Archiv der Kategorie: Genderismus

Was nicht funktioniert: „I wanna lay you down on a bed of roses“

loewen

Für die Lesbe Alice Schwarzer ist die Sexualität zwischen Mann und Frau der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Beziehung zwischen diesen. Hier entscheidet sich das ganze Geschlechterverhältnis, hier beginnt die „Unterdrückung“ des weiblichen Geschlechts. Ihr zufolge ist die verhasste „Penetration“ nichts anderes als gewaltsame Unterwerfung der Frau, weshalb man darauf zu verzichten habe. Dem haben einige Frauen widersprochen, zum Beispiel Bettina Röhl:

Wegen diesem, mit Verlaub doch ziemlich gefühllosen Unsinn, der die Anziehung zwischen Mann und Frau von der Pubertät an komplett negierte und die Sehnsucht der Männer danach in die Frau einzudringen und die Sehnsucht der Frau danach, den Mann in sich zu spüren, als nichtexistent erklärte und eben damit das doch wohl erhebliche Vergnügen mehr, das eben das Zusammenschlafen ausmacht, ausblendete, wurde Schwarzer ganz gewiss nicht zu einer Erfolgsautorin.

Im Sex manifestieren sich die Geschlechterrollen wie sonst nirgendswo. Ja, Alice Schwarzer hat Recht: Nirgendwo sonst ist der Mann so männlich und die Frau so weiblich wie beim Sex. Man mache mal den Test und stelle sich den Lebensschwur „I wann lay you down on a bed on roses“ mit getauschten Geschlechtern vor. Würde sich der Mann dabei wohl fühlen, wenn er von seiner Geliebten auf den Armen getragen würde und auf ein Rosenbett niedergelegt? Wäre es für die Frau erfüllend, wenn sie diesen urmännlichen Part übernehmen würde?

Und wenn die überwältigende Mehrheit aller Menschen darin übereinstimmt, dass das weniger prickelnd als vielmehr abtörnend wäre, wäre das tatsächlich allein auf soziale Prägung zurückzuführen, hätte Judith Butler Recht? Und wäre eine Gesellschaft nach den Wunschvorstellungen der Genderisten, in der solch ein Rollentausch der Alltag wäre, eine Utopie oder doch Dystopie? Wären die Menschen glücklich damit?

Die Geschlechterrollen sind aber auch außerhalb der Sexualität unterschiedlich. Der Mann hält die Frau nicht nur dann auf den Armen, wenn er sie über die Türschwelle trägt oder auf Rosen bettet, er trägt die ganze Beziehung. Emotionalität ist dem Klischee nach typisch weiblich und wie viele andere hat es einen wahren Kern – Die Frau kann ihren Gefühlen mehr nachgeben als der Mann, was ich für anerzogen halte: Der Mann hat zu funktionieren, und das kann er nicht, wenn er sich die ganze Zeit mit seinen Emotionen beschäftigen würde. Diese Selbstbeherrschung ist auch für die Beziehung relevant. Die Frau kann (hin und wieder) mal ihre Gefühle ausleben, zickig sein, ihre Tage haben, die Dramaqueen markieren, und der Mann hat das zu managen. Er ist wie der Fels in der Brandung, der trotz des Sturms der Gefühle felsenfest steht, der die Beziehung beschützt und nicht zulässt, dass sie beschädigt wird, auch nicht durch ihre Emotionalität.

Dass der Mann die Frau begehrt und diese sich danach sehnt, ihren Liebhaber in sich zu spüren, konstituiert die Geschlechter. Es ist tief verwurzelt weshalb das Ansinnen der Genderisten, die Geschlechter zu dekonstruieren zum Scheitern verurteilt ist – was nicht heißt, dass sie durch eine kranke Politik nicht viel Schaden anrichten können.

Djadmoros & Only_Me über seriöse und unseriöse Soziologie – eine kurze Verteidigung der Geisteswissenschaften

Djadmoros:

Wie würde denn die Diskussion ablaufen, wenn wir nicht von der Soziologie, sondern von der Biologie reden würden? Nehmen wir einen Staat an, dessen Wissenschaft nicht vollständig, aber sehr weitgehend vom Lyssenkoismus geprägt ist, und es würde tagein, tagaus mit Unterstützung durch Politik und Medien verkündet: »Gene? Schtonk!«

Während andererseits die Schriften von Wissenschaftlern wie Ernst Mayr, Rupert Riedl, Richard Dawkins und Daniel Dennett nicht verboten wären, sondern bloß nicht zum im Medienlautsprecher verstärkten Mainstream gehören würde.

Wie würde die Kritik lauten? Würde behauptet werden, die Biologie sei eine nutzlose Schwätzerwissenschaft? Oder würde nicht vielmehr die Forderung erhoben werden, es möge endlich wieder seriöse Biologie betrieben und die ideologisch verseuchten Doktrinen aus der Universität verbannt werden?

Meines Erachtens ist die Antwort klar. Die Biologie als Wissenschaft komplett abschreiben würden nur Leute, die ohnehin keine Idee davon haben, wozu sie gut sein kann, und Lyssenko wäre dafür die komfortable Ausrede.

Und darauf läuft auch das Soziologie-Bashing hinaus. Anstatt darüber zu diskutieren, worin der Unterschied zwischen guter und schlechter Soziologie besteht und die gute gegen die schlechte in Stellung zu bringen, wird sie als Ganze abgeschrieben. […]

Only_Me:

[…]»Wie konnte es denn so weit kommen, dass die Soziologie so abgerutscht ist? Du schreibst so, als wären der böse Staat und die bösen Medien allein daran schuld und obwohl die Soziologen (die damals noch guten) sich nach Kräften dagegen gestemmt hatten, waren sie einfach chancenlos.«[…]

Djadmoros:

Meines Erachtens hat das damit etwas zu tun, dass Wissenschaftler (nicht nur Soziologen), denen in erster Linie die Wiesenschaft wichtig ist, sich eher aus der Wissenschaftspolitik heraushalten, weil das bedeutet, sehr zeitaufwendige Gremienarbeit betreiben zu müssen. Das heißt aber auch: sie konzentrieren sich darauf, in ihrer unmittelbaren Reichweite am Lehrstuhl gute Wissenschaft zu betreiben, haben aber nicht den weiteren politischen Horizont im Blick.

Zweitens entstehen bestimmte Denkschulen zwar innerhalb der Wissenschaften (die »postmodernen« Denkschulen z. B. in der Philosophie), aber es ist zwischen Entstehung und Ausbreitung zu unterscheiden. Das Gewicht, dass Fachgebiete wie die Genderforschung heute haben, ist ihnen tatsächlich auf politischem Wege zugeschanzt worden (femnistische Netzwerke), insofern ist das Wort vom »bösen Staat« hier zutreffend. »Nach Kräften dagegen gestemmt« haben sich die zuvor etablierten Fachwissenschaftler allerdings weniger – aus eingangs genanntem Grund zum einen, zum anderen ist der Einfluss von Wissenschaftlern gering, wenn es nicht um die Neubesetzung von Stellen am eigenen Lehrstuhl geht, sondern ganze Bereiche neu geschaffen werden.

Dahinter steht ähnlich wie beim Gender-Mainstreaming auf UNO-Ebene erfolgreiches politisches Lobbying. Wie man da manipulieren kann, zeigt ja das Professorinnenprogramm: eine neu zu schaffende Stelle wird geschlechtsunabhängig ausgeschrieben, aber tatsächlich bewilligt wird sie nur, wenn sie an ein Frau geht.

Und ich erinnere mich auch an inhaltliche Auseinandersetzungen: Leute wie Jürgen Habermas und Manfred Frank, die sich schon in den 1980ern mit Poststruktruralismus und Postmoderne auseinandergesetzt haben, Auseinandersetzung mit Annahmen der »feministischen Wissenschaft« am eigenen Fachbereich (konkret ging es damals um die Kohlberg-Gilligan-Kontroverse), und einzelne Profs wie Wolfgang Merkel, die feministischen Ideologinnen im Seminar »den Rost runtergetan« haben, wie man bei den Schwaben sagt.

Das hilft nur leider nichts, wenn einfach nebenan eine als Wissenschaft getarnte feministische Kaderschule aus dem Boden gestampft wird, die es vorher gar nicht gab und wo die Ideologinnen unter sich sind und im eigenen Saft schmoren. […]

„Gender“ richtig aussprechen

Ich erlebe immer wieder, dass auch Genderkritiker den Fehler machen, „Gender“ so wie in der Herkunftssprache auszusprechen: „Chjänder“ wie in „Gentleman“.

Das ist falsch: Es wird mit gutem deutschen „G“ gesprochen wie in „Ganter“, „Gartenzwerg“ oder „Großartig“. Damit leistet man zivilen Widerstand gegen den Unsinn, der einem im Rahmen des Gender-Mainstreaming von oben aufgezwungen wird.

flach

Qualität im Feminat

– „Lebt die Katze noch?“

– „Ich seh mal nach.“

In der Quantenphysik ist es so, dass der Zustand eines beobachteten Phänomens auch durch den Beobachter bestimmt wird. Deshalb sollte man ganz vorsichtig nach der Katze sehen. Mir selbst ist diese physikalische Erkenntnis, die auch weitreichende philosophische Konsequenzen hat, aber nicht einsichtig. Dafür gibt es in anderen Disziplinen aber ähnliche Theoreme, wie etwa der Poststrukturalismus. Dieser besagt u.a. dass das Wahrheit ist, was den Diskurs als Wahrheit dominiert. Das ist bedenklich, denn es bedeutet, dass das Wahrheit ist, was ein Tyrann als Wahrheit festlegt – eine brutale Herrschaft des Stärkeren. Dazu erklärte mir eine Genderistin tatsächlich mal, wenn die Mehrheit der Menschen denkt, die Erde sei eine Scheibe, dann sei das nunmal die Wahrheit.

Nach dieser Theorie will man nun eine neue Wahrheit durchsetzen, wonach es nicht zwei sondern viele Geschlechter gebe. Denn den Theorien der Elfenbeinturm-Genderisten nach sprechen wir nicht von zwei Geschlechtern, weil es tatsächlich zwei Geschlechter gibt, sondern es ist genauso anders herum: Es gibt nur deswegen zwei Geschlechter, weil über zwei Geschlechter gesprochen wird. Durch das Sprechen werden sie „reproduziert“. Und nun begehren „Marginalisierte“ auf und wollen ihre querliegende Geschlechtsidentität der Mehrheit ins Denken einhämmern. Ist das Projekt „Geschlechterärger“, wie es Judith Butler nennt, erstmal abgeschlossen, dann werden „Marginalisierte“ nicht mehr marginalisiert sein sondern normal. Es fällt auf, dass die Disziplin des Gender freundlich ausgedrückt eine „weiche Disziplin“ ist, unfreundlich ausgedrückt: Ein Laberfach. Damit will ich nicht sagen, dass Geisteswissenschaften grundsätzlich unseriös seien, allerdings halte ich sie für besonders anfällig für Laberei. Es ist eine Linguistin, die sich hier über biologische Begebenheiten wie dem Geschlecht auslässt. Und sie kennt viele schlaue Wörter, mit denen sie eine Mauer der Unverständlichkeit um ihre Thesen baut, was auch verständlich ist, denn würde sie in einer klaren Sprache sagen, dass das Geschlecht nicht von der Natur vorgeben ist sondern bloßes Produkt der Kultur, auch Otto Normalbürger könnte solche Thesen als Schwachsinn entlarven. Dabei fallen Genderisten schon mal selber auf ihre Vorliebe für Unverständnis rein, etwa wenn ihnen Nonsense wie eine „konzeptueller Penis“ untergeschoben wird, Gelaber im feministischen Elfenbeinturm eben.

In Laberfächern kann man wild drauflos postulieren, ob es stimmt oder nicht lässt sich weit schwerer überprüfen als in harten Disziplinen. Dort lässt sich Qualität weitaus besser evaluieren. Ein Maschinenbauingenieur etwa, der naturwissenschaftliche Gesetze ignoriert, wird keine Maschinen bauen, die auch zufriedenstellend funktionieren – und das kann jeder recht einfach nachprüfen. Dass ein Auto fährt, ein Flugzeug fliegt und Du hier meinen ungehörten Widerstand gegen das Feminat lesen kannst, hat was mit knallharter Wissenschaft zu tun. Nach genderistischer Auffassung ist aber „Qualität“ lediglich eine Erfindung des Patriarchats, um Frauen auszugrenzen und auch Hoffmann merkt zur feministischen Auffassung von Qualtiät an: „Die meisten Lehrerinnen im Fach ‚Frauenstudien‘ halten Wissen an sich für eine ‚patriarchale Konstruktion'“. Eine recht frauenfeindliche Sichtweise nebenbei, sind doch ihr zufolge Frauen nicht in der Lage, qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten. Das hat wohl auch Einfluss auf die Qualifikation von Quotenfrauen. Denn ungerührt vom Mantra, wonach nur mindestens gleich qualifizierte Frauen in den Genuss der Bevorzugung durch die Quote kommen, führt sie in der Realität etwa zu Informatik-Professorinnen, die zwar nicht programmieren können, dafür aber Vorträge über die unterdrückte Frau halten, die durch sexistische Algorithmen und gläserne Decken von Führungspositionen wie auch von Lehrstühlen ferngehalten werden.

Um das Problem der schwierigeren Evaluation von Qualität in Laberfächern zu verdeutlichen, will ich auf die Kunstform der Literatur verweisen. Wie misst man die Qualität von Literatur? Schwierig. Laut Genderisten sind Literatinnen genauso gut wie männliche, weshalb die Unterrepräsentanz von Frauen in der Weltliteratur mal wieder auf ihre ewige Benachteiligung zurückzuführen ist. Eine nicht falsifizierbare These. Johann Wolfgang von Goethe wäre demnach gar nicht so gut, wie es heißt, und Miss Namenlos zu Unrecht unbekannt. Allerdings: Solche Autoren haben mit ihrem Schaffen großen Einfluss ausgeübt. Auch wer „Faust“ nicht gelesen hat, wird schon den sprichwörtlich gewordenen Ausspruch vom Pudels Kern gehört haben, mit dem kundgetan wird, dass man das Wesen eines Phänomens erkannt hat. „Die Leiden des jungen Werther“ war so gut, dass es verboten wurde, denn seine Leser tendierten zum Selbstmord. Sicherlich kein Werk eines Stümpers. Auch Shakespeare hatte großen Einfluss auf die Sprache, etliche Redewendungen gehen auf ihn zurück, die man auch im deutschen Ausland kennt: „Gut gebrüllt Löwe!“. Und wirklich jeder hat schon die Worte „Sein oder Nichtsein“ vernommen. Es gibt aber auch Frauen, die Weltliteratur geschaffen haben: Jeder kennt Frankensteins Monster und viele verwechseln es mit dem Herrn Frankenstein selbst. Meine Theorie, warum aber dennoch Männer bessere Literatur schaffen, ist, dass Männer mehr leiden, weil das Leben, genauer die Gesellschaft, härter und kälter zu ihnen ist, weshalb sie sich auch öfters das Leben nehmen, und damit aus eigener Erfahrung heraus Not und Leid eindrücklicher beschreiben können. Derjenige, dessen ganzes Leben eitel Sonnenschein ist, kann keine tiefgründigen Werke verfassen – vermutlich versteht er noch nicht mal die quälende Frage nach dem, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält.

Aber das ist nur eine Theorie, letztlich gibt es in den weichen Wissenschaften kein hartes Kriterium, womit sich Qualität messen ließe. Eine Feministin findet vielleicht Goethe langweilig und faschistoide Vernichtungsphantasien wie „SCUM“ faszinierend. Letztlich spielt da der Geschmack mit rein: Ich z.B. bin nur noch gelangweilt, ja angeödet von Werken, die die Geschichte der unterdrückten Frau erzählen. Mit diesem Märchen wird man 24/7 zugeballert. Was ein Mangel an Originalität, diesen Geschichten nur ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Viel spannender hingegen Stücke, die dem herrschenden Diskurs entgegenstehen. Und damit sind wir wieder bei der Katze und der Beobachter, der das Ergebnis bestimmt. Ich bzw. die Feministin sind die Beobachter, die ein Werk beurteilen und damit dessen Qualität – anödent oder spannend – festlegen. Paul Watzlawick hat übrigens verneint, dass es keine vom Beobachter unabhängige Wirklichkeit gebe. Und letztlich hat sich die Mehrheit der Menschen von der falschen Vorstellung der Erde als Scheibe abgewandt.

p.s.: Letztes Jahr gingen alle wichtigen Literaturpreise an Frauen. Preisfrage: Sind diese Frauen wirklich so gut oder wirkt hier nur eine inoffizielle Quote? Sind diese Preise korrumpiert und damit nichts mehr wert?

Thomas Reuter zur Sendung „Mythos Geschlecht“

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Zur Sendung „Harald Lesch: Mythos Geschlecht“: https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/mythos-geschlecht-was-maenner-und-frauen-wirklich-unterscheidet-100.html

Harald Lesch sorgt sich um den Mythos Geschlecht – und zwar ganz so, wie die meisten Sendungen im ZDF gestrickt sind: Frauen hui, Männer nicht hui. Woraus folgt, dass auch hier wie immer die Männer zum Maßstab genommen werden woran sich Frauen messen – und daher kommt es, dass Frauen in Bezug auf Männer auf jeden Fall besser sein müssen. Oder in Bereichen, in denen sie nicht bessere „Leistungen“ bringen, nicht genannt werden – während Männer immer genannt werden, wenn sie schlechtere „Leistungen“ als Frauen bringen. Also im Prinzip so wie an der Schule: die Schüler werden in Bezug auf ihre Lehrer immer hochgejubelt, während die Lehrer in Bezug auf ihre Schüler immer relativiert werden. Einfach mal nachgedacht: Frauen möchten sich immer an Männern messen (und besser sein). Und umgekehrt? Soweit ich das überblicke, wollen Männer das gar nicht und haben es auch nicht nötig.

Aber zum Lesch und was er da verzapft.

Beispiel 1: Orientierung. Die Erfahrung sagt, dass Männer sich im Gelände besser orientieren – ob sie es besser können, sei dahingestellt: sie tun’s einfach. Lesch will zeigen, dass diese Erfahrung ein Mythos ist. Wie macht er das? Er setzt 3 Männer und drei Frauen in ein Labyrinth und guckt, wer als erster ankommt. Natürlich – ein Mann (Wird runtergespielt, ist ja auch Zufall). Aber dann: „gleich zwei Frauen“! Oho, klatsch-klatsch! Gleich zwei Frauen! Was für eine Leistung! Toll! Die Frauen haben die hervorragenden Spitzenplätze 2 und 6 besetzt, während der erste Mann, der überhaupt angekommen ist, nur der sechstletzte war.

Aber – ähem – was soll der ganze „Test“ eigentlich bezüglich Geländeorientierung aussagen? Ein Labyrinth ist kein Gelände, der natürliche oder später ausgebildete Orientierungssinn hilft in einem Labyrinth gar nichts. Wir Menschen sind Labyrinthe nicht gewöhnt, und wer sich supergut in Labyrinthen bewegen kann, der kann deswegen noch lange nicht im Gelände navigieren. Ratten sind gut in Labyrinthen – aber die wohnen auch gerne in labyrinthähnlichen Behausungen. Halte ich für sehr wahrscheinlich, dass die da gut trainiert sind. Aber Menschen haben mit Labyrinthen gar keine Erfahrung – daher muss man das auch gar nicht erst messen, es sagt einfach gar nichts aus über den Orientierungssinn.

Beispiel 2: Männermedizin. Oha, Frauen werden von der Pharmaindustrie vernachlässigt. Wußten Sie das? Die Pharma-Industrie hat in den Nachwehen des Contergan-Skandals Medikamententests in den letzten 40, 50 Jahren hauptsächlich an Männern durchgeführt. Die Industrie hätte im Falle von Föten-Schädigungen enorme Reparationen zahlen müssen, deswegen wurden Pharmastudien doch lieber an Männern vorgenommen. Vor allem in den frühen Phasen I-III ist das durchaus mit gesundheitlichen Risiken verbunden – und die mutet man lieber Männern zu, die jammern nicht so. In den letzten Jahren ist allerdings bekannt geworden, dass viele pharmakologische Substanzen – o Wunder – auch mit Hormonen interagieren, und Frauen (die ja laut Leschs Anmoderation irgendwie doch ganz genau wie Männer funktionieren, aber gleichzeitig auch völlig anders) reagieren auf Medikamente – äh – nicht wie Männer. Vieles, was bei Männern hilft, zeigt bei Frauen keine Wirkung, das bemerkte man, aber man traute es sich auch nicht so richtig zu testen – man darf Frauen eben keinen Schaden zufügen, auch nicht aus Versehen.

Jetzt stellt Lesch diese Rücksichtnahme so hin, als sei die übergroße Vorsicht der Pharmaindustrie gegenüber Experimenten an Frauen ein Indiz für eine fokussierte „Männermedizin“ – als sei es nur darum gegangen, Männer gesund zu machen, Frauen seien der Industrie egal. Das ist – mit Verlaub – Unsinn. Ich hab jahrelang Pharmastudien begleitet: hier ging es nicht darum, Männermedizin zu machen, sondern man wollte vor allem keine Frauen schädigen. Denn Schwangerschaft kann man mit Sicherheit nur ausschließen, wenn man einen Bluttest macht: man muss also eine Frau pieksen, nur weil sie eine Frau ist. Ich hatte eine Studie, wo ernsthaft diskutiert wurde, dass man Männer – aus Gründen der „Gerechtigkeit“ – ebenfalls piekst, aber das gewonnene Blut nicht verwendet und wegwirft. Das ist nicht etwa deswegen verworfen worden, weil es ein unfassbarer Blödsinn war: es ist nur deswegen verworfen worden, weil man rechtlich keinen Menschen pieksen darf, wenn man nicht muss – auch dann nicht, wenn der Patient sich schriftlich damit einverstanden erklärt. Und die Männer musste man nicht pieksten, also durfte man es schlicht nicht.

Dann wird es bei Harald Lesch zu diesem Thema noch ein bisschen wissenschaftlich (Arthrose-Forschung) – aber das Thema ist und bleibt völlig verfehlt. Was das mit dem Mythos Geschlecht zu tun hat erschließt sich mir nicht.

Beispiel 3: Frauenarbeit. Lesch hat mitbekommen, dass die Grabbeigaben von vor Jahrhunderten Bestatteten in Hall/Österreich für Männer und Frauen nicht so unterschiedlich waren wie man es aus anderen Grabstätten kennt. Ok, die Leute arbeiteten in Hall vor ihrer Bestattung im Salzbergwerk, und anhand der Knochenbefunde kann man zeigen, dass die Frauen schwere Salzplatten getragen haben mussten, die die Männer vorher aus dem Gestein geschlagen hatten. Auch hier sei also ganz deutlich zu sehen, dass Männer und Frauen in ihren Fähigkeiten völlig gleich seien: die Vorstellung, dass Frauen in der Vorzeit in den Höhlen rumgesessen hätten und die Männer sich draußen „kaputtgeschuftet“ hätten sei also damit eindeutig widerlegt.

Hä, was ist das denn für eine Vorstellung? Habe ich noch nie gehört: ich hab gehört, die Frauen hätten die Kinder versorgt und Pflanzen gesammelt, während die Männer – auch gemeinschaftlich – eiweißreiche Nahrung gejagt haben. Mir scheint einleuchtend, dass diese Arbeitsverteilung über die Jahrhunderttausende sehr praktisch war. Und auch, dass die Frauen mit den Kindern zusammen mehr in Gruppen gelebt haben: die heute übliche Einfamilien- bzw. Hochhausvereinzelung gab es noch nicht, da war es sicherer in größeren Gruppen. Das war natürlich auch damals schon stinkgemein von den Männern, die Babys nicht mit auf die Jagd zu nehmen. Und ich bin auch überzeugt davon, dass es damals unter dem Druck von grauvorzeitlichen Feministinnen Sippen gab, in denen Männer Babies und Kleinkinder solidarisch mit auf die Jagd genommen haben. Aber diese Sippen sind wahrscheinlich – aus völlig anderen Gründen natürlich – ziemlich schnell verhungert. Ganz bestimmt aber NICHT, weil man mit seinem Kind im Arm dem Beutegut nicht die ungeteilte Aufmerksam widmen kann: das freut den Bären, aber hallo! Ein paar Enten werden noch dringewesen sein, aber auch dafür muss man die Kleinen kurz ablegen. Und findet sie hinterher nicht immer wieder, gefressen oder verloren, wer weiß das schon. Was für die ganze Gruppe sicher auch nicht gerade ein evolutionärer Fortschritt war, denn merke: wem die Kinder abhanden kommen, der stirbt aus. Ist ja heute auch nicht anders.

Gefühlte Geschlechter

DEwi-72XcAA6s7l

Ein Genderist beklagt sich darüber, dass Menschen nicht als Vertreter des Geschlechts akzeptiert werden, als welches sie sich „fühlen.“ Wenn man etwa einer Frau, die sich als Mann definiert sagt, sie sei eine Frau, dann verletze das ihre Rechte, vor allem aber:

„Woher willst Du wissen, dass ‚er‘ sich nicht als Mann fühlt, Du kannst ja nicht in ’seinen‘ Kopf hineinsehen!?“

Das stimmt. Es stimmt aber auch: Der „Genderfluide“, der sich gestern als Mann definiert, heute als Frau und morgen als Kampfhubschrauber, kann auch nicht in die Köpfe von Männern, Frauen und Kampfhubschraubern hineinsehen. Insofern kann er auch keinen Vergleich ziehen und somit nicht zum Schluss kommen, dass sein geistiges Innenleben gestern einem Mann entsprach, heute einer Frau und morgen einem Kampfhubschrauber.

Da er also nicht in die Köpfe anderer Menschen hineinschauen kann, kann er nicht erfassen, wie diese die Welt und ihre Erscheinungen subjektiv erleben, von daher kann er auch nicht sein eigenes Erleben der Welt als männlich oder weiblich klassifizieren. Wenn er das aber dennoch macht, dann hängt er vermutlich nur irgendwelchen Klischeevorstellungen über die Geschlechter an, etwa: „Männer sind Gewalttäter“.  Wenn der genderfluide Genderist also eines morgens schlecht gelaunt und gereizt aufwacht, und jedem eins in die Fresse semmeln will, der ihn durch Luftverbrauch belästigt, gelangt er zum fulminanten Schluss: „Heute ist mein Geschlecht Mann!“.

Das ist natürlich Humbug. Es gibt aggressive und friedfertige Männer. Und nur weil ein Mensch, der Spermien produziert – also ein Mann ist -, nicht den Stereotypen über Männer entspricht oder aber auch von dem abweicht, was einen Mann im Schnitt ausmacht, heißt das nicht, dass er kein Mann ist.

Die Kategorien „Mann“ und „Frau“ sagen nach biologischer Definition erstmal nur, dass die Gemeinten Spermien oder Eizellen produzieren – und keines der Phantasiegeschlechter zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine weitere Variante von Keimzellen beisteuern kann, es bleibt bei: Zwei. Punkt.

Alles nun, was sonst noch an „Mann“ und „Frau“ dranhängt, was etwa kulturelle Eigenschaften, Vorurteile, Geschlechterstereotype angeht, oder welche Charaktereigenschaften dem Schnitt nach Männer und Frauen aufzeigen, macht nicht das Geschlecht aus oder ändert dieses. Ein friedfertiger Mann bleibt ein Mann, auch wenn die Vorurteile sagen, Männer seien aggressiv. Deshalb macht auch die Rede von den „nicht-binären“ Geschlechtern, von dem „Spektrum“, auf welchem es viele Geschlechter zwischen den Polen „weiblich“ und „männlich“ gebe, nur in einer sexistischen Lesart Sinn, bei der man an Frau und Mann Eigenschaften dranhängt, die mit dem Geschlecht nichts zu tun haben – Friedfertigkeit oder Gewaltbereitschaft bspw… Gender ist nichts anderes als ein anderes Wort für Charakter. Es werden Steuergelder dafür verbraten, dass Genderisten zur Erkenntnis gelangen, dass es unterschiedliche Charaktere gibt.

Häufig findet man im Genderismus auch die Formulierung, dass es „die Frau“ und „den Mann“ nicht gebe. Das mag sein, wenn man einerseits mit einer engen Definition von Frau und Mann arbeitet, oder von vornherein eine Definition verweigert. Wenn man bspw. Menschen, die Eizellen produzieren, als Frauen definiert, dann gibt es „die Frau“ sehrwohl und auch sehr zahlreich.

Genau genommen zeigt sich hier, dass die vermeintlichen Überwinder sexistischer Vorurteile selber Sexisten sind, denn sie hängen Bildern von Männern und Frauen an, die weit über die biologische Definition von Keimzellenproduzenten hinaus gehen. Nehmen wir als Beispiel jene Professorin, (welche, hätte sie mit ihren Thesen über die patriarchale Herrschaft recht, unter Lebensgefahr anonym Flugblätter an der Uni verteilen würde, anstatt eine Professorin zu sein und so „Herrschaft“ durchbrechen will, Schoppe: Diese vorgeblich radikale, ritualisierte Herrschaftskritik ist also überlebensfähig nur auf Herrschaftspositionen), die sich durch die Feststellung, sie sei eine Frau, unterdrückt fühlt und dementsprechend herumnörgelt – Frauen halt... Sie ist eine Frau, da Eizellenproduzentin, aber will keine Frau sein, weshalb sie auch nicht als „Sehr geehrte Professorin“ angesprochen werden will, sondern als „Profx“ oder in sonstiger „geschlechtergerechter“ Sprache. Was lehnt sie hier ab? Leugnet sie, dass sie Eizellenproduzentin ist? Ich vermute: Nein. Was sie ablehnt, ist lediglich ihr eigenes Bild, ihre eigene Definition von „Frau“, die sie überwinden will zugunsten eines Denkens, in welchem die zwei Geschlechter nicht existieren. Sie hat ein Bild von Frauen, mit welchem sie sich nicht identifizieren will. Das macht aus ihr eine Sexistin: „Die Frauen sind so und so, ich aber bin so und so, deshalb bin ich keine Frau“. An einer Stelle sagt sie, dass sie durch die Ansprache nicht als Mann oder Frau identifiziert werden will. Sie nimmt Zuschreibungen über diese Gruppe vor. Das würde mich jetzt mal echt interessieren, wie sie Frauen definiert, oder ob sie sich auf die Position zurückzieht, es gebe gar keine Frauen, das sei eine Erfindung des Patriarchats zur Unterdrückung dieser Menschen (wie sind diese Menschen definiert?). (Wenn Du weißt, warum genau diese Profx ihr Frausein ablehnt, bitte in die Kommentare.)

Eine weitere häufige Floskel, die man in dem Zusammenhang hört, ist, dass einem bei der Geburt ein Geschlecht „zugewiesen“ wird. Das soll unterstreichgenitalsen, dass es sich bei Penis und Vulva lediglich um soziale Konstrukte handelt, welche einem willkürlich aufgedrückt würden. Diese Behauptung einer „Zuschreibung“ ist aber in etwa so sinnvoll, wie zu sagen, der Sonne wird beim Sonnenaufgang die Eigenschaft „hell“ zugewiesen. Wenn man einem Jungen die Eigenschaften weiblich zuweist, bleibt er dennoch ein Junge, wie ein grauenvolles Menschenexperiment gezeigt hat, in dessen Verlauf sich das Versuchskaninchen, welches beweisen sollte, dass wenn man einen Jungen wie ein Mädchen aufzieht, aus ihm eine vollwertige Frau wird, das Leben genommen hat.

Und damit sind wir wieder bei den Genderisten und ihrem vermeintlichen Recht, als das akzeptiert zu werden, als was sie sich definieren. Man könnte jetzt sagen, „Na gut, meinetwegen, warum nicht?“ wenn man ein wohlwollender Zeitgenosse ist, schließlich fällt einem davon kein Bein ab. Kann man, ich halte es auch so. Die Transsexuellen (welche ich nicht mit Genderisten gleichsetze), die ich kennengelernt habe, habe ich mit ihrem Wunschgeschlecht angesprochen. Das Problem ist nur, dass die Behauptung, es gäbe mehr als zwei Geschlechter, eine Lüge ist. Und es ist problematisch, wenn eine solche Lüge, die sich nicht mehr in den Dreiklang des Wahren, Schönen, Guten einfügt, die Wissenschaften und die Politik befällt. Wenn etwa auf der Grundlage dieser Lüge die Sprache verschandelt wird. Oder wenn diese Lüge mit Gewalt durchgesetzt wird, denn diejenigen, die das durchsetzen wollen, verstehen keinen Spaß, denn immerhin geht es hier um die fiese Unterdrückung der Frauen im Patriarchat. Wenn sie an die Macht kommen, sind sie gar nicht tolerant sondern betreiben eine totalitäre Top-Down-Politik. Es geht den Genderisten nicht allein darum, dass einzelne Menschen ihre Identität leben können, sie wollen auch andere in ihrer Identität verunsichern. Es geht darum „Gender-Trouble“ also Geschlechterärger zu stiften. Die Menschen sollen desorientiert werden, weil einige Neurotiker nicht damit klarkommen, dass es die Geschlechter tatsächlich gibt und sich voneinander abheben. Der Verein Dissenz gab offen zu, dass es ihnen darum geht „Identitäten zu zerstören“ und ihr Ziel sei nicht der andere Junge, sondern „gar kein Junge“. Dafür gehen sie in die Schulen, was Sinn macht, denn Kinder sind natürlich am leichtesten zu verunsichern, erst recht wenn sie sich in der schwierigen Phase der Pubertät befinden. Amendt merkte hierzu an, dass das Prinzip der Identitätszerstörung das Prinzip von Folter ist. Der Genderismus soll nun im Grundgesetz verankert werden. In Kanada ist das Nichtakzeptieren von Phantasiegeschlechtern bereits mit Strafen belegt, Lassahn kommentiert:

Machen Sie nicht den Fehler, dies als Kuriositäten abzutun, denen man mit Humor und Gelassenheit begegnen sollte. Es handelt sich um Repressionen, die mit der ganzen Wucht der Staatsmacht und mit unkontrolliertem Hass seitens der Krieger für soziale Gerechtigkeit (social justice warrios) brutal durchgesetzt werden. Es ist kein Scherz.

 

Gender-Wahn und wehe, wenn sie an der Macht

Eine „Expertin“ erregte jetzt international damit Aufmerksamkeit, indem sie Eltern dazu riet, die Erlaubnis ihres Babys einzuholen, bevor sie ihm die Windel wechseln. Dieser wohlwollende Artikel findet dabei aber nur, dass sie etwas „übers Ziel hinausschieße“, und dass diejenigen, die ihr – auch etwas grob – widersprechen, „Hater“ seien, also Menschen, die nicht bereit sind, ihre Vernunft am Eingang zum Genderhörsaal abzugeben.

Auf die massive Ablehnung, die dieser „Expertin“ nun entgegenschlug reagierte sie so:

«Trollt mich so viel ihr wollt. Damit leugnet ihr aber die Aussagen aller Überlebenden von sexuellem Missbrauch.»

Das muss man sich klar machen: Wer diesen Schwachsinn als Schwachsinn abtut, befindet sich auf einer Ebene mit den perversesten und schlimmsten Verbrechern überhaupt, mit Kinderfickern.

Und jetzt stelle man sich vor, dass Menschen solchen Schlages an die Macht kommen. Das schlimmste überhaupt ist die Kombination von Macht, Selbstgefälligkeit und Dummheit. Tatsächlich ist die feministische Fraktion bereits sehr mächtig, legt Frauenquoten fest, schreibt Gesetze und beherrscht den gesamten Mainstreamdiskurs.

Auch zeigt sich hier mal wieder der totalitäre Charakter der feministischen Ideologie („Das Private ist politisch“): Er will nicht nur im Schlafzimmer sondern eben auch im Kinderzimmer vorschreiben, wie man sich zu verhalten hat, will man nicht als Vergewaltiger oder Kinderficker verurteilt werden.

Gender-Studies: „Kritik? Die ist rechtsextrem!“

Gute Nachrichten! Genderisten heulen rum: “Der Anti-Genderismus hält in letzter Zeit vermehrt Einzug in politische Programme (nicht nur offensichtlich rechts-orientierter politischer Parteien) und mediale Debatten. In diesem Zuge werden sexistische, homo-, queer- und transfeindliche sowie rassistische und antisemitische Positionen vermehrt normalisiert und bestärkt.(via Agens)

Schön, dass sich Widerstand gegen diese dogmatische Irrlehre verbreitet. Und die Reaktion darauf ist vielsagend: Kritik kann nur rassistisch und antisemitisch sein. Das zeigt zwei Punkte auf: Erstens die Projektion, denn die Genderstudies sind selbst sowohl rassistisch also auch sexistisch wo sie weiße, männliche Menschen dämonisieren. Und zweitens die komplette Unfähigkeit, auf Kritik anders zu reagieren, als die Nazikeule gegen den Kritiker zu schwingen. Gender-Studies sind, was Dogmatik, Wissenschaflichkeit und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit angeht, mit der sog. „Rassenlehre“, die auch mal an Universitäten gelehrt wurde, gleichzusetzen. Will sie sich nicht vollständig der Lächerlichkeit preisgeben, muss sie von Grund auf reformiert werden und besonders lernen, wie Erwachsene mit Kritik umzugehen, wie zum Beispiel diese hier: Konturen der postmodernen Wissenschaftszerstörung oder hier: Diskussion mit Gender_x*

Crumar zu „Feministische Erkenntnistheorie“ #4genderstudies

Ich bin faul, will aber unbedingt etwas zu #4genderstudies beisteuern, also mit freundlicher Genehmigung:

„Wie jetzt? Die einen sagen die Wissenschaft wäre auf keinen Fall politisch sondern rein an Erkenntnis interessiert. Die anderen sagen die Wissenschaft wäre zwangsläufig (!) politisch.“

Auf diese Steilvorlage diese hinreißende Antwort:

Einige erhellende Passagen aus „Feministische Erkenntnistheorie“:
„Die androzentrische Ideologie der zeitgenössischen Wissenschaft geht von der Faktizität und/oder Notwendigkeit einer Reihe von Dualismen aus – Kultur vs. Natur, rationaler Geist vs. prärationaler Körper und irrationale Gefühle und Werte, Objektivität vs. Subjektivität, das Öffentliche vs. das Private – , um dann den Männern und der Männlichkeit die erste, den Frauen und der Weiblichkeit die zweite Hälfte jeder Dichotomie zuzuweisen.“

Das ist 1. eine reine Unterstellung, die seit den Zeiten der FRÜHaufklärung nicht mehr stimmt und mit der sich Lieselotte Steinbrügge in „Das moralische Geschlecht“ eingehend auseinandergesetzt hat (wie man am Titel unschwer erkennen kann, war dies die Steilvorlage für einen anderen bekannten Titel.) 😉
Auf der Basis dieser Unterstellung kann man 2. die politische Einschätzung: „Schließlich ist die etablierte Wissenschaft aufs engste mit den Projekten eines staatlich-militärisch-industriellen Komplexes verwoben, der bürgerlich, rassistisch und von Männern beherrscht (ist).“ zu dem umwerfenden Schluss weiter entwickeln: „Eine sexistische Gesellschaft wird erwartungsgemäß eine sexistische Wissenschaft entwickeln; gleichermaßen wird eine feministische Gesellschaft eine feministische Wissenschaft entwickeln.“

Wir bemerken hier 3. eine säuberliche Zweiteilung (man könnte fast sagen, eine DUALISTISCHE Vorstellung) von Wissenschaft, nämlich eines „staatlich-militärisch-industriellen Komplexes“, der von bürgerlichen, rassistischen *Männern* beherrscht wird und selbstverständlich sexistische Wissenschaft produziert.
Auf der anderen Seite dieser DICHOTOMIE: *Frauen* (und andere Feministinnen).
Nun könnte man sich fragen, ob der GLEICHE Staat, der NEBEN dem „staatlich-militärisch-industriellen Komplex“ AUCH feministische Wissenschaft finanziert, ein schmutziges, männliches Konto hat und ein sauberes, weibliches aus dem diese Gelder stammen.
Aber das würde das „moralische Geschlecht“ bereits intellektuell überfordern.

4. Die Frage so gestellt: Ist nicht die real existierende *männliche Kritik* an „Staat“ und „militärisch-industriellem-Komplex“ der Beweis dafür, die simplifizierende Gegenüberstellung zwischen „sexistischer“ und „feministischer Wissenschaft“ und deren *geschlechtlich determinierende* *Personalisierung* muss zwangsläufig:

a. die „Notwendigkeit einer Reihe von Dualismen“ erschaffen, in denen Männer böse (bürgerlich, sexistisch, rassistisch) und Frauen gut (irgendwie das Gegenteil) sind, „um dann den Männern und der Männlichkeit die erste, den Frauen und der Weiblichkeit die zweite Hälfte jeder Dichotomie zuzuweisen.“?! Und zwar GEGEN jede empirische Evidenz.
Was dann b. darauf hinauslaufen würde, der Feminismus REPRODUZIERT, was er vorgeblich kritisiert und ist darin selber SEXISTISCH.

5. Weiter: „Die standpunktorientierten Erkenntnistheorien gründen eine spezifisch feministische Wissenschaft auf eine Theorie vergeschlechtlichter Aktivität und gesellschaftlicher Erfahrung. Sie geben Frauen (oder Feministinnen, je nach Ansatz) in epistemischer Hinsicht den Vorrang, erheben aber zugleich den Anspruch, die für das aufklärerisch-bürgerliche Weltbild und seine Wissenschaft charakteristischen Dichotomien zu überwinden.“

a. Die „vergeschlechtlichen Aktivitäten“ werden aber nicht wissenschaftlich in ihrem tatsächlichen gesellschaftlichen Zusammenhang (s. Konten) untersucht, sondern erfolgen auf der Basis einer POLITISCH-MORALISCHEN Kategorisierung, die dieser Untersuchung VORAUS geht.
Und „ein Urteil, das einer Person, einer Gruppe, einem Sachverhalt oder einer Situation vor einer gründlichen und umfassenden Untersuchung, Abklärung und Abwägung zuteil wird, ohne dass die zum Zeitpunkt der Beurteilung zur Verfügung stehenden Fakten verwendet werden.“, nennt man VORURTEIL.
Es ist unmöglich, wissenschaftliche Arbeit auf der BASIS von Vorurteilen durchzuführen, die andere Ergebnisse produziert, als sich in den eigenen Vorurteilen bestätigt zu sehen.

b. Einem Geschlecht den „Vorrang“ zu gewähren war der feministische Vorwurf an die „sexistische Wissenschaft“ – betrieben durch Männer, selbstverständlich – sie betrieben „androzentrische“ Forschung.
Diesen „Androzentrismus“ durch „Gynozentrismus“ ersetzen zu wollen, wird das „aufklärerisch-bürgerliche Weltbild“ einen Scheißdreck überwinden.
Weil es die für „seine Wissenschaft charakteristischen Dichotomien“ um eine lustige weitere Variante erweitert, nämlich eine *feministische*, genauer: eine bürgerlich-feministische.
In allen, wirklich ALLEN Aspekten gehört der Feminismus zur „Ideologie der zeitgenössischen Wissenschaft“.

Wenn oben also gesagt wird: „Dasselbe (gender studies und Feminismus) sind sie aber dennoch nicht. Man könnte sagen, es wären zwei Seiten derselben Medaille. Die Analytische und die Politische.“, dann ist das rotzfrech gelogen. Die Analyse der gender studies ist bereits durch Gynozentrismus und die politischen Vorurteile des Feminismus geprägt und das bestimmt seine „wissenschaftlichen“ Resultate.

Der Genderismus – in seiner derzeitigen Ausprägung – ist keine Wissenschaft (dazu hat Leszek großartig geschrieben) und seine feministische „Erkenntnistheorie“ steht jeder Forschung (über die Geschlechterverhältnisse) im Weg.

Quelle: http://arsfemina.de/feministische-wissenschaftstheorie/feministische-erkenntnistheorien-i