Archiv der Kategorie: Links-Rechts

Treffen sich zwei Linke…

Sagt der Soziallinke zum Kulturlinken: „Die reichsten 85 Menschen der Welt besitzen so viel wie die 3,5 Milliarden Ärmsten.“
Der Kulturlinke antwortet: „Kein Problem, aber sind unter den 85 auch Frauen, Schwarze, Homo- und Transsexuelle?“

(geklaut)

Die Zerstörung der Linken.

Kulturmarxisten sind Kulturnazis

Woke Klassen, Kapital zählt nicht.

Rechte und Nazis sprechen gerne davon, dass jene oder diese „Kulturmarxisten“ wären, d.h. dass sie den Begriff der „Klasse“ aus dem Marxismus auf woke Identitäre übertragen.

Die Frau, die Lesbe, der Schwarze werden als Klassen gehandelt, wobei diese analog zum Marxismus als Opfer von Unterdrückung und Ausbeutung verstanden werden; die lesbische, schwarze Frau bildet eine Klasse und wäre als solche unterdrückt – selbst wenn sie Multimillionärin ist.

Das entspricht aber nicht dem Klassenbegriff im Marxismus. Dort wäre zum einen die Klasse jener, die Kapital und Grundeigentum besitzen, und zum anderen jene, die nur über ihre Arbeitskraft verfügen. Hier ergibt die Interpretation der Beziehung zwischen ihnen als ausbeuterische Unterdrückung Sinn. Wobei es auf der anderen Seite Schwachsinn erstes Ranges ist, dass man die woken Klassen völlig unabhängig von ihren sozioökonomischen Verhältnissen betrachtet, denn ein schwarzer Reicher ist eher Profiteur des Systems als ein obdachloser Weißer.

Der eigentliche Punkt aber ist, dass dieses woke Weltbild mehr mit dem Nationalsozialismus als mit dem Marxismus gemein hat. Im NS-Faschismus ist „der Jude“ der privilegierte Herrscher der Welt, der sich auf unmoralische Weise Vermögen und Macht aneignet und unter dessen Herrschaft die Menschheit zu leiden hat. Im woken Weltbild ist der weiße Mann der privilegierte Herrscher der Welt, der sich auf unmoralische Weise Vermögen und Macht aneignet und unter dessen Herrschaft die Menschheit zu leiden hat. Die Parallelen zur NS-Ideologie sind um einiges deutlicher als zum Marxismus.

Wenn man von „Kulturmarxismus“ spricht, will man damit in aller Regel gegen Linke austeilen und zugleich den linken Gedanken verwerfen, dass Reichtum mit Macht und Unterdrückung und Ausbeutung einhergeht. Nur dass das Linke in mächtigen Positionen, zum Beispiel als Multiplikatoren in einer Redaktion, genauso wenig stört, wie als „links“ bezeichnet zu werden. Man sollte deshalb das Kind beim richtigen Namen nennen, und pseudolinken Feministen und Woken – Kulturnazis – verklickern, dass sie eins zu eins einer Naziideologie anhängen, nur mit einem anderen Feindbild. Das hat mehr Punch.

Ihre Perspektive bestimmt die sozialen Hierarchien unserer Welt.

Die Zerstörung der Linken

Wäre ich ein neoliberaler Thinktank, ich würde es genauso machen.

Es? Die Zerstörung der Linken.

Mit einer identitär-idiotären Ideologie, in der die schwarze, lesbische Multimillionärin mehr Aufmerksamkeit erfährt als der weiße, hetero-cis Obdachlose. Die Linke von heute orientiert sich nicht mehr an sozioökonomischen Gegebenheiten wie es ihrer Tradition entspricht. Ich z.B. wähle die Linke deshalb nicht mehr. Würden sie die Wagenknecht als Kanzlerkandidatin aufstellen, dann ja. Angeblich liegen bei den Linken die Nerven blank, kapieren aber nicht, dass für ihr schlechtes Abschneiden jene Fäulnis verantwortlich ist, die auch Wagenknecht aus der Partei ekelt.

Aber wenn ich davon spreche, dann bin ich natürlich ein Verschwörungstheoretiker. Aber, surprise: Immer wieder haben sich Menschen verschworen, wie z.B. die Nazis, die dann auch die Macht übernahmen. Und da Verschwörungen definitionsgemäß im Dunklen, im Geheimen agieren, ist es dort schwierig, Licht in die Angelegenheit zu bringen, wie es hier einfach ist, denjenigen, der es versucht, als armen Irren hinzustellen.

Was jetzt die neoliberalen Thinktanks angeht: Die drehen nicht den ganzen Tag Däumchen. Die werden mit Millionengeldern gefördert und dafür erwartet man Ergebnisse. Und den Menschen, den linken, einzureden, Hautfarbe und sexuelle Orientierung wären wichtiger als die Frage, über wieviel Kapital man verfügt… das ist einfach… brillant.

Telepolis: Linksidentitäre und alte weiße Männer

„Der Unmut ist einigermaßen nachvollziehbar: Warum sollte ein schwarzer Homosexueller, der beruflich erfolgreich ist und ein hübsches Einfamilienhaus mit Garten bewohnt, allein aufgrund seines Minderheitsstatus mehr politische Aufmerksamkeit verdienen als ein weißer unterbezahlter Arbeiter, der nebenan im Plattenbau wohnt?

Doch für die Gerechtigkeitsdebatten der neuen Linken spielt das sozioökonomische Prekariat kaum eine Rolle mehr. Was die großen Konzerne am meisten freuen dürfte. Eine Marketing-Abteilung nach der anderen hat in den letzten Jahren die linke Identitätspolitik und die neue „Woke“-Kultur, also das Bewusstsein für die politischen Anliegen vermeintlich oder tatsächlich benachteiligter Minderheiten, für sich entdeckt. Das Ergebnis sind Werbe-Spots, die politische Positionen transportieren, indem Black-Lives-Matter-Slogans benutzt werden oder toxische Männlichkeit verurteilt wird.

Die Kritik daran ist nicht von der Hand zu weisen: Warum gaben sich dieselben Konzerne nicht genauso aufgeklärt und vom Guten überzeugt, als es noch um faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen ging? Sollte es nicht zu denken geben, wenn ein Jeff Bezos die linksliberale Washington Post aufkauft? Nicht um sie auf Kurs zu bringen, sondern weil sie mit ihren Inhalten bereits einen Kurs vertritt, der für einen Multimilliardär, der immer wieder mit Vorwürfen der Ausbeutung und Steuerflucht konfrontiert ist, kein Problem mehr darstellt.“

Ganzer Artikel.

Billy Coen: Linke gegen Linke

Billy Coen:

Was mich immer wieder am meisten verblüfft: hier im Forum schreiben nun nicht gerade wenige politisch eher bis klar links stehende User regelmäßig mit. Sie haben unterschiedlichen persönlichen Hintergrund und gehören auch unterschiedlichsten linken Strömungen oder / und Denkschulen an. Dennoch haben sie sowohl miteinander als auch mit dem Rest der hiesigen User eines gemein: sie lehnen postmoderne Identitätspolitik ab, äußern sich regelmäßig höchst kritisch über Themen wie Islam oder BLM und lassen kein gutes Haar an dem derzeitigen „linken“ politischen Lager in unserer Parteienlandschaft.

Dennoch kommen immer wieder derartig pauschale Rundumschläge gegen „Linke“. Wie kriegt man die hier zu erlebende Realität von Linken mit einem derart holzschnittartigen Bild unter eine Decke? Oder wird dann auf einmal mal eben der echte Schotte anders herum verwendet als gerne in die andere Richtung vorgeworfen: sind auf einmal die hier postenden Linken keine echten Linken?

Liebe Pseudolinke: Wenn ihr über Nazis sprecht

Liebe Pseudolinke,

wenn ihr über Nazis – also z.B. auch über solche wie mir sprecht – dann fügt bitte immer hinzu, ob ihr jetzt Nazis meint, oder echte Nazis. Schreibt unbedingt immer dazu, ob das echte Nazis sind, von denen ihr redet, sonst ist es einem als Leser einfach nur egal.

Danke.

Der unflexible Linke

Links feiert jetzt auch auf einmal den Überwachungs-, Zensur- und Polizeistaat, seit sich dessen hochnotpeinlichen Instrumente so schön gegen den Gegner einsetzen lassen. Deplatforming. Ausladungen. Demoverbote. Knüppelgarde. Inlandsgeheimdienst. Funkzellenüberwachung an der Stadtgrenze Berlins. Wird von links alles abgefeiert. Auch das war nie der Deal. Der Deal war: Kein Polizeistaat. Keine Überwachung. Keine Zensur. Nicht einen Fußbreit. Gar nicht. Unter gar keinen Umständen. Und mit gar keinem Vorwand.

Ich fühle mich sehr fremd jetzt. Dabei stehe ich immer noch dort wo ich immer war. Habe mich gar nicht bewegt. Bin da sehr traditionell. Oder unflexibel, wenn Sie so wollen. Und glaube in meiner alten Linksdenke entgegen dem, was heute als links durchgeht, gerade nicht, dass sich der Staat im Moment um die Gesundheit von mir, Ihnen oder überhaupt irgendwem sorgt. Weil das nämlich der Staat ist. Dem bin ich so egal wie der mir. Ich bin für den nur eine Wurst. Wie Sie auch. Wie jeder. Der interessiert sich einen Fick. Wenn ich morgen abkratze, dann ist dem Staat das so maximal egal wie irgendwem irgendwas egal sein kann. Er muss dann halt eine Steuernummer im System löschen. Klick. Weg. Und bei der jährlichen Haushaltsaufstellung fällt ein Posten auf der Einnahmenseite weg und es fehlt fortan einer der Idioten, der Rundfunkgebühren für diejenigen abdrückt, die inzwischen kilometerweit an ihm vorbei senden.

Der Artikel eines wahren Linken ist zur Gänze lesenswert.

Links Emanze, rechts Hausfrau: Als Maskulist zwischen allen Stühlen

Die alternative Konstellation findet sich deshalb so selten, da keine Frau bereit ist, ihr Leben lang malochen zu gehen und ihr Lebenseinkommen an Mann und Kind abzugeben.

Es ist eine Umfrage und sie fragt, ob es denn nun nicht genug sei mit der „Gleichstellung“, oder ob nicht doch noch viel mehr nötig wäre. Tja, was soll ich darauf antworten? Die Macher der Umfrage meinen natürlich Gleichstellung für Frauen. Was soll ich also antworten, wenn ich denke, es müsse noch viel für Männer getan werden?

Für die Macher zählt allein die Perspektive auf die Frauen und dabei auch nur, ob Frauen sich als Hausfrauen und Mütter verwirklichen (Pfui!), oder aber lieber eine Karriere anstreben (Hui!). Die Frage, wie Frauen ihr Leben leben, spielt rein in politische Haltungen, die man in rechts und links unterteilen kann (Einwände, diese Gruppierungen seien obsolet, kommen meistens aus der neoliberalen, antilinken Ecke). Und wenn man als Antifeminist auftritt, wird man diesem Raster nach in die rechtskonservative Schublade gesteckt, also Pfuibäh, für den die „natürliche Ordnung“ jene mit ihm als Malocher und ihr als Kinderhüterin ist. Positioniert man sich hingegen links, dann wird einem unterstellt, Feminist zu sein und damit eine „Befreiung“ der Frau mittels Erwerbstätigkeit anzustreben; man wolle frei nach de Beauvoir der Frau das Recht entziehen, zu Hause zu bleiben und sie in die Maloche pressen.

Nehmen wir die Hausfrauenfraktion. Und zwar die, die sich gegen den Feminismus positioniert, zugleich aber das weibliche Privileg wahren will. Konkret zu nennen wäre hier Birgit Kelle. Dass sie den Feminismus unter Feuer nimmt, machen sie für Männerrechtler erst mal sehr sympathisch. Zu Unrecht, denn sie stellt klar, dass ihre Opposition zum Feminismus sie noch lange nicht zur Männerverbündeten macht. Kelle prügelt wie jede Vulgärfeministin auf Männer ein und nimmt sie in die Kollektivhaft.

Dass der Mann auf der feministischen Seite auch mal dazu aufgefordert wird, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen, weniger zu arbeiten und mehr zu Hause zu sein, ist dabei nur auf den ersten Blick zum Vorteil des Mannes. Dieses Geschenk ist vergiftet, denn es hat nicht seinen sondern ihren vermeintlichen Vorteil im Sinn. Dem Irrtum unterliegend, dass Frauen deshalb seltener Karriere machen und weniger hoch aufsteigen, nicht weil sie es so wollen, sondern weil sie durch ihre Kinder und Haushalt daran gehindert wären, soll der Mann ihnen diese lästigen Pflichten abnehmen. Die Verlogenheit zeigt sich besonders im Trennungsfall: Dort ist auf einmal keine einzige Feministin mehr zu finden, die sich dagegen verwahrt, die Frau auf die Rolle der Mutter und Hausfrau festzulegen, und die für Gleichberechtigung zwischen Müttern und Vätern eintritt. Die Kinder gehören dann ganz genauso wie für den Konservativen allein zur Mutter.

Wenn ich mich also antifeministisch positioniere, dann besteht die Gefahr wie oben in der Umfrage, dass ich als konservativ eingeordnet werde und damit versehentlich als Verbündeter jener Frauen gesehen werde, die zu Hause bleiben wollen und dafür einen Mann brauchen, der ihnen dieses Lebensmodell unterhält.

Tatsächlich aber will ich auch, dass der Mann mehr bei den seinen bleiben kann. Aber nicht, weil ich linker Feminist, sondern weil ich Maskulist bin und dabei die Interessen der Männer im Blick habe. Ich halte es mit Warren Farrell, der sagte, die schlimmste Tragödie im Leben eines Mannes ist es, dass wenn er für die Seinen sorgen will, er sich von ihnen entfernen muss, dadurch, dass er den ganzen Tag auf der Arbeit ist. Ich halte es mit Esther Vilar, die vorschlug, wie echte Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau aussehen könnte, dabei aber von Feministen auch körperlich angegriffen wurde, da sie diesen Vorschlag nicht auf der Annahme unterbreitete, es wäre die Frau, die durch die traditionelle Rollenverteilung benachteiligt wäre.

Somit kann ich als Linker nicht auf dem linken Stuhl mit seiner Geschlechterpolitik Platz nehmen, da ich Männerrechtler bin, und auch auf den rechten Stuhl ist kein Platz für mich, da ich die traditionelle Rollenverteilung ebenfalls ablehne – nicht weil ich die Familienzeit der Frau verringern will, damit sie sich vermeintlich „selbstverwirklichen“ – also entfremden – kann, sondern weil der Mann mehr von der Familie haben soll.

Damit steht man als linker Maskulist zwischen allen Stühlen, hat keine größere Gruppe als Verbündeten, keine politische Heimat.

Sag mir, wo die Linken sind, wo sind sie geblieben

Privilegiert.

Ein schwarzer Multimillionär faselt unwidersprochen in die Kamera, dass ein weißer obdachloser Mann immer noch privilegierter wäre als er selbst – „egal wieviel Geld ich mache!“

Ein Bedürftiger zahlt mehr als eine Reiche.

Das ist so eine grenzenlose Idiotie, dass ich bis heute Probleme damit habe, das zu glauben, also dass das ernst gemeint ist, dass dahinter tatsächlich eine breit etablierte Denke steht. In dieser Denke ist eine schwarze Multilmillionärin zweifach benachteiligt gegenüber einem weißen männlichen Obdachlosen – und eine lesbische schwarze Multimillionären dreifach, wenn dieser Obdachlose heterosexuell ist.

Das Lieblingsfeindbild der Pseudolinken schlechthin, der alte weiße Mann, wird über drei biologistische Merkmale erfasst und als privilegierte, ausbeuterische und unterdrückende Klasse definiert. Wobei hier mal wieder das Spiel Feld und Festung gespielt wird. Erst wird Nonsense verzapft (Feld), indem gesagt wird, der alte weiße Mann sei eine verbrecherische und privilegierte Klasse, wenn man dann aber auf all die weißen Männer verweist, die einfach nur machtlose Arbeitsdrohnen sind, zieht man sich in die Festung zurück, und behauptet, „alt, weiß, männlich“ stünden nur als Symbole stellvertretend für repressive Unterdrückung und Privilegiertheit. Hey, wie kommst Du nur darauf, dass „alt, weiß, männlich“ „alt, weiß, männlich“ heißt?!

Wenn das aber nicht gemeint ist, warum dann nicht Unterdrückung und Privilegiertheit exakt dort festmachen, wo sie tatsächlich gemeint sind, tatsächlich auftreten? Warum nicht gleich von reichen, weißen und mächtigen Männern sprechen? Nein: von reichen und mächtigen Männern? Nein: Von Reichen und Mächtigen, womit dann konsequenterweise auch Frauen gemeint sein können, wie Thatcher, Mohn, Springer oder von der Leyen.

Wenn man die rassistischen und sexistischen Merkmale – weiß, männlich – wieder fallen lässt, kommt man wieder dorthin, wo meine politische linke Heimat ist, und die ich zurück will: Der Blick auf tatsächliche Unterdrückungsverhältnisse, nämlich zwischen Arm und Reich.

Identitäre vergiften den ganzen Diskurs, es heißt nicht mehr: „Ich denke X aus den Gründen Y“, es heißt: „Ich bin X und also solcher fühle ich Y“: Die Linke ist in Identitätsträger zerfallen, Schwarze gegen Weiße, Frauen gegen Männer, Lesben gegen Heterosexuelle, also Alle gegen Weiße, Männer, Heteros, das Feindbild der Moderne schlechthin. Die Menschen werden nicht mehr nach sozialen Gesichtspunkten betrachtet, sondern danach, welche Hautfarbe, Geschlecht oder Orientierung sie haben, was eben zu solch absurden Punkten führt, ein Millionär sei gegenüber einem Obdachlosen im Nachteil

Frauen und Farbige sind gleicher.

Die Menschen sind nicht mehr gleich unabhängig von Hautfarbe und Geschlecht, Schwarze und Frauen sind gleicher. Die Gleichheit der Menschen – zum Beispiel in der Menschenwürde – wäre ein unlauterer Vorteil der Privilegierten, die weiß und männlich wären, womit sie für diese aufgehoben werden müsste. So will man nicht mehr Gleichheit unter den Menschen sondern einen Sonderstatus für die vermeintlich Unterprivilegierten, Rechte und Würde gelten nur noch für sie, denn Crumar: „Die Linksidentitären gehen davon aus, dass dieser Universalismus eine Erfindung der Weißen ist, die sich selber damit als Maßstab setzen und diese Werte dazu dienen, ihre weiße Vorherrschaft (white supremacy), die ihnen weiße Privilegien (white privilege) sichert, zu legitimieren. Kurz: Es ist ein Machtreduktionismus par excellence. Was aber bspw. an „Menschenwürde“ spezifisch weiß sein soll, erschließt sich nur den „woken“. 

Oft hört man, bei uns werde man systematisch zu Rassismus und Sexismus erzogen. Es gehörte aber zu meiner guten Kinderstube, dass ich jeden Menschen unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht oder Sexualität mit Anstand behandle. Nein, genauer, und da liegt bereits der Fehler: Ich habe gelernt, Schwarze, Frauen und Homosexuelle mit Anstand zu behandeln, die weißen Männer hatten ja genug Privilegien, auf die musste man keine Rücksicht nehmen. Zur Heilung der Linken müssen Pseudolinke die Regeln des Anstands auch gegenüber alten weißen Männern lernen.

…eines Obdachlosen?

Die pseudolinken Akteure, die aus einem biologistischen Merkmal Identität ziehen und sich als eine entsprechende Gruppe begreifen, unterstellen dabei dem weißen Mann, dass er es selbst genauso hält, womit er eine eigene Klasse stelle. Das ist aber Schwachsinn: Die Gruppe der weißen Männer zerfällt vom Obdachlosen über den Arbeiter bis zum Kapitalisten in viele Untergruppen. Und ein weißer Mann identifiziert sich auch nicht über diese biologistischen Eigenschaften. Der Chef der deutschen Bank und der Bundespräsident sind ihren Ehefrauen viel näher als dem Arbeiter; und wenn Letzterer Probleme mit seiner Frau hat, da diese ihn aus einer tatsächlichen Machtposition heraus daran hindert, seinen Kindern ein Vater zu sein, dann rührt kein mächtiger, reicher weißer Mann auch nur einen müden Finger, um seinem angeblichen Klassenkameraden zu helfen. Und umgekehrt: Mit einem schwarzen Arbeiter bin ich solidarischer als mit jenem Millionär oben, der davon spricht, die Armen sollten halt Kuchen essen ein obdachloser weißer Mann wäre privilegierter als er selbst.

Der Multimilliardär Warren Buffet sagte, dass es seine Klasse – die der Reichen – sei, die einen Klassenkampf führe und diesen auch gewinne. Mal davon abgesehen, dass er noch ein vernünftiges Verständnis von „Klasse“ hat, kann man hier der Verschwörungstheorie anhängen, hinter der Zerfledderung der Linken in identitäre Klassen stünde eine gesteuerte Strategie des altbekannten Teilen und Herrschen, Crumar: „…Fragen sozialer Ungleichheit werden nicht mehr allgemein behandelt (s. weißer obdachloser Mann), sondern nur noch im Kontext der Hautfarbe. Womit es vortrefflich gelingt, weiße Armut – und damit die absolute Mehrheit der Armen in den USA – einfach verschwinden zu lassen. Die sind schließlich privilegiert. Durch die Überführung einer sozialen Frage in einer der „Rasse“, ist man die soziale Frage elegant losgeworden.

Rate mal, wie es mir geht, mit diesem Pack in einem Atemzug als „Linker“ genannt zu werden. Es handelt sich bei den Linksidentitären um die beste Linke, die man für Geld kaufen kann“

Die Linke hat sich selbst zerlegt, indem sie die Frage nach der geschlechtlichen oder ethnischen Zugehörigkeit über die nach der sozialen stellte; indem der Nebenwiderspruch zum Hauptwiderspruch erhoben wurde, wurde sie kastriert.

Crumar: Über alte Linke, Linksidentitäre und Anti-Rassismus

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Das Problem ist, was die alte Linke – darunter Marxisten – als „Anti-Rassismus“ verstanden hat, hat mit dem, was Linksidentitäre darunter verstehen nichts mehr zu tun.

Die alte Linke ging von dem Universalismus aus, dass alle Menschen gleich sind (im Sinne von Rechten, Freiheit, Menschenwürde) und Stereotype, Klischees und Vorurteile gegenüber anderen Gruppen zwar existieren, aber überwunden werden können.

Die Linksidentitären gehen davon aus, dass dieser Universalismus eine Erfindung der Weißen ist, die sich selber damit als Maßstab setzen und diese Werte dazu dienen, ihre weiße Vorherrschaft (white supremacy), die ihnen weiße Privilegien (white privilege) sichert, zu legitimieren. Kurz: Es ist ein Machtreduktionismus par excellence. Was aber bspw. an „Menschenwürde“ spezifisch weiß sein soll, erschließt sich nur den „woken“.

In diese „weißen Privilegien“ wird man hineingeboren – wie praktisch für diese „Theorie“, dass man sich damit einen Blick auf die konkrete Sozialstruktur eines Landes ersparen kann. Unglaubliche Arbeitszeitverkürzung. /sarcasm
Aus dieser unwissenschaftlichen Sicht ist es „logisch“, dass ALLE Weißen privilegiert sind und ja, auch der weiße obdachlose Mann ist zweifach privilegiert gegenüber einer schwarzen Multi-Millionärin.

Hier wird immer wieder kritisiert, es handle sich um einen primitiven „Kollektivismus“ – das ist nur die halbe Wahrheit. Es sind vor allem „Kollektive“, die überhaupt nicht existieren. Es sind reine Kopfgeburten einer Pseudo-Theorie auf biologistischer Basis.

Dieser Rassismus ist „den Weißen“ also angeboren, sie haben ihn gefälligst zu gestehen (als „racial bias“) und wiedergutzumachen, indem sie ihre Macht und Privilegien abgeben. Er ließe sich nur durch jahrelanges antirassistisches Training im Zaum halten und ist prinzipiell unüberwindbar.

Wie ausgesprochen hilfreich für den Broterwerb als ein solcher Trainer, dass man a. als Weißer nur rassistisch sein kann (gerade wer leugnet er sei Rassist ist einer), b. jede Form von Ungleichheit darauf hindeutet, dahinter steckt Rassismus und c. auch jeder zwischenmenschliche Konflikt, wie auch jede Interaktion zwischen den „Rassen“ zwangsläufig eine rassistische Komponente hat.

Und jetzt stelle dir vor, wie eine Gesellschaft aussieht, die nur ausreichend genug „trainiert“ worden ist, nämlich mit Folgen, die absehbar sind: Gegenseitiges Misstrauen, permanente Vorwürfe und Unterstellungen von einer Seite, Rückzug in die jeweiligen „Kollektive“, Segregation. Also prinzipiell das genaue Gegenteil von dem, was die alte Linke – mit Martin Luther King – gewollt hat, nämlich einen Menschen nach seinem Charakter, nicht nach seiner Hautfarbe zu beurteilen.

Die Theorie hinter dem Begriff „Anti-Rassismus“ hat sich komplett geändert, das liegt nicht am „Das ist kein echter™ xxx“, sondern die Linksidentitären wollen den Begriff kapern, um ihr völlig absurde, kontraproduktive „Theorie“ durchzusetzen.

An der extrem auffällt, Fragen sozialer Ungleichheit werde nicht mehr allgemein behandelt (s. weißer obdachloser Mann), sondern nur noch im Kontext der Hautfarbe. Womit es vortrefflich gelingt, weiße Armut – und damit die absolute Mehrheit der Armen in den USA – einfach verschwinden zu lassen. Die sind schließlich privilegiert. Durch die Überführung einer sozialen Frage in einer der „Rasse“, ist man die soziale Frage elegant losgeworden.

Rate mal, wie es mir geht, mit diesem Pack in einem Atemzug als „Linker“ genannt zu werden. Es handelt sich bei den Linksidentitären um die beste Linke, die man für Geld kaufen kann.