Archiv der Kategorie: Film

Let Me In (2010)

Let Me In ist ein Film, der ohne den Empathygap gegen Männer nicht funktionieren würde.

Es geht um einen Vampir, wobei dies-er Vampir aber die Erscheinung einer Teenagerin hat, und für diese müssen dann andere sterben, damit sie weiterleben kann. Der Film spielt intelligent mit dem Dilemma, das sich für den Zuschauer auftut: Ist es in Ordnung, dass Blutlieferanten ihr Leben lassen müssen, damit die Kleine weiterleben kann? So wird gezeigt, wie brutal und hart es für den Helfer der Vampirin ist, auf Menschenjagd zu gehen, um ihr den Lebensnektar zu beschaffen. Dabei geht der Film aber nicht weit genug, was schade ist: So wird keine Frau zum Abzapfen getötet, womit man den Zwiespalt in dem Spiel „Wer darf leben, wer muss sterben, und was kümmert es mich?“ auf die Spitze getrieben und den Zuschauer noch drastischer in die moralische Zwickmühle genommen hätte. Eine Chance, die der Film versäumt hat.

So sterben eben „nur“ Männer, damit die Teenagerin überleben kann. Wie sagte schon John Hartigan? „Ein alter Mann stirbt, ein junges Mädchen lebt. Fairer Tausch.“ Der ganze Film würde nicht funktionieren, gäbe es keinen Empathygap gegen Männer. Er würde nicht funktionieren, wenn andere junge Mädchen sterben müssten, um den Blutdurst zu befriedigen, und er würde auch nicht funktionieren, wenn die Vampirin ein ausgewachsener Mann wäre. So einem würde man es nicht verzeihen, wenn er töten würde: Das Urteil, dass vielmehr er selbst sterben müsste wäre sonnenklar, wie es eigentlich auch bei der kindlichen Vampirin sein müsste, aber hier regt sich Mitleid, Mitgefühl – Empathie eben, da es keinen Empathiegap gegen kleine Mädchen gibt.

Aufgrund äußerlicher Merkmale – jung, weiblich – kann man darüber hinwegsehen, dass die Protagonistin im Grunde einfach nur ein Mörderin ist. Hier junge Frau, dort weißer Mann, letzterer ist leicht zu opfern.

Guter Film, kann man sich ansehen – ich habe nur wenig gespoilert.

(Keine) Skandalfilme

Antichrist war ein Skandalfilm, Cuties sollte einer werden. Ist es gut, dass es letzterer nicht wurde? Dass die Leute sich nur kurz darüber aufregten und dann weiterzogen, dass der Film mit sexualisierten Minderjährigen einfach… egal war? Das war auch meine Auffassung in der Besprechung von diesem Film. Jetzt allerdings sehe ich das nicht mehr ganz so. Denn wenn so ein Film kein Skandal mehr ist, dann sagt das was aus über die Gesellschaft und wohin sie sich entwickelt. Ich bin sicher, noch in den 90ern wäre die Reaktion ganz anders ausgefallen. Die Gesellschaft hat sich geändert. Nur in was? Welche Geschichte erzählt der Gegenstand eines Skandals und welche heiligen Werte werden mit dieser Geschichte verletzt, bloßgestellt, so das nicht wenige empört sind? Und was ist ein Skandal in einer Gesellschaft, in der sich Schüler einerseits Enthauptungsvideos zusenden und andererseits im Unterricht Analverkehr mit Ausdruckstanz darstellen sollen? Kann überhaupt noch etwas empören?

Ein weitere Skandal, der mir einfällt, ist der um die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, die Transfrauen nicht als Frauen anerkannte. Auch Antichrist empörter die Gemüter und wird als Skandalfilm verstanden. Warum diese beiden aber nicht Cuties?

Antichrist erzählt eine Geschichte von einer bösartigen und gewalttätigen Frau, die das Böse repräsentiert; der Antichrist, das Böse ist die Frau. Mit dieser Erzählung verstößt der Film gegen das feministische Narrativ, in dem die Frau die verfolgte Unschuld und der Mann das Böse und größte Übel der Welt ist. Der Film sei frauenfeindlich und damit ein Skandal. Auch J.K. Rowling verstieß gegen feministisches Wollen und Wirken, nämlich die Geschlechter zu dekonstruieren und alle Abweichungen von den natürlichen Geschlechtern zur Norm zu erheben.

Und Cuties? Dieser Film verstieß nicht gegen die feministische Ideologie. Er erzählt, dass sich bereits kleine Mädchen semiprostituieren müssten, um Anerkennung und Aufmerksamkeit zu erfahren. Der Vater in dem Film ist ein gesichts- und namenloses Übel, dessen Existenz allein dadurch bewiesen wird, dass er Frauen Dreck und Arbeit aufhalst. Das ist eine Anklage gegen das sogenannte Patriarchat und widerspricht damit nicht dem feministischen Konsens – im Gegenteil verteidigten Feministen den Film gegen die „rechten Trolle“, die sich über den Film aufregten – Feministen, die sich an anderer Stelle über leicht bekleidete Frauen erregen.

Skandal ist, was den herrschenden Anschauungen widerspricht, hinterfragt und entlarvt. Heutzutage Feminismus, rassistischer Antirassismus und Islam die dominierenden Strömungen im veröffentlichten (aber nicht öffentlichen) Medienmainstream. Werke und Vorfälle, die deren Dogmen zuwiderlaufen, haben das Potential, Skandale auszulösen, gleichzeitig zeigt sich an ihnen, wer und was an der Macht ist.

Overboard (1987)

Eine weitere Liebeskomödie. Und zwar geht es um eine völlig verzogene Millionärsgöre, die durch einen Unfall eine Amnesie erleidet. Ein Tischler (Kurt Russell), der noch eine Rechnung mit ihr offen hat, gibt sich kurzentschlossen als ihr Mann aus und entführt sie so in sein turbulentes, prekäres Leben mit vier Rabauken, deren Mutter sie angeblich ist.

„Ich möchte festhalten, dass dieser Neandertaler nicht mein Ehemann ist!“

Sehr zum Lachen, sehr empfohlen.

Das Damengambit (2020)

Förderer.

Paul-Hermann Gruner schreibt zu einer Managerin:

Dass man eine ganz andere Weiblichkeit leben kann, und dies beglückend offensiv, zeigt beispielsweise die deutsche Unternehmerin des Jahres 1991. Annette Winkler, damals 32 Jahre alt, reüssierte im Baugewerbe (Männer!!!) und dort gleich in zwei erfolgreichen Firmen. Selbstbewusster Mensch und nicht hektisch kompensierende Vorzeigefrau, schaut sie gelassen auf Geschlechtsstereotype. «Ich hatte als Frau immer Vorteile, keine Nachteile», sagt sie. Ein solcher Satz verböte sich jeder Feministin von vornherein, auch wenn er stimmte, steht dieser doch quer zu den Anwendungsvorschriften des Opfer-Paradigmas. «Offensichlich», fährt die Prämierte fort, «wird die Tatsache, dass eine Frau das (gemeint: das Engagement im Baugewerbe, d. Verf.) überhaupt macht, für so außergewöhnlich erachtet, dass viele bereit waren, zu helfen.» … Da Winkler «soziale Komponenten» des kooperativen Führungsstils in ihrer Unternehmensführung praktiziert, steht die Unternehmerin über kurz oder lang – kein Mann wird im oft umgekehrt vorliegenden Fall danach gefragt – vor der Nachforschung, ob dies «eine typisch weibliche Art der Führung» sei. Antwort: «Nein. Ich kenne Unternehmen, wo das unter Führung eines Mannes stattfindet und umgekehrt in von Frauen geleiteten Betrieben nicht.» So viel Standfestigkeit und Korrektheit angesichts der steten Verführung, feministischen Zusatzbeifall einzuheimsen, verdient Respekt.(Paul-Hermann Gruner: „Frauen und Kinder zuerst“)

Das, worüber hier berichtet wird, widerspricht einer der ganz großen Lügen im feministischen Krieg gegen Männer: Dass Männer Frauen benachteiligen würden, weshalb sie es in Männerdomänen besonders schwer hätten. Auch meine eigenen Erfahrungen in männerdominierten Räumen widersprechen dem: Frauen werden anständig behandelt, und zwar anständiger als mancher Mann. Männer lieben Frauen. Wenn eine Wehleidige über angeblich frauenfeindliche Strukturen jammert, dann erlebt sie nichts anderes als den rauen Wind des Konkurrenzkampfes, der Männern genauso ins Gesicht weht.

Nun zur im Titel angekündigten Serie: Sie handelt vom Schachgenie Elizabeth Harmon, das sich in einer Männerwelt nach oben spielt. Und hätte ich geraten, ja: Ich hätte gedacht, dass da lauter fiese, schmierige Männer sind, wie man sie heutzutage überall präsentiert bekommt, die Harmon nicht akzeptieren, sie hindern, mit faulen Tricks gegen sie spielen oder was weiß ich. Stattdessen das Gegenteil: Die Männer respektieren und unterstützen Harmon, auch mit der bitteren Lektion, dass man eine Niederlage hinnehmen musste, und werden so fast durchgehend positiv gezeichnet. Und der Erfolg spricht für sich: Binnen eines Monats wurde die Serie von 62 Millionen Abonnenten gesehen, wodurch Das Damengambit zur bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreichsten Miniserie auf Netflix wurde. Mit Recht, auch mich hat die Serie gefesselt und davon können die Männerfeinde, die so einen Mist wie „Ghostbusters“ mit Frauen produzieren, und in dem Männer entweder Sadisten oder Witzfiguren sind, nur lernen.

Denn es zeigt wunderbar, dass es keinen toxischen Feminismus braucht, mit dem die Überlegenheit einer Pauerfrau daran verdeutlicht wird, dass sie einen Mann erniedrigt und demütigt. Ganz ohne Feminismus kommt die Serie aber nicht aus, so wird das arge Schicksal der Nurhausfrauen und deren größtes Problem im Leben – Langeweile – betont, aber was soll’s. Harmon ist kein überlegenes Powerweibchen (außer im Schach) und wirkt so manchmal etwas verpeilt, wenn sie naive Fragen stellt wie: „Was ist ein Schwanzlutscher?“ Schade nur, dass keine positiv besetzte Vaterfigur in der Serie vorkommt, womit sie den MacGyver-Test nicht besteht, ansonsten: Sehr zu empfehlen.

„Ich arbeite dran.“
„Da musst Du aber erst an mir vorbei!“
„Ich arbeite auch daran.“

Onward (2020) – Nachruf auf den Vater

Der Film Onward – Keine halbe Sachen lässt mich etwas ratlos zurück. Ich möchte mit aller Gewalt eine politische Botschaft hinein interpretieren, die sich dem Kinderfilm aber wohl nicht entnehmen lässt.

Aber doch: Der Film ist politisch. Zum Beispiel wird keine Mutter diesen Streifen ihren Kindern vorführen, wenn sie sie dem Vater entfremdet.

In dem Film dreht sich die Handlung um einen halbierten Vater – der Oberkörper fehlt. Er müsste also tot sein, lebt aber – noch -, ist aber so nicht ansprechbar; Kommunikation mit ihm gestaltet sich sehr schwer. Dieser Wiedergänger ist Anlass für eine Odyssee, um ihn zurück ins Leben zu holen, wobei einer der Söhne eine enorme Entwicklung hinlegt. Alles aber, was am Ende vom Vater bleibt, ist eine Umarmung und Erinnerungsfotos. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Film unabhängig von den Erfahrungen einer Gesellschaft ist, die eine Entwicklung hin zu einer vaterlosen durchmacht, hin zum feministischen Endsieg, der Vernichtung des Vaters. Was vom Vater bleiben wird, sind trübe Erinnerungen an ein grotesk verzerrtes und verstümmeltes Wesen. RIP.

Bettgeflüster (1959)

Ich stehe nicht nur auf Fantasy und Science Fiction, auch Liebeskomödien mag ich. Die, die jüngeren Datums sind, sind aber in der Regel ungenießbar, da mit Sexismus und Rassismus oder anderen woken Schwachsinn überladen. In so einem Film z.B. „beweist“ ein Mann zum „Happy End“ seine Liebe damit, dass er Nüsse vom Boden isst. Selbsterniedrigung als Liebesbeweis. Nicht mein Fall.

Deshalb krame ich manchmal nach recht alten Filmen, wie z.B. Bettgeflüster, eine romantische Komödie mit Doris Day († 2019, oben Mitte) und Rock Hudson († 1985, rechts) aus dem Jahre 1959.

Der Auftakt der Handlung ist, dass sich Day und Hudson unfreiwillig einen Telefonanalschluss teilen, was dazu führt, dass sie immer mithören darf, wie der Frauenheld eine nach der anderen mit immer demselben selbstgeschriebenem Stück verführt – das Bettgeflüster. Sie kennen sich nur vom Hören, aber als Hudson sie das erste mal von Angesicht zu Angesicht sieht, beschließt er, sie zu erobern und spielt ihr vor, jemand anderes zu sein. Selbstverständlich verliebt er sich dann in sie. Eine Frage, die sich mir dann auch recht früh gestellt hat, war, wie er die Beziehung retten wird, wenn der ganze Schwindel auffliegt – und zwar so, dass er seine Würde und Souveränität wahren kann. Der Film hat das Problem mit Bravour gelöst.

Solche Filme geben auch einen interessanten Einblick in die Gepflogenheiten anderer Zeiten. Laut feministischer Geschichtsschreibung waren die 50er ein Jahrzehnt übelster Frauenunterdrückung, zu dem Männer bekanntlich zurückwollen. Davon ist im Film nichts zu sehen. Doris Day spielt eine erfolgreiche Innenarchitektin und ein Typ, der eine Lady grob behandelt, muss damit rechnen, dass er sich einen Kinnhaken von einem anderen Kerl einfängt.

Einmal aber blitzt es auf: Der Zweifel der Karrierefrau, ob sie den richtigen Lebensweg gewählt hat – ohne Mann, ohne Kinder. Selbst nur die fünf Sekunden, die diese Szene andauert, wäre in in unserer heutigen Kultur natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wird mehrmals ein Ritual zwischen den Geschlechtern gezeigt, nämlich das in den Mantel helfen. Doris Day besteht initiativ darauf, indem sie ihrem Begleiter einfach ihren Mantel reicht und sich dann umdreht. Das geschieht ganz beiläufig, drückt aber doch Fürsorge und Zärtlichkeit aus, wie sie heute verlorengeht unter dem Gekeife der Feministen, die meinen, diese Geste stände dafür, dass eine Frau sich nicht allein den Mantel anziehen könnte. Dann aber eine Szene, mit der ich nicht gerechnet hatte, weil ich auf die Propaganda reingefallen bin: Sie half ihm in den Mantel. Ganz beiläufig, ganz selbstverständlich.

Ich werde auf dem Film noch mal zurückkommen, wenn ich mal wieder auf das Thema Übergriffigkeit zu sprechen komme.

Hair: Szenen einer Musterung

Hair stand schon lange auf der Liste der Filme, die ich mir unbedingt mal ansehen wollte, diesen Kultfilm der linksalternativen Szene. „Hair“ deshalb, weil die Hippies ihre Haare lang tragen. Ich war gespannt auf diesen Streifen, dessen Musik auch über die Szene hinaus erfolgreich war, und der allerlei politische Botschaften transportierte.

Als da wären zum Beispiel: Kapitalismus ist falsch, Rassismus ist falsch, Spießbürgertum ist falsch und natürlich: Krieg ist falsch, ganz besonders natürlich der Vietnamkrieg. Dabei bin ich aber ins stolpern geraten, denn im Film findet auch eine Musterung statt und hier geht dem Film nicht auf, was für ein menschenverachtendes Prozedere so eine Musterung eigentlich ist. Klar, Krieg ist schlimm, und es sterben geliebte Menschen in ihm, wie auch eine der Hauptfiguren des Films, aber über die jungen Männer, die untersucht werden darauf, ob sie geeignet sind, sich totschießen zu lassen, kann man sich ruhig mal lustig machen. So werden sie genötigt sich vollständig zu entblößen, stehen dann verletzlich vor der Musterungskommission, ihre Scham mit den Händen bedeckend, währen der Film ein lustiges Liedchen anstimmt. Der junge Mann hat keine Rechte, erst recht nicht das Recht auf Würde. Wirklich kritisch sieht man hier diesen monströsen Verschleiß von Männern nicht, auf die der Staat – ach was: die Gesellschaft, also die Frauen – den totalen Zugriff ausübt. Ob es die Macher unterhaltsam gefunden hätten, wenn man junge Frauen auf diese Weise gemustert hätte, ob sie auch gebärtauglich wären, um sie anschließend mit Zwang zu befruchten? Denn ich vergaß: Patriarchat ist ebenfalls falsch – ein Patriarchat, in dem sich junge Männer gar nicht oder nur sehr schwer dagegen wehren konnten, das wertvollste zu gefährden, das jeder Mensch besitzt: Seine Gesundheit, sein Leben.

Der Film zeigt eine Subkultur, die gute Ansätze hat, für Aufklärung steht, dann aber blind ist für menschenverachtende Praktiken, und warum? Weil’s nur Männer betrifft. Ja, Krieg ist falsch, aber nicht, weil er zwangsgemusterte Männer tötet, sondern nur, weil er andere Menschen tötet, zuvorderst Kinder und Frauen. Dem jungen Mann wird nicht gesagt, dass es falsch ist, dass er gezwungen wird, sein Leben zu riskieren, es ist nur deswegen falsch, weil das Leben anderer riskiert wird. Damit war die ganze Bewegung im Kern falsch, vergiftet, was man heute ja schön beobachten kann anhand einer dominierenden toxischen Linken, die die ersten Opfer im Krieg als Herrscherklasse – alt(?) weiß männlich – anklagt. Die, die man verteidigen müsste, werden angegriffen. Im Ergebnis darf man nicht mehr von Negerküssen sprechen, aber Männer werden nach wie vor verheizt.

„Die Frauen von Stepford“ (2004)

Den Film müssen Sie sich nicht ansehen, und noch weniger müssen Sie Geld für ihn ausgeben, es handelt sich um Propaganda, aber: Spoilerwarnung.

Der Film erzählt die schon endlos erzählte Geschichte, dass die Hausfrau und Mutter auf das übelste unterdrückt ist – ist natürlich Humbug, in Wirklichkeit beuten die Frauen die Männer aus, nicht umgekehrt. Die Frauen im Film, die alle wirken, als seien sie einem Küchenmaschinenkatalog aus den 50ern entsprungen, wurden durch Roboter ersetzt*, die nichts weiter sind als dumme Heimchen am Herd, die willigen Diener ihrer Herren – so würde sich der Mann seine Ehefrau wünschen. Das ist die Botschaft.

Nun, in den heutigen Zeiten ist es natürlich ein Unding, von einem Mann zu verlangen, seiner Frau ein guter Ehemann zu sein von einer Frau zu verlangen, ihrem Mann eine gute Ehefrau zu sein. Stellt sich nur die Frage, wie die Alternative aussieht. Das wäre dann eine völlig vermüllte Wohnung, wie sie auch im Film vorkommt, aber dafür ist die Frau emanzipiert – was natürlich nicht bedeutet, dass er seinerseits vom Arbeiten und Geldverdienen befreit wäre. Es fällt auf, dass diese Botschaft – die gute Ehefrau als versklavte Ehefrau, und zur Befreiung gehört Verwahrlosung – nur in Funktion als Hausfrau und Ehegattin, aber nicht als Mutter vermittelt wird. Es kommen so gut wie keine Kinder in dem Film vor, sie geraten aus dem Blick. Schade eigentlich. Warum nicht noch die Botschaft oben drauf packen, dass eine gute Mutter eine versklavte Mutter ist, dass sie völlig befreit werden sollte von der Pflicht zu Kindssorge – zu Lasten der Kinder? Schon andere Feministinnen äußerten sich in dies Richtung. Aber den Zuschauerinnen wären freie Mütter als schlechte Mütter, die ihre Kinder in einem Sau**stall verwahrlosen lassen, wohl nicht zuzumuten, es würde die Perfidie entlarven.

Wenn man also den Mutteraspekt weglässt, läuft die Propaganda rund. Dann erhält die Frau das Rüstzeug und die Rechtfertigung, sich auf einen selbstsüchtigen Egotrip zu begeben, die Familie zu zerstören mit der monströsen Macht, mit der Frauen im Westen ausgestattet sind, und sich dabei voll im Recht zu fühlen. Die Macher des Films dürfen stolz auf sich sein. Sie haben dazu beigetragen, dass noch mal ein paar Kinder mehr die Trennungshölle durchleben durften. Schön, wenn man die Welt besser macht. Von den Männer will ich gar nicht erst anfangen, denn die sind sowieso nur: „Schweine, eklige, verängstigte, widerwärtige Ratten“, wie mit Inbrunst vorgetragen wird, aber das haben die Kerle ja auch verdient, denn die wünschen sich ja einen guten, angenehmen Ehepartner, die Ratten! Das ist etwas, was mir oft in neuen Film- und Fernsehproduktionen auffällt: Die Frauen behandeln die Männer so richtig mies, sind aber zugleich welche von den Guten. Der Mann soll sich alles gefallen lassen, sonst kommt gleich die Anklage, dass man mit „starken Frauen“ überfordert wäre, die aber einfach nur schlechte Gesellschaft sind.

*Der Film kann sich nicht entscheiden, ob die Frauen nun Roboter sind oder doch aus Fleisch und Blut mit implantierten Gehirnkontrollchips.

**nix gegen diese sympathischen Tiere.

Was Frauen wollen

Angeblich soll sich Sigmund Freud sein ganzes Leben damit geplagt haben, dass er nicht dahinterkam, was Frauen eigentlich wollen. Seine eigene Tochter warnte ihn, dass seine Patientinnen lediglich verwöhnte Wohlstandsweibchen seien, denen es schlicht zu gut ging. Und wenn man sich die Heilung einer, nein: der typischen Frauenkrankheit – Hysterie nämlich – anguckt, ist da vermutlich auch einiges dran.

„Was Frauen wollen“ ist auch der Titel eines unglaublich schlechten Films, der Feministen ganz tief in den Arsch kriecht – oder Frauen, denn Feministen sprechen ja in ihren Namen. Jedenfalls gibt der Film so ziemlich jedes Klischee wieder, das so im Umlauf ist. Er handelt von einem Chauvi, der Frauen nur wie Fleisch behandelt, sowohl privat als auch beruflich, sie für Sex ausnutzt wo sie doch Liebe wollen und er weiter blind ist für tüchtige Frauen, die an die gläserne Decke stoßen und in der Männerwelt so in Verzweiflung geraten, dass sie sich das Leben nehmen wollen. Dieser Chauvi jedenfalls lernt aufgrund einer göttlichen Intervention die Frauen kennen, indem er ihre Gedanken lesen kann, und somit lernt, „Was Frauen wollen“, und damit zum Feministen mutiert. Interessanterweise wird er dazu durch eine Psychologin angeleitet, die als Frau und Psychologin wohl selbst nicht weiß, was Frauen wollen, weshalb es der Telepath herausfinden soll. Wenn man also das große Rätsel darum lösen will, wie Frauen ticken, muss ein Mann her! Naja, wo muss kein Mann her?

Aber was wollen Frauen? Um das herauszufinden, muss man nur ein Familiengericht aufsuchen, und sich ansehen, was Frauen in der Scheidung so alles wollen.

Sie wollen:

  1. Die Kinder, ganz für sich allein.
  2. Geld, in Form von Unterhalt, ganz viel.
  3. Nicht arbeiten müssen, so lange wie möglich.

Das wollen sie auch schon vor der Trennung, wenn sie eine Ehe eingehen. Es ist nicht so, dass Frauen am Herd enden, weil sie sich nicht wehren, sondern weil sie mit dem Modell „Mann im Werk, Frau am Herd“ höchst einverstanden sind, da Arbeit nur selten „Karriere und Selbstverwirklichung“ bedeutet, wovon Feministen ständig faseln, sondern Mühsal, Maloche und Leid; und es ist ein Privileg, sich dem zu entziehen.

Hin zu einer maskulistischen Filmkritik: Antichrist

Man beachte das t in Antichrist.

Abschließendes Fazit: Wer Horrorfilme mag, die langsam Spannung aufbauen, wird auch diesen Film mögen – zusätzlich ist er für Maskulisten interessant, also erst anschauen, dann hier lesen.

Ich bin ja den Hollywoodtrash gewöhnt, also schnelle Filme. Antichrist ist ein langsamer Film, man muss sich auf ihn einlassen. Dann aber wird er sehr intensiv. Bei manchen Szenen konnte ich gar nicht hinschauen, ich guckte weg und hob abwehrend die Hände.

Spoilerwarnung.

Der Film wurde mit den vernichtenden Urteil „frauenfeindlich“ etikettiert. Nun, angesichts dessen, dass unzählige Filme Geschichten von bösen Männern erzählen, finde ich es bezeichnend, wie empfindlich man reagiert, wenn es sich mal andersrum verhält, was selten genug vorkommt. Aber andererseits: Die Reinkarnation des Bösen schlechthin ist eine Frau, aber nicht nur das: Nicht steht einfach nur eine Frau, sondern die Frau für das Böse, manifestiert sich in ihr, ist es – wenn auch mit schizophrenem schlechten Gewissen. Die Frau ist der Antichrist.

Die Protagonisten des Films haben keinen Namen, sie stehen also nicht für Individuen sondern repräsentieren als Mann und Frau die Geschlechter vom Wesen her. Die Geschichte beginnt damit, dass Mann und Frau Sex haben, während ihr Sohn beim kindlichen Erkunden seiner Umwelt ums Leben kommt. Das wirft die Frau und Mutter in eine tiefe Krise, die von ihrem Mann als eine Art Psychotherapeut behandelt wird.

Im Zuge der Therapie will der Mann, dass sich seine Frau ihren schlimmsten Ängsten stellt, und das ist die Natur, wobei im späteren Verlauf deutlich wird, dass diese Angst vor der Natur auch die Angst vor sich selbst, vor der eigenen Natur ist. Also brechen sie zu ihrer abgeschiedenen Waldhütte auf, wo die Situation dann eskaliert. Der Mann findet dort die Doktorarbeit seiner Frau, welche die Hexenverfolgung zum Thema hat, also, wie der Mann selber feststellt, die Ermordung unschuldiger Frauen, die als Hexen bzw. Kräuterfrauen der Natur besonders nahe standen (dass auch Männer als Hexer verfolgt wurden, wird unterschlagen). Die Natur aber ist in dem Film nichts schönes, nichts naturromantisches sondern geradezu bestialisch brutal. Ihre Grausamkeit zeigt sich z.B. daran, wie ein Raubvogel sein eigenes Junges frisst. Wenn aber Frauen der Natur unter diesem Vorzeichen besonders nahe stehen, was sagt das dann aus über Frauen, über die Frau?

Der Mann, ganz modern und aufgeklärt, spricht dann über Frauen als verfolgte Unschuld. Seine Frau sieht das anders. Bereits in eine Psychose abgleitend gibt sie zu erkennen, dass für sie Frauen von Natur aus bösartig wären, und die Natur, so sagt sie, sei die Kirche des Satans. Wie um das unter Beweis zu stellen, lebt sie einen Gewaltexzess gegen ihren Mann aus. Ich habe immer mal wieder mit Leuten zu tun, die damit überfordert sind, sich vorzustellen, dass häusliche Gewalt von Frauen gegen Männer ein großes Problem ist, denn der Mann könnte sich doch locker wehren. Die im Film gezeigte Gewalt verdeutlicht, dass es mitnichten so einfach ist.

Die Frau gleitet in eine Schizophrenie ab, in welcher sie befürchtet, dass ihr Mann sie verlassen könnte, ihn aber zugleich auf das brutalste misshandelt und ihn mit Folter an sich binden will. In einer Rückblende wird auch deutlich, dass sie schuld am Tod ihres Sohnes ist, den sie während des Geschlechtsaktes beobachtet hatte, beobachtete, wie er sich in den Tod stürzte, ohne einzugreifen. Schließlich schneidet sie sich mit einer Schere die Klitoris ab, lehnt also ihr Frausein radikal ab – auch eine Szene, bei der ich nicht hingucken konnte. Am Ende tötet der Mann seine Frau und macht sich schwer verletzt auf den Weg hinaus aus der Natur, wobei unklar bleibt, ob seine Flucht gelingen wird.

Der Film ist ein Fest für solche, die gerne interpretieren. Ich habe hier nur einen Bruchteil davon angesprochen. Weil er als frauenfeindlich verstanden wurde und wohl auch wegen der Brutalität einiger Einstellungen avancierte er zum Skandalfilm. Mich lässt er etwas ratlos zurück, wollte Lars von Trier wirklich sagen, dass das Böse weiblich ist?