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Bettgeflüster (1959)

Ich stehe nicht nur auf Fantasy und Science Fiction, auch Liebeskomödien mag ich. Die, die jüngeren Datums sind, sind aber in der Regel ungenießbar, da mit Sexismus und Rassismus oder anderen woken Schwachsinn überladen. In so einem Film z.B. „beweist“ ein Mann zum „Happy End“ seine Liebe damit, dass er Nüsse vom Boden isst. Selbsterniedrigung als Liebesbeweis. Nicht mein Fall.

Deshalb krame ich manchmal nach recht alten Filmen, wie z.B. Bettgeflüster, eine romantische Komödie mit Doris Day († 2019, oben Mitte) und Rock Hudson († 1985, rechts) aus dem Jahre 1959.

Der Auftakt der Handlung ist, dass sich Day und Hudson unfreiwillig einen Telefonanalschluss teilen, was dazu führt, dass sie immer mithören darf, wie der Frauenheld eine nach der anderen mit immer demselben selbstgeschriebenem Stück verführt – das Bettgeflüster. Sie kennen sich nur vom Hören, aber als Hudson sie das erste mal von Angesicht zu Angesicht sieht, beschließt er, sie zu erobern und spielt ihr vor, jemand anderes zu sein. Selbstverständlich verliebt er sich dann in sie. Eine Frage, die sich mir dann auch recht früh gestellt hat, war, wie er die Beziehung retten wird, wenn der ganze Schwindel auffliegt – und zwar so, dass er seine Würde und Souveränität wahren kann. Der Film hat das Problem mit Bravour gelöst.

Solche Filme geben auch einen interessanten Einblick in die Gepflogenheiten anderer Zeiten. Laut feministischer Geschichtsschreibung waren die 50er ein Jahrzehnt übelster Frauenunterdrückung, zu dem Männer bekanntlich zurückwollen. Davon ist im Film nichts zu sehen. Doris Day spielt eine erfolgreiche Innenarchitektin und ein Typ, der eine Lady grob behandelt, muss damit rechnen, dass er sich einen Kinnhaken von einem anderen Kerl einfängt.

Einmal aber blitzt es auf: Der Zweifel der Karrierefrau, ob sie den richtigen Lebensweg gewählt hat – ohne Mann, ohne Kinder. Selbst nur die fünf Sekunden, die diese Szene andauert, wäre in in unserer heutigen Kultur natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wird mehrmals ein Ritual zwischen den Geschlechtern gezeigt, nämlich das in den Mantel helfen. Doris Day besteht initiativ darauf, indem sie ihrem Begleiter einfach ihren Mantel reicht und sich dann umdreht. Das geschieht ganz beiläufig, drückt aber doch Fürsorge und Zärtlichkeit aus, wie sie heute verlorengeht unter dem Gekeife der Feministen, die meinen, diese Geste stände dafür, dass eine Frau sich nicht allein den Mantel anziehen könnte. Dann aber eine Szene, mit der ich nicht gerechnet hatte, weil ich auf die Propaganda reingefallen bin: Sie half ihm in den Mantel. Ganz beiläufig, ganz selbstverständlich.

Ich werde auf dem Film noch mal zurückkommen, wenn ich mal wieder auf das Thema Übergriffigkeit zu sprechen komme.

Über Hasspropaganda

In meiner Schulzeit wurde mir und meinen Klassenkameraden ein Nazifilm aus dem dritten Reich vorgeführt. Unseren Lehrern war es wichtig, dass wir – die zukünftigen Gesellschaftslenker – erkennen, wie Hasspropaganda arbeitet. Wir sollten geimpft werden gegen totalitäre Ideologien, damit ein solcher GAU, wie er die Naziherrschaft darstellte, niemals wieder möglich sein könnte: „Nie wieder“, wie es auf einem Mahnmal in mehreren Sprachen heißt.

Der Film „I spit on your grave“ erfreut sich unter Jugendlichen besonderer Beliebtheit. Auch und gerade unter solchen, die weit unter 18 sind. Sie können nicht erkennen, dass es sich hier um Hasspropaganda handelt, sie sind vielmehr begeistert über die bestialischen Szenen, in welchen Männer abgeschlachtet werden, wobei der Sadismus seine Grenzen nur in einem beschränkten Einfallsreichtum findet, wie man jemanden hinrichten kann, ansonsten: Splatter! Splatter! Splatter!

Dieser Film, der nur beispielhaft für eine ganzes Genre – dem Frauenkrimi – steht, gliedert sich in zwei Teile. Im ersten wird eine junge Frau auf das brutalste Opfer einer Gruppenvergewaltigung. Im zweiten Teil nimmt sie dann grausame Rache an ihren Peinigern. Der Film ist deshalb Hasspropaganda, da er den Hass gegen Männer schürt.

Um zu erkennen, dass es sich hier tatsächlich um Feindbildpropaganda handelt, lohnt es sich, die rassistische Analogie zu bilden. Man stelle sich einen Film vor, in welchem ein weißer Deutscher das Opfer eine Türkengang wird, also auf das brutalste von Monstertürken misshandelt wird, woraufhin das Opfer einen Tätertürken nach dem anderen abgeschlachtet, möglichst kreativ und grausam in den Tötungen – und ganz zurecht natürlich, denn schließlich erhalten hier die „Bösen“ nur ihre gerechte Strafe. Ein solcher Streifen wäre nur auf Nazi-Parties der Bringer, jeder andere würde den Rassismus sofort erkennen. Wenn es hingegen gegen Männer geht, dann ist es auf einmal in Ordnung, ja begründet ein ganzes Genre, wofür abgeschwächt „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“ stellvertretend steht.

Krieg ist angeblich eine reine Männerangelegenheit, wie man besonders bei der Schwarzer nachlesen kann. Frauen sei sowas fremd – aber nicht Feministinnen. Denn den Gegner – hier den Mann – zum Täter, Vergewaltiger und Monster zu stilisieren ist das Grundprogramm von Kriegspropaganda. Der andere ist der Feind, das Monster und überhaupt hat er auch zuerst angegriffen, man wehre sich nur: Es wird nur (!) zurückgeschossen, wie bereits und nicht nur die Nazipropaganda verkündete. Jeder wehrt sich nur, keiner ist von sich aus der Aggressor.

Das Interessante hierbei ist, dass Feministinnen stets behaupten, dass a) die Gesellschaft von Männern dominiert sei, und b) Männer Frauen hassen würden. Das Bemerkenswerte hieran ist, dass es hier keine Ressourcen gibt, um Hasspropaganda gegen Frauen zu verfilmen. Es gibt keine Filme, in welchen Frauen und Mütter als Monster gezeichnet werden, um sie daraufhin in aller Rechtschaffenheit abzuschlachten. Das ist kein Zufall, auch die Hasspredigerin Alice Schwarzer hat es offenkundig zur Millionärin geschafft, während die Männerfreundin Esther Vilar aus Deutschland fliehen musste. Es gibt nur ein Genre „Frauenkrimi“, in welchen Männer hingeschlachtet werden, aber kein Gegenstück dazu mit getauschten Geschlechtern.

Da sitzt sie also, die Feministin, schaut sich einen teuer produzierten Film an und stellt sich keine Sekunde lang die Frage, wie sowas eigentlich möglich sein kann, in einer Gesellschaft, die so ist, wie sie von Feministinnen gezeichnet und interpretiert wird – denn hätten Feministinnen Recht, wäre sowas nunmal nicht möglich.

Novum beim neuen Star Wars

Etwas, das sich in vielen Filmen beobachten lässt, ist, dass in ihnen reihenweise gesichts- und namenlose Männer sterben, ohne dass das dem Vergnügen am Actionspektakel einen Abbruch tut. Das gilt auch dann, wenn in einem Film „starke Frauen“ vorkommen. Auch wenn die Hauptdarstellerin eine „große Kriegerin“, eine Kämpferin ist, ist der anonymes Statist, der typische „Wachmann“, der niedergemetzelt wird, eben immer noch ein Mann.

Als Paradebeispiel hierfür ließe sich „Kill Bill“ anführen. In dem Film sind die wichtigsten Figuren alles Frauen, die zur absoluten Kampfsportelite zählen, nahezu unbesiegbar. So zum Beispiel die Anführerin der japanischen Mafia, gespielt von Lucy Liu. Als die Heldin des Streifens, gespielt von Uma Thurman, bei ihr aufschlägt um Rache zu nehmen, schickt Liu erstmal ihre Yakuzauntergebenen vor, und das sind allesamt Männer – anonym, namenlos – die dann allesamt von Thurman abgeschlachtet werden.

Der neue Star Wars führt hier ein Novum ein, etwas, das es so noch nicht gab. Und zwar lässt sich anhand der Stimmen der Soldaten der fiesen „Ersten Ordnung“ – den Stormtroopern – entnehmen, dass sich unter den Masken der Einheitsuniformen hier und da auch eine Frau versteckt, die dann ihr Leben lassen muss. Allerdings wird diese Novum dadurch abgeschwächt, dass die Darsteller unter undurchsichtigen Helmen stecken. Es drängt also nicht allzu offensichtlich ins Bewusstsein, dass hier ganz nebenbei auch Frauen sterben – anonym, namenlos.

Das führt zu der Frage, ob man sowas überhaupt wollen sollte. Man stelle sich vor, die Gesellschaft verroht so sehr, dass im Popcornkino Kinder sterben, ohne, dass der Filmspaß dadurch getrübt wäre. Wenn sich die Gesellschaft dahingehend entwickelt, dass in Hollywoodschinken der Tod auch von Frauen noch nicht mal mit einem Achselzucken sondern stattdessen mit dem Griff ins Popcorn quittiert wird, ist dies eine Entwicklung zu einer kälteren, barbarischeren Gesellschaft.

Hin zu einer maskulistischen Filmkritik: Joker

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Filmstill: © 2019 Warner Bros. Entertainment Inc.

Spoilerwarnung.

Kennst Du „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“? Oder „Thelma und Louise“? Wenn nicht hast Du nichts verpasst. Der Film „Joker“ hingegen ist ein Phänomen. Er kommt verdammt gut an beim Publikum, was sich nicht nur im Kassenerfolg zeigt sondern auch in einer absoluten Ausnahmebewertung bei der Movie-Database, während sich die Elite  bemüßigt fühlt, ihn niederzuschreiben. Zu dem Film gibt es die Befürchtungen, er könne Nachahmer finden. Man ist sich bewusst, dass man eine große Bevölkerungsgruppe so richtig schäbig behandelt. Joker, oder: Die Angst vor den Verlierern. Trotz meiner Begeisterung möchte ich darauf hinweisen, dass ich jede Gewaltanwendung auf’s Schärfste verurteile, mein Begeisterung bezieht sich allein auf die Fiktion.

Arthur ist ein Verlierer. Er lebt bei seiner Mutter, hat einen schlechten Job, den er dann aber auch verliert. Er ist Müll, menschlicher Müll, wie Sibel Chick wohl diagnostizieren würde und somit ist die Welt nicht freundlich zu ihn. Entweder ignoriert sie ihn – man würde über seine Leiche einfach hinwegsteigen ohne Notiz zu nehmen – oder aber, wenn man doch mal auf ihn aufmerksam wird, demütig und misshandelt man ihn. Man könnte ihm unterstellen, ein „toxischer Mann“ zu sein, wie ihn Feministen liebevoll nennen würden, denn er tötet Menschen. Dieses Töten aber erfolgt nicht auf Grund einer blinden Toxizität, die wie ein Amoklauf wahllos mordet; für jeden, der da stirbt gibt es einen nachvollziehbaren Grund, warum er stirbt. Die Ursache ist eine toxische Gesellschaft, die Arthur vergiftet, drangsaliert, demütigt; die Gesellschaft behandelt ihn monströs was aus Arthur scheinbar ein Monster macht.

Er führt eine trostlose Existenz und das tut er lachend. Aufgrund einer neurologischen Störung lacht er in Stresssituation. Somit hat es einen grotesken Einschlag, dass er sein Leben oder schlimme Situationen mit einem Lachen kommentiert. Aber auch das ist angemessen: Anstatt über die grausame Verrücktheit der Welt in Verzweiflung zu versinken, lacht er sie aus – wie es sich für einen Clown gehört.

Dabei aber wird er gequält von einer tiefen Sehnsucht nach menschlicher und väterlicher Nähe. So träumt er davon, dass sein Idol, der Comedian Murray Franklin ihn väterlich in die Arme schließen würde; dass seine Nachbarin ihn lieben und eine Beziehung zu ihm führen würde. Aber von solchen Kontakten, die dem Verdurstenden Linderungen verschaffen könnten, ist er abgeschnitten.

Für ihn gibt es keine menschliche Wärme, er ist ganz unten, ganz allein, er ist Abfall – #menaretrash. Als er von drei anständigen Bürgern überfallen wird, tötet er diese aus Notwehr (nun, nicht ganz) in Clownsmaske. Das ist die Initialzündung für eine Bewegung, die unter den Motto „killRich“ langsam an Fahrt aufnimmt und am Ende die Stadt im Chaos versinken lässt – lauter Clowns, die sich auflehnen, denn sie, die im Leben gescheitert sind, werden als „Clowns“ verhöhnt von denen, die oben sind.

Der Film ist langsam. Das macht ihn intensiv. Die Tötungen, die begangen werden, wirken dann auch stärker auf den Zuschauer. Die Ermordeten bewahren dabei noch etwas menschliches, sind Subjekte. Das unterscheidet ihn von Filmen wie die John-Wick-Reihe und vielen anderen Actionmassakern, in welchen Männer am Fließband abgeschlachtet werden, im Sekundentakt: Zack, Zack, Zack. Solche Filme lassen den Männern keine Sekunde der Individualität geschweige denn eine Schweigeminute. Als Kontrast dazu zum Beispiel „Die Tribute von Panem“. Auch hier wird viel nebenbei geschlachtet, nur ein Tod ragt heraus: Der der zwölfjährigen Rue. Der Film widmet sich intensiv der Trauer um sie. Sie ist kein Abfall, ihr Tod ist tragisch und so legt der Film eine Gedenkpause ein. Ein Freund, mit dem ich in dem Streifen war, sagte, dass kein anderer Film ihn so bewegt hätte.

Ein kleines Mädchen, das stirbt, rührt an. Sterben weiße Männer, rührt das nicht an. Und wenn ein Film die Geschichte eines weißen Mannes im Elend erzählt, verursacht durch eine elende Gesellschaft, dann muss die schreibende Elite, die regelmäßig ihren Hass und ihre Verachtung gegen den weißen Mann wie Gift in den gesellschaftlichen Organismus spritzt – Gift, wonach Männlichkeit und Menschlichkeit Gegensätze darstellen; Gift, wonach der Mann eine toxische Krankheit sei; Gift an Schulen gegen Jungen, die genau dieser samtenen, vergiftenden Gewalt unterliegen, was dazu führt, dass sie schon früh scheitern; es ist so pervers, dass ihr IQ abnimmt und sie damit zu Abfall werden, trash, #menaretrash… – dann muss diese Elite diesen Film niederschreiben.

Und so schreibt die Elite, hier Susanne Gaschke:

“ Er heult herum über seine schwere Kindheit und seine Traumata – eine gute Therapie hätte ihn gewiss retten können.“

Niemals hätte sie so über eine traumatisierte Frau geschrieben. Exakt diese erbarmungslose Gewalt gegen Männer, die sich in großer Not befinden, führen zu genau dem, was der Film „Joker“ dokumentiert – aber Susanne Gaschke will sich ihre Schöpfung, ihr Baby nicht ansehen. Sie treibt es ab, ist noch narzisstisch stolz darauf, den Film nicht zu Ende gesehen zu haben.

Aber Artur ist nicht allein als Clown. Viele Clowns nehmen es nicht mehr hin, in der Gesellschaft, die sie wie #Abfall behandelt, weiter still zu halten; still zu halten, wenn man sie verhöhnt und mit Hass überzieht, stattdessen zetteln sie Anarchie an, einen Aufstand.

Am Ende blutet Arthur. Und mit diesem Blut malt er sich wie Make-Up ein Lächeln in sein Gesicht. Ja, nun ist er der Joker. Mit der Grazie einer Ballerina bewegt er sich zu den Wogen des wütenden Mobs, tanzt dezent; mit langsamen, bedächtigen Bewegungen würdigt er das Chaos, das er angerichtet hat. Ein Chaos, in dem toxische Männer nicht mehr bereit sind, nur zu schweigen.