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Jungs

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Finke meint es hier nicht gut mit Jungs. Dass sie in der Schule scheitern ist für sie nicht Anlass, sich die Frage zu stellen, wie man dieses Scheitern bekämpfen könne, stattdessen macht sie eine Gendergedöhnsdebatte auf. Vermutlich nimmt sie die katastrophale Situation der Jungen mit Befriedigung wahr, denn jeder Junge, dem man bereits in der Schule das ganzes Leben versaut hat, ist ein Konkurrent weniger für ein Mädchen auf der Karriereleiter. Das ist besonders schwerwiegend, denn da Frauen sich weigern, sozial nach unten zu heiraten, können Jungs anders als Mädchen keinen angenehmen sozialen Status durch Eheschließung erreichen – ein vorprogrammiertes Leben im Prekariat.

Wenn einer den guten Willen hätte, den Jungen zu helfen, anstatt ihnen ganz wie in der schwarzen die Pädagogik die Schuld zuzuschieben – „Das System Schule ist richtig, das Kind ist falsch!“ -, der könnte eine reichhaltige Fülle von Ansätzen vorfinden. So weiß man, dass Jungen an Lernmaschinen besser lernen als im Frontalunterricht bei einer Lehrerin. Oder dass sie bessere Leistungen zeigen, wenn ihre Kreativität mit Buchstabenkombinationsspielen gefördert wird. Oder dass die auf Mädchen ausgerichtete Lektüre für Jungen einfach nur ätzend ist, sie wollen sich nicht mit Gefühlgedöhns beschäftigen sondern mit Piraten, Raumschiffen, Sex und Dinosauriern. All das könnten Finke und Andere wissen, wenn sie gute Absichten mit den Knaben hätten.

Finke aber beschäftigt was ganz anders: Nämlich, dass Jungs anders sind als Mädchen. Und dass sie wilder als Mädchen sind, liege allein an vorurteilsbeladenen Erwachsenen, die Jungs in ihren selbstschädigen Verhalten bestärken, jener Wildheit also, die sie davon abhielte, erfolgreich in der Schule zu sein. Sie beklagt, dass Erwachsene sich gegenüber Jungen und Mädchen unterschiedlich verhielten und unterschiedlich förderten, zu Lasten der Mädchen; ähnliches berichtet auch Hoffmann, allerdings beobachtet er Nachteile für Jungen:

In einer klassischen Studie wurde ein Baby von neun Monaten beim Spielen aufgenommen und dieser Film dann 204 männlichen und weiblichen Ewachsenen vorgespielt. Einigen sagte man, es handele sich um ein männliches, anderen, es handele sich um ein weibliches Kind. Wenn das Baby weinte, hielten die Versuchspersonen es für »verängstigt«, wenn sie es für ein Mädchen hielten, aber für »wütend«, wenn sie glaubten, es sei ein Junge. Dieses Wahrnehmungsraster hat die verschiedensten Folgen. Zum einen für die Kindererziehung: Ein Kind, das man für verängstigt hält, wird höchstwahrscheinlich eher liebkost und in den Arm genommen als ein Kind, das man für wütend hält. Mädchen müssen geschont werden: Bezeichnenderweise streiten sich Eltern häufiger vor ihren Söhnen als vor ihren Töchtern. Väter sind auch strenger gegenüber Söhnen, während beide Elternteile die Beziehung zu ihren Töchtern als herzlicher und körperlich näher beschreiben und ein größeres Vertrauen in ihre Wahrheitsliebe haben. Zum anderen aber prägt dieses Raster auch die Art, wie wir Erwachsene sehen: Wenn eine Frau einen Mann kritisiert, wird sie angefeuert, wenn ein Mann eine Frau kritisiert, wird sie in Schutz genommen. In einem Experiment, in dem man die verteilten Rollen eines Gespräches wechselweise von Männern und Frauen lesen ließ, gaben die Zuhörer grundsätzlich der Position der Frau Recht. (SFBM?, Seite 121)

Für Finke werden Jungen von Erwachsenen auf Toben getrimmt, zum Nachteil der Mädchen, die wild sein sollen, und das sei die Ursache für die schlechteren Leistungen der Jungen. Ja, so muss das sein: Erst sagen die Erwachsenen den Jungs, sie sollten toben und raufen, um sie dann mit Ritalin ruhigzustellen. Und wer kennt sie nicht, die typische Lehrerin aus seiner Schulzeit, die einen dafür lobte, wenn man den Unterricht störte? Es ist richtig, dass Jungen mehr Aufmerksamkeit erhalten, aber es ist negative Aufmerksamkeit wie zum Beispiel Ermahnen und Tadeln. Finke gibt hier das übliche Gendergedöhns von sich, wonach Geschlechterunterschiede allein auf soziale Prägungen zurückgehen. Allerdings wurde bereits die Beobachtung gemacht, dass männliche und weibliche Säuglinge in einem Alter, in dem keinerlei kulturelle Prägung greifen konnte, bereits unterschiedliche Aufmerksamkeit für technische Artefakte und Gesichter zeigen:

„102 human neonates, who by definition have not yet been influenced by social and cultural factors, were tested to see if there was a difference in looking time at a face (social object) and a mobile (physical-mechanical object). Results showed that the male infants showed a stronger interest in the physical-mechanical mobile while the female infants showed a stronger interest in the face. The results of this research clearly demonstrate that sex differences are in part biological in origin.

Und man vergleiche auch eine Metaanalyse, die 1788 wissenschaftliche Artikel und 16 Studien aus 85 Jahren umfasste und zu der sich das Fazit ziehen lässt:

Trotz methodischer Unterschiede bei der Auswahl und Anzahl der angebotenen Spielzeuge, dem Testkontext und dem Alter des Kindes zeigt die Konsistenz bei der Suche nach geschlechtsspezifischen Unterschieden in den Präferenzen der Kinder für Spielzeug, das nach ihrem eigenen Geschlecht typisiert ist, die Stärke dieses Phänomens und die Wahrscheinlichkeit, dass es einen biologischen Ursprung hat.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Auswahl von Spielzeug bestehen und scheinen das Produkt sowohl angeborener als auch sozialer Kräfte zu sein.

(Punkt 8)

Auch wenn ein Heranwachsender wie eine Heranwachsende keinen Sport treibt, wird er dennoch körperlich stärker sein, und zwar bedeutend. Das ist in der Biologie angelegt wie auch ein hormonelles System, das auf  Agilität ausgerichtet ist. Dass es nur körperliche aber keine psychologischen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gebe ist eine gewagte Annahme: Warum sollte die Natur große Unterschiede nur im Körper aber nicht im Geist bewirken? Mit anderen Worten: Ja. Jungs sind tatsächlich so, auf vielfältige Weise (damit ich dieses ideologisierte Wort auch mal benutze), manche wild, manche schüchtern. Sie sind aber – im Schnitt – anders als Mädchen, und in einem auf Mädchen zugeschnittenen Schulsystem werden sie benachteiligt. Sie, die im Schnitt über einen höheren Bewegungsdrang verfügen, sind mit Stillsitzen und Zuhören besonders gestraft. Ihr Zurückbleiben ist eine neuere Erscheinung, im vorigen Jahrhundert beobachtete man nicht, dass die Jungs massenhaft scheiterten, und es ist eher unwahrscheinlich, dass man in diesen Zeiten die Buben weniger als heutzutage auf „männlich“ trimmte, also zum Beispiel zu spielerischem Kräftemessen ermunterte (Raufen). Jungenfeindlichkeit ist eine jüngere Entwicklung und sie liegt im Feminismus begründet. In unserem System werden Jungs weniger dazu angehalten, wie Jungs zu sein, sondern sie werden dafür bestraft, wie Jungs zu sein.

An Ende vom Finkes Lamentos wird es schizophren: Genau das, was Finke als Ursache dessen ausgemacht hat, was angeblich für das schlechte Abschneiden der Jungen verantwortlich sein soll, will sie bei Mädchen heranzüchten:

Und sie würden dazu beitragen, dass sich jedes Kind selbst überlegen kann, wie es sein will. Nicht jeder Junge muss gerne raufen. Und manche Mädchen schreien und toben gerne. Das ist okay. Nein, es ist sogar gut so.

Wer darüber nachdenkt, wie er sein will, hat vermutlich eine Identitätskrise.

Schön und gut, aber da lässt sich in Zweifel ziehen, ob Finke tatsächlich glaubt, typisches Jungenverhalten wäre schuld an ihrem Zurückbleiben, wenn sie es Mädchen verschreiben will, hieße das doch, Mädchen Schulversagen einzuimpfen. Vermutlich weiß sie es doch besser, weiß um Jungenfeindlichkeit Bescheid. Ansonsten das übliche: Jungen sollen zu Mädchen werden und Mädchen zu Jungen. Dass sich Jungen und Mädchen unterscheiden, hassen die Genderisten.

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Lehrerin versteht Raufen nicht

Ich war in meinem Leben nur selten in ernsthafte Schlägereien verwickelt und auch gerauft habe ich nicht viel. Ich denke, der Unterschied dürfte den meisten hier klar sein: Eine Schlägerei, bei der man tatsächlich versucht, dem anderen Schaden zuzufügen ist was grundsätzlich anderes als eine Rauferei. Letztere ist einfach nur Toben mit Vollkontakt, man ringt miteinander, man versucht den anderen zu Boden zu drücken und dort festzuhalten, es ist spielerisches Kräftemessen bei dem ganz ohne große Worte klar ist, dass man nicht zuschlägt oder in die Eier tritt – das verbietet sich von selbst, Ehrensache.

Dazu hatte ich mal eine Streiterei mit einer Lehrerin, die komplett unfähig war das nachvollziehen zu können. Für sie waren Jungen, die rauften, einfach Schläger, spätere Gewalttäter, die erst noch richtig erzogen gehörten, und man könne doch nicht dabei zusehen, wie sie sich die Zähne ausschlugen. Die Jungs würden jetzt schon die Gewalt trainieren, die sie später gegen Frauen und Kinder ausleben würden, weshalb man das unterbinden müsse. Das ausgerechnet eine Fachkraft für Kinder, also auch für Jungen, nicht in der Lage war, jungentypisches und harmlosen Verhalten richtig einzuordnen, lässt mich bis heute perplex zurück.

Die Lehrerin war Feministin, also so eine, die will, dass Mädchen mehr wie Jungen werden und Tachyonenbeschleunigungstechnik studieren. Als solche sollte sie ein gesundes und offenes Interesse an den Jungen entwickeln, wenn sie das, was sie bei Männern sieht, auch für Frauen erreichen will – aber sie war einfach unfähig, über den eigenen Tellerrand ihrer begrenzten Erfahrungen als Mädchen und später als Frau hinauszublicken. Da sie niemals gerauft hatte, kam sowas in ihrem Universum nicht vor, konnte auch bei anderen nicht so bestehen, sondern war einfach schlichte Gewalt, ausgeübt von späteren Gewalttätern – ein missgünstiger Blick voller Ressentiments.

Ohja, es braucht dringend mehr männliche Lehrer an den Schulen.

Philipp Leeb macht aus Opfern Täter

Jungen sind häufiger als Mädchen von Gewalt betroffen. Das Stück Schei… äh, der wertvolle Mensch Leeb zeigt schön auf (via), was dabei das große Problem im gesamten Geschlechterpolitbetrieb ist: Obwohl Männer mehr als genug – auch tödliche – Probleme haben, erhalten sie Hilfe nur, wenn sie das Problem sind, nicht haben. Steuerliche Mittel für Männer, die zu Opfern ihrer Frau werden gibt es nicht, sie müssen die Täter sein, dann kommen die „Männer gegen Männergewalt“.

Genauso Leeb: Er kann Burschen, die Gewalterfahrungen machen, nicht voll und ganz als Opfer anerkennen. Stattdessen rückt er sie und das ganze männliche Geschlecht in die Täterecke. In die der privilegierten noch dazu. Sicher, sicher: Der Bub, der die Schule ganz ohne Abschluss verlässt, was Burschen ungemein häufiger passiert als Mädels, bildet sich ein, an der Macht zu sein und zudem der Überlegene, weil ihm das „eingeflüstert“ würde. Mit so einem Diskurs wird sich nichts, aber auch gar nichts an dem massiv jungenzerstörenden System ändern, denn einem privilegierten Machthaber hilft man nicht, den stürzt man. Und deshalb wird es immer so weiter gehen.

Auch ansonsten lügt das Leeb wie gedruckt. Er will vorgeben, nicht zu wissen, dass  Gewalt gegen Kinder – auch Mord und Totschlag – am häufigsten von den Müttern ausgeübt wird. Es sind die Hände der Mütter, durch die die meisten Menschen ihre ersten Gewalterfahrungen machen, und wenn ein Kind gewaltsam stirbt, dann ist sein Mörder in der Regel die eigene Mutter. Und erst wenn man dann noch dazu nimmt, dass Mütter die Gewalt oft delegieren, stimmt das Bild. Dieser Satz ist ein Klassiker: „Warte nur bist dein Vater daheim ist!“ Mit anderen Worten: Gewalt wird durch die Mutter an die nächste Generation weitergegeben – darum kümmert sich aber niemand.

Ich finde das inzwischen etwas zu kurz gegriffen, denn wenn man sich etwa mit der Maskulinistenszene auseinandersetzt, wird klar, dass die nicht alle Gewalterfahrungen haben – sondern sie trainieren, erlernen Gewalt. Es geht auch nicht nur um körperliche Gewalt, sondern psychische Gewalt. Protagonisten der sogenannte Pick-up-Szene wenden psychische Gewalt an, um eine Frau zu vergewaltigen, das sind neue Formen von Gewalt.

Bin ich absolut dabei. Hier zum Beispiel. Jeder sieht sofort, dass ich absolut dafür bin, dass Männer ihre Exfrauen bei lebendigen Leibe verbrennen. Da ich aber schlampig gearbeitet habe, könnte manch einer denken, dass dahinter eine ganz andere Logik steckt. Nämlich, dass ich mit Gewaltverherrlichung in der feministischen Szene ein Problem habe, die Geschlechter tausche um vorzuführen, wie scheiße das ist, um so zum Fazit zu gelangen, dass Gewaltverherrlichung durch Verdienstordensträger scheiße ist. Könnte man…

Ansonsten würde ich gerne wissen, wo in der „maskulinistischen“ Szene Gewalt trainiert und erlernt wird. Da möchte ich mitmachen. Vorher muss natürlich das ganze System geändert werden, denn derzeit wird allein Männergewalt verfolgt, bekämpft und betraft, während Frauen beinahe nach Belieben Gewalt ausüben dürfen: Gegen Alte, Pflegebedürftige, Kinder, Männer. Denn was nutzt es, Gewalt zu trainieren, wenn man sie nicht mal anwenden darf?!

Ok, auch ansonsten bleibt das Leeb im Vagen. Wer genau lehrt als PickUp-Artist, Frauen mit psychischer Gewalt zu vergewaltigen? Der bekannteste Verführungscoach in Deutschland ist Maximilian Pütz, der könnte aber wohl juristisch dagegen vorgehen, wenn man sowas an ihn adressieren würde.

PickUp-Artists sind deshalb so verhasst, weil sie die Spielregeln ändern. Es ist ein armer Tropf, der in einer eigentlich schlechten Beziehung ausharrt, weil er Angst hat, sonst keine andere zu finden. Ein PickUp-Artists hat dieses Problem nicht: Wenn sie ihn schlecht behandelt, sagt er Tschüss und geht zu Nächsten. Diese Souveränität ist es, die Feministen nicht ertragen, die unbewusst wissen, dass in der traditionellen Rollenverteilung die Frau die Mächtige ist, mit dem Vorrecht, ihn schlecht zu behandeln, ihre Launen an ihm auszulassen.

„Mutlose Mädchen“

Der Blog „Alles Evolution“ bespricht ein Interview, in dem es um die Nöte „mutloser Mädchen“ geht, die eine kleine Gruppe unter den Mädchen stellt, dafür aber umso mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Jungen stellen die Mehrheit auf Sonderschulen und die krasse Mehrheit unter den Suizidalen, viele von ihnen verlassen ganz ohne Abschluss die Schule und sind funktionelle Analphabeten, was bedeutet, dass sie ohne jede Zukunftsperspektive ins Leben entlassen werden.

Anders als Mädchen.

Denn so eins kann mit etwas Glück dank einer Eheschließung auf einen höheren sozialen Niveau leben, als sie als junge Frau selbst erarbeitet; zur Not bekommt sie auch ohne Mann ein Kind, was bedeutet, dass sie Schutz und Unterstützung durch die Gesellschaft erfährt, während kein Junge nach oben heiraten kann, denn das macht keine Frau mit – das Leben ist härter zu Jungen, was sich dann in den oben genannten Punkten zeigt – aber das interessiert kein Schwein außer vielleicht ein paar unbedeutenden Männerrechtlern. Die Antidiskriminierungsbehörde bspw. lehnt es seit Jahren ab, sich um die durch Studien bestätigte systematische Diskriminierung von Jungen zu kümmern, dagegen vorzugehen, vielmehr wird das Zurückbleiben der Jungen als bestätigendes Signal „positiver Diskriminierung“ (das ist, wenn man die Richtigen benachteiligt) gewertet.

Ich erinnere mich hierbei auch an einen Artikel der Süddeutschen, welcher – Seltenheitswert! – über die schwierige Situation der Jungen sprach. Aufgemacht war dieser aber mit einem Bild eines hässlichen, schreienden Jungen, der keinerlei Sympathie weckte sondern mehr zu feindseliger Abneigung animierte: So einer bitte, bitte nicht, weg mit ihm! Das sind so die Tricks, mit denen Propaganda arbeitet.

Der Artikel um die mutlosen Mädchen zeigt die Perversion des Empathy-Gaps besonders deutlich auf, da er sich hier auch auf Kinder ausdehnt, also auf besonders Schutzbedürftige; die Notlagen der Jungen als Repräsentanten des männlichen Geschlecht interessieren nicht, stattdessen fokussiert man sich auf Mädchen und Frauen, selbst wenn sie eine Minderheit als Betroffene von Härten im Leben oder Beruf stellen. Es gibt Perverslinge, die ihre Unterstützung von Hilfsorganisationen durch Spenden davon abhängig machen, dass allein Mädchen geholfen wird.

Dass übrigens Frauen in den letzten Jahrzehnten unglücklicher geworden sind, liegt daran, dass sie mehr und mehr das alte Schicksal der Männer teilen: Sie müssen arbeiten.

Noch ein Satz hierzu:

Sie bezeichnen die Situation der Mädchen als schwieriger als die der Jungen. Inwiefern?

Michael Schulte-Markwort: Mädchen müssen die anspruchsvollere seelische Entwicklung durchlaufen: Sie müssen sich von ihrem primären Liebesobjekt – der Mutter – trennen, um zur väterlichen männlichen Welt zu kommen. Jungen müssen diesen Wechsel nicht vollziehen.

Nein. Das Mädchen erlebt in seiner Identitätsfindung keinen Bruch, da es sich nahtlos an ihr primäres Liebesobjekt, der Frau und Mutter anknüpfen kann. Es ist der Junge, der einen Bruch erlebt: Seine Identität als Mann ist eine andere als die seines primäres Bezugsobjektes, die der Mutter. Er erlebt, dass er anders ist, dass er etwas anderes sein wird. Er muss sich von der Mutter lösen und sich zum Vater orientieren, was ein schwieriges Unterfangen ist. Deshalb ist die Situation alleinerzogener Söhne eine besonders katastrophale, da dem Jungen der Bezugspunkt fehlt – was aber im „Patriarchat“ kein Schwein interessiert, denn Mutterwohl und damit Mutterwillen geht vor Kindeswohl, bzw. der Schaden beim Jungen wird begrüßt, denn Jungen müssen gehindert werden, damit Mädchen vorankommen können.

[Nachtrag] Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Vaterlosigkeit auch deswegen begrüßt wird, weil dem Jungen damit die Loslösung aus einer inzestiösen Beziehung zur Mutter erschwert wird bis unmöglich gemacht – zum Kampf gegen das „Patriarchat“. Hat dazu vielleicht irgendjemand eine Quelle?

„Jungen sind Schweine“

Aus meinem Archiv (Originalquelle offline) da dieser Text in seiner Aktualität nicht nachgelassen hat:

„Der Edle pflegt seine edle Seite und
der Elende pflegt seine elende Seite.“
– Lao-Tse

„Jungen sind nicht einfach nur Schweine, sie sind arme Schweine“, attestierte eine populäre Zeitschrift den Eltern männlichen Nachwuchses in ihrer Reportage über Jungen im Heft vom 08. 06. 2000! Ich schrieb an das Blatt, daß Jungen bestimmt keine Schweine sind. „Schweine sind vielmehr diejenigen, die derart derbe Vorurteile gegenüber irgendeiner Gruppe mit naiver Leichtfertigkeit öffentlich formulieren“, erklärte ich dem Magazin und fügte hinzu: „Und diese sind nicht einfach nur Schweine, sie sind blöde Schweine.“

Doch zur inhaltlichen Kritik eines Artikels, dessen Schlußfolgerungen derartigen Unsinn zeitigen – von der erzieherischen Destruktivität des Satzes ganz abgesehen – ist hier noch nicht der richtige Platz. Schließlich wird ein jedes Käseblatt die Inhalte auch bestimmen, die es als ein solches ausweisen. Für uns ergeben sich an dieser Stelle umfassendere Betrachtungen, nämlich die Betrachtungen, aus welchen die Fragen entstehen, die uns die Notwendigkeit einer gedankenvollen Betroffenheit ersichtlich machen:

Warum kann der Schreiberling eines populären Blattes eine bestimmte Bevölkerungsgruppe so unsacht und in einer Weise, die bei keiner anderen Gruppe möglich wäre, beleidigen, ohne sich auch nur im geringsten um etwaige Reaktionen aus der Bevölkerung zu scheren? Wie ist es in einer Zeit, in welcher die Ächtung von Vorurteilen eine Forderung an jeden auch nur elementar gebildeten Menschen darstellt, möglich, daß gerade die Gruppe männlicher Kinder so vorurteilsblind und maßlos übertrieben diskriminiert und niedergemacht wird, die Gruppe, die den wesentlichsten Zukunftsträger einer jeden Gemeinschaft ausmacht?

Die Antwort auf diese Fragen ist einfach und verblüffend zugleich. Es ist die Absicht dieser Webseite, daß sie auch allmählich beginnt, etwas nachdenklich zu wirken.

Sie lautet: Das alles ist nur möglich, weil Jungen das männliche Geschlecht repräsentieren, und in den letzten Jahrzehnten hat sich bei nahezu allen Medien ein solches Klischee gegen den maskulinen Menschen durchgesetzt, das durch seine hysterische Unnachgiebigkeit durchaus jede Voraussetzung erfüllte, eine Verfolgung genannt zu werden, ließe sich die eine Hälfte der Menschheit, gegen die es sich richtet, nicht so schlecht verfolgen.

Denn was das oben zitierte Magazin – es war der STERN – in seiner Formulierung über Jungen an Innovation beisteuert, ist lediglich, daß hier die mediengeschürte Männerfeindlichkeit erstmalig in einem Wochenmagazin, und gleichsam als wolle sie eine neue Qualitätsstufe erklimmen, sich sogar noch über Kinder, männliche Kinder ergeht. Auf erwachsene Männer bezogen sind derartige Formulierungen gewöhnlicher Alltag, werden seit langem als Titel von Fernsehsendungen benutzt, oder von Flachgeistern musikalisch vertont. Schlagzeilen in täglichen Boulevardblättern, aber auch Ausführungen in populären pseudowissenschaftlichen Ausgaben behaupten, immer Neueres an den Tag zu legen, was den angeblichen Mythos über den Mann in seinen positiv-maskulinen Eigenschaften zerstört und ihm nur die negative Seite seines Wesens, die es durchaus auch gibt, zubilligen, um ihn dann so als verwerflich, untauglich, ja schädlich zu definieren.

Absonderliche Thesen, die mit Besessenheit der Absicht nachgehen, alles maskuline Ansehen zu beschädigen, grassieren wie wütende Viren auf allen Plattformen des mentalen Lebens und schlagen als Zeitungsartikel, dubiose Kultur- oder Unterhaltungsdarbietungen in Filmen, Büchern oder Werbung nieder.

„Männer haben eine Macke…“, „Alle Männer sind Vergewaltiger…“, „Männer sind Ignoranten… egoistisch, langweilig und anspruchslos… öde Monster“, sind „das zweite Geschlecht“ und ohnehin „das schwache“, ein „Fehlgriff der Natur“. Männer haben ein dürftiges Chromosom, schlechte Gehirnverbindungen, weniger Nervenendungen an entscheidenden Stellen, werden „von der Natur benachteiligt“, können nicht beide Hände zugleich gebrauchen, können nicht kommunizieren, haben Probleme mit der Sprache, keine Phantasie, keine Gefühle und was alles der kollektive Wahn behauptet, zu welchem der spätere Feminismus offenbar avanciert, da er in selbsterwirkter Blindheit nicht nur die Unmöglichkeit derartiger Beschreibungen verkennt (denn das alles kann der Mann, gemessen an dem, was auf diesem Planeten sein Werk und seine Präsenz genannt werden kann, unmöglich sein), sondern sich noch darüber hinaus das misanthrope, rassistisch-sexistische Antlitz selbst zu reflektieren versagt, das er allmählich angenommen hat.

Zwar wird gelegentlich auch Positives über Männer vermittelt, das bezieht sich aber stets auf einzelne männliche Individuen, die in der Gegenwart oder in der Vergangenheit auf anerkennungswürdige Weise gewirkt haben. Dabei aber geht die Anerkennung, die ihnen zuteil wird, niemals auf das gemeinsame Konto der Männer im allgemeinen. Auf dieses Konto wird generell nur Negatives verbucht. Als allgemein-männliches oder ‚wieder mal typisch männlich‘ gilt in aller Regel nur Verwerfliches; und es wäre vergebliche Mühe, wenn man in der Presse und Literatur der letzten dreißig Jahre nach positiven Aussagen über den Mann im allgemeinen recherchieren würde!

Parallel – und im Gegensatz zu dieser Einseitigkeit in der Betrachtung des männlichen – wird für das weibliche Geschlecht ein überaus bequemer Selbstdarstellungsrahmen geschaffen, in dem nicht etwa nur seine positiven Eigenschaften in den Vordergrund gestellt werden, sondern darüber hinaus noch die negativen rechtfertigt, beschönigt, ja sogar gefördert werden.

Kaum ein weiblicher Teilnehmer an Talkshow oder Interview, der nicht schon sein Sprüchlein gegen den Mann parat hält, um es bei Gelegenheit (oder notfalls auch ohne diese) loszuwerden und so den obligatorischen Nachweis der Zugehörigkeit zum Verbund der „mutigen, starken Frauen“ zu bekunden. Mit infantiler Selbstüberhebung dagegen pflegen die dem feministischen Zwang Unterliegenden das eigene Geschlecht bei jeder Gelegenheit zu loben, seine Herrlichkeit und Gediegenheit mit forciertem Geschlechtspatriotismus auszuzeichnen und in den Buchläden stapeln die Produktionen in die Höhe, durch welche ein in aller Regel literarisch unterbemitteltes Schriftstellerinnentum in Frauenbüchern aus allen Verlagen seine onanistisch anmutende Selbstbeweihräucherung zelebriert.

Auch Männer, die sich öffentlich äußern, fühlen sich stets zu abgedroschenen Floskeln verpflichtet, die weibliche Tugenden und Leistungen erdichten und honorieren oder&xnbsp; weibliches Leid und angebliche Benachteiligung als das leidvollste Ereignis auf Erden bejammern und nicht selten das eigene Geschlecht schmälern, einem Etikett huldigend, daß dem Mann Selbstverleugnung vorschreibt.

Kritik an der Frau im allgemeinen oder gar Ideologiekritik am Feminismus, das Abschlagen von Forderungen seines ewigen Verlangens nach Vorteilen und Sonderrechten für das weibliche Geschlecht gilt als unerhörte „Unverschämtheit“, und es heißt selbst dann noch so, wenn kein Geringerer eine solche Forderung abschlägt als eine so respektable Einrichtung wie der Europäische Gerichtshof.

Kritik an einzelnen weiblichen Personen ist zwar denkbar, insbesondere dann, wenn dies Frauen betrifft, die dem feministischen Diktat nicht folgen. Anders aber als im Falle der Kritik am Mann darf sich Tadel oder Bemängelung niemals auf die Gesamtheit des weiblichen Geschlechts erstrecken; gegen diese Hälfte der Weltbevölkerung duldet der Feminismus keine Kritik. Zusätzlich wird immer versucht, jede weibliche Unzulänglichkeit dem Mann als dem Hauptschuldigen zuzuschieben, etwa nach dem Motto: So sind die Frauen nur geworden, weil sie eben im „Patriarchat“ leben mußten.

Frauen sind immer gut, ganz einfach weil sie als Frauen auch dann gut sind, wenn sie schlecht sind (als Feminist weiß man das eben) und oft sogar erst dann relevant handeln, wo sie sich dem Bösen weihen, ein Anspruch, der sich in den neunziger Jahren so selbstverständlich in den Gehirnen einiger Exemplare der Eliteeinheiten des Feminismus präsentierte, daß er ein ganz neues literarisches Genre begründete (den Frauenkrimi), das später einmal auf diesen Seiten einer gründlichen Deutung unterzogen werden soll.

„Die Jungs stehen auf der Zeil wie die Machos da…“ Mit diesen Worten stellt ein zwölfjähriges Mädchen sein bereits in diesem Alter scharfgeschaltetes Vorurteil gegen das andere Geschlecht bloß, und man weiß gleich, wie genau man (oder eher frau) diesem Kind das Wort „Macho“ erklärt hat: Das sind die jungen Männer, allein wenn sie da stehen, also sind sie es alle, weil sie alle nun einmal stehen müssen, soweit sie nicht gerade sitzen oder laufen. Und dann, zum Stolz seiner Erzieherinnen, erzählt es, daß es sich aber von den Jungen nichts sagen läßt, sondern sie eher provoziert, und als Nachweis für Mut und Freiheit, Tugenden, die im Feminismus zumeist pubertärer Aufsässigkeit gleichkommen, rezitiert es sein Powermädchengedichtlein: „Leck mich am a / leck mich am b / leck mich am c / leck mich am a, b, c… “ und so fort das ganze Alphabet herunter.1 Dem Hessischen Rundfunk war die Sendezeit nicht zu kostbar dazu. Erziehung ist eine wichtige Sache, nicht wahr?

„Böse Mädchen kommen überall hin“, heißt ein weiteres Erzeugnis der Geisteshaltung, die wir eben hier zu schildern suchen, und diese Mädchen betreiben ihre Selbstverwirklichung nach der dubiosen Formel „jeden Tag ein bißchen böser“. Jungen dagegen werden von immer mehr Einrichtungen und Veranstaltungen ausgeschlossen, jungenlose Spielplätze gibt es mittlerweile einige in dieser Republik (Tendenz steigend), und selbst katholische Initiativen beeifern sich im Eröffnen von Mädchencafés, damit die jungen Frauen ihren Aufenthalt an diesen Orten „ohne die blöde Jungenanmache“ verbringen können.2 Wo stecken nicht die wahren Frauenfreunde mittlerweile überall drin!

Während so dem Mann von den Meinungsmachern und -macherinnen dieser wirren Zeit jeglicher Boden eines positiven Selbstverständnisses entzogen wird, tummeln sich Nachwuchsjüngerinnen von einst selbsternannten „Gören“ und „Schlampen“ im gesamten Kulturapparat des Westens wie die Schlangen auf dem Haupt der Medusa, und in Verbund mit männlichen Nestbeschmutzern schleudern sie ihr Gift weit in die geistige Landschaft der Gegenwart hinein, um das Lob und die Anerkennung einer Gesellschaft zu ernten, die in ihrem Taumeln mitten in Spaß, Konsum und Unterhaltung das Nachdenken verschläft, das ihr deuten könnte, was hier eigentlich geschieht.

Denn die ‚bösen Mädchen, die überall hin kommen‘ scheinen tatsächlich schon an vielen Orten zu sitzen. Hatte der Feminismus einst die Rechte der Frau verteidigen wollen, beansprucht er gegenwärtig nichts minder als das Recht der Frau auf Unrecht. Vom&xnbsp; gleichen Kern, von welchem aus schon Intentionen ausgingen, die über die Plattform – vor allem – linker Politik bis in die politischen und gesetzgeberischen Entscheidungen hineingewirkt haben, breitet sich auch der literarische Gestank, durch welchen widerwärtige, betrügerische und mordende Weiblichkeit „den biestigen Charme gewissenloser Frauenzimmer“, die ihre Greueltaten in „ethischer Neutralität“ (sprich: das macht nichts) verüben, salonfähig und für Filmemacher und Fernsehanstalten hierzulande zu überaus begehrtem Verfilmungsstoff gemacht hat! Im Internet propagieren kranke Kleinhirne an unzähligen Stellen die Vernichtung des männlichen Geschlechts. Prominente Amazonen finden das „phantasievoll“. „Lauter tolle Frauen“ fangen bei der ARD auch schon damit an, denn sie wissen wohl: „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“.

Oder ist es vielleicht inzwischen eher so, daß nur eine perverse Feministin eine gute Feministin ist? Wenn dies so wäre, dann hätten wir es im Feminismus mit einer Ideologie zu tun, die erstaunlich schnell nach ihrer Etablierung pervertierte!

Längst sind die Schwaden des Ungeistes aus dem Haupt der chthonischen Medusa an allen wichtigen Orten angelangt, verbreiten ihren üblen Geruch in Studios, Redaktionen, Ämtern, Schulen, ja Kirchen und im Internet. Es ist ein Gestank aus Begriffen, Thesen und Methoden, Werkzeuge alle einer ungeheuren Verleumdung, die sich gegen den wichtigsten Faktor allen Voranschreitens dieser Menschheit richtet: Gegen die Legitimität und Kompetenz maskuliner Wirksamkeit in diesem Prozeß. Es ist eine unerhörte und unverschämte, konzipierte Sykophantie gegen den Mann, deren Wirkung auf männliche Jugendliche für den feiner Beobachtenden sich bereits zeigt und deren weitere Auswirkung nur dazu geeignet wäre, der Zivilisation ihr effizientestes Potential abzukastrieren.

Der Autor dieser Seiten betrachtet den hier beschriebenen Feminismus als einen ernstzunehmenden evolutionären Defekt. Deswegen diese Webseite.

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Quellen, Anmerkungen:

1. HR2, Mo., den 04. 01. 1999, Sendung: „Weil ich ein Mädchen bin“

2. Aushang im katholischen Kirchenladen an der Liebfrauenkirche in Frankfurt am Main, im Sommer 2000

Sohnmütter und Tochterväter

Es gibt Mütter, die ihren Söhnen sagen, sie sollen keine Frauen vergewaltigen. Gibt es auch Väter, die ihren Töchtern sagen keine Männer auszubeuten oder falschzubezichtigen?

Ich glaube eher nicht. Drückt doch diese Ansage ein grundsätzliches, geschlechterbasiertes Misstrauen aus. Es wird seinem Nachwuchs böses zugetraut. Dabei muss es noch nicht mal so sein, dass dieser Elternteil der Feind seines Kindes ist, wie es unter der feministischen Ideologie schon mal passieren kann. Hier handelt es sich um eine Feindseligkeit subtilerer Art.

Weiterhin wird damit ausgedrückt, dass das Elternteil einem Unbekannten desselben Geschlechts näher steht als seinem eigenem Kind.

Ich denke, das kommt eher bei Müttern als Vätern vor. Ich kann es nicht belegen, nur so ein Gefühl. Einfach weil Männer Frauen mehr lieben als umgekehrt. Einfach, weil Väter ihre Kinder mehr lieben, man sehe sich an, was sie nur alles auf sich nehmen für sie – Mütter zahlen so gut wie nie Unterhalt.

Mein lieber Junge, Du hast das System gegen dich.

Die Nobelpreisträgerin Doris Lessing (†) berichtet, wie sie mal eine Schule besuchte und eine Lehrerin Beifall heischend vor der Klasse erklärte, dass Kriege auf die Gewalttätigkeit der Männer zurückzuführen wären: „Da saßen die kleinen Mädchen fett, selbstgefällig und eingebildet, während die kleinen Jungs zusammengesunken waren, sich für ihre Existenz entschuldigten und dachten, dass das so ihr ganzes Leben lang weitergehen würde. Das passiert überall in den Schulen und niemand sagt ein Wort.“

Dass dem so ist, liegt daran, dass eine gesamtgesellschaftliche Männerfeindlichkeit – über die Lessing sagte, sie sei so selbstverständlich geworden, dass man sie gar nicht mehr wahrnehme –  auch in die Schulen einsickert; so bezeichnete das GEO-Magazin diese Bildungeinrichtungen als „jungenfeindliche Biotope“.

Diese Jungenfeindlichkeit im Schulsystem hat verschiedene Aspekte und Ursachen. So wird jungentypisches Verhalten – Raufen, Toben, Kräftemessen – nur als Störung betrachtet. Anstatt dass man Jungen ihre natürlichen Verhaltensweisen in einem geordneten Rahmen ausleben lässt, wird ihr Verhalten kriminalisiert, bestraft: Typisch männliches wird als „toxisch“, gewalttätig oder schädlich diskreditiert. Oder auch: Jungen erhalten für die gleichen Leistungen schlechtere Noten.

Was den letzten Punkt angeht, so kam niemand geringeres als das Bundesministerium für Bildung und Forschung in einer eigenen Studie zu diesem Ergebnis. Und wie reagierten die korrupten Frauen an der Macht in diesem Ministerium? Taten sie das, was das Selbstverständlichste in der Welt und auch ihre verdammte Pflicht wäre, nämlich diesen Sexismus zu bekämpfen? Nein, stattdessen versuchten sie die Studie verschwinden zu lassen; eine Anstrengung, die aber gar nicht nötig war, denn niemand interessierte sich für den Skandal.

Feministen sprechen immer von Strukturen, können aber selten genau angeben, was sie meinen, sie sind halt unsichtbar… Aber hier haben wir Strukturen: Im Bildungssystem; Strukturen, die dich benachteiligen; Strukturen gebildet von Männerfeinden an der Macht, die bestimmen, wie der Laden läuft. Und das ist auch von „Erfolg“ gekrönt: Weniger Jungs auf dem Gymnasium, dafür mehr, viel mehr auf den Sonderschulen und auch die männlichen Jugendarbeitslosigkeit übertrifft die der Mädchen bei weitem. Das wird als Erfolg verstanden:

Die Konsequenzen liegen auf der Hand. Nach Prof. Markus Meier in „Lernen und Geschlecht heute“ (2015) sind mittlerweile mehr als ein Viertel aller jungen Männer in Deutschland funktionelle Analphabeten. Ein Zustand, der in einem Land, in dem Bildung der wichtigste volkswirtschaftliche Faktor darstellt und in dem die politisch Verantwortlichen andauernd über einen angeblichen Fachkräftemangel klagen, eigentlich höchste Alarmstufe auslösen müsste. Der zunehmende Gender Education Gap und die höhere männliche Jugendarbeitslosigkeit wird aber von den politisch Verantwortlichen nicht als Problem, sondern als positive, ja sogar erfreuliche Rückmeldung einer Geschlechterpolitik gesehen, die sich auch heute trotz Gender Mainstreaming ausschließlich auf die Frauenquote reduziert. Und jeder Junge, der im Bildungssystem scheitert und arbeitslos auf der Straße landet, ist pragmatisch gesehen natürlich ein Gewinn für die Frauenquote.

oder:

„Köhler sowie Tischner gehen davon aus, dass diese Benachteiligung von manchen Politikerinnen im Sinne einer positiven Diskriminierung von Mädchen bewusst in Kauf genommen wird.

Wenn Du aussortiert wirst, ist das ein Erfolg für die Frauenpolitik und es gibt viele Frauenpolitikerinnen. Das Aussortieren beginnt bereits in einzelnen Familien, so fängt z.B. eine Schwangere an zu weinen, weil sie erfahren musste, dass sie einen Jungen austrägt, und eine andere Mutter gibt einen Einblick, wie sie mit ihrem Sohn umgeht:

„Sie [die kleinen Jungen] müssen zurückstecken lernen, verunsichert werden, sich in sich selbst und ihrer bisherigen männlichen Rolle in Frage stellen lassen. […]
Den kleinen Buben soll der kalte Wind um die Ohren blasen, sie haben den kleinen Mädchen Platz zu machen. […]

Dennoch geht es ihm [dem Sohn] schlechter als seinen Schwestern, und das muss auch so sein […]

Weil ich eben bei fast keiner Sache, die den Sohn stark macht, Solidarität zeigen kann und/oder fühle. Überspitzt gesagt: Die Entwicklung der Töchter zur Frau schafft mir gelegentlich Konkurrenz- und Neidgefühle. Die Entwicklung des Sohnes zum Mann bedroht mich existentiell. Da möchte ich, ehrlich gesagt, nicht Kind sein. […]

Und trotzdem: Wir müssen den Söhnen die Privilegien nehmen! Wir können nicht Männermacht bekämpfen und die Augen vor den eigenen Söhnen verschließen. Wir haben keine neutralen Wesen an unseren alternativen Busen genährt, sondern die Patriarchen von morgen, wenn wir ihnen diese Sicherheit nicht rauben – ganz persönlich. Wir müssen unseren männlichen Kindern etwas wegnehmen, sie unterdrücken. […] Praktisch heißt das zum Beispiel, solange es also die Mutter entsetzt ablehnt, ihrem Sohn die Nachthemden der älteren Schwester anzuziehen, obwohl sie ja noch so schön sind, wird sich bei den Männern nichts ändern. […]
Ich vermute, dass ich – Feministin hin oder her – dennoch nicht in der Lage wäre, die Entwicklung meines Sohnes zu einem Versager in der Männerwelt tagtäglich zu beobachten – wenn ich nicht zwei Töchter hätte. Das macht es leichter.“

Die Folgen sind wenig überraschend: Der zutiefst verunsicherte Junge zeigt alle Symptome eines psychisch leidenden Kindes wie Bettnässen, Stottern etc…

Wenn schon Mütter zu Monstern mutieren und ihre Söhne im Interesse einer politischen Ideologie misshandeln und sabotieren, wie steht es dann erst um Lehrerinnen oder Ministerinnen, die in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis zu dir stehen, der Du aber von ihrer Politik betroffen bist? Du bist ihnen scheißegal, wenn sie nicht gerade Scheiße nach dir werfen, z.B. als „kriegslüstern“.

Schon Männer in der Politik kümmern sich nicht um Männer, aber Frauen in der Politik kümmern sich nicht nur ausschließlich um Mädchen sondern hindern die Jungen zusätzlich noch, wo sie z.B. Bildungsministerinnen sind. Die damalige Jugendministerin Ursula von der Leyen sagte: „Ich finde es nicht schlimm, dass Mädchen in Sachen Bildung an den Jungen vorbeiziehen. Wenn es den Mädchen schlechter gehen würde, krähe kein Hahn danach”. Den Jungs wird das ganze Leben versaut, aber ihr als Jugendministerin ist es einfach scheißegal – genau das ist mein Problem mit Frauen in der Politik. Die, die für dich da sein sollten, dich unterstützen sollten auf deinem Weg, sind deine Feinde. So ist das System.

Und was ist jetzt mit den Vorwürfen gegen Männer? Ist da was dran? Ist das männliche Geschlecht das böse, das kriegslüsterne? Erstmal führen Männer keine Kriege sondern werden geführt – und wer sich weigert, wird erschossen. Zweitens werden diese Männer von Müttern erzogen – sie legen den Grundstein dafür, ob sich ein Mann abschlachten lässt oder nicht. Meine z.B. hat mir beigebracht, dass ich nicht mein Leben für eine Obrigkeit opfern soll, die sich einen Dreck für mich interessiert – viele machen es anders, und das bedeutet: Drittens war kein Krieg jemals möglich ohne die wirtschaftliche, logistische und vor allem: ideelle Unterstützung von Frauen – die Frauen in Nazideutschland lagen Hitler zu Füßen, haben ihn angebetet und ihm bereitwillig ihre Söhne für seine Kriege geschenkt. Auf solche Frauen wirken Männer in Uniform besonders sexy und sie üben enormen Druck aus auf Männer, die keine Uniform tragen, die keinen Kriegsdienst leisten. Solche Frauen überreichen Männern zum Zeichen ihrer „Schande“ eine weiße Feder oder inserieren in Zeitungen:

Jack FG. Wenn du nicht bis zum 20. in Uniform bist, dann existierst du für mich nicht mehr. Ethel M.

Und auch heute werden hier und da die Rufe lauter, dass Männer Frauen wieder beschützen sollen. So läuft das: Erst werden Männer in den Kriegsdienst gepresst, dann, wenn sich der Zeitgeist ändert und Krieg als eine Verbrechen verstanden wird, werden sie als kriegsgeil angeprangert.

Männer sind nicht das gewalttätige Geschlecht, denn Gewalt und Mord gegen Kinder z.B. geht überwiegend von Frauen aus. Die meisten Menschen machen ihre erste Gewalterfahrung durch die Hände ihrer Mütter, während Feministen davon schwadronieren, Gewalt wäre ein Phänomen, das von Vater zu Sohn vererbt werden würde. Häusliche Gewalt geht überwiegend von Frauen aus, was aber totgeschwiegen wird und nicht im geringsten Anlass ist, dafür Mädchen zu beschämen.

Männlichkeit ist nicht das, als was sie verhetzt wird: „toxisch“. Blick dich einfach mal um. Alles von Männern ersonnen und erbaut. Darin zeigt sich das tpyisch Männliche, das Alltägliche: Männer sind das kreative, das erschaffende Geschlecht. Das ist es, was den Mann auszeichnet. „Irgendwas-mit-Medien“-Mädchen zeigen nicht die geringsten Ambitionen, sich das zum Vorbild zu nehmen – und das wird noch teuer, denn diese Mädchen werden nicht das Fundament legen, auf dem die Gesellschaft ruht. Man ist gerade dabei, der Gesellschaft mit den Jungen ihr wertvollstes Zukunftspotential abzukastrieren.

Über das, was Männer leisten, wofür sie tatsächlich stehen, werden sie nicht beurteilt. Auch bedankt man sich nicht bei ihnen für etwas, was ebenfalls typisch männlich ist: Die Sorge für andere, z.B. ihren Frauen. Männer gehen klaglos ihr ganzes Leben lang arbeiten und geben den Löwenanteil ihres Lebenseinkommen an Frau und Kinder ab – etwas, wozu Frauen nicht bereit sind. Keine Frau heiratet nach unten; von ihr erwartet man nicht, dass sie das Familieneinkommen stemmen muss – das macht schon der Mann. Und das bedeutet für dich, dass Du dich über eine Ehe nicht absichern kannst. Wenn Du schlecht in der Schule bist, kannst Du – anders als eine Frau – nicht in einen angenehmen, höheren sozialen Status einheiraten. Frauen können das, und auch das ist eine Struktur, die beträchtlich Härte aus dem Leben für Frauen rausnimmt. Für Frauen wird gesorgt, Männer müssen sich um sich selbst kümmern und andere versorgen, wo sie eine Familie gründen. Dass Männer für Frauen arbeiten, d.h. ihnen ihr Leben unterhalten, hat z.B. die große Männerfreundin Esther Vilar herausgearbeitet. Lass dich nicht belügen – sowohl in der Privatwirtschaft als auch in der Politik sind Frauen bevorzugt; und wenn sie weniger verdienen, dann deshalb, weil sie weniger und weniger hart arbeiten, weil sie Amüsierberufe ausüben – schön sitzend im bequemen Sessel im vollklimatisierten Büro in Kaffeemaschinenreichweite.

Du bist mehr auf dich allein gestellt, für dich gibt es weniger Hilfe und weniger Mitgefühl. Die Folge: Selbstmord und Obdachlosigkeit zum Beispiel sind männlich, und mit der Diskriminierung in der Schule bist Du nochmals stärker gefährdet obdachlos zu werden – was keine Sau interessiert. Oder nehmen wir dieses schöne Plakat:

Obwohl Jungen genauso oder stärker von Gewalt betroffen sind, sieht man sie nicht als schutzwürdig an – hier zeigt sich die strukturelle Gewalt schon gegen Kinder, der Empathygap, besonders deutlich. Mit so einer Botschaft lässt sich das ganze perverse Land pflastern, ohne dass es zu einem Aufschrei kommt. Es ist ihnen egal ob Du lebst (unter der Brücke) oder stirbst (weil Du dir den Strick nimmst).

Also: Streng dich in der Schule an, schluck deinen Ärger runter – gegen das System kommst Du sowieso nicht an – und erlerne dann einen guten Beruf, z.B. ein Handwerk. Das ist krisensicher denn sowas wird immer gebraucht, und gut verdienen kann man damit auch. Halt die Ohren steif.

Was Jungen und Mädchen lieber haben

Diese Grafik:

ichVermuteJungenMaedchen

…löste einen kleinen Sturm im Wasserglas aus. Erregte Kommentatoren, die sich darüber empörten, dass man doch die Kinder von heute nicht in solche Schablonen pressen könne. Dabei ist dieses Arbeitsblatt an Harmlosigkeit kaum zu überbieten und meiner Meinung nach auch dahingehend designt worden, die Jungen und Mädchen zur politische korrekten Erkenntnis zu verhelfen, dass sie sich kaum voneinander unterscheiden.

Denn bei den meisten genannten Punkten wird man wohl spontan annehmen, dass sie von beiden Geschlechtern gern ausgeübt werden, womit man den anvisierten Urteil: „Jungen und Mädchen sind gleich“ nahe kommt. Man hätte auch ganz andere Tätigkeiten wählen können: Reiten (Bei einem Reiterhof, den ich kenne, sind gefühlt 100% Mädchen unterwegs), Fußball spielen, mit Puppen spielen, mit Lego spielen, spielerisches Kräftemessen (Raufen), etc.

All diese Tätigkeit hätten sehr viel eindeutigere Antworten zu Tage gefördert, aus denen sich ergibt, dass Mädchen und Jungen eben doch grundverschieden sind, denn auch wenn es tobende Mädchen und puppenspielenende Jungen gibt, sind sie nicht repräsentativ, sieht die Realität im Schnitt anders aus.

Wenn der Genderist, für den es unerträglich ist, dass Jungen und Mädchen existieren und sich voneinander abheben, hier angekommen ist, macht er eine Genderdebatte auf: Alles nur Konstruktion und Erziehung! Es ist Erziehung, mit der man den Jungs erst sagt, sie sollen toben, um sie dann mit Ritalin ruhigzustellen!

Wie Maskulinisten Mädchen in Tod und Elend treiben

Einer Schätzung zufolge, die verdeckte Suizide miteinbezieht, bringen sich Mädchen 12 mal häufiger um als Jungen. Damit zusammenhängen dürfte die systematische Diskriminierung von Mädchen im Schulbetrieb, welche in schlechtere Benotung und seltenere Gymnasialempfehlungen bei sonst gleichen Kompetenzen sichtbar wird. Da Mädchen nicht sozial nach oben heiraten können, sind sie dabei besonders von Obdachlosigkeit gefährdet.

Diese monströsen Verhältnisse werden von Maskulinisten zum Beispiel als Männerbeauftragte, in Ministerien für alle außer Frauen, im „Bundesforum gegen Frauen“, oder mit  Schmierenjournalismus vorangetrieben. Es wird einfach verschwiegen, und wenn es doch mal angesprochen wird, wird es zensiert oder die Verantwortung dafür den Mädchen in die Schuhe geschoben: Die Schule, der Maskulinismus, die Gesellschaft seien richtig, die Mädchen seien es, die falsch wären. So sei noch mehr Maskulinismus notwendig, um Mädchen und Frauen im Kampf gegen das „Matriarchat“ Privilegien zu entziehen. Dann werde sich auch die Situation von Mädchen und Frauen bessern.

So wird davon geredet, dass Mädchen eine toxische Weiblichkeit pflegen würden, was dazu führe, dass sie nicht um Hilfe fragen könnten. Tatsächlich sind die realen Verhältnisse so, dass es schlicht keine Hilfe gibt. Eine Obdachlose kriegt einfach keine Hilfe, und von Selbstmörderinnen weiß man, dass sie ebenfalls keinen Ausweg in einer ausweglosen Situation sehen – mal davon abgesehen, dass es pervers ist, Mädchen als Kinder die Verantwortung dafür zuzuschieben – die Verantwortung tragen Erwachsene. Die Ursache für diese Notlagen liegt in einer sexistischen Gesellschaft, die bereits kleine Mädchen als „Säue“ niedermacht oder die in breiten Plakataktionen dafür wirbt, nur Jungen aber keine Mädchen vor Gewalt zu schützen. Eine Gesellschaft, in der Maskulinisten wie Lars Penny, den Mädchen eine Therapie verschreiben wollen, die den „leidendend Idiotinnen“ so richtig weh tun wird, oder in der eine Frau Gesterkamp dazu auffordert, Feministen, die diese Notlagen ansprechen, systematisch von jedem Diskurs auszugrenzen, oder in der eine Henrietta Rosenbrock davon spricht, Feministen würden eine „Opferideologie“ pflegen.

Maskulinisten, in Ministerien, in den Redaktionsstuben, in NGOs, ausgestattet mit Millionen von Fördergeldern, die wirksame Hilfe für Mädchen unterbinden, sind schuldig. An ihren Händen klebt Blut.

[Nachtrag] Ursprünglich wollte ich hier dieses Bild posten, in dem ich „Mädchen“ durch „Jungen“ ersetzt hatte. Dann allerdings fand ich einen Aufruf, allein Jungen aber nicht Mädchen vor Gewalt zu schützen, als dermaßen pervers – selbst als Satire bzw. als zynische Ironie- dass ich es wieder offline nahm. Es fühlte sich entsetzlich an. Wie kaputt müssen Feministen nur sein.

Crumar über die TIMMS-Studie zum Zurückbleiben deutscher Schüler und Jungen

Das wird noch mal richtig böse für Deutschland:

TIMMS 2019 ist erschienen und der Tagesspiegel titelt noch wohlwollend: „Grundschüler fallen international zurück – Laut der internationalen Timss-Studie liegen Grundschüler aus Deutschland in Mathematik und Naturwissenschaften im Mittelfeld“
Der Abstand zur Spitzengruppe: „Singapur liegt rund hundert Punkte vor Deutschland – das entspricht eigentlich fast drei Lernjahren.“
Getestet wurden (überwiegend) Viertklässler.
Mit drei Lernjahren Rückstand.
Noch Fragen?

Das hier ist mehrfach falsch: „Könnte Deutschland von den Ländern Ostasiens etwas lernen? Studienleiter Knut Schwippert, Erziehungswissenschaftler an der Uni Hamburg, zeigte sich da skeptisch. In diesen Staaten würde Kindern vielleicht energischer Fehler im Unterricht ausgetrieben. Aber ob man das oft auf Drill ausgerichtete System in einer offenen Gesellschaft wie der deutschen wirklich übernehmen wollen würde, müsste man zumindest hinterfragen.“
Diese Schüler sind nicht nur in der Reproduktion von Fakten besser, sondern auch in der Problemlösekompetenz – es liegt erkennbar nicht am „Drill“.
Zweitens ist der Abstand zu Russland in den Naturwissenschaften 567 zu 518 Punkte und in Mathematik 567 zu 521 Punkte. Auch das ist jeweils deutlich mehr als ein Lernjahr Unterschied und es handelt sich um kein Land „Ostasiens“.

Nun zu den Geschlechter- und Klassenaspekten:
Wie ich an anderer Stelle bereits geschrieben habe, wird m.E. „grade inflation“ betrieben, d.h. die Ansprüche an gute oder sehr gute Leistungen werden künstlich abgesenkt, speziell um Mädchen zu begünstigen.

In Mathe: Stehen in TIMMS 32,1% der Mädchen und 38,7% der Jungen auf den Kompetenzstufen V und IV, so haben 48,8% der Mädchen und 54% der Jungen im Zeugnis die Schulnote 1 und 2.
Laut TIMMS haben die Kompetenzstufen I-III 67,8% der Mädchen, 51,2% landen in der Notenskala zwischen 3-5. Bei Jungen befinden sich 61,4% in den Kompetenzstufen I-III und 46% landen dort (Rundungsfehler bitte ignorieren).

In Naturwissenschaften gelingt eine Umkehrung der Testergebnisse im Verhältnis zu den Schulnoten (plus grade inflation):
Stehen in TIMMS 35% der Mädchen und 37,9% der Jungen auf den Kompetenzstufen V und IV, so haben 64,1% der Mädchen und 58,7% der Jungen im Zeugnis die Schulnote 1 und 2.
Laut TIMMS haben die Kompetenzstufen I-III 65% der Mädchen, 35,5% landen in der Notenskala zwischen 3-5. Bei Jungen befinden sich 62,1% in den Kompetenzstufen I-III und 41% landen dort.

Prozentuale Differenzen der Ergebnisse von TIMMS zur Note – also getestete Kompetenzstufe zu Schulnote im Zeugnis:
Mädchen Mathe
V/IV zu 1/2: +52,1%
Jungen Mathe
V/IV zu 1/2: +39,5
Mädchen Naturwissenschaften
V/IV zu 1/2: +83,1%
Jungen Naturwissenschaften
V/IV zu 1/2: +54,9%
Das zeigt sehr deutlich, wem diese „grade inflation“ nützt.

Ihr werdet viele mediale Tränen zu Boden plätschern hören, wenn es um die Diskriminierung in Sachen Gymnasialempfehlungen der Lehrkräfte (die zu 87% Frauen sind) aus sozialen Gründen oder wg. „Migrationshintergrund“ geht, nicht jedoch in Sachen Geschlecht, was ich hier nachhole.

Der „Schwellenwert“ für eine Gymnasialempfehlung liegt im Schnitt bei 549 Punkten in Mathe und 552 Punkten in Naturwissenschaften.
Nicht jedoch wenn es sich um ein Mädchen handelt, dann reichen 535, bzw. 540.
Bei Jungen ist ist die erforderliche Punktzahl in Mathe 562 und 563 Punkte in den Naturwissenschaften.
D.h. das übliche Spiel: Mädchen reichen -27 Punkte in Mathe und -23 Punkte in den Naturwissenschaften gegenüber Jungen für das gleiche Ergebnis.
Jungen brauchen +12 und +11 Punkte über dem Schnitt für eine Gymnasialempfehlung.
Dass Mädchen „doppelt so hart arbeiten müssen“ ist eine Lüge.

Die Klassendifferenzen sind in der Tat eklatant; reichen der Lehrkraft (m/w/w/w/w/d) bei Eltern aus den „Oberen Dienstklassen“ 518 und 506 Punkte, so ist das verlangte Niveau bei elterlichen „Facharbeitern“ bereits 562 und 567 Punkten.
Erkennbar ist „intersektional“ gesehen, der Anspruch lässt sich in Bezug auf Jungen mit dieser sozialen Schicht vergleichen, während Mädchen sich drei soziale Schichten darüber ansiedeln.
Eine Klasse für sich, sozusagen.

Unabhängig von Klasse und Geschlecht sehe ich schwarz für die Zukunft Deutschlands.
Der Anteil (sehr) guter Schüler und Schülerinnen in Mathe und Naturwissenschaften ist im internationalen Vergleich gering, gesondert gefördert werden sie nicht. Es ist auch gar kein Personal da, das dies leisten könnte – die Fortbildungsquote der Lehrkräfte ist im internationalen Vergleich ebenfalls mies. Die offensichtliche Diskriminierung von Jungen in der Schule ist das Sahnehäubchen auf diesem Kackhaufen.

Quellen: https://www.tagesspiegel.de/wissen/timss-studie-zeigt-schwaechere-leistungen-grundschueler-fallen-international-zurueck/26693702.html
TIMMS Studie 2019, Tabellen 8.1-8.2 sowie 11.7