Die Kassiererin, die ihr Glück nicht zu schätzen weiß

Freitagseinkauf. Ich führe einen kleinen Smalltalk mit der Kassiererin und ob sie Morgen, also Samstag, arbeite. Sie meint „Leider ja“ und beschwert sich, dass sie malochen muss.

Ich erkläre ihr in Übereinstimmung mit der feministischen Hohepriesterin Simone de Beauvoir, dass sie sich glücklich schätzen dürfe, dass sie arbeiten und sich emanzipieren könne. Auch erläutere ich ihr detailliert, dass die Frauen auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking festgeschrieben haben, dass jede Frau zu jeder Zeit ihres Lebens einer Arbeit nachzugehen habe, um sie zu befreien. Nachdem ich so ihre Sicht auf ihr Leben geändert habe, ist sie glücklich, dass sie nicht zu Hause zwischen Kinder, Küche, Kirche versauert.

Ich wünsche ihr trotzdem ein schönes Wochenende.

4 Gedanken zu „Die Kassiererin, die ihr Glück nicht zu schätzen weiß

  1. beweis

    Die Arme. Hättest du es ihr wirklich gesagt, wäre sie vielleicht am Samstag beschwingt, dankbar und glücklich aus dem Bett hinter die Ladentheke gehüpft.
    So hast du ihr dieses Glück versagt.

    Andererseits hätte sie dich auch maßregeln können: „Was wollen Sie denn von mir? Seien Sie nicht so übergriffig. Wälzen Sie sich doch selber mal um fünf aus dem Bett, um alten weißen Männern weiße Semmeln zukommen zu lassen. Würden die Männer in diesem Land endlich mal fleißig ihre Arbeit machen, dann könnte ich weiter an der Wohnzimmerdeko basteln und anschließend zum Reiten gehen. Das ist nämlich auch anstrengend. Und ich muss es hintenanstellen, um dem Patriarchat wie eine Sklavin zu dienen. Sie haben ja keine Ahnung.“

    Mann kann nie wissen was kommt – das ist der geile feministische Joker.

    Antwort
    1. uepsilonniks Autor

      Die Frau der Arbeiterklasse sehe ich nicht als Feind an.

      Feminismus ist ein dekadentes Elitephänomen. Von ihm profitieren nur Frauen, die sowieso schon privilegiert sind bis zum geht nicht mehr; eine Quote nutzt nur einer solchen, die sich bereits in der Chefetage befindet, nicht der Arbeiterin.

      Antwort
      1. beweis

        Habe ich anders erfahren in den letzten Jahrzehnten. Viele Feministinnen inklusive meine Mutter waren schlichte Angestellte. Ich sehe keinen Zusammenhang mit der sozialen Kaste.
        Querschnitt eben.

        Antwort
  2. Mathematiker

    Tja, wenn es die gläsernde Decke nicht gäbe, dann wäre sie schon längst Chefin von einem Dax-Unternehmen. Mit 30-Stundenwoche, flexibler Arbeitszeiten und work-life balance.

    Antwort

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