Archiv des Autors: uepsilonniks

Geschenktip

Wer noch Geschenke sucht, dem empfehle ich ohne Zögern „Verwundbar sind wir und ungestüm“ von Gunnar Kunz. Es bereitet die Anliegen der Männerrechtsbewegung wie häuslich Gewalt oder Kindesentzug in Erzählform auf. Es sind Geschichten ohne Happy End, die einem nahe gehen.

Verwundbar sind wir und ungestüm

zum Beispiel bei Amazon.

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Liebe Linke: Die sind nicht links. (Islam)

Wer mich schon länger kennt, weiß, dass ich bislang zu 100% pro Islam war. Zu meinem Bekanntenkreis gehörten Muslime, die ich als umgängliche und sympathische Menschen erlebte und die ich weder in Kollektivhaft nehmen will noch denen ich Vorhaltungen mache für Verbrechen, die andere im Namen des Islam begehen. Ich kam gut mit ihnen aus, nur einer nervte, da er mich missionieren wollte, was ich aber ganz entspannt sah, da er es ja nur gut meinte und meine „Seele“ retten wollte.

Dann aber gab es eine Erfahrung, aus der heraus ich in einem längeren Prozess umgedacht habe. Zufällig kam das Gespräch mit einem Muslim auf das Thema Homosexualität. Da ich ihn für einen liberalen, aufgeklärten Menschen hielt, war ich ehrlich überrascht von seiner leidenschaftlichen, ja hasserfüllten Ablehnung schwuler Menschen. Ich war… irritiert.

Pew-Muslims-homophobia-2013Mit dieser Homophobie steht er als Muslim aber anscheinend nicht allein da, sondern scheint ein typischer Vertreter der islamischen Religion zu sein. In nicht wenigen Ländern, in denen der Islam herrscht, wird Homosexualität mit dem Tode bestraft:

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Dabei ist Homosexualität nur ein Feld, in welchen die Mehrheit der Muslime Ansichten pflegt, die nicht mit der westlichen, liberalen Kultur zu vereinbaren sind. Ähnlich intolerant verhält man sich gegenüber Frauen, Juden oder „Ungläubigen“.

Beispiele für diese Intoleranz lassen sich viele finden. Zum Beispiel muslimische Studenten, die Studentinnen dazu drängen, das Kopftuch zu tragen. Oder der Fall der „Sharia-Police„, mit welcher Muslime ihren Glauben anderen aufnötigen wollten. Oder der Wahnwitz, bei welchem die moderatesten Muslime überhaupt zur Schweigeminute der Terroropfer von Paris in donnernde Jubelrufe ausbrachen.

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Also: Die sind nicht links, deswegen sind sie nicht für Toleranz gegenüber Homosexuellen. Die sind nicht links, deswegen sind sie nicht für die Emanzipation der Frau. Die sind nicht links, deswegen sind sie nicht für Religionsfreiheit, sondern für einen Gottesstaat mit der Scharia als Rechtsprechung.

Es ist bei den Linken bzw. im Feminismus ein seltsames Phänomen, dass eine derart intolerante Kultur akzeptiert und toleriert wird, wohingegen der weiße, heterosexuelle Mann als das Böse schlechthin gilt. Dass man zwar gerne weiße Männer aber nicht Muslime, die vergewaltigen, in Kollektivhaft nimmt, damit habe ich mich hier schon auseinandergesetzt. Als weiteres Beispiel ließe sich Köln-Silvester anführen, in welchen Muslime ihre ganze Verachtung für Frauen, die sich nicht dieser Religion unterwerfen, unter Beweis stellten. Und die feministische Reaktion darauf? Solidarität mit den betroffenen Frauen? Nö, warum auch: „Die einheimischen, weißen, deutschen Männer sind genauso schlimm! Auf jeden Oktoberfest geht es genauso zu!!!“.

Dass also Linke bzw. Feministen sich Pro-Islam positionieren, ist ein faszinierender Umstand, da ein intoleranter Islam gegen alles steht, was man als links oder feministisch betrachten kann. Das liegt daran, dass sie die Welt in zwei Gegensätze aufteilen. Auf der einen Seite finden sich die Bösen. Das sind die weißen Männer. Auf der anderen Seite finden sich die Guten. Das sind die (farbigen) Ausländer, die unter dem Rassismus der Weißen zu leiden haben. Der Islam wird dabei als Teil der Anderen, der Ausländer betrachtet und steht somit auf der Seite des Guten.

Als Fallbeispiel, wohin eine unkontrollierte, islamische Einwanderung führt, kann Schweden betrachtet werden (bislang berichten überwiegend rechte Medien). Vor dem Hintergrund ist eine vernünftigen Flüchtlingspolitik zu forcieren. Die Aufnahme von Flüchtlingen sollte in den Nachbarstaaten der Herkunftsländer zu erfolgen. Diese Länder sind mit großzügigen Zahlungen zu unterstützen:

Zwar fordern Betts und Collier, dass im Fall einer Notlage alle Staaten als Zeichen der Solidarität einige Flüchtlinge aufnehmen. Darüber hinaus sei es in der Regel jedoch sinnvoll, Menschen in Nachbarstaaten, mit denen sie eine Sprache und Kultur teilen, unterzubringen. Die Integration sei einfacher, die Versorgung günstiger, und zudem kehrten Flüchtlinge vor dort aus nach einem Ende der Krise eher in ihre Heimat zurück. Das entlasse andere Staaten aber keineswegs aus ihrer Verantwortung, die Zufluchtsländer massiv mit Ideen und Geld zu unterstützen

Trotz allem sollte man nicht den Fehler machen, den Islam grundsätzlich abzulehnen, denn damit spielt man den Islamisten zu, die eine Radikalisierung der Muslime im Westen wünschen. Ein liberaler Islam mit Frauen als Imame und Toleranz gegenüber Homosexuellen, „Ungläubigen“ und anderen ist zu fördern. Jeder darf seinen Glauben leben, solange er ihn als seine Privatsache betrachtet. Leider sieht es nicht so aus, als werde das begrüßt.

[Nachtrag] Schweden: Radikale Muslime verjagen Links-Feministinnen

Männerhass und Holocaust

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Auch bei dem von Deutschland begangenen Völkermord, dem Holocaust an den Juden im Dritten Reich, lässt sich feststellen, dass die Hemmschwelle zur Gewalt gegenüber männlichen Opfern deutlich niedriger liegt. »Die Offiziere der Einsatzgruppen«, stellte beispielsweise der Holocaustforscher Daniel Jonah Goldhagen fest, »konnten ihre Leute an ihre neue Aufgabe als Ausführende eines Völkermordes gewöhnen, indem sie das Töten schrittweise eskalieren ließen. Dadurch dass man sie zuerst vor allem jüdische Männer im Teenager- und Erwachsenenalter erschießen ließ, waren sie schließlich in der Lage, sich auch an Massenhinrichtungen von Frauen, jungen Kindern und gebrechlichen Alten zu gewöhnen.« Was die Ermordungen von Juden während der ersten Wochen des Unternehmens Barbarossa anging, den Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion, gelangt der Historiker Professor Christopher Browning zu einer ähnlichen Einschätzung. (Arne Hoffmann – „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ – Seite 184)

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Liebe Minderheiten: Ihr seid Minderheiten, kommt klar damit.

Lange her: Ich in der Jugendherberge. Ich fange ein lockeres Small-Talk-Gespräch mit meinem Zimmergenossen an. Wir reden über dies und über das, dann frage ich ihn:

„Hast Du eine Freundin?“

Darauf er:

„Nein, aber ich bin in einer festen Beziehung.“

Es dauert ein paar Sekunden, dann endlich fällt der Groschen: Mein Zimmergenosse ist schwul.

Dass es ein paar Sekunden gedauert hat, ist darauf zurückzuführen, dass Homosexualität nicht die Norm in der Gesellschaft darstellt. 95% der Bevölkerung sind heterosexuell. Ich – wie die Meisten auch – habe nicht das Bewusstsein dafür, dass beliebige Menschen, die ich treffe, homosexuell sein könnten. Jetzt gibt es ein paar Zeitgenossen, für die das ein Problem ist. Allein deswegen, dass ich bei jeder Begegnung zum Beispiel mit einem Mann, nicht sofort denke: „Der könnte auch schwul sein“ wird mir von Minderheiten-Hysterikern unterstellt, ich sei homophob, also schwulen- und lesbenfeindlich.

Dazu gibt es den Fachausdruck „Heteronormativität“. Den Minderheiten-Hysterikern (womit nicht Angehörige einer Minderheit gemeint sind!) zufolge machen wir uns alle des Verbrechens schuldig, „Heteronormativität zu reproduzieren“. Indem wir das, was nicht der Norm entspricht, nicht ständig mitdenken und sprachlich mitnennen, reproduzieren wir diese Norm.

Unterstellt wird, dass die beiden Geschlechter (oder welche Phänomene auch immer) erst dadurch entstehen, weil wir über sie sprechen. Wenn eines schönen Tages das Projekt „Gender-Trouble“ (Geschlechter-Ärger, wie z.B. die „Zerstörung von Identität„) abgeschlossen ist, dann werden die ganzen Pseudogeschlechter von allen als genauso selbstverständlich wahrgenommen, ständig mitgedacht werden, und auch genauso „normal“ auftreten, wie es bei den beiden Heterogeschlechtern, wie wir sie kennen, heute schon der Fall ist. Homosexualität wird dann genauso normal sein wie Heterosexualität.

Das ist natürlich Humbug. Die beiden Geschlechter entstehen nicht, weil wir über sie reden, sondern wir reden über die beiden Geschlechter, weil sie tatsächlich existieren. Und auch eine trans- und intersexuelle Lesbe oder ein schwules Mädchen geht auf genau zwei Keimzellen zurück: Einem Spermium und einer Eizelle. Zwei. Und ein Vertreter irgendeines beliebigen Phantasiegeschlechts kann keine dritte Variante einer Keimzelle beisteuern.

„Heteronormativität“ oder umgekehrt „Marginalisierung“ sind keine – wie es die Begriffe unterstellen – aktive und vor allem auch keine böswillige Prozesse, sondern schlicht die Folge dessen, dass bestimmte Dinge häufiger auftreten als andere, also normal sind; und wir deswegen diese alltäglichen Erfahrungen als Muster lernen und auf neue Phänomene anwenden, wie z.B. Menschen, die wir neu kennenlernen, wie ich den Schwulen oben. Nur weil wir damit manchmal falsch liegen ist das kein Grund, diesen Mechanismus anzuklagen, denn wenn wir ständig alles neu lernen müssten, keine Erfahrungen pauschalisieren dürften, wir wären gänzlich unfähig durchs Leben zu kommen.

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Nur, weil wir nicht bei jedem Menschen mitdenken, dass unser Gegenüber vielleicht kein Mensch ist, sondern nur das Menschenkostüm eines Aliens, macht uns das nicht alienphob.

Ähnlich steht es mit Rassismus, obwohl hier der Unterschied in der Hautfarbe einem sofort ins Auge springt, anders als Homosexualität nicht „unsichtbar“ ist. Hierzu durfte ich jüngst eine „schwarze“ (ist das das richtige Wort?) Aktivistin vernehmen, die „Rassismus sichtbar“ machen will.

Ihr Problem ist also nicht:

  1. Dass sie regelmäßig als „Affe“ beschimpft wird.
  2. Dass man ihr nahelegt, Deutschland zu verlassen.
  3. Dass es gar nicht bei verbalen Übergriffen bleibt, sondern sie regelmäßig zusammengeschlagen wird.

Ihr Problem war also kein Rassismus, der einen buchstäblich in die Fresse springt und schlägt (ich selbst habe mal meine körperliche Unversehrtheit riskiert, als ich einen schwarzen Mitbürger vor den zum Glück allein verbalen Übergriffen eines Skinheads verteidigt habe – Hach, was bin ich ein guter, edler Mensch!),  sondern ihr Problem war „unsichtbarer Rassismus“ – man ist rassistisch, ohne das man es weiß.

Sie stellte klar, dass man im Gespräch sich selbst in Frage stellen sollte. Dass man, darauf hingewiesen, in Betracht ziehen sollte, dass man ein Rassist sei, und dies auch eingestehen solle.

Hierzu ein anderes Beispiel: Eine „Schwarze“ (ich trau mich kaum, das Wort zu gebrauchen), die ihr Schlagfertigkeit unter Beweis stellte, indem sie erklärte, wie sie darauf reagiere, wenn man sie nach ihren „Wurzeln“ frage, nämlich so:

„Ich bin kein Baum.“

Gut, jetzt kann ich nachvollziehen, dass man sich vielleicht genervt fühlt, wenn man regelmäßig mit solchen Fragen konfrontiert wird. Es ist aber nicht in Ordnung, diejenigen Fragesteller als Rassisten zu verunglimpfen. Die junge Frau war hier geboren und hier sozialisiert, also waren ihre Wurzeln in Deutschland. Darauf hätte sie hinweisen können, und – wenn sie einen guten Tag hat – vielleicht noch, dass ihre Großeltern aus dem Kongo stammen.

Denn hier sind wir an dem Punkt, indem Anti-Rassismus in Leugnen umschlägt. Man soll leugnen, dass man eine andere Hautfarbe wahrgenommen hat, und dass man daraus bestimmte Schlussfolgerungen zog, die einen zu bestimmten Fragen „verleiten“. Denn es ist nunmal Fakt, dass wenn man eine dunkle Hautfarbe hat, die eigenen Ahnen nicht aus diesen Breitengraden stammen – zumindest in jüngerer Zeit. Man würde mir wohl auch keinen Rassismus unterstellen, wenn ich einen Weißen in Nigeria fragen würde, wo seine Wurzeln sind. Man soll die „Definitionsmacht“ der Schwarzen akzeptieren, also das Urteil man sei Rassist. Diese Schwarzen brauchen einen nach diesem Prinzip auch gar nicht erklären, warum man ein Rassist sein soll, man hat das Urteil genauso wie bei der feministischen Definitionsmacht zu akzeptieren. Man hat nicht das Recht, sich zu verteidigen, was sehr bequem ist für die Ankläger. Denn wenn mir die beispielhaft genannte Person mir erklären müsste, warum ich ein Rassist sei bei der Frage nach ihrer Herkunft, könnte sich herausstellen, dass nicht ich der Rassist sei, sondern sie vielmehr einen an der Waffel hat, mich dazu aufzuforden, solche Unterschiede nicht mehr wahrzunehmen.

Man ist ein Rassist, und wer sich gegen solche Anschuldigungen wehrt, ist erst recht einer. Da werden ganze Initiativen gegründet, um „unsichtbaren“ Rassismus „sichtbar“ zu machen. Sich selbst zu bezichtigen und seinen Rassismus aufzuarbeiten, ist dabei ein „lebenslanger Prozess“, wie uns ein orwellscher Queraktivist aufdrückt:

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Diejenigen, die das mit sich machen lassen, sind nun wirklich nicht das Problem.

Das kann nur nach hinten losgehen, denn um sowas breit durchzusetzen, ist nicht weniger als eine totalitäres System notwendig. Das fällt dann auf die Minderheiten zurück, wenn man anfängt, sich gegen solche hypersensiblen Hysteriker zu wehren, es werden Rassismus und andere -ismen erst recht gezüchtet. Wenn man die Menschen mit Strafandrohungen zwingt, ihre gender-selbst-gerechten Pronomen für ihre Phantasiegeschlechter zu verwenden, dann schürt das Aggressionen – genauso wie jemanden zu unterstellen, er sei ein Rassist. Daher mein Appell an Minderheiten: Meidet die, die euch feindlich gesinnt sind und seid wohlwollend, wo man euch freundlich gesinnt ist, auch wenn man vielleicht mal vor den Kopf gestoßen wird (das heißt nicht, dass man nicht um Gleichberechtigung kämpfen kann, wo es angebracht ist, wie z.B. die Homoehe). Ihr seid was Besonderes und nicht die Norm, weshalb man auf euch nicht normal reagieren wird. Kommt klar damit, dass ihr Minderheiten seid, und macht das beste draus.

Der Schwule von oben übrigens: Wir haben uns angefreundet und eine schöne Zeit zusammen erlebt, was wohl auch daran lag, dass er mir keinen Strick daraus gedreht hat, dass ich ihn nicht gender-neutral gefragt habe: „Hast Du eine Freundin* oder einen Freund*?“

Nachtrag: Zu so gut wie jeder Regel gibt es Ausnahmen. Nicht normal zu sein ist also voll normal.

Billy Coen über Vaterliebe

Der Kommentar ist so wertvoll, dass ich ihn hier noch mal eigens reblogge. Es handelt sich um eine Antwort auf ein feministisches Statement, in welchem u.a. diese These geäußert wurde: „Es war nun mal Fakt, dass die Mehrheit der Trennungsväter sich gar nicht für die Kinder interessierten, sondern eher dafür, so wenig wie möglich Unterhalt zu zahlen.“:

„Dass das vor dem Hintergrund heutiger Gegebenheiten dysfunktionale bis menschenverachtende Scheidungs- und Sorgerechtssystem historisch gewachsen ist, dürfte auch im Kreise der hier vorherrschenden „Menosphere“ als Binsenweisheit anzusehen sein. Natürlich gehen Dinge wie Ehegattenunterhalt und Zuschreibungen „das Kind gehört zur Mutter“ auf Zeiten zurück, in denen es in Familien weit stärkere geschlechtsgebundene Rollenzuschreibungen gab. Die Frau kümmerte sich um Haus und Kinder und der Mann schaffte das Geld ran.

Allerdings finde ich, dass du, obwohl du nach meinen Eindrücken aus deinen Kommentaren zu den deutlich reflektierter denkenden Vertreterinnen feministischer Ansätze gehörst, in diesem Punkt leider selbst retrospektive Ressentiments internalisiert hast, die nach meiner Meinung vor allen Dingen daher rühren, dass die „Geschlechterdebatte“ schon in ihren Anfängen bedingungslos frauenzentriert war und nur aus dieser Sicht analysiert wurde.

Die Behauptung, dass sich in früheren Zeiten Männer einfach nur weniger für ihre Kinder interessiert haben und sich nicht um sie kümmern wollten, halte ich für eine schon geradezu infame Darstellung, die leider über die bekanntlich medial massive Diskurshoheit des Feminismus‘ stark in der gesellschaftlichen Wahrnehmung verwurzelt ist. Dabei halte ich persönlich diese Darstellung des früheren Mannes, dem seine Kinder weitgehend egal waren, für geradezu weltfremden und hochgradig zynischen Geschichtsrevisionismus. Zumindest erschließt es sich mir nicht, wenn man bedenkt, mit wie viel Liebe und Hingabe sich viele Väter um ihre Kinder kümmern, warum Männer noch vor wenigen Jahrzehnten nicht dieselben dieses Handeln befördenden Gefühle aufgebracht haben sollen. Wir reden hier von zwei bis drei Generationen, was evolutionär absolut null Komma gar nix ist.

Die Wahrheit dürfte sein, dass auch schon damals die erdrückende Mehrheit der Männer ihre Kinder über alle vorstellbaren Maßen hinaus geliebt haben. Es waren aber eben die, natürlich aus heutiger Sicht nur mal wieder „die armen Frauen unterdrückenden“ Strukturen, die dafür sorgten, dass diese Männer ihre Liebe zu ihren Kindern diesen kaum bis gar nicht darlegen konnten abseits davon, dafür zu sorgen, dass sie immer ein Dach über dem Kopf und etwas zu Essen in der Küche hatten. Aber selbst das wird ihnen aus feministischen Kreisen rückblickend auch nur als weiterer Akt patriarchaler Unterdrückung ausgelegt: Sie ließen ihre Frauen mit den Kindern allein und in umfänglicher finanzieller Abhängigkeit in der Wohnung versauern, während sie sich in die abenteuerliche Welt der Erwerbsarbeit zurückzogen (also in so spaßige Dinge wie 12-Stundenschichten in Fabriken oder auf Baustellen).

Ich denke diese sehr kritische bis vernichtende Haltung den „früheren Vätern“ gegenüber stellt ein geradezu essentielles Beispiel für die einseitige analytische Sicht auf Geschlechterthemen dar, wie sie Lucas in seinem Text, für mich vollkommen korrekt, als unzureichend und potentiell gar schädlich darstellt. Die Leistungen die früher Männer erbrachten, um, ebenfalls in festen Rollen gefangen, ihren Frauen und Kindern ein halbwegs passables Leben zu ermöglichen, werden schlank umgedeutet in Unterdrückung der Frauen, weil man sie so finanziell abhängig machte (mal ganz davon ab, dass damals vielen Frauen die beruflichen Bedingungen ihrer Männer bekannt waren und sie mit dieser Rolle vor dem Hintergrund eben dieser Alternative mehr als zufrieden waren) und, was ich schon in perverser Weise menschenverachtend finde, in Desinteresse gegenüber ihren eigenen Kindern. Der Vorteil an derartigem einseitigem Geschichtsrevisionismus ist nun mal leider, dass diejenigen, über die dort derart herablassend und entmenschlichend geurteilt wird, zu annähernd 100 % schon lange tot sind und gar nicht mehr die Möglichkeit haben, ihre Sicht der Dinge noch darzulegen, auch wenn ich bezweifle, dass ihnen verwöhnte hysterische Third-Wave-Femi-Gören überhaupt zuhören würden, diesen ganzen alten, weißen, heterosexuellen Männern.

Nur mal so als Beispiel: die Gewerkschaftskampagnen „am Samstag gehört mein Papa mir“ waren keine originär feministischen Kampagnen, auch wenn sie sich der Feminismus retrospektiv gerne einverleibt (auch hier mal wieder Stichwort „Geschichtsrevisionismus“). Gestartet wurden die Kampagnen von Gewerkschaften mit fast 100 % Männeranteil (vornehmlich Industriegewerkschaften, die also für Berufe zuständig waren, in denen Frauen selbst heute noch eine verschwindende Minderheit darstellen) und sie kamen daher, weil eben auch früher schon die Väter einfach die Schnauze voll davon hatten, dass sich für sie Familienleben, wenn überhaupt, nur auf einen einzigen Tag in der Woche beschränken sollte.

Auch die Darstellung der „Tausenden von Männern“ die sich ihrer Verpflichtungen beständig entzogen haben, geht in die Richtung einer sträflich einseitigen Sicht der Sachlage. Zum einen stellen „Tausende“, auch wenn das erst einmal nach geradezu epidemischen Ausmaßen klingen mag, in einer Bevölkerungsgröße im zweistelligen Millionenbereich nur eine Menge dar, die selbst unter Promilleangaben nur zu Veränderungen irgendwo hinter dem Komma sorgen. Und zum anderen standen und stehen derlei Rabenvätern auch schon immer eine vergleichbare Größe von Rabenmüttern gegenüber. Und / oder Mütter, die durchaus wissentlich und willentlich die mit den „tausenden von Vätern“ begründeten Rechtslagen ausnutzen um, als Rache für eine gescheiterte Beziehung, liebende Väter fundamental zu vernichten. Dennoch käme nie jemand auf die Idee, diese „Tausende von Müttern“ als Exempel heranzuziehen, sie mit großer Lust auf die Gesamtheit der Mütter zu extrapolieren, um damit sich klar gegen die Menschenrechte von Frauen richtende Gesetze und Rechtsprechungspraktiken zu erklären oder gar zu legitimieren (letzteres will ich dir ausdrücklich nicht in die Schuhe schieben). Wenn es aber um die „kritische Auseinandersetzung“ mit Männer und Männlichkeit geht, sind derlei „Analysepraktiken“ die erkennbare Regel.“

Die feministische Terrorherrschaft

Picknick auf dem Lande. Wir sind 3 Männer und eine Frau. Eine wirklich schöne Zeit erleben wir. Das ist für einen Schreibtischtäter ein Problem. Denn in seiner feministischen Welt ist die Frau durch die Männer einem permanenten Risiko ausgesetzt, zum Opfer zu werden. Deshalb will der Schreibtischtäter, der die feministische Gräuelpropaganda von der ewig verfolgten Weiblichkeit geschluckt hat, dass Frauen durch Ermächtigungsgesetze in die Lage versetzt werden, einen Mann auf bloßes Wort hin zu vernichten. Die Männer sollen Angst vor Frauen haben. Neu ist diese Idee nicht, dazu schrieb bereits Matussek:

Alles, was sonst den bösen Männern nachgesagt wird: Sexismus, Machtgeilheit, Lust an der Ohnmacht des Partners – hier spricht es sich als weibliche Wunschphantasie aus. Zum Beispiel Angst: «Demütig, also erträglich, macht den Mann nur die Angst.» Man stelle sich diese Zeile in einer Massenillustrierten vor: «Demütig, also erträglich, macht die Frau nur die Angst» – ein bundesweiter Hörsaal voller Therapeuten, Verhaltensforscher und Resozialisierungshelfer würde sich über einen Mann beugen, dem so etwas von den Lippen kommt, und selbstverständlich würde die Frauenministerin den Bau von fünfzig neuen Frauenhäusern genehmigt bekommen.

Aber wer Gewalt ausübt oder Angst und Schrecken verbreitet, der wehrt sich nur. Das ist immer der Fall. Auch die Nazis haben sich bekanntlich nur gegen die jüdische Weltherrschaft gewehrt.

Feministinnen zeichnen ein Bild der männlichen Weltherrschaft. Was ist dran an diesem Szenario? In einem Wort: Nichts. Männer haben nicht die Macht. Sie verüben auch keine systematische Gewalt, sexuelle oder häusliche, auch nicht Vergewaltigung, bzw. sie werden genauso zu Opfern. Vergewaltigung an sich ist ein seltenes Verbrechen, umgekehrt gibt es Falschbeschuldigungen im bedenklichen Ausmaß, aus dem – für den Nichtideologen leicht einsehbaren – Grund heraus, dass es einfacher ist zu lügen als zu vergewaltigen. Sehr viel einfacher. Wenn nur 10% der Beschuldigten Männer verurteilt werden, dann bedeutet das eher, dass in 90% der Fälle Frauen gelogen haben als dass 90% der Anklagten zu Unrecht auf freiem Fuß bleiben. Das Risiko einer Frau, einmal in ihren Leben vergewaltigt zu werden, geht entgegen der hysterischen Propaganda („Jede Vierte!!!“) gegen Null. Eine Psychologin erklärter dazu einmal, dass sie zuviele Angstpatienten kenne, als dass sie aus einem so geringen Risiko heraus ebenfalls eine Angstparanoia entwickeln würde – es versaut einem das ganze Leben.

Was mich an diesem Schreibtischtäter besonders abstößt, ist dass er den Fall Horst Arnold kennt, ihn sogar anführt als einen Fall, in dem es einen Unschuldigen getroffen hat und es ausdrücklich in Kauf nimmt, dass es weitere Unschuldige treffen kann. Klar, bis sich unsere Utopie durchgesetzt hat, muss man halt über Leichen gehen. Ich frage mich, ob Augstein der Mutter, die ihren Sohn nach jahrelangen Höllenqualen verloren hat, in die Augen sehen kann – wie tief kann man eigentlich sinken? Vermutlich hält sich Augstein für einen mutigen Mann. Dass er mit dem leichtfertigen Opfern von Männern genau das macht, was bereits seit Jahrhunderten Mainstream ist – empathieberfreite Kaltschnäuzigkeit gegenüber dem als minderwertig und gewalttätig verleumdeten Geschlecht, welche den Holocaust erst möglich machte – dafür hält er sich vermutlich für einen tapferen und guten Mann.

Wenn es nach solchen Figuren geht, dann soll zwischen den Geschlechtern als nicht Liebe und Harmonie herrschen, sondern Angst und Schrecken. Wahrlich, wenn Augstein eines Tages im Sterbebett liegt, wird er sich voller Wonne daran erinnern, an genau so einer Agenda mitgearbeitet zu haben. Schön, wenn man im Leben etwas erreichen konnte! Schön, wenn man die Welt zu einem besseren Ort gemacht hat!

Und tatsächlich wirkt dieses Gift ja bereits. Professoren lassen die Tür offen, wenn sie sich mit Studentinnen unterhalten, die ihre Mentoren verlieren. Männer verlassen den Aufzug, ehe sie allein mit einer Frau fahren. Um sich nicht dem Risiko einer Anschuldigung im der heiß ersehnten Schreckensherrschaft auszusetzen, leisten Männer Frauen weniger erste Hilfe mit tödlichen Folgen. Es gibt eine ganze Bewegung, in welcher Männer ein Leben so weit wie möglich von Frauen befreit führen: MGTOW – „Men go their own way“.

Das einzig gute daran: Es wird deutlich, wessen Geistes Kind Feministen sind. Und: Vielleicht frisst die Revolution ihre Kinder, in dem Fall Herrn Augstein, denn er ist ja auch nur ein alter, weißer Mann und damit die Inkarnation des Bösen schlechthin.

Angst zu verbreiten ist das Prinzip von Tyrannen. Und entgegen der feministischen Gräuelpropaganda: Das Zusammenleben zwischen Mann und Frau ist in den meisten Fällen harmonischer Natur, trotz alltäglicher Reibereien. Die Frau vom Picknick oben: Sie wäre entsetzt, wenn ich ihre Nähe meiden würde, aus der Angst heraus, sie könnte mich beschuldigen. Und sie genießt das Zusammensein mit Männern, ohne auf die Giftbeutel zu hören, nach denen wir eine Bedrohung für sie wären.

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Feministische Argumentationsformen: „Das Patriarchat schadet auch Männern!“

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Eine Feministin legt ihrem früheren Ich ihre heutige Agenda in den Mund. Der Eindruck täuscht aber: In Wirklichkeit sind Feministen hoch betroffen von männlichem Leid, weswegen sie noch hartnäckiger an der Überwindung des „Patriarchats“ arbeiten.

Wenn Feministinnen nicht mehr leugnen können, dass es Männern in unserer Gesellschaft – kein Patriarchatschlecht ergeht, und wenig davon zu spüren ist, dass eine „patriarchale Dividende“ an diese ausgezahlt wird, dann sprechen sie davon, dass das sogenannte „Patriarchat“ „… auch schlecht für Männer“ sei.

Das ist ein schlaues Manöver, welches allerdings allein dazu gefahren wird, um Kritikern das Maul zu stopfen. Keine Sekunde lang verschwendet eine Feministin einen Gedanken an männliches Leid: Das Manöver, das Empathie mit männlicher Betroffenheit nur vortäuscht, ist eben ein Täuschungsmanöver.

Denn wenn es feministischen Unmenschen darum ginge, auch mal Männern zu helfen, dann gibt es konkretere Ansätze der Hilfe, als ein diffuses Programm zur Überwindung des „Patriarchats“.

Zum Beispiel: Trennungsväter sind häufig von Selbstmord betroffen? Dann lasst uns ihnen helfen, zum Beispiel indem wir Gleichberechtigung unter Trennungseltern einführen – womit nebenbei ein weiterer Punkt auf der feministischen Scheinagenda erfüllt wäre: „Gleichberechtigung“. Aber nein, das ist kein Thema, es ging Feministen nie darum, ihnen geht es allein um Frauenbevorzugung. Aber verfolgen wir den Gedanken weiter, Feministen wäre es daran gelegen, Männern in Not wirklich zu helfen: Dann liegt die höhere Selbstmordrate angeblich daran, dass Männer nicht um Hilfe fragen können. Ist das so, wie zum Beispiel in diesem Fall, in welchem sich ein Trennungsvater erschoss? Oder ist es vielmehr so, dass es für diesen Mann von vornherein keine Hilfe für seine Probleme gab, egal, wie sehr er darum selbst gebettelt hat? Und ist es nicht naheliegend anzunehmen, dass sich Jungen, Männer, Väter deswegen öfters das Leben nehmen, weil sie sich weitaus öfters in vollkommen ausweglosen Situation wiederfinden? Und das deswegen, weil die Gesellschaft so strukturiert ist,  – also das komplette Gegenteil eines immer und überall Männer bevorzugenden „Patriarchats“?

Aber gut, nehmen wir an, dass Problem wäre, dass Männer nicht um Hilfe fragen können. Wäre es dann nicht sinnvoller zu fragen: „Wie muss unsere Hilfe aussehen, dass sie trotz dieses Problems die Zielgruppe erreicht?“ anstatt noch mehr „Überwindung des Patriarchats“? Und wie genau ist den Selbstmordgefährdeten mit letzterem geholfen?

Feministinnen haben in unserer Gesellschaft die Macht. Zum Beispiel haben sie die ungeheure Macht, mit Frauenquoten vorschreiben zu können, wie Postionen im öffentlichen Dienst oder in den Aufsichtsräten zu besetzen sind. Diese Macht nutzen sie nicht, um etwa Obdachlose von den Straßen zu holen – was möglich wäre, die Flüchtlingskrise hat es bewiesen. Nein, Feministen sind nicht im Geringsten von männlichen Leid betroffen, eher höhnen sie über „Male Tears“, welche für diese Unmenschen ein Kraft einflößender Zaubertrank sind: „…. mein Gummibärensaft!“. Nein, dieses billige Täuschungsmanöver dient nicht dazu, Hilfe für Männer zu mobilisieren, es ist die reinste Heuchelei, nur vorgetäuschte Empathie, um die feministische Agenda ungestört weiterverfolgen zu können.