Philipp Leeb macht aus Opfern Täter

Jungen sind häufiger als Mädchen von Gewalt betroffen. Das Stück Schei… äh, der wertvolle Mensch Leeb zeigt schön auf (via), was dabei das große Problem im gesamten Geschlechterpolitbetrieb ist: Obwohl Männer mehr als genug – auch tödliche – Probleme haben, erhalten sie Hilfe nur, wenn sie das Problem sind, nicht haben. Steuerliche Mittel für Männer, die zu Opfern ihrer Frau werden gibt es nicht, sie müssen die Täter sein, dann kommen die „Männer gegen Männergewalt“.

Genauso Leeb: Er kann Burschen, die Gewalterfahrungen machen, nicht voll und ganz als Opfer anerkennen. Stattdessen rückt er sie und das ganze männliche Geschlecht in die Täterecke. In die der privilegierten noch dazu. Sicher, sicher: Der Bub, der die Schule ganz ohne Abschluss verlässt, was Burschen ungemein häufiger passiert als Mädels, bildet sich ein, an der Macht zu sein und zudem der Überlegene, weil ihm das „eingeflüstert“ würde. Mit so einem Diskurs wird sich nichts, aber auch gar nichts an dem massiv jungenzerstörenden System ändern, denn einem privilegierten Machthaber hilft man nicht, den stürzt man. Und deshalb wird es immer so weiter gehen.

Auch ansonsten lügt das Leeb wie gedruckt. Er will vorgeben, nicht zu wissen, dass  Gewalt gegen Kinder – auch Mord und Totschlag – am häufigsten von den Müttern ausgeübt wird. Es sind die Hände der Mütter, durch die die meisten Menschen ihre ersten Gewalterfahrungen machen, und wenn ein Kind gewaltsam stirbt, dann ist sein Mörder in der Regel die eigene Mutter. Und erst wenn man dann noch dazu nimmt, dass Mütter die Gewalt oft delegieren, stimmt das Bild. Dieser Satz ist ein Klassiker: „Warte nur bist dein Vater daheim ist!“ Mit anderen Worten: Gewalt wird durch die Mutter an die nächste Generation weitergegeben – darum kümmert sich aber niemand.

Ich finde das inzwischen etwas zu kurz gegriffen, denn wenn man sich etwa mit der Maskulinistenszene auseinandersetzt, wird klar, dass die nicht alle Gewalterfahrungen haben – sondern sie trainieren, erlernen Gewalt. Es geht auch nicht nur um körperliche Gewalt, sondern psychische Gewalt. Protagonisten der sogenannte Pick-up-Szene wenden psychische Gewalt an, um eine Frau zu vergewaltigen, das sind neue Formen von Gewalt.

Bin ich absolut dabei. Hier zum Beispiel. Jeder sieht sofort, dass ich absolut dafür bin, dass Männer ihre Exfrauen bei lebendigen Leibe verbrennen. Da ich aber schlampig gearbeitet habe, könnte manch einer denken, dass dahinter eine ganz andere Logik steckt. Nämlich, dass ich mit Gewaltverherrlichung in der feministischen Szene ein Problem habe, die Geschlechter tausche um vorzuführen, wie scheiße das ist, um so zum Fazit zu gelangen, dass Gewaltverherrlichung durch Verdienstordensträger scheiße ist. Könnte man…

Ansonsten würde ich gerne wissen, wo in der „maskulinistischen“ Szene Gewalt trainiert und erlernt wird. Da möchte ich mitmachen. Vorher muss natürlich das ganze System geändert werden, denn derzeit wird allein Männergewalt verfolgt, bekämpft und betraft, während Frauen beinahe nach Belieben Gewalt ausüben dürfen: Gegen Alte, Pflegebedürftige, Kinder, Männer. Denn was nutzt es, Gewalt zu trainieren, wenn man sie nicht mal anwenden darf?!

Ok, auch ansonsten bleibt das Leeb im Vagen. Wer genau lehrt als PickUp-Artist, Frauen mit psychischer Gewalt zu vergewaltigen? Der bekannteste Verführungscoach in Deutschland ist Maximilian Pütz, der könnte aber wohl juristisch dagegen vorgehen, wenn man sowas an ihn adressieren würde.

PickUp-Artists sind deshalb so verhasst, weil sie die Spielregeln ändern. Es ist ein armer Tropf, der in einer eigentlich schlechten Beziehung ausharrt, weil er Angst hat, sonst keine andere zu finden. Ein PickUp-Artists hat dieses Problem nicht: Wenn sie ihn schlecht behandelt, sagt er Tschüss und geht zu Nächsten. Diese Souveränität ist es, die Feministen nicht ertragen, die unbewusst wissen, dass in der traditionellen Rollenverteilung die Frau die Mächtige ist, mit dem Vorrecht, ihn schlecht zu behandeln, ihre Launen an ihm auszulassen.

12 Gedanken zu „Philipp Leeb macht aus Opfern Täter

  1. Kakapo3

    Wer ist Philipp Leeb?
    Und was ist gendersensible Bubenarbeit?
    Diese Forderung könnte ich unterstützen:
    Für die Überwindung einer auf permanente Verfügbarkeit ausgerichteten
    Arbeitskultur in den Betrieben. (https://dmoe-info.at/themen/vaeter)
    Aber wie komme ich dahin ohne Abschaffung des Kapitalismus?

    Antwort
      1. Kakapo3

        OK, aber ist das nicht auch eine Legitimation? Wenn alle Jungen / Männer miese sexbesessene Ausbeuter sind, kann man mir doch nicht vorwerfen, dass ich auch so bin.

        Antwort
        1. uepsilonniks Autor

          Du könntest dir einbilden, der „bessere Mann“ zu sein. Das ist die Triebfeder vieler männlicher Feministen. Sie halten ihre Geschlechtsgenossen für Abschaum, aber sie selbst sind was besseres.

          Antwort
      2. Mathematiker

        Apropos toxische Männlichkeit.
        Da gab es kürzlich einen Beitrag von einem gewissen „Parabelritter“.
        Ich finde, sein Beitrag war wertvoll, weil es die Diskussion öffnet. Ein paar Sachen, die er sagt, sind ok. Ich hätte aber da einige Kritikpunkte.
        Insbesondere die Verwendung von Begriffen von „toxischer Männlichkeit“ und Patriarchat. Letzteres vergleicht er aber mit dem alten Ständesystem (Adel vs Volk), was ja nicht Grundsätzliches mit Vätern zu tun hat, was ja eine Rückbesinnung zu den guten alten Sozialisten-talkingpoints wäre.

        Parabelritter hat ganz richtig erkannt, dass die Männer und Jungen immer weiter ins Abseits diskutiert werden. Ideologen fangen an, deswegen Angst zu haben. Ich glaube der Zweck der Übung (= des Beitrags) ist, die eigenen Leute zu warnen, dass man vllt nicht allzu doll auf die Männer und Jungs hauen sollte, weil sie sonst vllt doch etwas gefährlich werden, wie sie von linker/femi-Seite beschrieben werden. Es klingt so etwas wie Reeves in (https://fiamengofile.substack.com/p/saving-men-from-feminism-in-order)
        Zitat: „He warns his readers, […], that “alienated men are the voters most likely to veer towards the populist right” “

        Denn Parabelritter äußert Bedenken, dass die geschlagenen Männer und Jungs sich, so sagt er, Andrew Tate und Jordan Peterson zuwenden.
        Für ihn sind beide also Rechts, vllt sogar gefährlich.

        Alles im allem war alles noch im Rahmen von feministischer Weltsicht (man beachte auch die vielen Kommentare von Selbstdeklarierten Feministinnen), es werden weiter Begriffe wie Patriarchat und toxische Männlichkeit verwendet. Leider. Immerhin kritisiert er auch so manche „radikale“ Feministen mit ihrem starren Täter/Opfer-Schema, verbreiteten Unwahrheiten. Für mich reicht das allerdings lange nicht aus, da zu oberflächlich.
        Es gibt dazu noch soviel zu sagen, möchte aber erstmal mal einen Punkt setzen.

        Antwort
        1. Mathematiker

          Zur Oberschichtskritik. Ich finde, sein reframen von „Patriarchat“ zur Bourgeoisie oder zum Kapitalismus etwas lustig. Denn dies ist nichts anderes als die Umkehrung dessen, was Feministen in den 60er Jahren gemacht haben. Zu der Zeit war Kapitalismuskritik sehr in Mode und die Femis haben das Feindbild auf die Männer (Patriarchat) umgelenkt. Leider mit großem Erfolg.

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          1. Mathematiker

            Naja, ich denke, dass den Femis so langsam dämmert, dass ihre Ideologie das toxische in der ganzen Diskussion ist. Sie sind auch durch die letzte Wahl in Südkorea, bei der ein Kandidat mit Antifemnismus punkten konnte, aufgerüttelt. Sie bekommen es langsam mit der Angst zu tun, sind aber mit der eigenen Ideologie gefangen und können keinen Schritt mehr zurück.

            Antwort
            1. uepsilonniks Autor

              Naja, ich denke, dass den Femis so langsam dämmert, dass ihre Ideologie das toxische in der ganzen Diskussion ist.

              Bevor das eintritt, geht die Welt dreimal unter.

          1. Yayson

            Fragt sich, warum Männer auf Datingplattformen ihre Statussymbole herzeigen und vermutet, die würden bloß andere Männer nachahmen.
            Erzählt etwas von einem, die Gesellschaft steuernden, Patriarchat, hat aber Angst, gecancelt zu werden, wenn er sagt, dass auch Männer Opfer sein können.
            Und so geht es immer weiter. Welch ein Clown.

            Antwort
  2. Kakapo3

    @Mathematiker
    Ich denke schon, dass Feminismus und Antidiskriminierung genutzt werden, um ein Hinterfragen und Anklagen der Mächtigen dieser Welt zu verhindern. Also ja: eine Rückbesinnung zu den guten alten Sozialisten-talkingpoints.

    Antwort

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