Archiv der Kategorie: Männlichkeit

Warum Schwarzsein ein Albtraum für Schwarze ist – „Sei kein Schwarzer“

Diesen hervorragenden Artikel auf jetzt.de muss ich rebloggen:

Toxisches Schwarzsein führt in den USA dazu, dass Schwarze mit einem Anteil an der Bevölkerung von gerade mal 13% für satte 50% der Gewaltverbrechen wie Raub, Mord und Vergewaltigung verantwortlich sind. Die billige Ausrede, dass liege an den sozioökonomischen Verhältnissen, ist aber keine Erklärung, da es in absoluten Zahlen doppelt soviele arme Weiße gibt wie Schwarze, diese aber viel seltener Verbrechen begehen. Schwarze sind Mörder, Gewalttäter und Vergewaltiger. Warum Schwarzsein ein Albtraum für Schwarze ist, zeigt JJ Bola in seinem Buch „Sei kein Schwarzer.“

Bola über toxisches Schwarzsein.

Es ist anstrengend als Schwarzer ein Buch über Schwarzsein zu lesen. Weil man sich ständig korrigiert fühlt. Es gibt viele Formen von Schwarzsein, und unter diesen soll eben diese eine schwarze Identität in ihrer toxischen Form abgeschafft werden. Stattdessen sollte jeder seine schwarze Identität unter den vielen Arten davon finden. Das sagt zumindest JJ Bola in seinem Buch „Sei kein Schwarzer“, das den Untertitel „Warum Schwarzsein ein Albtraum ist“ trägt.

Bola, der als Sechsjähriger aus dem Kongo mit seiner Familie nach New York floh, weiß, was die Tatsache, dass es für viele Schwarze nur die eine schwarze Identität gibt, anrichten kann. Er beschäftigt sich als Sozialarbeiter seit Jahren mit den psychischen Problemen von schwarzen Jungen und erwachsenen Schwarzen verschiedenen Alters. Und er sagt, dass viele deren Probleme mit ihrem Bild vom Schwarzsein zusammen hängen.

Bola hat die Erfahrung gemacht, dass auch Schwarze zu zivilisierten Verhalten in der Lage sind und nützliche Mitglieder der Gesellschaft sein können. Eine solche schwarze Identität aber reizt Ghettoschwarze zu Spott, diese hängen einem Bild vom gewalttätigen Schwarzsein an, mit der sie ihre Umwelt dominieren und terrorisieren.

Anhand solcher Geschichten erklärt Bola, wie klassisches Schwarzsein Schwarze einschränken kann. Im Extremfall kann der Zwang durch Schwarzsein Bola zufolge bis hin zu seelischen Krankheiten und Mord führen. Schwarze werden eher als Weiß obdachlos, drogenabhängig, gewalttätig oder suizidal. Das alles belegt Bola in „Sei kein Schwarzer“ mit Quellen aus der Wissenschaft und zeigt so viele Beispiele dafür, wie toxisch Schwarzsein sein kann, dass wohl jeder Schwarzer sich in einem davon wieder finden sollte.

Noch immer fehlt jungen Schwarzen eine Alternative zum klassischen Schwarzsein.

Als Schwarzer überprüft man sich beim Lesen dieser Beispiele, fragt sich: Bin ich so? Hab ich das schon mal gemacht? Hab ich mal so gedacht? Warum hab ich früher auf dem Basketballplatz gesagt, „Heul nicht rum“, wenn jemand nach einem Foul auf dem Boden lag und nicht wieder aufstehen wollte? Die Antwort: Weil man selbst als Schwarzer das toxische Bild vom Schwarzsein hatte, das dieses Buch abschaffen will. In diesem Fall: Ein Schwarzer sein heißt, Schmerz nicht zu zeigen, auf die Zähne zu beißen und weiter zu machen.

Jungen Schwarzen fehlt auch heute noch eine Alternative zum klassischen Schwarzsein, sagt JJ Bola. Er zeigt in seinem Buch einige davon, zum Beispiel, dass Schwarze über ihre Gefühle reden müssen oder sie wenigstens in ein Tagebuch schreiben sollen. Schwarze sollten unter sich die Floskel „So sind Schwarze eben“ oder auf Englisch „blacks will be blacks“ hinterfragen – müssen Schwarze wirklich so sein?

Bola beschäftigt sich in seinem Buch auch mit dem Thema Schwarzssein aus krimilogischer Sicht, etwa in Verbindung mit der Rapeculture – toxisches Schwarzsein führt überproportional oft zu Vergewaltigung. Mit diesem Thema trifft er einen als schwarzen Leser besonders, weil hier mehrere Privilegien gezeigt und hinterfragt werden: Schwarzsein, amerikanisch sein.

Einer der größten Beweggründe dieses Buch zu machen, schreibt Bola im letzten Kapitel, wäre gewesen, dass er selbst gerne so ein Buch als heranwachsender Schwarzer gelesen hätte. Dass ein Buch einen Menschen besser macht, ist so ein Satz, den Christine Westermann im Literarischen Quartett sagen würde. So weit muss man jetzt bei „Sei kein Schwarzer“ nicht gehen, aber es lässt einen auf jeden Fall nachdenken. Über schwarze Identitäten, über das eigene Schwarzsein und über die Gewalttätigkeit, die damit einhergehen. Und das kann sicher keinem Schwarzen schaden.

Held sein müssen

Bat-Out-of-Hell-III-meatloaf-873214_1024_768

Ein Youtubekommentator freut sich darüber, dass die Disneyprinzessinnen von heute nicht mehr, wie oben zu sehen, vom Prinzen gerettet werden müssen. Stattdessen erlegen sie die Drachen selbst. Ja, in der Fiktion. Die Realität sieht anders aus, da werden Männer selbst heute noch genötigt, gegen den metaphorischen Drachen anzutreten, sofern sich in unseren fetten faulen Breiten einer finden lässt.

So sehe ich mir mit einer Bekannten „Herr der Ringe 2“ an. In einer Szene marschiert die Orkarmee auf die Festung Helms Klamm zu, und ich sage dir: Wenn eine Orkarmee auf dich zu marschiert, dann haste keinen Bock mehr.  Jedenfalls schwenkt die Kamera über die armen Männer, die die Burg verteidigen müssen, und ich sage zu meiner Bekannten, dass ich mich über den Hinterausgang davon machen würde.

Während Feministen davon schwadronieren, Männer sollten weich sein und auch mal weinen, weiß meine Bekannte, was sie davon hält: In ihrem Blick liegt die pure Verachtung. Und zu allem Überfluss zeigt der Film in genau diesem Moment die verängstigten Kinder und Frauen die es zu beschützen gilt. Ich murmel kleinlaut: „Naja, vielleicht auch nicht“.

Ich bin ein Feigling. Meine Losung lautet: „Siehste die Klinge blitzen, ist es Zeit zu flitzen.“ Ich häng an meinem Leben und der Unversehrtheit meines Körpers, mit anderen Worten: Ich renne weg so schnell ich kann, ich mach den Hasenfuß. Dies erklärte ich auch einer anderen Bekannten – nur um sofort und mit leicht schlechtem Gewissen zu versichern: „Natürlich nur, wenn ich allein unterwegs bin.“

Oder eine Geschichte, dich ich hier schonmal erzählt habe: Zu meiner Jugendherberge führen zwei Wege. Eine gut ausgebaute und beleuchtete Straße und ein dunkler Schleichweg durch den Wald, auf dem man etwa 10 Minuten Fußmarsch einspart. Als ich die Kreuzung erreiche, wartet dort eine junge Frau auch mich, die ich flüchtig kenne, da wir in derselben Herberge einquartiert sind. Wir hatten schon ein paar Wörter gewechselt, mehr aber nicht. Dieses Mädchen erklärte, dass sie nun ebenfalls den Schleichweg nehmen würde – in meiner Begleitung. Allein, weil ich der Mann und sie die Frau war, ging sie davon aus, dass ich sie in einer Gefahrensituation beschützen würde. Und mit dieser Vermutung lag sie goldrichtig. Woher kam diese Vermutung? Sie kam daher, dass entgegen der feministischen Propaganda von der „toxischen Männlichkeit“ jeder und jede weiß, dass Männer Frauen beschützen. Das ist ein herausragendes Merkmal von Männlichkeit, welches Allgemeinwissen darstellt, aber nicht in den „Gender-Studies“, die etwa so wissenschaftlich sind wie die Rassenlehre, unterrichtet wird.

Feministen freuen sich darüber, dass in Märchenerzählungen Prinzessinnen den Drachen töten. In der Realität aber wird es weiterhin so bleiben, dass allein Männer verpflichtet werden. Feigheit vor dem Feind – wie gesagt: Ich bin ein Feigling – wird weiterhin nur bei Männern mit der Todesstrafe geahndet.

Von daher finde solche Kameraden wie die von Pink Stinks einfach nur noch lächerlich. Sie wollen, dass die Prinzessin den Drachen erschlägt in Zeiten des Überflusses und der Sicherheit, wo es längst keine Drachen mehr gibt. Feminismus ist ein Dekadenzphänomen. Sollten die Zeiten wieder härter werden, wird sich die Frau ganz schnell auf die traditionelle Rollenverteilung besinnen und der Mann wird das falsche Spiel mitspielen; schon jetzt werden Rufe aus Frauenmündern laut, wo „unsere“ Männer bleiben, um „unsere“ Frauen vor den „anderen“ Männern, den muslimischen nämlich, zu beschützen. Wenn die Zeiten des Überfluss vorbei sein werden: Sowohl Feminismus als auch Maskulismus werden dann Geschichte sein. Bis dahin markieren Pauerfrauen als Modells die starken Mädchen, posen was das Zeug hält und tragen T-Shirts mit taffen, fiktiven Superheldinnen, die der männlichen Phantasie entsprungen sind:

Officially-Licensed-Wonder-Woman-Femme-Power-Women-s-T-Shirt-S-XL-Sizes-Unicorn-Brand-Women

 

 

Die Liebe der Feministin zum Mann und das generische Femininum

Deshalb hassen Feministen den Mann: Er ist nicht zu schlecht, er ist zu gut.

Das P.M.-Magazin hieß früher mal „Peter Moosleitners interessantes Magazin für Männer.“ Als die Tochter und Erbin das Zepter dort in die Hand nahm, flogen die Männer aus dem Titel raus. Denn eine Welt, in der sich zuerst Männer für schwarze Löcher und Hochenergietechnik interessieren, ist falsch. Frauen sollen genauso sein! Der erste Mensch auf dem Mars wird vermutlich eine Frau sein. Das wurde bereits entschieden. Oder ein Schulbuchprojekt mit einer progressiven Agenda: Für ein Bild eines Stahlarbeiters wollte man unbedingt eine Frau, um auch die richtigen Signale zu senden. Nur ließ sich in der ganzen Bundesrepublik keine Stalhlarbeiterin finden, also steckte man ein weibliches Modell in einen Hitzeschutzanzug und die progressive Botschaft für die Kleinen war gerettet.

Nur: Frauen interessieren sich weniger für Naturwissenschaften. Die Quotenfrau auf dem Mars wird dort die erste sein nicht aufgrund von weiblichem Können und Leistung, sie wird dort die erste sein aufgrund einer politischen Entscheidung als Folge einer Quotenpolitik, gemacht von Quotenfrauen und lila Pudeln. Und Stahlarbeiter leisten knochenharte Arbeit, weshalb dieser Job kaum von Frauen ausgeübt wird und das auch in Zukunft so sein wird.

All dies verweist auf die Großartigkeit des Mannes, und Feministen wollen davon was für die Frau abhaben, sie soll dem Mann überlegen sein. Feministinnen lieben den Mann, sie sind ganz besessen von ihm. Allerdings lieben sie ihn falsch. Es gibt Haben und Sein. Liebe kann sich darin äußern, dass man etwas Haben will, zum Beispiel als Partner; oder darin, dass man etwas Sein will zum Beispiel wie ein bestimmtes Vorbild, das man sich nimmt. Feministische Liebe ist Sein-Liebe, die Feministin wünscht sich, dass sie selbst bzw. generell die Frau so ist wie der Mann. Nur, dass diese Liebe unerreichbar bleibt und durch (unbewusste) Erkenntnis der eigenen Unzulänglichkeit in Hass umschlägt, weshalb die Feministinnen den Mann in Hass- und Gewaltorgien niederschreiben müssen, ihn abwerten müssen, um selbst besser dazustehen. Was die Feministin beim Mann hasst, zum Beispiel dominantes Auftreten, liebt sei bei der Frau; und was sie bei der Frau hasst – „pink stinks!“, liebt sie beim Mann. Deswegen steckt sie Jungen in pinke Mädchenkleider und leitet die Mädchen zum Skaten, Bäumeklettern und Kernfusionsraktorenbau an.

Die Frau soll so sein wie der Weltenbauer und Sternenfahrer Mann. Da man es aber im Wesen nicht hinkriegt – sie ist nach wie vor nur das zweite Geschlecht – wird ordentlich an der Oberfläche viel Kosmetik aufgetragen, was aber nie zu einem befriedigenden Ergebnis führt, denn es ist eben: Oberflächlich. Neben Quoten soll das auch über die Sprache geschehen. So gibt es verschiedene Versuche, das generische Masklinum durch das Femininum abzulösen. Wenn überall nur noch in weiblicher Form gesprochen wird, dann wäre die Welt, die Zukunft weiblich, dann wären Frauen sichtbar! Die Hoffnung ist, wenn erst mal die vermeintliche Diskriminierung durch die Sprache aufgehört hat, dann werden auch Frauen ihre Alberta Einstein feiern können. Aber so funktioniert das nicht. Es ist nur eine Manipulation an den Wirkungen, kein Wandel in den Ursachen. Auch wenn in Zukunft alle von den Stahlarbeiterinnen reden würden, wäre Stahlarbeit dennoch Männersache, und jeder wüsste es, was diese Sprache als Lüge entlarvt.

Die Verwaltungen und Hochschulen schreiben selbstgerechte Sprache vor und schaffen ein Klima der Angst, in dem sich der verrät, der durch richtiges Deutsch zu erkennen gibt, dass er nicht auf Linie ist. Schon der Linguist und Liebhaber der Sprache Daniel Scholten merkt an, dass man ein Volk nur mit der Gewalt einer Besatzungsmacht dazu bringen kann, die eigene Sprache aufzugeben und die diktierte anzunehmen. Wenn jetzt manche Feministen frohlocken, dass da generische Maskulinum auf dem Rückzug sei, dann verwechseln sie administrativen Zwang mit dem lebendigen Sprechen in der Bevölkerung. Das sah man bereits bei Eva Herman: Die veröffentlichte Meinung stimmte nicht mit der öffentlichen überein.

Im Grunde ist es nur noch erbärmlich, denn Quotenpolitik – etwa wenn alle Literaturpreise eines Jahrgangs ausschließlich an Frauen gehen – ist kein fairer Spielzug, sie ist ehrlos… aber naja, Ehre ist ja auch männlich. Dieser Politik haftet zudem der Ruch an, dass hier Unfähige gepampert werden. Man schaue sich das Gedöhns in Politik und Presse an: Die Verweiblichung führt zum Niedergang – die Quoten-verweiblichung, soviel Zeit muss sein, um die feinen Kerle unter den Frauen nicht mit den Quothilden in einer Schublade zu stecken. Das heißt, auch wenn Feministinnen es nicht schaffen werden, das Wesen der Geschlechter zu ändern – womit die Seinsliebe unerfüllt bleiben wird und die Feministin somit nie zu einem Ende kommt – wird diese Politik viel Schaden anrichten. Das ist bislang so ziemlich das einzige Ergebnis der Frauenbewegung, welcher Welle auch immer: Schaden, zum Schaden auch der Frau, die die letzten Jahrzehnte nicht trotz sondern wegen dem Erfolg des Feminismus‘ stetig unglücklicher wurde.

Hin zu einer maskulistischen Filmkritik: „Der Club der toten Dichter“

Abschließendes Urteil: Kann man sich den Film ansehen? Ja, ist ein Must-Seen.

Spoilerwarnung.

„Denk daran dich immer schön gerade zu halten“ ist als erster Satz zu hören, aus Frauenmund an einen kleinen Jungen gerichtet, der nun der Welton-Academy, einem Internat, das zur absoluten Elite zählt, ausgeliefert wird. Denn genau darum geht es in der Einrichtung: Sich gerade zu halten. Das ganze Leben lang.

So wie das Internat, so sind auch die Schüler Elite, die Entscheider von morgen. Hierzu sind sie einem scharfen Regime unterworfen, dass sie kaum frei atmen lässt. Der Leitspruch lautet: „Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung“, was von den Jungs in einem schwachen Anflug von Rebellion zu „Travestie, Ekel, Dekadenz, Lethargie“ umgedichtet wird.

Die kompromisslose Härte der Bildungseinrichtung ist dabei ganz im Sinne der Eltern, die sich natürlich nur das Beste für ihren Nachwuchs wünschen und diese Wünsche mit aller Strenge durchsetzen. So verbietet der Vater von Neil diesem, ihm vor Anwesenheit anderer zu widersprechen, wie auch am Jahrbuch mitzuarbeiten, eine Tätigkeit, die Neil Freude bereitete. Es ist sozusagen der Ausblick auf ein freudloses Leben, in dem nur Leistung zählt. Die Jungs und späteren Männer sind eingeschlossen in einer Welt, in welcher sie nur die größtmögliche Nützlichkeit zu erbringen haben.

Dieses Muster wird durchbrochen von dem kuriosen neuen Englischlehrer Mr. Keating, wundervoll gespielt vom genauso wundervollen Robin Williams. In der ersten Unterrichtsstunde fordert er seine Schüler auf, die Gruppenfotos ihrer Vorgänger zu betrachten, die genauso wie sie waren, voller Stolz und Hoffnung, jetzt aber tot. Keating macht den Jünglingen eindringlich bewusst, dass das Leben schnell vorbeigeht, dass man irgendwann nur noch Würmerfraß ist, dass die Gefahr besteht, in der Stunde des Todes gewahr zu werden, dass man gar nicht gelebt habe. Deshalb: Carpe Diem. Nutze den Tag, koste das Leben aus. Auch fordert der Lehrer seine Schüler auf, ihn mit O Kaptain, mein Kaptain anzureden – wenn man mutig ist.

Damit stößt Keating ein Tor auf zu einer Welt, in der es mehr gibt als nur Leistung und Pflichtbewusstsein. Die Jünglinge entdecken die Liebe. Zu Frauen. Zur Lyrik. Zum Theater. Das, was das Leben lebenswert macht. Auf Anregung Keatings gründen sie den Club der toten Dichter, in welchem sie sich Poesie vortragen und der eröffnet wird mit den Versen:

Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte.
Ich wollte das Dasein auskosten. Ich wollte das Mark des Lebens einsaugen!
Und alles fortwerfen, das kein Leben barg, um nicht an meinem Todestag
Innezuwerden, daß ich nie gelebt hatte.

Damit geraten die Jünglinge in Konflikt mit dem System, das aus den jungen Männern Anwälte und Banker machen will. Neil entdeckt seine Liebe zum Theater und übernimmt ohne Wissen seines autoritären Vaters die Hauptrolle in Shakespeares Sommernachtstraum. Er ist dabei sehr gut aber es hilft nicht gegen seinen Vater. Dieser nimmt Neil vom Internat und will ihn auf eine Militärakademie schicken und schreibt ihm zudem vor, was er danach zu studieren hat. Neil erkennt, dass sein ganzes Leben verplant ist und zwar mit dem, was keine Freude bringt. Er darf nicht seinem Herzen folgen sondern soll nur erfolgreich sein; ein ganzes Leben lang unter dem Diktat des sich gerade haltens, unter „Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung“.

Neil nimmt sich das Leben.

Die Schuld dazu wird bei Keating gesucht und ihm in die Schuhe geschoben. Die Schüler werden gezwungen, eine unwahre Erklärung zu unterschreiben, die zu Keatings Suspendierung führt. Als Keating ein letztes Mal im Klassenraum erscheint, steigen einige Schüler auf ihre Tische und bekunden ihren Respekt und Liebe mit O Kaptain, mein Kaptain.

Dieser Film fügt sich wunderbar ein in die Erzählungen der Männerrechtler, die den Mann aus der lebenslangen Maloche befreien und ihm ein Leben wie den Frauen ermöglichen wollen. Mit mehr Zeit in Freiheit, mehr in der Familie als im Büro oder auf dem Bau. Der Film ist nach wie vor hochaktuell, denn auch heute ist es für keinen Mann eine Option, zu Hause bleiben, wenn die Kinder kommen. Sie denken nicht mal im Traum an dieses Privileg, wie es Frauen alltäglich einfordern. Denn der Mann wird von der Kindheit an dazu abgerichtet, mit seiner Disziplin und Leistung als Arbeitsdrohne die matriarchale Gesellschaft am Laufen zu halten und er wird ohne Gnade aussortiert, der Obdachlosigkeit oder dem Suizid überlassen, wenn er keine Nutzanwendung mehr hat. Eine Sterbensforscherin interviewte mal dem Tode nahe Menschen. Alle – alle! – Männer bereuten, dass sie zuviel gearbeitet hatten. Sie haben das Mark des Lebens nicht ausgekostet, sie wurden an ihrem Todestag inne, dass sie nie gelebt hatten, sondern sich immer nur gerade hielten.

Lucas Schoppe über „Männerhöhlen“

Lucas Schoppe:

„A Room of One’s Own“ von Virginia Woolf ist einer der klassischen Texte des Feminismus: Eine Frau müsse ein Zimmer für sich allein haben, um Literatur schaffen zu können. Der Essay erschien 1929.

Heute, mehr als neunzig Jahre später, präsentiert es eine ehemals bildungsbürgerliche Zeitung als irgendwie anrüchig, wenn Männer ein Zimmer für sich allein haben wollen. Also: Wer heute anständige feministische Texte schreiben möchte, sollte sich am besten für gar nichts ernsthaft interessieren, nichtmal für die feministische Geschichte.

Und natürlich ist es in des Autors Augen ein PRIMITIVES Bedürfnis, wenn Männer ein solches Zimmer haben wollen. Falls jemand die Cave-Anspielung nicht verstanden hat, wird es ihm schon in der Überschrift plakativ vor den Latz geknallt, dass es hier um Höhlenmenschen geht, die sozial ausgesprochen inkompetent sind. Wer dieses alte Ressentiment gegen die angeblich primitiven Männer analysieren wollte, könnte zum Beispiel mal Kucklicks „Das unmoralische Geschlecht“ lesen. Einfacher ist es aber natürlich, das Ressentiment einfach zu reproduzieren.

Das ist alles so blöd, dass Lücker sich vor lauter Blödheit seiner eigenen Bosartigkeit gar nicht bewusst wird. Es lohnt sich kaum, sich direkt damit auseinanderzusetzen – wenn er überhaupt irgendeine Bereitschaft hätte, seine eigene Position zu überprüfen, dann hätte er auch ohne jede Gegenrede reichlich Gelegenheit dazu.

Da ich aber ja ein freundlicher und zuvorkommender Mensch bin, habe ich es mit einem Kommentar bei der Zeit mal anders versucht und diesem stolzen Flagschiff des schwarzgrünen Bürgertums ein paar Vorschläge für weitere Artikel gemacht. Da zurzeit gar keine Kommentare unter dem Text mehr freigeschaltet werden, veröffentliche ich den Kommentar einfach hier.

„Der Artikel basiert auf der überraschenden Überzeugung, dass alltägliche Tätigkeiten irgendwie hochproblematisch werden, sobald ein Mann sie ausführt. Selbst das Einrichten eines Zimmers ist dann Ausdruck patriarchaler Herrschaftsansprüche.
Da ich natürlich sachlich, differenziert und konstruktiv sein möchte, habe ich hier noch ein paar weitere Vorschläge für weitere Artikel.

Mansneezing – Wichtiges aktuelles Thema. Bei Männern ist das Niesen eine Dominanzgeste, raumgreifend, laut und toxisch, während Frauen es zurückhaltend auf das Allernötigste beschränken. Wenn sie denn überhaupt niesen. Oder so.

Brotherbreathing – Bestimmt finden Sie irgendwo Studien, die zeigen, dass ein Mann soviel Luft wegatmet wie 27,4 Frauen, o.s.ä. – was dann ganz gewiss auch irgendwie mit der Erderwärmung in Zusammenhang zu bringen ist. Ganz wichtiges Thema also.

Misterlistening – Während Frauen, wenn sie anderen zuhören, deren Anliegen verstehen und nachvollziehen wollen, projizieren Männer ganz bestimmt irgendwie nur ihre eigene Agenda in die Aussagen anderer und okkupieren sie damit symbolisch, schreiben sich also gewissermaßen in andere ein.
Irgendwie.

Manreading – Wenn Männer kluge und augenöffnende Artikel lesen, die ihnen klarmachen, dass sie eh nur Höhlenmenschen sind – dann nehmen sie das nicht dankbar und bescheiden und mit dem Willen zur Besserung zur Kenntnis, sondern verderben alles mit Kommentaren, in denen sie Kritik auf keinen Fall „sachlich und differenziert“ äußern. Typisch.“

Soweit der Kommentar. Allerdings ist die Sache mit der Ironie heute ja ein wenig gewagt, weil man eigentlich gar nichts mehr ironisch so weit überspitzen kann, dass es nicht doch noch irgendein Depp als ernstzunehmende Stellungnahme weiter verbreiten würde. Falls ihr also demnächst gewichtige Artikel über die Problematik des männlichen Niesens oder Atmens in der ZEIT lest, seid bitte etwas gnädig mit mir. Ich wollte einfach nur lieber einen Witz machen, als mich über Lückers Höhlenmenschenfantasien zu ärgern.

Judith Butler auf der Titanic, oder: Über Männlichkeit

mann

Deshalb hassen Feministen den Mann: Er ist nicht zu schlecht, er ist zu gut.

Er ist Journalist. Und Feminist. Also ein boshafter Mann und er findet Männer erbärmlich. Damit meint er nicht nur Männer im allgemeinen sondern auch ganz spezielle: Die auf der Titanic nämlich. Denn nicht alle waren ohne weiteres bereit, das zu opfern, was allen Lebewesen, die da kreuchen und fleuchen, das kostbarste ist: Ihr Leben. Nicht alle waren so gesittet wie der Herr Astor – in heutige Zeiten umgerechnet ein Multimilliardär – der höflich fragte, ob er einen freien Platz in einem Rettungsboot belegen könnte, was man ihm negativ beschied – sein Todesurteil. Unabhängig davon, dass unser boshafter Journalist diese Männer erbärmlich fand, war die Überlebenschance einer armen Frau auf der Titanic höher als die eines reichen Mannes, was heißt, dass die meisten eine Männlichkeit pflegten, welche darin besteht, sein Leben für andere Menschen oder für die „Gesellschaft“ – im Krieg etwa – zu opfern – Männlichkeit ist etwas, das Frauenleben rettet und erleichtert. Nebenbei sahen die Frauen recht schäbig aus, denn ihre Überlebenschance war höher als die von Kindern…

Und wie dankbar die Frauen dafür waren, Paul-Hermann Gruner berichtet:

Wie war das noch mit den Damen aus der ersten Klasse, die in einem der Rettungsboote der «Titanic» saßen? Der stolze Dampfer war endgültig gurgelnd versunken, die Nacht war sternenklar und ganz ruhig. Bis auf die nervtötenden Schreie der Männer, die mit Schwimmwesten um den Leib ihrem eiskalten Ende entgegenzappelten und schaurig laut schrien. «Da schreien die aus der dritten Klasse», bemerkten die Damen, so Ohrenzeugen, «die haben den Untergang verschlafen und nun sind sie hysterisch!» („Frauen und Kinder zuerst“, Seite 119)

Für so edle, gute Menschen lässt man doch gerne sein Leben…

titanicprozente-rate

Auf der Titanic war dem allgemeinen Vernehmen nach keine Feministin zu finden, und das obwohl Geschlechterkrieg damals schon ein Thema war. Unser boshafter Feminist teilt mit seiner Agenda, einerseits nichts Gutes an Männern zu lassen, sie aber andererseits auf die traditionelle – und hier auch tödliche – Rolle festnageln zu wollen, feine Gesellschaft: Die der Suffragetten nämlich. Das waren Feministinnen, die für Gleichstellung der Frau waren, zugleich aber den Mann nicht aus der Rolle entlassen wollten, im Krieg sein Leben für die Gesellschaft, welche demnach eine der Frau wäre, zu opfern. Es stellt sich also die Frage, ob eine Judith Butler Männlichkeit auch dann noch „dekonstruieren“ wollte, wenn ihr Leben von einer solchen abhinge.

Männlichkeit (und Weiblichkeit) soll also dekonstruiert werden. Das sind störende „Mythen“ in der feministisch-genderistischen Agenda. Gerne wird dazu der Plural der störenden Größe verwendet: „Männlichkeiten.“ Um das näher verstehen zu können, lohnt es sich ein weiteres Abstraktum zu bemühen: Menschlichkeit. Was wäre davon zu halten, wenn jemand von „Menschlichkeiten“ spricht? Denn das wäre durchaus berechtigt, wenn man zum einen bedenkt, dass die Menschen höchst unterschiedlich sind, und zum anderen „Menschlichkeit“ entgegen der allgemeinen Auffassung oft für deren Gegenteil steht: Grausamkeit nämlich. Dennoch wird jeder bei der Aufforderung, doch bitte Menschlichkeit walten zu lassen, annehmen, dass hier zu Vergebung, Nächstenliebe, Gnade etc. aufgerufen wird. Wer von „Menschlichkeiten“ spricht, stellt nur eine banale Wirklichkeit heraus: Nämlich dass die Menschen über unterschiedliche Charaktere verfügen. Ähnlich verhält es sich bei „Männlichkeiten“. Aber auch der Genderist, der ständig mit „marginalisierten Männlichkeiten“ hantiert, wird beim Ausspruch „Wie männlich“ eher an Schwarzenegger als an einen klischeehaften, „tuntigen“ Schwulen denken – Sorry an alle Homo [Sapiens]. Der Angriff auf das Wesen der Männlichkeit wird also wohl scheitern – erst recht, wenn die Zeiten wieder härter werden sollten, und damit eine harte, also „toxische“ Männlichkeit, welche Überlebenschancen auch für andere garantieren kann, wieder hoch im Kurs steht – Feminismus und Genderismus sind Dekadenzphänomene.

Man wird nicht beginnen, von „Menschlichkeiten“ zu sprechen – die kulturelle Einigung, dass  mit dem Begriff positiv besetztes gemeint ist – Nächstenliebe etwa – ist zu tiefgreifend, als das sich das ändern ließe. Man müsste zu totalitären Mitteln greifen, um die Bevölkerung zu zwingen, eine neue Definition zu übernehmen. Ähnlich verhält es sich mit „Männlichkeiten“ – allerdings gibt es bereits Bestrebungen, das neue Denken mit Gewalt durchzusetzen. In Kanada etwa, wird man jetzt empfindlich bestraft, wenn man bestimmter  Persönlichkeiten nicht mit ihren Phantasiewörtern anspricht. Genderisten wollen „Ärger“ – „Gender Trouble“, wie es Judith Butler ausdrückt. Man will „Identitäten zerstören“, und dabei werden sie zu allen Mitteln greifen, die man ihnen bewilligt, und sei es, dass man einen Säugling kastriert um es als Mädchen zu erziehen zum Beweis, dass Geschlecht eben nichts anderes als ein soziales Konstrukt ist – der Hass gegen das Männliche ist so groß wie der Mann großartig ist und die Frau damit so klein aussehen lässt.

Männlichkeit – im Singular – bildet den Widerpart zu Weiblichkeit in polarer Aufeinanderbezogenheit. Wenn man Männlichkeit „dekonstruiert“, wird auch Weiblichkeit aufgelöst, eine Weiblichkeit, die als unzulänglich begriffen wird, die im Schatten des Männlichen steht. Deshalb sollen sie weg die Geschlechter, weil Weiblichkeit nach männlichen (!) Werten, die paradoxerweise von Feministen geteilt werden, nicht großartig genug dasteht. Feministen urteilen über Frauen nach männlichen Maßstäben: „Ist sie Chefin?“, „Ist sie Maschinenbauingenieurin“, „Dient sie an der Waffe?“. Allerdings dürfte dieses Unterfangen der Dekonstruktion der Geschlechter scheitern. Sobald man einen Menschen ansieht, ist man sich vollkommen im Klaren darüber, welchem Geschlecht er angehört.

2018-04-30-toxische_männlichkeit

Während diese Dekonstruktion scheitern dürfte, ist eine andere Bewegung dafür enorm erfolgreich: Die Dämonisierung des Mannes, das Niedermachen von Männlichkeit als etwas übles, dämonisches eben, Stichwort: „Toxische Männlichkeit“. Seit dem 18. Jahrhundert wird Männern unterstellt, als Mann weniger für die von ihm errichtete Zivilisation, sondern für deren Gegenteil, der Barbarei, zu stehen. Der Mann stünde für Gewaltbereitschaft, Tyrannei, für alles, was man am Menschen verurteilen kann, die Frau hingegen für das Gegenteil wie man auch in der Forschung feststellt: Männer sind mies und fies und Frauen dagegen wundervoll. Man nennt es den „Women are wonderful“-Effekt. Ein sexistischer Umstand, der „Antisexisten“ aber nicht im Geringsten stört.

Zu der Anklage, dass Männlichkeit toxisch und gewalttätig sei, schrieb ich bereits:

Denn die Anklage gegen Männer allein mit „Mädchen und Frauen“ als Anklägerinnen ist in allen Punkten zurückzuweisen. So werden Jungen häufiger zu Opfern von Gewalt, auch durch Frauen. Auch was sexuelle Gewalt angeht, werden Jungen zu Opfern und Frauen zu Tätern. Selbst als Erwachsene werden Männer in einem ähnlichen Ausmaß Opfer sexueller Gewalt. Gewalt gegen Kinder, Alte und Pflegebedürftige geht überwiegend von Frauen aus. Auch bei Mord und Totschlag von Kindern liegen Mütter vorn. Und was häusliche Gewalt angeht: Hunderte von Studien kommen international zu dem Schluss, dass Frauen genauso gewalttätig sind wie Männer, und diese sind in ihrer Brutalität auch nicht zu unterschätzen. Auch generell ergeht es Jungen in Sachen Gewalterfahrung nicht besser als Mädchen.

Zurück zum Sexismus: Ist es nicht ein frauenfeindlicher Sexismus, Männlichkeit als etwas Großes und Bewundernswertes zu beschreiben, weil das ja bedeutet, dass Weiblichkeit weder groß noch bewundernswert ist? Dazu verweigerte mir mal ein anderer boshafter Feminist das Zugeständnis, dass man Männern in Not genauso wie Frauen zu helfen habe, denn wenn man „Mädchen“ als Beleidigung für einen gestandenen Mann auffasse, dann habe dieser auch nicht das Recht auf Hilfe in der Not. Bestechende Logik, aus der aber aus jeder Pore der Hass auf gelungene Männlichkeit trieft. Und umgekehrt wird auch kaum eine Frau „Mannsweib“ als Kompliment auffassen. Denn Schönheit, die sich in den schönen Dreiklang vom Guten, Wahren und Schönen einfügt, ist ein weiblicher Wert – der aber von Feministen wie andere typisch weibliche Eigenschaften verachtet wird: „Pink stinks“ – das heißt: Es sind die Feministen selbst, die ein klischeehaftes „Mädchen“ für unzulänglich halten, fern aller Attribute, auf die man stolz sein könnte. Denn alles, was Feministen bei Männern hassen, lieben sie bei Frauen, und alles, was sie bei Frauen hassen, lieben sie bei Männern. Deshalb sind sie ganz scharf darauf, dass Frauen Ingenieurswesen studieren und Jungen weinen, sich also eine Verweiblichung des Mannes wünschen. Der feministische, aber nicht der männliche Blick auf eine feminine Frau, die ein Mann attraktiv findet, ist von Herabwürdigung getragen. Männer respektieren solche Frauen, auf männliche Weise, welche sich als einen Gegenpol zu Weiblichkeit versteht.  Aber für einen linken Maskulismus ist es tatsächlich riskant, sich auf eine starke, traditionelle Männlichkeit zu berufen, könnte man einem doch gleich in mehrfacher Hinsicht einen Strick daraus drehen, indem man dann folgerichtig feststellt, dass man Männern in Not Hilfe verweigern, sie in den Kriegsdienst pressen oder ihnen die Kinder vorenthalten könnte. Diese Gefahr lässt sich aber ganz leicht abwenden: Männlichkeit oder Weiblichkeit, wie sich ein individueller Mensch gibt, ist nichts, anhand derer man Gesetze zu schreiben oder Hilfsleistungen zu verteilen hat, sie sind wie auch die Religion Privatsache.

4x13_-_face_off_151

mann_alles

Ok, aber was ist denn nun Männlichkeit? Die Antwort liefert eine Frau: Esther Vilar. Sie erkannte, dass all das männlich ist, was schwerer zu erreichen und zu halten ist. Emotionalität zum Beispiel ist damit typisch weiblich, weil es einfacher ist, seinen Emotionen nachzugeben als sich – typisch männlich – zu zügeln, sich zu beherrschen. Männlichkeit erfordert mehr Mühe, Anstrengung und auch Kompetenz. Deswegen heißt es auch öfter, dass sich ein Mann in seiner Männlichkeit gekränkt sieht, als dass es einer Frau so mit ihrer Weiblichkeit ergeht. Gelungene Männlichkeit ist nicht toxisch, im Gegenteil steht sie ganz gut da, hat was Großartiges. Denn, um auf obiges Beispiel mit der Titanic zurückzukommen, es ist Heldenhaft, kleine und große Opfer – im Extremfall das eigene Leben – zu erbringen, sich aufzuopfern. Und wem nützt es? Sogenannte „toxische Männlichkeit“, an dieser Stelle so definiert, dass sie nicht anderen sondern dem individuellen Träger dieser Eigenschaft selbst schadet, nützt der ganzen Gesellschaft im Großen und der Familie im scheinbar Kleinem – zum Beispiel der Familienvater, der sich für seine Familie zur Arbeit zwingt. So wird z.B. auch Härte gegen sich selbst als „toxische Männlichkeit“ definiert. Ein solcher „toxischer“ Mann aber taugt sehr gut dazu, harte Arbeiten, die die ganze Gesellschaft und die eigene Familie unterhalten, zu verrichten.

Und auch wenn der Ernstfall eintritt, und die eigene Gruppe, besonders die Kinder und Frauen im Kriegsfall zu schützen sind, sind „toxische“ Männer, die hart gegen sich selbst und andere sind, gefragt. Nicht von ungefähr forderten Feministinnen vergangener Zeiten zwar „Gleichberechtigung“, etwa im Wahlrecht, bestanden aber gleichzeitig darauf, dass sich der Mann weiterhin zum Wohle der „Gemeinschaft“ – also der Frauen und Kinder – opfert, abschlachten ließ. Als Simone de Beauvoir Israel besuchte, wurde sie von den Frauen dort nicht so willkommen geheißen, wie sie es aus dem fetten, faulen Europa gewohnt war. Israel ist ein Land von Feinden umzingelt, da wird „harte“, „toxische“ Männlichkeit, die ein Land verteidigen kann, noch wertgeschätzt. Feminismus ist ein Dekadenzphänomen.

Also pflegen Männer nicht nur von sich selbst aus diese Toxizität, sie wird auch aggressiv eingefordert. Dies wird sichtbar etwa im Empathy-Gap, das heißt, dass man Männern mehr abverlangt und gleichzeitig Hilfe und Unterstützung verweigert. Man denke nur an die Perversion, dass bereits männliche Kinder von Hilfsangeboten ausgeschlossen werden. Das ist der Grund, warum sich Jungen und Männer häufiger das Leben nehmen und auch generell früher sterben, sie erhalten weniger Hilfe und Entgegenkommen, man ist kälter und härter zu ihnen – nicht etwa, weil sie nicht über ihre Gefühle reden könnten, was ihnen im Übrigen auch schon mal ein hämisches Lästern über die „Male Tears“ einbringen kann.

Männlichkeit hat also viel mit altruistischem Sorgen für Andere zu tun, ist selbstlos, die Gesellschaft tragend und heldenhaft – den maskulistischen Aspekt, dass hier eine Ausbeutung von Männern stattfindet, mal beiseite gelassen. Feministen spüren das instinktiv, weshalb sie zum einem solche Charakterzüge bei Frauen züchten, zum anderem bei Männern zerstören, dekonstruieren wollen. Sie gehen dabei sehr ungeschickt vor. Wenn sie bspw. „starke Mädchen“ entwerfen, dann dient diese Stärke erstens allein der Repräsentation. Das starke Mädchen sieht nur stark aus, setzt diese Stärke aber nicht für Gesellschaft und Familie ein, indem es harte Arbeiten für diese ausübt. Sie posiert, ist ein Modell, eine Schauspielerin, die Stärke ist bloße Fassade, hat keine Substanz – jede Altenpflegerin ist stärker und zäher. Und zweitens verwechselt die Feministin hier Stärke mit Gewalt und Aggression. Das Ergebnis ist ein verbiestertes Mannweib, das stolz darauf ist, Männer in die Flucht zu schlagen und dabei nur verkennt, dass sie unangenehme Gesellschaft ist.

Einer der wichtigsten Punkte ist, dass gelungene Männlichkeit dem Mann Selbstsicherheit verleiht, was u.a. bedeutet, dass er mit seiner Männlichkeit spielen kann, sie nicht so ernst nimmt. Dabei wichtig: Gelungene Männlichkeit zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass man nicht zu Gewalt greifen muss. Gewaltanwendung ist nicht typisch männlich, damit auch nicht „toxisch“ männlich (da Frauen genauso gewalttätig sind), sondern das Ergebnis von Schwäche, von fragiler Männlichkeit, die sich ihrer nicht sicher ist und dann Männlichkeit mit Gewalt unter Beweis stellen will. Das haben auch Feministen nicht kapiert, die im Bestreben Männer kopieren zu wollen, sich an dem feministisch-groteskem Bild vom Mann orientieren und dann eine Karikatur einer aggressiven, verbiesterten „starken Pauerfrau“ vorführen.

Ein zweiter Aspekt bei der Definition von Männlichkeit ist, dass diese sich stärker als bei Frauen auf die Funktion, den Beruf eines Mannes bezieht und dabei ein identitätsstiftendes Moment bewirkt: „Ich bin Bauarbeiter“ – Ich bin… Frauen sind zwar auch berufstätig, aber immer noch nicht im selben Maße wie Männer und noch sehr sehr viel stärker können sie sich über ihre Tätigkeit im häuslichen Bereich definieren: Als Hausfrau und Mutter – wohingegen die Suche nach einem Mann, der seine Männlichkeit über seine Existenz als „Hausmann- und Vater“ definiert, der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleicht. Wegen dieser Identitätsstiftung über den Beruf des Mannes wird der Mann dann auch mal wieder von Feministen beneidet, von Alice Schwarzer etwa, die sich Frauen ins Militär wünscht, und zwar, damit diese dort Identität erfahren könnten (was nur nach hinten losgehen kann, da sich die Frau im direkten Vergleich zum Mann nur als unzulänglich erfahren würde).

Und last but not least: Männlichkeit definiert sich nicht nur über Härte, so schreibt bspw. Schoppe:

Mit dem Ideal einer soldatischen Männlichkeit hat sich, um einmal ein weit zurückliegende Beispiel herauszusuchen, schon die Popkultur der 50er Jahre intensiv auseinandergesetzt, hat in Filmen, Songs und auch literarischen Texten ganz andere Formen von Männlichkeit angeboten: die nervös-verletzliche Männlichkeit James Deans, die Inszenierung als Sex-Symbol bei Elvis Presley, die scheue Fragilität Montgomery Clifts, die schüchtern-selbstbewusste Nerdigkeit Buddy Hollys (und das, bevor es den Begriff „Nerd“ überhaupt gab), die selbstironische Vitalität Chuck Berrys, das Spiel mit Geschlechterzuordnungen bei Little Richard – das ließe sich lange fortsetzen.

Aber zurück zur traditionellen Männlichkeit und meiner Person. Würde ich mein Leben für jemand anderen opfern? Für ein Kind: Ja. Für eine Frau? Schwierig. Für die fiktionale Mutter meiner Kinder. Was ich auf keinen Fall mit mir machen ließe, wäre, mich im Krieg für eine Obrigkeit zu opfern, die skrupellos nur die eigenen Interessen verfolgt.

So, damit bin ich dem lieben Kemper entgegengekommen, der bemängelte, dass die fiesen Maskulisten nur Hilfe für Männer in Not fordern, anstatt über Männlichkeit zu philosophieren und dafür ein Konzept vorzulegen.

DeXc218W0AAv8w_

Rape Culture: Deformierte Männlichkeit – Der Lustmolch in Zeiten vergifteter Sexualität

men-stop-raping-women

Wenn Sex und Vergewaltigung kaum noch von einander zu trennen sind, markiert dies das Ende der Beziehungen zwischen Mann und Frau.

Die Welt ist voll von liebreizenden, vorbildhaften Menschen, denen alles daran liegt, Friede, Freundschaft, Liebe und Brüderlichkeit zu säen. Nehmen wir die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die sagte: „Sex ist etwas, das Männer Frauen antun.“ Oder Andrea Dworkin: »Physisch ist die Frau beim Geschlechtsverkehr besetztes Gebiet, im wahrsten Sinne des Wortes ein Territorium, das im wahrsten Sinne des Wortes eingenommen wird: eingenommen auch dann, wenn es keinen Widerstand gegeben hat, keine Gewalt; ja sogar wenn die eingenommene Frau sagte ja bitte, ja schnell, ja mehr.« Coletta Reid hingegen befindet: »Wenn die Ehe legalisierte Prostitution ist, dann ist Heterosexualität gesellschaftlich befürwortete Vergewaltigung.« Dass Vergewaltigung und Sex praktisch ununterscheidbar sind, erklärt Hodee Edwards: »Sex ist das Kreuz, auf dem Frauen gekreuzigt werden. Sex kann angemessen allein als universelle Vergewaltigung beschrieben werden.« Einen scharfen analytischen Blick zeichnet auch Susan Griffin aus: »Die Grundelemente von Vergewaltigung sind in allen heterosexuellen Beziehungen zu finden.« Kurz und knackig bringt es Marilyn French auf den Punkt: »Alle Männer sind Vergewaltiger und sonst gar nichts.«

Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Diskurs, in welchem ständig von sexueller Belästigung die Rede ist, wie etwa in Kampagnen #metoo oder #aufschrei. Sexualität wird nicht als etwas Positives begriffen, als etwas Lust- und Lebensspendes sondern als übergriffig und gewaltsam. Nehmen wir bspw. Anne Wizorek, welche eine besonders schlimme Erfahrung machen musste, nämlich wie ein Professor in einem geschlossen Raum ein Annäherungsversuch unternahm, Wizorek: „Gruselig!“. Also nichts, aus dem etwas Neues und Spannendes entstehen könnte, wenn die Chemie stimmt. Schon Matussek kommentiert: Früher konnten Frauen auf eine Annäherung auf zwei Arten reagieren. Sie konnten annehmen oder ablehnen. Heute können sie den „Offender“ wegen „Sexueller Belästigung“ bezichtigen. Er erzählt weiter von einem Fall, welcher für die Frauenbeauftragte einer Uni eine schmutzige, übergriffige Sache war, für eine Studentin und einem Professor aber der Beginn einer Beziehung, die in einer Ehe mündete.

Unter der Dämonisierung haben Männer zu leiden, ihre Sexualität wird deformiert. Für solche Männer ist ihre Sexualität nichts Genussvolles für die Frau sondern eine Plage. Er schämt sich dafür, allein schon dafür, dass er überhaupt begehrt. Wenn er dann aber doch Sex will, tut er dies nicht mit Selbstbewusstsein, sondern mit dem schlechten Gewissen, einer Frau sowas zumuten zu wollen. Er kriecht, er ist ein Lustmolch. Hierzu sind vermutlich auch viele feministische Allies zu zählen, die dann konsequenterweise von Feministinnen besonders schlecht behandelt werden; nichts machen sie richtig, ständig stehen sie unter Anklage, die sie auch reumütig internalisieren. Solche Männer haben keinerlei Selbstachtung und ihre feministischen Freundinnen bringen ihnen dann folgerichtig auch nicht die geringste Achtung entgegen. Amüsiert erinnere ich mich hierzu an die Schilderung eines männlichen Feministen, eines „Ally“, der eine feministische Tagung besuchte. Er internalisierte jede Anfeindung und tat alles, was die höherwertigen Menschen ihm diktierten; eigentlich fehlte nur noch, dass er wie im SCUM-Manifesto beschrieben die Hundescheiße von den Stiefeln seiner Herrinnen leckte. Und dennoch wurde er ständig angeblafft. Antje Schrupp würde sagen: „Erwartest Du jetzt einen Keks oder was?“ Das liegt daran, dass Feministinnen nunmal Sexistinnen sind. Nicht das Verhalten des Mannes ist das Problem, sondern sein Geschlecht. Deswegen kann er auch gar nichts richtig machen, eine Verhaltensänderung führt nicht zum Freispruch, da der Grund für den Hass und die Verachtung in seinem angeborenen Merkmal des männlichen Geschlechts (und der Hautfarbe) liegt.

Nehmen wir bspw. den ehrenhaften Wilfried Wieck. Seine Mission ist es, Männer niederzumachen um dann als „besserer Mann“ besser dazustehen. Feministinnen (!) finden das, was er auswirft – „Männer lassen lieben“ zum Beispiel – dann auch recht nützlich, was aber nicht heißt, dass er aus der Ungnade entlassen wird: »Es ist schön, zu sehen, wie ein typischer Chauvi Argumente liefert, um andere Männer niederzumachen. Der Wieck betreibt masochistische Selbstzerfleischung. Und es ist herrlich einfach, Rolf mit seinen Argumenten einzuseifen.« Angelika geht in ihrer Beurteilung des Wieck-Buches noch weiter: »Kerle wie den kenne ich zur Genüge. Die findet man in jedem Sozialdienst. Das sind Typen, die sich selbst niedermachen, um sich anzubiedern. Nach dem Motto: Ich bin mies und schlecht, und weiß das, und deshalb will ich auf den Arm. Im Grunde ist der ein ganz armes Schwein, dem niemand helfen kann, es sei denn, er findet eine Dumme.«

Als trauriges Fazit lässt sich festhalten: Das Gift wirkt. Die Menschen besonders die jungen haben immer weniger Sex, sind sich immer weniger nah. Die Gesellschaft kühlt ab, es gibt immer weniger zärtliche Intimität, die Menschen vereinzeln.

Sind Männer sozial kompetenter?

Der Mythos lautet: Frauen sind generell die besseren, unter anderem auch die sozial kompetenteren Menschen, weshalb mit Frauen an der Macht alles besser werde. Dies wird besonders von Pudeln gerne geglaubt, mit den Fakten aber stimmt das nicht überein. So eine repräsentative Studie über Führungskräfte, zu welcher die Studienleiterin das Fazit zieht:

„Anders als allgemein vermutet, sind weibliche Führungskräfte was die Kommunikation und einen weicheren Führungsstil betrifft keine Bereicherung für die Unternehmen“, so das Fazit von Prof. Dr. Marion Büttgen vom Lehrstuhl für Unternehmensführung der Universität Hohenheim. […] Die Expertin geht mit ihrem Ergebnis noch weiter: Frauen in Führungspositionen seien sogar noch weniger verträglich als Männer. „Die Studie hat gezeigt, dass Frauen in einer höheren Position dazu neigen, ihren Willen um jeden Preis durchzusetzen, auch wenn sie dafür mit ihren Kollegen einen Streit anzetteln müssen.“

Dabei, obwohl ihre eigene Untersuchung dem widerspricht, sieht auch die Professorin negative Eigenschaften als typisch männlich an, etwa wenn sie ausführt (Hervorhebung von mir):

Zwar könne man nicht sagen, dass alle weiblichen Führungskräfte narzisstische, rücksichtslose und männliche Charaktereigenschaften besitzen…

„Männlich“ steht hier in einer Reihe mit destruktiven, schädlichen Eigenschaften wie „narzisstisch“ und „rücksichtslos“, merke: Wenn’s männlich ist, ist’s irgendwie asozial, das Gegenteil von sozial kompetent. Die Überzeugung, dass die Frau der sozial kompetentere oder bessere Mensch ist, sitzt tief, so tief, dass man negative Eigenschaften selbst dann noch für männlich hält, wenn die eigene Forschung das Gegenteil ergibt. Im Alltag scheinen aber auch Frauen wenig davon zu spüren, dass Frauen besser wären, so stellt z.B. „Stutenbissigkeit“ zwar ein Klischee dar, aber eines, das sich in der Realität tatsächlich wiederfindet. Und immer mal wieder kommen Umfragen zum Ergebnis, dass Frauen männliche Chefs den weiblichen vorzuziehen, weil sie verträglicher sind, womit man die ganze #metoo-Debatte abhaken kann.

Einen weiteren Blick ins Berufsleben und den Unterschieden zwischen Männlein und Weiblein in Sachen Sozialkompetenz wagt der Wirtschaftscoach Christine Bauer-Jelinek: „Der falsche Feind, schuld sind nicht die Männer!“ Sie stellt hierzu fest (sinngemäß aus dem Gedächtnis): „Was Frauen nicht verstehen: Herr Meyer und Herr Schmidt streiten sich über die Finanzierung, aber Hans und Franzl gehen anschließend gemeinsam ein Bier trinken.“ Was hier zum Tragen kommt, ist, dass man(n) etwas nicht persönlich nimmt, dass man das eigene Ego zurücknimmt, sich nicht selbst angegriffen fühlt in einem Streit, der mit einem persönlich auch nichts zu tun hat. Frauen scheinen diese Fähigkeit weitaus weniger zu besitzen. Das hat auch was mit Emotionsregulierung zu tun. Frauen gelten allgemein hin als das emotionalere Geschlecht. Das ist die Folge eines Privilegs: Frauen dürfen ihre Emotionen viel freier ausleben als Männer. Männer haben zu funktionieren, und wer von seinen Gefühlen beherrscht wird, wird von seinen Aufgaben abgelenkt, funktioniert also nicht richtig. Deshalb wird der Junge zu Selbstbeherrschung erzogen, und kann später in Interaktionen mit anderen Menschen rationaler, vernünftiger – sozial kompetent eben – agieren, da er nicht von narzisstischen Emotionen überwältigt wird. Dieses „persönlich nehmen“ zeigt sich im feministischen Diskurs auch bei der Frage, ob Komplimente über das Äußere gestattet sein sollten oder nicht. Feministinnen nehmen das persönlich und bilden sich ein, weil ein Mann eine Frau schön findet, verlöre er ihre Kompetenz aus dem Blick und „reduziere“ sie – im schlimmsten Fall – zu einem Sexobjekt.

Die ganze Welt, in der wir leben, wurde nicht von Einzelgängern erbaut, sondern von Männern, die Teamarbeit betrieben und betreiben, was natürlich besser funktioniert, wenn man soziale Kompetenzen mitbringt. Jeden Tag arbeiten Millionen und Milliarden von Männern ganz selbstverständlich zusammen im Team, was die ganze Welt am Laufen hält, funktionieren, ohne dass ihnen ihr Ego in die Quere kommt. Und die Krönung des Ganzen: Ausgerechnet das Hormon, welches schlechthin für Männlichkeit im Sinne einer gewalttätigen Männlichkeit steht – Testosteron – macht sozialer, während das Frauenhormon Östrogen asozialer macht! Vor dem Hintergrund ist es wirklich rätselhaft, wie der Eindruck einer höheren sozialen Kompetenz bei Frauen zustande kam. Vermutlich unsere Zuneigung zur Mutter, die dann auf die Frauen projiziert wird und so zu einem Confirmation Bias führt.

So, und zum Abschluss noch ein Internet-Tipp: Als jemand, der sich mal aus Liebeskummer beinahe das Leben genommen hat, möchte ich auf diese Comicreihe hinweisen, in der der Autor herzergreifend verarbeitet, dass die Geliebte nicht zurückliebt:

Schisslaweng: Piraten ohne Ziel

Offener Brief: Rassismus mit Sexismus überbrüllen

DeXc218W0AAv8w_

Sehr geehrter Herr Goldmann,

ihr Artikel „Von Männern, Mördern und Migranten“ lässt mich etwas ratlos zurück, denn offensichtlich haben Sie ein Problem damit, wenn man Flüchtlinge einer überproportionalen Kriminalität verdächtigt, sehen aber kein Problem darin, Männer als das gewalttätige, vergewaltigende Geschlecht zu präsentieren. Es ist fast so, als wollten sie Rassismus mit Sexismus überbrüllen. Der Punkt ist nur: Wenn man Männer pauschal als Gewalttäter anfeinden darf, warum sollte das dann bei Migranten zu verurteilen sein?

So wollen Sie das Feindbild „Mann“ damit schärfen, indem Sie eine Reihe Von Fällen anführen, bei denen allesamt die Männer die Täter sind, um dann triumphierend auszurufen: „Die Täter sind alle Männer!“. Nur, das lässt sich mit beliebigen anderen Gruppen genauso machen. Die „Einzelfallmap“, welche Fälle kriminelle Handlungen von Nichtdeutschen sammelt und somit Fremdenfeindlichkeit schürt, ist ihnen sicherlich Begriff, oder? Ihrer eigenen Logik nach gibt es daran nichts auszusetzen.

Oder um mal eine andere Vergleichsgruppe heranzuziehen, nämlich die der Frauen, dazu:

Zum Einen sind Frauen in Beziehungen genauso gewalttätig wie Männer, gegen Alte, Pflegebedürftige und Kinder üben sie sogar mehr Gewalt aus, was allein schon ausreicht um zu zeigen, dass Gewalt kein besonderes Merkmal von Männlichkeit ist, welches im besonderen Kontrast zu einer scheinbaren weiblichen Friedfertigkeit steht. Zum Anderen: Gewalttätige Männer sind eben nicht als Beispiele typischer oder gelungener Männlichkeit zu nehmen. Gewalttätige zeichnen sich eher durch Schwäche aus.

Und wenn Frauen viele Vergewaltigungen anzeigen, dann sagt das nichts über Männer aus, da Falschbeschuldigung ein weiblicher Volkssport ist.

Die meisten Kindsmorde gehen von Frauen aus. Lässt sich jetzt über „Toxische Weiblichkeit“ dozieren? Warum führt weiblicher Kindsmord nicht zu Kritik an Weiblichkeit, während sich Männer die Untaten ihrer Geschlechtsgenossen vorhalten lassen müssen?

Sie schreiben und berufen sich dabei auf „Forschung“, dass eine progressive Gesellschaftspolitik zu Gewaltausbrüchen bei Männern führt. Dazu als erstes: Diese „Forschung“, diese „Geschlechterforschung“ auch von Kimmel ist: Für’n Arsch. Denn Männerforschung wird dort als „kritische Männerforschung“ betrieben, dass heißt, dass diese „Forschung“ nicht ergebnisoffen ist, sondern die Resultate schon im Vornherein festgelegt sind, nämlich dass Männer Unholde sind. Sie entbehren jeder Wissenschaftlichkeit.

DO8m86ZWkAYAvoU.jpg large

Und dann „progressive Gesellschaftspolitik“. Das ist die alte Jammerarie: Angeblich waren Männer, die in den Bergwerken und auf den Schlachtfeldern verheizt wurden, das privilegierte Geschlecht, und kommen allein damit nicht klar, dass ihnen nun ihre Privilegien genommen. Allerdings sollte man hierzu wissen, dass nach feministischer Auffassung Männer selbst dann noch privilegiert sind, wenn sie obdachlos in der Gosse liegen. Männer sind nicht privilegiert, sie sind diskriminiert. Männer haben keine Krise, sie werden betrogen.

Dennoch wird Männlichkeit, bzw. schwache Männlichkeit als Ursache des Übels ausgemacht. Dazu die SPD: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“ Nun: Männlichkeit ist ein Segen. Für Frauen wie für die ganze Gesellschaft. Warum wird in der „kritischen Männerforschung“ Männlichkeit nicht danach beurteilt, wie sie sich ganz alltäglich zeigt, etwa wenn ein Mann seine Familie ernährt, sondern anhand der Ausreißer einer Minderheit?

Wenn Sie anführen, dass unsichere Männlichkeit das Problem ist, will ich Ihnen sogar zustimmen. Die Konsequenz daraus ist aber, dass man Jungen ermöglichen sollte, auch eine starke Männlichkeit entwickeln zu können. Das aber ist problematisch in der vaterlosen Gesellschaft, in welcher per „kritischer Männerforschung“ beständig auf Männer eingeprügelt wird und diese für alle Übel der Welt verantwortliche gemacht werden.

Bei Flüchtlingen führen Sie schwierige Verhältnisse als Entschuldigung für ihre Verbrechen an. Warum tun Sie das nicht auch bei Männern? Wer zum Beispiel, meinen Sie, gerät eher auf die schiefe Bahn? Der junge Mann, der nach der Schule ein funktioneller Analphabet ist, aufgrund der massiven Diskriminierung von Jungen in der Schule, und der somit kaum Zukunftsperspektiven hat, oder derjenige, der sein Leben erfolgreich bestreitet, einen hohen sozialen Status innehat?

Dass Sie so massiv sexistisch gegen Männer agieren, zugleich aber genau dasselbe Prinzip der Kollektivhaft bei Flüchtlingen zurückweisen, ist wirklich eine Spitzenleistung der Doppelstandards. Allerdings eine, die nicht neu ist.

Mit freundlichen Grüßen

yx