Akzeptabler Vorschlag zu „gendergerechter“ Sprache

Feministen wollen bekanntlich ganz rabiat die Sprache verschandeln, um den Menschen ihr Denken aufzuzwingen. Unterstellt wird, dass das generische Maskulinum das männliche Geschlecht bevorzugen würde. Zu diesem Missverständnis kam es, da es eine exklusiv-weibliche Form gibt. Gäbe es die nicht, dann wäre die neutrale Form, in der das Geschlecht, aber auch andere Gruppenmerkmale wie z.B. die Hautfarbe komplett irrelevant sind, nicht in den Verdacht geraten „maskulin“ zu sein. Und wenn vermeintliche sprachliche Diskriminierung der Grund wäre für Unterrepräsentationen von Frauen (nein, nicht in der Kanalarbeit), müsste es z.B. im englischen Sprachraum mit der Gleichverteilung deutlich anders aussehen, da das Englische kein Genus kennt – was aber nicht der Fall ist. Es existieren also noch andere Faktoren, aus denen heraus Frauen mehr davor zurückschrecken, ihr ganzes Leben lang in Übervollzeit zu arbeiten, um die Glückseligkeit der Chefetage erleben zu können.

Die meisten Vorschläger zur Sprachänderung sind unästhetischer Mist. Einen fand ich aber gut: Nämlich dass man die Endsilbe -rich benutzt, um anzuzeigen, dass allein Männer gemeint sind.

Also:

weiblich: Studentin.

männlich: Studenterich, wie in „Der Studenterich darf die Frauenbibliothek nicht betreten.“

beide: Student, wie in „Der Student muss Studiengebühren zahlen“

-rich erinnert mich an Enten, Erpel und die mag ich. Enten sind witzige Vögel.

Damit könnte ich leben, auch wenn sich der Vorschlag vermutlich nicht durchsetzt. Denn es ist nur selten der Fall, dass allein Männer gemeint sind. Damit aber das Sprachgefühl sich dahin wandelt, muss die Form -rich oft eingesetzt werden. Auch wird jeder Queere sofort einwenden, dass damit die Nichtbinären (die aber gar kein eigenes Geschlecht stellen) diskriminiert werden, denn ihre Eingebildetkeiten wollen ja auch gewürdigt werden. Letztlich wären Frauen aber genauso sichtbar wie vorher; auch mit dieser Sprachreform würde man bei Ingenieuren eher an Männer denken.

Feministen versuchen über die Sprache die Verhältnisse zu ändern. Das funktioniert nicht und ist zweitens eine Lüge. Es ist eine Lüge, wenn Feministen von „Bauarbeiter:innen“ sprechen. Wenn sich die Verhältnisse ändern, wenn auf dem Bau Frauen genauso selbstverständlich sind wie Männer, dann würde sich auch die Sprache, bzw. das Verständnis von ihr ändern – von unten ganz natürlich und nicht von oben diktiert, wie es derzeit versucht wird.

 

6 Gedanken zu „Akzeptabler Vorschlag zu „gendergerechter“ Sprache

  1. Hier könnte ihre Werbung stehen

    Wie es aussieht, bin ich (und zahlreiche andere Schüler) wohl damals in der Schule schwer missbraucht worden. Ich bekam Schulnoten für offensichtlich sprachlich diskriminierende Aufsätze und Diktate. Schulnoten, die meinen weiteren Bildungsweg einschränkten und meine berufliche Zukunft eingrenzte. Und die Mathematik soll ja mittlerweile auch rassistisch sein. In den Bemerkungen im Zeugnis hat man die damaligen Schüler nach heutigen Stand eventuell sogar flächendeckend misgendert.
    Da der heutige Staatsapparat mittlerweile weiß, daß alles von damals diskriminierender Dreck war, stellt sich mir die Frage, ob ich gegen meine damaligen Schulnoten den Staat verklagen sollte. Wegen intellektuell/sexuellen Missbrauch.

    Mit meiner Indoktrinierung von damals ist es mir heute nicht mehr möglich, eine Karriere als Genderprofessor zu machen. Der dadurch erlittene Verdienstausfall dürfte gewaltig sein.
    Mal abgesehen davon, daß ich mich (eben wegen jener damaligen Indoktrination) in dieser Welt inzwischen immer öfter ausgegrenzt und diskriminiert fühle.
    Ich fordere eine Entschädigung vom Staat, für dieses erlittene Übel!

    Macht uns endlich sichtbar!!

    Antwort
  2. Andy

    Ich bin für die Endung „-inger“, also z. B. Bäckinger, Metzginger, Studentinger.

    Aber niemand geht darauf ein. Alle halten mich für einen Schwätzinger.

    Antwort
  3. Renton

    Ich war immer für -er. ie genaue Endung ist aber zweitrangig. Wichtiger finde ich, dass, wenn schon gegendert wird, unsere Sprache nicht entweder a. verarmt wird durch den Wegfall der generischen Form („Arbeiterinnen und Arbeiter“ ist einfach mühselig) oder b. verhunzt wird durch Gendersterne und ähnlichen Scheiß: Arbeiter:In*nen etc.* Wer Gendern will, soll neben der bereits bestehenden generischen Form (Arbeiter, aber auch Hexe) und der spezifisch weiblichen oder (ganz seltenen) männlichen Form (Arbeiterin, Hexer) auch eine zusätzliche spezifische Form für die bisher nur kontextabhängig über die generische Form identifizierbaren Gruppen erschaffen. Das führt dann a. zu einer Bereicherung unserer Sprache mit, wenn man so will, b. Gerechtigkeit im sprachlichen Bereich und hat c. den Vorteil, dass Menschen, die keinen Bock darauf haben, erstmal weiter so sprechen können, wie sie wollen, also in der Regel die generische Form nutzen, und daraus dann in der Regel auch keine Missverständnisse entstehen.

    *Außerdem, c., ist das Gendern oft gar nicht angebracht: Von unseren in Afghanistan durch Feindweinwirkung getöteten Soldatinnen und Soldaten zu reden ist Quatsch, da in Afghanistan keine einzige Soldatin durch Feindeinwirkung starb. Nur eine hat sich selbst erschossen, und dann müsste man korrekterweise von „unseren in Afghanistan getöteten Soldaten und der einen getöteten Soldatin“ sprechen.

    Antwort
  4. Renton

    @uepsilonnikserich/uepsilonniksinnerich:
    Bist Du Dir ganz sicher? Bitte schau vorher hier nochmal von Minute 34:37 bis 37:10 rein:
    https://de-de.facebook.com/dieanstalt.kabarettarchiv/videos/folge-45-sommerfest-der-demokratie-16072019-50-min/372741550109202/

    Ist nicht ganz Dein Vorschlag, aber naja… ich werbe nur nicht vehementest für meinen, weil mir die Schwäche mit der im deutschen oft vorkommenden Endung -er bewusst ist: Ein Bäcker (generisch) – ein Bäckerer (m) – zwei Bäckerer (m). Doppeltes -er, kein Unterschied zwischen Singular und Plural.

    Vielleicht wäre das lateinische -us, Plural -i, doch am besten: Der Blogger, der Bloggus, die Bloggi. Oder in Deinem Fall: Der Stressmachus, die Stressmachi. Äh, nee. Aber zwei Stressmacheriche?!?!? Oh Mann…

    Antwort

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