Schweiz: Gleichstellung bei der Rente

Mit hauchdünner Mehrheit wurde entschieden, dass Frauen nun genauso lange arbeiten müssen wie Männer.

Müssen?

Man frage Alice Schwarzer, man frage die Mädchenmannschaft: Arbeit ist ein Privileg, von dem Frauen ferngehalten werden. Andere hingegen denken, dass Frauen in den letzten Jahrzehnten deshalb unglücklich geworden sind, weil sie mehr arbeiten müssen, und jetzt in der Schweiz noch mal ein Jahr länger.

Das sorgt für Unmut: «Eine Männermehrheit hat über die Frauen bestimmt.» Das ist erstaunlich, denn: Die Schweiz ist wie jedes westliche Land ein „Patriarchat“, in dem Frauen die Mehrheit der Wahlberechtigten stellen, weil in der Männerherrschaft Männer systematisch dezimiert werden, die sind dann tot und gehen nicht mehr wählen.

Andere sind enttäuscht, und fragen, warum Männer eigentlich über Frauen bestimmen dürften, die sich beim Sherry bei Lotti ausgerechnet haben, dass sie eigentlich mit 25 Jahren in Rente dürften. Ja!? Warum darf derjenige, der die Rechnung zu zahlen hat, eigentlich mitbestimmen? Denn auch die Schweiz ist eine gigantische Umverteilungsmaschine von Mann zu Frau. Männer erarbeiten Geld, Frauen geben es aus. Würden Männer genauso wenig einzahlen und zugleich die Kassen genauso wie Frauen belasten, das ganze System würde zusammenbrechen.

Aber wir haben ja die Rechnung ohne die berühmte Doppelbelastung gemacht:

Mattea Meyer weiter:“Und das sind berufstätige Mütter, die ihr Leben lang jongliert haben zwischen Kinderbetreuung, Haushalt und schlecht bezahlten Teilzeitjobs“, sagte sie. „Da frage ich mich wirklich: Ist das fair, diese Frauen die Reform zahlen zu lassen?“

Teilzeit arbeiten zu können ist ein Privileg, denn Arbeit ist Scheiße und Frauen bekommen deshalb Kinder, weil sie einen Kinderwunsch verspüren und von daher Selbstverwirklichung betreiben. Wäre was dran an dem Mythos der Doppelbelastung, Mütter würden vor Gericht darum kämpfen, dass die Väter mehr Zeit mit den Kindern verbringen – das aber tut keine. Ein Kommentator antwortet:

Wenn diese Mütter „jonglieren“, was machen dann Männer? Das Gleiche aber mit Kettensägen? Im Endergebnis haben Frauen einen offensichtlichen Vorteil, da sie länger und gesünder Leben, etwa 5J länger von der Rente profitieren können. Und–ich sage es nochmals– Männer zahlen den größeren Teil dieser längeren Frauenrenten.

Wie gesagt: Würden Männer es im Leben wie Frauen halten, das System würde zusammenbrechen. Von Dankbarkeit an den Malocher, der mit seiner Maloche den Frauen ein besseres Leben ermöglicht, aber keine Spur. Stattdessen Wehklagen und Jaulen und Anklagen. Demonstrationen sind bereits angekündigt. Gott, ich wünschte, Männer würden sich genauso wenig gefallen lassen. Aber dazu lieben Männer die Frauen viel zu sehr.

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