„Du musst schön sein!“

Ich kann’s nicht mehr hören: Das Wehklagen, Frauen müssten schön sein, unterlägen dem männlichen Blick, kriegten schon als Kinder gesagt, sie sollten hübsch sein, dass sie allein daran gemessen würden – und immer wird unterschlagen, welchen konkreten Nutzen sie daraus ziehen, dazu zum Schluss. Erstmal: Es ist ein Mythos, dass Männer weniger am Aussehen gemessen werden:

Hier zeigte sich: Frauen bevorzugten die attraktiv aussehenden männlichen Bewerber und machten ihnen bessere Jobangebote. Sie zogen meist auch attraktiv aussehende Männer attraktiv aussehenden Frauen vor. Die weniger attraktiv aussehenden Männer ordneten sie sogar noch hinter die durchschnittlich aussehenden Frauen.

So, ansonsten: Natürlich ist es schön, schön zu sein. Ist nunmal so – auch für Männer. Die Anklage, dass das Rollenzwänge wären, dass man darunter zu leiden hätte, wird aber nur mit Blick auf die Frauen gesagt.

Dazu gibt es das Phänomen, dass sich manche Frauen bewusst hässlich machen: Und zwar verheiratete Frauen, das berichtet zum Beispiel Joan Bitterman. Solchen Frauen, die ein selbstsüchtiges Egospiel durchziehen, gefällt es, wenn sie ihren Männern nicht mehr gefallen, weil sie sich z.B. die Haare kurz schneiden. Sie verstehen das absichtliche Verstimmen ihre Ehemänner als Emanzipation, getreu dem feministischem Motto, dass man gute Frauenpolitik am Missmut der Männer erkennen könne. Dabei leisten sie sich aber nur was, was sie sich aus einer Machtposition heraus leisten können. Die monströse Macht, über ihre Kinder wie ihr Eigentum verfügen zu können, sie dem Vater zu entfremden und ihn zum Zahlsklaven zu degradieren. Deshalb muss sich der Mann alles gefallen lassen.

Dieses Spielchen spielen Frauen, wenn er bereits in die Falle gegangen ist. Sie machen sich nicht hässlich, wenn sie auf „Partner“-suche sind. Genau das wird bei der eingangs genannten Klage, Frauen würden Schönheitsidealen unterworfen, unterschlagen: Dass sie damit das Privileg des Millionärs erwerben, nicht oder nur wenig arbeiten zu müssen, dazu noch in viel weniger unerquicklichen Berufen. Sie hat was davon, und zwar nicht wenig.

Ein Gedanke zu „„Du musst schön sein!“

  1. Shitlord

    Danisch umschreibt das sehr schön mit (grob) „schlimmer als der ‚male gaze‘ ist für Frauen, wenn sie keiner beachtet“.

    Dass Frauen denken, es sich „leisten“ zu können, sich zur midlife-crisis absichtlich durch vA kurze Haare absichtlich hässlich zu machen ist tatsächlich das von Dir beschriebene Problem – der Mann muss idR halt trotzdem zahlen.

    Was Frauen aber mit 42 (zufällig gewähltes Alter) nicht können, ist, zwei blutjunge Australierinnen auf seinem Boot zu bumsen, die zusammen nicht so alt sind wie man selber. Das ist halt den meisten Frauen nicht so klar – und *deutlich* zu vielen Männern auch nicht.

    (Ich hab die Australierinnen freilich nichtmal angefasst; ich bin anständig und verheiratet, und vor allem waren die addiert damals ein Jahr älter als ich; Cougaring ist nicht so mein Ding 😉

    Ich kenne aber das Problem – das so ein elementares Frauen-Dings, offenbar. Meine Frau wechselte ihre Haarfarbe von jahrelang Porno-Rot vor vier Jahren auf Drew Barrymore-blond; mag ich beides. Letzte Woche und 120€ beim Friseur lassend ist das ästhetisch etwa „am Straßenrand ausgesetzter Schäfehund“.

    Sie will aber einen neuen Job, daher verstehe ich das; dafür sollte man in unserem Alter auch langsam aussehen wie Frau Dr., die man ja nun schon lange ist.

    Unsere Gesellschaft ist viel zu oberflächlich.

    Antwort

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