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Eine kleine Kotzkrücke und die Verantwortungsverschiebung

Heute spreche ich über eine kleine Kotzkrücke, auf die ich aber nicht verlinke, denn sie genießt noch Welpenschutz.

Die Kleine mach Videos zur Geschlechterdebatte und da stellt sich die Frage: Was hatten wir noch nicht, noch nie? Was wäre neu? Was wäre originell? Richtig: Auf Männer scheißen, das hat ja gerade mal Jahrhunderte auf den Buckel, das ist sensationell brandneu! Sie strotzt also nur so vor Kreativität und ruft nicht nur altbekannte Muster ab, die erlaubt und erwünscht sind.

Von ihren vielen feministischen Statements will ich nur auf drei Punkte eingehen. So fragt sie sich, wer Männer ganze Länder regieren lässt, wenn diese sich angesichts eines kurzen Rocks nicht unter Kontrolle hätten. Das ist die typische Machtausübung der Feministen, bzw. der Frauen. Frauen dürfen sich so sexuell aufreizend geben wie sie wollen, dem Mann aber wird das Recht abgesprochen, darauf auch zu reagieren, er hat das nicht zu kommentieren, wenn sie ihre Brüste in Gesichter und Kameras hält. Das ist pure Macht auf Seite der Frauen. Wenn aber der Mann darauf reagiert hat das nicht unbedingt etwas mit Kontrollverlust zu tun: Ich habe mich voll unter Kontrolle, wenn ich einer Frau hinterher pfeife, das ist ein gewolltes Statement, auf das manche Frauen sehr positiv reagieren; umgekehrt beschwerte sich mal eine bei mir, dass ihr nie einer hinter gepfiffen habe. Die nächsten zwei Punkte sind schöne Beispiele für den feministischen Dauerbrenner der Verantwortungsverschiebung. Zum einen unterstellt sie einem Lehrer, er würde kleine Mädchen sexualisieren wenn diese Reizwäsche tragen. Ein Klassiker: Frauen sexualisieren sich, aber der Verantwortliche ist der Mann, niemals die Frau. Beliebte Verantwortungsverschiebung. Aber: Es sind Frauen, die ihre sexuellen Reize betonen, die Verantwortung liegt also bei ihnen und nicht bei den Männern oder „der Gesellschaft“ – und das gilt auch für minderjährige Teenagerinnen und es ist bösartig, einem Mann Pädophilie zu unterstellen, wenn er das anspricht. Da gibt es doch diese Shows in den USA, in denen kleine Mädchen mit Tonnen von Makeup zugekleistert werden und die dann entsprechend als Prinzessinnen posieren. Die Veranstalter unterstellen Kritikern dieser Frühsexualisierung pädophil zu sein, denn sonst würden sie es ja nicht merken…

Die Kotzkrücke simuliert dann Sex und was Frauen dabei denken, zum Beispiel an die Einkaufsliste, weil der Mann so ein schlechter Liebhaber ist und schließt damit, dass sie es wohl lieber mit einer Frau probieren sollte. Meine Liebe: Du kannst Verantwortung dafür übernehmen, dass der Sex gut ist, anstatt dich einfach nur vom Mann bedienen zu lassen. Das hat Tradition: Er bemüht sich, sie bewertet; wieder mal: Feminismus ist nicht die Überwindung des Systems sondern seine Fortführung. Lass‘ doch einfach mal die verstaubten Rollenbilder hinter dir, übernimm Initiative und führe ihn zu einen Höhepunkt, an den er sich noch lange erinnern wird, und kümmer dich um deinen eigenen Orgasmus! In einer lesbischen Beziehung würde man das auch von dir erwarten.

Liebe Frau, in deinem eigenen Interesse.

Liebe Leserin,

ich will dir etwas unterbreiten, von dem sowohl Du als auch ich etwas hätten, ein Nichtnullsummenspiel. Bei so einem Spiel ist der Gewinn und der Verlust addiert nicht Null, alle gewinnen. Anders als beim Nullsummenspiel, in dem Gewinn und Verlust Null sind, des einen Verlust ist des anderen Gewinn – es gibt immer Verlierer.

Also versuche ich mal nicht wie ein Rohrspatz über die doofen Weiber zu schimpf…

Ok.

Zweiter Versuch.

Die dummen Hühner sagen ja, dass….

Ok. Gib mir eine dritte Chance.

Gut, wenn Du jetzt noch dabei bist, dann hast Du vermutlich Sinn für Humor.

Menschen ändern ihre Meinung nicht, bzw. nur sehr selten, zum Beispiel wenn sie eine tiefe Krise durchmachen, wenn das Leben erschüttert wird. Die Meinungen, die wir haben, machen dabei einen Teil unserer Identität aus. Man ist Feministin. Dieses „ist“ kommt von „sein“, was bedeutet, dass man seine Meinungen nicht so einfach ändern kann. Wenn man Meinungen ändert, ändert man einen existenziellen Teil seines Selbst, das, was uns ausmacht. Deshalb kann man auf Gegenargumente nicht mit einem entspannten „Ach so ist das, na gut.“ reagieren. Stattdessen sind wir stets damit beschäftigt, unser Weltbild gegen gegenläufigen Informationen abzusichern. Ein Weltbild macht unsere Persönlichkeit aus – zum Beispiel als Feministin -, womit zuwiderlaufende Informationen unsere Identität, also uns selbst bedrohen – deshalb ist es extrem unangenehm, wenn wir mit solchen Informationen konfrontiert werden, man nennt das „kognitive Dissonanz”. Ich persönlich bin ja der Meinung, dass man sich seinen kognitiven Dissonanzen stellen sollte, auf der Suche nach der Wahrheit, damit gehöre ich aber zu einer Minderheit in einer Gesellschaft, die zum Beispiel Studenten erlaubt, Texte zu boykottieren, die sie als unangenehm empfinden – und so eine Generation wird nichts großes hervorbringen, freundlich ausgedrückt.

Ich würde dich bitten, mir zuzuhören. Es sind bloß Worte, aber gut, manch eine bittere Pille ist dabei, aber dafür biete ich dir auch was an.

Ich will was von dir, weshalb ich mich mal zügle. Wenn ich mir die Entwicklung meines Blogs anschaue, dann habe ich mich wohl radikalisiert. Ich bin erstaunt, wie diplomatisch ich früher war, zum Beispiel wenn ich akribisch darlegte, dass das Hausfrauenmodell kein Nachteil, sondern ein Privileg für Frauen bedeutet – heute würde ich mich wohl dahin versteigen, dass ich solchen Frauen Parasitentum unterstellen würde.

Unsere Identität, unsere Überzeugungen setzen sich zusammen aus vielen Glaubenssätzen, zum Beispiel dass Männer bevorzugt wären und dabei unmoralisch handeln würden. Den Mann als primitiv zu sehen, dazu wird richtiggehend angeleitet, zum Beispiel wenn Cheryl Benard und Edit Schlaffer den »kühl sezierenden Blick auf den Mann, als ob ein Entomologe eine Fruchtfliege vor sich unter dem Mikroskop hätte« empfehlen. Es sind Anleitungen zum Hass, der manchmal sichtbarer und manchmal subtilerer Natur ist. Eine Feministin (offline) sagte mal, ihr Hass wäre eine Energiequelle. Das ist schlimm. Die Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing merkte an, dass Männerfeindlichkeit schon so sehr Teil des Alltags sei, dass man sie gar nicht mehr bemerke. Wenn zum Beispiel eine Außenministerin eine feministische Außenpolitik fährt, fällt gar nicht mehr auf, wie monströs das ist gegenüber Männern, die ihr Leben lassen müssen, was aber ausgeblendet wird. Oder dass derzeit ein Kanzler an der Macht ist einer Partei, deren Grundsatzprogramm nach die männliche Gesellschaft überwunden werden muss, um die menschliche zu schaffen – und kein Nazi, der sowas über die „jüdisch geprägte Gesellschaft“ sagt, könnte sich damit rausreden, dass man doch nur eine bessere Gesellschaft für alle schaffen wolle. Nun, das Überwinden des Mannes mag klappen, aber die Gesellschaft wird dadurch nicht menschlicher – im Gegenteil, denn da hier vielen Menschen unmenschliches zugemutet wird, wird auch die Gesellschaft unmenschlicher, und nur mit einem flüchtigen Blick allein für Männer.

Wer überwunden wird, das sind zum Beispiel viele Väter, und die leiden bis in den Tod darunter; ihre Selbstmordrate übersteigt die der sonstigen Männer, die sich sowieso schon öfter als Frauen umbringen, bei weitem – kann man da wirklich sagen, wie lebten in einem „Patriarchat“? Ach so, dass wird ja an ganz anderen Dingen festgemacht, nämlich daran, dass die meisten Chefs Männer sind. Das beruht aber nicht auf Sexismus, sondern kommt daher, dass Frauen weniger außerhäuslich arbeiten, was den Pool an Frauen ausdünnt, die für den Vorstand geeignet sind, die einen 70-90 Stundenjob ausüben können und wollen, denn das ist ein Opfer, das Frauen weit weniger zu bringen bereit sind.

Zurück zu den Männern: Dass man sie mies behandelt, ist egal, denn sie sind ja stark und mächtig. Aber der Schein trügt. So berichtet ein Transmann zu seinen Erfahrungen, wie es ist, von der Welt nicht mehr wie eine Frau sondern wie ein Mann behandelt zu werden: „Was mir weiterhin auffällt, ist die deutliche Reduzierung der Freundlichkeit, die mir im öffentlichen Raum entgegengebracht wird. Es fühlt sich jetzt an, als wäre ich auf mich allein gestellt.“ Die Lesbe Norah Vincent, die ein Jahr lang als Mann unterwegs war, erlitt am Ende einen Nervenzusammenbruch, so sehr setzte es ihr zu, wie ein Vertreter des allüberall bevorzugten Geschlechts behandelt zu werden. Eine Empathin macht sich über einen Mann lustig, mit dem sie gerade Sex hatte und der nur noch schluchzte; er war jahrelang von jeder menschlichen Nähe abgeschnitten. Ein Coach berichtet, dass viele Männer die zu ihm kommen, nach kurzer Zeit dasitzen und einfach weinen, auch hier: abgeschnitten von menschlicher Wärme.

Der Punkt ist, „der“ Mann ist nicht Chef sondern nur ein ganz durchschnittlicher Malocher, und vieles aus seiner Welt ist unsichtbar, zum Beispiel die Vaterentsorgung, um zu den Punkt zurückzukommen. Wir durchlaufen gerade eine Entwicklung zum Matriarchat. Das heißt es gibt keinen Vater mehr, der seine Kinder liebt; keine Kinder, die ihren Vater lieben; kein Mann und keine Frau, die sich gegenseitig als Vater und Mutter gemeinsamer Kinder lieben. Der Vater genießt keine Rechte mehr, er soll aus der Ferne für die Kinder zahlen, noch besser: Auch diese Bindung zum Kind soll aufgehoben werden, es soll der kollektive Mann über Steuern das Lebensmodell von alleinerziehenden Müttern finanzieren. Das heißt, der Geschlechtervertrag wird aufgekündigt. Dieser besagte, dass der Mann als Vater für seine Familie sorgte, wofür ihm die Vaterschaft garantiert wurde (als Männerrechtler sehe ich dem Vater auch dann den Vater, wenn er nicht für die Familie „sorgt”, also das Geld ranschafft, aber das ginge hier jetzt zu weit). Wie die neue Familie aussieht, in der dieser Vertrag einseitig gekündigt wurde, bringt die Feministin Laurie Penny auf den Punkt:

„…füllt sich der Keller mit Wasser und Millionen von Frauen und Mädchen sind samt ihren Kindern da unten eingesperrt und starren nach oben, während ihnen das Wasser in die Schuhe läuft, um die Knie schwappt und langsam zum Hals steigt.“

Also: Der Vater, der Mann gehört nicht mehr zur Familie, er wurde verbannt. Es gibt nur noch „Frauen und Mädchen“ und „ihre Kinder”. Gleichzeitig wird dem Vater der Vorwurf gemacht, dass er nicht mehr sorgt für diese Restfamilie, aus der er vertrieben wurde, einer Restfamilie, der es nicht gut zu gehen scheint. Dieses Problem könnte sich ausweiten. Denn mehr und mehr Jungen und Männer haben keinen Bock mehr – und das ist fatal für die ganze Gesellschaft.

Der Vater will, dass es seinen Kindern gut geht, und da ist es ein guter Anfang, ihr Leben auf eine solide finanzielle Basis zu stellen. Indem er für seine Kinder sorgt, leistet er einen Mehrwert für die ganze Gesellschaft – Sorry, aber sein Wille und Werken ist es, das die Gesellschaft voranbringt. Deshalb bleiben Matriarchate zurück, weil dort die Männer, die keine Väter sein dürfen, nur das nötigste machen. Szenenwechsel: In Japan hielt diese Mentalität schon vor Jahren Einzug: 60% der jungen Männer unter 30 haben kein Interesse, zu heiraten, Kinder zu bekommen und zu arbeiten. Sie werden „Grasesser“ genannt, sie brauchen nur das nötigste, nämlich einen leistungsstarken PC, und dann erforschen sie fremde Sterne oder kämpfen gegen Drachen. Die Wirtschaftswissenschaftler dort macht das schier verrückt, und zwar ganz zu Recht: Das so reiche Japan könnte da steil abstürzen, wenn seine kostbarste Ressource so in den Streik geht. Und in Deutschland läuft es ähnlich, wo man es kaum mehr auf die Reihe kriegt, auch nur einen Flughafen zu bauen. Mehr als ein Viertel der Jungen verlässt die Schule als funktionelle Analphabeten. Das heißt, der Plan, in unserem reichen Land Mutterschaft über Steuern finanzieren zu lassen, könnte schiefgehen, denn es naht der wirtschaftliche und soziale Zusammenbruch. Und damit kommen wir zur nächsten bitteren Pille für Feministinnen, nämlich: Die Mädchen werden den Laden nicht rocken.

Feministinnen sind verhinderte Geschlechternationalistinnen. Sie wären so gerne so stolz auf die Frau, müssen aber überall erleben, dass der Mann sie in den Schatten stellt. Deshalb hat auch die feministische Hohepriesterin Simone de Beauvoir gesagt:

»Keine Frau sollte das Recht haben, zu Hause zu bleiben und die Kinder großzuziehen. Die Gesellschaft sollte völlig anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, und zwar genau deshalb, weil, wenn es eine solche Möglichkeit gibt, zu viele Frauen sich dafür entscheiden würden.«

… und somit wenig zu Ruhm und Ehre der Frau beitragen, wonach es Feministinnen dürstet, nur: Ist die Würde der Frau erst dann hergestellt, wenn sie die Tat des Mannes vollbracht hat?

Schopenhauer sagte, dass der Stolz auf die eigene Nation der niedrigste wäre, da man sonst wohl nichts hätte, worauf man stolz sein könnte. Mit dem Geschlechterstolz verhält es sich ähnlich. Die Feministin liebt das Männliche aber hasst den Mann. Sie will alles, was beim Mann auftritt, beim Mädchen heranzüchten, und umgekehrt den Mann verweiblichen. Aber wenn ein Kind komplexe Konstrukte mit dem Fischermetallbaukasten errichtet oder sich für programmierbares Legospielzeug begeistert, dann ist dieses Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von 85% ein Junge. Sorry. Die Mädchen füllen nicht die Lücke, die die kaputtgemachten Jungs hinterlassen. Da kann man auch das berühmte Geschlechterparadox erwähnen: Nämlich dass Männer und Frauen in sehr weit entwickelten Ländern, die als geschlechtergerecht gelten, eine stereotype Berufswahl treffen: Frauen werden Krankenschwestern, Männer Mechaniker, wo sie doch frei sind, alles zu werden! Diese Paradox ist aber nur eins, wenn man voraussetzt, dass – wie im Genderismus postuliert – Mann und Frau völlig gleich wären und erst durch die Kultur geprägt. Man weiß aber, dass bereits Säuglinge – zu einer Zeit also, in der noch keine kulturelle Prägung greifen konnte – unterschiedlich sind nach Geschlecht: Jungen fokussieren stärker technische Artefakte und Mädchen Gesichter.

In deinem eigenen Interesse ist es, den Mann schaffen und wirken zu lassen; den Geschlechtervertrag wiederherzustellen; dem Mann Vaterschaft zu garantieren; die systematische Benachteiligung der Jungen im Schulsystem zu bekämpfen. Denn die ganze Gesellschaft hängt am Mann. Dein Gewinn ist ein Leben in einer sicheren, wohlhabenden Gesellschaft (wobei es wahrscheinlich schon zu spät ist).

Weiter ist es besser für dich, wenn Du den Mann liebst und nicht hasst. Dass Du ihn nicht ständig kritisch und übelwollend betrachtest wie eine Fruchtfliege, ein schädliches Insekt, sondern liebevoll und wohlwollend wie einen Paradiesvogel. Hass ist Gift für die Seele, genauso wie es Gift ist, immer auf sie zu schielen und neidisch zu sein auf das, was sie haben; Neid führt dazu, dass man selber nicht glücklich sein kann. Männer sind in Ordnung, okay, ihr Humor ist vielleicht etwas grob, und sie reißen auch mal anzügliche Witze, aber man ist erwachsen. Wenn Du mit ihnen befreundet bist, findest Du in ihnen verlässliche Helfer und starke Schultern; und vielleicht hörst Du mal ihnen zu. Wenn Du die halbe Menschheit nicht als Feind betrachtest sondern als potentielle Freunde, wird es dir erheblich besser gehen. Schopenhauer sagte auch, dass man wohl tun könnte, was man wolle, dass man aber nicht wollen könnte, was man wolle. Doch. Du kannst die Entscheidung treffen, eine Freundin dieser wunderbaren Träumer zu werden.

Will Smith ohrfeigt Chris Rock

Geschlechterrollen! Der Mann beschützt seine Frau!

Ja, und dann stirbt er im Krieg, aber darum soll es hier gar nicht gehen.

Will Smith hat auf der Oscar-Verleihung dem Comedian Chris Rock eine Ohrfeige verpasst, da einen Witz über die Frisur von Smiths Frau gerissen hat, die krankheitsbedingt nicht sehr vorteilhaft aussieht.

Ich schwanke in diesem Fall hin und her, kann mich gar nicht entscheiden, auf wessen Seite ich mich schlagen soll.

Erstmal: Ich pflege eine sehr liberale Haltung zu dem, was gesagt werden darf, heißt: Über (fast) alles sollte man Witze reißen dürfen. Zweitens: Auf Worte mit Handgreiflichkeiten zu reagieren finde ich falsch; wenn man nur mit Worten angegriffen wird, sollte man nicht zur Gewalteskalation beitragen – meistens.

Und dieses „meistens“, da sitz‘ ich in der Falle: Denn ich kann gut nachvollziehen, warum Smith eine Ohrfeige ausgeteilt hat und kann nicht ausschließen, dass ich ähnlich handeln würde, und das obwohl ich solchen traditionell-archaischen Rollen das Patriarchat, also die Versklavung des Mannes bis in den Tod, sehe.

Er kämpft für sie. Er stirbt für sie. Aber: Als Held. Der letzte Punkt ist der Grund, warum sich soviele tragisch junge Männer im Krieg verheizen lassen, wobei niemand Heldenlieder auf sie singen wird. Ganz schlechter Deal also, selbst wenn doch noch jemand singen und weinen würde.

Aber Will Smith befand sich nicht auf einem Schlachtfeld sondern auf einer Galaveranstaltung, wo er unter dem Rampenlicht eben jene Persönlichkeit unter Beweis stellte, der er seinen Erfolg verdankt. Er hat seine Frau beschützt, genauer: Gerächt. Manche Feministen sehen darin den Untergang des Mannes, der überfordert wäre mit seiner Männlichkeit, die am Boden liegt und nur zu Gewalt greifen könnte, toxische Männlichkeit halt. Tatsächlich war das aber nicht ein letztes Aufbäumen sondern eine Sternstunde des Patriarchats, da Smith genau das Verhalten zeigte, das von Frauen erwünscht ist, viele von ihnen verteidigten sein Verhalten. Der Mann soll für seine Frau sorgen und sie beschützen, wie es bei jeder kirchlichen Eheschließung heißt – der Grund, warum Frauen das Matriarchat abgeschafft haben.

Ist meine Solidarität mit Männern zu schwach ausgeprägt, wenn ich sage, dass ich unter den gleichen Umständen eventuell auch zugeschlagen hätte? Nun, meine Solidarität mit meiner Familie würde natürlich die gegenüber Fremden stechen, auch wenn meine Frau eine Männerrechtlerin wäre. Ich würde auch meinen Sohn beschützen, das heißt: Ich würde die meinen schützen, nicht weil sie Frauen und ich ein Mann bin, sondern weil sie zu den meinen gehören; nicht aus Geschlechter– sondern auf Familienrollen heraus.

[Nachtrag]

Drachenburger

Peng! – Und wieder einter tot im Egoshooter. Es waren Legionen von Männern, die Willy abgeknallt hatte. Er hielt nichts von der Diskussion, ob Killerspiele Killer produzierten, offensichtlich taten sie es nicht, denn sonst hätte man jeden Tag einen Amoklauf bei der Masse an Spielern. Unten klingelte es. Unwillig drückte Willy die Pausetaste und begab sich zur Haustür. Es war der Bürgermeister von Drachenburg.
„Du bist einberufen, ein Drache bedroht die Stadt. Hier ein Schild, Du gehst mit Manni, komm komm, wir haben keine Zeit!“
Fassungslos drehte sich Willy zu seiner Mutter um. Er erwartete, dass sie irgendwelche wundersamen Sätze sagen würde, die bewirkten, dass er befreit wäre.
Aber sie sagte nur: „Kehr mit deinem Schild wieder oder auf ihm.“ Sollte heißen, dass er die Schlacht gewinnen sollte, egal ob er überlebte oder nicht, denn wenn er verlor, ging der Schild in Feindbesitz über und kehrte nicht heim. Es war der traditionelle Gruß, mit dem Mütter ihre Söhne und Frauen ihre Männer verabschiedeten. Es hatten sich ein paar Leute versammelt, Willy erkannte Lotti, die in der Schule ein Mädchenempowerungsprogramm vorangetrieben hatte. Sie würde sich nicht in Gefahr begeben müssen. Willy deutete auf sie und wollte was sagen, aber sie kam ihn zuvor:
„Dafür kriegen wir die Kinder, um die wir uns sorgen müssen!“ Dass sich Väter auch um ihre Kinder kümmerten war natürlich egal. Zähneknirschend nahm Willy den Schild und machte sich mit dem blassen Manni auf den Weg. Wenig später waren sie beim Drachen. Der schnippte Mannis Schild weg und vernaschte den blassen Jungen. Dann wandte er sich Willy zu. Der hatte einen Einfall:
„Warte! Willst Du allen klar machen, dass Du hier der unangefochtene Herrscher bist? Dann verlange nach süßen Junfrauen, die sind das größte Opfer, niemanden interessiert es, wenn Männer sterben!“
Der Drache hielt inne.
„Hm, da ist was dran. Also jeden Monat eine Jungfrau!“
„Wirst Du davon auch satt?“
„Also jede Woche eine! Geh und tu meinen Willen kund!“
Willy ging zurück nach Drachenburg und tat so. Und dann aß Willy ungesunde Sachen, ging mit seinen Kumpels auf Zechtour, rülpste, kratzte sich am Sack und lebte glücklich bis ans Ende seiner Tage.

Hiervon inspiriert.

Zensiert: Frauen, träumt ihr heimlich davon, euch vom Job ins Muttersein zu flüchten?

Hier.

Zensierter Kommentar:

Die traditionelle Rollenverteilung stirbt nicht aus, weil sie von Frauen so gewollt ist, denn Arbeit ist sch***e – keine heiratet nach unten, da keine bereit ist, den Löwenanteil ihres Lebenseinkommen an Mann und Kind abzugeben. Frauen, die sich ihren Kinderwunsch erfüllen – was erstes und ärgstes Anliegen eines Menschen sein kann -, betreiben Selbstverwirklichung.

Sie darf nicht ohne Erlaubnis des Mannes arbeiten… die eigentliche Frage.

zehnter_ochse:

„ohne die Erlaubnis des Mannes arbeiten“

Ob es irgendwann erlaubt sein wird, dass der Mann ohne die Erlaubnis der Frau aufhören kann zu arbeiten?

Siehe auch:

Konnte der Mann der Frau verbieten, arbeiten zu gehen?

Bei Pinkstinks weiß man nicht, wer das Haus baut – oder doch?

Der Hausmann Pickert verwirklicht sich selbst – indem er die Frauenrolle übernimmt (via). Er kocht gerne, kümmert sich um die Kinder und interessiert sich leidenschaftlich für Farben. Kurz: Wenn er eine Frau wäre, wäre er unterdrückt, bzw. wenn sich eine sie ganz für typische Frauendinge interessieren würde, für Kücher, Kinder und weiblich codierte Farben, dann würde der Herr Pickert diese Frau oder dieses Mädchen, das sich gerne als Prinzessin verkleidet, massiv angreifen und beschämen: Pink stinks! Du stinkst!

Da stellt sich natürlich die Frage, warum das, was bei Frauen als Unterdrückung und Verdummung gilt, für Männer gut sein soll. Wenn Herr Pickert sich so selbst verwirklichen kann, warum sollte das eine Frau nicht können? Ist Herr Pickert der lebende Beweis dafür, dass Frauen, die nicht arbeiten müssen, privilegiert sind und nicht benachteiligt, da er zu Protokoll gibt, mit dem typischen Hausfrauendasein glücklich zu sein? Ist die Hausfrau – so gedacht – gar nicht im Nachteil, verwirklicht sie sich gar selbst, wenn sie gerne kocht, sich um die Kinder kümmert und sich leidenschaftlich für Farben interessiert? Ist das Patriarchat am Ende gar keins, weil es von Frauen immer so gewollt war und sie dieses per Erziehungshoheit den kleinen Jungen so eintrichterten: Dass die Hauptaufgabe im Leben eines Mannes ist, einer Frau diese Art von Selbstverwirklichung zu ermöglichen?

Pickert weiter: Er interessiert sich nicht für Männerdinge, das überlässt er seiner Frau. Sie ist verantwortlich dafür sich mit dem Techniker über die Autoreparatur auseinanderzusetzen. Und das ist für ihn Gelegenheit, gemeinsam mit anderen ganz doll emanzipierten Frauen über die Handwerker zu lästern, die offenbar von gestern sind, da sie meinen, der Mann wäre zuständig. Diese sind aber ebenfalls immer – immer – irgendwie Männer, jedenfalls erwähnt Pickert nicht, dass er mal eine Technikerin darin belehren musste, doch bitte schön die Frau, die der Mann im Haus ist, in der Sache anzusprechen. Und das legt die ganze Erbärmlichkeit der feministischen Bewegung bloß: Denn es zeigt nur, dass nach wie vor der Experte männlichen Geschlechts ist, und der Handwerker liegt in ~90% der Fälle richtig, wenn er sich in der Sache an den Mann und nicht an die Frau richtet.

Ich habe mal eine Bauarbeiterin gesehen. In meinem ganzen Leben. Gut: Vielleicht auch zwei. Die jedenfalls stand rum und blies in eine Trillerpfeife, wenn sich eine Straßenbahn näherte, um damit ihre männlichen Kollegen anzuweisen, die Arbeiten am Gleisbett zu unterbrechen. Wer baut das Haus? Ein Mann. Immer noch. Und wenn sich eine Technikerin über Menschen lustig macht, die nicht sie sondern den Azubi ansprechen, dann zeigt das nur, dass die Leute auch im Zeitalter der sog. Emanzipation tagtäglich die Erfahrung machen, dass für technische Dinge nach wie vor Männer zuständig sind. Ein vernichtendes Urteil für einen wirklich weitgediegenden Feminismus, der so mächtig ist, dass er inmitten des „Patriarchats“ Quoten durchsetzen kann und Väter entsorgen lässt, aber nichts, wirklich gar nichts an den grundlegenden Geschlechterrollen geändert hat.

Was Jungen und Mädchen lieber haben

Diese Grafik:

ichVermuteJungenMaedchen

…löste einen kleinen Sturm im Wasserglas aus. Erregte Kommentatoren, die sich darüber empörten, dass man doch die Kinder von heute nicht in solche Schablonen pressen könne. Dabei ist dieses Arbeitsblatt an Harmlosigkeit kaum zu überbieten und meiner Meinung nach auch dahingehend designt worden, die Jungen und Mädchen zur politische korrekten Erkenntnis zu verhelfen, dass sie sich kaum voneinander unterscheiden.

Denn bei den meisten genannten Punkten wird man wohl spontan annehmen, dass sie von beiden Geschlechtern gern ausgeübt werden, womit man den anvisierten Urteil: „Jungen und Mädchen sind gleich“ nahe kommt. Man hätte auch ganz andere Tätigkeiten wählen können: Reiten (Bei einem Reiterhof, den ich kenne, sind gefühlt 100% Mädchen unterwegs), Fußball spielen, mit Puppen spielen, mit Lego spielen, spielerisches Kräftemessen (Raufen), etc.

All diese Tätigkeit hätten sehr viel eindeutigere Antworten zu Tage gefördert, aus denen sich ergibt, dass Mädchen und Jungen eben doch grundverschieden sind, denn auch wenn es tobende Mädchen und puppenspielenende Jungen gibt, sind sie nicht repräsentativ, sieht die Realität im Schnitt anders aus.

Wenn der Genderist, für den es unerträglich ist, dass Jungen und Mädchen existieren und sich voneinander abheben, hier angekommen ist, macht er eine Genderdebatte auf: Alles nur Konstruktion und Erziehung! Es ist Erziehung, mit der man den Jungs erst sagt, sie sollen toben, um sie dann mit Ritalin ruhigzustellen!

Crumar über Geschlechterrollen im „Patriarchat“

Kommentare, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

[Kontext] Crumar kommentiert eine Feministin, (hier wiedergegeben von ronin) die per „Female-Choice“ eine Dystopie der Familie entwirft.

„Ich glaube, sie stellt sich das so vor, dass in ihrer „Female Choice“-Utopie Frauen in kleinen Gruppen, z.B. WGs, zusammen leben und gegenseitig ihre Kinder versorgen und für sie aufkommen.“

Jup,
1. individuelle Entscheidung, aaaaber kollektive Verantwortung.
2. Zusammen leben, Kinder versorgen – aaaber wie genau „aufkommen“?

Gespräche mit „Anarchistinnen“ gehabt, die ebenfalls die Kindererziehung so „kollektivieren“ wollten, indem „wir alle“ Verantwortung für ihre Verhütungsunfälle übernehmen, was eine elegante Verlagerung der eigenen Verantwortung und faktische Verteilung von Mehrarbeit ist.
Durch „zusammen leben in WGs“ wird auch nicht die Frage geklärt, wie das eigentlich finanziert werden soll.

„Sie glaubt offenbar nicht, dass Partnerschaft und Fortpflanzung für Männer die Motivation sind, überhaupt etwas zu leisten.“

Wie ich schon schrieb: Die Bereitschaft der 80% aller Männer eine Gesellschaft zu finanzieren, die nur 20% aller Männer und 100% aller Frauen etwas nützt, aber ihnen nicht wird auf 0 sinken.
Es wird niemand mehr da sein, der ihren feuchten Traum vom Matriarchat via Staatsmittel und Sozialversicherung finanzieren wird.
Sie wird staunen, wie teuer Krankenkassenbeiträge und eine Rentenversicherung, ein Platz im Kindergarten und in einer Schule ist, wenn all das nicht mehr von Männern quersubventioniert wird.

„Aus ihrer Sicht wurde der Zwang, sexuell erfolgreich zu sein und Kinder zu zeugen, den Männern nur vom Patriarchat eingeredet, weil man ihnen nur dadurch Status zugesteht.“

Seufz, dieser Selbstbetrug.
Männer müssen sich Status erarbeiten, um von Frauen selektiert zu werden; diese Frauen partizipieren dann an dem mit dem Status verbundenen Ressourcen.
Das „Patriarchat“ kann Kindererziehung von der Krippe bis zu Schule ganz in Frauenhände legen und es setzt sich dennoch durch.
Es ist nur merkwürdig, wie sehr das „Patriarchat“ auf eine Männerrolle fokussiert ist, deren Ertrag Frauen zugute kommt.
Die altmodische Frage: „Wem nützt es?“ führt aber leider nicht zu „Patriarchat“.

„Deshalb will sie ja „das Narrativ ändern“: Männern soll aufgrund von künstlerischer oder beruflicher Leistung Status zuerkannt werden, nicht mehr aufgrund von Fortpflanzungserfolg; ihnen soll beigebracht werden, dass sie auch ohne Partnerschaft und Sex glücklich sein können.“

Gibt es schon, nennt sich MGTOW. 🙂

„Ihre Karrieren würden Männer natürlich trotzdem weiter verfolgen, nur der lästige, gesellschaftliche Zwang zum Sex wäre weg.“

Nope. In ihrer Illusion müssen diese kleinen Arbeitsdrohnen weiter funktionieren. Irgendwer muss ohne irgendwelche Anreize oder Belohnung ihren Traum einer matriarchalen Gesellschaft finanzieren.
Nicht ein zweites Mal drüber nachdenken: „Nah, it´ll be fine!“

Hier passiert m.E. etwas ganz anderes im Hintergrund: Stück für Stück werden klassische Bestandteile einer Frauenrolle überflüssig, weil technisch rationalisiert (waschen, putzen) oder verstaatlicht oder kommodifiziert (Kinderkrippe, -garten, Schule, Altenheime, Pflegeheime).
Von den „Care“-Arbeiten gibt es immer weniger und die nur kann man überhaupt nur in partnerschaftlichen Beziehungen geltend machen, während der Anteil der Single-Haushalte in den Großstädten inzwischen die Mehrheit stellen.

Der Kern von dem, was Frauen ihrer Ansicht nach überhaupt noch als Frauen zu bieten haben ist Sex und Reproduktion.
Zieht man in Betracht, Sex ist auch ein Bedürfnis von Frauen, kann man mit diesem Pfund nicht wuchern, denn sexuelle Bedürfnisse tauschen sich wechselseitig aus. Bleibt Reproduktion.

Mehr ist nicht mehr übrig.
Würde man Männer Leihmütter erlauben und ggf. von der Krankenkasse bezahlen, würde sich die Frage stellen, warum Männer überhaupt Frauen brauchen, wenn sie Kinder wollen.
Ist es nicht merkwürdig und damit meine ich natürlich naheliegend, dass diese Option gar nicht in ihrem Hirn auftaucht? 😉
Angenommen wir bestimmen den Wert einer Leihmutterschaft mit 30.000 Euro, dann ist der von ihr geforderte Betrag für ihren Traum vom Matriarchat ein Mehrfaches.

In ihrem Hirn jedoch stellen Frauen das reproduktive Nadelöhr der Gesellschaft dar und demzufolge hat die Gesellschaft die Funktion, Frauenbedienerin von Frauenwünschen zu sein.
Wir lebten in einem „Patriarchat“, das „vor allem Männern nützt“ beißt sich jedoch mit dieser Vorstellung – was allerdings keine neue Erkenntnis ist.

„Die 80 % überflüssigen Männer werden entweder als Arbeitssklaven und/oder Pfünderungsarmee eingesetzt. Dieser Staat, den diese Feministin hier träumt kann nur ein imperialistischer Sklaven- und Kriegstreiberstaat sein, so wie zB Sparta.“

Die „Überflüssigkeit“ bezieht sich sich in der Tat auf ihre utopistisches Matriarchat und die „Arbeitssklaven“ beziehen sich auf die Notwendigkeit dessen Alimentierung.

Aber wie stellt sich denn die Durchsetzung ihres feuchten Traums vor, in dem Männer sich selbstlos für sie aufopfern, ohne Motivation und Anreiz?
Ein männliches Proletariat, das den genetischen Adel alimentiert?

Wir bräuchten nur eine Reihe von Generalstreiks, um selbst den einfachsten Handwerkslohn in Höhen zu treiben, dass Teilzeitarbeit für Männer völlig ausreicht (inkl. drei Monate bezahlten Urlaub).
Wie das finanziert wird, ist dann nicht unser Problem – wir erarbeiten den Kuchen und wir essen ihn auch.
Oder wir greifen kurz zu den Waffen und beenden diesen Spuk.
Es gibt eine Vielzahl historischer Beispiele, wo der angemaßte Adel einen Kopf kürzer gemacht worden ist.