Archiv der Kategorie: Geschlechterrollen

3h-Tag

Zu schön:

Da gab es in meinem Umfeld bei jungen Familien ein paar lustige Szenen während dem ersten Lockdown und Homeoffice. Die Männer haben auf einmal mitgekriegt, dass ihre Frauen einen 2-3h Arbeitstag haben. Die haben sich dann entweder Jobs suchen müssen; eine Ehe ist sogar Recht schnell abgewickelt worden.

Jungs

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Finke meint es hier nicht gut mit Jungs. Dass sie in der Schule scheitern ist für sie nicht Anlass, sich die Frage zu stellen, wie man dieses Scheitern bekämpfen könne, stattdessen macht sie eine Gendergedöhnsdebatte auf. Vermutlich nimmt sie die katastrophale Situation der Jungen mit Befriedigung wahr, denn jeder Junge, dem man bereits in der Schule das ganzes Leben versaut hat, ist ein Konkurrent weniger für ein Mädchen auf der Karriereleiter. Das ist besonders schwerwiegend, denn da Frauen sich weigern, sozial nach unten zu heiraten, können Jungs anders als Mädchen keinen angenehmen sozialen Status durch Eheschließung erreichen – ein vorprogrammiertes Leben im Prekariat.

Wenn einer den guten Willen hätte, den Jungen zu helfen, anstatt ihnen ganz wie in der schwarzen die Pädagogik die Schuld zuzuschieben – „Das System Schule ist richtig, das Kind ist falsch!“ -, der könnte eine reichhaltige Fülle von Ansätzen vorfinden. So weiß man, dass Jungen an Lernmaschinen besser lernen als im Frontalunterricht bei einer Lehrerin. Oder dass sie bessere Leistungen zeigen, wenn ihre Kreativität mit Buchstabenkombinationsspielen gefördert wird. Oder dass die auf Mädchen ausgerichtete Lektüre für Jungen einfach nur ätzend ist, sie wollen sich nicht mit Gefühlgedöhns beschäftigen sondern mit Piraten, Raumschiffen, Sex und Dinosauriern. All das könnten Finke und Andere wissen, wenn sie gute Absichten mit den Knaben hätten.

Finke aber beschäftigt was ganz anders: Nämlich, dass Jungs anders sind als Mädchen. Und dass sie wilder als Mädchen sind, liege allein an vorurteilsbeladenen Erwachsenen, die Jungs in ihren selbstschädigen Verhalten bestärken, jener Wildheit also, die sie davon abhielte, erfolgreich in der Schule zu sein. Sie beklagt, dass Erwachsene sich gegenüber Jungen und Mädchen unterschiedlich verhielten und unterschiedlich förderten, zu Lasten der Mädchen; ähnliches berichtet auch Hoffmann, allerdings beobachtet er Nachteile für Jungen:

In einer klassischen Studie wurde ein Baby von neun Monaten beim Spielen aufgenommen und dieser Film dann 204 männlichen und weiblichen Ewachsenen vorgespielt. Einigen sagte man, es handele sich um ein männliches, anderen, es handele sich um ein weibliches Kind. Wenn das Baby weinte, hielten die Versuchspersonen es für »verängstigt«, wenn sie es für ein Mädchen hielten, aber für »wütend«, wenn sie glaubten, es sei ein Junge. Dieses Wahrnehmungsraster hat die verschiedensten Folgen. Zum einen für die Kindererziehung: Ein Kind, das man für verängstigt hält, wird höchstwahrscheinlich eher liebkost und in den Arm genommen als ein Kind, das man für wütend hält. Mädchen müssen geschont werden: Bezeichnenderweise streiten sich Eltern häufiger vor ihren Söhnen als vor ihren Töchtern. Väter sind auch strenger gegenüber Söhnen, während beide Elternteile die Beziehung zu ihren Töchtern als herzlicher und körperlich näher beschreiben und ein größeres Vertrauen in ihre Wahrheitsliebe haben. Zum anderen aber prägt dieses Raster auch die Art, wie wir Erwachsene sehen: Wenn eine Frau einen Mann kritisiert, wird sie angefeuert, wenn ein Mann eine Frau kritisiert, wird sie in Schutz genommen. In einem Experiment, in dem man die verteilten Rollen eines Gespräches wechselweise von Männern und Frauen lesen ließ, gaben die Zuhörer grundsätzlich der Position der Frau Recht. (SFBM?, Seite 121)

Für Finke werden Jungen von Erwachsenen auf Toben getrimmt, zum Nachteil der Mädchen, die wild sein sollen, und das sei die Ursache für die schlechteren Leistungen der Jungen. Ja, so muss das sein: Erst sagen die Erwachsenen den Jungs, sie sollten toben und raufen, um sie dann mit Ritalin ruhigzustellen. Und wer kennt sie nicht, die typische Lehrerin aus seiner Schulzeit, die einen dafür lobte, wenn man den Unterricht störte? Es ist richtig, dass Jungen mehr Aufmerksamkeit erhalten, aber es ist negative Aufmerksamkeit wie zum Beispiel Ermahnen und Tadeln. Finke gibt hier das übliche Gendergedöhns von sich, wonach Geschlechterunterschiede allein auf soziale Prägungen zurückgehen. Allerdings wurde bereits die Beobachtung gemacht, dass männliche und weibliche Säuglinge in einem Alter, in dem keinerlei kulturelle Prägung greifen konnte, bereits unterschiedliche Aufmerksamkeit für technische Artefakte und Gesichter zeigen:

„102 human neonates, who by definition have not yet been influenced by social and cultural factors, were tested to see if there was a difference in looking time at a face (social object) and a mobile (physical-mechanical object). Results showed that the male infants showed a stronger interest in the physical-mechanical mobile while the female infants showed a stronger interest in the face. The results of this research clearly demonstrate that sex differences are in part biological in origin.

Und man vergleiche auch eine Metaanalyse, die 1788 wissenschaftliche Artikel und 16 Studien aus 85 Jahren umfasste und zu der sich das Fazit ziehen lässt:

Trotz methodischer Unterschiede bei der Auswahl und Anzahl der angebotenen Spielzeuge, dem Testkontext und dem Alter des Kindes zeigt die Konsistenz bei der Suche nach geschlechtsspezifischen Unterschieden in den Präferenzen der Kinder für Spielzeug, das nach ihrem eigenen Geschlecht typisiert ist, die Stärke dieses Phänomens und die Wahrscheinlichkeit, dass es einen biologischen Ursprung hat.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Auswahl von Spielzeug bestehen und scheinen das Produkt sowohl angeborener als auch sozialer Kräfte zu sein.

(Punkt 8)

Auch wenn ein Heranwachsender wie eine Heranwachsende keinen Sport treibt, wird er dennoch körperlich stärker sein, und zwar bedeutend. Das ist in der Biologie angelegt wie auch ein hormonelles System, das auf  Agilität ausgerichtet ist. Dass es nur körperliche aber keine psychologischen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gebe ist eine gewagte Annahme: Warum sollte die Natur große Unterschiede nur im Körper aber nicht im Geist bewirken? Mit anderen Worten: Ja. Jungs sind tatsächlich so, auf vielfältige Weise (damit ich dieses ideologisierte Wort auch mal benutze), manche wild, manche schüchtern. Sie sind aber – im Schnitt – anders als Mädchen, und in einem auf Mädchen zugeschnittenen Schulsystem werden sie benachteiligt. Sie, die im Schnitt über einen höheren Bewegungsdrang verfügen, sind mit Stillsitzen und Zuhören besonders gestraft. Ihr Zurückbleiben ist eine neuere Erscheinung, im vorigen Jahrhundert beobachtete man nicht, dass die Jungs massenhaft scheiterten, und es ist eher unwahrscheinlich, dass man in diesen Zeiten die Buben weniger als heutzutage auf „männlich“ trimmte, also zum Beispiel zu spielerischem Kräftemessen ermunterte (Raufen). Jungenfeindlichkeit ist eine jüngere Entwicklung und sie liegt im Feminismus begründet. In unserem System werden Jungs weniger dazu angehalten, wie Jungs zu sein, sondern sie werden dafür bestraft, wie Jungs zu sein.

An Ende vom Finkes Lamentos wird es schizophren: Genau das, was Finke als Ursache dessen ausgemacht hat, was angeblich für das schlechte Abschneiden der Jungen verantwortlich sein soll, will sie bei Mädchen heranzüchten:

Und sie würden dazu beitragen, dass sich jedes Kind selbst überlegen kann, wie es sein will. Nicht jeder Junge muss gerne raufen. Und manche Mädchen schreien und toben gerne. Das ist okay. Nein, es ist sogar gut so.

Wer darüber nachdenkt, wie er sein will, hat vermutlich eine Identitätskrise.

Schön und gut, aber da lässt sich in Zweifel ziehen, ob Finke tatsächlich glaubt, typisches Jungenverhalten wäre schuld an ihrem Zurückbleiben, wenn sie es Mädchen verschreiben will, hieße das doch, Mädchen Schulversagen einzuimpfen. Vermutlich weiß sie es doch besser, weiß um Jungenfeindlichkeit Bescheid. Ansonsten das übliche: Jungen sollen zu Mädchen werden und Mädchen zu Jungen. Dass sich Jungen und Mädchen unterscheiden, hassen die Genderisten.

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Wer beim Kennenlernen die Initiative übernehmen muss

Esther Vilar erzählt eine Geschichte. Ein Mann heiratete eine schöne Frau und bekam mit ihr Kinder. Es waren Töchter.

Der ersten Tochter lehrte er: „Der Mann muss den ersten Schritt machen.“

Der zweiten Tochter lehrte er: „Der Mann muss den ersten und den zweiten Schritt machen.“

Der dritten Tochter lehrte er: „Der Mann muss den ersten, den zweiten und den dritten Schritt machen.“

Der vierten Tochter lehrte er: „Der Mann muss den ersten, den zweiten, den dritten und den vierten Schritt machen.“

Einer Umfrage zufolge erwarten in unseren emanzipierten Zeiten die Frauen immer noch, dass der Mann die Initiative übernimmt. Und einer anderen nach nehmen es Frauen Männern übel, wenn er die Initiative nicht weiter beibehält (also quasi führt), sondern anfängt, dann aber zu passiv wird.

Die große Frauenfeindin Esther Vilar versteht die Frauen also besser, als so mancher Feminist.

Links, Rechts, Masku

Als linker Maskulist sitzt man zwischen allen Stühlen, konkret als ein solcher, der zu zwei grundlegenden Erkenntnissen gelangt ist:

1. Arbeit bedeutet Leiden

2. Männer müssen mehr arbeiten

Wenn man dies an die Rechten heranträgt, stößt man auf Ablehnung. Denn Rechte wollen ja die traditionellen Geschlechterrollen: Die Frau muss beschützt werden und der Mann muss auf’s Schlachtfeld, das ist seine Bestimmung. Wenn ich zu denen gehe, werfen die mir eher Wehr- und Arbeitsmoralzersetzung vor; dass ich Männern Flausen ins Ohre setze, die sie vom Dienst für das Vaterland abhält (welches demnach aber ein Mutterland ist). Ich gehe in ein paar Punkten konform mit Rechten, aber hier hört es auf. Der Slogan, der bei Linken und bei Feministen entlarvend wirkt: „Mann ins Werk, Frau an den Herd“, findet bei Rechten Zustimmung, sie sehen darin kein Problem, denn sie sehen die Frau, und erst recht nicht den Mann, als geschlechtlich unterdrückt an, Geschlechterrollen werden begrüßt, traditionelle.

Und bei den Linken stößt man auf Ablehnung, da sie die feministische Ideologie gefressen haben, wonach die Frau unterdrückt wäre, weshalb sie seltener in außerhäuslicher Arbeit zu sehen ist. Die glauben das wirklich, sie sind nicht in der Lage zu erkennen, unfähig zu merken, dass die Frau im Gegensatz zum Mann die Wahl hat. Sie kann sich für oder gegen ein Leben in außerhäuslicher Arbeit entscheiden. Die meisten entscheiden sich zu einer bequemen Tätigkeit in Teilzeit, und wenn die Quote noch zu einem richtig guten Job führt, dann nimmt sie das auch noch gerne mit.

Die Linke ist dabei absolut hirngefickter als die Rechten. Das Weltbild letzterer ist kongruent. Aber der Linken? Der ganze linke Kampf dreht sich darum: Wer mach die Arbeit? Macht man sie freiwillig, oder wird man gezwungen? Was hat er davon? Wer profitiert eigentlich von der Arbeit der Arbeiter und kann man das akzeptieren? Bei Betrachtung des Geschlechterverhältnis zu diesen Fragen setzt der Hirnfraß ein.

Dass die Frau von der Arbeit des Mannes profitiert, bis dahin, dass sie vielleicht ihr ganzes Leben lang nicht arbeiten muss, wird nicht gesehen. Das ist das Privileg des Millionärs: Nicht arbeiten müssen, aber dennoch auf hohem sozialen Niveau leben. Im Gegensatz zu einem Hartzer. Der Mann hingegen hat nicht die Wahl zwischen Nur-Haushalt, Teil- oder Vollzeitarbeit. Der ist entweder Vollzeit beschäftigt, Millionär oder bitter arm, und letzteres ist für um ein vielfaches übler als für eine Frau, da sich dann keine mit ihm abgeben will, was heißt, dass er einsamer ist, und auch stärker von Obdachlosigkeit bedroht, da ihm jener zusätzliche Faden im sozialen Netz fehlt, über den Frauen verfügen, nämlich die Bereitschaft der Männer, für Frauen zu sorgen.

Und Frauen sehen das genauso (auch wenn sie’s nicht offen zugeben): Sie sind das Herrinnengeschlecht, der Mann hat ihr zu dienen. Zum Beispiel:

Einen Sündenfall der besonderen Art finden wir in dem Buch „Das Verdienst der Frauen. Warum Frauen würdiger und vollkommener sind als Männer“ von Modesta Fonte. Der Ton kommt uns inzwischen bekannt vor. …. Das Buch stammt aus dem Jahre 1600…. Das Buch wurde jüngst in einem angesehenen Verlag neu aufgelegt. In einer Besprechung wird es als »feinsinnig« gelobt. Es gewähre uns, so heißt es da, den Blick auf eine »lange Tradition weiblicher Gelehrsamkeit«. ……Männer werden einfach ausgegrenzt. … Modesta Fonte fragte sich: »Könnten wir uns die Männer denn nicht vom Hals schaffen (…) und dieser Last ein für alle Mal ein Ende bereiten? Könnten wir nicht ohne sie leben?«

Möglicherweise.Die Frauen hatten Sklaven, von denen sie sich bedienen ließen. Auch Männer hatten sie bisher als Sklaven angesehen. … »Denn sieht man nicht deutlich, dass es ihre Aufgabe ist, für die Arbeit das Haus zu verlassen und sich abzumühen, um das Geld heranzuschaffen, als wären sie Verwalter, nur damit wir in dem Haus bleiben, unser Leben genießen und wie Hausherrinnen befehlen können. Nur deshalb sind sie von Natur aus robuster und stärker als wir, damit sie die Mühen in unseren Diensten ertragen können.«

So denken viele Frauen: Die Biologie hat sie als Lebensspenderinnen, als Herrinnen vorgesehen und die Männer als ihre Diener. Es sind Nazis. Nur schweigen sie wohlweislich darüber, dazu merkte schon Vilar an:

Die langlebigere, entweder gar nicht oder nur zeitweise erwerbstätige und insgesamt trotzdem vermögendere Mehrheit wird einem als Opfer der kurzlebigeren, immer erwerbstätigen und insgesamt trotzdem ärmeren Minderheit präsentiert. Es gibt jedoch wenig Frauen, die über diese Auslegung laut lachen. Die meisten lächeln aus naheliegenden Gründen still in sich hinein.

Die Frauen, die damals Esther Vilar überfallen und zusammengeschlagen haben, das waren keine Feministinnen, denke ich. Das waren stinknormale Frauen, die ihr parasitäres Geschäfts- und Lebensmodell dadurch gefährdet sahen, dass eine Geschlechtsgenossin dieses schmutzige Spiel nicht mitmachte und den Männern sagte: „Hier, ich und meine Schwestern sind absolut nicht unterdrückt, uns geht es viel besser als euch und eure Mütter haben euch Lügen eingeflößt!“

Vilar hat eine Alternative zur Ausbeutung vorgelegt, die eigentlich von Linken ganz selbstverständlich angestrebt und unterstützt werden müsste. Stattdessen wird eine ganz andere Strategie gefahren, eine, wie sie von der Frauenfeindin Simone de Beauvoir vorgelegt wurde:

»Keine Frau sollte das Recht haben, zu Hause zu bleiben und die Kinder großzuziehen. Die Gesellschaft sollte völlig anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, und zwar genau deshalb, weil, wenn es eine solche Möglichkeit gibt, zu viele Frauen sich dafür entscheiden würden.«

Sie will den Frauen eine Option nehmen, sie will sie in die Maloche nötigen wegen eines Minderwertigkeitskomplexes. Das macht aus ihr eine Frauenfeindin. Und die Linken? Sie wollen die Frau unter das Joch der Maloche zwingen und nennen das Frauenbefreiung. So eine Linke sieht die Obrigkeit gerne.

Frauen kaufen pink

Es wird vielfach beklagt, dass pinke, auf Frauen zugeschnittene Produkte teurer sind, obwohl sie sich zu Männerprodukten lediglich in der Farbe unterscheiden.

Das große Rätsel: Warum lassen Frauen das mit sich machen?

Denn wenn die Lohnlüge zutreffen sollte, wie die Lüge, Armut wäre weiblich, dann müssten Frauen sehr viel mehr auf’s Geld schauen, jeden Pfennig zwei- und dreimal umdrehen. Das tun sie nicht.

Weil sie nicht das Geld ausgeben, das sie selbst erarbeitet haben. Frauen, Hausfrauen, erarbeiten weniger Geld, treffen aber 80% der Kaufentscheidungen. Wenn ich als Kind einen kleinen Job annehme, um mir ein Spielzeug leisten zu können, dann ist es mir mehr wert, als wenn mir meine Eltern einfach auf die Frage hin das Geld geben. Derselbe Mechanismus: Frauen geben das Geld anderer aus, also sitzt es bei ihnen lockerer.

Und weiter: Entgegen der feministischen Propaganda identifizieren sich Frauen gerne als Frauen und damit bevorzugen sie jene Produkte, die durch Farben und sonstiges Design weiblich codiert sind.

Rosa: Die Farbe von Herrschaft und Ausbeutung.

Crumar: Kapitalismus für ihn, Kommunismus für sie

Crumar:

Die (klein-) bürgerliche Ehe ist keine Erfindung der Linken und die Idee, dass Frauen – sozusagen strukturell – einen hälftigen Anteil an der (Erwerbs-) Arbeit des Mannes beanspruchen können wird erkennbar auf ALLES ausgeweitet, hier auch auf den Fußball.

Diese Idee, dass Frauen vor Ausbeutung, Konkurrenz, Entfremdung und anderen hässlichen Erscheinungen des Kapitalismus im trauten Heim beschützt werden sollen, aber dennoch hälftig von dem Ertrag desjenigen profitiert, der sich dem stellen will oder muss ist die Grundlage dieser Geisteshaltung. D.h. Frauen behilflich zu sein, aus der ökonomischen Realität auszusteigen war die Absicht, die (klein-) bürgerliche Ehe hatte diese Aufgabe und das wiederum ist die Herkunft des festen Glaubens, Ergebnisgleichheit stünde ihnen zu. Hat nichts mit „Linken“ zu tun.

Am vorliegenden Beispiel: Heißt das also, der Kapitalismus wird abgeschafft und wir leben alle in der kommunistischen Utopie? Wenn du dir anschaust, wie der Fluss des Geldes läuft, wer es erarbeitet und wohin es geht, dann muss dir doch aufgehen, um „wir leben alle“ handelt es sich gerade nicht. Die Leistungs- und Konkurrenzgesetze sollen für Männer weiterhin gelten, aber für Frauen nicht.

Die Forderung nach „Gleichheit“ setzt bei der Verteilung der Preisgelder ein, nicht bei der Gewinnung. Wo ist der Unterschied zur Ehe? In Bezug auf den Erwerb lautet diese spezielle Form der „Verteilungsgerechtigkeit“: Es gibt es genau ein leistungsloses Einkommen für ein Geschlecht. Ergo: Kapitalismus für ihn, Kommunismus für sie, Realitätsprinzip für ihn, Lustprinzip für sie.

Das Problem der meisten Linken ist, dass sie die Herkunft ihrer Vorstellung von „Geschlechtergerechtigkeit“, die tatsächlich eine halbierte Vorstellung ist, nicht hinterfragen.

Traumjob Prinzessin

Äh, nein. Einfach nur nein. Prinzessin ist der absolute Traumjob. Man ist wunderschön. Man wird geliebt und verehrt. Man ist reich. Man hat keine ernsten Sorgen. Man gehört zum Adel. Man wird mal einen Prinzen heiraten. Man muss nicht arbeiten.

Warum also feinden nicht nur die Stinker von „pink stinks“ Mädchen an, die gerne Prinzessin spielen?: „Du stinkst!“ Warum wollen sie Frauen ihr Glück streitig machen? Denn oh ja: Die Frauen werden unglücklicher mit der um sich greifenden Wucherung des Feminismus‘, denn mehr und mehr Frauen ereilt das alte Schicksal der Männer: Sie müssen arbeiten. Also richtig jetzt und nicht nur in der Familie sein, was als „Arbeit“ gewertet wird.

Weil sie einen schweren Minderwertigkeitskomplex pflegen. Der Mann steht nämlich entgegen der Propaganda ganz gut da. Ach was: Neben diesem Weltenbauer und Sternenfahrer verblasst das weibliche Geschlecht, das höchstens mal Huckepack mitdarf. Und da für Feministen die weibliche Würde erst dann hergestellt ist, wenn die Frau dasselbe leisten wie der Mann, muss man Männer schon als Jungen sabotieren und Frauen zur Maloche zwingen:

»Keine Frau sollte das Recht haben, zu Hause zu bleiben und die Kinder großzuziehen. Die Gesellschaft sollte völlig anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, und zwar genau deshalb, weil, wenn es eine solche Möglichkeit gibt, zu viele Frauen sich dafür entscheiden würden.«

Die Prinzessin leistet zu wenig, erfindet zu wenig, bedeckt sich mit zu wenig Ruhm indem sie gegen den Drachen kämpft, um im Märchenbild zu bleiben. Der Prinz kämpft gegen den Drachen – und das soll in Zukunft die Frau selber machen. Also jetzt nicht in echt. Bestrebungen Frauen dorthin zu bringen, wo es wirklich gefährlich ist, gibt es nicht. Männer bleiben unter sich, wo es schmutzig und hart zugeht, wo man aufgerieben wird. Frauen putzen die Klos, Männer die Kanäle, aber dafür ist neuerdings deren Chef eine Frau.

Also in echt jetzt kämpfen Frauen nicht gegen den Drachen. Aber es gibt ja auch noch die Sagenwelt, die Mythen und die phantasievollen Erzählungen. Es gibt Hollywood. Da rettet dann die Prinzessin den Prinzen und kämpft selbst gegen den Drachen. Sie posen also nur in woken Gutenachtgeschichten und vor der Kamera. In echt setzen sie sich nicht der Gefahr aus, schwere Verbrennungen zu erleiden. In der Wirklichkeit sieht das dann so aus, dass sie als Quotenoffizierin auf der Landkarte den Ort markiert, wo dann Männer, und nur Männer, ihre Unversehrtheit riskieren. Das ist Gerechtigkeit im Matriarchat, in dem die Frau aber kaum mehr ist als ein elender Kretin.

Katjes und Pinkstinks

Eine gemischtgeschlechtliche, gesellige Runde, es wird was zum Naschen serviert, darunter rosa Fruchtgummi von Katjes. Ich bin immer im Geschlechterkriegsmodus, also sage ich: „Das ist wohl eher was für Frauen.“

Ich erwarte heftigen Protest. Ich erwarte die Anklage. Ich erwarte, dass man mir vorwirft, ich würde Frauen auf überholte Geschlechterrollen festlegen wollen; ich erwarte den Einwand, dass es frauenfeindlich wäre, rosa als „Frauenfarbe“ zu kategorisieren… ich bin kampfbereit und gewappnet für eine hitzige Diskussion, in der ich den Leuten Esther Vilar an den Kopf werfen werde und was mein Arsenal noch so hergibt. Ich werde erläutern, dass Frauen Männer auf’s Übelste unterdrücken, dass sie zu Lasten des Mannes auf’s höchste privilegiert sind, ich werde es den Furien zeigen!!!1 Sie werden angepisst sein, sie werden mich canceln wollen, sie werden einen Scheiterhaufen errichten und mich darauf verbrennen – aber für euch, meine Brüder, nehme ich dies Opfer auf mich. Ja, ihr werdet Lieder auf mich singen…!!!11!

Eine Frau meint: „Stimmt.“ Sonst passiert nix. Ich bin zutiefst enttäuscht.

Diese Momente, in denen ich mich frage, ob ich ein Heuchler bin – zur Psychologie des Mann-Frau-Verhältnisses

Ich äußere einen anerkennenden Satz über Kurdinnen, die ihr Leben und Schlimmeres riskieren, da sie mit der Waffe in der Hand gegen den IS kämpfen. Schlimmeres, da man dem muslimischen Glauben nach nicht ins Paradies eingeht, wenn man durch die Hände einer Frau stirbt. Deshalb pflegen diese muslimischen Fanatiker eine besondere Abneigung gegen diese Frauen, weshalb sie ihnen im Falle einer Gefangenenschaft besonders übel mitspielen, und die verbrennen auch so schon Menschen bei lebendigen Leib.

Und dann denke ich mir: „Heuchelst Du das gerade?“ Denn eigentlich bin ich nach Mainstreamauffassung ein Hardcore-Frauenfeind, da ich nicht der Mainstreamauffassung anhänge, dass Frauen die besseren Menschen wären (und dieser Kontrast lässt mich als frauenfeindlich scheinen).

Ich habe den Weißen-Ritter-Komplex schon mal angesprochen: Es fühlt sich einfach toll an, für die holde Weiblichkeit in die Schlacht zu ziehen, das habe selbst ich. Man wird dafür belohnt, also jetzt nicht mit klingender Münze, Hardware, sondern durch Software, so ein gutes Gefühl, das man dabei hat – manch einer wichst auf sich selbst, weil er sich so geil dabei vorkommt, denn wer ist schon Pro-Frau? Also, bis auf alle jetzt? Ist das nicht was Besonderes, was besonders tolles?

Ok, wenn eine Schrupp um die Ecken kommt, und meint, man sollte Väterrechte gänzlich abschaffen und Mutterschaft über Steuern finanzieren, dann widerspricht vielleicht hier und dort noch jemand, sprich: Man ist nicht feministisch genug im Pro-Frau-Sein – mal abgesehen davon, dass wenn eine Frau unbedingt „alleinerziehend“ werden will, sie sich dieses Lebensmodell finanzieren lassen und den Vater ausgrenzen kann, kein Problem, da ist die schruppsche Forderung weitestgehend durchgesetzt. Ansonsten checken nur Minderbemittelte nicht, dass z.B. Vergewaltiger geächtet sind, bei Männern vermutlich mehr als bei Frauen. Oder der Typ, der davon berichtet, dass ein Prozess gegen ihn läuft. Warum? Er hat einem Kerl, der eine Frau „sexuell belästigt“ hat, seinen Bierkrug ins Gesicht gerammt. Und wie er das so erzählt, merkt man deutlich: Er platzt vor Stolz, er ist einer von den Guten, Yeah!

Umgekehrt herrscht ein massiver Psychodruck, nichts zu sagen, was Frauen verärgern könnte. Probier es bei Gelegenheit mal aus! Sage: „Die Frau zu Hause ist privilegiert zu Lasten ihres Mannes!“ Nein, als mieser Misogynist will man wahrlich nicht dastehen.

Und so ist man auf Kurs, dazu geschmeichelt und genötigt mit Psycho-Zuckerbrot und Psycho-Peitsche, eine Gesellschaft gestaltend, in der man als erstes weibliche Interessen bedient.

Das kann aber für Frauen auch unangenehm werden, dann nämlich, wenn sich so ein weißer Ritter einbildet, er wisse besser, was für Frauen besser wäre. Wenn er Frauen „erziehen“ will. Oder diese Feministin, die feministisch-männliche Bevormundung anprangert – denn das Motiv, jemanden helfen zu wollen, basiert auf der Überzeugung, dass sich jemand nicht selbst helfen kann, und dann macht man ihm Vorschriften, ein Übel nicht nur im Feminismus.

Bin ich jetzt ein Heuchler? Der Heuchler weiß, dass er heuchelt, anders als der Bigotte, dem seine doppelten Maßstäbe nicht bewusst sind. Ich bin kein Heuchler. Meine Anerkennung für die Kurdinnen oben ist echt, ich glaube nicht, dass ich mich das trauen würde, mich diesen brennenden Rachegelüsten aussetzen würde.

Als Mann (nicht) weinen oder über partiell-traditionelle Rollen

Die große Männerfreundin Esther Vilar sagte mal, ihr sei ein Mann lieber, der nicht weint.

So. Ich selber weine auch nicht so gerne. Vor Zeugen. Und als Männerrechtler, der die traditionellen Geschlechterrollen ablehnt – er im Werk, sie am Herd – komme ich dabei in Erklärungsnot, auch mir selbst gegenüber.

Denn die traditionelle Rolle des Mannes hat es in sich, steht für Ausbeutung und Leid, das man zu ertragen hat. Er soll eben nicht weinen, sondern er soll arbeiten, kämpfen, schaffen. Der Mann soll nicht weinen, sondern andere totschießen und sich totschießen lassen.

Und da sind wir dann bei „toxischer Männlichkeit”; ist nämlich laut Feministen alles dieselbe Sauce: Hier weigert er sich zu weinen, dort wird er in den Kriegsdienst gepresst, „führt also Krieg“, ist also als Mann daran schuld, dass es Kriege gibt: Alles toxische Männlichkeit. Ist natürlich Humbug: Ob im Kleinen wie im Großen: Frauen zanken und streiten sich, üben Gewalt gegen Schwächere aus – Alte, Pflegebedürftige, Kinder und auch Männer, und führen als Herrscherinnen Krieg. Der Punkt, dass also Männer weinen sollten, für eine bessere und friedlichere Welt sticht also nicht.

Und auch wenn man die traditionelle Rolle ablehnt, kann man dabei verbleiben, dass man selbst – jeder entscheide das für sich – nicht weint, sich aber dennoch dagegen verwahrt, als Mann zum Unterhaltssklaven gemacht  zu werden. Oder von seinen Kindern getrennt zu werden mit der Begründung, dass man ihnen in der männlichen Rolle als Arbeitsesel ja sowieso nicht so nahe stände.

Ich fühle instinktiv, dass ich vor (m)einer Frau nicht weinen will. Andererseits will ich auch nicht herabgesetzt werden, oder einen Vertrauensverlust erfahren, wenn ich vor meiner langjährigen Ehefrau doch mal in Tränen ausbreche – auch wenn ich mich bemühen würde, das zu zügeln. Damit fühle ich mich wohler, und (m)eine Frau wohl auch, die einen Rollentausch hier und dort nicht als befriedigend erleben würde, wenn sie ihren Mann auf ein Bett aus Rosen betten würde – Nee. Und sie wäre dennoch emanzipiert.

Das eine bedingt nicht das andere: Nur weil ich die männliche Eigenart des Nichtweinens für mich in Anspruch nehmen will, heißt das nicht, dass man mich auch ansonsten auf die männliche Rolle festnageln darf mit all den Grausamkeiten, die dazu gehören, wie zum Beispiel dem Kriegsdienst oder das Verweigern von Hilfe:Kann nicht um Hilfe fragen (weinen), also selber schuld!

Aber meinen es Feministen nicht gut mit Männern, wenn sie für sie das Recht einfordern, auch weinen zu dürfen; haben sie damit nicht nur das Beste für sie im Sinn? Siehe hier.

Andersrum: Warum es problematisch ist, dass Männer keine Schwächen zeigen dürfen.