Archiv der Kategorie: Krieg

Um Antwort wird gebeten II

Sehr geehrte Frau Schwarzer,

ich als Mann möchte mich ganz herzlich für ihr Werk „Krieg – Was Männerwahn anrichtet und wie Frauen Widerstand leisten“ bedanken. Ich als Mann werde mich niemals an diesem Wahn beteiligen und auch meine Brüder dazu anhalten.

Hinweisen möchte ich Sie aber noch auf einen bedenklichen Artikel auf ihren Seiten der EMMA, dem sich leicht die Botschaft entnehmen lässt, Männer sollten in den Krieg ziehen und in dem ihnen zum Vorwurf gemacht wird, dass sie es nicht tun. Bitte lassen Sie ihn offline nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

keine Antwort.

Afghanistan und die Geschlechterkriegstreiberinnen

Für Humanisten ist schlimm, was den Menschen in Afghanistan widerfährt, jetzt wo die Taliban die Herrschaft übernehmen. Für Feministen ist schlimm, was den Frauen und Mädchen widerfährt. Man nehme den Sondermüll eines Artikels auf den Seiten der EMMA, in dem allein weibliche Wesen als die guten Unterdrückten vorkommen und Männer allein als Despoten, wobei zugleich geschickt darum herumlaviert wird, wer als Soldat, also als Mann erst den geschützten Raum für „Frauen und Mädchen“ schaffte. Es sind Männer, die am Rande der Gesellschaft die dortigen Härten auf sich nehmen, damit im Innern sich das Weibliche entfalten kann. Und jetzt gehen sie, die Männer, die ihre Unversehrtheit riskiert haben, und das wird ihnen von den Frauenbewegten im Namen der „Frauen und Mädchen“ zum Vorwurf gemacht, während man sie gleichzeitig anspuckt. Ohja, wie ist der weiße Mann domestiziert.

Dazu einen längeren Auszug aus einem Text aus meinem Archiv (Original nicht mehr online), der sich mit dem westlichen feministischen Bestreben in Afghanistan beschäftigt, damals vor 20 Jahren, als die westlichen Truppen frisch einmarschiert und die Taliban zurückgedrängt waren, Zitat:

Wo hat auch der Feminismus jemals Fuß gefaßt, wo nicht vorher Männer seine Wege ebneten, Männer ‚die Kastanien aus dem Feuer holten‘, Männer seine Durchsetzung planten und begründeten, Männer seine Schritte finanzierten, ja Männer (das eigentliche Opfergeschlecht) sich für Ideale opferten in deren Kreis er, jener Feminismus, der heute die Entrechtung des Mannes ein ganzes Stück vorangetrieben hat, sich tückisch einschlich?

Frauen lassen siegen

Beispiel Afghanistan etwa? Just an dem Tag – wie passend -, an dem wir die Meldung der Überführung der getöteten amerikanischen Soldaten nach Ramstein erhielten (22. Januar 2002), erreichte uns auch die andere: „Afghanistan-Geber wollen 4,5 Milliarden Dollar bereitstellen“.

Eine nicht nur von afghanischen Politikern ersehnte Geste. Denn schon im Dezember des Vorjahres hatten, während einer von EU und UNO einberufenen Konferenz über die Rolle der afghanischen Frauen beim Wiederaufbau des Landes, Ministerinnen und Expertinnen ihre Lippen zu jenem einsilbigen Wörtchen spitz gerundet, das Feministinnen so oft gern vor den Begriff „Frauen“ als wichtiges Accessoire plazieren, um damit in diesem Fall auszusprechen, „daß der Aufbau nur mit den Frauen funktionieren wird“; das „müssen jetzt“ die afghanischen Männer „begreifen“. Denn, meinte eine dieser Damen: „Die Männer in Afghanistan haben bisher nur erfahren, daß Krieg sich lohnt„!2

Wäre doch interessant zu wissen, mit welchen Erfahrungen sie, die Männer Afghanistans, zu der Überzeugung gelangt sein sollten, die ihnen unsere Expertin (Almut Wieland-Karimi, Südasien-Expertin der Friedrich-Ebert-Stiftung) gern hier unterschieben möchte. Vermutlich sind damit die fröhlichen Zwangsrekrutierungen von einigen Tausenden Männern durch die Taliban gemeint. Vermutlich…

Frauen aber, die an diesen Wonnen nicht teilhaben durften, seien nun „die wichtigsten Entwicklungs-Motoren“ verkündete schon Ende November Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul einfach so im ZDF.3 Weil aber heute „schätzungsweise nur noch etwa fünf Prozent der afghanischen Frauen lesen und schreiben können“, wie westliche ‚Frauenfreunde‘ besorgt konstatieren, ohne auch die entsprechende Zahl alphabetisierter Männer anzugeben, wird gefolgert: „Die Beteiligung von Frauen muß… politisch durchgesetzt werden. Man braucht ein breites gesellschaftliches Mandat, um Frauenrechte zu verankern.“ So Andrew Mason, Volkswirt bei der Weltbank.

Diese Forderungen nach geschlechtlicher Orientierung bei der Vergabe von verantwortungsbeladenen Positionen betrifft ein Land, das eben der Asche entsteigt und in welchem, nach Meinung der gleichen Personen, die bisher zitiert wurden, gerade diese Aufgabe „schwierig werden“ dürfte. Die Gründe, nach dem Experten der Weltbank: „Das liegt zum Teil an den Frauen selbst… Vielen Frauen fehlen… nach zwei Jahrzehnten Unterdrückung das Bewußtsein und der politische Wille, um sich für ihre Rechte stark zu machen. Deutlich wird die Verunsicherung zum Beispiel dadurch, daß die Burkas nicht gefallen sind.“ (ebd.)

Diese Feststellung hindert allerdings das EU-Parlament kein bißchen daran, zu fordern, ‚die internationale Gemeinschaft solle die Hilfen für den Wiederaufbau Afghanistans auch davon abhängig machen, daß die Frauen des Landes an der Entscheidungsfindung und der Verwendung dieser Gelder beteiligt werden‘, sprich, politische Positionen einnehmen.

Die zentralen Aussagen der eben angeführten Zitate legen den Hauptgedanken unserer Betrachtung des Feminismus sehr deutlich dar. Halten wir die Grundzüge dieser Äußerungen fest. Sie enthalten: a) Die Abqualifizierung des (hier afghanischen) Mannes, denn er hat „bisher nur erfahren, daß Krieg sich lohnt„, was heißt, daß er mit dem Eintritt des Friedens ausgedient hat und daß er für die weiteren, im Frieden stattfindenden Prozesse nicht relevant bzw. weniger relevant wäre. Folglich ist jetzt b) die ungleich intensive Förderung der (hier afghanischen) Frau angesagt.

Aber bevor wir fortfahren, führen wir hier zum Vergleich die Worte eines Mannes an, eines afghanischen Exil-Politikers (es handelt sich um Afghanistans ehemaligem stellvertretenen Außenminister Mohammad Jalil Shams), wie diese fast zur gleichen Zeit (2. Dez. 2001) der SPIEGEL ONLINE im Rahmen eines Interviews an uns weitergab.

Auf die Frage: „Wird es nicht ohnehin zum Dauerproblem, daß eine ganze Generation nur als Kämpfer groß geworden ist, die nichts anderes kennt, als mit ihrer Bewaffnung Krieg zu führen?“, antwortete er:

„Eine Waffe zu haben ist nicht entscheidend. Auch in meiner Familie gab es 21 Waffen. Bis hin zu einer Maschinenpistole. Wir haben sie aber nie gegen andere Menschen verwendet. Diese jungen Leute wurden zum größten Teil auch gezwungen, für die Taliban oder wen auch immer zu kämpfen. Es ist nicht so, daß sie eine Sucht zum Töten und Kämpfen haben. Man muß ihnen eine Perspektive geben, das ist die anstehende Herausforderung. Dazu gehört auch eine einfallsreiche Bildungsoffensive. Die Afghanen sind zu über 90 Prozent Analphabeten, Frauen zu 95 Prozent [endlich erfahren wir von ihm auch die anderen Zahlen, die der Männer – Anm. d. V.]. Ein funktionierendes Schulsystem ist nicht mehr existent [auch nicht für Jungen also – Anm. d. V.]“

Sodann beantwortete er auch die Frage: „Alle Verhandlungsdelegationen haben versprochen, die Gleichberechtigung der Frauen wiederherzustellen. Wird das auch in der Übergangsregierung der Fall sein?“ Seine Antwort:

„Man kann das übertreiben. Sicher, hier sind nur sechs Frauen aus Afghanistan anwesend, aber in einem technischen Gremium von etwa 30 Personen, das sehr funktional mit anerkannt klugen Köpfen besetzt worden ist, ohne daß Mitglieder nach ihrem Geschlecht ausgewählt wurden. Es ist richtig, daß Frauen über 50 Prozent der afghanischen Bevölkerung stellen, ähnlich wie in Deutschland. Sind denn aber im deutschen Parlament 50 Prozent Frauen? …Wir müssen den Zustand erreichen, daß eine Frau mit allen Rechten kandidieren kann und daß die Männer bereit sind, dieser Frau ihr Votum zu geben, wenn sie es für richtig halten. Nicht weil Frau Frau ist oder Mann Mann, sondern weil sie als eine Kapazität betrachtet werden. Und umgekehrt werden Frauen als Wählerinnen so auch über Männer urteilen, ob sie fähig sind. Das ist doch das Prinzip einer freien Wahl.“

Wie erholsam es doch ist, den gleichen Aspekten hier in einem vernünftigen Zusammenhang zu begegnen, die uns kurz davor im seichten Gelabere westlicher Expertisen verzerrt entgegentraten!

Aber nichtsdestotrotz: In der Broschüre des Entwicklungsministeriums über den „Beitrag Deutschlands zum Wiederaufbau und Entwicklung von Afghanistan“, die nach den Ergebnissen der Geberkonferenz vom 21.-22. Januar in Tokyo herausgegeben wurde, steht im Abschnitt „Frauen“ zu lesen, daß Frauen „in der Situation des Bürgerkrieges… beträchtliche Lasten übernehmen“ mußten. Ein Satz, der entweder dann Bedeutung hätte, wenn Männer „in der Situation des Bürgerkrieges“ keine „beträchtliche Lasten“ hätten „übernehmen“ müssen, oder aber einer, der völlig unsinnig ist.

Doch dieser Satz dient nur als Einleitung, wie auch der folgende: „Frauen, die in Afghanistan nie an Kriegshandlungen teilgenommen haben, sind in einer besonders günstigen Position, um als Motor des Friedensprozesses zu wirken.“ „Motor“? Das kennen wir doch! Wie hieß gleich der andere ‚motorisierte‘ Satz der Entwicklungsministerin: „Frauen sind die wichtigsten Entwicklungs-Motoren…“ Und diese müssen nun ordentlich aus den Beiträgen der Geberländer gespeist werden.

Schlüsselwort aber in diesem Satz ist: „Kriegshandlungen“. Dieser Begriff beabsichtigt die Nivellierung der ethisch zu unterscheidenden Kriegshandlungen der überzeugten (nicht zwangsrekrutierten) Taliban von denen der Anti-Terror-Kämpfer. Ohne diese Nivellierung, in welcher „Kriegshandlungen“ als Sammelbegriff sowohl die Taliban wie auch die Anti-Terror-Soldaten in einem negativen Pool wirft, würde dieser Satz seinen wahren Gehalt preisgeben, nämlich daß Frauen in Afghanistan nicht an ihrem Befreiungsprozeß teilgenommen haben, sondern allein den Nutzen davon tragen (wogegen übrigens kein Mensch auf der Welt etwas hat). Zudem fehlt ihnen, wie auch der Weltbank-Spezialist erkannte, „das Bewußtsein und der politische Wille“.

Warum jetzt diejenigen, die an ihrem Befreiungsprozeß teilnehmen konnten und einen politischen Willen tragen, unwichtigere „Motoren“ in den darauffolgenden Prozessen sein sollen als die, die an ihrem Befreiungsprozeß nicht teilnehmen konnten und denen der politische Wille fehlt, will uns vielleicht die Ministerin ein andermal erklären. (Langsam beginnt man doch zu glauben, daß Ministerinnen recht seltsame Wesen sind!)

In der Broschüre lesen wir dann weiter: „Im Rahmen des deutschen Unterstützungsprogramms wird der Förderung von Frauen als Querschnittsaufgabe besondere Bedeutung zukommen.“ Alles klar!

Man könnte nun meinen, „besondere Bedeutung“ der Frauenförderung innerhalb des deutschen Unterstützungsprogramms sei – nach allem, was wir wissen – normal und nicht anders zu erwarten. Und man könnte weiter meinen, damit hätten wir es dann aber auch schon.

Mitnichten: „Darüber hinaus ist beabsichtigt, Frauen durch gezielte Maßnahmen zu fördern.“ Außer also, daß Frauen durch die allgemeinen Unterstützungsprogramme eine „besondere Bedeutung“, ein Vorrang zukommen soll, werden noch „darüber hinaus… gezielte Maßnahmen“, die nur Frauen zugute kommen sollen, getroffen.

Zu diesen „gezielten Maßnahmen“ gehören Programme „in Bereichen wie berufliche Re-Qualifizierung, Aufbau eines Rechtsberatungszentrums sowie direkte Unterstützung wirtschaftlicher Aktivitäten im Rahmen eines Kleinprojektefonds.“ Letzteres erläuterte die Ministerin gegenüber dem Rundfunk als finanzielle Unterstützung in bezug auf Existenzgründung, den Aufbau also privater und in unserem Fall nur von Frauen gegründeter oder zu gründender Unternehmen.

Was die „besondere Bedeutung“, die der Frauenförderung innerhalb des allgemeinen Unterstützungsprogramms zukommen soll, betrifft, dürften folgende Stellen aus dem Dokument des Entwicklungsministeriums erhellend sein:

„Deutschland… wird der Betreuung und Reintegration traumatisierter Frauen und Kinder, insbesondere auch von Kindersoldaten auch durch nichtstaatliche Maßnahmen besondere Beachtung schenken.“ Es ist nichts von erwachsenen traumatisierten Soldaten oder Männern überhaupt zu lesen; man bedenke: Es geht hier um Afghanistan, um einen jahrzehntelangen Krieg mit umfangreichen Zwangsrekrutierungen Ausgerechnet diejenigen aber, denen jetzt nach den Worten des Herrn Shams eine Perspektive zu geben, „die anstehende Herausforderung“ wäre, die mißbrauchten, zu höchster seelischer und physischer Not vergewaltigten jungen Männer, kommen hier gar nicht als eventuell traumatisiert zur Sprache!

Weiter: Es „sollen Beiträge zur Sicherung der Trinkwasserversorgung… und die Wiederaufnahme von sozialen Diensten geleistet werden, unter besonderer Berücksichtigung von Frauen und Kindern“. (Hoffentlich bekommen die afghanischen Männer überhaupt etwas Wasser – Anm. d. V.)

Im Abschnitt „Prioritäten und Instrumente“ erfahren wir dann, daß zur Überwachung der korrekten Ausführung der Gesamtmaßnahmen eine „Entsendung von Referentinnen (Sie haben richtig gelesen, es gibt offenbar nur weibliche Aufpasser – Anm. d. V.) zur Koordinierung der humanitären und der Wiederaufbauhilfe an die deutsche Botschaft Kabul“ erfolgen soll!

Das kleine Geschlecht

Was geschieht hier eigentlich? Die „Drecksarbeit“ ist gemacht, die Überreste der toten Männer wurden überführt; die lackierten Fingernägel dürfen sich nun an die Sache krallen! Nein, noch nicht die der afghanischen Frauen. Nach Afghanistan müßte erst „Frauenpower“ exportiert werden. Zunächst muß frau mit „Referentinnen“ vorliebnehmen. In dieser Hinsicht ist Afghanistan ein junges Land. Auch sollten vorerst Männer noch nicht gehindert werden, denn wer hätte dann die bösen Männer, die Taliban, verdrängt und den Boden für das eigentlich starke Geschlecht bereitet?

Die Spezialtruppen der Superweiber sind leider noch nicht soweit, wenn es auch gerade in den USA im Proportionalverhältnis mehr Offizierinnen in der Armee als Offiziere gibt! Und obwohl Soldatinnen auch hierzulande nach den Aussagen politisch korrekter Armeevorgesetzter „immer zu den Besten“ gehören.

Heute: Wenn’s nicht so schlimm für die Menschen wäre, die jetzt unter die Taliban fallen, könnte man jetzt befriedigt grinsen beim Gedanken an die Feministin in Afghanistan, die sich von ihren westlichen Schwestern das feministische Gift hat spritzen lassen, und jetzt erleben muss, dass alles, was sie bewegt, was sie erreichen wollte, nichts aber auch gar nichts ist ohne Mann, der ihr unter großem Opfer einen Raum hierfür erst freihält.

Aber es ist ein übles Grinsen, ohne Freude, es ist nämlich alles zum Heulen. Vor dem Krieg kam eine Delegation afghanischer Frauen zu einer UN-Tagung. Sie waren entsetzt darüber, welches Bild der Westen von den afghanischen Männern pflegte, und stellten klar: „Das sind nicht unsere Väter, Männer, Brüder, Söhne, das sind die Taliban!“ Wohl dem, der sich unter dem Joch einer totalitären religiösen Diktatur wenigsten noch auf seine Frau verlassen kann und umgekehrt.

Hair: Szenen einer Musterung

Hair stand schon lange auf der Liste der Filme, die ich mir unbedingt mal ansehen wollte, diesen Kultfilm der linksalternativen Szene. „Hair“ deshalb, weil die Hippies ihre Haare lang tragen. Ich war gespannt auf diesen Streifen, dessen Musik auch über die Szene hinaus erfolgreich war, und der allerlei politische Botschaften transportierte.

Als da wären zum Beispiel: Kapitalismus ist falsch, Rassismus ist falsch, Spießbürgertum ist falsch und natürlich: Krieg ist falsch, ganz besonders natürlich der Vietnamkrieg. Dabei bin ich aber ins stolpern geraten, denn im Film findet auch eine Musterung statt und hier geht dem Film nicht auf, was für ein menschenverachtendes Prozedere so eine Musterung eigentlich ist. Klar, Krieg ist schlimm, und es sterben geliebte Menschen in ihm, wie auch eine der Hauptfiguren des Films, aber über die jungen Männer, die untersucht werden darauf, ob sie geeignet sind, sich totschießen zu lassen, kann man sich ruhig mal lustig machen. So werden sie genötigt sich vollständig zu entblößen, stehen dann verletzlich vor der Musterungskommission, ihre Scham mit den Händen bedeckend, währen der Film ein lustiges Liedchen anstimmt. Der junge Mann hat keine Rechte, erst recht nicht das Recht auf Würde. Wirklich kritisch sieht man hier diesen monströsen Verschleiß von Männern nicht, auf die der Staat – ach was: die Gesellschaft, also die Frauen – den totalen Zugriff ausübt. Ob es die Macher unterhaltsam gefunden hätten, wenn man junge Frauen auf diese Weise gemustert hätte, ob sie auch gebärtauglich wären, um sie anschließend mit Zwang zu befruchten? Denn ich vergaß: Patriarchat ist ebenfalls falsch – ein Patriarchat, in dem sich junge Männer gar nicht oder nur sehr schwer dagegen wehren konnten, das wertvollste zu gefährden, das jeder Mensch besitzt: Seine Gesundheit, sein Leben.

Der Film zeigt eine Subkultur, die gute Ansätze hat, für Aufklärung steht, dann aber blind ist für menschenverachtende Praktiken, und warum? Weil’s nur Männer betrifft. Ja, Krieg ist falsch, aber nicht, weil er zwangsgemusterte Männer tötet, sondern nur, weil er andere Menschen tötet, zuvorderst Kinder und Frauen. Dem jungen Mann wird nicht gesagt, dass es falsch ist, dass er gezwungen wird, sein Leben zu riskieren, es ist nur deswegen falsch, weil das Leben anderer riskiert wird. Damit war die ganze Bewegung im Kern falsch, vergiftet, was man heute ja schön beobachten kann anhand einer dominierenden toxischen Linken, die die ersten Opfer im Krieg als Herrscherklasse – alt(?) weiß männlich – anklagt. Die, die man verteidigen müsste, werden angegriffen. Im Ergebnis darf man nicht mehr von Negerküssen sprechen, aber Männer werden nach wie vor verheizt.

Man in the Middle: Männerfeindin als Wehrbeauftragte

Man in the Middle:

Der geschlechterpolitische Skandal der Woche ich die Wiederbesetzung der Position des Wehrbeauftragten der Bundeswehr, und zwar durch Eva Högl. Högl ist hauptberuflich Feministin (u.a. als Landesvorsitz der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Berlin) und ausgewiesene Männerhasserin, die sich für Frauenquoten und beliebige Verfassungsbrüche kämpft, solange sie Männern schaden. Eigendarstellung s. z.B. hier.

Skandalös ist ihre Ernennung zur Wehrbeauftragten u.a. deshalb, weil sie keine Ahnung von der Bundeswehr hat und sich dort wohl kaum für die Interessen der Soldaten einsetzen kann und vermutlich auch gar nicht will bzw. soll. Die SPD (die hier offenbar das Vorschlagsrecht hatte) möchte diesen Effekt offenbar auch haben. Einer von etlichen Presseartikeln von gestern darüber: Fokus.

Zur Erinnerung: nach dem Gesetz über den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, dort § 1 Verfassungsrechtliche Stellung, Aufgaben Absatz (3) hat der Wehrbeauftragte Die Aufgabe

… durch Eingaben nach § 7 [Eingaberecht des Soldaten] oder auf andere Weise Umstände bekannt werden, die auf eine Verletzung der Grundrechte der Soldaten oder der Grundsätze der Inneren Führung schließen lassen.

Wer glaubt ernsthaft, eine Person würde auch nur entfernt dieser Aufgabe nachkommen, die sich seit Jahrzehnten aktiv für die Verletzung der Grundrechte von Männern, also den meisten Soldaten, durch Frauenquoten u.ä. Maßnahmen einsetzt.

Die Berichterstattung über den Skandal informiert ansonsten mehr über die Ideologie der Berichterstatter als über den Fall selber.

Beispiel: der Spiegel bejubelt Högl als „hartnäckigen Aufklärerin“ und orakelt „manche Problemzonen der Truppe kennt sie schon“. Was genau sie kennt und was für die SPD eine Problemzone ist, wird nicht klar gesagt. Der Artikel lobt jedenfalls Högls Einsatz bei der Aufklärung der NSU-Morde – vermutlich sieht die SPD die Bundeswehr als Heimat von Rechtsradikalen an, und unter der Prämisse wäre Högl in der Tat sehr gut qualifiziert, die diesen Verein von Nicht-SPD-Wählern in Schach zu halten.

Für ZEIT Online ist eigentlich nur wichtig, daß Högl eine Frau (oder vielleicht sogar ein Frau*, wer weiß) ist und die zweite Frau auf diesem Posten, und daß sie als Anwältin der Soldaten und Soldatinnen gilt. Von ihrer Qualifikation her erscheint Högl allenfalls geeignet als Anwältin der Soldatinnen, als kleiner unterdrückter Minderheit.

Einen relativ guten Überblick über die Reaktionen gibt die Welt.

Martin van Creveld: Eine Frauenkrankheit und deren Heilung

Auszug aus Das bevorzugte Geschlecht von Martin van Creveld, hier aus den Kapiteln zu psychischen Erkrankungen, speziell einer der urtümlich-weiblichsten Frauenkrankheiten, der „Hysterie“:

[Der Psychiater] Weir Mitchell, die herausragendste Kapazität jener Zeit, war folgender Ansicht: »Um einen Haushalt völlig unglücklich zu machen, gibt es kein besseres Mittel als eine dumme, in hohem Maße nervöse und schwache Frau, die um Mitleid fleht und nach Macht strebt.« Ende des 20. Jahrhunderts schrieb ein Psychiater, der eine groß angelegte Untersuchung zur Hysterie durchführte, letztere der Tatsache zu, daß Frauen »mehr Wert auf emotionale Reaktionsfähigkeit legen«. Andere glaubten, daß »Männer vielleicht weniger dazu neigen, ihre Symptome auf theatralische Weise zur Schau zu stellen« wieder andere, daß die »Kranken«-Rolle für Frauen akzeptabler sei als für Männer.

[…]

Einige dieser Erklärungen stammen von auf diesem Gebiet tätigen Männern. Andere von Frauen, die ihren Kollegen im großen und ganzen zustimmten. So schrieb Ende des 20. Jahrhunderts eine Historikerin, die sich mit dem Thema Frauen und Wahnsinn auseinandersetzte: »Wenn die hysterische Frau krank wurde … forderte sie die Hilfe und Aufmerksamkeit anderer. In den Familien von Hysterikerinnen drehte sich nun alles um die Patientin, die ständig gepflegt, mit Delikatessen zufriedengestellt und von den Alltagspflichten ausgenommen werden mußte … Die Ärzte beunruhigte es, daß die hysterische Frau es tatsächlich genoß, von häuslichen und ehelichen Pflichten befreit zu sein und Macht über ihre Familie und sogar den Arzt zu haben.«

[…]

Abgesehen von natürlichen Ursachen hat vielleicht der Erste Weltkrieg als weiterer Faktor zur Abnahme der Neurasthenie und der Hysterie beigetragen. Solange man sie als weibliche Krankheiten par excellence betrachtete, wurden die Neurasthenie und die Hysterie, wie es sich bei Frauen ziemte, mit vergleichsweise milden Mitteln behandelt. Selbst wenn es zu einer Operation kam, wurde sie auf jeden Fall unter Narkose durchgeführt. Der Krieg änderte die Situation jedoch völlig. In allen Armeen litten Hundertausende junger Männer nun an dem, was der Volksmund als Kriegsneurose bezeichnete. Zu den Symptomen gehörten extreme Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Weinen, Zittern, Bettnäßen, Impotenz und ihr Gegenteil, die Dauererektion, Blindheit, Stottern, Mutismus und Lähmung der Gliedmaßen. Allein die deutsche Armee registrierte 613.047 Fälle, was heißt, daß fast jeder zwanzigste Kriegsteilnehmer davon betroffen war.

[…]

Die meisten gönnten ihnen ein paar Tage Ruhe, unterwarfen sie dann jedoch einem ziemlich strengen Tagesablauf, einschließlich Drills und Arbeitsdiensten. Denjenigen, die sich nicht erholten, wurden an verschiedenen Körperteilen Elektroschocks verabreicht. In England und Deutschland war die Behandlung manchmal so schmerzhaft, daß man von Folter sprechen konnte. Dabei ging es nicht so sehr darum, eine Heilung herbeizuführen, sondern den Patienten klarzumachen, daß der Arzt alles unternehmen würde, um sie wieder frontfähig zu machen. Deswegen kam es gar nicht in Frage, Narkosemittel zu verwenden. Im Gegenteil, es ging darum, dem Soldaten so viel Schmerzen zuzufügen, wie er aushalten konnte, vielleicht auch ein wenig mehr. Nach und nach kristallisierte sich als beste Behandlungsmethode heraus — beste in der Hinsicht, daß man die Soldaten wieder als Kanonenfütter verheizen konnte, unabhängig davon, wie schlecht sie sich fühlen mochten —, ihnen nicht zu erlauben, sich weit entfernt vom Schlachtfeld auszuruhen. Im Fall der US Expeditionary Force kehrten zwei Drittel zu ihren Einheiten zurück.

[…]

Für Neurasthenikerinnen und Hysterikerinnen kam es fast einer Katastrophe gleich, daß es Männer gab, die ähnliche Symptome zeigten wie sie selbst. Zweifellos mußten die Ursachen, die zu den Problemen der Frauen führten, ob Unterdrückung, Diskriminierung, Mißbrauch oder ähnliches, ernst genommen werden. Dennoch verblassten sie neben dem schrecklichen Martyrium der Männer, wie zum Beispiel dem Grauen, daß das einem Kameraden herausgeblasene Gehirn über den eigenen Körper ausströmte, oder die sehr reale Möglichkeit, in einem einstürzenden Schützengraben lebendig begraben zu werden. Einige neurasthenische und hysterische Soldaten hatten sich eine Gehirnerschütterung zugezogen, als in unmittelbarer Nähe eine Granate einschlug, waren vielleicht gegen eine Wand geworfen worden, von der Schutt auf sie nie- derprasselte und ihnen den Atem nahm, bevor sie sich erholen konnten. Andere waren vielleicht durch Gas vorübergehend erblindet — Hysterie war bei Menschen, die dieser Waffe ausgesetzt waren, eine verbreitete Nachwirkung —, oder ihre Atmungsorgane waren auf Dauer geschädigt. Im Vergleich dazu ist die Verwendung des Wortes »überleben« in bezug auf sexuelle Belästigung einfach unangebracht. Romanschriftstellerinnen wie Rebecca West und Virginia Woolf beschrieben die Symptome bis in alle Einzelheiten. Die Öffentlichkeit war entsprechend schockiert. Da nun auch junge, gesunde Männer von der Neurasthenie betroffen waren, war sie, wie Dorothy Sayers, eine weitere Schriftstellerin, erklärte, nicht länger akzeptabel, sondern wurde »anstößig«.

[…]

Von Ärzten darüber informiert, daß ihre Probleme ähnlich gelagert seien wie »Fälle von Funktionsstörung, die während des Krieges beobachtet wurden«,- war den Frauen sozusagen der Wind aus den Segeln genommen worden. Noch schlimmer, es hatte sich gezeigt, daß man mit Hilfe einiger ziemlich brutaler Methoden eine Art Heilung herbeiführen konnte. Solche Methoden bei Frauen anzuwenden — ganz zu schweigen von den gestörten, schwachen Mittelschichtsfrauen —, war undenkbar. Statt daß man mit ihnen redete und sie beruhigte, war es durchaus im Rahmen des Denkbaren, daß sie sich vor Schmerz wanden und schrien, wenn ein elektrischer Strom durch ihren Körper geleitet wurde und ein erbarmungsloser Arzt ihnen sagte, dies beweise, daß sie schließlich doch gehen oder sprechen könnten. Zur großen Überraschung der Ärzte nahmen die Zahl der Hysterikerinnen und die Stärke der Symptome rapide ab. Und man brauchte dringend ein anderes, wenn möglich noch bizarreres und unberechenbareres Ventil für weibliche Beschwerden.

Kostenloses Ebook: Martin van Creveld – „Das bevorzugte Geschlecht“

Billy Coen: Frauen und Krieg

Ein Kommentar, zu wertvoll um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen.

Die ganze Chose mit der „toxischen Männlichkeit“ ist auch, selbst wenn man sie auf ihre angeblichen allgemein akzeptablen Komponenten runterbricht, einfach nur hochgradig zynisch.

Nehmen wir mal die Sache mit dem Krieg als Beispiel: in archaischen Gesellschaften war Krieg oft tatsächlich der unmittelbare Schutz der eigenen Gruppe, vor allem der Frauen und Kinder. Diesen Schutz übernahmen schon immer selbstverständlich die Männer. Obwohl in Massengesellschaften der Sinn von Kriegen dann eher schon auf größere Zusammenhänge runtergebrochen wurde („Für Führer und Vaterland“), war es doch oft nach wie vor die wesentliche Motivation jedes einzelnen Soldaten im gesellschaftlichen Zwangsdienst, mit dem Einsatz seines eigenen Lebens zumindest das seiner ihm nächsten Stehenden zu schützen. Nicht umsonst wurden Feinde zu jeder Zeit rituell als monströse Barbaren skizziert, die Frauen vergewaltigen und Kinder fressen.

Dieses Herunterbrechen des Krieges auch in Massengesellschaften auf diese archaischen Ursprünge wurde (und wird) auch von Frauen so betrieben. Männer, die sich in Kriegszeiten dem Dienst an der Waffe verweigern, werden nicht wahrgenommen als Menschen, die einfach an ihrem eigenen Leben hängen, sondern als Feiglinge, die den Frauen einfach nicht den ihnen zustehenden Schutz bieten wollen. Diese Männer mussten schon immer – auch und vor allem – von Frauen ausgehenden Erniedrigungen klarkommen. Grundtenor: „Wenn alle Männer solche Schlappschwänze wären, könnten hier problemlos die wildesten Barbaren reinmarschieren und ungestört uns Frauen vergewaltigen und unsere Kinder fressen“.

Dieses Denken steckte schon immer so tief drin, dass bekanntlich selbst die angeblich ach so sehr an Gleichberechtigung interessierten Suffragetten keinen Widerspruch zu ihren Phrasen sahen, wenn sie sich gleichzeitig an der inszenierten, öffentlichen Beschämung von Männern beteiligten, die doch tatsächlich keine Lust hatten, sich an der Front des ersten Weltkrieges mit sehr großer Wahrscheinlichkeit abschlachten oder zumindest verstümmeln zu lassen.

Männer, die ihrer gesellschaftlichen Pflicht der völligen Selbstaufgabe nachkamen, wurden hingegen öffentlich – auch und vor allem – von Frauen dafür bejubelt.

Nun aber in Zeiten, in denen es Gott sei Dank schon viele Jahrzehnte her ist, dass sich Menschen in unseren westlichen Gesellschaften mit der realen Bedrohung eines Krieges direkt vor der eigenen Haustür auseinanderzusetzen hatten, wird auf einmal so getan, als sei Krieg etwas absolut ureigen Männliches, mit dem Frauen, das friedfertige Geschlecht eben, nie auch nur das Geringste zu tun gehabt hätten. Da wird es unter „toxisch männlichem“ Verhalten subsummiert, so als hätten Männer einfach nur irgendeine Art perverse Affinität dafür, sich abschlachten zu lassen. Über Jahrtausende hinweg wurden Milliarden von Männern in kriegerische Himmelfahrtskommandos geschickt und Frauen standen immer voll und ganz dahinter, vor dem Hintergrund des seinerzeitigen durchaus realen Gefühls, von Feinden umringt zu sein, aber kaum ist eben dieses Bedrohungsszenario weg, führt feministischer Gruppennarzissmus dazu, dass sich Menschen, nur aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit, die Hände in Unschuld waschen und jede Verantwortung für geschichtliche Greul auf die Mitglieder des anderen Geschlechts schieben. Und wie schnell sich da auch wieder eine Kehrtwende vollziehen würde, würde auch für uns die Bedrohung durch einen Krieg wieder realer, das zeigten unter anderem die Reaktionen auf die Vorkommnisse der Kölner Silvesternacht damals. Auch dort wurde ja den „guten Männern“ vorgeworfen, die „bösen Männer“ nicht aufgehalten und die Frauen nicht geschützt zu haben. Dahinter steckte nichts anderes, als die immer noch vollumfängliche Anspruchshaltung den Männern gegenüber, dass diese sich völlig selbstverständlich in Gefahr begeben müssten, sich notfalls gar opfern müssten, um nicht nur ihre eigene sondern gegebenenfalls irgendeine Frau zu beschützen.

Es wären fraglos exakt dieselben Damen, die sich jetzt über „toxische Männlichkeit“ das Maul zerreißen, die in veränderter politischer Gefahrenlage umgehend eben diese von allen Männern vehement einfordern würden, denn schließlich ginge es dann ja wieder darum, die schützenswertesten Wesen überhaupt, also sie selbst, vor Heerscharen barbarischer Feinde zu bewahren. Und hinterher hatte man das alles natürlich gar nicht gewollt und setzt die Dauerbeschämung der „toxischen, kriegerischen“ Männer ungebrochen fort.

So finde ich es im Übrigen nachvollziehbar, wenn experimentelle Studien zu Ergebnissen kommen, dass Frauen dazu neigen, eine als Feinde qualifizierte Gruppe weit unversöhnlicher und auch grausamer zu behandeln. Frauen waren schon immer in der Situation, Feinde immer nur als reine Bedrohung für ihr eigenes „Nest“ wahrnehmen zu müssen. Der Umgang mit dieser Bedrohung wurde wiederum schon immer an die Männer delegiert. Das heißt, Frauen haben Feinde immer eher abstrakt, nur in Form der von ihnen ausgehenden Gefahr gesehen, während für Männer der Feind etwas war, mit dem sie sich permanent, Auge in Auge, konfrontiert sahen. Sie waren diejenigen, die die Sache regeln mussten und das auch gegebenenfalls unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Es ist somit im Sinne des Selbsterhaltungsinteresses nachvollziehbar, dass Männer eher gewillt sind, auch mit Feinden Kompromisse zu finden, um es entweder gar nicht erst zu kriegerischen Handlungen kommen zu lassen oder zumindest durch fairen Umgang mit dem Feind nach Beendigung von Kriegshandlungen eine bessere Basis für eventuellen künftigen Frieden zu schaffen. Die weibliche Position ging hingegen eher davon aus: wird der Feind, der mich bedroht, komplett vernichtet, so ist auch die Bedrohung dahin. Wer aber mit der Erreichung dieses Zieles nichts zu tun haben muss, sich durch seine soziale Rolle nie dafür die Hände schmutzig zu machen braucht, dem fällt es auch leichter, sich über mögliche Konsequenzen dessen keinerlei Gedanken zu machen. Mögliche Rachehandlungen des gedemütigten Feindes? Egal! Denn auch darum werden sich ja dann die Männer kümmern… Ja, ich weiß, alles stark überspitzt und vereinfacht, aber ich denke, da zumindest eine Facette dran nicht völlig unzutreffend beschrieben zu haben.

Was ich mit diesem sehr ausführlich geschilderten Beispiel sagen will: für mich ist diese ganze Quakerei von „toxischer Männlichkeit“ nicht nur absurd unterkomplexer Kokolores, es ist verlogen, heuchlerisch und zynisch vor dem Hintergrund realer Bedingungen, damals wie heute. Kurzum: einfach nur widerlich!

Die maskulistische Revolution

Nach 100.000 Jahren Matriarchat ist nun die Zeit gekommen, diese Tyrannei zu stürzen und ein Patriarchat zu errichten, in welchem die Frauen ihre alten Schulden abzuarbeiten haben. Das heißt, Frauen gehen ihr Leben lang malochen und geben die Kinder und das Geld, welches sie verdienen, dem Vater.

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Nach der Revolution Frauensache

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In der neuen, besseren, gerechteren Gesellschaft werden die Frauen die harten, schmutzigen, schlauchenden Arbeiten übernehmen, etwa als Müllfrauen, Kanalarbeiterinnen oder Gerüstebauer. Auch viele Chefposten  – mit Plackerei verbunden – werden von Frauen besetzt sein, das macht aber nichts, denn diese Frauen werden einer Gehirnwäsche unterzogen, schon als Kinder durch den Vater, so dass sie ihre Macht als Männerdiener nutzen, sich als Verbündete der Männer begreifen, denen geholfen werden muss, da sie es ja so schwer haben in einer von fiesen, toxischen Frauen beherrschten Welt. So wird sie bspw. als Frau an der Macht Gesetze verabschieden, die Beschneidung von Jungen verbieten aber von Mädchen erlauben. Oder Gesetze, die unwillkommenes Verhalten von Frauen gegenüber Männern verfolgen und deren Karriereende bedeutet sowie Verlust jeglicher Reputation. Wenn eine Frau bei der Arbeit stirbt, wird das kein Thema sein. Fühlt sich aber ein Mann durch eine Frau belästigt wird das breit diskutiert und Anti-Belästigungs-Gesetze werden verabschiedet.

Die Kinder werden von den Vätern großgezogen. Den Mädchen bleut man ein, das sie ihr Leben der Gesellschaft, also den Männern und ihren Kindern zu opfern haben. Das heißt, sie arbeitet ihr Leben lang und stellt damit den Vater von der Arbeit frei. Sollte es zur Trennung kommen, muss die Mutter dennoch weiterzahlen und malochen, selbst wenn sie erleben muss, dass ihre Kinder zum Hass gegen sie erzogen werden.

Allgemein werden Männer als bessere Menschen gelten. Frauen hingegen werden als toxisch angegriffen. Da Frauen im Patriarchat – welches aber nur „Matriarchat“ genannt wird, in welchem alles zu Gunsten der Frau ausgerichtet sei – größeren Belastungen ausgesetzt sind und weniger Hilfe erhalten, weil sie grundsätzlich weniger Empathie genießen, stellen sie auch die Mehrheit und den Drogenkranken, Selbstmördern und Obdachlosen. Dies wird aber so ausgelegt werden, dass Frauen aufgrund ihrer Toxizität selbst schuld daran seien, sie müssten nur diese schädlichen Charaktereigenschaften ablegen.

Männer dürfen nahezu beliebig ihre Frauen misshandeln, die allgemeine Propaganda aber verbreitet das Bild von der brutalen Frau, unter der Männer und Kinder zu leiden haben und gegen die vorgegangen werden muss. Auch werden Frauen gezwungen, im Kriegsfall ihr Leben und Unversehrtheit zu opfern, was man aber in der Propaganda so auslegen wird, dass sie kriegsgeil wären, und deshalb Kriege führen würden, obwohl sie geführt werden.

Diese Patriarchat, Pardon: „Matriarchat“ wird das Paradies. Zwar nicht für Frauen, aber die haben ja auch eine jahrtausendealte Schuld abzutragen.

Amazonen sind keine Mörderinnen

Ich persönlich glaube nicht an den Amazonen-Mythos. Es handelt sich um eine Legende, um eine Mythologie, genauso wie um Herkules, der bekanntlich unter anderem gegen Amazonen kämpfte, was ihm zu Ehren gereichte, denn wie schon Homer klar machte: Die Amazonen waren den männlichen Kriegern absolut gleichwertig, somit war es auch keine Schande mehr, eine Frau zu erschlagen. Was weiterhin auffällig ist: Umso weiter sich der griechische Horizont in der Antike ausdehnte, umso weiter auch rückten die Amazonen in die Ferne, da man sie dort, wo man sie vermutete, nicht antraf. Allerdings gibt es auch andere Kulturen als die Griechen, die sich Geschichten über die kämpferischen Frauen erzählten, einen ausführlichen Artikel dazu gibt es bei Der k_eine Unterschied, welcher auch Anlass für diesen Blogpost ist.

Denn ob nun Waffen, die in Frauengräbern gefunden wurden, die „Beweise“ dafür sind, dass die Amazonen tatsächlich existierten, ist mir im Grunde egal. Was mir hieran aufstößt, ist die Doppelmoral in diesem Punkt. Amazonen sind keine Mörderinnen, sondern Heldinnen für Feministinnen. Auf einmal ist „Krieg führen“ kein Anlass für Kritik mehr sondern gereicht den Kämpferinnen zu Ehren und sind feministisches Vorbild. Es werden enorme Anstrengungen unternommen und zu jedem Strohhalm gegriffen, um zu belegen, dass die Amazonen tatsächlich existierten – und auch in der Steinzeit jagten Frauen bereits an der Seite von Männern und beschränkten sich nicht bloß auf’s Sammeln.

Dies betrifft nicht nur die Historie, sondern auch Frauen der Moderne. Das allerbeste Beispiel hierfür ist mal wieder Alice Schwarzer: Einerseits ist Krieg für sie ein Wahn – wo ich ihr noch zustimme als Pazifist – aber genauer ein: Männerwahn, gegen welchen Frauen mutig Widerstand leisten würden – Mitscherlichs friedfertige Frau lässt grüßen. Auf der anderen Seite ist Frau Schwarzgeld ganz scharf auf Soldatinnen und engagierte sich dafür, dass Frauen auch Dienst an der Waffe leisten dürfen, denn: können Frauen etwa nicht kämpfen?! Der Grund für dieses Engagement: Schwarzer erhofft sich von Frauen in der Armee, dass dies identitätsstiftende Wirkung hätte. Mal abgesehen davon, dass diese Identität darauf hinausläuft, sich im direkten Vergleich zu Männern als ungenügend zu begreifen, stellt sich die Frage, was für eine Identität das sein soll. Doch nur eine Kriegswahn-Identität… nein Halt, es handelte sich ja um einen Männerwahn! Vermutlich geht Frau Schwarzer davon aus, dass Frauen sozial kompetenter kämpfen und töten, und keine Kriegsverbrechen begehen. Kurz und prägnant: Männliche Soldaten = Mörder, weibliche = Amazonen = Heldinnen.

Hierzu ein weiteres Beispiel: Doris Lessing berichtet über ein Erlebnis an einer Schule: Die Lehrerin erklärte ihren Schülern, dass an allen schlimmen Verbrechen wie Kriege stets Männer die Schuld tragen würden. Lessing kommentiert:

„Da saßen die kleinen Mädchen fett, selbstgefällig und eingebildet, während die kleinen Jungs zusammengesunken waren, sich für ihre Existenz entschuldigten und dachten, dass das so ihr ganzes Leben lang weitergehen würde. Das passiert überall in den Schulen und niemand sagt ein Wort.“

Ich finde dieses Beispiel deswegen bemerkenswert, weil sich die Doppelmoral und Verlogenheit des Feminismus kaum besser demonstrieren lässt: Denn was diese saubere Lehrerin dort macht, ist genau das, was sie dem männlichen Geschlecht vorwirft. Sie betreibt Feindbildpropaganda – im Geschlechterkrieg. Denn zur Feindbild- und Kriegspropaganda gehörte es schon immer, dem Anderen vorzuwerfen und anzudichten, er wäre auf Krieg aus. Und sie merken es nicht…

Feministischer Mainstream: Die "Tagesschau" über einen Andrizid

Vor einiger Zeit stellte ich die Frage, was eine Feministin und die „Tagesschau“ gemeinsam haben. Die Antwort ist: Beide verfolgen dieselbe Informationspolitik, was bedeutet, dass männliche Opfer und weibliche Täter unsichtbar gemacht werden und männliche Täterschaft und weibliches Opfertum betont wird.

Heute berichtet die „Tagesschau“ über die Festnahme von Kriegsverbrechern, denen eine Beteiligung am Andrizid (geschlechtsspezifischer Massenmord an Jungen und Männern) in Srebrenica vorgeworfen wird. Dem Nachrichtenkanal „Tagessschau24“ ist dieses Thema, welches den größten Massenmord in Europa seit Ende des zweiten Weltkriegs betrifft, nur ein paar Sekunden wert – eine kleine Meldung mittendrin. Weiterhin wird das Geschlecht der Opfer unsichtbar gemacht, es wird geschlechtsneutral von ermordeten „Muslimen“ gesprochen. Während 8.000 ermordete Jungen und Männer nur ein paar Sekunden wert sind, folgt gleich im Anschluss ein ausführlicher Beitrag über feministische Kunst, welche die arme Hausfrau beklagte, Frauen also, die sich ihr Leben durch die Arbeit eines Mannes unterhalten lassen; sowie ein ebenfalls minutenlanger Beitrag über die frauenfeindliche Kultur in der Türkei.

Sendezeit ist kostbar, wie die „Tagesschau“ einmal dem Verein MANNdat mitteilte, der anfragte, warum in einer Meldung über das schlechte Abschneiden Deutschlands in der PISA-Studie nicht erwähnt wurde, dass besonders Jungen zurückbleiben.

Immerhin: Neugierig surfte ich die Internet-Präsenz der „Tagesschau“ an – nebenbei: Das Lesezeichen für diese Seite liegt in meinen Lesezeichenordner „Feminismus“ – und schaute nach, wie dort das Thema behandelt wird. Und: In einem einzigen Satz wird gesagt, dass es sich bei den Opfern um Jungen und Männer handelte.

Und jetzt stelle man sich vor, was wäre, wenn dort Mädchen und Frauen ermordet worden wären. Die Beschäftigung mit diesem Femizid (geschlechtsspezifischer Massenmord an Mädchen und Frauen) wären nicht nur der „Tagesschau“ Minuten wert, es gäbe längst ausführliche Dokumentation über diesen Massenmord, welche auf verschiedenen Filmfestivals geehrt werden würden, und der Bundestag würde eine Schweigeminute abhalten, so wie zu den 3.000 Ermordeten von 9/11. Zudem dürften wir uns anhören, dass dieser Massenmord in direkter Verbindung zu einer „patriarchalen“ Kultur stände, eine Verschwörungstheorie, die sämtliche Männer in Sippenhaft nimmt.

Aber hier sind die Ermordeten eben nur die Menschen zweiter Klasse, also…