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Ja La: Feminismus und Identitäre Bewegung (Gastbeitrag)

Ich habe auf Twitter Feministen dazu aufgerufen, feministische Gastbeiträge für meinen Blog zu verfassen um eine kontroverse Diskussion anzustoßen. Daraus resultierte der folgende Beitrag, der nicht unbedingt mit meiner Meinung übereinstimmt.

Ich bin Feministin. Ich bin Feministin seit über 10 Jahren. Seit ca. 1,5 Jahren bin ich Aktivistin bei der Identitären Bewegung Österreich. In diesem Text soll es darum gehen, was für mich Feminismus bedeutet, warum ich Feministin bin. Und auch wie sie mein Feminismus mit den Zielen und Ansichten der Identitären vereinbaren lassen.
Feminismus bedeutet sich für die Rechte der Frauen, für Gleichberechtigung einzusetzen. Noch in den 50er Jahren konnte ein Ehemann der Frau den Job kündigen. Die Frauen hatten nicht die Möglichkeit, selbstbestimmt ihr Leben zu gestalten. Auch Selbstbestimmung der Frau ist ein wichtiger Punkt im Feminismus. Ich sehe mich in der Geschichte des Feminismus als jemand, der für die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Frauen eintritt.

Heutzutage gibt es rein rechtlich nicht mehr wirklich eine Benachteiligung. Und leider ist der Feminismus stark von linker Seite vereinnahmt. Viele Themen, die original überhaupt nichts mit Feminismus zu tun haben, werden damit verknüpft. So gibt es „Feministinnen“, die der Meinung sind, Feminismus sei untrennbar mit Antirassismus oder Behindertenrechten verknüpft. Das und einiges anderes sind auch wichtige Themen, aber haben nicht in dem Sinne etwas mit Feminismus zu tun. Feminismus betrachtet allein das Geschlechterverhältnis und nichts weiter. Andere wiederum versuchen moralische Regeln aufzustellen wie feministisches Verhalten auszusehen hat. Eine Feministin dürfte demnach nicht gerne Hausfrau und Mutter sein, weil sie sich da dem Mann wieder unterwerfe. Hier wird völlig die Selbstbestimmung der Frau ignoriert. Ich bin Feministin und kann mir gut vorstellen auch mal Hausfrau und Mutter zu sein.
Feminismus hieß früher (und heißt es auch für mich) Frauen kämpfen für ihre Rechte, für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Linker Feminismus heute bedeutet leider viel zu oft man versucht für andere Gruppen (Migranten, Behinderte etc.) um Rechte zu kämpfen und vergisst dabei die Frauen. Wenn an Silvester hunderte Frauen in verschiedenen Städten von Migranten belästigt werden und vermeintlich Feministinnen als erstes befürchten, dass dadurch Rassismus entsteht, dann läuft etwas falsch. Feminismus bedeutet sich auf die Seite der Frauen zu stellen. Feminismus bedeutet sich gegen die kulturellen Eigenarten einiger Migranten zu stellen, wenn diese dazu führen, dass Frauen belästigt werden. Feminismus bedeutet Frauen zu schützen und das ohne extra „Schutzzonen“! Eine sehr schone Kampagne für diesen Punkt ist z.B. die #120db Kampagne, die aus dem Umfeld der Identitären kam. Dort werden die Gefahren für Frauen, die die aktuelle Flüchtlingspolitik mitbringt direkt angesprochen und Verbesserung gefordert. Es geht wieder um Frauen, die für ihre Rechte, ihren Schutz kämpfen – das ist Feminismus!
Und schon haben wir hier ein wunderbares Beispiel für die Vereinbarkeit von Feminismus und den Identitären. Die Identitäre Bewegung steht für die Bewahrung von Heimat und Kultur, genau das finde ich auch wichtig, sich bestimmter Gebräuche und Traditionen bewahren, Umweltschutz und Heimatliebe. Und mit #120db haben auch wir Frauen ein Puzzlestück zur Identitären Bewegung beigetragen – und zwar ein ziemlich feministisches

Ja La auf Twitter

Frauenstreik?

„Wie, Du streikst?“

„Na gut“ *Handy nehm, Nummer wähl*

„Ja Hallo Chef? Da meine Frau streikt, streike ich heute auch, ich komme also nicht zur Arbeit!“

Chef: „Wenn Sie das machen, sind Sie gefeuert!“

*Frauenstreik beendet da sie nicht auf sein Geld verzichten will*

Crumar: Seine Verantwortung, ihr Urteil

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

In dem Vorgang, dass er postkoital fragt und sie antwortet sind zwei Grundüberzeugungen enthalten, nämlich die der aktiven Rolle des Mannes in der Sexualität und dass letztlich Sex etwas ist, was „Mann“ will und dessen Qualität „Frau“ postkoital zu urteilen hat.
Wer im Nachhinein Noten über eine vorher zu erbringende Arbeit eines anderen verteilen kann, ist m.E. klar im Vorteil und der zugrunde liegende Vorgang weist auf ein Machtgefälle hin, welches konträr zu feministischen Voraussagen entstanden ist.

Aus diesem Machtgefälle und Grundschullehrerin-Bedürfnis wiederum entstehen dann weibliche Bücher a la „Meine 10 schlechtesten sexuellen Erlebnisse“.
Auf eine bizarre Art und Weise ist die Eingangsvoraussetzung solcher Frauenliteratur „vergessen“ zu haben, dass 50% von „sexuelle Erlebnisse“ aus der Autorin bestanden haben.
Dass zwischen sexueller Selektion und postkoitaler Bewertung eine gewisse – nun ja – zeitliche Deckungslücke besteht und sich nichts, rein gar nichts ändern wird, wenn Frau auf anwesende Abwesende plädiert, wird sich irgendwann herumsprechen.
Hoffe ich.

Und wenn bspw. Männer höflich darauf verzichten würden, ihr eigenes Bedürfnis nach gelungener partnerschaftlicher Sexualität mit einem Brettspiel zu verwechseln und lernen würden, eigene Ansprüche und Bedürfnisse zu thematisieren sowie die Partnerin ermutigen, solche zu artikulieren, dann könnten wir einen Schritt gemeinsam nach vorne gehen.

Rammstein und die Frauen – eine Liebesgeschichte

  1. Eine Liebesgeschichte
  2. Warum Rammstein nicht rechts ist

Dass der Mann die Frau schon immer unterdrückt hat und es heute noch tut, ist ein feststehendes unhinterfragtes Dogma, so wahr wie morgens die Sonne aufgeht. Eine Geschichte, die einem unter anderem von den eigenen Müttern eingetrichtert wird. In der Geschichte waren es immer wieder die klügsten Geister, die dieses Märchen eben als Märchen durchschauten. Für die Frau gibt es kaum eine komfortablere Lebensweise, als sich das Leben von einem arbeitenden Mann unterhalten zu lassen. Das ist auch der Grund, warum das traditionelle Geschlechterrollenmodell – er im Werk – sie am Herd – bis heute nicht überwunden ist, obwohl es unmöglich ist, in dieser Gesellschaft aufzuwachsen, ohne als Mädchen eindringlich davor gewarnt zu werden: „Wer sich nicht wehrt, endet am Herd!“ Nun, besser am heimischen Herd als fremder Leute Toiletten putzen!

Rammstein singt in ihren Liedern davon, wie Männer Frauen dienen – bis in den auch mal grausamen Tod. In dem Video zu „Rosenrot“ wird die Geschichte erzählt von einem Mönch, der sich durch eine Schönheit verführen lässt, auf ihren Willen hin ihre Eltern tötet, dann aber durch eben jenes liebreizende Mädchen verraten wird, was für ihn bedeutet, als Mörder bei lebendigen Leibe verbrannt zu werden. Im Liedtext, welcher analog erzählt, wie ein Geliebter durch einen Liebesdienst zu Tode kommt, heißt es:

„Sie will es und so ist es fein
So war es und so wird es immer sein
Sie will und so ist es Brauch
Was sie will bekommt sie auch“

Der Wille der Frau regiert die Welt, und unter ihrer Schönheit verbirgt sich das Grauen.

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Der Göttin dienende Liebe

In dem Video „Sonne“ agieren die Männer der Band als Zwergensklaven einer sowohl schönen als auch übermächtigen Herrin, die das von den Zwergen in harter Arbeit geschürfte Gold wie Koks schnupft. Ihre göttlich anmutende Schönheit ist der Schlüssel dazu, dass sie von den Männern, die da aus dem schmutzigen Grund der Welt zu ihr aufschauen, angebetet wird. Die Frau als Göttin und der Mann als deren Diener. In „Du hast“ wird das wohl weibliche Anliegen, den Eheschwur abzulegen, und sich damit bis zum Tod zu binden mit einem klaren „NEIN!“ abgelehnt. Leicht kann man nun die Zeilen „Du hast mich…“ im Sinne von „Hassen“ auffassen. Da bleibt nichts mehr von Liebesheirat, vielmehr steht die Ehe in diesen doppeldeutigen Zeilen unter Verdacht, nicht Glück zu sein sondern ein Übel, das man jemandem wünscht, den man hasst. „Roter Sand“ hingegen erzählt eine Wilder-Westen-Geschichte, ein Pistolenduell wiederum aus Liebe. Dieses hat aber kein Happy End, der Mann, der sich auf dieses selbstmörderische Unterfangen im Namen der Liebe einlässt, wird tödlich getroffen und färbt mit seinem Blut den Sand rot.

All dies sind Aspekte, die dem gewöhnlichen Narrativ, wonach der Mann oben und die Frau unten steht, entgegensteht. Die Liebe des Mannes ist eine dienende Liebe, und zwar bis den Tod, der auch grausam sein kann.

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Räuberische Liebe

Die Künstler durchschauen aber nicht nur diese matriarchale Lüge zur weiblichen Wohlstandssicherung, sie greifen auch ein anderes Motiv auf: So gesellt sich zur dienenden Liebe die räuberische Liebe als ihr gegenteiliges Widerpart, in welcher nun er oben ist. Es ist ein von Frauenverstehern wie im Mainstream geleugnetes Phänomen, wonach sich Frauen nach einem Raubtier von Mann sehnen. Dazu gehört, dass verurteilte Mörder im Knast Liebesbriefe von dahinschmelzenden Frauen erhalten, oder solche Werke zu Bestsellern werden, in denen er sie bis auf das Äußerste dominiert, sie vollständig unterwirft, wie in diesem unsäglichen „50 shades…“ Auch sind tierisch-instinkthafte, übermenschlich starke Vampire und Werwölfe ein guter Garant für Erfolg bei einem Publikum, das sich offenkundig animalische Männer wünscht, die sich nicht domestizieren lassen. Diesem Muster folgend verfolgt in Rammsteins „Du riechst so gut“ ein Werwolf eine Schönheit, um sie zuerst zu verführen, dann aber als seine Beute über sie herzufallen und damit zu einer Werwölfin, eine der ihren zu machen – räuberisch romantische Leidenschaft, die Anklang findet.

Das ist Kunst, die sich auf ein Wissen bezieht, das latent unter den Lügen des Alltäglichen verborgen liegt, kurz aufblitzt, etwas in einem anspricht, aber nicht greifbar bleibt, kaum eine klare Erkenntnis erschafft, welche die große Lüge vom herrschenden Mann und der unterdrückten Frau nachhaltig durchschaut und damit entlarvt.

Allerdings springt Rammstein im Video zu „Radio“ auf den feministischen Zug auf, indem sie die Geschichte eines Frauenaufstands gegen eine vermeintliche Männerherrschaft erzählen. Dabei wird auch eine Friseuse gezeigt, die einem Mann ein Ohr abschneidet. Diese Verstümmlung mit getauschten Geschlechtern, eine Szene, in welcher ein Mann eine Gewalttat gegen eine Frau verübt, eingebettet in einem Kontext, welcher diese Tat als eine gute und gerechte beschreibt: Das wäre eine Provokation, das würde zu einem Aufschrei führen. Gegen einen Mann geht es gänzlich unter, bleibt unkommentiert.

2. Warum Rammstein nicht rechts ist

Rammstein sieht sich immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, rechts zu sein. Einer der schwerwiegendste Hinweise darauf ist das Video zu dem gecoverten Song „Stripped“. Im Video wird Material der Nazikünstlerin Leni Riefenstahl verwendet. Jetzt geht es in dem Song darum, nackte, schöne, ästhetischen Körper zu sehen – „let me see you stripped.“ Dies wird vom Video entsprechend untermalt und auch wenn es Nazikunst ist, so muss man einräumen, dass Riefenstahls Ästhetik höchsten Ansprüchen genügt, was zur Frage führt: Darf man Nazikunst schön finden, wenn sie tatsächlich schön ist? Oder um Analogien heranzuziehen: Darf man noch Filme mit Kevin Spacey sehen oder Musik von Michael Jackson lauschen, wenn er sich tatsächlich an Kindern vergangen haben sollte? Ist seine Musik deshalb nicht mehr gut? Oder auch: Der Jude Martin van Creveld analysierte in seinem Buch „Kampfkraft“, warum die deutsche Armee den anderen überlegen war. Darf man nüchtern oder bedauernd feststellen, dass die Nazi kriegerisch vorne lagen, ohne gleichzeitig ein Nazi zu sein? Goebbels war gut in Manipulation und Propaganda. Riefenstahl war eine große Künstlerin. Auch wenn sich Nazis über das Video gefreut haben dürften, stellt es weniger Nazipropaganda als eine Provokation dar, wobei nicht Nazis sondern die breite, deutschsensible, holocaustbewusste Bevölkerung die Zielgruppe ist, und Provokation ist ein weit verbreitetes Stilmittel in der Kunst.

Auch das Rechte gerne Rammstein hören, sticht nicht, denn Rechte stehen auf harte Musik und damit passt ihnen Rammstein als Neue-deutsche-Härte-Band besonders gut.

Um sich dem anhaltenden Vorwurf, rechts zu sein, zu entziehen, brachte die Band „Links 2 3 4“ heraus, welches einerseits mit Zeilen wie

„Sie woll’n mein Herz am rechten Fleck
Doch seh’ ich dann nach unten weg
Da schlägt es links
Links, zwo, drei, vier“

den Vorwurf aufgreift und verwirft, dann aber mit einem militärisch-martialischen Stil gleich eine neue Provokation schafft für Linke, die sich auch einem Pazifismus verpflichtet fühlen. Das Video zu dem Song beschreibt ein kommunistisches Aufbegehren von Ameisen (= Arbeiter) gegen übergroße, fette Käfer (= Oligarchen). Ein Bandmitglied kommentiert:

„Wir sehen die Welt anders als in links und rechts aufgeteilt. Aber für diesen Song bedienen wir uns der schlichten Schwarzweißmetaphern, die Journalisten scheinbar wichtig finden, um uns zu erklären.“

Dass die Band aber vielleicht doch linker steht, als zu vermuten, mache ich an einem Titel fest, der gleich im Namen eigentlich das Gegenteil verkündet: „Mein Land.“ An der Oberfläche ein rechtes Statement, wenn man aber tiefer bohrt, tun sich Tiefen auf. Eine mögliche Interpretation ist, dass eine heimatlose Seele auf der Suche nach einem Platz zum Bleiben ist, aber überall abgewiesen wird:

…hier ist nichts mehr frei
Das ist mein Land

Also ein linkes Statement gegen nationalistisches Lagerdenken, kein Mensch ist illegal, es sollte ein Platz frei sein im Land, egal, wem es „gehört.“

Eine andere Interpretation ist geradezu linksradikal: Sie beschreibt wie ein Weltbürger die ganze Welt bereist, von Nord nach Ost, von Ost nach West, und überall „sein Land“ antrifft. Egal, wo auf dem Globus er sich aufhält, er befindet sich immer in „seinem“ Land. Nationales Denken, ein Denken der Trennung von Ländern in Nationen wird verspottet: „Da kommt er angerannt, mit der Fahne in der Hand.“ Die deutsche Band feiert an einem amerikanischen Strand eine Beachparty und das unter der Direktive: „Du bist hier in meinem Land, meine Welle und mein Strand.“ Also eine linke Utopie einer Welt ohne Grenzen, ohne Nationen, ohne Nationalflagge, in der jeder gerade dort zu Hause ist, wo er eben ist.

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Deutsche Beach-Party am amerikanischen Strand: „Du bist hier in meinem Land!“

Bleiben noch ein paar Worte zu einer ihrer neuesten Veröffentlichungen „Deutschland.“ Im Song wie auch im Video setzt man sich opulent mit der deutschen Vergangenheit auseinander. Dass sich die Bandmitglieder auch als KZ-Opfer darstellen und damit die Empörung über den Tabubruch auf sich zogen, bestätigt genau das, was den Song beschäftigt: Die gespaltene Beziehung der Deutschen zu ihrer Heimat. Eine Heimat, in der man nicht mal zur Fußball-WM Deutschlandfähnchen zeigen darf ohne eine Debatte darüber auszulösen – was in anderen Ländern nur zu Befremden führen würde, obwohl viele von denen ebenfalls keine weiße Weste haben – man denke an den Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern, der Sklaverei oder den Millionen Toten durch ihre imperialistischen Kriege – dennoch ist man stolz auf seine Nation, ist ultrapatriotistisch (damit will ich nicht solche Verbrechen mit dem Holocaust gleichsetzen). Die Deutschen tun sich da mit ihrer Beziehung zu ihrem Land viel schwerer, Sentenzen wie: „Im Geist getrennt… Im Herzen vereint… Man kann dich lieben…. Und will dich hassen… Deine Liebe Ist Fluch und Segen… Meine Liebe kann ich dir nicht geben“ dokumentieren die schizoide Beziehung der Deutschen zu ihrem Land.

Musik ist immer auch Kunst. Und Kunst kann hart sein, sie kann provozierend sein. Vor allem kann sie aber auch Tabus aufgreifen und an ihnen rütteln.

Männer sind schuld

Ein Kommentar, zu wertvoll, ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Wie einfach die Welt doch ist. Führen Männer die Firmen, sind die Männer an allem Schuld (insbesondere ist hierbei zu beachten, dass ALLE Männer gleichartig agieren. Zwischen Männern gibt’s keine Unterschiede, und das vereinfacht die Sache der Betrachtung ungemein). Führen Frauen die Firmen, sind immer noch die Männer Schuld, weil die Männer in der Überzahl sind. Führen immer mehr Frauen die Firmen, bleiben die Männer Schuld, weil die Männer die Frauen prägen. Führen nur noch Frauen die Firmen, sind auch die Männer Schuld, denn nur Frauen sind jetzt dort, die eigentlich wie Männer agieren. Und selbst wenn das nicht so ist, wird, sobald eine Katastrophe geschieht, verkündet werden, dass die Frauen noch nicht genügend Zeit hatten, eine bessere Welt zu gestalten, und somit sind Männer für die Katastrophe verantwortlich.

Birgit Kelle: „Muttertier“

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Dafür, dass wir in einem „Patriarchat“ leben, ist es faszinierend, mit welcher Selbstverständlichkeit Frauen – hier die Hausfrauen und Mütter, dort die Feministinnen – den Männer diktieren, wie sie zu sein haben, damit die Frau ihr jeweiliges Lebensmodell umsetzen kann – hier als Hausfrau und Mutter, dort als Karrierefrau. Die „Machthaber,“ also Männer, werden dabei gar nicht gefragt. Allerdings: Hier findet derzeit eine begrüßenswerte Entwicklung statt: Mehr und mehr Väter lassen sich nicht mehr auf die Rolle des Brötchenverdieners reduzieren sondern fordern Teilhabe am Familienleben ein, während gleichzeitig Feministen die Mutter zur Teilhabe am Arbeitsleben nötigen wollen. Einen Vorschlag, wie man die Rollen zwischen Mutter und Vater gerecht aufteilen könnte, hat bereits vor Jahrzehnten Esther Vilar unterbreitet.

Kelle ist Mutter und das mit Leidenschaft. Und um ein Leben als Mutter führen zu können, ist sie auf Männer angewiesen. Männer aber, die bereit sind, die traditionelle Rolle zu übernehmen, Malochen zu gehen und damit die Frau von der Maloche freizustellen, werden immer seltener im Zuge einer Entwicklung, in welcher Männer „verweichlichen.“ Das, was für Feministinnen toxische Männlichkeit ist, ist für Mütter notwendig; demzufolge ist Männlichkeit für Frau Kelle nicht nur nicht schädlich sondern geradezu notwendig: Mütter brauchen den Mann, der ihr Zelt hütet und die Brut beschützt, und dies tut er nicht um sie zu degradieren, sondern weil Mann und Frau einander brauchen und lieben. Dabei reduziert Kelle den Mann aber auf die Funktion als Ernährer, als liebender Vater ist er weit weniger vorgesehen. So kennt Kelle den Begriff der „Vaterlosen Gesellschaft“. Ich stolpere über diesen Ausdruck und lese erwartungsvoll weiter und warte, warte und lese weiter. Aber Kelle macht nicht das Naheliegende und verurteilt die alltägliche Praxis der Väterentsorgung sondern reproduziert das Märchen vom Mann, der seine Frau sitzenlässt, unbenommen dessen, dass es meist die Frau ist, die die Scheidung einreicht, aus naheliegenden Gründen: Schließlich ist sie es, die reiche Beute macht mit Unterhalt und Kindern. Mit anderen Worten: Ja, für Birgit Kelle besteht eine Familie aus Vater, Mutter, Kind. Der Vater gehört aber nicht genauso bedingungslos dazu wie die Mutter. Aber, liebe Frau Kelle: Stellen Sie sich vor, sie werden von ihren Kindern getrennt. Nicht für Tage sondern für Jahre, deren gesamte Kindheit und Jugend hindurch. Ihre Kinde wachsen auf ohne Sie, ohne dass Sie eine Rolle in ihrem Lieben spielen, vielleicht werden sie auch noch zum Hass gegen Sie erzogen. Das wäre ein Alptraum, oder? Nun, genauso ein Alptraum ist das auch für Trennungsväter, sie leiden bis zum Suizid darunter.

Mit dieser Kaltschnäuzigkeit in einer vaterlosen Gesellschaft begeht Frau Kelle einen fatalen Fehler: Denn dieselben Kräfte – also Feministen -, die die Entväterung der Gesellschaft vorantreiben, betreiben auch die Entmütterung – der vaterlosen Gesellschaft folgt die mutterlose und damit die entwurzelte – wer das eine toleriert bekommt auch das andere. Insofern täten Mütter gut daran, sich mit Vätern auch nach der Trennung bedingungslos zu solidarisieren.

Feministische Politik – und Feministen sind an der Macht – bedeutet, Mütter zu zwingen, ihre Kinder abzugeben und arbeiten zu gehen. Das wird dann beklagt von Frauen (sofern sie sich trauen), die sich nichts sehnlicher wünschen als Mutter zu sein, aber nicht eine solche, die ihre Kinder in die buntangemalten Kinderdeponien abschieben. Und damit sind wir bei der nächsten großen Lüge: Dass Frauen lieber arbeiten als zu Hause zu sein. Birgit Kelle nimmt sich hierzu eine ministerielle Studie vor und zerpflückt diese auf das nachhaltigste: Von den zwei Drittel der Mütter, die sich angeblich Fremdbetreuung wünschen, damit sie möglichst früh ins Arbeitsleben zurückkehren können, bleiben bei gründlicher Prüfung gerade mal welche im einstelligen Prozentbereich – denken Sie daran, wenn das nächste mal wieder eine in einem Qualitätsmedium klagt, sie könne keinen Kita-Platz finden: Das bildet nicht die Wünsche der Mütter ab, das ist Propaganda.

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Kinder sind eine Last, die einen stranguliert. Mit freundlichen Grüßen ihr Staatsfunk, hier „Die Anstalt“

Das heißt: Es gibt Frauen, die Mutter sein wollen. Glucken. Muttertiere. Die pflegen und stillen wollen, ganz für ihre Kinder da sein. Und gegen diese Frauen hat sich in den letzten Jahrzehnten ein vernichtender Diskurs durchgesetzt, wie bereits Karin Jäckel in „Die Frau an seiner Seite“ dokumentierte. Dabei kommen die schärfsten Attacken nicht etwa von den Männern – angebliche Frauenfeinde, die es lieben, Frauen zu hassen, wie es die feministische Propaganda will – sondern von Frauen, die als „Feministinnen“ bezeichnet werden, Frauen also, die vorgeben, für Frauen sprechen. Kinderlose Frauen wie zum Beispiel Simone de Beauvoir, welche als eine der bedeutendsten Feministinnen gilt. Für sie ist das Ungeborene ein Parasit, die Schwangere und Mutter eine Bruthenne und als Hausfrau das nutzloseste Wesen auf diesem Planeten. Jahrzehnte später beschreibt Badinter die stillende Frau als versklavt und einem gefräßigen und despotischen Baby ausgeliefert, welches seine Mutter verschlingt. Diese vernichtende Sicht auf die liebende Fürsorge einer Mutter zu ihren Kindern – Nähe und Zärtlichkeit –  ist dann auch ganz, ganz nah bei den Nazis, die solcherlei „Affenliebe“ verteufelten – zusätzlich könnte man anmerken: Der bindungslose Nachwuchs eignete sich am besten dazu, in der faschistischen Volksseele aufzugehen – heute im neoliberalen Konsum und Markt.

Feministen halten schon die Bezeichnung „Mutter“ für diskriminierend. Feministinnen greifen auf das niederträchstige das an, was Kelle interessanterweise als das ausmacht, was ihr zufolge Weiblichkeit definiert: Die Fähigkeit Mutter zu werden. Das ist es, was die Frau von dem Mann unterscheidet. Genau das also, was auf Seiten der Feministen so großen Hass und Abwertung provoziert. Man fühlt sich an Nietzsche erinnert, der anmerkte, Feminismus sei weniger Kampf gegen den Mann als vielmehr der Kampf der missratenen Frau gegen die wohlgeratene. Kranke Frauen, die ein männliches Leben in der außerhäuslichen Arbeit als die Erfüllung, als das Sinnstiftende, als das alleinig Respektable ausmachen: Das war es, was Esther Vilar meinte, als sie sagte, Lesbofeministinnen wie Schwarzer hingen einem „männlichen Feminismus“ an, der von Männern erfunden wurde und Simone de Beauvoir hätte nur ein Männerbuch geschrieben und dieses mit einem Frauennamen unterzeichnet – und um ein männliches Leben führen zu können, dürfen Kinder, die einen zur Mutter machen, nicht stören. Das Gefährliche: Solche Frauen machen Politik, ein guter Beweis dafür, dass Frauen nicht unbedingt Frauen vertreten und Indikator, dass die Schruppsche Dystopie verwirklicht wird, in welcher keine Frauen- sondern Feministinnenquoten durchgesetzt werden – weshalb sich gesunde Frauen auch nicht aus der Politik raushalten dürfen.

Das ist der Grund, warum finanzielle Unterstützung für Mütter, damit sie tatsächlich Mütter sein können, als „Herprämie“, „Schnapsgeld“ oder „Verdummunsprämie“ niedergemacht wird, von einer Zunft von Frauenräten, Stiftungen oder Gender-Lehrstühlen, die künstlich beatmet am Leben gehalten werden. Eine Frau, die zu Hause bleibt, nehme nicht am Leben teil. Warum aber ein Leben unter Chef, Kollegen und Mitarbeitern besser sein soll als in der Familie, solch eine Erklärung bleiben einem die Frauenbewegten schuldig, Kelle: „Warum sollte man sich von den Menschen „befreien“, die einem die liebsten sind, die man umsich haben will, die man lieben und behüten will […] „Befreiung“ mündet in Verlust von Liebe und Beziehung, die bindet sind, einnehmend, fesselnd, verbindend […] „Teilhabe“ beginnt erst, wenn ich mich von meiner Familie verabschiede, mein Kind aus den Händen gebe, in die Erwerbswelt eintauche und den häuslichen Kosmos verlasse. ‚Du bist zuhause? Dann nimmst Du nicht teil!'“ Nichtsdestotrotz werden staatlicherseits große Anstrengungen unternommen, Ersatzstrukturen für die Familie zu errichten. Krippen und Kitas aber können das, was eine Familie bzw. eine Mutter leistet, nicht annähernd bieten. Kein Logopäde kann eine Mutter ersetzen, die den ganzen Tag von früh bis spät mit ihrem Kind spricht. Müttern wird der Geldhahn abgedreht, der Entzug der „Verdummungsprämie“ sorgt für eine Verdummung der Kinder, die nicht mal der Muttersprache mächtig sind und denen zudem die Ausbildung der so wichtigen Urbindung vorenthalten wird. Allerdings wird ja behauptet, es komme allein auf die „Quality-Time“ an, also nicht darauf, wieviel Zeit man mit Kindern verbringt, sondern dass diese qualitativ wertvoll ist. Auch das ist eine Lüge, denn: Beziehung zwischen Kindern und Eltern (Müttern) brauchen nicht das Besondere, sondern das Alltägliche; nicht das Punktuelle, sondern das Zuverlässige. Kinder haben keine Lust, sich den Eltern auf Knopfdruck zu widmen, weil diese gerade Zeit haben. Und entweder sind die Eltern da, wenn sie gerade gebraucht werden, oder sie sind es nicht. Aus Kinderperspektive ist Quality-Time Erwachsenenunsinn – wer nicht da ist, ist nicht ansprechbar (Ein Grund auch, warum Väter, die ihre Kinder nur am Wochenende sehen dürfen, keine vollwertigen Eltern sein können, um zum maskulistischen Anliegen zurückkommen). Ich greife noch mal den Vorschlag auf, die Mittel, die ein Krippen-, Kitaplatz kostet, an die Eltern auszuzahlen. Damit wäre nicht nur den Familien geholfen, auch die Gesellschaft profitiert, wenn nicht eine ganze Generation von psychisch angeschlagenen heranwächst.

Als Fazit: Wer es verschmerzen kann, dass Männer hier nur als Erfüllungsgehilfen für ein mütterliches Leben auftreten, erhält eine aufrüttelnde Lektüre, die vor der Dystopie einer mutterlosen Gesellschaft warnt, geschrieben von einer Frau, die gerne und mit Leidenschaft Mutter ist und sich dafür nicht rechtfertigen will.