Archiv der Kategorie: Links-Rechts

Coen über den Unterschied zwischen rechtsextremen und islamistischen Anschlägen

Ein Kommentar, zu wertvoll:

Wenn es nicht so traurig und auch beängstigend wäre, könnte man es als Running Gag bezeichnen. Der Typ aus Hanau hat den Ermittlungsbehörden den Gefallen getan, ihnen direkt ein Manifest zu hinterlassen. Dieses Manifest ist eine auf Buchformat ausgebreitete Darlegung des vollständigen Wahnsinns dieses Mannes. Der glaubte seit Jahren, ihn würde ein supergeheimer, globaler Supergeheimdienst observieren. Komischerweise spielte dieses Pamphlet in der öffentlichen Aufarbeitung seiner Tat kaum eine Rolle. Hätte wohl das Narrativ gestört, welches man nunmehr politisch und medial am Leben erhält, indem man dazu übergegangen ist, jetzt Jahrestage zum Gedenken an diese „rechtsextreme Terroraktion“ abzuhalten. Das Schweigen der Medien zum Manifest könnte zudem auch den Grund haben, dass der an einer Stelle wohl auch darüber sinnierte, wie man mit einer Mordtat am meisten Ausmerksamkeit erzeugen könnte und zu dem Schluss kam, man müsse bevorzugt Ausländer töten. Und… naja… unsere Medien und Politiker haben ihm mit ihrer Berichterstattung und ihren Jahrestagen zu 100 % Recht gegeben.

Wenn aber irgendwo ein Typ rumrennt, auf Menschen losgeht und dabei „Allahu akbar“ brüllt, dann sind sich dieselben Medienschaffenden und Politiker, die den Hanau-Typen als Musterbeispiel eines rechtsextremen Gewalttäters präsentieren wollen, bereits sicher über irgendwelche psychischen Erkrankungen, noch bevor die Leichen seiner Opfer ausgekühlt sind. Da gibt es keine wochenlangen Mediendebatten zu Islamismus und schon gar keine Jahrestage, an den man des Opfern des Islamismus‘ gedenkt. Da werden sich mit der schon reflexartig gezogenen Feststellung „psychisch krank“ – sprich: er ist eigentlich ein Opfer und braucht dringend Hilfe – nur selbstgerecht die Hände abgewischt und schon am nächsten Tag ist die mediale und politische Karawane weitergezogen auf ihrer Suche nach diesem allgegenwärtigen Rechtsextremismus.

Boah, dieses moralisch verkommene, verlogene, beispiellos bretterblöde Drecksgesindel kotzt mich einfach nur noch an!

Woran sich Linke ein Beispiel an Rechten nehmen sollten oder über Selbstverachtung

Ich kenne mich mit anderen Kulturen nicht so aus, aber ich bezweifle, dass dieser massenpsychotische Selbsthass, wie er von den Deutschen gepflegt wird, auch in anderen Ländern auf diese Weise grassiert.

Dazu gehört nicht einfach nur Geringschätzung sich selbst gegenüber, sondern dass man sich geradezu selbst niedermacht. Die Rechten verlangen einem nicht ab, dass man sich selbst erniedrigt, wenn man dazu gehören will: Kein Privilegiencheck, keine Selbstzerfleischung und kein schlechtes Gewissen darüber, dass man ein Rassist wäre, woran man nichts ändern könnte und steter Beweis für die eigene Minderwertigkeit.

Oder ist die Linke inzwischen so heruntergekommen, dass sie gar nichts anderes mehr ist? Besteht sie nur noch aus weißem und männlich-geschlechtlichem Selbsthass? Wenn man das wegnähme, wäre nichts übrig? Eine fatale Diagnose für eine Bewegung, der wir Gesundheitsversicherung, Gewerkschaften, Renten, Sozialleistungen und Arbeitslosengeld verdanken und die sich damit den übelsten Härten und der systematischen Ausbeutung des kleinen Mannes in den Weg stellten. Und hier höre ich sie schon heulen: „Kleiner Mann?! Was für eine sexistische Kackscheiße!“die damit erfolgreich von ihrer eigentlichen Bestimmung abgelenkt wurden, und voller Idiotie den kleingeistigen und selbstsüchtigen Feministinnen lauschen, die darüber beleidigt sind, dass ein Kampf um ein menschenwürdiges Leben nicht als erstes Frauen adressiert, oder die sich Sorgen darum machen, dass ein Farbiger nach seiner Herkunft gefragt wird. Es ist fatal, dass nur noch der ein aufrechter Linker sein kann, der nicht aufrecht steht, sondern kniet – der perfekte und erwünschte Glaube der Obrigkeit.

Wobei hier ein interessanter psychologischer Komplex wirkt: Der Stolz der Minderwertigkeit oder auch Sündenstolz. Man bekennt sich offensiv zu seinen Fehlern und erhöht sich doch dadurch. Man ist was besseres, da man sich ständig der Verbrechen der eigenen Nation, des eigenen Geschlechts bewusst ist und erhebt sich so über die, die hier keinen Anlass für ein schlechtes Gewissen sehen. Oder mit Nietzsche:

Wer sich selbst verachtet, achtet sich doch immer noch dabei als Verächter.

Sie fühlen sich ganz wie zu Hause

Die Mehrheit der Deutschen hat inzwischen das Gefühl, seine Meinung nicht mehr frei äußern zu können, da sie damit erheblichen Repressionen ausgesetzt sind.

Die gute Sibel Schick hat damit nicht das geringste Problem. Sie äußert 1.) ihre Meinung und 2.) ihre Freude darüber, dass die Deutschen eingeschüchtert sind. Sie gehört als Migrationshintergrund nicht zu denjenigen, die wie Einheimische Angst davor haben, für ihre Meinung Repressionen ausgesetzt zu sein.

Im Ernst: Wenn ich angesichts solcher Zustände meiner inneren Stimme lausche, komme ich mir vor wie ein reaktionärer Rassist, frei nach dem Motto: „Die kommen hierher und benehmen sich wie sonst was!“ Ich muss mal darüber meditieren, ob bei mir ein Charakterdefizit zu finden ist, aufgrund dessen ich Probleme mit selbstbewussten Migrationhintergründlern habe.

Von Nazis getestet

Ich bin mal von Nazis getestet worden ob ich einen guten Kameraden abgeben würde im glorreichen Kampf für die gute Sache – was mir aber erst später aufging.

Jedenfalls unterhielt sich ein Grüppchen – zwei Männer und eine Frau – sympathischer Mitmenschen mit mir, und keiner trug eine Glatze, sie waren angenehme Gesellschaft. Dann spielten sie mir von einem Handy einen Witz vor, in dem Hitler auftrat.

Es ging um den Eurovision Song Contest und bei der Punktevergabe war Deutschland dran. Es meldete sich Hitler und selbstverständlich verteilte er alle Punkte an Deutschland. Dann kam Österreich an die Reihe und es meldete sich wieder Hitler. Die Moderation war daraufhin natürlich irritiert, nicht Deutschland sondern Österreich wäre am Zug mit der Punktevergabe, aber Hitler erklärte, das hätte schon seine Richtigkeit von wegen großdeutsches Reich und so und desweiteren: „Ab 5:00 Uhr wird zurückgesungen!!!“

Das fand ich witzig, ich habe gelacht.

Dann spielten sie mir einen ausländerfeindlichen Witz vor, den ich nicht witzig fand – was deutlich sichtbar war. Ich hörte zu, mir verging das Lachen und ich runzelte die Stirn.

Daraufhin verloren die freundlichen Leute auch schnell ihr Interesse an mir und machten sich auf zu neuen Ufern.

Warum sind so viele Pseudolinke so unkritisch gegenüber dem Corona-Staat?

Ein Kommentar zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Zu Pseudo-Links: Gut wirksames Framing; das, was da im März 2020 lief, war ja die gigantischste Schock-Strategie aller Zeiten. Es gab allerdings ja auch mehr als genügend Länder mit »rechten« Regierungen, die die gleiche Lockdown- und Gentherapierungspflicht betrieben haben und weiter betreiben; die AfD bspw. ist sicher alles, nur keine Opposition in Sachen Corona. Hinzu kam eine totalverblödete Linke, die man m. E. gezielt nach dem »Syriza-Unfall« mit pseudolinkem Bullshit beschäftigt, zersetzt und damit entschärft hat. Zur Stärkung des Narrativs hat man diesen Wohlstandsverwahrlosten dann auch noch einen leckeren Knochen (AfD) hingeworfen, an dem sie seitdem genüsslich herumnagen. Ohne dabei sehen zu wollen, was die »Mitte« eigentlich für eine faschistoide bis faschistische Politik betreibt.

Dass aus dem linken / antikapitalistischen Spektrum so viele das Thema Corona vollkommen unkritisch betrachten, hat m. E. auch ganz einfach persönliche Gründe. Nehmen wir mal an, du hast als »Linker« dein Leben lang keinen großen Wert auf deine Gesundheit gelegt. Dir u. a. die Lunge kaputtgeraucht (und das Rauchverbot damals als »Gesundheitsfaschismus« bezeichnet). Und dann kommt da so ein Todesvirus. Panik!

Viele sind ja dann auch letzten Endes abhängig vom weitestgehend alternativlosen Gesundheitssystem. Ihnen bleibt also gar nichts anderes übrig, als diesem System zu vertrauen; obwohl sie natürlich im tiefsten Innern wissen, dass es ihnen eher schadet. Wenn es nun Leute gibt, die diese kognitive Dissonanz ansprechen, flippen sie aus. Sie machen dann gerne das, was für sie am einfachsten ist: Sie projizieren — und bezeichnen dich, bar jeglicher Logik, als »rechts«. Ohne zu sehen, wie »rechts« die gegenwärtige Politik ist, die sie unkritisch bejubeln.

Und noch ein wichtiger, bei vielen sicher der entscheidende Grund: Das gekränkte Ego; sich — als jemand, dem die Propagandatechniken ja bekannt sind — eingestehen zu müssen, voll auf die Propaganda reingefallen zu sein.

Außerdem gibt es auch bei vielen Linken eine Sehnsucht, zur Masse zu gehören; zumindest in Einzelfragen (bspw. zu »Impfungen«) eben jede Systemkritik vollständig zu vergessen — und in die heimelige »Mitte« zu strömen; indem sie bspw. gemeinsam (rechts-mitte-links) gegen »Impfgegner« hetzen. Also in jener großen Masse aufgehen, die sie ansonsten (m. E. zurecht) verachten.

Kulturmarxisten sind Kulturnazis

Woke Klassen, Kapital zählt nicht.

Rechte und Nazis sprechen gerne davon, dass jene oder diese „Kulturmarxisten“ wären, d.h. dass sie den Begriff der „Klasse“ aus dem Marxismus auf woke Identitäre übertragen.

Die Frau, die Lesbe, der Schwarze werden als Klassen gehandelt, wobei diese analog zum Marxismus als Opfer von Unterdrückung und Ausbeutung verstanden werden; die lesbische, schwarze Frau bildet eine Klasse und wäre als solche unterdrückt – selbst wenn sie Multimillionärin ist.

Das entspricht aber nicht dem Klassenbegriff im Marxismus. Dort wäre zum einen die Klasse jener, die Kapital und Grundeigentum besitzen, und zum anderen jene, die nur über ihre Arbeitskraft verfügen. Hier ergibt die Interpretation der Beziehung zwischen ihnen als ausbeuterische Unterdrückung Sinn. Wobei es auf der anderen Seite Schwachsinn erstes Ranges ist, dass man die woken Klassen völlig unabhängig von ihren sozioökonomischen Verhältnissen betrachtet, denn ein schwarzer Reicher ist eher Profiteur des Systems als ein obdachloser Weißer.

Der eigentliche Punkt aber ist, dass dieses woke Weltbild mehr mit dem Nationalsozialismus als mit dem Marxismus gemein hat. Im NS-Faschismus ist „der Jude“ der privilegierte Herrscher der Welt, der sich auf unmoralische Weise Vermögen und Macht aneignet und unter dessen Herrschaft die Menschheit zu leiden hat. Im woken Weltbild ist der weiße Mann der privilegierte Herrscher der Welt, der sich auf unmoralische Weise Vermögen und Macht aneignet und unter dessen Herrschaft die Menschheit zu leiden hat. Die Parallelen zur NS-Ideologie sind um einiges deutlicher als zum Marxismus.

Wenn man von „Kulturmarxismus“ spricht, will man damit in aller Regel gegen Linke austeilen und zugleich den linken Gedanken verwerfen, dass Reichtum mit Macht und Unterdrückung und Ausbeutung einhergeht. Nur dass das Linke in mächtigen Positionen, zum Beispiel als Multiplikatoren in einer Redaktion, genauso wenig stört, wie als „links“ bezeichnet zu werden. Man sollte deshalb das Kind beim richtigen Namen nennen, und pseudolinken Feministen und Woken – Kulturnazis – verklickern, dass sie eins zu eins einer Naziideologie anhängen, nur mit einem anderen Feindbild. Das hat mehr Punch.

Ihre Perspektive bestimmt die sozialen Hierarchien unserer Welt.

Die Zerstörung der Linken

Wäre ich ein neoliberaler Thinktank, ich würde es genauso machen.

Es? Die Zerstörung der Linken.

Mit einer identitär-idiotären Ideologie, in der die schwarze, lesbische Multimillionärin mehr Aufmerksamkeit erfährt als der weiße, hetero-cis Obdachlose. Die Linke von heute orientiert sich nicht mehr an sozioökonomischen Gegebenheiten wie es ihrer Tradition entspricht. Ich z.B. wähle die Linke deshalb nicht mehr. Würden sie die Wagenknecht als Kanzlerkandidatin aufstellen, dann ja. Angeblich liegen bei den Linken die Nerven blank, kapieren aber nicht, dass für ihr schlechtes Abschneiden jene Fäulnis verantwortlich ist, die auch Wagenknecht aus der Partei ekelt.

Aber wenn ich davon spreche, dann bin ich natürlich ein Verschwörungstheoretiker. Aber, surprise: Immer wieder haben sich Menschen verschworen, wie z.B. die Nazis, die dann auch die Macht übernahmen. Und da Verschwörungen definitionsgemäß im Dunklen, im Geheimen agieren, ist es dort schwierig, Licht in die Angelegenheit zu bringen, wie es hier einfach ist, denjenigen, der es versucht, als armen Irren hinzustellen.

Was jetzt die neoliberalen Thinktanks angeht: Die drehen nicht den ganzen Tag Däumchen. Die werden mit Millionengeldern gefördert und dafür erwartet man Ergebnisse. Und den Menschen, den linken, einzureden, Hautfarbe und sexuelle Orientierung wären wichtiger als die Frage, über wieviel Kapital man verfügt… das ist einfach… brillant.

Telepolis: Linksidentitäre und alte weiße Männer

„Der Unmut ist einigermaßen nachvollziehbar: Warum sollte ein schwarzer Homosexueller, der beruflich erfolgreich ist und ein hübsches Einfamilienhaus mit Garten bewohnt, allein aufgrund seines Minderheitsstatus mehr politische Aufmerksamkeit verdienen als ein weißer unterbezahlter Arbeiter, der nebenan im Plattenbau wohnt?

Doch für die Gerechtigkeitsdebatten der neuen Linken spielt das sozioökonomische Prekariat kaum eine Rolle mehr. Was die großen Konzerne am meisten freuen dürfte. Eine Marketing-Abteilung nach der anderen hat in den letzten Jahren die linke Identitätspolitik und die neue „Woke“-Kultur, also das Bewusstsein für die politischen Anliegen vermeintlich oder tatsächlich benachteiligter Minderheiten, für sich entdeckt. Das Ergebnis sind Werbe-Spots, die politische Positionen transportieren, indem Black-Lives-Matter-Slogans benutzt werden oder toxische Männlichkeit verurteilt wird.

Die Kritik daran ist nicht von der Hand zu weisen: Warum gaben sich dieselben Konzerne nicht genauso aufgeklärt und vom Guten überzeugt, als es noch um faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen ging? Sollte es nicht zu denken geben, wenn ein Jeff Bezos die linksliberale Washington Post aufkauft? Nicht um sie auf Kurs zu bringen, sondern weil sie mit ihren Inhalten bereits einen Kurs vertritt, der für einen Multimilliardär, der immer wieder mit Vorwürfen der Ausbeutung und Steuerflucht konfrontiert ist, kein Problem mehr darstellt.“

Ganzer Artikel.

Billy Coen: Linke gegen Linke

Billy Coen:

Was mich immer wieder am meisten verblüfft: hier im Forum schreiben nun nicht gerade wenige politisch eher bis klar links stehende User regelmäßig mit. Sie haben unterschiedlichen persönlichen Hintergrund und gehören auch unterschiedlichsten linken Strömungen oder / und Denkschulen an. Dennoch haben sie sowohl miteinander als auch mit dem Rest der hiesigen User eines gemein: sie lehnen postmoderne Identitätspolitik ab, äußern sich regelmäßig höchst kritisch über Themen wie Islam oder BLM und lassen kein gutes Haar an dem derzeitigen „linken“ politischen Lager in unserer Parteienlandschaft.

Dennoch kommen immer wieder derartig pauschale Rundumschläge gegen „Linke“. Wie kriegt man die hier zu erlebende Realität von Linken mit einem derart holzschnittartigen Bild unter eine Decke? Oder wird dann auf einmal mal eben der echte Schotte anders herum verwendet als gerne in die andere Richtung vorgeworfen: sind auf einmal die hier postenden Linken keine echten Linken?