohl nicht bedroht, sonst hätte man davon gehört; aber vielleicht steht sie kurz davor, zu Tode geschunden zu werden, oder sie will sich das Leben nehmen, da sie gewaltsam von ihren Kindern getrennt wurde.

Die hier jedenfalls:

die da mit einem pseudotiefgründigen, ernsten Blick posiert, der vor Hohlheit dröhnt, der ginge es laut Missy-Magazin um mehr als Rebellion, wobei Rebellion ja schon mal einiges ist. Dazu könnte sie ja nach Hause nach Kurdistan fahren und mal gucken, ob ihr dort eine Kunstausstellung exklusiv zur Verfügung gestellt wird, oder ob sie doch nicht eher in den Knast einfährt, wenn sie dort so rebelliert, wie sie es hier tut. Beim MDR erfährt man, dass sie durch patriarchale Zwänge eingeschränkt wurde und wahrlich, das „Patriarchat“ ist ein Problem für Frauen, da es die schlimmsten Härten von ihnen fernhält und ihnen teils das Leben eines Millionärs ermöglicht, also vom Zwang zur außerhäuslichen Arbeit befreit.

Man nehme ein wirklich repressives Regime wie etwa Saudi-Arabien und frage sich, ob dort eine Rebellin die Rebellion als Kunststudiengang erlernen könnte und auch eine Ausstellung eröffnen dürfte, die sich gegen den Islam positioniert…

Merke: Wenn Du für deine „Rebellion“ vom System auf Händen getragen wirst, ist es Zeit aufzumerken, denn dann arbeitest Du für und nicht gegen das System; oder am Beispiel einer Gleichstellungsbeauftragten:

Die Serie „Frau Jordan stellt gleich“ will die frohe feministische Botschaft in Form eines „unterhaltsamen“ Formats in die Köpfe der Zuschauer hämmern. Die Heldin der Serie kämpft für die gute, glorreiche Sache, sie „setzt Zeichen“, sie ist leuchtendes Vorbild, sie arbeitet für die gerechtere Gesellschaft, sie steht für die Revolution – vom Staat angestellt mit großräumigen Gleichstellungsbüro und einer dreiköpfigen Mannschaft, finanziert vom männlichen Steuerzahler, gegen den man zu kämpfen hat. Ja, das hat was von „Weiße Rose“.

4 Gedanken zu „Die leere Fresse der Rebellin

  1. beweis

    Mal gucken, was die so fotografiert…
    Ah, sich selbst aus der Ich-Ich-Ich-Perspektive. Manchmal sogar im Schatten.
    Nein, sie lichtet weder Emilia Fester noch Anne Spiegel ab, sie macht eigene Selfies.
    Bestimmt denkt die sich dabei was.

    Warum machen Selbstporträts einen großen Teil deiner Arbeit aus?
    Die Fotografien werden oft als Selbstporträts gelesen, gehen aber meistens darüber hinaus in dem Sinne, dass ich mich als Protagonistin selbst in Szene setze. Es ist manchmal einfacher, so einen Ausdruck oder Zustand, den ich zeigen möchte, konkreter darzustellen.

    Kreative feministische Rebellion anno 2022.

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  2. Vagabund

    Ich habe „Frau Jordan stellt gleich“ mit großem Spaß gesehen – ich dachte, das wäre Satire …

    Vielleicht löst sich der Feminismus ja langsam von selbst auf – wenn deren Realität gleichzeitig Satire ist, könnte das ja ein Anfang sein.

    Antwort
  3. oneiros

    lol…damit macht die im Prinzip nix anderes als die meisten Frauen in den sozialen Medien. Gewöhnlicher geht’s kaum. Nächste Ausgabe dann ne rothaarige Selfie Künstlerin.
    Was das Magazin damit bezweckt selfie Künstler vorzustellen.. keine Ahnung… ist das mittlerweile die Partnervermittlung für die feministische Ecke? Lesen Männer sowas oder richtet sich das an Frauen?…dient das der Bestätigung das Selfies hohe Kunst sein können? … Zielgruppe Tinder und onlyfans frauen?

    Antwort

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