Archiv der Kategorie: Krieg

Illegaler Krieg in Syrien mit deutscher Beteiligung

In Syrien herrscht Chaos und kaum einer blickt durch. Dieser Vortrag (rund 2 Stunden – die sich lohnen) bringt Klarheit in einen Konflikt, an dem auch Deutschland beteiligt ist:

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Amazonen sind keine Mörderinnen

Ich persönlich glaube nicht an den Amazonen-Mythos. Es handelt sich um eine Legende, um eine Mythologie, genauso wie um Herkules, der bekanntlich unter anderem gegen Amazonen kämpfte, was ihm zu Ehren gereichte, denn wie schon Homer klar machte: Die Amazonen waren den männlichen Kriegern absolut gleichwertig, somit war es auch keine Schande mehr, eine Frau zu erschlagen. Was weiterhin auffällig ist: Umso weiter sich der griechische Horizont in der Antike ausdehnte, umso weiter auch rückten die Amazonen in die Ferne, da man sie dort, wo man sie vermutete, nicht antraf. Allerdings gibt es auch andere Kulturen als die Griechen, die sich Geschichten über die kämpferischen Frauen erzählten, einen ausführlichen Artikel dazu gibt es bei Der k_eine Unterschied, welcher auch Anlass für diesen Blogpost ist.

Amazone mit Helm, Schild und Schwert. Abbildung einer Mythologie oder der Realität? (c) Wikimedia

 Denn ob nun Waffen, die in Frauengräbern gefunden wurden, die „Beweise“ dafür sind, dass die Amazonen tatsächlich existierten, ist mir im Grunde egal. Was mir hieran aufstößt, ist die Doppelmoral in diesem Punkt. Amazonen sind keine Mörderinnen, sondern Heldinnen für Feministinnen. Auf einmal ist „Krieg führen“ kein Anlass für Kritik mehr sondern gereicht den Kämpferinnen zu Ehren und sind feministisches Vorbild. Es werden enorme Anstrengungen unternommen und zu jedem Strohhalm gegriffen, um zu belegen, dass die Amazonen tatsächlich existierten – und auch in der Steinzeit jagten Frauen bereits an der Seite von Männern und beschränkten sich nicht bloß auf’s Sammeln.

Dies betrifft nicht nur die Historie, sondern auch Frauen der Moderne. Das allerbeste Beispiel hierfür ist mal wieder Alice Schwarzer: Einerseits ist Krieg für sie ein Wahn – wo ich ihr noch zustimme als Pazifist – aber genauer ein: Männerwahn, gegen welchen Frauen mutig Widerstand leisten würden – Mitscherlichs friedfertige Frau lässt grüßen. Auf der anderen Seite ist Frau Schwarzgeld ganz scharf auf Soldatinnen und engagierte sich dafür, dass Frauen auch Dienst an der Waffe leisten dürfen, denn: können Frauen etwa nicht kämpfen?! Der Grund für dieses Engagement: Schwarzer erhofft sich von Frauen in der Armee, dass dies identitätsstiftende Wirkung hätte. Mal abgesehen davon, dass diese Identität darauf hinausläuft, sich im direkten Vergleich zu Männern als ungenügend zu begreifen, stellt sich die Frage, was für eine Identität das sein soll. Doch nur eine Kriegswahn-Identität… nein Halt, es handelte sich ja um einen Männerwahn! Vermutlich geht Frau Schwarzer davon aus, dass Frauen sozial kompetenter kämpfen und töten, und keine Kriegsverbrechen begehen. Kurz und prägnant: Männliche Soldaten = Mörder, weibliche = Amazonen = Heldinnen.

Hierzu ein weiteres Beispiel: Doris Lessing berichtet über ein Erlebnis an einer Schule: Die Lehrerin erklärte ihren Schülern, dass an allen schlimmen Verbrechen wie Kriege stets Männer die Schuld tragen würden. Lessing kommentiert:

„Da saßen die kleinen Mädchen fett, selbstgefällig und eingebildet, während die kleinen Jungs zusammengesunken waren, sich für ihre Existenz entschuldigten und dachten, dass das so ihr ganzes Leben lang weitergehen würde. Das passiert überall in den Schulen und niemand sagt ein Wort.“

Ich finde dieses Beispiel deswegen bemerkenswert, weil sich die Doppelmoral und Verlogenheit des Feminismus kaum besser demonstrieren lässt: Denn was diese saubere Lehrerin dort macht, ist genau das, was sie dem männlichen Geschlecht vorwirft. Sie betreibt Feindbildpropaganda – im Geschlechterkrieg. Denn zur Feindbild- und Kriegspropaganda gehörte es schon immer, dem Anderen vorzuwerfen und anzudichten, er wäre auf Krieg aus. Und sie merken es nicht…

Feministischer Mainstream: Die "Tagesschau" über einen Andrizid

Vor einiger Zeit stellte ich die Frage, was eine Feministin und die „Tagesschau“ gemeinsam haben. Die Antwort ist: Beide verfolgen dieselbe Informationspolitik, was bedeutet, dass männliche Opfer und weibliche Täter unsichtbar gemacht werden und männliche Täterschaft und weibliches Opfertum betont wird.

(c) tagesschau.de

Heute berichtet die „Tagesschau“ über die Festnahme von Kriegsverbrechern, denen eine Beteiligung am Andrizid (geschlechtsspezifischer Massenmord an Jungen und Männern) in Srebrenica vorgeworfen wird. Dem Nachrichtenkanal „Tagessschau24“ ist dieses Thema, welches den größten Massenmord in Europa seit Ende des zweiten Weltkriegs betrifft, nur ein paar Sekunden wert – eine kleine Meldung mittendrin. Weiterhin wird das Geschlecht der Opfer unsichtbar gemacht, es wird geschlechtsneutral von ermordeten „Muslimen“ gesprochen. Während 8.000 ermordete Jungen und Männer nur ein paar Sekunden wert sind, folgt gleich im Anschluss ein ausführlicher Beitrag über feministische Kunst, welche die arme Hausfrau beklagte, Frauen also, die sich ihr Leben durch die Arbeit eines Mannes unterhalten lassen; sowie ein ebenfalls minutenlanger Beitrag über die frauenfeindliche Kultur in der Türkei.

Sendezeit ist kostbar, wie die „Tagesschau“ einmal dem Verein MANNdat mitteilte, der anfragte, warum in einer Meldung über das schlechte Abschneiden Deutschlands in der PISA-Studie nicht erwähnt wurde, dass besonders Jungen zurückbleiben.

Immerhin: Neugierig surfte ich die Internet-Präsenz der „Tagesschau“ an – nebenbei: Das Lesezeichen für diese Seite liegt in meinen Lesezeichenordner „Feminismus“ – und schaute nach, wie dort das Thema behandelt wird. Und: In einem einzigen Satz wird gesagt, dass es sich bei den Opfern um Jungen und Männer handelte.

Und jetzt stelle man sich vor, was wäre, wenn dort Mädchen und Frauen ermordet worden wären. Die Beschäftigung mit diesem Femizid (geschlechtsspezifischer Massenmord an Mädchen und Frauen) wären nicht nur der „Tagesschau“ Minuten wert, es gäbe längst ausführliche Dokumentation über diesen Massenmord, welche auf verschiedenen Filmfestivals geehrt werden würden, und der Bundestag würde eine Schweigeminute abhalten, so wie zu den 3.000 Ermordeten von 9/11. Zudem dürften wir uns anhören, dass dieser Massenmord in direkter Verbindung zu einer „patriarchalen“ Kultur stände, eine Verschwörungstheorie, die sämtliche Männer in Sippenhaft nimmt.

Aber hier sind die Ermordeten eben nur die Menschen zweiter Klasse, also…

"Krank vom Krieg"

Krieg ist Horror. Auch und gerade für diejenigen, die an der vordersten Front stehen. Dies geht im allgemeinen Diskurs aber unter. Soldaten sind entweder „Mörder“, die einen „Männerwahn“ ausüben (Alice Schwarzer), also Täter, die „Krieg spielen“ und „Krieg führen“ (tatsächlich werden sie geführt). Ja, dieselbe Alice Schwarzer, die sich dafür engagierte, dass Frauen den Dienst an der Waffe leisten „dürfen“, weil dies zu einer „Identitätsstiftung“ beitrage. Ein weiteres Beispiel: „Die Männer in Afghanistan haben bisher nur erfahren, daß Krieg sich lohnt“ erklärt z.B. eine „Expertin“ der Friedrich-Ebert-Stiftung in kaltschnäuziger Ahnungslosigkeit.

Oder aber der Geist der angehenden Opfer wird mit einer Kriegsideologie gefüttert, welche das Schlachtfeld zum „Feld der Ehre“ macht: „Süß und ehrenvoll ist’s, für’s Vaterland zu sterben“. Der Umstand aber, dass „Feigheit vor dem Feind“ oft mit dem Tod bestraft wurde und immer noch wird, spricht nicht gerade dafür. Erst jüngst wurden die Soldaten, die vor der Terrorgruppe „Boko Haram“ flohen, hingerichtet.

Das Grauen des Krieges kann die Veteranen auch dann noch töten, wenn sie körperlich unversehrt bleiben. Aus dem Jahr 2013 stammt eine Meldung, dass sich in den USA 22 Kriegsheimkehrer pro Tag das Leben nehmen. In einem Abschiedsbrief heißt es:

„Jeder Tag ist wie schreiender Schmerz in jedem Nerv meines Körpers. Es ist Folter. Mein Geist ist eine Ödnis, voller Bilder unglaublichen Horrors, voller nicht enden wollender Depression und voller lähmender Furcht“

und weiter über die mangelhafte Betreuung der Traumatisierten, diese sei ein

„System von Entmenschlichung, Vernachlässigung und Gleichgültigkeit, das uns tötet“

In der Bundesrepublik scheint es kaum besser auszusehen:

Die vier [Afghanistanheimkehrer] schildern, wie schwer es viele Jahre für sie war, dass sie mit ihrer Krankheit nicht ernst genommen wurden. Während sonst immer die Kameradschaft der Soldaten in der Truppe gefeiert wurde, waren sie mit ihren Problemen plötzlich alleine. Für die anderen Soldaten galten Angstzustände, Schlafstörungen und Depressionen als individuelle Schwächen und auch von den Ärzten wurden sie über viele Jahre nicht ernst genommen. Einer von ihnen erzählt davon, wie ein renommierter Psychologe ihm einreden wollte, all das käme „aus seiner Kindheit“. Ein anderer bekommt deshalb keine finanzielle Entschädigung, weil es zum Zeitpunkt seiner Traumatisierung das entsprechende Gesetz noch nicht gegeben habe, er also offiziell gar nicht hätte geschädigt werden können

schreibt die taz in einem zur Gänze lesenswerten Artikel über die Dokumentation „Ausgedient“. Es bliebe zu wünschen, dass solcherlei Filme nicht nur „spät nachts“ ausgestrahlt werden. Die Greuel des Krieges ließen sich besser überwinden, wenn Soldaten nicht entweder als „ehrenvolle Krieger“ gefeiert und damit in die Irre geführt würden, oder aber – besonders im Feminismus – als Täter gesehen werden. Soldaten sind die ersten Opfer im Krieg.