Archiv der Kategorie: Links-Rechts

Billy Coen: Verdrängung der Klassenfrage durch Intersektionalismus, oder wie Privilegierte mit gutem linken Gewissen privilegiert werden

Billy Coen:

Ich kann mir vorstellen, dass sich in den Kreisen der nicht wenigen linken Akademiker bzgl. der eigenen Position und Rolle in der Gesellschaft ein Unwohlsein eingenistet hatte. Auf der einen Seite fand man Marx toll, sah aber auch, dass man selbst zu denen gehörte, die über Einfluss und nicht selten Wohlstand verfügten. Eine „linke“ Ideologie, die dann darauf abhebt, dass viel wichtiger als die Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Klassen / Schichten in Wahrheit die Zugehörigkeit zu irgendwelchen mehr oder weniger willkürlichen Gruppen ist, aus denen sich angeblich individuelle Privilegien oder auch Diskriminierungserfahrungen ergeben, kann da als persönlich sehr entlastend wirken. Entweder kann man sich so auf einmal sogar selbst als ganz doll unterdrückt darstellen (Ich habe zwar zig Millionen auf dem Konto und für mich arbeiten 20 000 Menschen, aber ich bin eine schwarze, lesbische, muslimische Rollstuhlfahrerin; bitte unterstützt mich in meinem harten Los!) oder sich wesentlich einfacher, weil oft nur rein virtuell stattfindend, als tugendhafter Unterstützer inszenieren, ohne sich dabei selbst existentieller Bedrohung ausgeliefert sehen zu müssen.

Ein Einfallstor, zumindest in Europa, dürfte dabei tatsächlich die irrige Ansicht gewesen sein, Feminismus sei links, so dass sich mit dieser Ideologie erstmals im linken Lager eine eindeutig auf biologistischem Essentialismus aufbauende Weltsicht ausbreiten konnte (Männer unterdrücken Frauen). Schon damals wurde dabei standhaft der offensichtliche Widerspruch dieses Gemeinplatzes zur traditionell linken Klassenfrage ignoriert, gewiss nicht ohne teils erhebliches Bewältigen kognitiver Dissonanzen. Die Frage, wie ein männlicher Tagelöhner denn bitte die Gattin eines Bankchefs unterdrücken solle, war so naheliegend und derart entwaffnend, dass sie einfach nicht mehr gestellt werden durfte, sobald es um die „Geschlechterfrage“ ging.

Durch die nunmehr nahezu vollständig stattgefundene Importierung weiterführender intersektionalistischer Biologismen aus den USA, stehen Identitätslinke endgültig nicht mehr vor der Aufgabe, diesen Widerspruch verleugnen zu müssen. In ihrem Weltbild wurde die traditionell linke Klassenfrage unter derart viel Bullshit begraben, dass sie quasi nonexistent geworden ist. Identitätslinke müssen keine kognitiven Dissonanzen mehr auflösen, um die offenen Widersprüche ihres biologistischen Essentialismus‘ zur Klassenfrage zu bewältigen, sie sehen diese Widersprüche einfach nicht mehr, weil das Konzept von Klasse in ihren Überlegungen gar nicht mehr auftaucht.

Es ist also wohl eher keine „böse Absicht“, sondern eher eine Entwicklung aus Bequemlichkeit heraus. Der Intersektionalismus ist ein klares Kind elitärer Kreise. Auch in diesen Kreisen ist es schick, sich selbst als links zu bezeichnen, weil links irgendwie allgemein als „gut“ gelabelt wird. Der Intersektionalismus als „linke“ Ideologie bringt nun aber direkt mit sich, dass sich Leute, die nach traditionell linker Sichtweise klar zu den „Privilegierten“ zählen, sich nicht mehr als solche fühlen und hinterfragen müssen. Der Intersektionalismus hält für viele Dinge bereit, dank derer sie sich an sich selbst etwas suchen können, um sich trotz allem Wohlstands und gesellschaftlichem Einflusses als irgendwie doch eigentliches Opfer darstellen zu können. So kann man sich auch als reiche Bankierstochter links fühlen, ohne sich aufgrund der eigenen Überzeugungen hinterfragen zu müssen.

Und selbst jene, für die der intersektionale Opferkatalog kein Kriterium bereithält, können Abbitte leisten, ohne wirklich schmerzhaft ans Eingemachte gehen zu müssen. Zumindest bis jetzt reicht es für jene aus, sich einfach ab und zu via Twitter ob ihrer weißen Männlichkeit verbal zu geißeln, um sich auch weiterhin als einer von den Guten fühlen zu können.

Früher haben Intellektuelle die linke Arbeiterbewegung philosophisch mit Ideen unterstützt, heute haben sie sie auf dem politischen Parkett weitgehend hingerichtet und ersetzt durch eine „linke“ Ideologie, mit der sie sich in erster Linie selbst aufgrund ihres eigenen gesellschaftlichen Status‘ reinwaschen können, sich nicht ob ihrer eigenen Privilegien „schämen“ müssen.

Lucas Schoppe über Biologismus und identitäre Linke

Lucas Schoppe:

Ich weiß nicht, ob es wirklich eine gute Idee ist, dem Biologismus der identitären Linken – die sich auf die Kategorien Rasse und Geschlecht kapriziert – mit einem anderen Biologismus zu begegnen. Dass Frauen stärker auf Gefühle, Männer stärker auf Sachebenenen bezogen wären, ist klischeehaft und erklärt zudem die linke Identitätspolitik, die sich auch in den „Grievance Studies“ ausprägt, nicht gut.

Denn deren Kennzeichen ist es ja keineswegs, dass dort Gefühle wichtig wären, sondern dass sauber zwischen Menschen unterscheiden wird, die Unterstützung verdienen, und denen, die es nicht tun. Die Gefühle der Menschen, die zur zweiten Gruppe gehören, werden dann entweder als toxisch dämonisiert oder als „white/male tears“ etc. lächerlich gemacht. Jeder klassische Sozialdemokrat war vielfach empathischer, als linke Identitätspolitiker es sind.

Gefühle sind bei denen lediglich eine Auszeichnung derjenigen Gruppen, die als wichtig wahrgenommen werden. Der Sinn einer Fixierung auf Gefühle ist es dann nicht aber etwa, diesen Menschen gerecht zu werden (denn dazu müssten Gefühle ggfs. ja auch mal kontextualisiert werden) – sondern ihnen die Last zu nehmen, ihre Position allgemein nachvollziehbar, mit Bezug auf eine gemeinsame Welt und in einem gemeinsamen Diskurs begründen zu müssen. Was für Gefühle sie haben, ist dann völlig unwichtig – wichtig ist lediglich, dass die Berufung auf Gefühle von Begründungspflichten und Plausibilitätserwartungen befreit. „Ich erlebe das so – willst DU mir das absprechen?“

Gut erkennbar ist die identitätspolitische Zweiteilung der Menschen am Beispiel der WUT, die bei den einen als Kennzeichen ihrer Niedrigkeit dasteht und ihre Position völlig entwertet („Angry white men“ etc.), bei den anderen als kräftiger und vitaler Ausdruck von Gerechtigskeitsbedürfnissen durchgeht.

Das ist u.a. deswegen interessant, weil die Zuschreibung der Wut zuerst SCHWARZE Männer und auch Frauen getroffen hat. Es ist eine im Kern immer schon rassistische Zuschreibung von oben herab, in der Emotionen als Ausweis von Primitivität hingestellt werden.

Kennzeichen der linken Identitätspolitik ist also keineswegs die Berufung auf Gefühle, sondern die Absage an universelle Konzepte. Dass ausgerechnet eine „linke“ Politik sich so entwickeln konnte, lässt sich leicht erklären. Mit dem Erfolg linker (in Deutschland: sozialdemokratischer) Politik wurden linke Parteien für Menschen interessant, die Positionen in den Institutionen anstrebten. Die SPD hat sich z.B. im Vergleich zur SPD der sechziger Jahre zu einer durchweg bürgerlichen Partei entwickelt, in der klassische Arbeiter kaum noch Chancen haben.

Das heißt: Hier sind jetzt Akteure entscheidend, die nicht mehr an gleichen Rechten für alle interessiert sind, sondern die ihre eigene, durchaus privilegierte Position behaupten und politisch orchestrieren möchten. Dafür ist es sinnvoll, Menschen in Opfer und Täter, Marginalisierte und Privilegierte etc. einzuteilen. Das knüpft erstens oberflächlich an klassische linke Konzepte an und dient zweitens der Begründung institutioneller Machtausweitungen – denn es gibt ja immer Gruppen von Menschen, die gegen andere Gruppen von Menschen Schutz und Beistand brauchen.

Die biologistische Orientierung (Rasse/Hautfarbe, Geschlecht) macht die Zuordnung jeweils sehr leicht und dient zudem dazu, ÖKONOMISCHE Unterschiede und Abhängigkeiten zu kaschieren. Daher ist es auch Kennzeichen der identitäten Linken, ökonomische Argumente immer nur oberflächlich anzuführen und von „Strukturen“ so zu reden, dass regelrecht gezielt Diffusion hergestellt wird. Um Gefühle geht es dabei nicht: Die Berufung auf Gefühle dient lediglich dazu, vielen allgemein relevanten Fragen ausweichen zu können.

Daher finde ich es auch völlig falsch, diese Politik auf Marx zurückzuführen. Ich würde an Marx zwar einiges aussetzen, aber DIESE Politik ist so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was er vertreten hat.

ARD Tatort: Sexismus geht, Rassismus nicht

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Eine solche Statistik zu präsentieren: Das ist Pfuibäh, das ist Rassismus, sowas ist nur mit weißen Männern erlaubt.

Abschließende Empfehlung: kann man sich den Film antun? Ja, wenn man Feminist ist.

Spoilerwarnung.

Der ARD-Tatort „National Feminin“, der einen Mord an einer weiblichen Ikone Rechtsgesinnter zum Plot hat, verhandelt das Thema Rassismus und identitäre Bewegung, welche das Abendland durch schrankenlose Einwanderung dem Untergang geweiht sieht. Dabei wird aber klargestellt, dass das eigentliche Problem nicht die Gewalt von Migranten, sondern die Gewalt von Männern ist. So wird dann die Propaganda abgespult, wonach alle 24 Stunden ein Mann versucht, seine Partnerin zu töten, was ihm aber nur alle drei Tage gelingt – was sind Männer aber auch unfähig (Sorry, aber ich habe langsam die Schnauze voll). Wer so Männer anklagt, ist progressives Mitglied der Gesellschaft; wer so über Migranten redet ist Rassist. Ein Mord an einem Mann ist dabei ein Mord, ein Mord an einer Frau ein „Femizid“ – und geht auf „patriarchale Strukturen“ zurück (weil ja Frauen niemals Männer ermorden). Ich kann’s nicht beschwören, aber ich glaube nicht, dass in dem Format auch mal das Wort Andrizid“ fällt.

Feminismuskritik, wie zum Beispiel der Wahnsinn, dass manche Frauen lieber in der Familie sind als auf Karriere, oder dass alleinerzogene Kinder überdurchschnittlich oft Entwicklungsstörungen zeigen, kann dann natürlich nur aus der rechten Ecke kommen. Solchen Verschwörungstheorien steht aber die alleinerziehende Kommissarin und Karrierefrau entgegen, deren Sohn sich prächtig macht.

Eine der Protagonisten ist eine rechtsgesinnte, angehende Bundesverfassungsrichterin, die auch zu den Verdächtigten zählt. Ich persönlich halte nichts von einer Rechtskonservativen als Bundesverfassungsrichterin, die vermutlich ohne viel Federlesens den Zwangsdienst wieder einführen würde, damit der deutsche Mann auch die deutsche Frau beschützen kann (ich halte aber auch nichts vom Islam, aber nicht, weil ich rechts bin, sondern weil der Islam rechts ist). Die Identitären sind dabei ganz große Frauenbeschützer, die die tuetsche Jungfrau gegen die Horden mit Migrationshintergrund verteidigen, allerdings entpuppt sich dann einer der Hardcore-Identitären als der eigentliche Mörder, welcher auch nur „uralte männliche Gewalt“ ausübt, womit all seine hohlen Phrasen, Frauen vor Ausländern zu schützen, als hohle Phrasen entlarvt werden (ich hab’s übrigens kommen sehen, ungeschickter Krimi). Dennoch: Identitär bewegte Frauen sehen den (weißen) Mann als Verbündeten, sie stellen ihn nicht unter Anklage („jeden dritten Tag tötet ein Mann…“) sondern leben und arbeiten mit ihm zusammen. Wenn Du also links bist, und nicht mehr die Scheiße von den Stiefeln deiner Herrinnen lecken willst, lohnt es sich vielleicht, darüber nachzudenken, das Lager zu wechseln – also zu den Maskulisten, nicht den Identitären.

Auch ist auffällig, dass zum Ende des Films keine wirklich bösen Frauen übrigbleiben; dass böse Frauen zu guten mutieren, habe ich bereits öfter beobachtet, als ein weiteres Beispiel hierfür kann „Toystory 4“ (guter Film) angeführt werden. Das Mordopfer, eigentlich eine Hardcore-Identitäre, vögelte mit jemanden aus dem linken Lager; die andere ist eine Marionette, und kriegt das, was sie an ausländerfeindlichen Parolen raushaut, von einem Mann diktiert; und die rechte, angehende Bundesverfassungsrichterin entpuppt sich als eigentlich doch ganz sympathische Lesbe. Frauen können nicht aus sich selbst heraus der falschen Gesinnung anhängen, sie werden nur verführt.

Und zum Schluss?

Bei Nasenbluten soll man den Kopf nicht in den Nacken legen – fail.

Migranten und Multikulti

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…weil Europa noch nicht zum Suizid bereit ist?

Was Gerechtigkeit ist, darüber wird viel philosophiert. Der Philosoph John Rawl legte dazu ein bestechendes Konzept vor:

Rawl stellt die Frage, wie ein gültiger, gerechter Gesellschaftsvertrag aussehen würde. Also eine Abmachung, die alle rationalen Menschen freiwillig getroffen hätten. Hierzu entwirft er einen „Urzustand“. Man kann sich das wie einen Raum vorstellen, in welchen die Regeln der Gesellschaft festgelegt werden, in die man hineingeboren wird, wobei – und das ist der springende Punkt – niemand weiß, welchen gesellschaftlichen Status er innehaben wird. Keiner weiß, welcher Klasse er angehören wird, noch sonst irgendwas wie Körperkraft, Intelligenz, Gesundheit, Geschlecht, Hautfarbe etc.

Und jetzt stelle man sich vor, man säße in diesem Raum und stellte sich vor, man wäre in einem miesen Land geboren und hätte die Chance, in ein gutes Land zu migrieren. Viele würden sich wohl wünschen, über eine solche Option zu verfügen.

Derzeit bahnt sich eine neue Flüchtlingskrise an. Tausende von Migranten wurden von der Türkei zur Grenze Griechenlands chauffiert, welches sich aber weigert, sie passieren zu lassen. Jetzt hat Erdolf 1.000 Polizisten hinterhergeschickt, die sicherstellen sollen, dass Migranten, die den Übergang bereits geschafft haben, nicht wieder zurück auf türkischen Boden kommen. Das heißt: Tausende von Menschen, zu denen tragischerweise auch Kinder gehören, sind gefangen im Niemandsland zwischen zwei Staaten und werden dort aufgerieben. Wie wird es weitergehen? Winkt Griechenland die Flüchtlinge durch, nimmt die Türkei sie zurück, oder bildet sich dort ein dauerhaftes Lager?

In Deutschland trendet dazu der Hashtag „#wirhabenplatz“, soll heißen, es gibt keine Probleme, wenn tausende oder gar Millionen von Migranten einwandern. Das ist ein Irrtum, und das beharrliche Weigern, die daraus resultierenden Probleme anzuerkennen, verschafft der AfD Zulauf.

Über die Situation in Frankreich berichtet bspw. der „Deutschlandfunk“:

Führende französische Islamwissenschaftler schlagen Alarm: Radikale Islamisten seien dabei, schleichend ganze Stadtviertel unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie zwängten ihre extrem konservativen Normen der muslimischen Gemeinde auf. Der Staat, obwohl der Laizität verpflichtet, reagiere hilflos.

„Wir haben es mit einem Paralleluniversum zu tun. Es geht im Grunde um den Konflikt zwischen zwei gegensätzlichen Weltbildern: dem der Emanzipation, der Aufklärung und dem salafistischen Verständnis von einem Gott, der die ungeteilte Aufmerksamkeit und das ganze Engagement des Gläubigen einfordert.

„Es ist ein Kulturkampf zwischen denen, die unsere muslimischen Mitbürger mit ihrer salafistischen Vision in Geiselhaft nehmen, eine Vision, die direkt zum Dschihad gegen die Ungläubigen führt – und auf der anderen Seite jenen, die daran glauben, dass es in der französischen Gesellschaft für alle Menschen, unabhängig von ihrem Glauben, den gleichen Platz gibt, nach dem Prinzip der Laizität.“

Die französischen Sicherheitsdienste haben in einer geheimen Analyse, über die das „Journal de Dimanche“ dieser Tage berichtete, 150 Territorien ausgemacht, die sich bereits in der Hand der Islamisten befinden.

Bis hin zu den Kleidervorschriften für die Frauen. Das Tragen des Schleiers sei in bestimmten Gegenden für Frauen mittlerweile unausweichlich. Frauen, die dies nicht tun, liefen Gefahr, geschlagen und vergewaltigt zu werden.

Zugleich bräuchten die Frauen den Schleier als eine Art Versicherungspolice gegen Überfälle. Denn Kriminelle lassen verschleierte Frauen in Ruhe.

….

Außenstehende würden in solchen Viertel gar nicht mehr geduldet, wer nicht dazu gehöre, werde schnell von kräftigen jungen Männern unter Androhung von Gewalt zum Gehen aufgefordert. Kinder sollen nicht mehr in die öffentlichen Schulen gehen, weil die ja laizistisch seien und damit islamfeindlich. Stattdessen würden sie in islamischen Einrichtungen, in illegalen Koranschulen oder per Internet unterrichtet.

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Weniger schlimm, aber in die Richtung gehend, wird über die Situation an den Schulen berichtet:

Zwischen April und Juni hat es demnach mehr als 1000 religiös motivierte Streitfälle in französischen Klassenzimmern von der Grundschule bis zur Oberstufe gegeben, davon 404 „schwere Fälle“.

In dem jüngsten Geheimdienstbericht sind etliche Beispiele dafür aufgeführt. In einer Klasse weigerten sich Kinder, dem Unterricht zu folgen, weil im Klassenzimmer rote Tische standen. Sie argumentierten, diese Farbe sei „haram“, also vom Islam verboten. Blanquer sprach angesichts solcher Fälle von einem „neuen Erfindergeist“, wenn es darum gehe, die Institution Schule in Frage zu stellen. In dem Bericht sind zudem etliche Fälle von verweigerter Teilnahme am Sport- und Schwimmunterricht aufgelistet. Die Verbreitung salafistischer Glaubensgrundsätze in vielen Banlieue-Gemeinden führe dazu, dass sich auch der Biologieunterricht immer schwieriger gestalte. Sexuelle Aufklärung könne nicht stattfinden, weil dies geradezu tumultuarische Proteste auslöse. So weigerten sich Schüler schon, menschliche Körperteile zu zeichnen. Klassiker französischer Literatur würden nicht gelesen, weil sie den strengen Sittenvorstellungen in den Familien zuwiderliefen, heißt es in dem Bericht. Die neue Prüderie gehe so weit, dass sich schon in Grundschulklassen Jungen weigerten, Mädchen die Hand zu geben.

In dem Geheimdienstbericht wird der gewachsene soziale Druck auf Kinder aus Einwandererfamilien dokumentiert, die sich in der Kantine nicht den islamischen Nahrungsvorschriften unterwerfen wollen. So weigerten sich an etlichen Schulen Kinder, ihren Tisch mit Klassenkameraden zu teilen, die das übliche Menü aßen. Diese würden gehänselt und zum Teil auch von ihren Mitschülern bedroht, weil sie „keine guten Muslime“ seien, heißt es in dem Bericht.

Es ließen sich viele weitere Quellen anführen, die alle auf eins hinauflaufen: Die Migranten weigern sich, sich zu integrieren. Nicht sie passen sich an, sondern sie streben eine Anpassung der Einwanderungsgesellschaft an ihre Ideologie an. Und damit kommen wir zu Rawls zurück: Die Vertragspartner würden sich nicht nur darauf einigen, dass man ein Recht zu Migration hätte, sondern auch darauf, dass man im Einwanderungsland ein die Gesellschaft stützendes Mitglied wäre. Das heißt: Auch Migranten sind in der Pflicht.

Dieser Pflicht kommen aber gerade Muslime nicht nach. Und damit bin ich in den Augen Linker, meiner politischen Heimat also, ein „Rechter“, was an Idiotie kaum zu überbieten ist, denn: Der Islam ist ein rechte Ideologie. Mir meine Ablehnung des Islam als „rechts“ auszulegen, ist in etwas genauso logisch, wie mich zum Nazi zu stempeln, weil ich den Nationalsozialismus ablehne. Ich habe kein Problem mit Einwanderern aus buddhistischen Ländern, weil ein Buddhist nicht dazu neigt, mit einem Messer zuzustechen, wenn man seinen Gott beleidigt – was erlaubt sein muss. Ich bin links, nicht bescheuert. Um das zu verdeutlichen: Mir wäre es lieber, wenn ich Migranten, auch muslimische, als Nachbarn hätte, als dass sie Parallelgesellschaften bilden würden. Wenn man mit Muslimen problemlos in Schulen und Unis umgehen könnte, weil sie akzeptieren, dass man ihren Glauben nicht teilt; und die einen deswegen nicht mobben, wenn man Schweinefleisch ist; und einen nicht nötigen wollen, das Kopftuch zu tragen.

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Und damit komme ich zum Thema „Multikulti“, eine Utopie, bei der viele Linke nicht verstehen, dass sie nur funktionieren kann, wenn alle beteiligten Kulturen bestimmte Grundwerte teilen, Teil ihrer Kultur sind, wie ganz besonders Toleranz und Akzeptanz anderen Kulturen gegenüber. Es geht schief, wenn eine der beteiligten Kulturen intolerant ist. Gegen andere Kulturen. Gegen andere Religionen. Gegen andere Minderheiten wie Schwule und Lesben. Wenn in einer Kultur der Glaube gepflegt wird, man selbst sei wertvoll, ein Herrenmensch, während die Anderen Untermenschen, Ungläubige seien, die man verfolgen und töten darf, kann, soll. Liebe Linke, kapiert endlich: Die sind nicht links. Und die sind vor allem nicht: Multikulti.

Zu den Problemen mit den Flüchtlingen deshalb der Vorschlag:

Zwar fordern Betts und Collier, dass im Fall einer Notlage alle Staaten als Zeichen der Solidarität einige Flüchtlinge aufnehmen. Darüber hinaus sei es in der Regel jedoch sinnvoll, Menschen in Nachbarstaaten, mit denen sie eine Sprache und Kultur teilen, unterzubringen. Die Integration sei einfacher, die Versorgung günstiger, und zudem kehrten Flüchtlinge vor dort aus nach einem Ende der Krise eher in ihre Heimat zurück. Das entlasse andere Staaten aber keineswegs aus ihrer Verantwortung, die Zufluchtsländer massiv mit Ideen und Geld zu unterstützen

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Verständlich, dass man da weg will. Es sollte geholfen werden.

Abrissbirne

Birgit Kelle weiß es auch. Sie weiß etwas, was nicht nur Feministen sondern im Grunde die ganze Gesellschaft weiß: Männer sind schuld. Nun, das ist weder neu noch originell, aber woran sind Männer jetzt wieder schuld, laut der leidenschaftlichen Mutter, die sich gerne mal mit Feministen anlegt? Ganz einfach: Am Feminismus, genauer: Am Genderismus.

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Schwangere Männer: Fiese Aneignung durch das Patriarchat.

Dass also nicht mehr von der „Mutter“ geredet werden soll, sondern von dem „Elter“; nicht mehr von der „schwangeren Frau“, sondern von der „schwangeren Person“, ist nicht auf dem Mist von Feministinnen gewachsen – den Genderisten, die die herkömmlichen Geschlechter auflösen wollen, sondern: auf dem der Männer. Männer, die auch die traditionelle Rollenverteilung abschaffen und die Frau nötigen wollen, ein ganzes Leben lang unbelastet von „Erziehungsarbeit“ malochen zu gehen. Männer, die der führenden Feministin Simone de Beauvoir folgend auf der Weltfrauenkonferenz 1995 festgelegt haben, dass jede Frau in jeder Lebensphase einer Arbeit nachzugehen habe, denn:

»Keine Frau sollte das Recht haben, zu Hause zu bleiben und die Kinder großzuziehen. Die Gesellschaft sollte völlig anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, und zwar genau deshalb, weil, wenn es eine solche Möglichkeit gibt, zu viele Frauen sich dafür entscheiden würden.«

Also schuld sind Männer. Wieder mal. Auch ein altersdiskriminierender, rassistischer Seitenhieb auf die „alten weißen“ darf natürlich nicht fehlen.

Kelle stellt fest, dass Männer Frauen berauben, ihnen ihre urtümliche Weiblichkeit entwenden wollen:

Mutterschaft und Weiblichkeit sind das einzige, was Männer sich nur mit Gewalt, Ausbeutung oder mit juristischer Hilfe aneignen können. Und jetzt tun sie es auch. (erst „jetzt“? Anm. yx)

Ja, ja, in Wirklichkeit haben Frauen keinen Penisneid, sondern Männer einen Gebärneid. Schon die Störenfriedas hielten nicht als erste fest, dass Männer Frauen hassen, weil sie selbst nicht wie die „Göttinnen“ Kinder bekommen könnten – daher die traditionelle Rollenverteilung, in welcher sich Männer ein ganzes Leben lang den Arsch aufreißen, damit es die ihren auch gut im Leben haben. Das ist nicht im mindesten selbstlos, Männer machen das nur, um Macht über Frauen und Kinder auszuüben.

Aber gut: Das Vertrackte an Kelles Diagnose ist, dass sie zum Teil wahr ist. Das stellte schon die männerfreundliche Feministin Esther Vilar fest: Der etablierte Mainstreamfeminismus ist ein männlicher Feminismus, ich dazu in einer Rezension zu Kelle:

Man fühlt sich an Nietzsche erinnert, der anmerkte, Feminismus sei weniger Kampf gegen den Mann als vielmehr der Kampf der missratenen Frau gegen die wohlgeratene. Kranke Frauen, die ein männliches Leben in der außerhäuslichen Arbeit als die Erfüllung, als das Sinnstiftende, als das alleinig Respektable ausmachen: Das war es, was Esther Vilar meinte, als sie sagte, Lesbofeministinnen wie Schwarzer hingen einem „männlichen Feminismus“ an, der von Männern erfunden wurde und Simone de Beauvoir hätte nur ein Männerbuch geschrieben und dieses mit einem Frauennamen unterzeichnet – und um ein männliches Leben führen zu können, dürfen Kinder, die einen zur Mutter machen, nicht stören.

Auch wenn Kelle zumindest teilweise in diesem Punkt – dass Männer mal wieder die Schuld tragen – richtig liegt, drängt sich doch die Frage auf, ob sie denn kein Mitleid mit den Feministinnen hat. Wenn diese noch nicht mal den Genderismus erfunden haben, was bleibt dann noch? Ach ja, der Kaffeefilter *duck und weg*.

„Die“ Männer sind schuld. Auch dann, wenn nur zwei oder drei der genderistischen Ideologie folgen und darauf bestehen, „Frauen“ zu sein und somit weibliche Privilegien mopsen (Wo sind eigentlich die Frau-zu-Mann-Transsexuellen, die sich männliche Privilegien aneignen wollen?). Zum Beispiel Vorzugsbehandlung bei Quoten. Zum Beispiel einen Aufenthalt im Frauenknast, denn dieser ist im Vergleich zum Männerknast ein Wellnesshotel.

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Weitergehen, hier gibt es nichts von Interesse.

Oder Obdachlose, die als „Transfrauen“ vielleicht einen warmen Schlafplatz ergattern können. In Alaska. Kelle hat Mitgefühl mit Obdachlosen. Aber nur mit den besseren. Dass es schlimm ist, im Freien zu übernachten, sieht sie nur bei Frauen. Männer sind ihr egal, auch wenn sie elendig krepieren, erfrieren, was öfter mal passiert im „Patriarchat“, aber im Gegensatz zu unerwünschten Komplimenten kein Thema ist, denn: Männer sind Täter. Nicht Täter sind Täter, Nein: Männer.

Es ist verdammt kalt in Alaska, und Laurie sagt, einige dieser Frauen würden trotzdem lieber nachts im Freien schlafen, als noch einmal in ihrem Leben in einem Raum mit einem Mann. Nahezu 100 Prozent ihrer Frauen dort seien Opfer von männlicher Gewalt, Vergewaltigung, sexueller Übergriffe. Durch Männer.

Deshalb ist in dem Obdachlosenasyl – ein Safe Space für Frauen – kein Platz für Männer. Anton und Bob, die sich nie etwas zu schulden kommen ließen, außer vielleicht arm zu sein, müssen also im Freien übernachten, in Alaska, weil sie ein unverschuldetes Merkmal mit anderen teilen, die tätlich wurden, so die Sohnmutter in bester Übereinstimmung mit dem herrschenden Feminismus. Mal ’ne Frage an die Linksfeministinnen hier: Was ist eigentlich von einem „Safe Space“ für Weiße zu halten, die schlechte Erfahrungen mit messerstechenden Farbigen gemacht haben?

Ich schrieb mal, wenn man Feminismus nicht wählen wolle, könne man nur den rechten Rand wählen. Kelle stellt unter Beweis, dass Schuldzuweisungen gegen Männer sowie eine erbarmungslose und tödliche Mitgefühlskälte auch dort erfolgreich sein kann. Ich habe in meiner Rezension zu ihr dazu aufgefordert, sich mit Männern, genauer: Trennungsvätern zu solidarisieren, denn wer die entväterte Gesellschaft toleriert, erhält im feministisch-neoliberalen Zuge auch die entmütterte. Kelle fährt mit voller Kraft in die entgegengesetzte Richtung und prügelt wie jede Vulgärfeministin auf Männer ein.

Antifeministen sind rechts…

Gewidmet der „Dame von Welt“:

Die Grünen sind eine Nazipartei. Das zu beweisen ist denkbar einfach: Nazis sind Naturschützer. Grüne sind Naturschützer. Also sind Grüne Nazis.

Wer jetzt glaubt, dass nur dumme Menschen auf diesen logischen Fehlschluss hereinfallen, den muss ich enttäuschen. Es sind „Menschen von Welt“ und Pfeifen, die sich mit Professorentiteln schmücken und exakt dieselbe Unlogik auf Rechtsradikale und Antifeministen anwenden. Nazis sind gegen Feminismus. Und da Maskulisten gegen Feminismus sind…

Breivik war ein Terrorist und zudem Antifeminist. Also sind Maskulisten auch potentielle Terroristen und Massenmörder. Ja, der Speerspitze der progressiven Elite ist das nicht zu peinlich.

Aber der Reihe nach. Warum sind Rechte gegen Feminismus? Rechte hängen einem Weltbild an, in welchem er auf dem Schlachtfeld verreckt während sie ihm dabei zujubelt und zudem die Kinder hütet. Das ist für den Rechten die natürliche Ordnung der Dinge. Wenn nun Feministen – die zwar auch dafür sind, dass er auf dem Schlachtfeld verreckt – die Frau ins Berufsleben nötigen wollen, dann kollidiert das mit dieser rechten, natürlichen Ordnung und damit sind Rechte oder gar Nazis geschworene Feinde der Feministen.

Und hier kommen die Männerrechtler ins Spiel. Die sind auch Antifeministen. Warum? Weil sich Feministen einen Dreck um das Wohlergehen der Männer kümmern, sie als Feinde wahrnehmen, die man hindern und sabotieren muss, während der Männerrechtler oder auch Maskulist umgekehrt die Interessen des männlichen Geschlechts wahren will. Damit aber kollidiert er ebenfalls mit dem traditionellen, „natürlichen“ Rollenbild. Denn der Maskulist lehnt es entschieden ab, dass der Mann im Krieg verheizt wird, ja – und hier wird er richtig gefährlich für das neoliberale wie matriarchale System – er lehnt auch die lebenslange Ausbeutung des Mannes als Arbeitsdrohne ab zugunsten der Gesellschaft, welche demnach eine der Frauen wäre. Für den Männerrechtler gehört nicht das „Kind zur Mutter“, wie es für Konservative eine unhinterfragte Selbstverständlichkeit ist, sie betonen vielmehr die Wichtigkeit des Vaters für die Kinder und pochen auf Gleichberechtigung zwischen Müttern und Vätern.

Solche Männerrechtler sind links und sie wollen etwas ganz anderes als „Rechte“ mit ihrem „Sie am Herd, er im Bergwerk“-Konzept. Rechte, die gegen Feminismus sind, sind es nicht deshalb, weil sie die Interessen des Mannes vertreten – das tun nur Männerrechtler. Beide sind gegen Feminismus, aber aus völlig unterschiedlichen Motiven heraus und auch mit vollkommen unterschiedlichen Vorstellungen, wie eine gerechte Geschlechterordnung aussehen sollte.

Bemerkenswert ist, dass die Gegner der neuen Männerbewegung sich solcher Mittel bedienen müssen. Ich sehe das als Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind, offenbar kann man außer Verleumdungen nichts gegen uns vorbringen.

Zurück zur Elite, die Breiviks Massenmord instrumentalisiert. Breivik schrieb in seinem Manifest:

„Ich fühle mich nicht wohl mit dem Konzept, Frauen zu Töten, weil sie einfach zu wertvoll sind, um sie in Gefahr zu bringen“

Für jemanden, der das Leben eines Mannes nicht geringer schätzt als das einer Frau, eine völlig inakzeptable Haltung. Sie passt viel besser zu einem Feministen, der lieber Männer als Frauen opfert. Feine Gesellschaft, in welcher sich der Feminist da befindet.

Wie Linke und Rechte Männer als Vergewaltiger verhetzen

Wir leben in einer Verleumdungskultur, wonach wir in einer „Rape-Culture“ leben, also jeder Mann ein potentieller Vergewaltiger sei und Vergewaltigung ein Verbrechen mit epidemischen Ausmaß.

Sie ist ein Vergewaltigungsopfer, welches sich bei Männern entschuldigt. Um diesen ersten wohl erklärungsbedürftigen Satz genauer zu erklären: Das Opfer ist links. Und die Täter nicht deutsch. Somit entschuldigt sich das Opfer bei Migranten, die zu Unrecht als Vergewaltigter in rassistische Kollektivhaft genommen werden; sie entschuldigt sich dafür, dass die Migranten rassistisch angefeindet werden und schließt mit einem Satz, den man gerne mal auch als weißer Mann hören würde:

Du bist nicht das Problem. Du bist überhaupt kein Problem.
Du bist meistens ein wunderbarer Mensch, der es genauso wie jeder andere verdient hat, sicher und frei zu sein.
Danke, dass es dich gibt – und schön, dass du da bist.

Das heißt: Hier, bei den richtigen Menschen macht man das, was eigentlich selbstverständlich ist und was man genauso bei den „falschen“ Menschen praktizieren sollte: Von einzelnen Tätern sollte nicht auf die ganze Gruppe geschlossen werden: Du als Individuum bist in Ordnung so wie Du bist, Du bist wundervoll und es ist schön, dass Du da bist. Eine Kollektivhaft wird energisch abgelehnt.

Jetzt sind die Gruppen, die das nicht so halten, unterschiedlich aufgestellt. Weiße Feministinnen würden nie auf die Idee kommen, sowas über weiße Männer zu sagen. Und Rechte würden sowas nie über Migranten sagen.

Ob man also einen unschuldigen Mann in Sippenhaft nimmt, hat viel damit zu tun, welche Hautfarbe er hat. Unterschiedliche Hautfarben führen zu unterschiedlichen Anklägern. Es ist in beiden Fälle Hetze, und sie wirkt. Rechte schüren Hass gegen Migranten indem sie sie zu Vergewaltigern stempeln, und Feministen schüren Hass gegen Männer, indem sie sie zu Vergewaltigern stempeln. Wenn sich diese Parteien mal die Arbeit der konkurrierenden Gruppe ansehen würden, dann könnte ihnen aufgehen, dass ihre Strategie des Schürens von Antipathie und Hass nicht sauber ist, denn genau derselbe Dreck wird von einer verfeindeten Fraktion praktiziert – Feministen sind Feinde der Rechten und die Rechten sind Feinde der Feministen, aber beide wenden dieselbe Strategie an. Oder aber als Alternative: Die feministische Fraktion erklärt auch nichtweiße Menschen zu Vergewaltigern und die rechte Fraktion macht dasselbe mit weißen Männern. So können sich sowohl linke als auch rechte Frauen – nachdem alle Männer als potentielle Vergewaltiger ausgegrenzt wurden – darauf einigen, dass alle Männer Unholde sind, ganz unabhängig von der Hautfarbe. Es lebe der Antirassismus!

Ähnlich dem obigen Beispiel richten sich nun amerikanische, rechtsgesinnte Frauen in einem Wahlwerbespot an potentiell falschbeschuldigte Männer mit der Botschaft Wir glauben dir (daran sollten sich Linke ein Beispiel nehmen):

 

Ausländer: Wechsle die Straßenseite, wenn Du Deutschen entgegenkommst

… denn Du bist eine Bedrohung. Viele deiner Landsmänner sind Messerstecher, die Deutsche schon mal töten. Das hat zur Folge, dass sich Deutsche durch Ausländer bedroht sehen. Genauso wie sich Feministinnen von Männer generell bedroht sehen, wie zum Beispiel diese Lady hier:

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Jetzt könnte man natürlich einwenden, dass das Gefühl der Bedrohung durch Farbige auf rassistischen Vorurteilen basiert, wohingegen die sexistischen Vorurteile gegen Männer generell keinen Sexismus darstellen können, da Männer anders als Migranten an der Macht sind. Hierzu gilt aber: Das Gefühl der Bedrohung, wie es zum Beispiel die Frauen von 120dB erleben, ist real – denn kein Messerstecher lässt sich davon abhalten, zuzustechen, weil die institutionellen Machtpositionen nicht von seinesgleichen besetzt sind.

Wenn einer Feministin ein Mann entgegenkommt, dann ist ihr Bedrohungsgefühl real, weshalb der Mann entsprechend die Verantwortung zu übernehmen hat, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass er sie angreift, gegen Null geht.

Wenn einer 120dB-Frau ein Araber oder Schwarzafrikaner entgegenkommt, dann ist ihr Bedrohungsgefühl real, weshalb der Mann entsprechend die Verantwortung zu übernehmen hat, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass er sie angreift, gegen Null geht.

Das bringt mich zu einem ähnlich gelagerten Fall: Es gibt Männer, die nicht allein mit einer Frau im Fahrstuhl fahren, aus Angst, falschbezichtigt zu werden, kurz und knackig bringt es Kachelmann auf den Punkt: „Frau rein, ich raus“. Müssten jetzt nicht eigentlich die Frauen aussteigen, da von ihnen diese Bedrohung ausgeht?

Ich glaube nicht, dass mir hier ein Feminist zustimmen würde. Zurück zu den Ausländern und den zu wechselnden Straßenseiten: Wenn das eine rassistisch und unberechtigt ist, da das Gefühl der Bedrohung auf falschen Vorurteilen basiert, dann ist es genauso sexistisch und unberechtigt, Männer generell so anzugehen. Entweder man kauft beides und gar nichts.

Rammstein und die Frauen – eine Liebesgeschichte

  1. Eine Liebesgeschichte
  2. Warum Rammstein nicht rechts ist

Dass der Mann die Frau schon immer unterdrückt hat und es heute noch tut, ist ein feststehendes unhinterfragtes Dogma, so wahr wie morgens die Sonne aufgeht. Eine Geschichte, die einem unter anderem von den eigenen Müttern eingetrichtert wird. In der Geschichte waren es immer wieder die klügsten Geister, die dieses Märchen eben als Märchen durchschauten. Für die Frau gibt es kaum eine komfortablere Lebensweise, als sich das Leben von einem arbeitenden Mann unterhalten zu lassen. Das ist auch der Grund, warum das traditionelle Geschlechterrollenmodell – er im Werk – sie am Herd – bis heute nicht überwunden ist, obwohl es unmöglich ist, in dieser Gesellschaft aufzuwachsen, ohne als Mädchen eindringlich davor gewarnt zu werden: „Wer sich nicht wehrt, endet am Herd!“ Nun, besser am heimischen Herd als fremder Leute Toiletten putzen!

Rammstein singt in ihren Liedern davon, wie Männer Frauen dienen – bis in den auch mal grausamen Tod. In dem Video zu „Rosenrot“ wird die Geschichte erzählt von einem Mönch, der sich durch eine Schönheit verführen lässt, auf ihren Willen hin ihre Eltern tötet, dann aber durch eben jenes liebreizende Mädchen verraten wird, was für ihn bedeutet, als Mörder bei lebendigen Leibe verbrannt zu werden. Im Liedtext, welcher analog erzählt, wie ein Geliebter durch einen Liebesdienst zu Tode kommt, heißt es:

„Sie will es und so ist es fein
So war es und so wird es immer sein
Sie will und so ist es Brauch
Was sie will bekommt sie auch“

Der Wille der Frau regiert die Welt, und unter ihrer Schönheit verbirgt sich das Grauen.

In dem Video „Sonne“ agieren die Männer der Band als Zwergensklaven einer sowohl schönen als auch übermächtigen Herrin, die das von den Zwergen in harter Arbeit geschürfte Gold wie Koks schnupft. Ihre göttlich anmutende Schönheit ist der Schlüssel dazu, dass sie von den Männern, die da aus dem schmutzigen Grund der Welt zu ihr aufschauen, angebetet wird. Die Frau als Göttin und der Mann als deren Diener. In „Du hast“ wird das wohl weibliche Anliegen, den Eheschwur abzulegen, und sich damit bis zum Tod zu binden mit einem klaren „NEIN!“ abgelehnt. Leicht kann man nun die Zeilen „Du hast mich…“ im Sinne von „Hassen“ auffassen. Da bleibt nichts mehr von Liebesheirat, vielmehr steht die Ehe in diesen doppeldeutigen Zeilen unter Verdacht, nicht Glück zu sein sondern ein Übel, das man jemandem wünscht, den man hasst. „Roter Sand“ hingegen erzählt eine Wilder-Westen-Geschichte, ein Pistolenduell wiederum aus Liebe. Dieses hat aber kein Happy End, der Mann, der sich auf dieses selbstmörderische Unterfangen im Namen der Liebe einlässt, wird tödlich getroffen und färbt mit seinem Blut den Sand rot.

All dies sind Aspekte, die dem gewöhnlichen Narrativ, wonach der Mann oben und die Frau unten steht, entgegensteht. Die Liebe des Mannes ist eine dienende Liebe, und zwar bis den Tod, der auch grausam sein kann.

Die Künstler durchschauen aber nicht nur diese matriarchale Lüge zur weiblichen Wohlstandssicherung, sie greifen auch ein anderes Motiv auf: So gesellt sich zur dienenden Liebe die räuberische Liebe als ihr gegenteiliges Widerpart, in welcher nun er oben ist. Es ist ein von Frauenverstehern wie im Mainstream geleugnetes Phänomen, wonach sich Frauen nach einem Raubtier von Mann sehnen. Dazu gehört, dass verurteilte Mörder im Knast Liebesbriefe von dahinschmelzenden Frauen erhalten, oder solche Werke zu Bestsellern werden, in denen er sie bis auf das Äußerste dominiert, sie vollständig unterwirft, wie in diesem unsäglichen „50 shades…“ Auch sind tierisch-instinkthafte, übermenschlich starke Vampire und Werwölfe ein guter Garant für Erfolg bei einem Publikum, das sich offenkundig animalische Männer wünscht, die sich nicht domestizieren lassen. Diesem Muster folgend verfolgt in Rammsteins „Du riechst so gut“ ein Werwolf eine Schönheit, um sie zuerst zu verführen, dann aber als seine Beute über sie herzufallen und damit zu einer Werwölfin, eine der ihren zu machen – räuberisch romantische Leidenschaft, die Anklang findet.

Das ist Kunst, die sich auf ein Wissen bezieht, das latent unter den Lügen des Alltäglichen verborgen liegt, kurz aufblitzt, etwas in einem anspricht, aber nicht greifbar bleibt, kaum eine klare Erkenntnis erschafft, welche die große Lüge vom herrschenden Mann und der unterdrückten Frau nachhaltig durchschaut und damit entlarvt.

Allerdings springt Rammstein im Video zu „Radio“ auf den feministischen Zug auf, indem sie die Geschichte eines Frauenaufstands gegen eine vermeintliche Männerherrschaft erzählen. Dabei wird auch eine Friseuse gezeigt, die einem Mann ein Ohr abschneidet. Diese Verstümmlung mit getauschten Geschlechtern, eine Szene, in welcher ein Mann eine Gewalttat gegen eine Frau verübt, eingebettet in einem Kontext, welcher diese Tat als eine gute und gerechte beschreibt: Das wäre eine Provokation, das würde zu einem Aufschrei führen. Gegen einen Mann geht es gänzlich unter, bleibt unkommentiert.

2. Warum Rammstein nicht rechts ist

Rammstein sieht sich immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, rechts zu sein. Einer der schwerwiegendste Hinweise darauf ist das Video zu dem gecoverten Song „Stripped“. Im Video wird Material der Nazikünstlerin Leni Riefenstahl verwendet. Jetzt geht es in dem Song darum, nackte, schöne, ästhetischen Körper zu sehen – „let me see you stripped.“ Dies wird vom Video entsprechend untermalt und auch wenn es Nazikunst ist, so muss man einräumen, dass Riefenstahls Ästhetik höchsten Ansprüchen genügt, was zur Frage führt: Darf man Nazikunst schön finden, wenn sie tatsächlich schön ist? Oder um Analogien heranzuziehen: Darf man noch Filme mit Kevin Spacey sehen oder Musik von Michael Jackson lauschen, wenn er sich tatsächlich an Kindern vergangen haben sollte? Ist seine Musik deshalb nicht mehr gut? Oder auch: Der Jude Martin van Creveld analysierte in seinem Buch „Kampfkraft“, warum die deutsche Armee den anderen überlegen war. Darf man nüchtern oder bedauernd feststellen, dass die Nazi kriegerisch vorne lagen, ohne gleichzeitig ein Nazi zu sein? Goebbels war gut in Manipulation und Propaganda. Riefenstahl war eine große Künstlerin. Auch wenn sich Nazis über das Video gefreut haben dürften, stellt es weniger Nazipropaganda als eine Provokation dar, wobei nicht Nazis sondern die breite, deutschsensible, holocaustbewusste Bevölkerung die Zielgruppe ist, und Provokation ist ein weit verbreitetes Stilmittel in der Kunst.

Auch das Rechte gerne Rammstein hören, sticht nicht, denn Rechte stehen auf harte Musik und damit passt ihnen Rammstein als Neue-deutsche-Härte-Band besonders gut.

Um sich dem anhaltenden Vorwurf, rechts zu sein, zu entziehen, brachte die Band „Links 2 3 4“ heraus, welches einerseits mit Zeilen wie

„Sie woll’n mein Herz am rechten Fleck
Doch seh’ ich dann nach unten weg
Da schlägt es links
Links, zwo, drei, vier“

den Vorwurf aufgreift und verwirft, dann aber mit einem militärisch-martialischen Stil gleich eine neue Provokation schafft für Linke, die sich auch einem Pazifismus verpflichtet fühlen. Das Video zu dem Song beschreibt ein kommunistisches Aufbegehren von Ameisen (= Arbeiter) gegen übergroße, fette Käfer (= Oligarchen). Ein Bandmitglied kommentiert:

„Wir sehen die Welt anders als in links und rechts aufgeteilt. Aber für diesen Song bedienen wir uns der schlichten Schwarzweißmetaphern, die Journalisten scheinbar wichtig finden, um uns zu erklären.“

Dass die Band aber vielleicht doch linker steht, als zu vermuten, mache ich an einem Titel fest, der gleich im Namen eigentlich das Gegenteil verkündet: „Mein Land.“ An der Oberfläche ein rechtes Statement, wenn man aber tiefer bohrt, tun sich Tiefen auf. Eine mögliche Interpretation ist, dass eine heimatlose Seele auf der Suche nach einem Platz zum Bleiben ist, aber überall abgewiesen wird:

…hier ist nichts mehr frei
Das ist mein Land

Also ein linkes Statement gegen nationalistisches Lagerdenken, kein Mensch ist illegal, es sollte ein Platz frei sein im Land, egal, wem es „gehört.“

Eine andere Interpretation ist geradezu linksradikal: Sie beschreibt wie ein Weltbürger die ganze Welt bereist, von Nord nach Ost, von Ost nach West, und überall „sein Land“ antrifft. Egal, wo auf dem Globus er sich aufhält, er befindet sich immer in „seinem“ Land. Nationales Denken, ein Denken der Trennung von Ländern in Nationen wird verspottet: „Da kommt er angerannt, mit der Fahne in der Hand.“ Die deutsche Band feiert an einem amerikanischen Strand eine Beachparty und das unter der Direktive: „Du bist hier in meinem Land, meine Welle und mein Strand.“ Also eine linke Utopie einer Welt ohne Grenzen, ohne Nationen, ohne Nationalflagge, in der jeder gerade dort zu Hause ist, wo er eben ist.

Bleiben noch ein paar Worte zu einer ihrer neuesten Veröffentlichungen „Deutschland.“ Im Song wie auch im Video setzt man sich opulent mit der deutschen Vergangenheit auseinander. Dass sich die Bandmitglieder auch als KZ-Opfer darstellen und damit die Empörung über den Tabubruch auf sich zogen, bestätigt genau das, was den Song beschäftigt: Die gespaltene Beziehung der Deutschen zu ihrer Heimat. Eine Heimat, in der man nicht mal zur Fußball-WM Deutschlandfähnchen zeigen darf ohne eine Debatte darüber auszulösen – was in anderen Ländern nur zu Befremden führen würde, obwohl viele von denen ebenfalls keine weiße Weste haben – man denke an den Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern, der Sklaverei oder den Millionen Toten durch ihre imperialistischen Kriege – dennoch ist man stolz auf seine Nation, ist ultrapatriotistisch (damit will ich nicht solche Verbrechen mit dem Holocaust gleichsetzen). Die Deutschen tun sich da mit ihrer Beziehung zu ihrem Land viel schwerer, Sentenzen wie: „Im Geist getrennt… Im Herzen vereint… Man kann dich lieben…. Und will dich hassen… Deine Liebe Ist Fluch und Segen… Meine Liebe kann ich dir nicht geben“ dokumentieren die schizoide Beziehung der Deutschen zu ihrem Land.

Musik ist immer auch Kunst. Und Kunst kann hart sein, sie kann provozierend sein. Vor allem kann sie aber auch Tabus aufgreifen und an ihnen rütteln.

Crumar zu Kulturmarxismus

[Kontext: Es handelt sich um einen Kommentar zu einem Video der Vulgären Analyse, in welchem er über Kulturmarxismus spricht]

Weil er bei seiner eigenen Definition des „kulturellen Marxismus“ (sic!) ab 2:39 und folgend bereits eine Definition von „Klasse“ einführt, die mit dem Klassenbegriff des Marxismus NICHTS zu tun hat.
Sondern mit Begriffen des Intersektionalismus / intersektionalem Feminismus.
Danach habe ich dann aufgehört zu schauen.

Ob du nur im Besitz deiner Arbeitskraft oder im Besitz von Kapital oder Grundeigentum bist, ist bestimmend im und für den Marxismus, welcher (gesellschaftlichen) Klasse du angehörst.
Dein Geschlecht, deine Hautfarbe, deine sexuelle Orientierung spielen dabei KEINERLEI Rolle.
Man sieht hier schon, die beiden Begriffe haben in ihrer Definition in den jeweiligen theoretischen Kontexten keine Gemeinsamkeiten.
D.h. an genau dieser Stelle hätte ihm klar sein müssen, an seiner Definition von „kulturellem Marxismus“ gibt es einen Haken, nämlich der Klassenbegriff des „kulturellen Marxismus“ hat mit dem Klassenbegriff des Marxismus nichts zu tun.
Womit er demnach einen „Kulturmarxismus“ *ohne* Marxismus *als* Marxismus definiert.

VA macht dann und deshalb eine lustige Volte: Weil der intersektionale Feminismus aber so TUT, als WÄREN Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, sexuelle Orientierung eine Klasse, *handelt* es sich *eigentlich* um eine Klasse/Klassen im marxistischen Sinne.
Nope.
Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung sind a. individuelle Merkmale, aber nicht bestimmend für den marxistischen Begriff der Klasse und selbst als soziale Schicht macht m.E. bspw. „schwul“ keinerlei Sinn. Und b. hat seine Vorgehensweise den lustigen Effekt, dass damit der *intersektionale Feminismus* bestimmt, was *wirklich* marxistisch ist und nicht Marxisten.
Also: Unmarxistisch = marxistisch.
Ironisch, oder?!

Mir ist schon klar, dass er die „Alt-Left“ kritisieren will, aber der importierte Begriff des „cultural marxism“ hat nun einmal den Haken, etwas als Marxismus auszugeben, was nicht marxistisch ist.
Das sind Poststrukturalisten/Postmodernisten und mit denen hatte der Marxismus noch nie etwas am Hut.