Empathiedefizit und Trennungsväter

Heute, am 11. Juli jährt sich der Massenmord an Jungen und Männern in Srebrinica, das heißt der Tag, an dem Jungen und Männer sterben mussten, weil sie Jungen und Männer waren. Ein Andrizid also, wobei aber dieser Begriff, anders als Femizid, nie fällt.

Von den vielen Baustellen, auf denen Männer Hilfe brauchen, aber nicht erhalten, ist eine der ärgsten die Situation der Trennungsväter. Viele Väter verlieren in der Trennung den Kontakt zu ihren Kindern, was für sie die Hölle bedeutet. Dies ist eine Folge des Empathiedefizits: Ihr Leiden wird nicht wahrgenommen; ist egal; ist Grund für sadistische Freude; wird im Diskurs nicht thematisiert; existiert nicht.

So saß der Väterfreund Matthias Matussek mal in einer Talkshow einer jungen Frau gegenüber, der erst erklärt werden musste, dass Väter darunter leiden, wenn sie gegen ihren Willen von ihren Kindern getrennt werden. Das war für sie eine Neuheit, das kannte sie nicht, davon wusste sie nichts.

Die Frage die sich hier stellt: Ist das einfach Gedankenlosigkeit oder steckt eine monströse Ideologie dahinter? So schreiben Feministen ganz ungeniert davon, dass Männer ihre Kinder nicht liebten, sondern nur deshalb Väter werden würden, um etwas Macht über Frau und Kinder ausüben zu können. Die Frau ist der bessere Mensch, und das heißt: Sie hat Recht und handelt niemals moralisch verwerflich. Heißt: Wenn sie die Entscheidung trifft, dass er seine Kinder nie wieder sieht, dass sie ohne ihn aufwachsen wobei er dieses Lebensmodell der Frau erarbeiten darf, dann ist das gut und richtig so; und die Geschichten, die sie über ihn erzählt – Trennungsmütter beschreiben den einstig Geliebten als Monster -, stimmen, denn alle wissen, Männer sind das gewalttätige Geschlecht. Es sind Geschichten, die gerne geglaubt werden, auch weil man den Vater gar nicht erst anhört. Damit wird ein Ziel erreicht, der Endsieg: Die Entväterung. Und da viele Menschen niemals lernen, dass man Männer lieben kann und liebenswert sind, weil sie nie einen Vater liebten, setzt sich die Spirale des Empathiedefizits fort. Die Gesellschaft aber, die die Männlichkeit überwunden hat, wie es die sPD verheißungsvoll beschwört, wird nicht menschlicher sein, selbst für Frauen nicht, denn die eine Hälfte der Gesellschaft wie Unmenschen zu behandeln… das geht nicht gut aus.

[Nachtrag]

Ich empfehle diesen wertvollen Beitrag von Gunnar Kunz:

Empathielückenleugner

Ein Gedanke zu „Empathiedefizit und Trennungsväter

  1. beweis

    Eigentlich hadelt es sich sogar um eine Empathie-Doppellücke.
    Wie vielfach nachgewiesen empfinden Menschen im Allgemeinen weniger Empathie gegenüber dem Schicksal von Männern, zusätzlich sprechen sie aber auch Männern die Fähigkeit ab, gleichermaßen Empathie und Mitgefühl aufzubringen.

    Denn Empathie wird ja nicht über Handlungen definiert, sondern nur über Empathie-Signaling. Wer weint, wer klagt, wer sagt, dass es so schrecklich ist, dass die Nachrichten nach zunächst 45 jetzt schon 75 Tote melden – der ist empathisch.
    Nicht aber der, der spontan in die reißenden Fluten springt und sein Leben riskiert, um andere da raus zu holen.

    Wenn Empathie eine Handlung wäre, könnte man sie Männern gar nicht mehr absprechen.

    Antwort

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