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Vorbilder für Satanistinnen

Bei „Jetzt“ hat man leider meine Hilfestellung für bemitleidenswerte Satanistinnen zensiert. So müssen sie also in diesem fiesen patriarchatsversifften System ohne Vorbilder auskommen, da böse Frauen allgemein totgeschwiegen werden. Oder die dunklen Seiten berühmter Frauen der Geschichte werden ausgeblendet und so getan, als wären sie die reinsten Engel; bestes Beispiel wäre Mutter Theresa, die Satan diente indem sie die ihr anvertrauten Schutzbefohlenen grausam leiden ließ, und die hinter vorgehaltener Hand als „Todesengel von Kalkutta“ gefürchtet wurde.

Aber auch dieses Vorbild erhält nicht die verdiente Anerkennung:

… die ungarische »Blutgräfin« Elisabeth Báthory, die minderjährige Mägde zu Hunderten auf grausame Art foltern und aufschlitzen ließ, um dann in ihrem Blut zu duschen.

Und so bemühten sich auch die Frauen in Hitlerdeutschland zwar redlich, ihren Anteil zu leisten, nur um erleben zu dürfen, dass ihr heldenhafter Einsatz totgeschwiegen wurde und wird und auch jene Frauen, die Hitler anbeteten und ihm bereitwillig ihre Kinder schenkten, unsichtbar gemacht werden. So kann man als Satanistin kaum auf Vorbilder zurückgreifen – ein unhaltbarer Zustand!

Warum Frauenkleider im „Patriarchat“ keine Taschen haben

Keine Taschen. Weil sie keine braucht.

Ich glaub‘, die meinen das ernst: Dass Frauenkleider weniger bis keine Tasche aufweisen, ist eine Verschwörung des „Patriarchats“! Hach, was haben wir gelacht.

Wie wir uns kleiden, hat viel mit Gender zu tun. Farben, Schnitte, Stile haben natürlich kein Geschlecht. Dass wir bestimmte Kleidungsstücke und Darstellungen einem Gender zuschreiben, liegt an unserer Sozialisierung.

Farbe, Schnitte, Stile sind ein Code und dieser Code steht für etwas ganz real existierendes, nämlich die Geschlechter. Diese Geschlechter unterscheiden sich erheblich von einander, und dass wir sie unterscheiden – zum Beispiel in der Frage, welches wir sexuell anziehend finden – wurzelt in de Biologie, auf die die Kultur, die Sozialisierung aufbaut. Ob „Farben, Schnitte, Stile“ nun ein Geschlecht „haben“ oder für eins stehen, ist unerheblich, denn die Autoren haben weniger ein Problem mit den Codes als damit, dass sie für etwas stehen, was tatsächlich existiert.

Einfachstes Beispiel: Vor weniger als 100 Jahren war Rosa noch eine „Jungenfarbe“, Mädchen trugen dagegen eher Blau

Richtig. Nur was hier unterschlagen wird, ist der Grund dafür. Jungen stand der Tod, das Verbluten auf dem Schlachtfeld bevor und Blut ist rot. Die Babyversion davon ist Rosa, also wurden Jungen in Erwartung ihres Schicksals, von dem Mädchen im Matriarchat verschont bleiben, rosa gekleidet. Aber auch das ist nur ein Code, nur eine Symbolik. Das Problem der Autorin ist nicht, dass heutzutage blau die männlich codierte Farbe ist, ihr Problem ist, dass es überhaupt zwei Geschlechter gib, die dann im kulturellen Gefüge codiert werden. Sie hätte exakt dasselbe Problem, wenn grün weiblich und gelb männlich wäre. Wie sagte Dissenz? „Das Ziel ist nicht der andere Junge, das Ziel ist gar kein Junge.“ Analog: Das Ziel ist nicht eine andere Farbe für ein Geschlecht, das Ziel ist gar kein Geschlecht.

Was sich auch sehr geändert hat, ist die Größe von Taschen bei Kleidung, die als „Frauenkleidung“ gelabelt wird. Rock- und Kleidtaschen sind fast vollständig verschwunden, waren früher aber regelrecht „normal“. Auch die Hosentaschen wurden immer kleiner. Heute sind sie teilweise nur noch aufgenähte Scheintaschen; selbst eine gerade geschnittene Jeans hat Taschen, in die keine ganze Hand passt, geschweige denn Smartphones, Geldbeutel oder eine Packung Taschentücher. … aber auch hier gibt es die Versionen, bei denen die Tasche nicht mehr als eine Ziernaht ist. Warum?

Dazu lieferte Esther Vilar die Antwort:

Außer nachts, wenn die meisten Männer buntgestreifte Pyjamas mit nur zwei bis vier Taschen tragen, bekleiden sich die Männer mit einer Art Uniform in Grau oder Braun aus schmutzabweisendem, dauerhaftem Material. Diese Uniformen oder »Anzüge«, wie man sie nennt, haben mindestens zehn Taschen, in denen der Mann die notwendigsten Hilfsmittel, die er zu seiner Arbeit braucht. Immer griffbereit bei sich trägt (die Kleidung der Frau hingegen hat, da eine Frau ja nicht arbeitet, weder am Tag irgendwelche Taschen noch bei Nacht). Esther Vilar – „Der dressierte Mann“, Seite 17

Weiter im Text:

Oft wird mit dem sexualisierenden male gaze argumentiert, dem männlichen Blick, der dafür gesorgt hat, Kleidung für cis Frauen (an trans Frauen wird da gar nicht gedacht) möglichst eng und angeblich sexy zu machen. Beulen in der Hose seien unschön oder unweiblich, und da Oberflächlichkeit bzw. Eitelkeit als angeblich weibliche Eigenschaft geführt wird, lässt sich bei Frauenkleidung (sic!) auf Taschen ja ganz verzichten. Mit Sicherheit ist diese Sexualisierung und die Objektifizierung der cis Frau als Deko-Objekt für den cis Mann Teil der Entwicklung. Tatsächlich ist der Hintergrund aber noch weit politischer.

Richtig erkannt: Wenn eine Frau damit beeindrucken will, dass sie hautenge Kleidung trägt, stören große Taschen. Das ist aber kein Problem, da sie auf Handtaschen ausweichen kann. Und ach ja *seufz*, der bösartige, unterdrückerische „male gaze“. Nur soviel: Frauen üben sich im Schöhnheitshandeln, da sie ihren Wert auf dem Partnermarkt erhöhen wollen – um sich einen finanziell potenten Mann zu angeln. Denn dadurch kann die Frau auf einem hohen sozialen Niveau leben, ohne ihn selbst erarbeiten zu müssen – das Privileg des Millionärs: Nicht arbeiten müssen. Aus diesem Grund machen sich Frauen ganz aus sich selbst heraus zum Sexobjekt, wobei man bedenken muss, dass es schön und attraktiv ist, auf das andere Geschlecht schön und attraktiv zu wirken – das gilt aber auch für Männer, die darunter leiden, wenn sie für Frauen nicht attraktiv sind; nur dass das niemals von einer Feministin angeprangert wurde – als „female gaze“ –, was sie als Sexistin entlarvt.

Das Aufnähen von Taschen war ein Schritt des Feminismus. Quasi. Kleidung sollte praktischer werden, auch für Menschen, die keine Männer waren. Die Sufragetten entwickelten Kleidungsstücke, die mehrere Taschen hatten. In Kriegszeiten war praktisch wichtiger als hübsch, also trug eins auch vermehrt Hosen mit großen Taschen. Für das Patriarchat war es mehr und mehr gefährlich, dass Frauen und andere versteckt Dinge tragen konnten. Sufragetten konnten Waffen transportieren, die Menschen konnten Waren schmuggeln, Bücher, Informationen. Für das Patriarchat war es wichtig, dass das, was eine nicht dya cis männliche Person bei sich tragen konnte, limitiert werden konnte. Et voilá. Die Forderung nach Röcken und Kleidern für Frauen wurde laut, ohne Taschen versteht sich.

….

Der schmale Schnitt ist darum nicht nur dem male gaze zu verdanken, sondern eine Folge der politischen Macht des Patriarchats – oder besser gedacht dem Wunsch nach Machterhalt bei den Mächtigen.

Äääääääääääääääääh…

„Umso grotesker einer These, umso schwieriger ist sie zu widerlegen“

Es fehlt jede Quellenangabe für diese Groteske. Wenn darin auch nur ein Körnchen Wahrheit wäre, müssten wir in allen autoritären Regimen die strikte Regulierung von Taschen beobachten können – was nicht der Fall ist.

Aber ja, die Chefstrategen des Patriarchats haben im Konferenzraum 42 die Regulierung von Frauentaschen festgelegt und und eine Propagandastrategie entworfen, die Frauen Röcke vorschrieb, ohne Taschen, versteht sich. Zwecklos, es zu leugnen.

Nochmal: Hautenge Kleidung bei Frauen wirkt sexy und Frauen wollen sexy wirken. Große, beulige Taschen würden das zerstören. Deshalb.

Denn Kleidung wird nicht nur als Merkmal für Gender verstanden, sie zeigt auch Macht. Hosen, Anzüge, vermeintlich „männliche“ Kleidungsstücke demonstrieren Macht, während Röcke, Blusen, Kleider diese Macht reduzieren.

Für feministische Giftbeutel ist alles, was der Mann tut, Machtausübung. So auch, wenn er Kleidung trägt. Preisfrage: Wenn Männer Röcke tragen würden, und Frauen nicht, würden dann Röcke „Macht demonstrieren“?

Das ist nonsense: Begegnen sich ein Mann und eine Frau, er im Anzug und sie in einem Kleid, hat er nicht die geringste Macht über sie. Will er was von ihr, muss er damit rechnen, dass sie nichts vom ihm will, dass er sich einen Korb einfängt und es gibt nichts, was er dagegen tun kann – das ist die ganze Macht des Mannes.

Und dasselbe gilt auch, wenn sie die Chefin und er der Mitarbeiter ist – selber Kleidungsstil, dennoch klar geregelte Machtverhältnisse. Und auch wenn der Sklave jeden Tag im Anzug zum Sklavendienst antritt, weil sie, die Kleider trägt, es so will – vor oder nach der Trennung dann als Unterhaltssklave – ändert das nix an dem Machtverhältnis.

Gleiches gilt natürlich für die Farbsymboliken, die ich oben bereits erwähnt habe. Diese Einordnung beginnt bereits bei Neugeborenen, deren Gender noch gar nicht klar ist. Gendermarketing will gelernt sein, damit jede:r weiß, was im Patriarchat anzuziehen ist. Wer keine Taschen hat, kann dieser Macht nicht gefährlich werden. Spoiler: Doch.

Das „Gender“ ist zu 99% klar. Dass bereits Baby farblich Codes tragen, mit denen ihr Geschlecht kommuniziert wird, darauf gehe ich ein anderes mal ein. Ist es schlimm, dass ein Säugling wie ein männlicher Säugling behandelt wird? Wird er damit in seiner Freiheit beschnitten? Coming soon…

Frauen und die Angst vorm Altern

Auf Jetzt.

die Welt ist grausam und dumm. Der Beweis: Sie hat das Konzept der MILF hervorgebracht. Also eine Bezeichnung für Frauen, die in einem Alter sind, das gemeinhin als Mütter-Alter gilt, also mindestens über 40, und – festhalten – trotzdem körperlich attraktiv sind! Wörtlich übersetzt: Die man (trotz ihres Alters) f****n würde. Aus Sicht nicht weniger Männer eine der höchsten und seltensten Auszeichnungen für eine Frau.

Frauen über 40 können nicht mehr schwanger werden, deshalb macht es aus evolutionärer Sicht keinen Sinn, dass der männliche Sexualtrieb auf dann unfruchtbare Frauen zielte – denn damit werden keine Kinder gezeugt, die das genetische Erbe weitertragen.

Und ja: Die Welt ist ungerecht. Der Beweis: Erfolglose und hässliche Männer werden von Frauen nicht mit dem Arsch angesehen, weshalb sie eine trostlos-verbitterte Existenz als Incel führen müssen und dafür noch angefeindet werden während man Frauen mit Mitgefühl begegnet.

In einer Studie der Universität von Chicago etwa wurde gut belegt, dass die Attraktivität von Gesichtszügen bei Frauen nach der Menopause von Männern als deutlich geringer wahrgenommen wird als vor der Menopause. Im Vergleich dazu war dieser Unterschied kleiner bei der Bewertung von männlichen Gesichtern der entsprechenden Altersgruppen durch Frauen. Heißt: Männer scheinen im Schnitt länger als hot zu gelten als Frauen.

Evolution. Ältere Männer können noch Kinder zeugen und die Ernährerrolle übernehmen.

Aber, wohlgemerkt: Hier ist ja auch nur die Rede von körperlicher Attraktivität – es ist damit längst nicht gesagt, dass Männer in jedem Alter 20-jährige Partnerinnen wollen.

Das Ideal ist, wenn man sich jung findet und dann das Leben bis zum gemeinsamen Familiengrab teilt. Der Mann liebt dann die ganze Persönlichkeit der Frau und nicht nur ihr Äußeres. Aber heutzutage erzählen Feministen Frauen, sie könnten die Partnersuche nach hinten verschieben und sollten sich erstmal ihrer heiligen Karriere widmen und überhaupt ist eine Frau ohne Mann wie ein Fisch ohne Fahrrad, weshalb Feministen aktiv in Familien reingehen und sie zerstören.

Während wir selbst unsere Bierbäuche vor uns her schleppen und uns dabei für George Clooney halten?

Wenn so ein Mann über Kohle verfügt wie ein George Clooney kann er sich das auch leisten. Im übrigen es es nur ein männerfeindliches Klischee, dass für bzw. bei Männern Aussehen unwichtig wäre:

«Als der Psychologe Barry Glassner in einer Studie 256 nichtmuskulöse männliche Jugendliche untersuchte, stellte er fest, dass jeder einzelne von ihnen entweder Stimmungs- oder Verhaltensstörungen aufwies, die mit Minderwertigkeitsgefühlen zusammenhingen. Und eine landesweite Untersuchung der Zeitschrift »Psychology Today« an 62.000 Lesern ergab einen direkten Zusammenhang zwischen Selbstwertgefühl und Körperbau: Je muskulöser nach eigener Einschätzung der Körper, desto größer das Selbstwertgefühl.»

Weiter:

Oder arbeitet ihr darauf hin, euren Selbstwert komplett vom männlichen Blick unabhängig zu machen?

Das wäre dann weibliches MGTOW. MGTOW unter Männern wird übrigens von Feministen… äh… „kritisch“ gesehen.

Als ich da so vor dem Spiegel stand, krochen in mir zwei Gedanken hoch. Erstens: Der Verfall setzt ein. Zweitens: Eigentlich könnten wir auch heiraten.

Für den zweiten Gedanken schäme ich mich in diesem Kontext ein bisschen, aber er war nun mal da. Die Logik dahinter geht ungefähr so: ‚Du wirst jetzt alt und unattraktiv und das erträgt sich leichter, wenn man in einer stabilen Beziehung ist – und nicht mehr nach einem Partner suchen muss.‘ Denn dabei spielen optische Merkmale (Haarfülle, Straffheit, Körpergewicht) ja traditionell eine wichtige Rolle. Ich war in diesem Moment also einfach extrem dankbar, schon in einer guten Beziehung angekommen zu sein – wo Äußerlichkeiten inzwischen nicht mehr so wichtig sind.

Sag ich doch. Mal sehen ob sie’s wieder einreißt.

Ich gebe übrigens (mindestens) einem Mann die Mitschuld daran, dass ich denke, man hätte es mit mehr Cellulite und grauen Haare auch automatisch schwer, Liebe zu finden. Mein Vater funktionierte nämlich so, wie ihr das oben beschreibt: Jüngere Frauen fand er schön, ältere Frauen nicht schön. Meine Mutter jedenfalls hielt er nicht lange für eine MILF. Er suchte sich jüngere Frauen und kommentierte immer wieder, dass unsere Mutter eben schon lange nicht mehr richtig in Schuss sei.

Die Geschichte muss man wohl so glauben. Jedenfalls hatte die Mutter ihre Schäfchen bereits ins Trockene gebracht, wenn sie mit dem Vater verheiratet ist, denn das bedeutet die Ehe heutzutage für Frauen – die Rundumalimentierung. Ansonsten habe ich an anderer Stelle die Frage gestellt:Er ist also gegangen? Warum denn dieses? Wurde er nicht geliebt?“ Oder ist es vielleicht so, dass hier das oberflächlich-sexuelle von tiefgehender Liebe zu unterscheiden ist. Nursex mit jungen Dingern aber Lieber für die Mutter seiner Tochter? Eine Mutter, die ihrer Tochter nicht lehrte, ihren Vater zu lieben, wie es Mütter heutzutage so machen?

Gleichzeitig hat es mir auch die Gegenseite belegt: Männer müssen sich wenig Sorgen machen, schon mit 40 altersbedingt ausrangiert zu werden. Dass ihr das bei Frauen anders handhabt und der weiblichen Attraktivität – wenn auch unbewusst – ein Verfallsdatum aufstempelt, finde ich natürlich nicht besonders prickelnd.

Männer werden nach anderen Kriterien aussortiert. Und nicht Männer sondern die Natur verpasst den Frauen diesen Stempel.

Es gibt aber auch die guten Momente: Die, in denen ich mit Ver- und Bewunderung für mich selbst feststelle, dass mir Äußerlichkeiten insgesamt jährlich egaler werden. Wie hätte ich die Falten am Hals sonst so lange übersehen können? Seit ich mich erwachsen fühle, schaue ich seltener in den Spiegel, stelle ich mich kaum mehr auf die Waage. Wenn eine Hose zu eng wird, hungere ich mich nicht zurück in sie hinein, wie ich es als unsicherer Teenie getan hätte. Ich gehe los und kaufe eine größere. Und ob ihr mich dann weniger gut finden könntet – daran denke ich meistens überhaupt nicht mehr. Je reifer ich werde, desto mehr schließe ich auch Frieden mit mir. Ähnliches habe auch schon von vielen anderen Frauen gehört.

Schön.

Was ich dagegen noch nie gehört habe: Dass irgendeine von uns den Wunsch hätte, noch ein paar Jahre länger von Männern sexualisiert zu werden. Auch und vor allem nicht als MILF.

Erstmal sexualisieren Frauen sich selbst und werden nicht sexualisiert. Und zweitens wird mit diesem Statement Sex zu einer rein männlichen Sache erklärt (in der Realität haben auch Frauen Lust auf und Spaß am Sex), und das kommt in der Regel von genau den Frauen, die nicht das geringste zum Sexobjekt mitbringen.

Ich Trampel

Ich bin tief in der Genderszene unterwegs und das heißt, dass für mich vieles „normal“ ist, was andere gar nicht auf dem Schirm haben. Trans- und Intersexuelle bin ich gewohnt, ich merke nicht mal bei „schwulen Mädchen“ auf, mir ist vieles bekannt und auch vertraut. Da aber gefühlte 99% der Menschen nach wie vor eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden können, ist für die meisten all das Gendergedöhns etwas exotisches. Sie beschäftigen sich nicht jeden Tag mit der Existenz ihrer Merkwürdigkeiten und den daraus abgeleiteten Theoremen, wonach deren Existenz beweise, dass Mann und Frau nicht existieren. Ich bin das Thema gewohnt, ich lese, schreibe und spreche darüber.

Dann aber bin ich mal einer Frau begegnet, der gegenüber ich mir einen Fauxpas leistete, für den ich mich heute noch ohrfeigen konnte. Jedenfalls sah sie schon unweiblich aus, verschärfend kam hinzu, dass sie ihre Haare kurz trug. Ich gelangte zu einer Einschätzung und lag damit falsch als ich sie fragte, ob sie inter- oder transsexuell wäre. Sie reagierte gar nicht, bzw.: Auch keine Antwort ist eine Antwort: Ihre Mimik erstarrte, sie drehte sich um und ging einfach weg. Ich merkte aber, dass sie tief getroffen war.

Das, was Genderisten als die Glückseligkeit einer von der „heteronormativen Matrix“ befreiten Zukunft verkaufen wollen, ist für die meisten der blanke Horror. 99% der Menschen fühlen sich wohl mit ihrem Geschlecht und für die durchschnittliche Frau wie dem durchschnittlichen Mann ist es nicht im geringsten erstrebenswert, nicht auf den ersten Blick als Frau oder Mann erkannt zu werden. Im Gegenteil dürfte das für die meisten einfach nur schrecklich sein. Da ich mich zu tief auf das ganze Gendergedöhns eingelassen hatte, ging mir dieses Verständnis verloren – wofür ich mir selbst in den Hintern treten könnte.

Göttin

Und höre nun demütig die Worte: Keine Mumu soll jemals für schnöden Mammon zu haben sein, denn der Mammon besudelt ihre Heiligkeit, ihre Weiblichkeit, die da geehrt gehört und höher steht als alles, was der Mann da schafft und wirkt. (Aus den Schriften Egalias, offenbart 27 anno dominae)

Soso, Sie sind also ein Freier, Sie elendiger Sünder? Ich hatte dazu mal eine interessante Diskussion mit einer Feministin, die erstaunliches zu Tage brachte: Die Verfolgung der Freier nach dem schwedischen Modell – nur der Käufer nicht die Anbieterin wird bestraft – wird auch dann angestrebt, selbst wenn klar ist, dass das den Sexarbeiterinnen schadet. Und zwar erklärte sie mir, wenn irgendwo eine Frau „käuflich“ sei, dann würde das auch sie betreffen. Daraus wurde ich nicht schlau, aber leider verweigerte sie mir eine Erklärung. Man könnte sich das jetzt so erklären, dass Prostituierte den Marktwert einer Vulva senken. Stichhaltiger aber ist, dass die Frau sakrosankt ist und es damit einer Gotteslästerung, Entweihung gleichkommt, wenn eine Muschi für Geld genutzt werden kann – meine Diskussionspartnerin verfügt dann nicht mehr über was heiliges, sondern nur profanes.

Ähnliches gilt für Pornografie: Da die Frau heilig ist, ist es Frevel, wenn sie als ganz normaler Mensch bei einer menschlichen Tätigkeit gezeigt wird, noch dazu, wenn dieses Herzeigen allein der männlichen Befriedigung dient (dass Pornos auch Frauen anturnen, lassen wir mal beiseite).

Oder sexuelle Belästigung: Pillepalle wie ein schlechtes Kompliment können eine ganze nationale Debatte auslösen, während es kein Thema ist, wenn Obdachlose erfrieren. Vielmehr erregt man sich darüber, dass so einer Mimose nicht der zustehende Respekt gezeigt wurde, der ihr als eine Gottheit nunmal zusteht. Dabei soll der Frau die Allmacht zugestanden werden, dass allein sie entscheidet, was Lästerung ist und was nicht: Sexuelle Belästigung ist, was die Frau als sexuelle Belästigung empfindet. Womit der Willkür Tür und Tor geöffnet wird, was aber ebenfalls kein Problem darstellt, da der göttliche Wille unfehlbar ist.

Ähnlich bei Vergewaltigung: Auch hier soll der Frau Definitionsmacht zugestanden werden. Sie definiert, was ein Übergriff mithin Vergewaltigung ist und dieses Urteil darf auch nicht kritisiert werden; der Beschuldigte hat nicht das Recht, sich zu verteidigen, da jede Verteidigung die göttliche Definition antastet. Damit hängt eng zusammen, dass Feministen kein Problem mit Falschbeschuldigung haben, sondern sogar dazu anleiten. Sie wissen also genau, dass es hier unschuldige Männer trifft, wobei aber ein Mann gar nicht unschuldig sein kann: Sollte die Göttin ihn bezichtigen, dann hat er es auf jeden Fall verdient, was schon allein dadurch bewiesen wird, dass sie ihn falschbeschuldigt, denn das heißt, dass er irgendwie den heiligen Zorn der Göttin auf sich gezogen hat, also wird er zu Recht vernichtet. Deshalb haben Feministen auch ein Problem mit dem Rechtsstaat, zumindest dann, wenn er auch Männer davor schützt, unschuldig in den Knast zu gehen. Und wo wir schon beim Rechtsstaat sind: Es gab bereits ernsthafte Forderungen, Frauengefängnisse abzuschaffen; heißt, eine Kinderfickerin soll nicht in Haft, denn sowas wie eine Sexualstraftäterin gibt es nicht, denn sie ist die Göttin, nicht der Teufel.

Ernst gemeint sind auch die Bestrebungen, den Göttinnen ein Tötungsrecht zuzubilligen, die Rede ist von der sog. Tyrannentötung. Wenn ein Frau angibt, einen häuslichen Gewalttäter, also den Tyrannen getötet zu haben, soll sie freigesprochen werden – und welche Mörderin würde das dann nicht machen? Daraus ergibt sich die göttliche, diktatorische Macht, ein Menschenleben zu beenden.

Oder Sorgerecht: Die Kinder sind Eigentum der Mutter, und wenn sie die Entscheidung trifft, dass sie die einzige Bezugsperson für ihr Kind sein soll – Du sollst keine anderen Götter neben mir haben – dann wird das in unserer Gesellschaft so umgesetzt und der Vater muss erleben, dass er vom Kind verteufelt wird, denn wo eine Göttin, da ist auch der Teufel nicht weit – ihre Heiligkeit bedingt seine Bösartigkeit im Kontrast dazu.

Und natürlich darf man auch keine Witze über Frauen machen – eine bittere Lektion für den Nobelpreisträger Tim Hunt, der wegen einer harmlosen Fotzelei seine Anstellung verlor; er, der mit seiner Forschung Menschen geholfen hat im Gegensatz zu repressiven neumodernen Gotteskriegern – denn nichts ist für heilige Dinge so gefährlich wie das Auslachen:

Der Witz wird von fragilen Naturen naturgemäß besonders kritisch gesehen. Erstens wohnt ihm immer ein anarchistisches Element inne, deshalb bringt er einen ja auch zum Lachen. Jeder Witz ist zudem latent subversiv. Nichts fürchten Menschen, die für eine große Sache streiten, mehr als das Gelächter. Moral lebt vom Pathos. Der Witz erinnert daran, dass es vom Erhabenen zum Lächerlichen nur ein kleiner Schritt ist.

Der Sozialwissenschaftler Djadmoros bringt es auf den Punkt:

»Weiblichkeit« als Inbegriff des Nicht-Entfremdeten der modernen Gesellschaft. Weiblichkeit ist sakral: sie kann durch den geringsten lüsternen Blick entweiht und durch die geringste »Mikroaggression« profaniert werden, den subjektiven Standpunkt einer Frau in Frage zu stellen, ist Lästerung, die geringste Dissonanz, die ihrem Selbstbild zugemutet wird, macht sie zum Opfer, listen and believe ist darum die einzig legitime Form, sich einer Frau zu nähern, aber es wird Dir verlohnt, denn allein, dass sie Dir ihre Aufmerksamkeit zugnadet, heilt Dich von den Skrofeln und dem inneren Aussatz Deiner elenden Existenz!

Frauen ergehen sich kraft ihrer höheren Intuitionen stellvertretend für uns alle in unnachahmlich tiefspürendem Sinnen über den Zustand der Welt und die Wege zu ihrer Besserung, und in ihrer Gnade schließen sie sogar den ursündigen Mann in den Kreis der heilsfähigen Wesen ein, wenn er denn sein verstocktes, toxisches Herz von der Frohbotschaft der weiblichen Friedfertigkeit anrühren lässt und in tiefempfundener Zerknirschung seine patriarchale Hülle von sich stößt.