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Vor 13 Jahren: Hexenjagd auf Eva Herman

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Öffentlich-Rechtliche: Kinder sind eine Last, die Frauen stranguliert und von der Karriere abhält (man beachte den leidenden Gesichtsausdruck). Eva Herman: Kinder müssen wieder geliebt und gewertschätzt werden.

„Die NS-Familienpolitik hinterließ ein kulturelles Problem: Die Hausfrauenehe und – noch allgemeiner – die Anerkennung der mütterlichen (Arbeits-)Leistung galt im Nachkriegsdeutschland und vor allem nach 1968 für viele kritische Intellektuelle als ein Produkt der faschistischen Mutterideologie. Das war historisch falsch und folgenreich. Denn ‚Mütterlichkeit‘ stand nun unter politischen Verdacht.“(143)

Dieser Absatz, der auf den Punkt bringt, was Hermans Problem war, nämlich eine Geringschätzung der Mutter und damit einhergehender Kinderfeindlichkeit, erschien in einer Reihe der Bundeszentrale für politische Bildung. Gegen Eva Herman lief vor 13 Jahren eine gewaltige, gleichgeschaltete Medienkampagne, da sie an heiligen, auch feministischen, Überzeugungen rüttelte. Dabei ging man weniger auf ihre eigentlichen Anliegen ein, als dass man viel mehr versuchte, sie als Nazi zu brandmarken, oder zumindest als nicht besonders helle im Köpfchen, was genauso vernichtend ist.

Wir haben als reiches Land eine der geringsten Geburtenraten überhaupt – wir kriegen die demografische Kurve nicht (Herman). Die Ursache hierfür suchte Herman im dritten Reich und den nachfolgenden 68er. An anderer Stelle brachte sie es noch mal kurz und knackig auf den Punkt: Die Familienwerte wurden missbraucht und dann für unbrauchbar befunden.

Herman begann das Sakrileg, wie später Kelle, dem herrschenden, feministischen Narrativ zu widersprechen, wonach der Frau von heute ihre Karriere das höchste zu sein hat, und dass sie ihre Kinder so früh wie möglich in Krippen und Kitas abschieben soll, um sich diesem höheren Ziel zu widmen. Gleichzeitig aber bejahen eine leichte Mehrheit der Frauen eine konservative Rolle in der Familie(32), während sie erleben, dass sie diese Rolle weniger und weniger ausfüllen können aus harten finanziellen und strukturellen Zwängen heraus. Dass die Menschen immer weniger verdienen, und sich so auch die Frauen zunehmend von ihren Kindern entfernen müssen, wenn sie für sie sorgen wollen (und damit das alte Schicksal der Väter teilen), führte Herman zur Frage, was das für die Kinder bedeutet, die in die Fremdbetreuung entsorgt werden – diese sei für den Nachwuchs eh besser als Betreuung zuhause unter unfähigen Müttern, so der Tenor. Sie beschäftigte sich hierzu mit der Bindungsforschung  und problematisierte, dass das frühe Abschieben des Nachwuchses für ihn nachteilhaft sei, da es ihn hindere, die für eine gesunde psychische Entwicklung so wichtige Urbindung aufzubauen (was übrigens Väter genauso leisten können – Anmerkung yx). Das Ziel (wie auf der wegweisenden Frauenkonferenz Peking 1995 festgelegt), alle Frauen in die Erwerbsarbeit zu pressen, schadet nicht zuletzt den Kindern, die vor allem einen verlässlichen Elternteil brauchen. Weiterhin sei Mutterschaft kein Übel, sondern ein Glück (in kinderfeindlichen Diskursen, in denen ständig von „Arbeit“ gesprochen wird, wenn Mütter Zeit mit ihren Kindern verbringen, ein außergewöhnlicher Gedanke). Dass man mit Familie vielleicht glücklicher ist als mit Karriere (sofern man eine hat und nicht einfach nur malocht) scheint ein wunder Punkt zu sein bei den tonangebenden Journalistinnen, die in Interviews mit Eva Herman die Contenance verloren und vor Wut brüllten, aggressiv wurden. (35) Ist dieses Verlieren der Selbstbeherrschung vielleicht der Ahnung geschuldet, dass zum Lebensabend liebende Kinder mehr wert sind als dass man eine hohe Sprosse der Karriereleiter erklommen hat?

Das war die Todsünde die Herman begangen hatte. Nicht weil sie eine Nazi war, wurde sie niedergemacht, sondern weil ihre Kritik den feministischen Lebensentwurf für Frauen in Frage stellte. Dass man auf das eigentliche Anliegen Hermans kaum einging sondern sie mit aller Macht in die rechte Ecke schieben wollte, zeigt deutlich, dass sie eine Schwachstelle getroffen hatte. Man ging nicht inhaltlich auf sie ein, sondern bediente sich niederträchtiger Diskursmittel, wie zum Beispiel Thea Dorn, die aus dem „Eva-Prinzip“ das „Eva-Braun-Prinzip“ machte: So nahm sie zwei Zitate, eines von Herman, eines von Rosenberg (Chefideologe der Nazis) und befand, sie klängen „verdammt ähnlich“, nämlich Herman:

„Die Forderung der heutigen Frauenemanzipation wurde im Namen eines schrankenlosen Individualismus erhoben“

und Rosenberg:

„Das Hohelied des Individualismus hat längst seinen verführerischen Klang verloren, doch mittlerweile haben sich reichlich Gründe erschlossen, warum man sich von dieser gefährlichen Vorstellung befreien sollte.“

Weil man in beiden Zitaten das gleiche Wort vorkommt und man den Folgen seines Sinngehalts ablehnend gegenübersteht, sollte Herman der rechten Szene nahe stehen. Nur dass sich Herman gegen einen zügellosen Egoismus wendet, während Rosenberg vermutlich das Aufgehen des Einzelnen in der faschistischen Volksseele meinte.

Wenn man auf so bösartige Weise „argumentieren“ muss, und dabei an allem vorbeigeht, was die tatsächliche Position des Widerparts angeht, dann ist die Schlussfolgerung nicht weit hergeholt, dass der Widerpart ganz richtig liegt und man ihn nicht widerlegen kann.

Kommen wir zum Zitat, das weitläufig fehlinterpretiert wurde, dem Zitat. In freier Rede ins Unreine gesprochene sagte Eva Herman auf einer Presskonferenz folgendes:

„Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft.“

Von 30 Pressevertretern verstanden das alle richtig, nur eine nicht, Barbara Möller interpretierte das so:

„In diesem Zusammenhang machte die Autorin einen Schlenker zum Dritten Reich. Da sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter. Die hätten die 68er abgeschafft, und deshalb habe man nun den gesellschaftlichen Salat“

Und das war’s dann. Der Vorwurf, Herman habe die Familienpolitik der Nazis gelobt oder sich zumindest „verharmlosend“ über sie geäußert, wird von nun an an ihr kleben wie Teer gemischt mit Tapetenkleister.

Weiter zum Fernsehtribunal mit Johannes B. Kerner als Ankläger, Richter und Henker. Es ging im Vornherein nicht um eine faire Diskussion, schon gar nicht um das Anliegen Eva Hermans, also Wertschätzung für Familie und Kinder oder Erkenntnissen aus der Bindungsforschung. Sie sollte vernichtet werden, sie sollte unmöglich gemacht werden, etwas, das Kerner nicht schaffte, was ihm von den „Qualitätsmedien“ in den nachfolgenden Tagen vorgeworfen wurde.

Eva Herman befand sich dabei allein auf weiter Flur, eine gegen alle. Und hat sich dafür grandios geschlagen. Ich gehe nur auf wenige Punkte ein:

Zum einen die Penetranz, mit der Kerner seine Interpretation ihres Zitates durchsetzen wollte. Immer wieder kam er damit und fragte scheinheilig, ob so ein Vergleich zur NS-Zeit notwendige gewesen wäre. Gesunde Kommunikation funktioniert so: A sagt etwas. B versteht etwas Ungeheures und fragt nach: „Meinst Du dies und das?“. A stellt richtig: „Nein, ich meinte das“.(67) Für Kerner war das aber wohl zu hoch. Und auch warum der NS-Vergleich wichtig ist: Hier liegen nunmal die Ursachen für gravierende Probleme in unserer Gesellschaft, nochmal: Wir kriegen doch die demografische Kurve gar nicht mehr!

Als das Wort an einen tollen Professor ging, der natürlich darüber stand, die Bücher zu lesen, deren Autorin er auf’s massivste angriff, wurde es besonders ekelhaft. (Er war so merkbefreit, dass er ein ganzes Buch zum Thema schrieb, welches hier zerpflückt wird.) Prof. Wippermann befand, Herman verwechsle Konservativismus mit Faschismus und musste erklären, letzteres bedeute Rassenzucht, Rassenvernichtung und Rassenstaat. Auch er nahm also für bare Münzen, was an Verleumdungen in der Lückenpresse stand; was in allen Zeitungen stand müsse auch richtig sein, so der Experte später, eine Äußerung, für die er in Hochzeiten der APO nur Hohngelächter geerntet hätte. Hätte er sich die Mühe gemacht, mal ins „Eva-Prinzip“ reinzuschauen, wäre er über Absätze wie diesen gestolpert:

„Was viele nicht wissen: Unsere distanzierte Haltung zu unseren Kindern steht auch in einem direkten Zusammenhang mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, dem Dritten Reich. Die Theoretiker des Nationalsozialismus erkannten früh, dass die Frage der Kindererziehung höchste politische Relevanz hatte. Das beschränkte sich nicht auf die erwünschte Steigerung der Geburtenrate, die sich in der Auszeichnung mit dem „Mutterkreuz-Orden“ für Frauen mit vielen Kindern ausdrückte. Es traf vielmehr die konsequente Einflussnahme auf den vormals privaten, familiären Bereich von Geburt, Mutterschaft und Säuglingspflege. Es ging nicht nur darum, „dem Führer Kinder zu schenken“, sondern die Kinder so früh wie möglich nach den Maßgaben des nationalsozialistischen Menschenbildes zu formen. Betrachtet man diese ideologischen Grundlagen, wird schnell klar, dass der Hilter-Staat alles daransetzte, jeden gesellschaftlichen Bereich zu kontrollieren und jede private Nische zu vernichten, in der sich individuelle Lebensformen entwickeln konnten. Verwirklichen ließ sich das nur, in dem die Gruppe, das Kollektiv, die „Volksgemeinschaft“ über den einzelnen Menschen gestellt wurde, eine Ideologie, die wir auch im DDR-Sozialismus immer wieder beobachten konnten. damit wurden Kinder zum Politikum. Um ihre Erziehung zu nationalsozialistischen Bürgern zu gewährleisten, solten sie der elterlichen Fürsorge so früh wie möglich entzogen werden…“

Wahrlich, so klingt ein Fan der Nazifamilienpolitik…

An anderer Stelle wurde es geradezu lustig, als Kerner und Wippermann verbieten wollten, von einer „gleichgeschalteten Presse“ zu sprechen, denn das sei Nazisprech. Dass der Begriff alltäglich gebraucht wird, spielte genauso wenig eine Rolle, wie dass sich Herman ja gegen die Gleichschaltung aussprach; sie kritisierte, dass sich die Medien ihr gegenüber wie gleichgeschaltet verhielten. Die Folgerung, damit rutsche sie Richtung Nazitum ist genauso hirnrissig, wie jemanden vorzuwerfen, er sei für eine Diktatur, da er sich gegen eine zu hohe Machtkonzentration im Staatsapparat ausgesprochen hatte. Schließlich sagte Eva Herman entnervt, man habe auch Autobahnen damals gebaut und man fahre trotzdem drauf. Wohlgemerkt: Ihr Einwand war, wenn man den Begriff „Gleichschaltung“ nicht benutzen dürfe, wegen „Nazis hatten das auch schon“, dann gelte das auch für Autobahnen. Sie sagte nicht, die Nazis hätten auch ihre guten Seiten gehabt, zum Beispiel eben diese Schnellstraßen. Dennoch wurde es so interpretiert. Das Qualitätsmedium Spiegel-Online kommentierte dies so: [Herman habe gesagt, dass] Wenn man nicht über die Familienwerte der Nazis reden dürfe, könne man auch nicht über die Autobahnen sprechen, die damals gebaut wurden“ und reiht sich damit ein in die gleichgeschaltete Lügenpresse.

Auch wurde er Vorwurf erhoben, Rechte bis Rechtsradikale würden Eva Herman zujubeln. Nun, das war so:

1. Lügenpresse sagt: „Eva Herman ist braun“,

2. Rechte sagen: „Oh, sie ist eine von uns!“,

3. Lügenpresse sagt: „Da habt ihr’s!“

Und wie wolle Herman gegen die Anbiederung von Rechts vorgehen? Natürlich so, wie man das macht in einem Rechtsstaat mit staatlichem Gewaltmonopol: Mit einer Pumpgun einem Rechtsanwalt.

Am Ende wird Eva Herman gegangen, sie wird rausgeworfen. Angeblich, weil sie sich was Ungeheuerliches geleistet hätte – was nicht der Fall war. Tatsächlich war sie diejenige in der Runde, die von den Nazis am weitesten entfernt war. Ein Forschungskonzept, mit dem man die NS-Lastigkeit von Menschen feststellen konnte, kam bei Kerner und den anderen Diskutanten auf extrem hohe Werte, fast wie bei Altnazis, während Eva Herman besser als Demokraten abschnitt.(142) Das wird viele Medienschaffende überrascht haben, die Mehrheit der Bevölkerung kaum, denn es handelte sich um einen weiteren der vielen Fälle, in welchen die veröffentlichte Meinung der gleichgeschalteten Presse nicht mit der öffentlichen Meinung übereinstimmt. Dennoch – oder wahrscheinlich doch eher deswegen – hat sich die Richtung der Familienpolitik kein bisschen geändert: Ihr höchstes Ziel ist nach wie vor, den Nachwuchs in die Kinderdeponien abzuschieben, damit die Mutter unbelastet von „Blagen“ arbeiten gehen kann.

Alle Seitenangabe aus: Arne Hoffmann – „Der Fall Eva Herman – Hexenjagd in den Medien“

p.s.: Es gab eine irreführend geschnittene Fassung des Tribunals, ob es sich um diese handelt, weiß ich nicht, bezweifle es aber, da es von Eva Herman selbst auf youtube veröffentlicht wurde (Ich habe mir anlässlich dieses Textes das Video aus meinem Archiv angesehen):

Feminismus und Kinder

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, welche im Mainstream aber nur dann ein Problem ist, wenn sie sich nicht gegen Weiße und Männer – weiße Männer – richtet, macht auch vor Kindern nicht halt. Kinder gelten als unschuldig. Eigentlich. Es sei denn, sie sind männlich, dann wird sowohl in Politik als auch in individueller Mutterschaft gegen die armen Teufel geschossen, dann sabotiert man frühzeitig ihr ganzes Leben, um damit einem zukünftigen Patriarchen, Pascha, Chauvi die Möglichkeit zu nehmen, später mal einer Quotenfrau im Weg zu stehen, was Unterdrückung bedeutet, so wie alles – Reden, Raum einnehmen, Atmen – Unterdrückung bedeutet, was ein Mann so macht. Und somit ist die Nachricht, dass das Ungeborene ein Junge ist, also die falsche Hautfarbe das falsche Geschlecht hat, schon mal ein Grund in Tränen auszubrechen.

Allerdings sollten sich Töchter feministischer oder matriarchaler Mütter nicht so viel darauf einbilden, dass sie von ihren Müttern geliebt werden. Denn hierbei handelt es sich nicht um die bedingungslose Liebe einer gesunden Mutter zu ihren Kindern, sondern um eine bedingte Liebe, die eben vom Geschlecht abhängig ist. Mit etwas Pech und einer Wahrscheinlichkeit von ~50% würde man nicht als Tochter geliebt sondern als Sohn sabotiert werden.

Kinder sind Besitz ihrer Mütter. Das weibliche Verfügungsrecht über sie beginnt schon bei den Kleinsten im Mutterleib. Diesen Menschen – die sich nicht zum Menschen entwickeln sondern als Menschen – wird die Menschlichkeit abgesprochen womit sie als Gegenstände und Besitz der Mutter zerstört werden dürfen. Im Kapitalismus darf man sein Eigentum bekanntlich vernichten. Der Slogan „Mein Bauch gehört mir!“ lautet in Wirklichkeit „Mein Ungeborenes gehört mir!“. Da das aber die ganze Schäbigkeit der Feministinnen bloßlegen würde, hat man sich auf einen weniger entlarvenden Satz geeinigt. Die führende Feministin Simone de Beauvoir bezeichnete das Ungeborene als „Parasit“ – nun, sie war mal ein solcher und hat das offenkundig beibehalten, so ließ sie sich mitten in der „Männerherrschaft“ ihr Hetzen gegen Männer und ihr Klagen darüber, dass Frauen keine Stimme hätten, im universitären Elfenbeinturm fürstlich entlohnen. Sie schädigte die, von denen sie sich ernährte. Der Diskurs, die Hetze gegen die Ungeborenen nimmt dabei monströse Ausmaße an, stellt die konsequente Entmenschlichung dar und wird teils auf Geborene ausgedehnt, die dieser Logik nach „wert- und nutzlose“ Gegenstände ohne Lebensrecht sind. Damit genießt die Frau die Macht, zur Herrin über Leben und Tod eines Menschen zu werden; ein Privileg welches sonst nur Diktatoren innehaben.

Später besitzt die Frau das Recht, weiter über ihr Eigentum zu verfügen, bei der Frage ob das Kind eine tragfähige, liebevolle Beziehung zu seinem Vater führen kann. Willkürlich kann sie die Vater-Kind-Beziehung zerstören, den Vater aus dem Leben ihrer Kinder auslöschen. Damit lässt sie oft nicht nur den Vater leiden – ganz bewusst, denn Mütter wissen, dass Väter ihre Kinder lieben – sondern setzt sich auch brutal über die Interessen des Kindes hinweg. Die vermeintlich geborene Erziehungskompetente ist dann auch im Vergleich zum alleinerziehenden Vater eine Versagerin. Sie handelt gegen die Interessen nicht nur der Söhne sondern auch der Töchter. Dass sie sich einbildet, sozusagen instinktiv zu wissen, was das Beste für ihre Kinder ist – hier konkret, dass der Vater schlecht für die Kinder ist – ist dann nur ihre Projektion der eigenen Abneigung gegen den „biologischen Erzeuger“, die sie dann bei den Kindern wahrnimmt. Aber wohl nur folgerichtig in Gesellschaften, in welchen Frauen Werke mit so deutlichen Titeln wie „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“ aus den Regalen reißen und damit zu Bestsellern machen; Werke, welche die Botschaft transportieren, dass sowas wie ein Vater für Kinder komplett überflüssig wäre (ja, ich lese solchen Dreck!).

Ein weiterer Aspekt der Kinderfeindlichkeit ist die feministische Sicht auf Kinder, welche nur als Hindernisse wahrgenommen werden. Sie stehen der Frau im Weg bei der Erfüllung des eigentlichen Lebenssinns, nämlich Karriere zu machen. Deshalb sollen die Kleinen bereits als Kleinste so früh wie möglich in die bunt angemalten Kinderdeponien abgeschoben werden, was bedeutet, dass diese nur schwer die für ein psychisch gesundes Leben so notwendige Urbindung und Urvertrauen ausbilden, eine starke und robuste Persönlichkeit entwickeln können. Netter neoliberaler Nebeneffekt: Man erhält eine leicht zu beherrschenden und auszubeutende Bevölkerung.

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Kinder sind eine Last, die einen stranguliert. Man beachte den leidenden Gesichtsausdruck.

Wenn die Mutter zulässt, dass ihr Eigentum eine Bindung zum Vater entwickelt, naht die nächste Gefahr für Kinder und Väter durch den besseren Menschen: Vielleicht ist sie fremdgegangen und hat ihrem Mann ein Kuckuckskind untergeschoben. In unserem Matriarchat haben Väter natürlich nicht das Recht, sich mit einem Vaterschaftstest Klarheit über ihre Vaterschaft zu schaffen. Wenn es rauskommt, bedeutet das großes Leid für Kinder und Väter. Väter werden dazu noch verhöhnt. Ich erinnere mich hierzu an einen Cartoon der EMMAS, in welchem ein Kuckucksvater das Chaos im Kinderzimmer nicht zügeln kann, weil „seine“ Kinder ihm sagen: „Du bist gar nicht unser Vater, Du hast uns gar nichts zu sagen!“ – Welche Infamie! Nicht nur wird der Vater in seinem wirklich großen Leid verhöhnt, gleichzeitig instrumentalisiert man die Kinder. Denn diese sind auch betroffen, diese leiden genauso darunter, dass der Mann, der das ganze Leben lang der eigene Vater war, es nun nicht mehr ist – es ist eine Tragödie. Naja, die Emmas unter der gewaltverherrlichenden Hasspredigerin Alice Schwarzer befinden sich sowieso im menschlichem Aus. Wenn es mal eine Mutter trifft, sie zur Kuckucksmutter wird, werden Schmerzensgeldzahlungen in Millionenhöhe fällig. Ein weiterer Beweis dafür, dass Kinder und Männer im Vergleich zur Frau Menschen zweiter Klasse sind.

Weiter werden Kinder, die Opfer von Muttergewalt werden, im Stich gelassen. Gewalt, Mord und Totschlag gegen Kinder geht überwiegend von den Müttern aus. Das ist aber ein Tabuthema. Keine Buchtitel wie „Mütter als Monster“; keine Kampagnen, in denen bedrohliche, dunkle Frauengestalten einem verängstigten Kind gegenüberstehen und in welchen erklärt wird, dass der gefährlichste Ort für ein Kinder bei seiner Mutter ist. So ein Dreck ist nur für den Mann reserviert, ja genau der Mann, der häufig als lebender Schutzschild für seiner Kinder dient und auch diese Rolle nicht mehr wahrnehmen kann, wenn er auf Befehl der ermächtigten Mutter von der Polizei der Wohnung verwiesen wird, denn Polizisten, die von Feministen geschult werden, wissen wohl: „Natürlich nehmen wir den Mann mit!“ Dieses Ermächtigungsgesetz wurde von den feministischen Kinderfreunden sehr genau zugeschnitten, Michail kommentiert zu diesem Gewaltschutzgesetz:

Und das weiter Entblößende: Gewalt gegen Kinder, gegen die Schwächsten also im häuslichen Bereich, wurde aus dem Gesetzesumfang ausgenommen, um zu vermeiden, daß so das Gesetz weitgehend auch gegen Frauen angewandt werden könnte, die ja sogar mehr Gewalt gegen Kinder ausüben als Männer. So präzis werden Frauengesetze vom Feminismus diktiert!

Defacto darf das friedfertige Geschlecht nahezu nach Belieben Kinder misshandeln, ohne dafür irgendwelche Konsequenzen erwarten zu müssen.

Wenn dann die Mutter ihr Eigentum nicht abgetötet hat, aber vielleicht den Vater entsorgte, es ganz für sich allein beanspruchte, kommt der nächste feministische Trend: „Regretting Motherhood“. Das bedeutet: Ganz viel Verständnis für Mütter, die ihre Mutterschaft bereuen und das auch öffentlich machen – in einer Szene verließ eine Tochter schluchzend den Raum – und die dafür gefälligst nicht zu kritisieren sind.

All das zeigt: Die Frauen kommen noch vor den Kindern, die Interessen Letzterer haben zurückzustehen. Ein Giftbeutel von Feministin erklärte das zum „Titanic-Prinzip“ feministischer Politik: „Frauen und Kinder zuerst!“ Sehr passend. Auf der Titanic hatten Frauen eine größere Überlebenschance als Kinder.

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[Nachtrag] Antje Schrupp zeigt, wie die Interessen von Frauen vor denen der Kinder gehen:

Stattdessen müssen wir sagen: Du kannst abtreiben, das ist nicht sozial stigmatisiert. Du kannst auch das Kind bekommen und allein oder mit anderen Leuten großziehen. Es gibt dafür gesellschaftliche Unterstützung, du stürzt dadurch nicht in Armut. Oder du kannst das Kind zur Adoption freigeben, und auch dann erfolgt keine Stigmatisierung. Eine Frau soll keinen Mann brauchen müssen, um ein Kind zu gebären.

Feministische Argumentationsformen: Benachteiligte Jungen holen später auf

Feministische Logik: Weil viele Frauen später im Leben nicht unter den Folgen von Beschneidung zu leiden haben, ist Beschneidung in Ordnung, denn Anne wurde nie beschnitten und ist somit auch unbelastet von den Folgen.

Gut, die Benachteiligung von Jungen im Schulsystem wird – natürlich – von Feministinnen geleugnet. Was sie aber schlecht leugnen können, ist, dass Jungen gegenüber den Mädchen zunehmend zurückfallen: Jungen stellen die Minderheit auf den Gymnasien und die Mehrheit auf den Hauptschulen. Und die Mehrheit derjenigen, die das Schulsystem ganz ohne Abschluss verlassen, sind die Jünglinge.

In diesem Zusammenhang bin ich bereits mehrmals über ein geradezu klassisches, feministisches Argument gestoßen, welches ich aber immer ignorierte, da ich es für so strunzdumm hielt, dass sich eine Antwort erübrigen würde.

Dieses Argument lautet in etwa folgendermaßen:

„Das Zurückbleiben der Jungen in der Schule stellt kein Problem dar, da die Jungen später im Berufsleben die Mädchen zurücklassen.“

Ich wurde jetzt wieder damit konfrontiert, indem gesagt wurde:

Mädchen waren schon immer besser in der Schule. Das nivelliert sich aber später auch wieder. Also kein Grund daraus ein Drama zu machen.

Mit „nivelliert“ ist gemeint, dass „die Jungen“ später beruflich durchstarten, die Mädchen zurücklassen, weshalb die Diskriminierung von Jungen im Bildungssystem kein Problem darstelle.

Das ist: Strunzdumm.

Diese strunzdumme Ansicht ist einer Weltanschauung geschuldet, in welcher es nur zwei Kollektive gibt, nämlich Männer und Frauen. Wenn also Männer später im Berufsleben durchstarten, während sich Frauen in Laberfächer eintragen und auch gerne mal eine Auszeit von der harten Arbeit nehmen, stellt die Diskriminierung von Jungen im Schulsystem kein Problem dar – so die feministische Anschauung.

Nur, dass sich die Gruppe der „Männer“ nicht so vereinheitlichen lässt. Es gibt kluge und dumme Männer, große und kleine, attraktive und häßliche und auch: erfolgreiche und erfolglose.

Es gibt zum einen Jürgen, der im Schulsystem diskriminiert wird, und später mitnichten „durchstartet“, die Frauen mitnichten „zurücklässt“ sondern der zu einem Leben in materieller wie geistiger Armut verurteilt wird. Ein Verbrechen also. Und dann wäre da Andreas, dessen Eltern die Benachteiligung im „jungenfeindlichen Biotop Schule“ (GEO) kompensieren können und der später tatsächlich erfolgreich ist. Dass es Jürgen wenig bringt, dass Andreas seine Benachteiligung ausgleichen konnte, sollte eigentlich jeder einsehen können, und er oder sie sollte eigentlich auch von selbst darauf kommen.

Es ist in etwa so, als würde man anführen, es gebe in den USA keine strukturelle Diskriminierung von Schwarzen, da ja der Präsident schwarz ist – kein halbwegs gebildeter Mensch würde eine solche Argumentation akzeptieren.

Es „nivelliert“ sich also nicht, und es ist nur für Geschlechterrassistinnen kein „Drama“, weil ihnen das Schicksal von Jungen am Arsch vorbeigeht und ihr Gerechtigkeitsempfinden auch nicht anspringt, wenn es Vertreter des männlichen Geschlechts sind, die von Ungerechtigkeit betroffen sind.