Archiv der Kategorie: Arbeit

Die Macht der Frauen

Ein Kommentar:

Auch ohne in Führungspositionen zu sein, haben Frauen oft die „Macht“ in den Unternehmen.
Beispiel Automobilindustrie. Dort finden sich viele Frauen in den „typisch-weiblichen“ Unternehmensbereichen wie

1. Teamassistenz (früher „Sekretärin“)
2. Personalentwicklung
3. werksärztlicher Dienst (Gesundheitsmanagement)
4. Rechtswesen
5. interne Kommunikation (werksinterne Mitarbeiterzeitschriften/Intranetartikel)
6. Materialsteuerung

In den „harten“ Bereichen Produktentwicklung/Konstruktion und Prozessentwicklung (z.B. Montagetechnik) sind weniger Fauen, aber trotzdem erstaunlich viele.

Die Machtpositionen sind:

zu 1. Wenn man eine Berufswege-/Karriereplanung hat z.B. als Ingenieur, braucht mann einen guten Draht zu den „Hierarchien“ also den Chefs obendrüber. Das geht meist nur über den Umweg über die „Assistenz“. Dort sitzt „Sie“. Wwenn man bei ihr „verkackt“ hat, kann man seine Berufswegeplanung erstmal auf Eis legen.

Deshalb wird genau darauf geachtet, ob der Chef sie „mitnimmt“, wenn er z.B. befördert oder versetzt wird, ober ob sie „dableibt“. Wenn er sie mitnimmt, kann man sich wieder Hoffnung machen, weil dann eine „Neue“ kommt.

zu 2. Bei der Personalentwicklung sind fast paritätisch Frauen tätig, meist als Wirtschaftspsychologin. Diese bestimmen z.B. im Rahmen der Personalrekrutierung (Bewerbungsverfahren, Assessmentcenter), wer überhaupt „reinkommt“ ins Unternehmen.

ZU 6. Materialsteuerung ist fast nur weiblich besetzt. Diese Abteilung koordiniert die Zulieferungen (z.B. über LKW) an das Automobilwerk, meistens Industriekauffrauen. Als Ingenieur braucht man oftmals Einzelteile aus der aktuellen Zulieferung für Befundungszwecke o.ä.
Dazu muss man sich mit „seiner“ Materialsteuerin gut verstehen, da die Ausschleusung einer Teilmenge aus dem Lieferprozess ein Sonderaufwand für sie ist. Ansonsten kann sie einem das Leben schwer machen.

Als Fazit:

Frauen bestimmen, ob man

1. überhaupt „reinkommt“ (Personalwesen)
2. „hochkommt“ (Assistenz/“Chefsekretärin“)
3. effektiv arbeiten kann (Materialsteuerung)

Und das alles ohne Führungstätigkeit der Frauen.

Mehr Frauen: Besser für Arbeitnehmer, schlechter für Arbeitgeber

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

„Es ist in ihrem Interesse [viz. im Interesse männlicher Arbeitnehmer], wenn möglichst viele Frauen mit ihren positiven Auswirkungen auf solche ungesunden Konkurrenzverhältnisse nach oben kommen, da dann auch Männer nicht mehr so viel arbeiten müssen.“

In dem Bereich, wo ich arbeite – Life science industry -, trifft das zu einem erheblichen Teil zu. In meinem Bereich arbeiten zunehmend Frauen. In der Abteilung, in der ich im Augenblick tätigt bin (als externer Berater), bin ich der einzige Mann. Und das merkt man an der Arbeitsweise hier in der Firma sehr deutlich.

Wenn ich das vergleiche mit der Arbeitsweise vor etwa 20 Jahren – das ist schon ein großer Unterschied. Könnte man grob so beschreiben: es wird weniger gearbeitet, es wird leichter gearbeitet, es wird langsamer gearbeitet, es wird umständlicher gearbeitet.

Finde ich gut. Aber mit einer wesentlichen Einschränkung: Es ist gut für die Leute, die in diesem Bereich tätig sind. Es ist nicht gut für die Firmen, in denen diese Entwicklung stattfindet. Weil, die Produktivität nimmt natürlich rapide ab. Ebenso geht die Innovation runter. Und trotzdem werden im Life Science-Bereich vergleichsweise gute Gehälter gezahlt.

Mein Eindruck: alles haushoch überbezahlt. Viel zu teuer. Aber wieder ein Vorbehalt: Vielleicht macht man ja im Life Science-Bereich so viel Profit – z. B. mit Corona-Panik -, dass man davon auch mal jede Menge Geld an unproduktive Mitarbeiter weitergeben kann oder zumindest sollte. Kann ich nicht beurteilen. Vielleicht sind die Profite einfach so hoch, dass Unproduktivität gut bezahlt werden kann und werden muss?

Kommentar yx: Warum bloß werden Frauenjobs (angeblich) schlechter bezahlt? Rätsel in der Finsternis…

Was notwendig wäre, um meine Meinung zu ändern

Ich habe mir ja mal die Frage gestellt, wie ich entgegen dem Mainstream glauben könnte, dass die Frau und nicht der Mann das bevorzugte Geschlecht ist und wie sich die Wahrheit erkennen ließe. Jetzt schreibt Schneider, wie man prüfen könnte, ob man mit seiner Überzeugung nicht nur einer Ideologie anhängt. Er schlägt eine Art Falsifikation vor, nämlich:

Stellen Sie sich die Frage: Welche konkrete Information würde mich vom Gegenteil überzeugen? Falls Ihnen nichts einfällt, ist Ihre Meinung keine Meinung sondern Ideologie oder Glaube. Die zweite Frage, die Sie beantworten müssen: Was wäre, wenn ich nicht recht hätte? Je dramatischer die Folgen, desto besser sollte Ihre Begründung ausfallen.

Ok, es gibt viele Indizien, woraus ich ableite, dass Frauen bevorzugt sind, dass die gesamte Gesellschaft zu ihren Gunsten funktioniert, weniger hart zu ihnen ist. Wenn sich z.B. Mädchen und Frauen in der Folge einer solchen Härte öfter umbringen würden, Feministen würden uns erklären, dass man genau daran erkennen könnte, wie brutal das „Patriarchat“ zum weiblichen Geschlecht ist, und sie hätten Recht. Jetzt ist es aber umgekehrt, und dann greifen viele Strategien der Leugnung und Umdeutung: Männer könnten nicht um Hilfe fragen bzw. Frauen würden öfter Selbstmordversuche verüben, was erstens ein Widerspruch in sich ist und wobei es sich zweitens um Mythen handelt. Aber gut, in diesen einem Punkt müsste mir bewiesen werden, dass es sich nicht um Mythen handelt. Man müsste mir beweisen, dass Feministen Recht damit hätten, Männer wären an der Not, die sie erfahren, selbst schuld.

Aber ein ganz zentraler Sachverhalt wäre: Arbeit. Denn Arbeit ist Scheiße. Was z.B. arbeitet ein Millionär? Als Busfahrer, acht Stunden oder mehr am Tag oder auch nur im Büro? Die Frau genießt das ultimative Privileg, erstens weniger Zeit für die Arbeit aufbringen zu müssen und zweitens auch angenehmere Arbeiten wie z.B. als Erzieherin ausüben zu können. Das ist ein Privileg, nein: das Privileg, das sich durchs ganze Leben zieht, denn Arbeit bedeutet Mühsal, Entbehrung, Leid. Schon Adam (und jeder andere Mann) wurde dafür, dass er von der verbotenen Frucht kostete, dazu verurteilt, sich seinen Lebensunterhalt im Schweiße seines Angesichts zu erarbeiten, anders als im Paradies, wo man nicht arbeiten muss. Die Erkenntnis, dass Arbeit Leid bedeutet, zeigt sich auch daran, dass sich Menschen aller möglichen Kulturen Sklaven nehmen, um diese für sich arbeiten zu lassen. Es zeigt sich daran, dass Straftäter zur Strafe in Arbeitslager gesteckt werden. Es zeigt sich daran, dass man Arbeitslose in Verdacht hat, sie würden es sich in der „sozialen Hängematte“ bequem machen, dass also ein Leben am Existenzminimum immer noch besser wäre als eines in Arbeit. Es zeigt sich daran, dass man sich auf Wochenende und Urlaub freut und nicht auf den Montag. Es zeigt sich daran, dass man die Zeit, in der man nicht arbeiten muss, „Freizeit“ nennt, man also frei ist. Es zeigt sich daran, dass Feministen davon sprechen, Mütter, die bei ihren Kindern sind, würden „unbezahlte Care-Arbeit“ leisten, was somit also kein Privileg sondern ein Nachteil wäre, weil: Arbeit (Feministen führen gerne an, dass die Hausfrau von ihrem Mann abhängig wäre; das ist ein Abhängigkeit wie die eines Königs von seinen Bauern und Arbeitern. Und tatsächlich kämpft jede scheidungswillige Mutter darum, über Unterhalt weiterhin von ihrem Mann abhängig zu sein und die „Care-Arbeit“ weiterhin ausüben zu können – schon die Hohepriesterin Simone de Beauvoir stellte fest, dass man Frauen verbieten müsste, zu Hause bei den Kindern zu bleiben, damit sich etwas ändern würde). Der, der arbeitet, ist eher ausgebeutet als privilegiert; die Frau beutet den Mann aus.

Wie sich Feministen Arbeit vorstellen.

Damit ich meine Meinung ändern würde, müsste man mir beweisen, dass der durchschnittliche Mann mit einem Leben ganz in Vollzeit oder sogar in Übervollzeit das bessere Los gezogen hat als die Frau, die gar nicht oder nur in Teilzeit arbeitet.

Und der zweite Punkt, also was sich für mich ändern würde, wenn ich im Unrecht bin, welche Folgen das für mich hätte: Nun, ich könnte – vorausgesetzt ich bin nicht allzu unansehnlich und zudem wert, geliebt zu werden – eine Ernährerin finden, die es mir ermöglicht, ganz bei den Kindern zu bleiben, bis sie aus dem Gröbsten raus sind, und anschließend entspannt Teilzeit zu arbeiten – was also für viele Frauen die Lebenswirklichkeit darstellt.

Ich halte nichts vom feministischen Mainstream, der ständig von „Selbstverwirklichung und Karriere“ faselt; ein Diskurs, der nur zeigt, dass seine Akteure ganz besonders privilegiert sind, nicht wirklich arbeiten müssen und zugleich in ihren Elfenbeintürmen den Bezug zur Arbeiterklasse verloren haben. Und für den Fall, dass sich ein Feminist hierhin verirren sollte: Was bräuchte es, damit Sie ihre Meinung ändern würden? Und was würde das für Sie bedeuten? Ihr ganzes Leben eine Lüge?

Not amused

Sie: „Die armen Putzfrauen, was die arbeiten müssen.“

Ich: „Arbeit bedeutet Emanzipation und Befreiung der Frau!“

Sie: [ist eingeschnappt]

Grüße gehen raus an alle Arbeiterinnen, die vom real existierenden Feminismus im Stich gelassen werden.

Crumar über männlichen Wohlstand und männliche Macht

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

[als Antwort auf einen Feministen]

„Es ist doch fast alles männlich auf der Welt, zumindest bei den harten Fakten: Geht es um Reichtum, Wohlstand, Besitz, Anerkennung, die reichsten Konzerne uvm: Da sind doch jeweils zu mehr als 50% (wenn nicht 70, 80 oder mehr %) Männer an der Spitze.“

Das setzt eine Denkweise voraus, in der es die Gruppe „Mann“ gibt, die solche Vorteile an „Mann“ weitergeben.
Diese Denkweise ist jedoch falsch, denn es profitieren die Frauen und Familien dieser Männer von Reichtum und Besitz.
Präzise das ist mit der Institution der bürgerlichen Ehe auch beabsichtigt gewesen, nämlich die Umverteilung von Ressourcen, die Männer erarbeitet haben. An ihre Ehefrauen und Kinder.
Eine „patriarchale Dividende“ existiert nicht.

Wenn Herr Bezos Milliardär ist, dann habe ich von seinem Reichtum nichts, sondern seine Frau, die nach der Scheidung von ihm blitzartig zur reichsten Frau der Welt geworden ist.
Sie hat einen Bachelor in Englisch und mit ihrer Qualifikation hätte sie in ihrem ganzen Leben ungefähr 0,01% von dem verdient, was sie durch die Partizipation via Ehe erhalten hat.
Das Gejammer von Feministinnen, die jungen Frauen bräuchten „role models“ ist verlogen – das sind die bereits existierenden „role models“.

„Männer haben Macht und Einfluss und können über maßgebliche Dinge ihres (und sogar über jenes von anderen) Leben bestimmen.“

Gut, da du ein Mann bist, sage mir bitte über welche maßgeblichen Dinge du dein eigenes Leben betreffend überhaupt bestimmen kannst.
Wenn du darauf angewiesen bist deine Arbeitskraft zu verkaufen, wer bestimmt über Anfang, Ende und Dauer deiner Arbeitszeit? Kannst du jederzeit einfach in den Urlaub fahren? Kannst du die Höhe deines Gehalts selbst bestimmen? Über welche anderen Leben hast du Kontrolle oder kannst zumindest bestimmend auf ihres Einfluss nehmen? Wie und welche?
Du dichtest dir und uns eine Kontrolle selbst über unser eigenes Leben an, die in der Realität nicht existiert.

Wie hegemonial der Feminismus in der Realität ist, sieht man daran, dass wir hier in unserer Freizeit unbezahlt und unter Pseudonymen schreiben, während ganze Heerscharen an „Gleichstellungsbeauftragten“ und „Gender-Professorinnen“ an Unis, in Parteistiftungen, in Parteien und sonstigen Institutionen, in den Mainstreammedien und den ÖR tätig sind.
Bezahlt, bestens vernetzt mit den Herrschenden und tatsächlich sowohl Macht, als auch Einfluss ausübend und Propaganda verbreitend, die an armen Seelen wie der deinen kleben bleibt.

„Soziale Hängematte“ oder doch lieber Hausfrau?

Sozialhilfeempfänger sind Sozialschmarotzer. Über sie heißt es oft, dass sie es sich in der „sozialen Hängematte“ bequem machen. Aus diesem Urteil spricht die Erkenntnis, dass Arbeit ein Übel ist und sogar ein Leben am Existenzminimum besser. Das Privileg des Millionärs: Nicht arbeiten müssen.

Und jetzt die Hausfrau. Sie arbeitet auch nicht, aber muss deshalb nicht am Existenzminimum dahinvegetieren. Von ihr aber sollen wir annehmen, dass sie übel unterdrückt ist und ihr arbeitender Mann privilegiert. Muss man wohl nicht verstehen.

Neoliberalismus: „Wer macht die Drecksarbeit?“

In der Thematik zum bedingungslosen Grundeinkommen kenne ich mich nur schlecht aus. Ich finde die Idee faszinierend, befürchte aber, das ließe sich nicht umsetzen. Ich habe aber eine Umfrage in Erinnerung, die zu einem recht witzigen Ergebnis kam: Die Mehrheit der Befragten gab an, dass sie weiterarbeiten würden (vielleicht etwas weniger), zugleich vertrat aber auch die Mehrheit die Auffassung, dass „die Anderen“ dann nicht mehr arbeiten würden, weshalb das Modell nicht realistisch sei. Nun ja, wie auch immer: Gäbe es ein Bedingungsloses Grundeinkommen und wäre Obdachlosigkeit abgeschafft, dann hätte ich auch kein Problem mit Frauenquoten für die Jobs mit Macht, Geld und Status.

Mich interessiert jetzt aber was anderes: Im Zusammenhang mit der Diskussion über das BGE bin ich bei einem Neoliberalen über eine Frage gestolpert, die ich für vielsagend halte:

„Wer macht dann die Drecksarbeit?“

Denn es zeigt auf, dass Libertäre die Behauptung, wir lebten in einer gerechten Gesellschaft – „Wer sich ehrlich bemüht, bringt es zu Wohlstand“ und „Hier wird man fair entlohnt“– selbst auch als Lüge durchschauen. Lebten wir in eine freien, gerechten Gesellschaft, hätten diejenigen, die die Drecksarbeit erledigen auch die Freiheit, diese Arbeiten abzulehnen, und würden trotzdem überleben, in Würde, was z.B. mit einem BGE gegeben wäre. In der Realität haben sie diese Freiheit nicht, sind also unfrei.

Neoliberale Vordenker wie etwa Hayek wissen ganz genau, dass die Entlohnungen in der Arbeiterklasse ungerecht sind, sie sehen aber ungerechte Löhne – nicht für sich selbst, nur für andere – als notwendig an, damit die Gesellschaft weiterläuft, also dass sie – nicht die anderen – es auch weiterhin gut haben – das nennen sie dann Freiheit, für die andere Opfer zu erbringen haben.

Wie ließe sich aber regeln, dass unter den Bedingungen eines BGE die Drecksarbeit dennoch erledigt wird? Dazu der erste Vorschlag: Diese Jobs müssten eben so gut bezahlt werden, dass sich Leute finden, die das übernehmen. Das wäre dann auch eine tatsächlich gerechte Entlohnung. Zweiten müsste die Arbeitszeit begrenzt werden, zum Beispiel maximal 5 Stunden.

Wie gesagt, ich bin skeptisch, ob ein BGE funktionieren könnte, aber ich sehe diesen ersten neoliberalen Einwand als so herrlich entlarvend an.

Berufswahl als weibliches Privileg

So stellt sich ein feministisches Magazin „Arbeit“ vor. Im Ernst.

Eine der feministischen Dauerklagen ist, dass typische Frauenjobs schlechter bezahlt werden, angeblich, weil in einem willkürlichen Akt das „Patriarchat“ solche Berufe schlechter entlohnt. (Das stimmt so schon mal nicht, einige Männerjobs sind schlechter bezahlt als manche Frauenjobs.)

Um aber diesen Vorwurf aufzugreifen: Das liegt daran, dass Frauenjobs mit weniger Härten verbunden sind, dass sie angenehmer und erfüllender sind als Männerjobs. Und Frauen wählen diese Berufe nicht, weil sie in diese „abgedrängt“ werden (hier ist schön zu sehen, wie schwachsinnig Feminismus ist, denn wie sollte das konkret ablaufen?), sondern weil sie die Entscheidung treffen, dass jene Tätigkeit, in der man viel Lebenszeit verbringen wird, keine harte Maloche sein soll, und damit eine schlechtere Bezahlung in Kauf genommen wird, denn das bedeutet kein Nachteil dank der Fürsorgebereitschaft des Mannes. So ist die Universität für viele Frauen auch nichts weiter als ein besonders exklusiver, elitärer Partnermarkt: Sie belegt irgendein Laberfach, das nicht die geringste Herausforderung mit sich bringt, zugleich aber die Möglichkeit bietet, sich unter den männlichen Maschinenbaustudenten so einen zu angeln, der mal gut verdienen wird.

Weil sie privilegiert sind, können sie diese Entscheidung – einen wenig lukrativen Job zu wählen – treffen. Keine Frau denkt sich der bei der Berufswahl, dass es dann an ihr sein wird, das finanzielle Haupteinkommen einer Familie zu stemmen. Sie geht ganz selbstverständlich davon aus, dass das schon der Mann erledigen wird. Sie wäre auch gar nicht bereit dazu: Keine ist so selbstlos, ein Leben lang in Übervollzeit malochen zu gehen – vielleicht noch in einer freudlosen, entbehrungsreichen Tätigkeit – und den Löwenanteil des Lebenseinkommen an Mann und Kinder abzugeben. Der Umstand, dass Männer für Frauen sorgen, führt dazu, dass Frauen bei weitem nicht so hart und so viel wie Männer arbeiten müssen, es erleichtert ihnen das Leben im erheblichen Maße. Umgekehrt denkt sich kein Mann: „Und dann, wenn die Kinder kommen, bleibe ich bei ihnen zu Hause und lasse mich von meiner Frau ernähren.“ weil er ganz genau weiß, dass keine bereit wäre, ihm dieses Lebensmodell zu unterhalten. So muss er also auf’s Geld schauen, kann es sich gar nicht leisten, angenehmere aber schlechter bezahlte Berufe zu wählen, oder wie es der Standart formulierte (nicht mehr online): „Frauen suchen Sinn, Männer die Kohle.“

Dass also Frauen in (vermeintlich) schlechter bezahlte Jobs arbeiten, ist Folge nicht eines Nachteils sondern eines Privilegs.

Billy Coen: Das harte Schicksal der Hausfrauen

Ein Kommentar, zu wertvoll um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

„Die Frage des Mental Load ist also eine nach dem subjektiven Belastungsempfinden.“

Volltreffer! Denn die eigene Arbeit ist bekanntlich immer die schwerste; und zum Glück haben in unserem frauenunterdrückenden Patriarchat feministische Frauen die Deutungshoheit darüber, wessen Wahrnehmung die einzig relevante zu sein hat.

Man schaue sich doch nur mal das Comic an. Was da aufgeführt ist, kommt nicht über den Sachverhalt von Alltagspetitessen hinaus. Und das alles findet statt in häuslichem und familiärem Umfeld bei fei einteilbarer Zeit.

Oh mein Gott! Die arme Frau muss sich doch tatsächlich Termine merken, darf das Zahlen von Rechnungen nicht vergessen und ihre Freundinnen, die sich selbst ausgesucht hat, fänden es schön, wenn sie sich ihre Namen und ihre ganzen internen Beziehungsgeflechte merkt. Na wenn das nicht der direkte Weg in den Burnout ist…

Man merkt einfach immer wieder, dass Feministinnen nahezu ausschließlich – bekanntlich mit langer Tradition zurückreichend bis zu den Suffragetten – in gut behüteten Verhältnissen aufgewachsene, unglaublich verwöhnte Prinzesschen sind, die in ihrem ganzen Leben noch nie mit so etwa wie wirklicher Arbeit, schon gar nicht im Sinne von Erwerbsarbeit, konfrontiert worden sind. Wer auch nur einmal in seinem Leben einen Tag im Job hatte, bei dem er zum Beispiel von morgens bis abends von einem Termin zum nächsten marschiert ist, wobei erwartet wird, dass er auf jeden einzelnen davon vorbereitet ist und – Feministinnen werden es kaum glauben können – er auch jede einzelne Person beim Namen und ihrer jeweiligen Funktion kennen sollte, wird sich nur verwundert die Augen reiben können, über das, was diese feministische „Künstlerin“ so alles als be- wenn nicht gar gänzlich überlastend darstellt. Meines Erachtens ist das nur noch nuanciert davon entfernt, morgens nicht mehr aus dem Bett kommen zu können, weil einen bereits die Muskelanstrengung beim Öffnen der Augenlider weit über die eigenen physischen und psychischen Belastungsgrenzen bringt.

Was soll eine Gesellschaft mit solchen Gestalten eigentlich noch anfangen können, die sich – so der sich immer mehr verfestigende Eindruck – schon vom Betreiben ihrer eigenen vegetativen Körperfunktionen vollends ausgelastet fühlen.

Feminstische Argumentationsformen: „Du nimmst nicht am gesellschaftlichen Leben teil!“ oder über die „Hälfte des Himmels“

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Ein häufig genanntes Statement über Hausfrauen ist, sie nähmen nicht Teil. Das ist so dumm, dass ich mich frage, ob Feministinnen nicht einfach nur Agentinnen des Matriarchats sind, die die privilegierte Situation der Frauen aufrecht erhalten wollen. Das deutete bereit Esther Vilar an:

Die langlebigere, entweder gar nicht oder nur zeitweise erwerbstätige und insgesamt trotzdem vermögendere Mehrheit wird einem als Opfer der kurzlebigeren, immer erwerbstätigen und insgesamt trotzdem ärmeren Minderheit präsentiert. Es gibt jedoch wenig Frauen, die über diese Auslegung laut lachen. Die meisten lächeln aus naheliegenden Gründen still in sich hinein.

Das fügt sich nahtlos ein in das Gerede über die „Hälfte des Himmels“, auf welchen Frauen einen Anspruch hätten. Paul Herman-Gruner fragt zurück: „Wie wäre es mit der Hälfte von Kanalarbeit und Müllabfuhr?“

Feminismus war schon immer eine sehr elitäre Angelegenheit; eine Simone de Beauvoir musste eben nicht als Kassiererin arbeiten, sondern ließ sich das Beschäftigen mit ihrem Lieblingsthema vom männlichen Steuerzahler fürstlich entlohnen. Wer davon spricht, sie wolle die Hälfte des Himmels, arbeitet nicht wirklich, sie ist unterwegs in einem „Amüsierberuf“ (Esther Vilar). Hier, zum Beispiel als Professorin oder Redakteurin im vollklimatisierten Büro in Kaffeemaschinenreichweite, verbreitet sie das Märchen vom  Glück der Arbeit – und für sie mag das sogar stimmen.

Eine gut verdienende Hausfrau hat aber alle Möglichkeiten am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, wenn sie denn möchte. Sie kann sich im Elternbeirat einbringen, an der Tafel Lebensmittel verteilen oder sich anders ehrenamtlich betätigen, sich politische engagieren, einem Verein beitreten, Theater, Museen oder Kinos besuchen etc., alles kein Problem. Dass umgekehrt gewöhnliche Arbeit „Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“ sei, ist einfach so unglaublich dumm, dass ich mir wirklich wundere, dass sowas verbreitet werden kann. Ich habe mal bei meinem Freitagseinkauf die Kassiererin gefragt, ob sie „Morgen“ – also am Samstag – arbeiten müsse, ihre Antwort: „Ja,  leider“ Eben: Leider! Man freut sich nicht auf die Arbeit sondern auf Wochenende und Urlaub; der Montag ist der unbeliebteste Tag der Woche, da man an ihm eine ganze Woche Arbeit vor sich hat; in Arbeitslagern lässt man Menschen arbeiten, um sie zu bestrafen und derjenige, der nicht arbeitet steht unter Verdacht, er mache es sich in der „sozialen Hängematte“ bequem – Arbeit ist eben kein Vergnügen sondern mit Leid und Mühsal verbunden. Das Märchen vom Glück der Arbeit ist im Feminismus die zugleich dümmste Lüge wie auch die am weitesten verbreitete. All die arbeitenden Menschen würden auf eine solche „Teilhabe am Leben“ sofort verzichten, wenn sie den Lottojackpock knackten. Und was genau ist eigentlich die „Teilhabe“ eines Vollzeit arbeitenden Brummifahrers?

Und selbst wenn die Maloche nicht allzu schlauchend ist: Warum sollte ein Leben unter Chef, Kollegen und Mitarbeiten besser sein als eins in der Familie? Birgit Kelle:

„Warum sollte man sich von den Menschen „befreien“, die einem die liebsten sind, die man umsich haben will, die man lieben und behüten will […] „Befreiung“ mündet in Verlust von Liebe und Beziehung, die bindet sind, einnehmend, fesselnd, verbindend […] „Teilhabe“ beginnt erst, wenn ich mich von meiner Familie verabschiede, mein Kind aus den Händen gebe, in die Erwerbswelt eintauche und den häuslichen Kosmos verlasse. ‚Du bist zuhause? Dann nimmst Du nicht teil!’“

Diese Sicht auf die Arbeit als angebliche „Befreiung“ der Frau, ist – und genau hier sollten Linke aufmerken – zu 100% kompatibel mit der neoliberalen Ideologie und Strategie zur Ausbeutung des „Humankapitals“. Es sollte darum gehen, Männer daraus zu befreien als Frauen unter dasselbe Joch zu pressen.