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Doppelmoral bei Beschneidung von Jungen und Mädchen

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Billy Coen:

Und mal ab von der Doppelmoral ist es eben genauso geschehen: Bei den entsprechenden Entscheidungsfindungen ob und welche Form der Genitalverstümmelung erlaubt sein darf, wurden von den Lobbygruppen, denen man von politischer Seite zuzuhören willens war (Feministinnen und die Zentralräte jungenbeschneidungsfreudiger Religionen) sehr deutlich dichotomische Darstellungen der Beschneidungen von Mädchen und Jungen präsentiert.

Bei ersteren natürlich die umfassendste Form ohne Betäubung und am besten noch auf blankem Boden, umweht von Steppenstaub und durchgeführt mit alles andere als sterilen Instrumenten (falls man Tonscherben so bezeichnen möchte) und bei letzteren natürlich die kleinste Variante in steriler Umgebung und mit (mindestens quasi) medizinischer Akkuratesse durchgeführt.

Durch diese beständige Form des zweierlei Darstellens hat sich nun mal eingeprägt, dass Beschneidungsformen bei Mädchen IMMER die reinste Folter sind, bei Jungen hingegen NIE mehr als eine Petitesse, die keinerlei Risiken und Folgeerscheinungen mit sich bringt.

Es ist schon bezeichnend für die Scheißegalhaltung, mit der man Jungen und Männern in unserem frauenunterdrückenden Patriarchat begegnet, dass selbst die Stimmen der klaren Mehrheit von Medizinern ungehört blieben und man sich stattdessen in vorauseilendem Gehorsam – wer will schon Rassist geheißen werden – ausschließlich die Argumente der konservativen Vertreter etwaiger Religionsgemeinschaften zu eigen gemacht hat. Das ist in etwa so, als würde man sich bei Überlegungen zur Regulierung von Finanzmärkten ausschließlich die Meinung von Hedgefond-Bankern einholen.

Die maskulistische Revolution

Nach 100.000 Jahren Matriarchat ist nun die Zeit gekommen, diese Tyrannei zu stürzen und ein Patriarchat zu errichten, in welchem die Frauen ihre alten Schulden abzuarbeiten haben. Das heißt, Frauen gehen ihr Leben lang malochen und geben die Kinder und das Geld, welches sie verdienen, dem Vater.

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Nach der Revolution Frauensache

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In der neuen, besseren, gerechteren Gesellschaft werden die Frauen die harten, schmutzigen, schlauchenden Arbeiten übernehmen, etwa als Müllfrauen, Kanalarbeiterinnen oder Gerüstebauer. Auch viele Chefposten  – mit Plackerei verbunden – werden von Frauen besetzt sein, das macht aber nichts, denn diese Frauen werden einer Gehirnwäsche unterzogen, schon als Kinder durch den Vater, so dass sie ihre Macht als Männerdiener nutzen, sich als Verbündete der Männer begreifen, denen geholfen werden muss, da sie es ja so schwer haben in einer von fiesen, toxischen Frauen beherrschten Welt. So wird sie bspw. als Frau an der Macht Gesetze verabschieden, die Beschneidung von Jungen verbieten aber von Mädchen erlauben. Oder Gesetze, die unwillkommenes Verhalten von Frauen gegenüber Männern verfolgen und deren Karriereende bedeutet sowie Verlust jeglicher Reputation. Wenn eine Frau bei der Arbeit stirbt, wird das kein Thema sein. Fühlt sich aber ein Mann durch eine Frau belästigt wird das breit diskutiert und Anti-Belästigungs-Gesetze werden verabschiedet.

Die Kinder werden von den Vätern großgezogen. Den Mädchen bleut man ein, das sie ihr Leben der Gesellschaft, also den Männern und ihren Kindern zu opfern haben. Das heißt, sie arbeitet ihr Leben lang und stellt damit den Vater von der Arbeit frei. Sollte es zur Trennung kommen, muss die Mutter dennoch weiterzahlen und malochen, selbst wenn sie erleben muss, dass ihre Kinder zum Hass gegen sie erzogen werden.

Allgemein werden Männer als bessere Menschen gelten. Frauen hingegen werden als toxisch angegriffen. Da Frauen im Patriarchat – welches aber nur „Matriarchat“ genannt wird, in welchem alles zu Gunsten der Frau ausgerichtet sei – größeren Belastungen ausgesetzt sind und weniger Hilfe erhalten, weil sie grundsätzlich weniger Empathie genießen, stellen sie auch die Mehrheit und den Drogenkranken, Selbstmördern und Obdachlosen. Dies wird aber so ausgelegt werden, dass Frauen aufgrund ihrer Toxizität selbst schuld daran seien, sie müssten nur diese schädlichen Charaktereigenschaften ablegen.

Männer dürfen nahezu beliebig ihre Frauen misshandeln, die allgemeine Propaganda aber verbreitet das Bild von der brutalen Frau, unter der Männer und Kinder zu leiden haben und gegen die vorgegangen werden muss. Auch werden Frauen gezwungen, im Kriegsfall ihr Leben und Unversehrtheit zu opfern, was man aber in der Propaganda so auslegen wird, dass sie kriegsgeil wären, und deshalb Kriege führen würden, obwohl sie geführt werden.

Diese Patriarchat, Pardon: „Matriarchat“ wird das Paradies. Zwar nicht für Frauen, aber die haben ja auch eine jahrtausendealte Schuld abzutragen.

Beschneidung: Lasst uns bloß nicht die Gefühle der Täterinnen verletzen!

Der inoffizielle, feministische Slogan der Frauenbewegung zum Thema Abtreibung lautet: „Mein Ungeborenes gehört mir!“ Damit wird das Ungeborene als Eigentum der Mutter gekennzeichnet und im Kapitalismus darf der Besitzer sein Eigentum bekanntlich vernichten. Dieses Besitzdenken gegenüber den Kindern setzt sich dann fort, so hat kaum eine Kindeseigentümerin ein schlechtes Gewissen dabei, wenn sie ihr Eigentum dem anderen Elternteil entfremdet. Das ist keine schwere Menschenrechtsverletzung, weder erstens am Vater noch zweitens am Kind, da ersten der Vater nicht der Eigentümer ist und zweitens sowas wie persönliches Eigentum keine Menschenrechte besitzt.

Ebenfalls damit einhergeht, dass das Kind, bzw: ein Junge kein Recht auf körperliche Unversehrtheit hat. Nehmen wir einen Fall und nennen die potentielle Täterin „Anita“. Anita, die gerne Zitate über Glück und Liebe von klugen, philanthropischen Menschen postet, hat einen ganz banalen, grausamen Anschlag auf ihren Sohn vor, ist jetzt aber im Zuge einer Beschneidungsdebatte verunsichert:

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Immerhin: Sie ist verunsichert. Immerhin. Es stellt sich aber die Frage, warum sie erst durch eine Diskussion auf Twitter auf den Gedanken kommt, dass das Rumschnippeln an den Genitalien von Kindern nicht in Ordnung ist sondern problematisch. Hat sie sich nicht informiert darüber, was sie ihrem Sohn antun will?

Denn das ist nicht unproblematisch, aktuell schreibt Gunnar Kunz zu dieser Form der schweren Körperverletzung:

Was man ebenfalls sehr wohl erfahren könnte, wenn man denn recherchieren würde, sind die möglichen Komplikationen dieser barbarischen Praxis: Schmerzen bei der Erektion. Harnverhaltung und Blasenruptur. Nierenversagen. Nachblutungen. Narben. Verengung der Harnröhrenöffnung durch Geschwürbildung. Teilweise Amputation des Gliedes. Durch Streptokokken oder Mischinfektionen ausgelöste nekrotisierende Fasziitis, die u. U. zum vollständigen Absterben der Haut und Unterhaut führt. Lebensgefährliche Infektionen, einschließlich Blutvergiftung und Hirnhautentzündung, Tuberkulose, Wunddiphterie, skrotaler Abszess mit Salmonellen-Infektion, Meningitis.

(der Artikel ist zu Gänze lesenswert)

Jeder, der in Deutschland kein Analphabet ist, weiß, dass Mädchenbeschneidung ein Verbrechen ist. Wenn wir jetzt in einem echten „Patriarchat“ leben würden, dann würden Feministinnen – in dem Fall tatsächlich Freiheitskämpferinnen – folgende Erfahrung machen: Sie würden erleben, wie ein Zensurmedium eine altehrwürdige Zeitung einer religiösen Fanatikerin, die die menschenverachtende Praxis der Mädchenbeschneidung verteidigt, eine Bühne bieten würde und die fundierte, feministische Antwort darauf einfach zensiert. So müssten unsere Freiheitskämpferinnen solche Beiträge auf ihren eigenen Blogs veröffentlichen, die nur einem kleinen Kreis von Eingeweihten bekannt sind.

Jetzt leben wir aber in einem real existierenden „Patriarchat“ und da sind die Verhältnisse genau umgekehrt. Und so muss man erleben, dass eine feministisch dominierte Weltgesundheitsorganisation und den Mainstream beherrschende Drecksmedien den Diskurs prägen, und Kindeseigentümerinnen wie Anita erklären, dass Genitalverstümmlung an kleinen Kindern schon in Ordnung geht, eine gute Sache ist.

Und so stellt sich die Frage: Müssen wir Rücksicht nehmen auf die Gefühle von Verstümmlerinnen? Müssen wir, ganz einfach weil sie an der Macht sind, sie freundlich und zuvorkommend behandeln, mit ganz viel Puderzucker? Denn aus der Position der Machtlosigkeit heraus sollte man den Mächtigen besser nicht verärgern. Insofern war meine spontane Frage zu Anitas Statement oben, warum sie denn ihren Sohn verstümmeln lassen will, etwas ungeschickt. Während ein Mädchenverstümmler oder so einer, der seine Kinder zwangsverheiraten will, einfach in den Knast wandern würde, und man so einen feuchten Dreck auf seine Gefühle Rücksicht nehmen muss, kann sich die gute Anita ehrlich gekränkt fühlen um anschließend einer Muslima zu lauschen, die erklärt, warum diese Grausamkeit geboten ist zum Wohle aller.

Meine spontane Frage war so also vielleicht kontraproduktiv. Anita wusste es offenbar wirklich nicht besser, denn sie wird ja systematisch belogen von Zensurmedien altehrwürdigen Zeitungen, die mit ihrer Politik unnötiges Leiden befördern. In unserer Kultur herrscht kein Bewusstsein dafür, dass Grausamkeiten auch dann Grausamkeiten sind, wenn sie sich „nur“ gegen Vertreter des männlichen Geschlechts richten, selbst dann noch, wenn es Kinder sind, Stichwort: Empathiedefizit. Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis Frauen als Müttern das Recht abgesprochen wird, beliebig über ihr Eigentum zu verfügen, und bist dahin behandelt man Täterinnen besser zuvorkommend.