Archiv der Kategorie: Häusliche Gewalt

Sexismus mit Rassismus kontern: Gewusst wie!

Auf Twitter.

Wenn dir das nächste mal wieder einer erzählt, dass jeden dritten Tag eine Frau von einem Mann ermordet wird, dann frag ihn, ob da die Ehrenmorde schon mit drin sind.

Weiterlesen: Jeden dritten Tag, oder sollte man Totschlag wie Mord behandeln?

Weiterlesen: Apokolokynthose – Femizid

Propaganda von Ayliva

Im Hintergrund läuft ein Musikvideo. Ich werde aufmerksam, denn dort heißt es: „Deine Schuld“. Der Song vermittelt die Botschaft, dass die Schuld und Verantwortung für Missverhältnisse allein – ganz allein – bei dem anderen lägen. Ich höre und gucke weiter, da ich neugierig bin, ob sie noch einen plausiblen Grund dafür liefert, warum sie zu der guten alten Regel: „Zu einem Streit gehören immer zwei“ die Ausnahme bildet; warum sie nicht einfach nur eine Narzisstin auf dem Level „Du hast aber angefangen!“ eines Kleinkindes ist. Ich werde enttäuscht, diesen Grund liefert sie nicht, dafür aber die Propaganda von den armen misshandelten Frauen – von Männern misshandelt, wohlgemerkt.

Alles Bullshit. Alles. Erstmal geht im häuslichen Bereich mehr Gewalt von Frauen aus, nur dass die das dürfen. Es besteht eine gigantisch klaffende Lücke zwischen Hell- und Dunkelfeld, Frauengewalt spielt sich viel öfter im Verborgenen ab. Frauen dürfen beinahe nach Belieben Kinder, Pflegebedürftige und Männer misshandeln, ohne dass einer einschreitet. Wenn ein Kind stirbt, ist sein Mörder in aller Regel die eigene Mutter, was aber Humanisten und Feministen nicht interessiert und auch kein Anlass für Hasspropaganda ist mit Plakaten, auf denen düstere, bedrohliche Frauenfiguren vor verängstigten Kinder zu sehen sind – solche Hetze bleibt für den Mann reserviert.

Die Propaganda, wonach nur einer allein Täter ist, ist beliebt, geht aber meilenweit an der Wirklichkeit vorbei. Solche Gewalt findet eingebettet in einer Beziehungsdynamik statt, in der sich die Beteiligten gegenseitig hochschaukeln; beide haben ihren Anteil daran. Deswegen können vor Männerhass triefende Konzepte auch nicht wirksam helfen, da die Mitverantwortung von Frauen nicht gesehen, sondern geleugnet wird. So bleiben die Gewaltursachen erhalten und als einzige Lösung bietet sich dann nur noch die Vernichtung der Familie an, die bei Feministen besonders beliebt ist und worunter besonders Kinder und Männer zu leiden haben, wobei erstere an die Schlägerin gehen. Ein Trennungsvater berichtet, wie ihm seine Tochter sagte: „Das, was Mama früher mit dir gemacht hat, macht sie heute mit mir.“ Aber solche Menschen bleiben allein, für sie gibt es keine Hilfe. Ganzheiltiche Ansätze, z.B. in Gewaltschutzhäusern, die beiden Geschlechtern offenstehen, beziehen alle Familienmitglieder mit ein und arbeiten nicht mit simplen Täter-Opfer-Narrativen, mit strunzdummen, einseitigen Verurteilungen wie in Frauenhäusern oder wie in diesem Video hier:

Kurzer Kommentar zur Istanbul-Konvention

Renton:

Die Berichterstattung in der Tagesschau heute war auch wieder zum Kotzen. „Fast jeden Tag wird in der Türkei eine Frau getötet“ – schönen Dank auch, auch ohne nachzusehen weiß ich, dass in der Türkei nicht nur fast, sondern jeden Tag ein Mann getötet wird, wahrscheinlich mehr als einer. Aber sind ja nur Männer, solange noch eine Frau getötet wird, ist das wichtiger als 1000 tote Männer.

Ich bin auch gegen die Istanbul-Konvention. Nicht, weil ich ihre Ziele nicht teile, sondern weil sie in ihrer Beschränkung auf Frauen ein ekelhaftes, sexistisches Machwerk ist.

Schutz für alle – oder keinen!

Auf Genderama:

Aus aktuellem Anlass habe ich mir die sogenannte Istanbul-Konvention durchgelesen.

Im ganzen Dokument zentral ist der Begriff: „geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen“, der folgendermassen definiert ist: „… .bezeichnet eine Form von Gewalt, die gegen eine Frau gerichtet ist, weil sie eine Frau ist, oder die Frauen unverhältnismäßig stark betrifft“. Um es noch etwas genauer auszudrücken, heisst dann es in den Erläuterungen weiter: „Mit anderen Worten bezieht sich der Begriff geschlechtsspezifische Gewalt auf jeden einer Frau widerfahrenen Schaden“ (Erläuterung 44).

Unter geschlechtsspezifischer Gewalt fällt auch sexuelle Belästigung, die „Gegenstand einer strafrechtlichen oder sonstigen rechtlichen Sanktion sein muss“ (Erläuterungen 207.). Als sexuelle Belästigung gelten auch „Mimik, Gesten“ und „Scherze“ (Erläuterungen 208.).

Die Türkei ist bekanntlich soeben aus dem Abkommen ausgetreten. Unter dem Protest von Aktivistinnen, Medien und Politik. 45 Staaten haben bisher den völkerrechtlich verbindlichen Vertrag unterzeichnet und sind deshalb verpflichtet Ihre Gesetze anzupassen.

Männer können sich also darauf einstellen, dass in Zukunft praktisch jede Interaktion mit einer Frau nach deren Gutdünken als geschlechtsspezifische Gewalt ausgelegt werden kann. Bereits ein missglückter Witz oder ein unerwünschtes Ansprechen einer Frau stellt einen Straftatbestand dar. Im Sinne einer geschlechtsspezifischen Rechtssetzung und Rechtsprechung gilt dies aber ausdrücklich nur einseitig, wenn eine Frau betroffen ist. Zur Sicherheit wird gleich auch noch erklärt, dass dies keine Diskriminierung von Männern darstellt.

Außer den rechtlichen Verpflichtungen, müssen die Staaten ein ganzes Bündel an weitreichenden und praktisch alle Lebensbereiche berührende Massnahmen umsetzen. Im 122seitigen Dokument finden sich deshalb noch viele Perlen. Sie könnten vermutlich ein Buch darüber schreiben.

Eine Expertengruppe überwacht, ob das Abkommen von den Vertragsstaaten eingehalten wird und hat hierfür weitreichende Kompetenzen. In Artikel 66 heisst es dazu: „bei der Zusammensetzung ist auf eine Ausgewogenheit bei der Vertretung der Geschlechter … zu achten“. In den Erläuterungen wird die Wichtigkeit einer paritätischen Besetzung noch einmal betont. Anhand der Fotos und Vornamen beurteilt, liegt das Geschlechterverhältnis des Gremiums aber tatsächlich bei 12:3. Es ist sicher nicht schwierig zu erraten, zu wessen Gunsten.

Zum Schluss überrasche ich Sie sicher nicht, wenn ich sage, dass ich in Wirklichkeit gar nicht „Marco Hübner“ heiße. Ich erspare mir eine Begründung, da Sie sich damit besser auskennen.


Zum Thema: Häusliche Gewalt.

 

Zensiert: Häusliche Gewalt

Es ist immer wieder faszinierend, sehen zu müssen, welche Harmlosigkeiten als zensurwürdig erachtet werden.

Renton auf dem Humanistischen Pressedienst: Auch an anderer Stelle kämpfe ich um die Freischaltung eines Kommentars. In einem Artikel über häusliche Gewalt kommen Männer nicht vor, und eine Zunahme häuslicher Gewalt wird methodisch falsch belegt:

„Der Frauentag vom Vortag hin oder her, beim Thema häusliche Gewalt nur von Frauen und nicht auch von Männern zu sprechen, ist sexistisch. Selbst wenn es laut Dunkelfeldstudien nicht fast ebenso viele männliche Opfer von häuslicher Gewalt gäbe wie weibliche, sondern nur ein einziges, darf das Geschlecht ebenso wenig wie Ethnie, Hautfarbe etc. ein Grund sein, jenen Menschen zu ignorieren. Kinder waren „trotz“ Frauentag ja auch eine Erwähnung wert.

Und zu den Zahlen der Charité sei folgendes angemerkt: Eine relative Zunahme kann mit einer absoluten Abnahme einhergehen. „Eine deutliche Zunahme schwerer Misshandlungen“ kann man mit den relativen Zahlen daher nicht begründen. Als interessierter Leser würde ich zusätzlich die absoluten Zahlen haben wollen oder wenigstens einen Link zur Quelle, damit ich selbst weiterrecherchieren kann; meine eigenständige Suche bei der Berliner Charité blieb erfolglos.“

Frauen brauchen keine Justiz

Im reichweichenstarken „Guardian“ wurde mal gefordert, dass man Frauen grundsätzlich nicht mit Gefängnis bestrafen solle, und auch Antje Schrupp gibt zu Protokoll:

„Würde es nur Frauen geben, bräuchten wir keine Justiz.“ (via)

Ich steig nicht dahinter, wie man zu so einem Statement kommen kann. Sie führt weiter aus, dass sie den Rechtsstaat als männliches Konstrukt ablehnt, welches Frauen nicht gerecht würde – ohne einen Vorschlag zu machen, wie ein System besser beschaffen sein könnte (meine Vermutung: Ihr schwebt eine Frauenherrschaft vor, in der Frauen Männer als „Tyrannen“ einfach töten dürfen, was sie aber nicht so gut verkaufen kann, ohne sich als Sexistin zu entlarven).

Im Folgenden werde ich mich damit befassen, wie man als erwachsener Mensch so eine Position ernsthaft vertreten kann.

1. Die Filterbubble

In unserem Feminat hat man weibliche Gewalt schlicht nicht auf dem Schirm. Eines der besten Beispiele ist häusliche Gewalt. Obwohl diese Gewalt zur Hälfte von Frauen ausgeht, wird allein Männergewalt bekämpft. Es gibt staatliche Kampagnen in dessen Bildmaterial verängstigte Frauen zu sehen sind. Es wird propagiert, dass jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Mann getötet wird. Jetzt geht Gewalt gegen Kinder – einschließlich Mord – aber öfter von Frauen aus. Dazu gibt es keine Hasskampagnen, wonach jeden dritten Tag eine Mutter ihr Kind tötet. Keine Parolen wie: „Der gefährlichste Ort für ein Kind ist bei seiner Mutter“. Keine staatlichen Kampagnen mit Bildern von verängstigten Kindern, die sich einer bedrohlichen Frauengestalt gegenübersehen. Wäre jeder Kindsmord durch eine Frau, bzw. Kindsmord generell ein Thema wie die Lohnlüge oder Frauenquoten, es fiele viel schwerer, Straffreiheit für Frauen zu fordern oder sich in dem Phantasma zu verlieren, Frauen bräuchten keine Justiz. Dasselbe gilt für Hollywood: Die wirklich hassenswerten Charaktere in den fiktiven Erzählungen sind mit überwältigender Mehrheit Männer. Auch das prägt unser Bild, führt dazu, dass wir das Böse, was bestraft gehört, eher bei Männern wahrnehmen. Die Filter-Bubble erstreckt sich also auf den Mainstream. Bezeichnenderweise rät Schrupp dazu, man solle sich in die feministische Filter-Bubble einschließen. Wer aber dieser Aufforderung nachkommt, erhält ein verzerrtes Bild der Realität, er betrügt sich selbst (ich selbst lese regelmäßig bei Feministen mit).

2. Typisch weibliche Verbrechen sind keine

Frauengewalt gegen Kinder wird sogut wie gar nicht verfolgt, sie führt auch nicht dazu, dass Frauen als Kollektiv Nachteile beim Sorgerecht befürchten müssen. Es gibt weitere Verbrechen, wie Ungeborenentötung, die überwiegend von Frauen begangen, aber nicht verfolgt werden. Eines ist die Falschbeschuldigung. In unserem Feminat geht man eher davon aus, dass ein Mann vergewaltigt als dass eine Frau lügt. Das heißt, obwohl eine solche Beschuldigung ganze Existenzen vernichten kann, wird sie wie eine Kavaliersdelikt gehandelt. Die Frau bekommt zum Beispiel ihre Rache, aber wenn sie überführt wird, muss sie kaum irgendwelche Konsequenzen fürchten.

Ein weiteres typisches Verbrechen ist Vaterkindentfremdung. Dabei wird das Kind einer brutalen Gehirnwäsche unterzogen, in welcher es lernt, den Vater, zu dem eine enge und existentielle Bindung besteht, zu hassen. Man hat schlicht kein Bewusstsein dafür, dass es zum einen Kinder schädigt und auch Väter verzweifeln lässt. Ein solches Opfer bezeichnete dies als seelische Vergewaltigung; der immer gemäßigte Blogger und Freund der leisen Töne Lucas Schoppe spricht von Kinderfolter. Man weiß seit langem darum, wie gravierend dieser Eingriff in die Kinderseele ist, oder könnte es wissen, aber angegangen wird das Problem nicht. Wenn einem Sklavenhalter der Prozess gemacht würde, und es würde ihm auch zur Last gelegt, dass er Kinder von ihren Eltern getrennt hätte, sollte sich das strafmildernd oder strafverschärfend auswirken? Fest steht: Dieses Verbrechen ist straffrei.

3. Das Paradies ohne Männer

Schrupp sagt, gäbe es keine Männer, bräuchte man auch keine Justiz. Wie ist das zu verstehen? Die eine Deutung wäre, dass Frauen in Notlagen wie Armut und anderen schlechten Voraussetzungen in der Kindheit nicht straffällig würden. Dass davon ausgegangen wird, halte ich für unwahrscheinlich. Vielmehr ist wohl gemeint, dass eine reine Frauengesellschaft ohne männliche Verseuchung das Paradies wäre, in der für keine Einzige ein Grund bestände, in Konflikt mit dem Gesetz zu geraten. Das lehnt an an das faschistoide Prinzip der „toxischen Männlichkeit“ – die Welt wird erst durch Männer so schlimm, so dass sie selbst, aber auch Frauen Verbrechen begehen. Die Frauengesellschaft: Ein Paradies ohne Verbrechen? Das ist sehr verräterisch, da es bedeutet, dass unsere heutige Gesellschaft mit männlichen Einfluss mehr Paradies für Frauen als für Männer bietet, so dass sie seltener kriminell werden. Der Mann nimmt die eigentlichen Härten auf sich, schirmt die Frau davon ab und ermöglicht ihr durch seine Maloche einen Lebensstandart weit über HartzIV, den sie selbst nicht erarbeiten muss. Einen Dienst, wie ihn Männer nicht erfahren, sie sind mehr auf sich allein gestellt, die ganze Gesellschaft ist härter zu ihnen, was sie kriminell werden lässt. Der Mann ermöglicht der Frau unter großem Opfer – lebenslanger Maloche – ein besseres Leben, wird dafür aber nur beschimpft.

4. Verständnis und Mitleid für Frauen

Man hat viel mehr Verständnis für Frauen, die kriminell werden. Man setzt – zum Beispiel bei Missbrauch – mehr auf „Hilfe statt Strafe“. Man sieht in der Frau anders als beim Mann nicht das Böse, man denkt empathischer über sie, verurteilt sie nicht moralisch. Das führt dazu, dass Frauen vor Gericht seltener und weniger hart verurteilt werden (was, nebenbei bemerkt, ebenfalls die Sichtbarkeit von Verbrecherinnen verringert):

So zeigte sich in einer 2012 veröffentlichten Untersuchung von Sonja Starr, Juniorprofessorin an der Universität Michigan, dass Männer für dasselbe Verbrechen eine im Schnitt 63 Prozent höhere Haftstrafe erhalten als Frauen. Auch könnten verhaftete Frauen signifikant häufiger einer Anklageerhebung und Verurteilung vollkommen entgehen

Und mehr noch: Wer eine Frau tötet, muss mit einer im Schnitt um 40,6 Prozent höheren Haftzeit rechnen als jemand, der einen Mann tötet.

Auch Stuttgarter Sozialwissenschaftler, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg mit allen vor den Jugendgerichten der Stadt verhandelten Fällen beschäftigt hatten, gelangten zu einem eindeutigen Ergebnis: Frauen werden für ein und dasselbe Delikt deutlich gnädiger bestraft als Männer. Dieses Prinzip erstreckte sich über die gesamte Bandbreite des Strafgesetzbuchs vom Fahren ohne Führerschein bis zu Körperverletzung und Raub. Überdurchschnittlich häufig endeten die Hauptverhandlungen gegen Frauen mit außergewöhnlich geringen Strafen oder gar der völligen Einstellung des Verfahrens. Auch bei nachweislich schweren Delikten kamen Frauen mit leichteren Strafen davon als Männer. Das galt auch für mehrfach vorbestrafte Wiederholungstäterinnen. Als die Soziologen die Richter auf diese Ungleichbehandlung ansprachen, ernteten sie jedoch nur Verwunderung. Denen erschien es nämlich ganz selbstverständlich, Frauen vor Gericht weniger hart anzufassen, unter anderem mit dem Argument, diese besäßen weniger kriminelle Energie. Was ihnen überhaupt nicht aufzufallen schien, war, dass dies eine sich selbst beweisende Fehlargumentation war: Wenn Frauen weniger hart bestraft wurden, traten sie natürlich auch nicht so stark in den Strafstatistiken in Erscheinung, woraus man dann wiederum eine geringere kriminelle Energie ableiten konnte. (Arne Hoffmann: Lexikon der feministischen Irrtümer)

Ich habe hierzu auch eine Fernsehdoku der ARD in Erinnerung, in welchem die Reporter eine mehrfache Kindsmörderin im Knast besuchten, um diese völlig unwidersprochen davon sprechen zu lassen, dass sie ihre Kinder trotzdem liebe. Ich erinnere mich nicht daran, dass in der ganzen Sendung über solche Frauen, die so ihre Kinder verloren hatten, die geringste Kritik an ihnen geübt wurde. Auch Feministen, die damit konfrontiert werden, dass Gewalt gegen Kinder überwiegend von Frauen ausgeht, entschuldigen dieses Verhalten sofort damit, dass Frauen weit mehr Zeit mit Kindern verbringen (eine Entschuldigung, die bei männlichen Schlägern natürlich nicht angewendet wird). Man hat Verständnis für eine schwierige Situation. Auch bei dem jüngsten Mehrfachmord eine alleinmächtigen Mutter an ihren fünf Kindern beeilte sich der Moderator der Nachrichtensendung sofort zu versichern, dass die Arme überfordert war. Väter, die ihre Kinder töten, werden nicht mit Samthandschuhen angefasst.

Ich möchte mit einem Fall schließen, der besonders für die Opfer tragisch ist, der zeigt, wohin das führt, dass man Frauen nicht zutraut, bösartig zu sein, dass man ganz viel Verständnis für sie hat:

Die Kanadierin Karla Homolka setzte ihre 15 Jahre alte Schwester unter Drogen und stellte sie ihrem Freund Paul Bernardo für eine Vergewaltigung zur Verfügung. Das Mädchen kam dabei ums Leben. Karla erklärte ihren Eltern, ihre Schwester habe zuviel getrunken und sei an ihrem Erbrochenen erstickt. Nach ihrer Heirat mit Bernardo entführte das junge Paar weitere Mädchen, hielt sie als Sex-Sklavinnen tagelang gefangen, vergewaltigte sie mehrfach, brachte sie um. Nach einer dieser Entführungen berichteten Zeugen, »zwei Männer« als Täter wahrgenommen zu haben. Die Polizei kam dem Paar auf die Spur, aber auch die Beamten waren sich sicher, dass eine weibliche Täterin in jedem Fall unter dem Einfluss eines gewalttätigen Mannes stehen musste: »Wir sind nicht hier, um Sie zu kriegen. Wir wollen ihn kriegen. Sie sind das Opfer.« Karla erkannte ihre Chance, behauptete, eine verprügelte Frau zu sein und handelte eine Höchststrafe von sechs Jahren und Immunität für alle weiteren möglichen Anschuldigungen aus. Die Medien erfuhren nicht einmal, dass sie zu den Tatverdächtigen gehörte. Der erste Bruch in ihrer Geschichte tauchte auf, als Psychologen, die sich mit ihr unterhalten hatten, keinerlei Angstzustände aufgrund von Misshandlungen erkennen konnten. Im Gegenteil, Homolka wirkte überaus dominant. Keiner dieser Experten wurde vor Gericht geladen, um seine Aussage zu machen. Karla selbst hatte die Literatur über häusliche Gewalt offenbar gelesen, zitierte sie vor Gericht, gab sich als Opfer. Dann tauchten Videos auf, die Karla und Paul zeigten, wie sie sich mit ihren »Sexsklavinnen« die Zeit vertrieben. Karla war meistens heiter und gut gelaunt, gab den Mädchen ebenso Anweisungen, was sie tun sollten, wie ihrem Freund. Das einzige Aggressive, was er auf diesen Videos zu ihr sagte, war ein genervtes »Halt die Klappe!« Es war diese Bemerkung, die in den Zeitungsschlagzeilen auftauchte, um das Klischee vom männlichen Haupttäter zu erfüllen. Karla behauptete vor Gericht, sie habe ihrem Freund bei diesen Taten geholfen, weil er sie immer wieder dazu gedrängt habe. Na dann. Ein weiteres Video ließ allerdings andere Töne hören: »Ich habe es geliebt, wie du meine Schwester gefickt hast. Ich möchte, dass du das noch einmal tust.« Ihre Schwester war zu diesem Zeitpunkt längst tot, Karla sprach von anderen Mädchen. »Glaubst du, wir können das tun? Willst du es noch fünfzigmal tun? Jede Woche vielleicht?« Auf Unstimmigkeiten zwischen ihrer Aussage und den Videos hingewiesen, behauptete Karla, sich an alles nur noch verschwommen erinnern zu können, so wie in einem Traum. Zwischen den Morden verreiste sie mit ihrem Partner nach Disneyworld oder an den Strand von Maui. Auch dort, behauptete sie, sei sie von ihm fürchterlich zusammengeschlagen worden. Im Kreuzverhör reduzierte sie diesen Vorwurf auf einen Klaps auf den Hintern – ihren einzigen Körperteil, der auf den Urlaubsaufnahmen nicht deutlich zu erkennen war. Im Herbst 1995 nahm einer der Gerichtsmediziner, der die Autopsien an den getöteten Mädchen vorgenommen hatte, mit der Presse Kontakt auf. Für die Gerichtsverhandlung gegen Bernardo hatte er seine Berichte noch einmal analysieren müssen und dabei festgestellt, dass Homolkas Aussagen definitiv falsch sein mussten. Es war eindeutig: Sie hatte die Mädchen umgebracht, nicht ihr Partner. Die Staatsanwaltschaft weigerte sich, seine Aussage vor Gericht zuzulassen, weil sie ihre eigene Ansicht widerlegte: dass er, der Mann, der Haupttäter sein musste. Der Fall ging quer durch Kanadas Presse, stand aber international im Schatten vom gleichzeitigen Verfahren gegen O. J. Simpson. Über dreitausend Unterschriften wurden in Kanada gesammelt und an Politiker verschickt, gekoppelt an die Bitte, Karla Homolkas Straffreiheit aufzuheben. Ein Senator versuchte, ein Gesetz einzubringen, das es erlaubt hätte, Karla Homolka hinter Gittern zu lassen. Es war zu spät, die Abmachung galt. Seit 1997 ist die mehrfache Entführerin, Vergewaltigerin und Mörderin Karla Homolka wieder eine freie Frau (SFBM?, Seite 165)

Antje Schrupp: „Würde es nur Frauen geben, bräuchten wir keine Justiz.“

 

Billy Coen über Probleme von Männern, die sich als Gewaltopfer Hilfe suchen wollen

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Offen gestanden weiß ich gar nicht, wie signifikant sich die beständige „Partnerschaftsgewalt ist Männergewalt“-Propaganda direkt auf die einzeln gewaltbetroffenen Männer auswirkt. Ich sehe das Hauptproblem eher bei denen, die sich eigentlich dieser Menschen annehmen müssten, denen von feministisch-bösartiger Schwätzerei die Wahrnehmungsfähigkeit vernebelt worden ist.

Diese Hirnwäsche führt dazu, dass Männer schon am Telefon merken, wie sich dort gerade am anderen Ende der Leitung ein Polizist bei der Aufnahme des Notrufes amüsiert. Sie führt dazu, dass ein Mann, selbst wenn er mit Hämatomen übersät ist oder gar aus offenen Wunden blutet, erlebt, wie sich beim Eintreffen der gerufenen Streife der männliche Polizist mit unverkennbarer Argwohn mit ihm auseinandersetzt, während er aus einem Nebenzimmer vernimmt, wie zeitgleich die Polizistin in mitfühlendem, tröstendem Ton mit der Frau spricht. Da bleiben wenig Fragen offen, welch kafkaeske Wendung die Sache da gerade für ihn zu nehmen beginnt.

Das führt dazu, dass sich Gewalthilfehotlines grundsätzlich nur für Frauen zuständig fühlen und völlig überfordert sind, wenn sich ein Mann an sie wendet. Das führt dazu, dass diese dann dem Anfragenden „netterweise“ Kontaktdaten zu einer anderen Hotline geben, welche sich rasch als eine Anlaufstelle für Leute entpuppt, die lernen wollen, ihre Aggressionen gewaltfrei zu überwinden.

Das alles sind Dinge, die man immer wieder hört und liest, wenn von Partnerschaftsgewalt betroffene Männer über ihre Erlebnisse berichten. Dass sich in solch einem gesellschaftlichen Klima kaum einer traut, mal den Kopf rauszustrecken, auf die überaus realistische Gefahr hin, am Ende selber als Täter gebrandmarkt zu werden, ist wenig überraschend.

Es ist schon fast ein Wunder, dass es überhaupt etwa ein fünftel Männer unter den statistisch geführten Anzeigestellern gibt. Man beachte, wie sich die Sache auf der anderen Seite darstellt: eine Frau, die noch nie mit unterschiedlichsten Gewaltschutzangeboten – natürlich exklusiv für Frauen – in Begegnung gekommen ist, die muss ihr Leben mit zugenähten Augen und Ohren voller Wachs in einem Erdloch verbracht haben. Die Werbung für derlei Angebote ist regelrecht omnipräsent. Hinzu kommt noch, dass diese Angebote nicht nur nachweislich oft missbraucht werden, sondern dass den Anbietern dieser Missbrauch gleichermaßen bewusst wie willkommen ist, weil letztlich egal ist, ob Missbrauch oder nicht, es geht darum Zahlen zu generieren, die bequemerweise nie nach dieser Kategorie differenzieren, um auf dieser Basis regelmäßig erhöhte Budgets zu erhalten. Dieser Missbrauch wird ja auch gleichzeitig noch von Beratern aus anderen Gebieten teils unmissverständlich nahegelegt, wenn z. B. eine Frau im Zuge einer Trennung mit Kind mal eben den Tipp bekommt, doch einfach mal mit dem Kind in ein Frauenhaus zu „flüchten“. Auch das ist den Verantwortlichen in den Einrichtungen vollends bewusst und wird von ihnen toleriert, wenn nicht gar begrüßt, denn es „hilft ja der Sache“.

Wir haben also auf der Seite der Männer einen zähen Kampf gegen gesellschaftliche Tabus (Frau als Täter) und widerliche zynische bis menschenverachtende Aktivistinnen, die jeden Versuch, gegen diese Tabus anzugehen, verbiestert in der Luft zerreißen, schon alleine weil sie es nicht ertragen können, auch nur hypothetisch zur Verfügung stehendes Geld auch für männliche Gewaltopfer eingesetzt zu sehen.

Und auf der anderen Seite haben wir eine regelrechte Industrie mit all ihren Begleiterscheinungen (Lobbyismus, Nepotismus, Korruption), die aktiv bemüht ist, Zahlen über Zahlen zu generieren.

Erfreulich auf jeden Fall, dass sich die Anzeichen mehren, dass der eiserne Vorhang vor diesem Thema so langsam Rostlöcher zu entwickeln beginnt. Vielleicht ist auch er dann irgendwann so von diesen durchfressen, dass er vollständig in sich zusammenbricht.

Interview mit einer ehemaligen Frauenhausmitarbeiterin

Dieses Interview aus meinem Archiv aus dem Jahre 1999 finde ich äußerst aufschlussreich:

Notkasse und Trillerpfeife
Interview mit einer ehemaligen Frauenhausmitarbeiterin

Wann haben Sie in welchem Frauenhaus gearbeitet?
Im autonomen Frauenhaus in Kassel von 1984 bis 1987 und im Göttinger Frauenhaus von 1988 bis 1989.

Wie kamen Sie zu dieser Aufgabe?
Damals war ich eine Aussteigerin aus der High-Society. Ich wollte etwas Neues anfangen, anderen Menschen helfen. Vorher war ich schon sehr interessiert an den Dingen, die die Frauenbewegung so thematisiert hat.

Welche Aufgaben kamen auf Sie als Mitarbeiterin in einem Frauenhaus zu?
Zunächst war das ehrenamtlich, nur der sogenannte Ämterscheiß: Schriftverkehr erledigen, die Leute zum Sozial- und Jugendamt begleiten. Nach drei Monaten wurde ich gefragt, ob ich nicht fest dort arbeiten wolle, und ich sagte ja. Ich stieg richtig in den Betrieb ein.
Ich machte die Neuaufnahmen, führte Einzelgespräche mit den Frauen, machte Gruppenbetreuung, half beim Ausfüllen des Aufnahmebogens, also Name, Adresse, Schulbildung etc.
Das ergab folgendes Bild: 80 % Hauptschule, 80 % ohne abgeschlossene Berufsausbildung, 70% Ausländerinnen (davon zu 90 % Türkinnen). Die Hälfte war dort bereits über ein Jahr, eine Frau war bereits dreieinhalb Jahre dort. Den Frauen wurden ja auch kaum Wohnungen angeboten … Welcher Vermieter gibt schon einer Frau eine Wohnung, die von der Sozi lebt und einen Haufen Kinder mitbringt? Die meisten von denen hatten bis zu fünf Kinder.

Was war der Grund für die Aufnahme im Frauenhaus ?
Ungefähr 90 % gaben an, geschlagen worden zu sein.

Bezog sich das auch auf die Kinder?
Das wurde auch manchmal gesagt. Meist haben wir dann aber gesehen, daß gerade diese Frauen ihre Kinder selber geschlagen haben. Dagegen sind wir aber immer – in beiden Häusern – ganz schnell vorgegangen.

Was gab es sonst noch für angegebene Gründe?
Von Relevanz nur noch, daß die Männer eine neue Partnerschaft hätten. Ansonsten bekamen wir in vielen Fällen in den Wochen nach der Aufnahme mit, daß die Familien hoffnungslos überschuldet waren.

Wie erfuhren Sie davon?
Nun, bei uns flatterten dann doch die ganzen Mahnungen und Mahnbescheide ein, es gab ja Nachsendeanträge über ein Postfach. Vielen wäre eh in den nächsten Tagen eine Räumungsklage zugegangen, weil sie die Miete nicht mehr zahlen konnten. In vielen Fällen waren es die Frauen selber, die zu der Überschuldung beigetragen hatten, meist durch Bestellungen bei Otto, Quelle und so, halt bei den ganzen Versandfirmen.

War das auch ein Grund dafür, daß die Frauen bei Ihnen vor der Tür standen?
Doch, mit Sicherheit. Heute würde ich sogar sagen, es war der überwiegende Anteil, der unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu uns kam – oder auch, seltener, weil sie selber guten Grund für einen Streit gegeben hatten und der Reaktion aus dem Weg gehen wollten. Zum Beispiel, wenn sie ein Verhältnis mit einem anderen Mann eingegangen hatten und das ungestört fortführen wollten. Zu Hause ging das ja nicht.

Aber wenn eine Frau gekommen ist und hat gesagt: «Ich wurde geschlagen», dann wurde das nicht weiter hinterfragt, ob es nicht vielleicht auch andere Gründe geben könnte?
Nein, nein, überhaupt nicht. Es wurde gesagt, kommt sofort rein. Meist folgte dann auch unmittelbar ein Arztbesuch. Vergewaltigung oder gar sexueller Mißbrauch waren eigentlich – bis auf drei mir bekannte Fälle – nie ein Thema.

Machten sich die Männer denn nicht bemerkbar?
Die Männer haben rumtelefoniert und natürlich überall nachgefragt. Wir haben aber regelmäßig gesagt: «Nein, die sind hier nicht, nicht bei uns.» Auch beim Jugend- oder Sozialamt wußten die natürlich Bescheid, aber die haben da immer mitgespielt. Und in vielen Fällen haben wir, wenn sich einer mal nicht abwimmeln ließ, die Frauen in. Häuser in andere Städte verlegt.
Natürlich waren die Männer auch sehr aufgebracht. Dann kam es auch vor, daß wir den Frauen geholfen haben, die Sachen aus der Wohnung zu holen. Viele standen dann auch eine Zeit vor der Tür und haben gewartet. Aber so lange dauerte das nicht.

Gut, die Frauen waren nun da, alle Formalien erst mal erledigt. Was passierte dann ?
Erst mal haben wir uns darum gekümmert, daß die Frauen
finanziell versorgt waren, also gemeinsam zum Sozialamt, da gab es Bargeld. Dann der gemeinsame Einkauf, damit was zu essen da war. Jede hat da ja ihr eigenes Fach im Kühlschrank gehabt. Wenn das gesichert war, wurden noch Einzelgespräche angeboten – davon wurde aber kaum Gebrauch gemacht. Wir haben dann auch erklärt, was wir für Betreuungsangebote für die Kinder haben.
Und dann ging auch schon der Alltag los: Die Zimmer waren gerade halbwegs eingerichtet – und schon haben sich manche feingemacht, gepudert, gespachtelt, geschminkt und ab auf die Rolle.

Was kann man darunter verstehen?
Nun, es warteten schon andere, neue Männer vor der Tür. Wenn wir Glück hatten, waren die Frauen zum Frühstück wieder da.

Und die Kinder?
Um die kümmerte sich der Nachtdienst. Der war eigentlich fürs Telefon da – das war ja rund um die Uhr besetzt. Aber hauptsächlich kümmerte sich der Nachtdienst um die Kinder, wenn die Mütter nicht da waren. Da war zum Teil die Hölle los, die mußten sich um einen ganzen Stall voll Kinder kümmern.
Wenn die Mütter morgens noch nicht wieder da waren, mußten wir die Schulkinder wecken, damit die zur Schule kamen. Oft war dann auch nichts zu essen da. Da mußten wir dann an die Notkasse ran und erst mal Brötchen einkaufen für die Kinder.

Welche Ausbildung hatten sie und die anderen Mitarbeiterinnen?
Ich selbst komme nicht aus dem sozialpädagogischen Bereich. Aber die anderen waren schon alle ausgebildete Pädagoginnen. Außerdem waren sie ausgebildet im Stockkampf, für den Fall, daß es mal Ärger gab. Kurzhaarfrisur und Springerstiefel waren vorherrschend.

Mußten denn die Stockkampffähigkeiten öfter unter Beweis gestellt werden?
Das war die Ausnahme. Kamen uns Männer zu nahe, hatten wir ja unsere Trillerpfeifen, da waren dann gleich alle da, das reichte meist. Ansonsten mußten wir schon ab und zu mal in den Außeneinsatz, noch mal rein in die Wohnungen, weil die Frauen noch nicht alles mitgenommen hatten, und die Sachen abholen. War dann der Mann da, wurde der meist abgedrängt. Einen haben wir ins Klo eingeschlossen. Die Polizei hat ihn dann anschließend wieder befreit. Da waren wir schon ganz fit.

Was war das vorrangige Motiv, im Frauenhaus zu arbeiten?
Frauen zu helfen – Frauen helfen Frauen, halt auch das typische Helfersyndrom. Die meisten waren sehr aktiv in der Frauenbewegung. Und es war eben klar, daß Frauen in dieser Gesellschaft grundsätzlich Opfer sind.
Wenn ich gesagt habe, verdammt noch mal, die Weiber müssen auch mal ihren Hintern hochbekommen, dann wurde das grundsätzlich abgeblockt. «Die haben doch so viel mitgemacht, siehst du denn nicht, daß die jetzt erst mal ihre Ruhe brauchen? Die sind geschlagen worden, die brauchen jetzt erst mal Zeit zur Selbstverwirklichung.» Manchmal konnte ich über das Chaos nicht mehr wegsehen. Die Küche, der Aufent­haltsraum waren ein Schlachtfeld, auch die Zimmer unaufgeräumt, überall lagen benutzte Pampers herum, der Gestank war teilweise bestialisch. Aber bei meinen Kolleginnen war nichts zu machen, ich sollte endlich ruhig sein, auch wenn es manchmal ein Horrorfilm war.

Und das änderte sich auch dann nicht, wenn man sehen konnte, die Kinder gehen – so ganz ohne Betreuung durch die Mutter – langsam auf dem Zahnfleisch?
Nein, dann kam wieder die alte Leier: «Du siehst doch, die Frauen können das im Moment nicht leisten.» Außerdem waren wir dann ja für die Kinder da.

Also Verantwortung für die Kinder war kein Thema? Die hätten dann doch auch zu Hause bleiben können …?
Ach, Verantwortung war kein Thema.

Hat sich das Jugendamt nicht mal für die Kinder interessiert?
Die hatten im Frauenhaus nichts zu suchen.

Aus welchem Grund?
Das Frauenhaus ist ein geschützter Raum für Frauen, da haben Externe nichts zu suchen. Außerdem hatten wir unsere eigenen Sozialpädagoginnen. Wenn es mal zu Auffälligkeiten der Kinder kam, dann sind wir halt mit den Frauen zum Jugendamt. Aber rein kam bei uns keiner. Das war klar, und da bestand auch gar kein Interesse.

Kam es denn tatsächlich so selten vor, daß die Männer ihre Kinder sehen wollten?
Wenn es so einen Fall gab, dann haben wir die Frauen ganz schnell in eine andere Stadt verlegt.

Und haben die Kinder nicht ab und zu nach ihrem Vater gefragt?
Das haben wir ganz schnell abgeblockt, die meisten waren ja noch klein. Da mußten wir schon mal trösten. Bei den größeren kam die Frage schnell gar nicht mehr auf. Da saß man dann zu fünft beim Kreuzworträtsellösen, und dann wurde natürlich über die Kerle hergezogen. Da kommt die Frage nach dem Vater gar nicht mehr auf, die Kinder merken sehr schnell, was da los ist. «Männer sind Schweine.»
Auf der Seite der Mitarbeiterinnen lief das nicht anders. Wenn wir nicht-lesbischen Frauen da mal gesagt haben, man muß auch mit den Männern reden, haben wir uns auf dem Mitarbeiterinnenplenum schon öfter mal einen Satz heiße Ohren geholt, da waren wir in der Minderheit.

Das heißt also, es wurde grundsätzlich nicht gefragt: Liegt wirklich eine Mißhandlung vor, oder hat es halt nur einen Streit gegeben – vielleicht auch mit Tätlichkeiten -, aber da ist vielleicht noch was zu kitten, es gibt da vielleicht die Möglichkeit, daß die sich wieder zusammenraufen, daß man doch noch miteinander klarkommt…?
Nein, überhaupt nicht.

Wie sah die finanzielle Situation der Frauenhäuser aus?
Wir kamen über die Runden. Das größte Problem war, daß der Haushalt durch den intensiven Gebrauch der Frauen sehr belastet wurde. Es mag komisch klingen, aber solche Sachen wie Toilettenpapier, Waschmittel und so weiter – die waren oft Mangelware. Das ging weg wie nix. Und dann war der Jahreshaushalt meist schon im Oktober aufgebraucht. Da haben wir dann improvisieren müssen, auch weil die Frauen oft schon zum 15. das Geld verbraucht hatten und einfach nichts mehr zu essen da war. Meist sprang dann schon das Sozialamt ein, ohne große Nachfrage. Aber wenn sich das wiederholte, gab es auch da irgendwann mal Probleme. Natürlich haben wir immer über zuwenig Geld geklagt, das gehörte dazu – aber wir kamen über die Runden.

Und die Öffentlichkeit – war man da anerkannt?
Na ja, im Volksmund wurden wir die «Schlüpferburg» genannt. Aber sonst gab es da keine Probleme.

Das waren die Verhältnisse in Kassel – wie sah es denn in Göttingen aus?
Da lief schon einiges ganz grundsätzlich anders. Angefangen von der allgemeinen Ordnung über die Verwaltung des Geldes bis hin zur nächtlichen Abwesenheit, das Kümmern um die Kinder … Da wurde viel weniger hingenommen. Kam es zu Problemen, gab es sofort ein Einzelgespräch, und da wurde auch schon klar gesagt: «Wenn du dir das und das leistest, dann ist hier kein Platz für dich – den haben andere dann nötiger als du.» – Das klappte wunderbar.
Auch wurde sehr darauf geachtet, daß die Frauen nicht auf ewig im Frauenhaus bleiben, es wurde viel aktiver auf die Integration hingearbeitet. Dort waren die Betreuerinnen im Durchschnitt doch um einiges älter und entsprechend erfahrener. Auch Verantwortung war da ein Thema. Unter diesen Aspekten wurde den Frauen dort wirklich geholfen, da wurde gute Arbeit gemacht. Kassel hätte man im Vergleich dazu eigentlich schließen müssen.

10 Jahre später: Was ist heute Ihre inhaltliche Hauptkritik an der Arbeit der Frauenhäuser, an dem, was Sie damals erlebt haben?
Es wurde überhaupt nicht auf die Männer gehört… Deren Belange und deren Version, die Belange der gesamten Familie wurden überhaupt nicht berücksichtigt. Die Frauen konnten diese Einrichtungen gnadenlos ausnutzen – und viele haben es auch getan. Überhaupt kann ich nur sagen: Notwendig ist ein Mindestmaß an staatlicher Kontrolle. Da fand damals ja gar nichts statt, und ich glaube, auch jetzt tut es das nicht.
Richtig zum Nachdenken bin ich dann gekommen, als ich vor zwei Jahren den Ludwig kennengelernt habe, wir haben Freundschaft geschlossen. Der war damals in der ganz großen Krise, hatte zwei Söhne. Der war einer von diesen «gewalttätigen» Männern. Seine Frau war damals von einem anderen Mann schwanger, die lebten schon in zwei Wohnungen, aber noch im selben Haus. Ludwig hat ihr damals auch tatsächlich zwei Ohrfeigen gegeben – aber sie stand mit einem Riesenkü­chenmesser vor ihm und hat ihn bedroht. Und als ich dann später die damaligen Kontoauszüge gesehen habe, konnte ich die Ohrfeigen auch aus diesem Grund verstehen. Da habe ich mich an meine Frauenhauszeit erinnert und gedacht: «Wie viele Frauen hast du bedauert, die dir gegenübergesessen und ihre Geschichte zum besten gegeben haben.» Und ich habe gedacht: «Mein Gott, das hätte auch Ludwigs Frau sein können.»

Gewalttoleranz

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Was für diese edle Menschen kein Thema ist, ist wenn die Mama das Kind haut, was in der Mehrheit der Fälle zutrifft.

Eine Aussteigerin aus der Frauenhausszene machte eine Beobachtung, die ich für bemerkenswert halte: Genau die Frauen, die angaben, der Vater würde die Kinder schlagen, waren selbst gewalttätig gegen ihre Kinder, und Erin Pizzey, Gründerin des ersten Frauenhauses in England, stellte fest, dass die Mehrheit der schutzsuchenden Frauen selbst gewalttätig waren – sie musste dafür aus England fliehen.

Wenn es zu häuslicher Gewalt kommt, ist diese in der Hälfte der Fälle wechselseitiger Natur. Es ist also nicht so, dass nur einer prügelt, und der Andere ausschließlich Opfer ist, sondern man traktiert sich gegenseitig.

Das heißt man ist in der Beziehung tolerant gegenüber Gewalt. Und zwar in beide Richtungen. Sowohl als Empfänger von Gewalt, als auch als Ausübender. Es ist nicht so, dass sie ein allein beklagenswertes zu tief traumatisiertes Opfer ist, welches das Schwein* nur noch verlassen will. Sie nimmt die Gewalt hin so wie sie auch austeilt.

Dem gegenüber stehen viele Frauen, die eine Null-Toleranz-Politik verfolgen: Erster Gewaltausbruch = Ende der Beziehung. Daran sollten sich Männer ein Beispiel nehmen. Denn in unserem „Patriarchat“ ist man als Mann doppelt und dreifach gefickt, wenn die Partnerin gewalttätig ist – und Frauen sind das öfter als Männer. Denn erstens: Frauengewalt wird bei uns nicht sanktioniert. Sie dürfen nahezu nach Belieben Kinder, Alte, Pflegebedürftige und Männer misshandeln, ohne dass jemand eingreift, ganz beseonders, zweitens, wenn man als Mann betroffen ist. Und drittens besonders schlimm ist es, wenn Kinder in der Beziehung sind, da er, der lebende Schutzschild, diese dann nicht verlassen kann, weil das bedeuten würde, diese Kinder mit einer Schlägerin allein zu lassen. Ein Trennungsvater berichtete hierzu, dass seine Tochter ihm erklärte: „Was Mama früher mit dir gemacht hat, macht sie nun mit mir.“ Solche Menschen werden in unserem „Patriarchat“ allein gelassen. Insofern ist für Männer besonders wichtig, ebenfalls eine Null-Toleranz-Politik zu verfolgen.

Zurück zu sowohl passiv als auch aktiv gewalttolerante Frauen in den Frauenhäusern: Hier stellt sich ein Drehtüreffekt ein, sie gehen und kommen immer wieder. Sie kehren immer wieder in gewalttätige Beziehungen zurück, wo sie in der Mehrheit der Fälle selbst Täterinnen sind. Das zeigt, dass Frauenhäuser mit ihrem männerfeindlichen Konzept keine wirksame Hilfe bieten können. Sie sind abzuschaffen zugunsten von Gewaltschutzhäusern, die beiden Geschlechtern Hilfe bieten, ohne eine Seite als allein verantwortlichen Täter zu verurteilen, sondern Gewalt als ein Problem zu begreifen, das aus einer Beziehungsdynamik heraus entsteht, an der beide Beteiligten ihren Anteil haben.

Die moralischen Maßstäbe des Feminismus am Beispiel „Jetzt.de“

Monika Ebeling kritisierte einmal den Slogan der Bäckerinnung „Gewalt gegen Frauen und Kinder kommt nicht in die Tüte“, denn hier wird sowohl Gewalt gegen Männer als auch Frauengewalt – auch gegen Kinder – unsichtbar gemacht, womit deren Opfer kein Ausweg aus der Not bleibt unter einer Schlägerin. Einen besonderen Geschmäckle hatte der Spruch, da in derselben Zeit in einem Nachbardorf ein Kind durch Frauenhände brutal ums Leben kam. Feministen griffen die Kritik auf und bemängelten, dass es an dem Prinzip „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ doch nichts auszusetzen sei – sie lügen und betrügen, auch ihre eigenen Anhänger.

„…gegen Frauen und Kinder“ unterteilt die Welt in gut und böse streng nach Geschlecht: Hier die Männer, dort die Frauen und – natürlich – „ihre“ Kinder. Ein ähnlich ressentimentgeladenes Weltbild findet sich nicht nur auf feministischen Seiten, sondern auch im Mainstream. Dass aber Gewalt gegen Kinder – einschließlich Mord – überwiegend von Frauen ausgeht, weiß man sogar bei der feministisch kontrollierten Wikipedia, auch wenn man sich alle Mühe gibt, diese Information möglichst unsichtbar zu machen. Ich habe jetzt auf „Jetzt.de,“ wo die Propaganda (Punkt 2) verbreitet wird, mit der Coronakrise steige die Männergewalt, darauf hingewiesen, was ihnen aber offensichtlich nicht in die Agenda passte (dass sich Frauengewalt auch gegen Männer richtet, erwähnte ich nicht). Mit anderen Worten: Die Feindbildpflege – er: Der Schläger – geht diesen moralisch anständigen Menschen noch vor den Schutz von Kindern, den schwächsten im Haushalt; dass ist kein Einzelfall, das hat System, schon Michail merkte zu einem neuen Gesetz an:

Und das weiter Entblößende: Gewalt gegen Kinder, gegen die Schwächsten also im häuslichen Bereich, wurde aus dem Gesetzesumfang ausgenommen, um zu vermeiden, daß so das Gesetz weitgehend auch gegen Frauen angewandt werden könnte, die ja sogar mehr Gewalt gegen Kinder ausüben als Männer. So präzis werden Frauengesetze vom Feminismus diktiert!

Die Interessen der Frauen gehen vor den Interessen der Kinder. Mehr muss man über Feminismus nicht wissen; das ist einer der Gründe, warum Kinderfolter in unserem Land nicht geahndet wird. Ich hinterließ dem Haufen noch einen weiteren – weit weniger höflichen Kommentar, der natürlich auch nicht freigeschaltet wurde:

Zensiert?

Euch ist die Pflege eures Feindbildes „Mann“ wichtiger, als selbst den Schwächsten in der Gesellschaft zu helfen, wenn sie Opfer von Gewalt werden. Ich sag‘ euch jetzt nicht, was ihr seid.

Töten Männer Frauen aus Notwehr?

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Eine Feministin erklärte mir mal, dass wenn eine Frau von ihrem Mann getötet wird, sie das Opfer sei. Natürlich, bis hierhin konnte ich ihr noch folgen. Dann aber beharrte sie darauf, dass wenn ein Mann von seiner Frau getötet wird, ebenfalls die Frau das Opfer sei, welches nur aus Notwehr gehandelt habe. Frauen seien nicht aus sich heraus gewalttätig, schuld sei der Mann. Dieses Sichtweise auf die Frau als besserer Mensch ist ein altes Erbe, welches bereits Jahrhunderte auf dem Buckel hat und von verschiedenen Feministen wie Margarete Mitscherlich ausgestaltet wurde.

Frauen, die zu Mördern wurden, geben vor Gericht oft an, dass eigentlich der Mann der Täter in der Beziehung war. Und Feministen glauben ihnen wie auch die Anklage, der Richter und die ganze Gesellschaft, was heißt, dass bereits einige Frauen, die ihren Mann ermordeten, davonkamen – das nennt sich „Haustyrannentötung“; das dazu hilfreiche Vorurteil über sie als „besserer Mensch“ ist weit verbreitet. Nur: Jede Frau wird diese Karte spielen, um eine Strafmilderung zu erreichen. Wer würde das nicht?

Dass in Wirklichkeit sie das Opfer war, wenn sie ihn getötet hat, lässt sich aber in Zweifel ziehen. Denn er, nicht sie befindet sich in einer ausweglosen Situation, wenn der Partner oder die Partnerin gewalttätig ist. Denn sie kann auf Hilfe durch die Gesellschaft und dem Staat bauen. Sie kann die Polizei rufen. Den Frauennotruf. Sie kann ihn der Wohnung verweisen lassen. Sie kann ins Frauenhaus geben. Ihr Situation ist nicht ausweglos.

Ganz anders verhält es sich, wenn sie die Gewalttäterin in der Beziehung, der Ehe ist. Gewalt gegen Kinder, Pflegebedürftige und Männer geht überwiegend von Frauen aus; Mord an Kindern wird überwiegend von den Müttern verbrochen. Und niemand geht dagegen vor, aufgrund des Vorurteils, dass stets sie das Opfer und stets er der Täter ist. Die Polizei behandelt ihn selbst dann noch als Täter, wenn er im Rollstuhl sitzt. Wie verhält es sich dann erst, wenn er gesund ist und der Frau vermeintlich überlegen? Dass man ihr glaubt, und nicht ihm, egal, wer der Täter ist, dessen sind sich Frauen auch bewusst: Aktuell etwa verhöhnte Amber Heard ihren Mann Johnny Depp mit den Worten: „Mal schauen, wie viele Leute dir glauben“. Der Satz: „Ruf doch die Polizei, die glauben dir eh nicht!“ fällt oft aus dem Mund von Täterinnen – wobei festzuhalten bleibt: Frauen werden genauso oft zu Tätern wie Männer. Das heißt, Frauen dürfen nahezu nach Belieben Kinder, Pflegebedürftige, Männer misshandeln, ohne dass man ihnen Einhalt gebietet.

Nicht für die Frau sondern für den Mann ist die Lage aussichtslos: Er kann nicht die Polizei rufen, denn diese „nimmt natürlich den Mann mit“. Es gibt keinen Männernotruf. Kein Männerhaus. Keine Hilfe. Ausweglose Situation. Wenn Kinder in der Beziehung sind, muss er als lebendes Schutzschild herhalten. Daraus ergibt sich, dass er sie vielleicht nur aus purer Notwehr getötet hat. Sollte man also einen Mann laufen lassen, wenn er sich gegen eine „Familienterroristin“ (Erin Pizzey) nur gewehrt hat, keinen anderen Ausweg sah, eine Tyranninnentötung begangen hat?

Willkommen in der Mord Totschlaggesellschaft. Ist es das, was dabei  rauskommt, wenn die Würde und die Rechte von Männern genauso ernst genommen werden wie die der Frauen? Oder könnte man stattdessen nicht einfach Hilfe praktizieren, die ohne einseitige Schuldzuweisungen auskommt; die häusliche Gewalt als systemisch, wechselseitig eskalierend und nicht patriarchal auffasst, und die vor allem auch Männern Unterstützung bietet, angefangen mit Gewaltschutzhäusern, die beiden Geschlechtern offenstehen?

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