Archiv der Kategorie: Definitionsmacht

Sexuelle Belästigung, Macht und die Geschlechterbeziehung

Frauen sind unfehlbar und sie lügen nie. Wenn also ein Mann einen Annäherungsversuch unternimmt, und die Frau, das Objekt seiner Begierde, entscheidet, dass dies ein Fall von sexueller Belästigung ist, dann ist das so. Dann geht es nicht mehr um eine ungeschickte oder unerwünschte Annäherung – weil der Kerl nicht so aussieht wie George Clooney und auch nicht soviel Kohle hat – sondern um Machtausübung, wie Feministinnen nicht müde werden zu betonen.

Und wieder mal handelt es sich um Fall der Projektion. Es sind Femischisten, die die Frau ermächtigen wollen – denen es also um Macht geht. Denn wenn es so ist, dass sexuelle Belästigung a) das ist, was Frau als solche empfindet, und zudem b) solche Vorfälle durch den Staat verfolgt werden sollen, dann wird die Frau in die Machtposition versetzt, auf bloße Anschuldigung hin dem Mann erheblich zu schaden oder ihn zu vernichten – die #metoo Hetzkampagne hat bereits Todesopfer gefordert.Es ist die Durchsetzung totaler Willkür – dass es dabei auch Unschuldige trifft, wird billigend in Kauf genommen.

Wenn ich mich mit dieser Hetzkampagne gegen Männer beschäftige, resultiert daraus Frustration und Wut über das weibliche Geschlecht, denn immerhin sprechen Feminischisten im Namen der Frau. Glaubt man der Propaganda, können Frauen keinen Schritt vor die Tür setzen, ohne attackiert zu werden. Komisch nur, dass ich davon gar nichts bemerke, und dass obwohl ich im Zuge der Jammer-Aufschrei-Kampagne danach Ausschau halte. Und es ist noch viel schlimmer: Die gleichen Hetzerinnen skandieren ja auch, dass das Zuhause für die Frau der gefährlichste Ort ist… egal wie man es dreht und wendet: Die Frau ist die arme Unschuld, verfolgt egal wohin sie auch geht. Nirgends lassen ihr Männer Luft zum Atmen.

Aber gut: Bevor man dazu übergeht, das jammernde Geschlecht als das erbärmliche abzutun, sollte man die Aufmerksamkeit auf solche lenken, die nicht auf diesen Zug aufspringen. So schreibt eine zu „Macht“ und sexuelle Belästigung:

Romantik beinhaltet die komplexesten menschlichen Emotionen, Begehren die mächtigsten menschlichen Triebe. Es ist so einfach, die Signale falsch zu lesen. Jeder ehrliche Mann wird Ihnen sagen, dass er diese Signale manchmal falsch verstanden hat, und jede ehrliche Frau auch. Das Beharren darauf, dass es bei einem unerwünschten Kuss immer um Macht und nicht um Balz geht, ist einfach keine ernsthafte Theorie – nicht, wenn die Strafe für dieses Verbrechen so schwerwiegend ist. Auch Männer haben ein Anrecht auf Zweifel, ja sogar auf die Unschuldsvermutung.

Und letztendlich schadet die hysterische Hetzkampagne gegen Männern den Frauen selbst: Die feministische Agitation nützt ihnen nicht, im Gegenteil: Da Männer, dem sexistischen Generalverdacht ausgesetzt, auf Abstand gehen, leidet die Atmosphäre am Arbeitsplatz. Eine „unsichtbare Wand“ baut sich zwischen Mann und Frau auf, das feministische Gift wirkt:

Bloß keine Verabredung zur Mittagspause, keine Neckerei über den Schreibtisch hinweg, kein vertrauliches Gespräch in der Teeküche. Inmitten stetig neuer Vorwürfe von sexistischem Verhalten bis hin zur Übergriffigkeit fühlen sich viele Männer am Arbeitsplatz verunsichert. […]

Plötzlich sei da eine „gefühlte Wand“ im Umgang mit ihren männlichen Geschäftspartnern, beklagt die US-Unternehmerin Ana Quincoces aus Miami. Ihr Lebensmittelhandel und dessen Erfolg stütze sich vielfach auf den Beitrag von Männern, sagt sie. Absprachen würden dabei oft bei einem Drink oder einem gemeinsamen Mittagessen getroffen. Solche Möglichkeiten sehe sie jedoch in Zukunft immer weniger, sagt Quincoces. Denn viele ihrer männlichen Geschäftspartner reagierten schon nahezu panisch, viele vermieden Zweiertreffen, die bislang völlig normal gewesen seien.

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Definitionsmacht im Bereich "Sexuelle Belästigung"

„Definitionsmacht“ ist im Feminismus ein (übles) Thema für sich, ich werde darauf noch mal eingehen. Hier soll es allein um die Definitionsmacht im Bereich „Sexuelle Belästigung“ gehen, wie sie im folgenden feministischen Slogan festgeschrieben wird:

„Sexuelle Belästigung ist, was das Opfer als sexuelle Belästigung empfindet“

Das heißt, nicht die Handlung sondern eben das Empfinden des „Opfers“, also der Frau bestimmt darüber, ob die Handlung strafwürdig ist oder nicht. Das bedeutet, ein- und dieselbe Handlung ist mal strafwürdig, mal nicht. Ein- und derselbe Anmachspruch ist, je nach Absender und Adressatin mal sexuelle Belästigung, mal nicht. Wenn ein George Clooney was sagt, ist das anders zu werten als wenn es ein Niemand äußert. Hat sie gerade gute Laune, oder ist sexuell aufgeschlossen, geht eine Anmache in Ordnung; verhält es sich anders, kann sie den „Rüpel“ wegen sexueller Belästigung verklagen. Damit hält Willkür in die Gesellschaft Einzug – für einen Rechtsstaat untragbar, aber ein Rechtsstaat ist nach der Meinung prominenter Feministinnen sowieso nur der „Rotz weißer Männer“ – zumindest dann, wenn er auch mal Männern nützt.

Da Feministinnen sehr mächtig sind, hat das Folgen. In den USA etwa konnten mehrere blöde Kühe Millionenbeträge wegen sexueller Belästigung erklagen. Da lohnt es sich doch, Feministin zu sein.

Warren Farrell: „Mythos Männermacht“

Wer jetzt glaubt, dass diese blöden Kühe einen großartigen Sieg für Frauen errungen haben, der irrt. Es ist so, dass ein erheblicher Anteil – um ein Drittel – der Eheschließungen auf Kennenlernen am Arbeitsplatz zurückzuführen ist. In den USA ist es aber inzwischen so, dass bei vielen Konzernen die Beziehungen von Angestellten untereinander verboten sind. Auf diese Weise wollen sich die Unternehmen vor Millionenklagen schützen – ich persönlich bezweifle, dass Frauen damit glücklich sind, und ist desweiteren ein gutes Beispiel dafür, wie Feministinnen die Geschlechterbeziehung vergiften.

Diese Definitionsmacht bringt aber auch ein Problem für Feministinnen mit sich: Nämlich wenn eine andere Frau anderer Meinung ist, also anders definiert. Diese Klage ist oft zu hören: Dass viele Frauen nicht solidarisch mit den „Opfern“ sind und Sätze äußern wie: „Jetzt stell dich nicht so an, war doch harmlos!“. Eine Frau Birgit Kelle sieht ein – zugegebenermaßen mangelhaftes – Dirndl-Kompliment mit anderen Augen als eine Journalistin, die daraus eine nationale Skandalstory macht, und schreibt gleich ein ganzes Buch gegen den feministischen Wahn: „Dann mach doch die Bluse zu“. Gut, das kann man vernächlässigen, da es eben nicht um Sicht anderer Frauen geht, die die ganze Sache lockerer betrachten, sondern allein um die Sicht des eingebildeten Opfers.

Ein weiteres Beispiel:

Hier werden akzeptable Handlungen mit inakzeptablen Handlungen in einen Topf geworfen – letztlich ist man(n) immer potentiell angeklagt, egal wie man steht, guckt oder redet: Das „Opfer“ bestimmt, wann eine Handlung einen Übergriff darstellt, und wann nicht. Nur dass bestimmte, genannte Handlungen durchaus willkommen sein können, denn ein – erster Punkt der Liste – „Kommentare über das Aussehen“ ist häufig ein Kompliment und wird dann auch von vielen Frauen erfreut und geschmeichelt entgegengenommen.

Gut, bevor jetzt die naheliegende Frage kommt: Bestimmte Anmachsprüche sind zwar im Club oder der Bar akzeptabel, nicht aber am Arbeitsplatz zum Beispiel. Ich traue meinen Lesern aber zu, dass sie selbst in der Lage sind, diese Unterscheidung zu treffen.