Archiv der Kategorie: Männlichkeit

Hin zu einer maskulistischen Filmkritik: „Der Club der toten Dichter“

Abschließendes Urteil: Kann man sich den Film ansehen? Ja, ist ein Must-Seen.

Spoilerwarnung.

„Denk daran dich immer schön gerade zu halten“ ist als erster Satz zu hören, aus Frauenmund an einen kleinen Jungen gerichtet, der nun der Welton-Academy, einem Internat, das zur absoluten Elite zählt, ausgeliefert wird. Denn genau darum geht es in der Einrichtung: Sich gerade zu halten. Das ganze Leben lang.

So wie das Internat, so sind auch die Schüler Elite, die Entscheider von morgen. Hierzu sind sie einem scharfen Regime unterworfen, dass sie kaum frei atmen lässt. Der Leitspruch lautet: „Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung“, was von den Jungs in einem schwachen Anflug von Rebellion zu „Travestie, Ekel, Dekadenz, Lethargie“ umgedichtet wird.

Die kompromisslose Härte der Bildungseinrichtung ist dabei ganz im Sinne der Eltern, die sich natürlich nur das Beste für ihren Nachwuchs wünschen und diese Wünsche mit aller Strenge durchsetzen. So verbietet der Vater von Neil diesem, ihm vor Anwesenheit anderer zu widersprechen, wie auch am Jahrbuch mitzuarbeiten, eine Tätigkeit, die Neil Freude bereitete. Es ist sozusagen der Ausblick auf ein freudloses Leben, in dem nur Leistung zählt. Die Jungs und späteren Männer sind eingeschlossen in einer Welt, in welcher sie nur die größtmögliche Nützlichkeit zu erbringen haben.

Dieses Muster wird durchbrochen von dem kuriosen neuen Englischlehrer Mr. Keating, wundervoll gespielt vom genauso wundervollen Robin Williams. In der ersten Unterrichtsstunde fordert er seine Schüler auf, die Gruppenfotos ihrer Vorgänger zu betrachten, die genauso wie sie waren, voller Stolz und Hoffnung, jetzt aber tot. Keating macht den Jünglingen eindringlich bewusst, dass das Leben schnell vorbeigeht, dass man irgendwann nur noch Würmerfraß ist, dass die Gefahr besteht, in der Stunde des Todes gewahr zu werden, dass man gar nicht gelebt habe. Deshalb: Carpe Diem. Nutze den Tag, koste das Leben aus. Auch fordert der Lehrer seine Schüler auf, ihn mit O Kaptain, mein Kaptain anzureden – wenn man mutig ist.

Damit stößt Keating ein Tor auf zu einer Welt, in der es mehr gibt als nur Leistung und Pflichtbewusstsein. Die Jünglinge entdecken die Liebe. Zu Frauen. Zur Lyrik. Zum Theater. Das, was das Leben lebenswert macht. Auf Anregung Keatings gründen sie den Club der toten Dichter, in welchem sie sich Poesie vortragen und der eröffnet wird mit den Versen:

Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte.
Ich wollte das Dasein auskosten. Ich wollte das Mark des Lebens einsaugen!
Und alles fortwerfen, das kein Leben barg, um nicht an meinem Todestag
Innezuwerden, daß ich nie gelebt hatte.

Damit geraten die Jünglinge in Konflikt mit dem System, das aus den jungen Männern Anwälte und Banker machen will. Neil entdeckt seine Liebe zum Theater und übernimmt ohne Wissen seines autoritären Vaters die Hauptrolle in Shakespeares Sommernachtstraum. Er ist dabei sehr gut aber es hilft nicht gegen seinen Vater. Dieser nimmt Neil vom Internat und will ihn auf eine Militärakademie schicken und schreibt ihm zudem vor, was er danach zu studieren hat. Neil erkennt, dass sein ganzes Leben verplant ist und zwar mit dem, was keine Freude bringt. Er darf nicht seinem Herzen folgen sondern soll nur erfolgreich sein; ein ganzes Leben lang unter dem Diktat des sich gerade haltens, unter „Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung“.

Neil nimmt sich das Leben.

Die Schuld dazu wird bei Keating gesucht und ihm in die Schuhe geschoben. Die Schüler werden gezwungen, eine unwahre Erklärung zu unterschreiben, die zu Keatings Suspendierung führt. Als Keating ein letztes Mal im Klassenraum erscheint, steigen einige Schüler auf ihre Tische und bekunden ihren Respekt und Liebe mit O Kaptain, mein Kaptain.

Dieser Film fügt sich wunderbar ein in die Erzählungen der Männerrechtler, die den Mann aus der lebenslangen Maloche befreien und ihm ein Leben wie den Frauen ermöglichen wollen. Mit mehr Zeit in Freiheit, mehr in der Familie als im Büro oder auf dem Bau. Der Film ist nach wie vor hochaktuell, denn auch heute ist es für keinen Mann eine Option, zu Hause bleiben, wenn die Kinder kommen. Sie denken nicht mal im Traum an dieses Privileg, wie es Frauen alltäglich einfordern. Denn der Mann wird von der Kindheit an dazu abgerichtet, mit seiner Disziplin und Leistung als Arbeitsdrohne die matriarchale Gesellschaft am Laufen zu halten und er wird ohne Gnade aussortiert, der Obdachlosigkeit oder dem Suizid überlassen, wenn er keine Nutzanwendung mehr hat. Eine Sterbensforscherin interviewte mal dem Tode nahe Menschen. Alle – alle! – Männer bereuten, dass sie zuviel gearbeitet hatten. Sie haben das Mark des Lebens nicht ausgekostet, sie wurden an ihrem Todestag inne, dass sie nie gelebt hatten, sondern sich immer nur gerade hielten.

Lucas Schoppe über „Männerhöhlen“

Lucas Schoppe:

„A Room of One’s Own“ von Virginia Woolf ist einer der klassischen Texte des Feminismus: Eine Frau müsse ein Zimmer für sich allein haben, um Literatur schaffen zu können. Der Essay erschien 1929.

Heute, mehr als neunzig Jahre später, präsentiert es eine ehemals bildungsbürgerliche Zeitung als irgendwie anrüchig, wenn Männer ein Zimmer für sich allein haben wollen. Also: Wer heute anständige feministische Texte schreiben möchte, sollte sich am besten für gar nichts ernsthaft interessieren, nichtmal für die feministische Geschichte.

Und natürlich ist es in des Autors Augen ein PRIMITIVES Bedürfnis, wenn Männer ein solches Zimmer haben wollen. Falls jemand die Cave-Anspielung nicht verstanden hat, wird es ihm schon in der Überschrift plakativ vor den Latz geknallt, dass es hier um Höhlenmenschen geht, die sozial ausgesprochen inkompetent sind. Wer dieses alte Ressentiment gegen die angeblich primitiven Männer analysieren wollte, könnte zum Beispiel mal Kucklicks „Das unmoralische Geschlecht“ lesen. Einfacher ist es aber natürlich, das Ressentiment einfach zu reproduzieren.

Das ist alles so blöd, dass Lücker sich vor lauter Blödheit seiner eigenen Bosartigkeit gar nicht bewusst wird. Es lohnt sich kaum, sich direkt damit auseinanderzusetzen – wenn er überhaupt irgendeine Bereitschaft hätte, seine eigene Position zu überprüfen, dann hätte er auch ohne jede Gegenrede reichlich Gelegenheit dazu.

Da ich aber ja ein freundlicher und zuvorkommender Mensch bin, habe ich es mit einem Kommentar bei der Zeit mal anders versucht und diesem stolzen Flagschiff des schwarzgrünen Bürgertums ein paar Vorschläge für weitere Artikel gemacht. Da zurzeit gar keine Kommentare unter dem Text mehr freigeschaltet werden, veröffentliche ich den Kommentar einfach hier.

„Der Artikel basiert auf der überraschenden Überzeugung, dass alltägliche Tätigkeiten irgendwie hochproblematisch werden, sobald ein Mann sie ausführt. Selbst das Einrichten eines Zimmers ist dann Ausdruck patriarchaler Herrschaftsansprüche.
Da ich natürlich sachlich, differenziert und konstruktiv sein möchte, habe ich hier noch ein paar weitere Vorschläge für weitere Artikel.

Mansneezing – Wichtiges aktuelles Thema. Bei Männern ist das Niesen eine Dominanzgeste, raumgreifend, laut und toxisch, während Frauen es zurückhaltend auf das Allernötigste beschränken. Wenn sie denn überhaupt niesen. Oder so.

Brotherbreathing – Bestimmt finden Sie irgendwo Studien, die zeigen, dass ein Mann soviel Luft wegatmet wie 27,4 Frauen, o.s.ä. – was dann ganz gewiss auch irgendwie mit der Erderwärmung in Zusammenhang zu bringen ist. Ganz wichtiges Thema also.

Misterlistening – Während Frauen, wenn sie anderen zuhören, deren Anliegen verstehen und nachvollziehen wollen, projizieren Männer ganz bestimmt irgendwie nur ihre eigene Agenda in die Aussagen anderer und okkupieren sie damit symbolisch, schreiben sich also gewissermaßen in andere ein.
Irgendwie.

Manreading – Wenn Männer kluge und augenöffnende Artikel lesen, die ihnen klarmachen, dass sie eh nur Höhlenmenschen sind – dann nehmen sie das nicht dankbar und bescheiden und mit dem Willen zur Besserung zur Kenntnis, sondern verderben alles mit Kommentaren, in denen sie Kritik auf keinen Fall „sachlich und differenziert“ äußern. Typisch.“

Soweit der Kommentar. Allerdings ist die Sache mit der Ironie heute ja ein wenig gewagt, weil man eigentlich gar nichts mehr ironisch so weit überspitzen kann, dass es nicht doch noch irgendein Depp als ernstzunehmende Stellungnahme weiter verbreiten würde. Falls ihr also demnächst gewichtige Artikel über die Problematik des männlichen Niesens oder Atmens in der ZEIT lest, seid bitte etwas gnädig mit mir. Ich wollte einfach nur lieber einen Witz machen, als mich über Lückers Höhlenmenschenfantasien zu ärgern.

Judith Butler auf der Titanic, oder: Über Männlichkeit

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Deshalb hassen Feministen den Mann: Er ist nicht zu schlecht, er ist zu gut.

Er ist Journalist. Und Feminist. Also ein boshafter Mann und er findet Männer erbärmlich. Damit meint er nicht nur Männer im allgemeinen sondern auch ganz spezielle: Die auf der Titanic nämlich. Denn nicht alle waren ohne weiteres bereit, das zu opfern, was allen Lebewesen, die da kreuchen und fleuchen, das kostbarste ist: Ihr Leben. Nicht alle waren so gesittet wie der Herr Astor – in heutige Zeiten umgerechnet ein Multimilliardär – der höflich fragte, ob er einen freien Platz in einem Rettungsboot belegen könnte, was man ihm negativ beschied – sein Todesurteil. Unabhängig davon, dass unser boshafter Journalist diese Männer erbärmlich fand, war die Überlebenschance einer armen Frau auf der Titanic höher als die eines reichen Mannes, was heißt, dass die meisten eine Männlichkeit pflegten, welche darin besteht, sein Leben für andere Menschen oder für die „Gesellschaft“ – im Krieg etwa – zu opfern – Männlichkeit ist etwas, das Frauenleben rettet und erleichtert. Nebenbei sahen die Frauen recht schäbig aus, denn ihre Überlebenschance war höher als die von Kindern…

Und wie dankbar die Frauen dafür waren, Paul-Hermann Gruner berichtet:

Wie war das noch mit den Damen aus der ersten Klasse, die in einem der Rettungsboote der «Titanic» saßen? Der stolze Dampfer war endgültig gurgelnd versunken, die Nacht war sternenklar und ganz ruhig. Bis auf die nervtötenden Schreie der Männer, die mit Schwimmwesten um den Leib ihrem eiskalten Ende entgegenzappelten und schaurig laut schrien. «Da schreien die aus der dritten Klasse», bemerkten die Damen, so Ohrenzeugen, «die haben den Untergang verschlafen und nun sind sie hysterisch!» („Frauen und Kinder zuerst“, Seite 119)

Für so edle, gute Menschen lässt man doch gerne sein Leben…

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Auf der Titanic war dem allgemeinen Vernehmen nach keine Feministin zu finden, und das obwohl Geschlechterkrieg damals schon ein Thema war. Unser boshafter Feminist teilt mit seiner Agenda, einerseits nichts Gutes an Männern zu lassen, sie aber andererseits auf die traditionelle – und hier auch tödliche – Rolle festnageln zu wollen, feine Gesellschaft: Die der Suffragetten nämlich. Das waren Feministinnen, die für Gleichstellung der Frau waren, zugleich aber den Mann nicht aus der Rolle entlassen wollten, im Krieg sein Leben für die Gesellschaft, welche demnach eine der Frau wäre, zu opfern. Es stellt sich also die Frage, ob eine Judith Butler Männlichkeit auch dann noch „dekonstruieren“ wollte, wenn ihr Leben von einer solchen abhinge.

Männlichkeit (und Weiblichkeit) soll also dekonstruiert werden. Das sind störende „Mythen“ in der feministisch-genderistischen Agenda. Gerne wird dazu der Plural der störenden Größe verwendet: „Männlichkeiten.“ Um das näher verstehen zu können, lohnt es sich ein weiteres Abstraktum zu bemühen: Menschlichkeit. Was wäre davon zu halten, wenn jemand von „Menschlichkeiten“ spricht? Denn das wäre durchaus berechtigt, wenn man zum einen bedenkt, dass die Menschen höchst unterschiedlich sind, und zum anderen „Menschlichkeit“ entgegen der allgemeinen Auffassung oft für deren Gegenteil steht: Grausamkeit nämlich. Dennoch wird jeder bei der Aufforderung, doch bitte Menschlichkeit walten zu lassen, annehmen, dass hier zu Vergebung, Nächstenliebe, Gnade etc. aufgerufen wird. Wer von „Menschlichkeiten“ spricht, stellt nur eine banale Wirklichkeit heraus: Nämlich dass die Menschen über unterschiedliche Charaktere verfügen. Ähnlich verhält es sich bei „Männlichkeiten“. Aber auch der Genderist, der ständig mit „marginalisierten Männlichkeiten“ hantiert, wird beim Ausspruch „Wie männlich“ eher an Schwarzenegger als an einen klischeehaften, „tuntigen“ Schwulen denken – Sorry an alle Homo [Sapiens]. Der Angriff auf das Wesen der Männlichkeit wird also wohl scheitern – erst recht, wenn die Zeiten wieder härter werden sollten, und damit eine harte, also „toxische“ Männlichkeit, welche Überlebenschancen auch für andere garantieren kann, wieder hoch im Kurs steht – Feminismus und Genderismus sind Dekadenzphänomene.

Man wird nicht beginnen, von „Menschlichkeiten“ zu sprechen – die kulturelle Einigung, dass  mit dem Begriff positiv besetztes gemeint ist – Nächstenliebe etwa – ist zu tiefgreifend, als das sich das ändern ließe. Man müsste zu totalitären Mitteln greifen, um die Bevölkerung zu zwingen, eine neue Definition zu übernehmen. Ähnlich verhält es sich mit „Männlichkeiten“ – allerdings gibt es bereits Bestrebungen, das neue Denken mit Gewalt durchzusetzen. In Kanada etwa, wird man jetzt empfindlich bestraft, wenn man bestimmter  Persönlichkeiten nicht mit ihren Phantasiewörtern anspricht. Genderisten wollen „Ärger“ – „Gender Trouble“, wie es Judith Butler ausdrückt. Man will „Identitäten zerstören“, und dabei werden sie zu allen Mitteln greifen, die man ihnen bewilligt, und sei es, dass man einen Säugling kastriert um es als Mädchen zu erziehen zum Beweis, dass Geschlecht eben nichts anderes als ein soziales Konstrukt ist – der Hass gegen das Männliche ist so groß wie der Mann großartig ist und die Frau damit so klein aussehen lässt.

Männlichkeit – im Singular – bildet den Widerpart zu Weiblichkeit in polarer Aufeinanderbezogenheit. Wenn man Männlichkeit „dekonstruiert“, wird auch Weiblichkeit aufgelöst, eine Weiblichkeit, die als unzulänglich begriffen wird, die im Schatten des Männlichen steht. Deshalb sollen sie weg die Geschlechter, weil Weiblichkeit nach männlichen (!) Werten, die paradoxerweise von Feministen geteilt werden, nicht großartig genug dasteht. Feministen urteilen über Frauen nach männlichen Maßstäben: „Ist sie Chefin?“, „Ist sie Maschinenbauingenieurin“, „Dient sie an der Waffe?“. Allerdings dürfte dieses Unterfangen der Dekonstruktion der Geschlechter scheitern. Sobald man einen Menschen ansieht, ist man sich vollkommen im Klaren darüber, welchem Geschlecht er angehört.

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Während diese Dekonstruktion scheitern dürfte, ist eine andere Bewegung dafür enorm erfolgreich: Die Dämonisierung des Mannes, das Niedermachen von Männlichkeit als etwas übles, dämonisches eben, Stichwort: „Toxische Männlichkeit“. Seit dem 18. Jahrhundert wird Männern unterstellt, als Mann weniger für die von ihm errichtete Zivilisation, sondern für deren Gegenteil, der Barbarei, zu stehen. Der Mann stünde für Gewaltbereitschaft, Tyrannei, für alles, was man am Menschen verurteilen kann, die Frau hingegen für das Gegenteil wie man auch in der Forschung feststellt: Männer sind mies und fies und Frauen dagegen wundervoll. Man nennt es den „Women are wonderful“-Effekt. Ein sexistischer Umstand, der „Antisexisten“ aber nicht im Geringsten stört.

Zu der Anklage, dass Männlichkeit toxisch und gewalttätig sei, schrieb ich bereits:

Denn die Anklage gegen Männer allein mit „Mädchen und Frauen“ als Anklägerinnen ist in allen Punkten zurückzuweisen. So werden Jungen häufiger zu Opfern von Gewalt, auch durch Frauen. Auch was sexuelle Gewalt angeht, werden Jungen zu Opfern und Frauen zu Tätern. Selbst als Erwachsene werden Männer in einem ähnlichen Ausmaß Opfer sexueller Gewalt. Gewalt gegen Kinder, Alte und Pflegebedürftige geht überwiegend von Frauen aus. Auch bei Mord und Totschlag von Kindern liegen Mütter vorn. Und was häusliche Gewalt angeht: Hunderte von Studien kommen international zu dem Schluss, dass Frauen genauso gewalttätig sind wie Männer, und diese sind in ihrer Brutalität auch nicht zu unterschätzen. Auch generell ergeht es Jungen in Sachen Gewalterfahrung nicht besser als Mädchen.

Zurück zum Sexismus: Ist es nicht ein frauenfeindlicher Sexismus, Männlichkeit als etwas Großes und Bewundernswertes zu beschreiben, weil das ja bedeutet, dass Weiblichkeit weder groß noch bewundernswert ist? Dazu verweigerte mir mal ein anderer boshafter Feminist das Zugeständnis, dass man Männern in Not genauso wie Frauen zu helfen habe, denn wenn man „Mädchen“ als Beleidigung für einen gestandenen Mann auffasse, dann habe dieser auch nicht das Recht auf Hilfe in der Not. Bestechende Logik, aus der aber aus jeder Pore der Hass auf gelungene Männlichkeit trieft. Und umgekehrt wird auch kaum eine Frau „Mannsweib“ als Kompliment auffassen. Denn Schönheit, die sich in den schönen Dreiklang vom Guten, Wahren und Schönen einfügt, ist ein weiblicher Wert – der aber von Feministen wie andere typisch weibliche Eigenschaften verachtet wird: „Pink stinks“ – das heißt: Es sind die Feministen selbst, die ein klischeehaftes „Mädchen“ für unzulänglich halten, fern aller Attribute, auf die man stolz sein könnte. Denn alles, was Feministen bei Männern hassen, lieben sie bei Frauen, und alles, was sie bei Frauen hassen, lieben sie bei Männern. Deshalb sind sie ganz scharf darauf, dass Frauen Ingenieurswesen studieren und Jungen weinen, sich also eine Verweiblichung des Mannes wünschen. Der feministische, aber nicht der männliche Blick auf eine feminine Frau, die ein Mann attraktiv findet, ist von Herabwürdigung getragen. Männer respektieren solche Frauen, auf männliche Weise, welche sich als einen Gegenpol zu Weiblichkeit versteht.  Aber für einen linken Maskulismus ist es tatsächlich riskant, sich auf eine starke, traditionelle Männlichkeit zu berufen, könnte man einem doch gleich in mehrfacher Hinsicht einen Strick daraus drehen, indem man dann folgerichtig feststellt, dass man Männern in Not Hilfe verweigern, sie in den Kriegsdienst pressen oder ihnen die Kinder vorenthalten könnte. Diese Gefahr lässt sich aber ganz leicht abwenden: Männlichkeit oder Weiblichkeit, wie sich ein individueller Mensch gibt, ist nichts, anhand derer man Gesetze zu schreiben oder Hilfsleistungen zu verteilen hat, sie sind wie auch die Religion Privatsache.

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Ok, aber was ist denn nun Männlichkeit? Die Antwort liefert eine Frau: Esther Vilar. Sie erkannte, dass all das männlich ist, was schwerer zu erreichen und zu halten ist. Emotionalität zum Beispiel ist damit typisch weiblich, weil es einfacher ist, seinen Emotionen nachzugeben als sich – typisch männlich – zu zügeln, sich zu beherrschen. Männlichkeit erfordert mehr Mühe, Anstrengung und auch Kompetenz. Deswegen heißt es auch öfter, dass sich ein Mann in seiner Männlichkeit gekränkt sieht, als dass es einer Frau so mit ihrer Weiblichkeit ergeht. Gelungene Männlichkeit ist nicht toxisch, im Gegenteil steht sie ganz gut da, hat was Großartiges. Denn, um auf obiges Beispiel mit der Titanic zurückzukommen, es ist Heldenhaft, kleine und große Opfer – im Extremfall das eigene Leben – zu erbringen, sich aufzuopfern. Und wem nützt es? Sogenannte „toxische Männlichkeit“, an dieser Stelle so definiert, dass sie nicht anderen sondern dem individuellen Träger dieser Eigenschaft selbst schadet, nützt der ganzen Gesellschaft im Großen und der Familie im scheinbar Kleinem – zum Beispiel der Familienvater, der sich für seine Familie zur Arbeit zwingt. So wird z.B. auch Härte gegen sich selbst als „toxische Männlichkeit“ definiert. Ein solcher „toxischer“ Mann aber taugt sehr gut dazu, harte Arbeiten, die die ganze Gesellschaft und die eigene Familie unterhalten, zu verrichten.

Und auch wenn der Ernstfall eintritt, und die eigene Gruppe, besonders die Kinder und Frauen im Kriegsfall zu schützen sind, sind „toxische“ Männer, die hart gegen sich selbst und andere sind, gefragt. Nicht von ungefähr forderten Feministinnen vergangener Zeiten zwar „Gleichberechtigung“, etwa im Wahlrecht, bestanden aber gleichzeitig darauf, dass sich der Mann weiterhin zum Wohle der „Gemeinschaft“ – also der Frauen und Kinder – opfert, abschlachten ließ. Als Simone de Beauvoir Israel besuchte, wurde sie von den Frauen dort nicht so willkommen geheißen, wie sie es aus dem fetten, faulen Europa gewohnt war. Israel ist ein Land von Feinden umzingelt, da wird „harte“, „toxische“ Männlichkeit, die ein Land verteidigen kann, noch wertgeschätzt. Feminismus ist ein Dekadenzphänomen.

Also pflegen Männer nicht nur von sich selbst aus diese Toxizität, sie wird auch aggressiv eingefordert. Dies wird sichtbar etwa im Empathy-Gap, das heißt, dass man Männern mehr abverlangt und gleichzeitig Hilfe und Unterstützung verweigert. Man denke nur an die Perversion, dass bereits männliche Kinder von Hilfsangeboten ausgeschlossen werden. Das ist der Grund, warum sich Jungen und Männer häufiger das Leben nehmen und auch generell früher sterben, sie erhalten weniger Hilfe und Entgegenkommen, man ist kälter und härter zu ihnen – nicht etwa, weil sie nicht über ihre Gefühle reden könnten, was ihnen im Übrigen auch schon mal ein hämisches Gelächter über die „Male Tears“ einbringen kann.

Männlichkeit hat also viel mit altruistischem Sorgen für Andere zu tun, ist selbstlos, die Gesellschaft tragend und heldenhaft – den maskulistischen Aspekt, dass hier eine Ausbeutung von Männern stattfindet, mal beiseite gelassen. Feministen spüren das instinktiv, weshalb sie zum einem solche Charakterzüge bei Frauen züchten, zum anderem bei Männern zerstören, dekonstruieren wollen. Sie gehen dabei sehr ungeschickt vor. Wenn sie bspw. „starke Mädchen“ entwerfen, dann dient diese Stärke erstens allein der Repräsentation. Das starke Mädchen sieht nur stark aus, setzt diese Stärke aber nicht für Gesellschaft und Familie ein, indem es harte Arbeiten für diese ausübt. Sie posiert, ist ein Modell, eine Schauspielerin, die Stärke ist bloße Fassade, hat keine Substanz – jede Altenpflegerin ist stärker und zäher. Und zweitens verwechselt die Feministin hier Stärke mit Gewalt und Aggression. Das Ergebnis ist ein verbiestertes Mannweib, das stolz darauf ist, Männer in die Flucht zu schlagen und dabei nur verkennt, dass sie unangenehme Gesellschaft ist.

Einer der wichtigsten Punkte ist, dass gelungene Männlichkeit dem Mann Selbstsicherheit verleiht, was u.a. bedeutet, dass er mit seiner Männlichkeit spielen kann, sie nicht so ernst nimmt. Dabei wichtig: Gelungene Männlichkeit zeichnet sich weiterhin dadurch aus, dass man nicht zu Gewalt greifen muss. Gewaltanwendung ist nicht typisch männlich, damit auch nicht „toxisch“ männlich (da Frauen genauso gewalttätig sind), sondern das Ergebnis von Schwäche, von fragiler Männlichkeit, die sich ihrer nicht sicher ist und dann Männlichkeit mit Gewalt unter Beweis stellen will. Das haben auch Feministen nicht kapiert, die im Bestreben Männer kopieren zu wollen, sich an dem feministisch-groteskem Bild vom Mann orientieren und dann eine Karikatur einer aggressiven, verbiesterten „starken Pauerfrau“ vorführen.

Ein zweiter Aspekt bei der Definition von Männlichkeit ist, dass diese sich stärker als bei Frauen auf die Funktion, den Beruf eines Mannes bezieht und dabei ein identitätsstiftendes Moment bewirkt: „Ich bin Bauarbeiter“ – Ich bin… Frauen sind zwar auch berufstätig, aber immer noch nicht im selben Maße wie Männer und noch sehr sehr viel stärker können sie sich über ihre Tätigkeit im häuslichen Bereich definieren: Als Hausfrau und Mutter – wohingegen die Suche nach einem Mann, der seine Männlichkeit über seine Existenz als „Hausmann- und Vater“ definiert, der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleicht. Wegen dieser Identitätsstiftung über den Beruf des Mannes wird der Mann dann auch mal wieder von Feministen beneidet, von Alice Schwarzer etwa, die sich Frauen ins Militär wünscht, und zwar, damit diese dort Identität erfahren könnten (was nur nach hinten losgehen kann, da sich die Frau im direkten Vergleich zum Mann nur als unzulänglich erfahren würde).

Und last but not least: Männlichkeit definiert sich nicht nur über Härte, so schreibt bspw. Schoppe:

Mit dem Ideal einer soldatischen Männlichkeit hat sich, um einmal ein weit zurückliegende Beispiel herauszusuchen, schon die Popkultur der 50er Jahre intensiv auseinandergesetzt, hat in Filmen, Songs und auch literarischen Texten ganz andere Formen von Männlichkeit angeboten: die nervös-verletzliche Männlichkeit James Deans, die Inszenierung als Sex-Symbol bei Elvis Presley, die scheue Fragilität Montgomery Clifts, die schüchtern-selbstbewusste Nerdigkeit Buddy Hollys (und das, bevor es den Begriff „Nerd“ überhaupt gab), die selbstironische Vitalität Chuck Berrys, das Spiel mit Geschlechterzuordnungen bei Little Richard – das ließe sich lange fortsetzen.

Aber zurück zur traditionellen Männlichkeit und meiner Person. Würde ich mein Leben für jemand anderen opfern? Für ein Kind: Ja. Für eine Frau? Schwierig. Für die fiktionale Mutter meiner Kinder. Was ich auf keinen Fall mit mir machen ließe, wäre, mich im Krieg für eine Obrigkeit zu opfern, die skrupellos nur die eigenen Interessen verfolgt.

So, damit bin ich dem lieben Kemper entgegengekommen, der bemängelte, dass die fiesen Maskulisten nur Hilfe für Männer in Not fordern, anstatt über Männlichkeit zu philosophieren und dafür ein Konzept vorzulegen.

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Rape Culture: Deformierte Männlichkeit – Der Lustmolch in Zeiten vergifteter Sexualität

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Wenn Sex und Vergewaltigung kaum noch von einander zu trennen sind, markiert dies das Ende der Beziehungen zwischen Mann und Frau.

Die Welt ist voll von liebreizenden, vorbildhaften Menschen, denen alles daran liegt, Friede, Freundschaft, Liebe und Brüderlichkeit zu säen. Nehmen wir die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die sagte: „Sex ist etwas, das Männer Frauen antun.“ Oder Andrea Dworkin: »Physisch ist die Frau beim Geschlechtsverkehr besetztes Gebiet, im wahrsten Sinne des Wortes ein Territorium, das im wahrsten Sinne des Wortes eingenommen wird: eingenommen auch dann, wenn es keinen Widerstand gegeben hat, keine Gewalt; ja sogar wenn die eingenommene Frau sagte ja bitte, ja schnell, ja mehr.« Coletta Reid hingegen befindet: »Wenn die Ehe legalisierte Prostitution ist, dann ist Heterosexualität gesellschaftlich befürwortete Vergewaltigung.« Dass Vergewaltigung und Sex praktisch ununterscheidbar sind, erklärt Hodee Edwards: »Sex ist das Kreuz, auf dem Frauen gekreuzigt werden. Sex kann angemessen allein als universelle Vergewaltigung beschrieben werden.« Einen scharfen analytischen Blick zeichnet auch Susan Griffin aus: »Die Grundelemente von Vergewaltigung sind in allen heterosexuellen Beziehungen zu finden.« Kurz und knackig bringt es Marilyn French auf den Punkt: »Alle Männer sind Vergewaltiger und sonst gar nichts.«

Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Diskurs, in welchem ständig von sexueller Belästigung die Rede ist, wie etwa in Kampagnen #metoo oder #aufschrei. Sexualität wird nicht als etwas Positives begriffen, als etwas Lust- und Lebensspendes sondern als übergriffig und gewaltsam. Nehmen wir bspw. Anne Wizorek, welche eine besonders schlimme Erfahrung machen musste, nämlich wie ein Professor in einem geschlossen Raum ein Annäherungsversuch unternahm, Wizorek: „Gruselig!“. Also nichts, aus dem etwas Neues und Spannendes entstehen könnte, wenn die Chemie stimmt. Schon Matussek kommentiert: Früher konnten Frauen auf eine Annäherung auf zwei Arten reagieren. Sie konnten annehmen oder ablehnen. Heute können sie den „Offender“ wegen „Sexueller Belästigung“ bezichtigen. Er erzählt weiter von einem Fall, welcher für die Frauenbeauftragte einer Uni eine schmutzige, übergriffige Sache war, für eine Studentin und einem Professor aber der Beginn einer Beziehung, die in einer Ehe mündete.

Unter der Dämonisierung haben Männer zu leiden, ihre Sexualität wird deformiert. Für solche Männer ist ihre Sexualität nichts Genussvolles für die Frau sondern eine Plage. Er schämt sich dafür, allein schon dafür, dass er überhaupt begehrt. Wenn er dann aber doch Sex will, tut er dies nicht mit Selbstbewusstsein, sondern mit dem schlechten Gewissen, einer Frau sowas zumuten zu wollen. Er kriecht, er ist ein Lustmolch. Hierzu sind vermutlich auch viele feministische Allies zu zählen, die dann konsequenterweise von Feministinnen besonders schlecht behandelt werden; nichts machen sie richtig, ständig stehen sie unter Anklage, die sie auch reumütig internalisieren. Solche Männer haben keinerlei Selbstachtung und ihre feministischen Freundinnen bringen ihnen dann folgerichtig auch nicht die geringste Achtung entgegen. Amüsiert erinnere ich mich hierzu an die Schilderung eines männlichen Feministen, eines „Ally“, der eine feministische Tagung besuchte. Er internalisierte jede Anfeindung und tat alles, was die höherwertigen Menschen ihm diktierten; eigentlich fehlte nur noch, dass er wie im SCUM-Manifesto beschrieben die Hundescheiße von den Stiefeln seiner Herrinnen leckte. Und dennoch wurde er ständig angeblafft. Antje Schrupp würde sagen: „Erwartest Du jetzt einen Keks oder was?“ Das liegt daran, dass Feministinnen nunmal Sexistinnen sind. Nicht das Verhalten des Mannes ist das Problem, sondern sein Geschlecht. Deswegen kann er auch gar nichts richtig machen, eine Verhaltensänderung führt nicht zum Freispruch, da der Grund für den Hass und die Verachtung in seinem angeborenen Merkmal des männlichen Geschlechts (und der Hautfarbe) liegt.

Nehmen wir bspw. den ehrenhaften Wilfried Wieck. Seine Mission ist es, Männer niederzumachen um dann als „besserer Mann“ besser dazustehen. Feministinnen (!) finden das, was er auswirft – „Männer lassen lieben“ zum Beispiel – dann auch recht nützlich, was aber nicht heißt, dass er aus der Ungnade entlassen wird: »Es ist schön, zu sehen, wie ein typischer Chauvi Argumente liefert, um andere Männer niederzumachen. Der Wieck betreibt masochistische Selbstzerfleischung. Und es ist herrlich einfach, Rolf mit seinen Argumenten einzuseifen.« Angelika geht in ihrer Beurteilung des Wieck-Buches noch weiter: »Kerle wie den kenne ich zur Genüge. Die findet man in jedem Sozialdienst. Das sind Typen, die sich selbst niedermachen, um sich anzubiedern. Nach dem Motto: Ich bin mies und schlecht, und weiß das, und deshalb will ich auf den Arm. Im Grunde ist der ein ganz armes Schwein, dem niemand helfen kann, es sei denn, er findet eine Dumme.«

Als trauriges Fazit lässt sich festhalten: Das Gift wirkt. Die Menschen besonders die jungen haben immer weniger Sex, sind sich immer weniger nah. Die Gesellschaft kühlt ab, es gibt immer weniger zärtliche Intimität, die Menschen vereinzeln.

Sind Männer sozial kompetenter?

Der Mythos lautet: Frauen sind generell die besseren, unter anderem auch die sozial kompetenteren Menschen, weshalb mit Frauen an der Macht alles besser werde. Dies wird besonders von Pudeln gerne geglaubt, mit den Fakten aber stimmt das nicht überein. So eine repräsentative Studie über Führungskräfte, zu welcher die Studienleiterin das Fazit zieht:

„Anders als allgemein vermutet, sind weibliche Führungskräfte was die Kommunikation und einen weicheren Führungsstil betrifft keine Bereicherung für die Unternehmen“, so das Fazit von Prof. Dr. Marion Büttgen vom Lehrstuhl für Unternehmensführung der Universität Hohenheim. […] Die Expertin geht mit ihrem Ergebnis noch weiter: Frauen in Führungspositionen seien sogar noch weniger verträglich als Männer. „Die Studie hat gezeigt, dass Frauen in einer höheren Position dazu neigen, ihren Willen um jeden Preis durchzusetzen, auch wenn sie dafür mit ihren Kollegen einen Streit anzetteln müssen.“

Dabei, obwohl ihre eigene Untersuchung dem widerspricht, sieht auch die Professorin negative Eigenschaften als typisch männlich an, etwa wenn sie ausführt (Hervorhebung von mir):

Zwar könne man nicht sagen, dass alle weiblichen Führungskräfte narzisstische, rücksichtslose und männliche Charaktereigenschaften besitzen…

„Männlich“ steht hier in einer Reihe mit destruktiven, schädlichen Eigenschaften wie „narzisstisch“ und „rücksichtslos“, merke: Wenn’s männlich ist, ist’s irgendwie asozial, das Gegenteil von sozial kompetent. Die Überzeugung, dass die Frau der sozial kompetentere oder bessere Mensch ist, sitzt tief, so tief, dass man negative Eigenschaften selbst dann noch für männlich hält, wenn die eigene Forschung das Gegenteil ergibt. Im Alltag scheinen aber auch Frauen wenig davon zu spüren, dass Frauen besser wären, so stellt z.B. „Stutenbissigkeit“ zwar ein Klischee dar, aber eines, das sich in der Realität tatsächlich wiederfindet. Und immer mal wieder kommen Umfragen zum Ergebnis, dass Frauen männliche Chefs den weiblichen vorzuziehen, weil sie verträglicher sind, womit man die ganze #metoo-Debatte abhaken kann.

Einen weiteren Blick ins Berufsleben und den Unterschieden zwischen Männlein und Weiblein in Sachen Sozialkompetenz wagt der Wirtschaftscoach Christine Bauer-Jelinek: „Der falsche Feind, schuld sind nicht die Männer!“ Sie stellt hierzu fest (sinngemäß aus dem Gedächtnis): „Was Frauen nicht verstehen: Herr Meyer und Herr Schmidt streiten sich über die Finanzierung, aber Hans und Franzl gehen anschließend gemeinsam ein Bier trinken.“ Was hier zum Tragen kommt, ist, dass man(n) etwas nicht persönlich nimmt, dass man das eigene Ego zurücknimmt, sich nicht selbst angegriffen fühlt in einem Streit, der mit einem persönlich auch nichts zu tun hat. Frauen scheinen diese Fähigkeit weitaus weniger zu besitzen. Das hat auch was mit Emotionsregulierung zu tun. Frauen gelten allgemein hin als das emotionalere Geschlecht. Das ist die Folge eines Privilegs: Frauen dürfen ihre Emotionen viel freier ausleben als Männer. Männer haben zu funktionieren, und wer von seinen Gefühlen beherrscht wird, wird von seinen Aufgaben abgelenkt, funktioniert also nicht richtig. Deshalb wird der Junge zu Selbstbeherrschung erzogen, und kann später in Interaktionen mit anderen Menschen rationaler, vernünftiger – sozial kompetent eben – agieren, da er nicht von narzisstischen Emotionen überwältigt wird. Dieses „persönlich nehmen“ zeigt sich im feministischen Diskurs auch bei der Frage, ob Komplimente über das Äußere gestattet sein sollten oder nicht. Feministinnen nehmen das persönlich und bilden sich ein, weil ein Mann eine Frau schön findet, verlöre er ihre Kompetenz aus dem Blick und „reduziere“ sie – im schlimmsten Fall – zu einem Sexobjekt.

Die ganze Welt, in der wir leben, wurde nicht von Einzelgängern erbaut, sondern von Männern, die Teamarbeit betrieben und betreiben, was natürlich besser funktioniert, wenn man soziale Kompetenzen mitbringt. Jeden Tag arbeiten Millionen und Milliarden von Männern ganz selbstverständlich zusammen im Team, was die ganze Welt am Laufen hält, funktionieren, ohne dass ihnen ihr Ego in die Quere kommt. Und die Krönung des Ganzen: Ausgerechnet das Hormon, welches schlechthin für Männlichkeit im Sinne einer gewalttätigen Männlichkeit steht – Testosteron – macht sozialer, während das Frauenhormon Östrogen asozialer macht! Vor dem Hintergrund ist es wirklich rätselhaft, wie der Eindruck einer höheren sozialen Kompetenz bei Frauen zustande kam. Vermutlich unsere Zuneigung zur Mutter, die dann auf die Frauen projiziert wird und so zu einem Confirmation Bias führt.

So, und zum Abschluss noch ein Internet-Tipp: Als jemand, der sich mal aus Liebeskummer beinahe das Leben genommen hat, möchte ich auf diese Comicreihe hinweisen, in der der Autor herzergreifend verarbeitet, dass die Geliebte nicht zurückliebt:

Schisslaweng: Piraten ohne Ziel

Offener Brief: Rassismus mit Sexismus überbrüllen

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Sehr geehrter Herr Goldmann,

ihr Artikel „Von Männern, Mördern und Migranten“ lässt mich etwas ratlos zurück, denn offensichtlich haben Sie ein Problem damit, wenn man Flüchtlinge einer überproportionalen Kriminalität verdächtigt, sehen aber kein Problem darin, Männer als das gewalttätige, vergewaltigende Geschlecht zu präsentieren. Es ist fast so, als wollten sie Rassismus mit Sexismus überbrüllen. Der Punkt ist nur: Wenn man Männer pauschal als Gewalttäter anfeinden darf, warum sollte das dann bei Migranten zu verurteilen sein?

So wollen Sie das Feindbild „Mann“ damit schärfen, indem Sie eine Reihe Von Fällen anführen, bei denen allesamt die Männer die Täter sind, um dann triumphierend auszurufen: „Die Täter sind alle Männer!“. Nur, das lässt sich mit beliebigen anderen Gruppen genauso machen. Die „Einzelfallmap“, welche Fälle kriminelle Handlungen von Nichtdeutschen sammelt und somit Fremdenfeindlichkeit schürt, ist ihnen sicherlich Begriff, oder? Ihrer eigenen Logik nach gibt es daran nichts auszusetzen.

Oder um mal eine andere Vergleichsgruppe heranzuziehen, nämlich die der Frauen, dazu:

Zum Einen sind Frauen in Beziehungen genauso gewalttätig wie Männer, gegen Alte, Pflegebedürftige und Kinder üben sie sogar mehr Gewalt aus, was allein schon ausreicht um zu zeigen, dass Gewalt kein besonderes Merkmal von Männlichkeit ist, welches im besonderen Kontrast zu einer scheinbaren weiblichen Friedfertigkeit steht. Zum Anderen: Gewalttätige Männer sind eben nicht als Beispiele typischer oder gelungener Männlichkeit zu nehmen. Gewalttätige zeichnen sich eher durch Schwäche aus.

Und wenn Frauen viele Vergewaltigungen anzeigen, dann sagt das nichts über Männer aus, da Falschbeschuldigung ein weiblicher Volkssport ist.

Die meisten Kindsmorde gehen von Frauen aus. Lässt sich jetzt über „Toxische Weiblichkeit“ dozieren? Warum führt weiblicher Kindsmord nicht zu Kritik an Weiblichkeit, während sich Männer die Untaten ihrer Geschlechtsgenossen vorhalten lassen müssen?

Sie schreiben und berufen sich dabei auf „Forschung“, dass eine progressive Gesellschaftspolitik zu Gewaltausbrüchen bei Männern führt. Dazu als erstes: Diese „Forschung“, diese „Geschlechterforschung“ auch von Kimmel ist: Für’n Arsch. Denn Männerforschung wird dort als „kritische Männerforschung“ betrieben, dass heißt, dass diese „Forschung“ nicht ergebnisoffen ist, sondern die Resultate schon im Vornherein festgelegt sind, nämlich dass Männer Unholde sind. Sie entbehren jeder Wissenschaftlichkeit.

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Und dann „progressive Gesellschaftspolitik“. Das ist die alte Jammerarie: Angeblich waren Männer, die in den Bergwerken und auf den Schlachtfeldern verheizt wurden, das privilegierte Geschlecht, und kommen allein damit nicht klar, dass ihnen nun ihre Privilegien genommen. Allerdings sollte man hierzu wissen, dass nach feministischer Auffassung Männer selbst dann noch privilegiert sind, wenn sie obdachlos in der Gosse liegen. Männer sind nicht privilegiert, sie sind diskriminiert. Männer haben keine Krise, sie werden betrogen.

Dennoch wird Männlichkeit, bzw. schwache Männlichkeit als Ursache des Übels ausgemacht. Dazu die SPD: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“ Nun: Männlichkeit ist ein Segen. Für Frauen wie für die ganze Gesellschaft. Warum wird in der „kritischen Männerforschung“ Männlichkeit nicht danach beurteilt, wie sie sich ganz alltäglich zeigt, etwa wenn ein Mann seine Familie ernährt, sondern anhand der Ausreißer einer Minderheit?

Wenn Sie anführen, dass unsichere Männlichkeit das Problem ist, will ich Ihnen sogar zustimmen. Die Konsequenz daraus ist aber, dass man Jungen ermöglichen sollte, auch eine starke Männlichkeit entwickeln zu können. Das aber ist problematisch in der vaterlosen Gesellschaft, in welcher per „kritischer Männerforschung“ beständig auf Männer eingeprügelt wird und diese für alle Übel der Welt verantwortliche gemacht werden.

Bei Flüchtlingen führen Sie schwierige Verhältnisse als Entschuldigung für ihre Verbrechen an. Warum tun Sie das nicht auch bei Männern? Wer zum Beispiel, meinen Sie, gerät eher auf die schiefe Bahn? Der junge Mann, der nach der Schule ein funktioneller Analphabet ist, aufgrund der massiven Diskriminierung von Jungen in der Schule, und der somit kaum Zukunftsperspektiven hat, oder derjenige, der sein Leben erfolgreich bestreitet, einen hohen sozialen Status innehat?

Dass Sie so massiv sexistisch gegen Männer agieren, zugleich aber genau dasselbe Prinzip der Kollektivhaft bei Flüchtlingen zurückweisen, ist wirklich eine Spitzenleistung der Doppelstandards. Allerdings eine, die nicht neu ist.

Mit freundlichen Grüßen

yx

Professor Baumeister: Gibt es irgendwas Gutes an Männern?

Originaltext (englisch)

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator

tl;dr

So kann der Grund für die Entstehung von Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wenig damit zu tun haben, dass Männer Frauen in einer fragwürdigen patriarchalischen Verschwörung unter Druck setzen. Vielmehr rührt es daher, dass in der Sphäre der Männer Reichtum, Wissen und Macht geschaffen wurden. Das ist es, was die Männersphäre vorwärts getrieben hat. Nicht Unterdrückung.

/tl;dr

Diese Einladungsrede wurde bei einem Treffen der American Psychological Association in San Francisco am 24. August 2007 gehalten. Das Denken, das es repräsentiert, ist Teil eines langfristigen Projekts, um menschliches Handeln und das Verhältnis von Kultur und Verhalten zu verstehen. Weitere Informationen zu Prof. Baumeister und seinen Forschungen finden Sie am Ende dieser Seite. — D.D.

Sie denken wahrscheinlich, dass ein Vortrag mit dem Titel „Gibt es irgendwas Gutes an Männern?“ ein kurzes Gespräch sein wird! Jüngste Schriften haben nicht viel Gutes über Männer zu sagen gehabt. Titel wie Men Are Not Cost Effective sprechen für sich selbst. Maureen Dowds Buch hieß Are Men Necessary? Louann Brizendine’s Buch, The Female Brain, stellt sich vor, indem sie sagt: „Men, get ready to experience brain envy“. Stellen Sie sich ein Buch vor, das für sich selbst wirbt, indem es sagt, dass Frauen bald das überlegene männliche Gehirn beneiden werden!

Diese Einzelbeispiele sind es auch nicht. Alice Eaglys Forschung hat Berge von Daten über die Stereotypen von Männern und Frauen zusammengetragen, die die Forscher als „Der WAW-Effekt“ zusammenfassen. WAW steht für „Women Are Wonderful“. Sowohl Männer als auch Frauen haben viel wohlwollendere Ansichten von Frauen als von Männern. Fast jeder mag Frauen lieber als Männer. Das tue ich auf jeden Fall.

Mein Ziel in diesem Vortrag ist es nicht, dies auszugleichen, indem ich Männer preise, obwohl ich auf dem Weg dorthin verschiedene positive Dinge über beide Geschlechter zu sagen habe. Die Frage, ob es etwas Gutes an Männern gibt, ist nur mein Ausgangspunkt. Der vorläufige Titel des Buches, das ich schreibe, lautet „Wie Kultur den Mann ausbeutet“, aber auch das ist für mich der Einstieg in die großen Fragen, wie Kultur das Handeln prägt. In diesem Zusammenhang bedeutet das, was gut an Männern ist, das, wofür Männer gut sind, aus der Sicht des Systems.

Daher geht es hier nicht um den „Kampf der Geschlechter“, und ich glaube, ein unglückliches Vermächtnis des Feminismus ist die Vorstellung, dass Männer und Frauen im Grunde genommen Feinde sind. Ich schlage stattdessen vor, dass Männer und Frauen in den meisten Fällen Partner waren, die sich gegenseitig unterstützen, anstatt sich gegenseitig auszubeuten oder zu manipulieren.

Es geht auch nicht darum, zu argumentieren, dass Männer als Opfer betrachtet werden sollten. Ich verabscheue die Idee, um Opfer zu konkurrieren. Und ich leugne nicht, dass die Kultur die Frauen ausgebeutet hat. Aber anstatt Kultur als Patriarchat zu sehen, das heißt als Verschwörung von Männern zur Ausbeutung von Frauen, halte ich es für zutreffender, Kultur (z.B. ein Land, eine Religion) als ein abstraktes System zu verstehen, das mit anderen Systemen konkurriert – und das sowohl Männer als auch Frauen, oft auf unterschiedliche Art und Weise, benutzt werden, um seine Sache voranzubringen.

Auch denke ich, dass es am besten ist, Werturteile so weit wie möglich zu vermeiden. Sie haben die Diskussion über die Geschlechterpolitik sehr schwierig und sensibel gemacht und damit das Spiel der Ideen verzerrt. Ich kann keine Schlüsse ziehen, was gut oder schlecht ist oder wie sich die Welt verändern sollte. In der Tat ist meine eigene Theorie um Kompromisse herum aufgebaut, so dass, wann immer es etwas Gutes gibt, es an etwas anderes gebunden ist, das schlecht ist, und sie gleichen sich aus.

Ich will auf niemandes Seite stehen. Geschlechtskrieger gehen bitte nach Hause.

Männer an der Spitze

Wenn ich sage, dass ich erforsche, wie die Kultur die Männer ausbeutet, dann ist die erste Reaktion gewöhnlich „Wie kann man sagen, dass die Kultur die Männer ausbeutet, wenn die Menschen für alles verantwortlich sind? Das ist ein berechtigter Einwand und muss ernst genommen werden. Sie beruft sich auf die feministische Gesellschaftskritik. Diese Kritik begann, als einige Frauen systematisch an die Spitze der Gesellschaft blickten und Männer überall sahen: die meisten Weltherrscher, Präsidenten, Premierminister, die meisten Mitglieder des Kongresses und der Parlamente, die meisten CEOs großer Unternehmen und so weiter – das sind meist Männer.

Als die Feministinnen das alles sahen, dachten sie, wow, Männer dominieren alles, so dass die Gesellschaft eingerichtet ist, um die Männer zu begünstigen. Es muss toll sein, ein Mann zu sein.

Der Fehler in dieser Denkweise ist, nur nach oben zu schauen. Wenn man stattdessen nach unten auf den Grund der Gesellschaft blickt, findet man dort meist auch Männer. Wer sitzt im Gefängnis, überall auf der Welt, als Kriminelle oder politische Gefangene? Die Bevölkerung im Todestrakt hat sich nie 51% Frauen genähert. Wer ist obdachlos? Nochmal, hauptsächlich Männer. Wen nutzt die Gesellschaft für schlechte oder gefährliche Jobs? US-Arbeitsministerium Statistiken berichten, dass 93% der Menschen, die bei der Arbeit getötet wurden, Männer sind. Ebenso, wer wird im Kampf getötet? Sogar in der heutigen amerikanischen Armee, die viel aus der Integration der Geschlechter und dem Kampf gegen Frauen gemacht hat, sind die Risiken nicht gleich groß. Dieses Jahr haben wir den Meilenstein von 3.000 Todesfällen im Irak überschritten, und von denen waren 2.938 Männer, 62 Frauen.

Man kann sich eine uralte Schlacht vorstellen, in der der Feind vertrieben und die Stadt gerettet wurde und die zurückkehrenden Soldaten mit Goldmünzen überschüttet werden. Eine frühe Feministin könnte protestieren, dass hey, all diese Männer bekommen Goldmünzen, die Hälfte dieser Münzen sollte an Frauen gehen. Im Prinzip stimme ich zu. Aber denken Sie daran, während die Männer, die Sie sehen, Goldmünzen erhalten, gibt es andere Männer, die Sie nicht sehen, die immer noch auf dem Schlachtfeld an Speerwunden verbluten.

Das ist ein wichtiger erster Anhaltspunkt dafür, wie Kultur Männer benutzt. Die Kultur hat viele Kompromisse, bei denen es darauf ankommt, dass die Menschen gefährliche oder riskante Dinge tun, und so bietet sie große Belohnungen, um die Menschen zu motivieren, diese Risiken einzugehen. Die meisten Kulturen haben dazu tendiert, Männer für diese risikoreichen, hochbezahlten Slots viel häufiger zu verwenden als Frauen. Ich werde vorschlagen, dass es dafür wichtige pragmatische Gründe gibt. Das Ergebnis ist, dass einige Männer große Belohnungen ernten, während andere ihr Leben ruiniert oder sogar verloren haben. Die meisten Kulturen schirmen ihre Frauen vor dem Risiko ab und geben ihnen deshalb auch nicht die großen Belohnungen. Ich sage nicht, dass es das ist, was Kulturen tun sollten, moralisch, aber Kulturen sind keine moralischen Wesen. Sie tun das, was sie tun, aus pragmatischen Gründen, die durch den Wettbewerb mit anderen Systemen und anderen Gruppen angetrieben werden.

Stereotypen in Harvard

Ich sagte, dass die meisten Menschen heute günstigere Stereotypen von Frauen als Männer haben. Es war nicht immer so. Bis etwa in die 1960er Jahre tendierte die Psychologie (wie die Gesellschaft) dazu, Männer als Norm und Frauen als leicht minderwertige Version zu betrachten. In den 1970er Jahren wurde kurz gesagt, dass es keine wirklichen Unterschiede, sondern nur Stereotypen gibt. Erst seit etwa 1980 herrscht die vorherrschende Meinung vor, dass Frauen besser sind und Männer die schlechtere Version.

Das Überraschende für mich ist, dass es kaum mehr als ein Jahrzehnt gedauert hat, um von einer Ansicht zur anderen zu gelangen, d. h. vom Denken, dass Männer besser sind als Frauen, bis zum Denken, dass Frauen besser sind als Männer. Wie ist das möglich?

Ich bin sicher, Sie erwarten, dass ich irgendwann über Larry Summers spreche, also bringen wir es hinter uns! Er war der Präsident von Harvard. Wie in The Economist zusammengefasst: Mr. Summers erzürnte das feministische Establishment, indem er sich lautstark fragte, ob allein das Vorurteil den Mangel an Frauen an der Spitze der Wissenschaft erklären könnte. Ist es möglich, dass es vielleicht nicht so viele Physikprofessoren in Harvard gibt, weil es nicht so viele Frauen wie Männer mit dieser hohen angeborenen Fähigkeit gibt? Nur eine mögliche Erklärung unter anderen, aber er musste sich entschuldigen, zurückziehen, riesige Geldsummen versprechen, und nicht lange danach trat er zurück.

Was war sein Verbrechen? Niemand beschuldigte ihn, Frauen tatsächlich diskriminiert zu haben. Seine Verfehlung war es, Gedanken zu denken, die nicht gedacht werden dürfen, nämlich, dass es mehr Männer mit hoher Fähigkeit geben könnte. Die einzig zulässige Erklärung für den Mangel an Spitzenwissenschaftlerinnen ist das Patriarchat – dass Männer sich verschwören, um Frauen unten zu halten. Es kann keine Fähigkeit sein. Wirklich gibt es etwas Beweis, dass Männer in Durchschnitt ein wenig besser an Mathe sind, aber lassen Sie uns annehmen, dass Sommer mit allgemeiner Intelligenz sich befasste. Die Menschen können auf viele Daten verweisen, dass der durchschnittliche IQ erwachsener Männer ungefähr gleich hoch ist wie der Durchschnitt der Frauen. Es ist also falsch zu behaupten, dass Männer klüger sind als Frauen. Kein Wunder, dass einige Frauen beleidigt waren.

Aber das hat er nicht gesagt. Er sagte, es gäbe mehr Männer auf den höchsten Leistungsebenen. Das könnte trotz des gleichen Durchschnitts immer noch zutreffen – wenn es auch mehr Männer am unteren Ende der Verteilung gibt, mehr wirklich dumme Männer als Frauen. Während der Kontroverse über seine Bemerkungen habe ich niemanden gesehen, der diese Frage gestellt hat, aber die Daten sind da, in der Tat reichlich vorhanden, und sie sind unbestreitbar. Es gibt mehr Männer als Frauen mit einem wirklich niedrigen IQ. Tatsächlich ist das Muster mit mentaler Retardierung das gleiche wie mit dem Genie, nämlich dass, wenn man von mild über mittel bis extrem geht, das Übergewicht der Männer größer wird.

All diese behinderten Jungen sind nicht das Handwerk des Patriarchats. Männer verschwören sich nicht, um die Söhne des anderen geistig behindert zu machen.

Fast sicher ist es etwas Biologisches und Genetisches. Und meine Vermutung ist, dass der größere Anteil der Männer an beiden Extremen der IQ-Verteilung Teil desselben Musters ist. Die Natur würfelt mit Männern mehr als mit Frauen. Männer gehen mehr ins Extreme als Frauen. Das gilt nicht nur für IQ, sondern auch für andere Dinge, sogar für die Körpergröße: Die männliche Verteilung der Körpergröße ist flacher, mit mehr wirklich großen und wirklich kleinen Männern.

Auch dafür gibt es einen Grund, auf den ich noch einmal zurückkommen werde.

Im Moment geht es darum, dass es erklärt, wie wir gegensätzliche Stereotypen haben können. Männer gehen mehr ins Extreme als Frauen. Stereotypen werden durch Bestätigungsverzerrungen gestützt. Wollen Sie glauben, dass Männer besser sind als Frauen? Dann schauen Sie sich die Spitze an, die Helden, die Erfinder, die Philanthropen und so weiter. Willst du glauben, dass Frauen besser sind als Männer? Dann sehen Sie sich den Boden an, die Kriminellen, die Junkies, die Verlierer.

In einem gewissen Sinn sind Männer wirklich besser UND schlechter als Frauen.

Ein Muster von mehr Männern in beiden Extremen kann alle möglichen irreführenden Schlussfolgerungen und andere statistische Unheil verursachen. Nehmen wir zur Veranschaulichung an, dass Männer und Frauen im Durchschnitt in jeder relevanten Hinsicht exakt gleich sind, aber mehr Männer in beiden Extremen. Wenn man dann Dinge misst, die an einem Ende begrenzt sind, verschraubt es die Daten, so dass Männer und Frauen deutlich anders aussehen.

Betrachten Sie den Notendurchschnitt im College. Dank der Inflationsrate bekommen die meisten Studenten jetzt A’s und B’s, aber ein paar wenige reichen bis hinunter zu F. Mit dieser Art von niedriger Decke können die leistungsstarken Männer den männlichen Durchschnitt nicht hochziehen, aber die Verlierermänner werden ihn herunterziehen. Das Ergebnis wird sein, dass Frauen bessere Durchschnittsnoten erhalten als Männer – auch hier trotz gleichbleibender durchschnittlicher Arbeitsqualität.

Das Gegenteil ist der Fall bei den Gehältern. Es gibt einen Mindestlohn, aber kein Maximum. Folglich können die leistungsstarken Männer den männlichen Durchschnitt nach oben ziehen, während die leistungsschwachen Männer ihn nicht nach unten ziehen können. Das Ergebnis? Männer erhalten höhere Durchschnittsgehälter als Frauen, auch wenn es bei keinem relevanten Input einen durchschnittlichen Unterschied gibt.

Heute, sicher genug, erhalten Frauen höhere College-Noten, aber niedrigere Gehälter als Männer. Es wird viel darüber diskutiert, was das alles bedeutet und was dagegen unternommen werden sollte. Aber wie Sie sehen, könnten beide Tatsachen nur eine statistische Eigenart sein, die von der männlichen Extremität herrührt.

Trading Off

Wenn man darüber nachdenkt, ist die Vorstellung, dass ein Geschlecht rundum besser ist als das andere, nicht sehr plausibel. Warum sollte die Natur ein Geschlecht besser machen als das andere? Die Evolution wählt gute, günstige Eigenschaften aus, und wenn es einen guten Weg gibt, wird es nach ein paar Generationen so sein.

Aber die Evolution wird Unterschiede bewahren, wenn es einen Kompromiss gibt: wenn ein Merkmal für eine Sache gut ist, während das Gegenteil für etwas anderes gut ist.

Kehren wir zu den drei wichtigsten Theorien zurück, die wir über Geschlecht hatten: Männer sind besser, kein Unterschied, oder Frauen sind besser. Was fehlt auf der Liste? Anders, aber gleich. Lassen Sie mich das als eine rivalisierende Theorie vorschlagen, die es verdient, in Betracht gezogen zu werden. Ich denke, es ist eigentlich die plausibelste. Die natürliche Auslese wird die angeborenen Unterschiede zwischen Männern und Frauen erhalten, solange die verschiedenen Eigenschaften unter verschiedenen Umständen oder für verschiedene Aufgaben nützlich sind.

Tradeoff-Beispiel: Afroamerikaner leiden mehr an Sichelzellanämie als Weiße. Dies scheint auf eine genetische Vulnerabilität zurückzuführen zu sein. Dieses Gen fördert jedoch die Resistenz gegen Malaria. Schwarze Menschen entwickelten sich in Regionen, in denen Malaria ein Hauptmörder war, so dass es sich lohnte, dieses Gen trotz des erhöhten Risikos einer Sichelzellenanämie zu haben. Weiße Menschen entwickelten sich in kälteren Regionen, in denen es weniger Malaria gab, und so wurde der Kompromiss anders gelöst, indem sie das Gen vermeideten, das Malaria verhinderte, während sie die Sichelzellenanämie riskierten.

Der Tradeoff-Ansatz führt zu einer radikalen Theorie der Geschlechtergleichstellung. Männer und Frauen können unterschiedlich sein, aber jeder Vorteil kann mit einem Nachteil verbunden sein.

Wenn Sie also einen Bericht hören, dass ein Geschlecht bei etwas besser ist, hören Sie auf und überlegen Sie, warum dies wahrscheinlich wahr ist – und wofür das Gegenteil gut sein könnte.

Can’t Vs. Won’t

Bevor wir diesen Weg jedoch zu weit gehen, lassen Sie mich noch eine weitere radikale Idee ansprechen. Vielleicht geht es bei den Unterschieden zwischen den Geschlechtern mehr um Motivation als um Fähigkeit. Das ist der Unterschied zwischen kann und will nicht.

Kehren Sie für einen Moment zur Larry Summers-Ausgabe zurück, in der es darum geht, warum es nicht mehr Physikprofessoren in Harvard gibt. Möglicherweise können Frauen Mathe und Wissenschaft tadellos gut tun, aber sie mögen es nicht. Schließlich mögen die meisten Männer Mathe auch nicht! Von der kleinen Minderheit der Menschen, die Mathe mögen, gibt es wahrscheinlich mehr Männer als Frauen. Untersuchungen von Jacquelynne Eccles haben wiederholt ergeben, dass der Mangel an Frauen in Mathematik und Naturwissenschaften die Motivation mehr als die Fähigkeit widerspiegelt. Und durch die gleiche Logik, vermute ich, dass die meisten Männer erlernen konnten, Windeln und Vakuum unter dem Sofa tadellos auch zu ändern, und wenn Männer nicht jene Sachen tun, ist es, weil sie nicht zu wünschen oder mögen nicht zu, nicht weil sie konstitutionell nicht imstande sind (viel, wie sie gelegentlich anders vortäuschen können!).

Mehrere neuere Arbeiten haben die ganze Idee der geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Fähigkeiten in Frage gestellt: Selbst wenn durchschnittliche Unterschiede gefunden werden, sind sie in der Regel extrem klein. Wenn man sich dagegen anschaut, was Männer und Frauen wollen, was sie mögen, dann gibt es echte Unterschiede. Schauen Sie sich die Forschung über den Sexualtrieb an: Männer und Frauen mögen etwa die gleiche „Fähigkeit“ im Sex haben, was auch immer das bedeutet, aber es gibt große Unterschiede in der Motivation: Welches Geschlecht denkt ständig über Sex nach, will es öfter, will mehr verschiedene Partner, riskiert mehr für Sex, masturbiert mehr, springt bei jeder Gelegenheit, und so weiter. Unsere Umfrage über veröffentlichte Forschungsergebnisse ergab, dass so ziemlich jede Maßnahme und jede Studie einen höheren Sexualtrieb bei Männern aufwies. Es ist offiziell: Männer sind geiler als Frauen. Das ist ein Unterschied in der Motivation.

Ebenso erwähnte ich den Gehaltsunterschied, aber er kann weniger mit Fähigkeit als mit Motivation zu tun haben. Hohe Gehälter werden durch überlange Arbeitszeiten erzielt. Workaholics sind meistens Männer. (Es gibt einige Frauen, nur nicht so viele wie Männer.) Eine Studie ergab, dass über 80% der Menschen, die 50-Stunden-Wochen arbeiten, Männer sind.

Das bedeutet, dass wir, wenn wir unser Ideal des gleichen Entgelts für Männer und Frauen verwirklichen wollen, den Grundsatz des gleichen Entgelts für weniger Arbeit gesetzlich verankern müssen. Ich persönlich unterstütze dieses Prinzip. Aber ich erkenne, dass es schwer zu verkaufen ist.

Kreativität kann ein weiteres Beispiel für geschlechtsspezifische Unterschiede in der Motivation und nicht in der Fähigkeit sein. Der Beweis stellt ein scheinbares Paradoxon dar, weil die Tests der Kreativität im Allgemeinen Männer und Frauen zeigen, die ungefähr das selbe zählen, dennoch durch Geschichte einige Männer viel kreativer als Frauen gewesen sind. Eine Erklärung, die zu diesem Muster passt, ist, dass Männer und Frauen die gleichen kreativen Fähigkeiten, aber unterschiedliche Motivationen haben.

Ich bin Musiker, und ich habe mich lange über diesen Unterschied gewundert. Aus der klassischen Musikszene wissen wir, dass Frauen Instrumente schön, hervorragend und kompetent spielen können – im Wesentlichen genauso gut wie Männer. Sie können und viele tun es. Doch im Jazz, wo der Interpret beim Spielen kreativ sein muss, gibt es ein atemberaubendes Ungleichgewicht: Kaum eine Frau improvisiert. Warum? Die Fähigkeit ist vorhanden, aber vielleicht ist die Motivation geringer. Sie fühlen sich nicht dazu getrieben, es zu tun.

Ich vermute, dass die Erklärung für einen solchen Unterschied darin besteht, dass Frauen nicht ermutigt wurden oder nicht gewürdigt wurden oder davon abgehalten wurden, kreativ zu sein. Aber ich glaube nicht, dass diese Börsenerklärung sehr gut zu den Fakten passt. Im 19. Jahrhundert spielten in Amerika Mädchen und Frauen aus der Mittelschicht weitaus mehr Klavier als Männer. Doch all das Klavierspiel hat zu keinem kreativen Ergebnis geführt. Es gab keine großen Komponistinnen, keine neuen Richtungen in Sachen Musikstil, Spielweise oder ähnliches. Alle diese Pianistinnen unterhielten ihre Familien und ihre Dinnergäste, schienen aber nicht motiviert, etwas Neues zu schaffen.

Inzwischen, ungefähr zur gleichen Zeit, kreierten schwarze Männer in Amerika Blues und dann Jazz, was die Art und Weise, wie die Welt Musik erlebt, veränderte. In jedem Fall waren diese schwarzen Männer, die meist gerade erst aus der Sklaverei hervorgegangen sind, weitaus benachteiligter als die weißen Frauen aus der Mittelschicht. Schon das Anfassen eines Musikinstruments muss wesentlich schwieriger gewesen sein. Und denken Sie daran, ich sage, dass die kreativen Fähigkeiten wahrscheinlich ungefähr gleichwertig sind. Aber irgendwie wurden die Männer dazu getrieben, etwas Neues zu erschaffen, mehr als die Frauen.

Ein Test für das, was sinnvollerweise real ist, ist der Marktplatz. Es ist schwer, jemanden zu finden, der Geld mit geschlechtsspezifischen Unterschieden in den Fähigkeiten verdient. Aber in der Motivation gibt es viele. Schauen Sie sich die Zeitschriftenbranche an: Männermagazine decken unterschiedliche Themenbereiche ab, denn Männer und Frauen mögen und genießen und interessieren sich für verschiedene Dinge. Schauen Sie sich den Unterschied in den Filmen zwischen den Kabelkanälen der Männer und Frauen an. Schauen Sie sich den Unterschied in der Werbung für Männer oder Frauen an.

Damit kommen wir zu einem wichtigen Teil des Arguments. Ich schlage vor, dass die wichtigen Unterschiede zwischen Männern und Frauen eher in der Motivation als in der Fähigkeit zu finden sind. Worin bestehen diese Unterschiede? Ich möchte zwei hervorheben.

Die am meisten unterschätzte Tatsache

Der erste große, grundlegende Unterschied hat mit dem zu tun, was ich als die am meisten unterschätzte Tatsache über das Geschlecht betrachte. Betrachten Sie diese Frage: Welcher Prozentsatz unserer Vorfahren waren Frauen?

Es ist keine Fangfrage und es sind keine 50%. Zwar waren etwa die Hälfte der Menschen, die jemals gelebt haben, Frauen, aber das ist nicht die Frage. Wir fragen nach all den Menschen, die jemals gelebt haben, die heute einen Nachkommen haben. Oder anders ausgedrückt: Ja, jedes Baby hat sowohl eine Mutter als auch einen Vater, aber einige dieser Eltern hatten mehrere Kinder.

Neuere Forschungen mit Hilfe der DNA-Analyse haben diese Frage vor etwa zwei Jahren beantwortet. Die heutige Bevölkerung stammt aus doppelt so vielen Frauen wie Männer ab.

Ich denke, dass dieser Unterschied die am meisten unterschätzte Tatsache über das Geschlecht ist. Um einen solchen Unterschied zu erzielen, musste man in der gesamten Geschichte der Menschheit so etwas wie 80% der Frauen, aber nur 40% der Männer sich reproduziert haben.

Gerade jetzt führt unser Fachgebiet eine lebhafte Debatte darüber, wie viel Verhalten durch die Evolutionstheorie erklärt werden kann. Aber wenn die Evolution irgendetwas erklärt, dann erklärt sie Dinge, die mit der Fortpflanzung zusammenhängen, denn die Fortpflanzung ist das Herzstück der natürlichen Auslese. Grundsätzlich würden die Eigenschaften, die für die Fortpflanzung am effektivsten waren, im Zentrum der evolutionären Psychologie stehen. Es wäre schockierend, wenn diese sehr unterschiedlichen Reproduktionsquoten für Männer und Frauen nicht zu einigen Persönlichkeitsunterschieden führen würden.

Für Frauen im Laufe der Geschichte (und der Vorgeschichte) waren die Chancen der Fortpflanzung ziemlich gut. Später in diesem Vortrag werden wir über Dinge nachdenken wie: Warum war es so selten, dass sich hundert Frauen versammelten, um ein Schiff zu bauen und zu segeln, um unbekannte Regionen zu erforschen, während Männer ziemlich regelmäßig solche Dinge getan haben? Aber solche Risiken einzugehen, wäre dumm, aus der Perspektive eines biologischen Organismus, der sich fortpflanzen will. Sie könnten ertrinken, von Wilden getötet werden oder sich eine Krankheit holen. Für Frauen ist es das Optimum, mit der Menge mitzugehen, nett zu sein, auf Nummer sicher zu gehen. Die Chancen stehen gut, dass Männer mitkommen und Sex anbieten, und Sie können Babys bekommen. Es kommt nur darauf an, das beste Angebot zu wählen. Wir stammen von Frauen ab, die auf Nummer sicher gegangen sind.

Für Männer war die Sichtweise radikal anders. Wenn Sie mit der Menge mitgehen und auf Nummer sicher gehen, stehen die Chancen gut, dass Sie keine Kinder haben. Die meisten Menschen, die jemals gelebt haben, hatten keine Nachkommen, die heute noch am Leben sind. Ihre Linien waren Sackgassen. Daher war es notwendig, Chancen zu ergreifen, Neues auszuprobieren, kreativ zu sein, andere Möglichkeiten zu erforschen. Das Segeln ins Unbekannte kann riskant sein, und Sie könnten ertrinken oder getötet werden oder was auch immer, aber wenn Sie zu Hause bleiben, werden Sie sich ohnehin nicht fortpflanzen. Wir sind am meisten von der Art von Männern abstammend, die die riskante Reise gemacht haben und es geschafft haben, reich zurückzukommen. Dann hätte er endlich eine gute Chance, seine Gene weiterzugeben. Wir stammen von Männern ab, die Chancen ergriffen haben (und Glück hatten).

Der große Unterschied im reproduktiven Erfolg hat sehr wahrscheinlich zu einigen Persönlichkeitsunterschieden beigetragen, da verschiedene Eigenschaften den Weg zum Erfolg weisen. Frauen haben sich am besten durch Risikominimierung geschlagen, während die erfolgreichen Männer die Chancen ergriffen haben. Ehrgeiz und Wettkampfstreben dürften für den männlichen Erfolg (gemessen an den Nachkommen) wichtiger gewesen sein als für die weiblichen. Kreativität war wohl eher notwendig, um dem einzelnen Menschen zu helfen, sich in irgendeiner Weise hervorzuheben. Auch der Unterschied im Sexualtrieb war relevant: Für viele Männer gäbe es kaum Chancen zur Fortpflanzung und so mussten sie für jede sexuelle Gelegenheit bereit sein. Wenn ein Mann sagt: „Nicht heute, ich habe Kopfschmerzen“, dann verpasst er vielleicht seine einzige Chance.

Ein weiterer entscheidender Punkt. Die Gefahr, keine Kinder zu haben, ist nur die eine Seite der männlichen Medaille. Jedes Kind hat eine leibliche Mutter und einen leiblichen Vater, und wenn es also nur halb so viele Väter wie Mütter unter unseren Vorfahren gab, dann hatten einige dieser Väter viele Kinder.

Sieh es mal so. Die meisten Frauen haben nur wenige Kinder, und kaum mehr als ein Dutzend – aber viele Väter haben mehr als ein paar, und einige Männer haben tatsächlich mehrere Dutzend, ja sogar Hunderte von Kindern gehabt.

Was den biologischen Wettbewerb um die Nachkommenschaft angeht, so waren die Männer sowohl unter den Verlierern als auch unter den größten Gewinnern zahlenmäßig stärker vertreten als die Frauen.

Um es subjektiver auszudrücken: Wenn ich herumlaufe und versuche, Männer und Frauen so zu betrachten, als ob ich sie zum ersten Mal sehe, ist es schwer, dem Eindruck zu entgehen (sorry, Jungs!), dass Frauen einfach sympathischer und liebenswerter sind als Männer. (Das erklärt den bereits erwähnten „WAW-Effekt“.) Männer möchten vielleicht liebenswert sein, und Männer können es schaffen, Frauen dazu zu bringen, sie zu lieben (so dass die Fähigkeit vorhanden ist), aber Männer haben andere Prioritäten, andere Motivationen. Für Frauen war Liebenswürdigkeit der Schlüssel, um den besten Partner zu gewinnen. Bei Männern ging es jedoch mehr darum, viele andere Männer auszuschalten, um überhaupt eine Chance auf einen Partner zu haben.

Wiederum Kompromisse: Vielleicht hat die Natur die Frauen so gestaltet, dass sie danach streben, liebenswert zu sein, während die Männer dazu bestimmt waren, meist erfolglos nach Größe zu streben.

Und es hat sich gelohnt, auch trotz des „meist erfolglosen“ Teils. Experten schätzen, dass Dschingis Khan mehrere hundert und vielleicht mehr als tausend Kinder hatte. Er ging große Risiken ein und eroberte schließlich den größten Teil der bekannten Welt. Für ihn führten die großen Risiken zu enormen Auszahlungen bei den Nachkommen. Mein Punkt ist, dass keine Frau, selbst wenn sie doppelt so viel Territorium erobert hätte wie Dschingis Khan, tausend Kinder gehabt hätte. Das Streben nach Größe in diesem Sinne bot dem menschlichen Weibchen keinen solchen biologischen Nutzen. Für den Mann war die Möglichkeit gegeben, und so fließt das Blut von Dschingis Khan durch einen großen Teil der heutigen menschlichen Bevölkerung. Definitionsgemäß können nur wenige Menschen Größe erreichen, aber für die wenigen Männer, die das tun, waren die Gewinne real. Und wir stammen von diesen großen Männern viel mehr ab als von anderen Menschen. Denken Sie daran, dass die meisten der mittelmäßigen Männer überhaupt keine Nachkommen hinterlassen haben.

Sind Frauen sozialer?

Lassen Sie mich nun zum zweiten großen Motivationsunterschied kommen. Das hat seine Wurzeln in einem Austausch im Psychologischen Bulletin vor etwa zehn Jahren, aber das Thema ist immer noch aktuell. Es geht um die Frage, ob Frauen sozialer sind als Männer.

Die Idee, dass Frauen sozialer sind, wurde von S.E. aufgeworfen. Cross und L. Madsen in einem Manuskript, das dieser Zeitschrift vorgelegt wurde. Mir wurde es zur Überprüfung geschickt, und obwohl ich mit ihrer Schlussfolgerung nicht einverstanden war, hatte ich das Gefühl, dass sie ihre Argumente gut dargelegt hatten, und so sprach ich mich dafür aus, ihr Papier zu veröffentlichen. Sie lieferten reichlich Beweise. Sie sagten Dinge wie, schau, Männer sind aggressiver als Frauen. Aggression könnte eine Beziehung beschädigen, denn wenn Sie jemanden verletzen, dann könnte diese Person nicht mit Ihnen zusammen sein wollen. Frauen verzichten auf Aggression, weil sie Beziehungen wollen, aber Männer kümmern sich nicht um Beziehungen und sind deshalb bereit, aggressiv zu sein. So zeigt der Unterschied in der Aggression, dass Frauen sozialer sind als Männer.

Aber ich hatte gerade meine frühe Arbeit über „the need to belong“ veröffentlicht, die zu dem Schluss kam, dass sowohl Männer als auch Frauen dieses Bedürfnis haben, und so war ich besorgt zu hören, dass Männer sich nicht um soziale Beziehungen kümmern. Ich schrieb eine Antwort, die besagt, dass es einen anderen Weg gäbe, all die Beweise zu betrachten, die Cross und Madsen abdeckten.

Der Kern unserer Auffassung war, dass es zwei verschiedene Arten gibt, sozial zu sein. In der Sozialpsychologie neigen wir dazu, enge, intime Beziehungen zu betonen, und ja, vielleicht spezialisieren sich Frauen auf diese und sind besser darin als Männer. Aber man kann sich auch vorstellen, sozial zu sein, indem man größere Netzwerke flacherer Beziehungen hat, und bei diesen sind Männer vielleicht sozialer als Frauen.

Es ist wie die allgemeine Frage, was ist dir wichtiger, ein paar enge Freundschaften zu haben oder viele Leute zu haben, die dich kennen? Die meisten Leute sagen, dass erstere wichtiger ist. Aber auch das große Netzwerk flacher Beziehungen könnte wichtig sein. Wir sollten Männer nicht automatisch als Menschen zweiter Klasse betrachten, nur weil sie sich auf die weniger wichtige, weniger befriedigende Art der Beziehung spezialisiert haben. Männer sind auch sozial – nur auf eine andere Art und Weise.

Also überprüften wir die Beweise, die Cross und Madsen vorgelegt hatten. Betrachten Sie Aggression. Stimmt, Frauen sind weniger aggressiv als Männer, kein Argument. Aber liegt es wirklich daran, dass Frauen eine enge Beziehung nicht gefährden wollen? Es stellt sich heraus, dass Frauen in engen Beziehungen sehr aggressiv sind. Frauen sind eher als Männer dazu geneigt, häusliche Gewalt gegen romantische Partner zu verüben, alles von einem Schlag ins Gesicht bis hin zum Angriff mit einer tödlichen Waffe. Frauen üben mehr Gewalt gegen Kinder aus als Männer, obwohl das schwer zu trennen ist von der höheren Anteil an Zeit, die sie mit Kindern verbringen. Dennoch kann man nicht sagen, dass Frauen Gewalt gegen Intimpartner vermeiden.

Vielmehr liegt der Unterschied in der breiteren sozialen Sphäre. Frauen schlagen keine Fremden. Die Chancen, dass eine Frau z.B. ins Einkaufszentrum geht und in einem Messerkampf mit einer anderen Frau endet, sind verschwindend gering, aber für Männer besteht ein größeres Risiko. Der geschlechtsspezifische Unterschied in der Aggression findet sich vor allem dort, im breiteren Beziehungsgeflecht. Weil Männer sich mehr um dieses Netzwerk kümmern.

Überlegen Sie, ob Sie helfen wollen. Die meisten Untersuchungen haben ergeben, dass Männer mehr helfen als Frauen. Cross und Madsen kämpften damit und fielen schließlich einfach auf das müde Klischee zurück, dass Frauen vielleicht nicht helfen, weil sie nicht erzogen werden, um zu helfen, oder weil sie nicht sozialisiert sind, um zu helfen. Aber ich denke, das Muster ist das gleiche wie bei der Aggression. Die meisten Forschungen befassen sich mit der Hilfe zwischen Fremden, im größeren sozialen Bereich, und so findet sie Männer, die mehr helfen. Innerhalb der Familie sind Frauen jedoch sehr hilfreich, wenn überhaupt mehr als Männer.

Aggression und Helfen sind in gewisser Weise Gegensätze, so dass das konvergierende Muster durchaus sinnvoll ist. Frauen helfen und aggressiv in der intimen Sphäre enger Beziehungen, denn darum geht es ihnen. Im Gegensatz dazu kümmern sich Männer (auch) um das breitere Netz flacherer Beziehungen, und so sind sie dort sehr hilfsbereit und aggressiv.

Die gleiche Zwei-Kugeln Schlussfolgerung wird in vielen anderen Orten unterstützt. Beobachtungsstudien auf dem Spielplatz haben ergeben, dass Mädchen sich verkuppeln und mit demselben Spielkameraden die ganze Stunde lang im Zweikampf spielen. Die Jungen spielen entweder eins zu eins mit einer Reihe von verschiedenen Spielkameraden oder mit einer größeren Gruppe. Mädchen wollen die Eins-zu-Eins-Beziehung, während Jungen zu größeren Gruppen oder Netzwerken hingezogen werden.

Wenn zwei Mädchen zusammen spielen und die Forscher ein drittes einbringen, wehren sich die beiden Mädchen dagegen, dass sie mitmachen. Aber zwei Jungen lassen einen dritten Jungen an ihrem Spiel teilnehmen. Mein Punkt ist, dass Mädchen die Eins-zu-Eins-Verbindung wollen, also verdirbt das Hinzufügen einer dritten Person die Zeit für sie, aber es verdirbt sie nicht für die Jungen.

Die Schlussfolgerung ist, dass Männer und Frauen sowohl sozial als auch unterschiedlich sind. Frauen spezialisieren sich auf die enge Sphäre der intimen Beziehungen. Männer spezialisieren sich auf die größere Gruppe. Wenn Sie eine Liste von Aktivitäten erstellen, die in großen Gruppen durchgeführt werden, haben Sie wahrscheinlich eine Liste von Dingen, die Männer mehr als Frauen tun und genießen: Mannschaftssportarten, Politik, Großunternehmen, Wirtschaftsnetzwerke und so weiter.

Traded-Off-Traits

Auch hier ergeben sich wichtige Persönlichkeitsunterschiede wahrscheinlich aus dem grundlegenden Motivationsunterschied in der Art der sozialen Beziehung, die Männer und Frauen interessiert.

Betrachten Sie die allgemeine Feststellung, dass Frauen emotional ausdrucksvoller sind als Männer. Für eine intime Beziehung ist eine gute Kommunikation hilfreich. Es ermöglicht den beiden Menschen, sich gegenseitig zu verstehen, die Gefühle des anderen zu schätzen und so weiter. Je mehr die beiden Intimpartner voneinander wissen, desto besser können sie sich gegenseitig pflegen und unterstützen. Aber in einer großen Gruppe, in der man Rivalen und vielleicht Feinde hat, ist es riskant, all seine Gefühle zeigen zu lassen. Dasselbe gilt für wirtschaftliche Transaktionen. Wenn Sie über den Preis von etwas verhandeln, ist es am besten, Ihre Gefühle ein wenig für sich zu behalten. Und so halten sich die Männer mehr zurück.

Fairness ist ein weiteres Beispiel. Forschungen von Brenda Major und anderen in den 1970er Jahren benutzten solche Verfahren. Eine Gruppe von Testpersonen würde eine Aufgabe erfüllen, und der Experimentator würde dann sagen, dass die Gruppe eine bestimmte Menge Geld verdient hat, und es lag an einem Mitglied, sie aufzuteilen, wie immer er oder sie wollte. Die Person konnte das ganze Geld behalten, aber das war normalerweise nicht das, was passiert ist. Frauen würden das Geld gleichmäßig aufteilen, mit einem gleichen Anteil für alle. Männer hingegen würden es ungleich verteilen, indem sie den größten Teil der Belohnung demjenigen zukommen ließen, der die meiste Arbeit geleistet hat.

Was ist besser? Weder noch. Sowohl Gleichheit als auch Gerechtigkeit sind gültige Versionen von Fairness. Aber sie zeigen die unterschiedliche Ausrichtung der sozialen Sphäre. Gleichberechtigung ist besser für enge Beziehungen, wenn Menschen sich umeinander kümmern und sich gegenseitig erwidern und Ressourcen und Chancen gleichmäßig aufteilen. Im Gegensatz dazu ist die Gerechtigkeit – die größere Belohnung für größere Beiträge – in großen Gruppen effektiver. Ich habe nicht wirklich überprüft, aber ich bin bereit zu wetten, dass, wenn Sie die Fortune 500 großen und erfolgreichen Unternehmen in Amerika befragten, Sie nicht ein einzelnes aus 500 heraus finden würden, das jedem Angestellten das gleiche Gehalt zahlt. Die wertvolleren Arbeitskräfte, die einen Beitrag leisten, werden im Allgemeinen mehr bezahlt. Es ist einfach ein effektiveres System in großen Gruppen. Das männliche Muster ist für die großen Gruppen geeignet, das weibliche Muster ist am besten für Intimpaare geeignet.

Dito für die kommunale Austauschdifferenz Frauen haben mehr kommunale Orientierung, Männer mehr Austausch. In der Psychologie neigen wir dazu, die Gemeinschaft als eine fortgeschrittenere Form der Beziehung zu betrachten als den Austausch. Zum Beispiel wären wir misstrauisch gegenüber einem Paar, das nach zehn Jahren Ehe immer noch sagt: „Ich habe letzten Monat die Stromrechnung bezahlt, jetzt bist du an der Reihe.“ Die vermeintliche Überlegenheit gemeinschaftlicher Beziehungen gilt aber vor allem für intime Beziehungen. Auf der Ebene der großen Sozialsysteme ist es umgekehrt. Kommunale (auch kommunistische) Länder bleiben primitiv und arm, wohingegen die reichen, fortgeschrittenen Nationen durch wirtschaftlichen Austausch dorthin gelangt sind, wo sie sind.

Es geht auch darum, dass Männer wettbewerbsfähiger und Frauen kooperativer sind. Aber auch hier ist die Zusammenarbeit viel nützlicher als der Wettbewerb um enge Beziehungen. Welchen Nutzen hat es, gegen Ihren Ehepartner anzutreten? Aber in großen Gruppen kann es entscheidend sein, an die Spitze zu kommen. Die männliche Vorliebe für Dominanzhierarchien und das ehrgeizige Streben nach der Spitze spiegeln ebenfalls eine Orientierung an der großen Gruppe wider, keine Abneigung gegen Intimität. Und denken Sie daran, die meisten Männer haben sich nicht vermehrt, und wir stammen hauptsächlich von den Männern ab, die sich ihren Weg an die Spitze gekämpft haben. Nicht so bei Frauen.

Noch eine Sache. Cross und Madsen deckten eine Menge Forschungsergebnisse ab, die zeigen, dass Männer sich auf Grund ihrer ungewöhnlichen Eigenschaften, die sie von anderen unterscheiden, für sich selbst halten, während die Selbstkonzepte der Frauen Dinge beinhalten, die sie mit anderen in Verbindung bringen. Cross und Madsen dachten, dass es sich dabei um Männer handelte, die sich von anderen unterscheiden wollten. Aber in der Tat ist es wichtig, anders zu sein, um einer großen Gruppe anzugehören. Wenn du das einzige Gruppenmitglied bist, das eine Antilope töten, Wasser finden, mit den Göttern reden oder ein Feldtor kicken kann, kann es sich die Gruppe nicht leisten, dich loszuwerden.

In einer Eins-zu-Eins-Beziehung ist das anders. Der Ehemann einer Frau und ihr Baby werden sie lieben, auch wenn sie nicht Posaune spielt. Deshalb ist die Kultivierung einer einzigartigen Fertigkeit für sie nicht unbedingt notwendig. Aber Posaune spielen ist ein Weg, um in einige Gruppen zu kommen, vor allem in Blaskapellen. Dies ist ein weiterer Grund dafür, dass Männer mehr ins Extreme gehen als Frauen. Große Gruppen fördern die Notwendigkeit, etwas anderes und Besonderes über sich selbst zu etablieren.

Vorteile kultureller Systeme

Kommen wir nun zur Kultur. Kultur ist relativ neu in der Evolution. Es setzt die Evolutionslinie fort, die die Tiere sozialisiert hat. Ich verstehe Kultur als eine Art System, das es der menschlichen Gruppe ermöglicht, effektiv zusammenzuarbeiten und Informationen zu nutzen. Kultur ist eine neue, verbesserte Art, sozial zu sein.

Der Feminismus hat uns gelehrt, Kultur als Mann gegen Frau zu sehen. Stattdessen glaube ich, dass die Beweise darauf hindeuten, dass die Kultur vor allem dadurch entstanden ist, dass Männer und Frauen zusammenarbeiteten, aber gegen andere Gruppen von Männern und Frauen arbeiteten. Häufig waren die intensivsten und produktivsten Wettbewerbe Gruppen von Männern gegen andere Gruppen von Männern, obwohl beide Gruppen auf die Unterstützung von Frauen angewiesen waren.

Kultur ermöglicht es der Gruppe, mehr zu sein als die Summe ihrer Teile (ihrer Mitglieder). Kultur kann als biologische Strategie verstanden werden. Zwanzig Menschen, die in einem kulturellen System zusammenarbeiten, Informationen austauschen, Aufgaben aufteilen usw., werden alle besser leben – besser überleben und sich besser vermehren – als wenn dieselben zwanzig Menschen im selben Wald leben würden, aber alles einzeln machen würden.

Kultur bietet also einen gewissen Nutzen, wenn man ein System hat. Nennen wir das „Systemgewinn“, was bedeutet, wie viel besser die Gruppe aufgrund des Systems ist. Denken Sie an zwei Fußballmannschaften. Beide Spielergruppen kennen die Regeln und haben die gleichen individuellen Fähigkeiten. Eine Gruppe hat nur das, und sie gehen hinaus, um als Individuen zu spielen, die versuchen, ihr Bestes zu geben. Die andere arbeitet als Team, ergänzt sich gegenseitig, spielt mit einem System. Das System wird es ihnen wahrscheinlich ermöglichen, besser zu sein als die Gruppe, die als Einzelpersonen spielt. Das ist Systemverstärkung.

Und eine wichtige Tatsache ist, dass der Umfang des Systemgewinnes mit der Größe des Systems zunimmt. Das ist im Wesentlichen das, was in der Welt gerade jetzt geschieht, die Globalisierung in der Weltwirtschaft. Größere Systeme bieten mehr Vorteile, so dass wir mehr Einheiten erweitern und zu größeren Systemen zusammenführen, insgesamt ergibt sich mehr Gewinn.

Aus all dem ergibt sich eine entscheidende Schlussfolgerung. Kultur hängt vom Gewinn des Systems ab, und größere Systeme bieten mehr davon. Daher werden Sie mehr von den Vorteilen der Kultur von großen Gruppen profitieren als von kleinen Gruppen. Eine persönliche, enge Beziehung kann ein wenig zur Arbeitsteilung und zum Informationsaustausch beitragen, aber eine 20-köpfige Gruppe kann noch viel mehr.

So entstand Kultur vor allem in den von Männern favorisierten Typen sozialer Beziehungen. Frauen bevorzugen enge, intime Beziehungen. Diese sind für das Überleben der Art eher von Bedeutung. Deshalb haben sich die menschlichen Frauen zuerst entwickelt. Wir brauchen diese engen Beziehungen, um zu überleben. Die großen Netzwerke flacherer Beziehungen sind nicht so überlebenswichtig – aber sie sind gut für etwas anderes, nämlich die Entwicklung größerer Sozialsysteme und letztlich für die Kultur.

Menschen und Kultur

Damit wird eine neue Grundlage für das Verständnis von Geschlechterpolitik und Ungleichheit geschaffen.

Die allgemein akzeptierte Ansicht ist, dass Männer und Frauen in der frühen menschlichen Gesellschaft fast gleichberechtigt waren. Männer und Frauen hatten getrennte Sphären und taten unterschiedliche Dinge, aber beide wurden respektiert. Oft waren Frauen Sammlerinnen und Männer Jäger. Der Gesamtbeitrag zur Ernährung der Gruppe war ungefähr gleich hoch, auch wenn es einige komplementäre Unterschiede gab. So war zum Beispiel das Essen der Sammler an den meisten Tagen zuverlässig da, während die Jäger ab und zu gutes Essen mit nach Hause brachten, an anderen Tagen aber nichts.

Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern scheint mit der frühen Zivilisation, einschließlich der Landwirtschaft, zugenommen zu haben. Warum? Die feministische Erklärung war, dass die Männer sich zusammenschlossen, um das Patriarchat zu schaffen. Dies ist im Wesentlichen eine Verschwörungstheorie, und es gibt kaum oder gar keine Beweise dafür, dass sie wahr ist. Einige argumentieren, dass die Männer es aus den Geschichtsbüchern gelöscht haben, um ihre neu gewonnene Macht zu sichern. Dennoch sollte der Mangel an Beweisen stutzig machen, zumal diese Art von Verschwörung immer und immer wieder, in einer Gruppe nach der anderen, überall auf der Welt geschehen müsste.

Lassen Sie mich eine andere Erklärung anbieten. Es ist nicht so, dass die Männer die Frauen unterdrückt hätten. Vielmehr blieb die Frauensphäre dort, wo sie war, während die Männersphäre mit ihren großen und flachen sozialen Netzwerken langsam vom Fortschritt der Kultur profitierte. Durch die Anhäufung von Wissen und die Verbesserung der Gewinne aus der Arbeitsteilung machte die Männersphäre allmählich Fortschritte.

Religion, Literatur, Kunst, Wissenschaft, Technologie, Militäraktion, Handels- und Wirtschaftsmarktplätze, politische Organisation, Medizin – all das ist vor allem aus der Männersphäre hervorgegangen. Die Frauensphäre produzierte solche Dinge nicht, obwohl sie andere wertvolle Dinge tat, wie z.B. sich um die nächste Generation zu kümmern, so dass die Spezies weiterhin existieren würde.

Warum? Es hat nichts damit zu tun, dass Männer bessere Fähigkeiten oder Talente haben oder so etwas. Es kommt hauptsächlich aus den verschiedenen Arten von sozialen Beziehungen. Die Frauensphäre bestand aus Frauen und wurde deshalb auf der Grundlage der engen, intimen und unterstützenden Eins-zu-Eins-Beziehungen organisiert, die Frauen bevorzugen. Dies sind lebenswichtige, befriedigende Beziehungen, die entscheidend zur Gesundheit und zum Überleben beitragen. Unterdessen favorisierten die Männer die größeren Netzwerke flacherer Beziehungen. Diese sind weniger befriedigend und nährend und so weiter, aber sie bilden eine fruchtbarere Grundlage für die Entstehung der Kultur.

Beachten Sie, dass all die Dinge, die ich aufgelistet habe – Literatur, Kunst, Wissenschaft usw. – optional sind. Frauen taten das, was für das Überleben der Art lebenswichtig war. Ohne Intimpflege und Pflege werden Kinder nicht überleben, und die Gruppe wird aussterben. Frauen trugen dazu bei, das Lebensnotwendige zu erhalten. Männerbeiträge waren eher freiwillig, Luxus vielleicht. Aber Kultur ist ein mächtiger Motor, um das Leben besser zu machen. Über viele Generationen hinweg kann Kultur große Mengen an Reichtum, Wissen und Macht schaffen. Die Kultur tat dies – aber vor allem im Männerbereich.

So kann der Grund für die Entstehung von Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wenig damit zu tun haben, dass Männer Frauen in einer fragwürdigen patriarchalischen Verschwörung unter Druck setzen. Vielmehr rührt es daher, dass in der Sphäre der Männer Reichtum, Wissen und Macht geschaffen wurden. Das ist es, was die Männersphäre vorwärts getrieben hat. Nicht Unterdrückung.

Die Geburt ist ein aufschlussreiches Beispiel. Was könnte femininer sein, als eine Geburt? Während der gesamten Geschichte und Vorgeschichte stand die Geburt im Mittelpunkt der Frauensphäre, und Männer wurden völlig ausgeschlossen. Männer waren bei der Geburt selten oder nie anwesend, und das Wissen über die Geburt wurde auch nicht mit ihnen geteilt. Aber vor nicht allzu langer Zeit durften sich die Männer endlich einmischen, und die Männer konnten Wege finden, die Geburt für Mutter und Kind sicherer zu machen. Denken Sie daran: die grundlegendsten weiblichen Aktivitäten, und doch waren die Männer in der Lage, sie auf eine Art und Weise zu verbessern, die die Frauen seit Jahrtausenden nicht entdeckt hatten.

Übertreiben wir nicht. Die Frauen hatten die Geburt schließlich über all die Jahrhunderte hinweg gut gemeistert. Die Art hatte überlebt, das ist das Entscheidende. Die Frauen hatten es geschafft, die wesentliche Arbeit zu erledigen. Was die Männer hinzufügten, war, zumindest aus der Sicht der Gruppe oder Spezies, optional, ein Bonus: Einige Mütter und Babys überlebten, die sonst gestorben wären. Dennoch zeigen die Verbesserungen einen gewissen Wert, der von der männlichen Art und Weise des sozialen Seins herrührt. Große Netzwerke können Informationen besser sammeln und akkumulieren als kleine, und so konnten die Männer in relativ kurzer Zeit Verbesserungen entdecken, die die Frauen nicht finden konnten. Auch hier ist es nicht so, dass die Männer klüger oder fähiger wären. Es ist nur so, dass die Frauen ihr Wissen einzeln, von Mutter zu Tochter oder von einer Hebamme zu einer anderen, teilten, und auf lange Sicht konnte dies nicht so effektiv akkumulieren und vorankommen wie in den größeren Gruppen flacherer Beziehungen, die von Männern bevorzugt werden.

Wofür Männer gut sind

Damit können wir nun auf die Frage zurückkommen, wofür Männer gut sind, aus der Perspektive eines kulturellen Systems. Der Kontext ist, dass diese Systeme im Wettbewerb mit anderen Systemen stehen, Gruppe gegen Gruppe. Die Gruppensysteme, die ihre Männer und Frauen am effektivsten einsetzten, würden es ihren Gruppen ermöglichen, ihre Rivalen und Feinde zu übertreffen.

Ich möchte drei Hauptantworten dafür hervorheben, wie Kultur Männer benutzt.

Erstens ist die Kultur auf Männer angewiesen, um die großen sozialen Strukturen zu schaffen, aus denen sie besteht. Unsere Gesellschaft besteht aus Institutionen wie Universitäten, Regierungen und Unternehmen. Die meisten von ihnen wurden von Menschen gegründet und aufgebaut. Auch dies hatte wahrscheinlich weniger damit zu tun, dass Frauen unterdrückt wurden oder was auch immer und mehr damit zu tun, dass Männer motiviert wurden, große Netzwerke flacher Beziehungen zu bilden. Männer sind viel mehr daran interessiert als Frauen, große Gruppen zu bilden und in ihnen zu arbeiten und sich in ihnen an die Spitze zu setzen.

Das scheint auch heute noch so zu sein. Mehrere neue Nachrichtenartikel haben die Aufmerksamkeit auf die Tatsache gelenkt, dass Frauen jetzt mehr kleine Unternehmen als Männer gründen. Dies wird in der Regel in den Medien als positives Zeichen für Frauen dargestellt, was es auch ist. Aber Frauen dominieren nur, wenn man alle Unternehmen mitzählt. Wenn Sie die Kriterien auf Unternehmen beschränken, die mehr als eine Person beschäftigen, oder solche, die genug Geld verdienen, um davon zu leben, dann schaffen Männer mehr. Ich vermute, dass, je größer die Gruppe, die man sich ansieht, desto mehr werden sie von Männern erschaffen.

Sicherlich kann heute jeder, egal welchen Geschlechts, ein Unternehmen gründen, und wenn überhaupt, dann gibt es einige Stillegungen und Vorteile, um Frauen dabei zu helfen. Es gibt keine versteckten Hindernisse oder Blockaden, und das zeigt die Tatsache, dass Frauen mehr Unternehmen gründen als Männer. Aber die Frauen geben sich damit zufrieden, klein zu bleiben, wie z.B. ein Teilzeitgeschäft aus dem Ersatzschlafzimmer heraus zu betreiben und ein wenig zusätzliches Geld für die Familie zu verdienen. Sie scheinen nicht dazu getrieben zu sein, daraus riesige Konzerne zu machen. Es gibt natürlich einige Ausnahmen, aber im Durchschnitt gibt es einen großen Unterschied.

Daher verlassen sich sowohl Männer als auch Frauen auf Männer, um die riesigen sozialen Strukturen zu schaffen, die beiden Seiten Chancen bieten. Und es ist klar, dass Männer und Frauen in diesen Organisationen durchaus gute Leistungen erbringen können. Aber die Kultur ist nach wie vor hauptsächlich auf Männer angewiesen, um sie überhaupt erst herzustellen.

Der Wegwerfmann

Eine zweite Sache, die Männer für die Kultur nützlich macht, ist das, was ich männliche Entbehrlichkeit nenne. Dies geht auf das zurück, was ich eingangs gesagt habe, nämlich dass die Kulturen dazu neigen, Männer für die risikoreichen, hochbezahlten Unternehmen zu benutzen, bei denen ein erheblicher Teil dieser Unternehmen schlechte Ergebnisse erleidet, die von der Verschwendung ihrer Zeit bis hin zum Tod reichen.

Jeder Mann, der die Zeitungen liest, wird ein paar Mal im Monat auf den Satz „auch Frauen und Kinder“ stoßen, meist über das Töten. Die wörtliche Bedeutung dieses Satzes ist, dass das Leben von Männern weniger wertvoll ist als das Leben anderer Menschen. Die Idee ist meist „Es ist schlecht, wenn Menschen getötet werden, aber besonders schlecht, wenn Frauen und Kinder getötet werden“. Und ich denke, die meisten Männer wissen, dass in einem Notfall, wenn Frauen und Kinder anwesend sind, von ihm erwartet wird, dass er sein Leben ohne Argumente oder Beschwerden hinlegt, damit die anderen überleben können. Auf der Titanic hatten die reichsten Männer eine niedrigere Überlebensrate (34%) als die ärmsten Frauen (46%) (obwohl es im Film anders aussah). Das allein ist schon bemerkenswert. Die reichen, mächtigen und erfolgreichen Männer, die Macher und Schüttler, angeblich diejenigen, die die Kultur zu bevorzugen bereit ist – im Notfall wurde ihr Leben weniger geschätzt als das von Frauen, die kaum Geld, Macht oder Status haben. Die zu wenigen Sitze in den Rettungsbooten gingen an die Frauen, die nicht einmal Damen waren, und nicht an die Patriarchen.

Die meisten Kulturen haben die gleiche Einstellung. Warum? Es gibt pragmatische Gründe. Wenn eine Kulturgruppe mit anderen Gruppen im Allgemeinen konkurriert, neigt die größere Gruppe dazu, sich langfristig durchzusetzen. Daher haben die meisten Kulturen das Bevölkerungswachstum gefördert. Und das hängt von den Frauen ab. Um die Fortpflanzung zu maximieren, braucht eine Kultur jede Gebärmutter, die sie bekommen kann, aber ein paar Penisse können die Arbeit machen. Es gibt in der Regel einen Penisüberschuss. Wenn eine Gruppe die Hälfte ihrer Männer verliert, kann die nächste Generation immer noch vollwertig sein. Aber wenn sie die Hälfte ihrer Frauen verliert, wird die Größe der nächsten Generation stark eingeschränkt. Folglich halten die meisten Kulturen ihre Frauen von der Gefahr fern, während sie Männer für riskante Jobs einsetzen.

Diese riskanten Jobs erstrecken sich über das Schlachtfeld hinaus. Viele Linien der Bemühung erfordern einige Leben, um verschwendet zu werden. Exploration, zum Beispiel: Eine Kultur kann Dutzende von Gruppen aussenden, und einige werden verloren gehen oder getötet werden, während andere Reichtum und Möglichkeiten zurückbringen. Die Forschung ist ähnlich: Es gibt vielleicht ein Dutzend möglicher Theorien über ein Problem, von denen nur eine richtig ist, so dass die Leute, die die elf falschen Theorien testen, am Ende ihre Zeit verschwenden und ihre Karriere ruinieren werden, im Gegensatz zu dem Glücklichen, der den Nobelpreis erhält. Und natürlich die gefährlichen Jobs. Als die Skandale über die Gefahren der britischen Bergbauindustrie ausbrachen, verabschiedete das Parlament die Bergbaugesetze, die es Kindern unter 10 Jahren und Frauen jeden Alters untersagten, in die Minen geschickt zu werden. Frauen und Kinder waren zu kostbar, um in den Minen dem Tod ausgesetzt zu sein: also nur Männer. Wie ich bereits sagte, besteht das geschlechtsspezifische Gefälle bei gefährlicher Arbeit bis heute fort, wobei Männer die überwiegende Mehrheit der Todesfälle am Arbeitsplatz ausmachen.

Eine weitere Grundlage männlicher Entbehrlichkeit ist in die verschiedenen Formen des sozialen Seins eingebaut. Die Verbrauchbarkeit kommt mit den großen Gruppen, die die männliche Sozialität schafft. In einer intimen, eins-zu-eins-Beziehung kann keine der beiden Personen wirklich ersetzt werden. Sie können wieder heiraten, wenn Ihr Ehepartner stirbt, aber es ist nicht wirklich die gleiche Ehe oder Beziehung. Und natürlich kann niemand die Mutter oder den Vater eines Kindes wirklich ersetzen.

Im Gegensatz dazu können und wollen große Gruppen fast jeden ersetzen. Nehmen Sie jede große Organisation – die Ford Motor Company, die U.S. Army, die Green Bay Packers – und Sie werden feststellen, dass die Organisation weiterexistiert, obwohl sie jede einzelne Person ersetzt hat. Außerdem weiß jedes Mitglied aus diesen Gruppen, dass er oder sie ersetzt werden kann und wahrscheinlich eines Tages ersetzt werden wird.

So schaffen Männer die Art von sozialen Netzwerken, in denen Individuen ersetzbar und entbehrlich sind. Frauen bevorzugen die Art von Beziehungen, in denen jede Person kostbar ist und nicht wirklich ersetzt werden kann.

Männlichkeit verdienen

Die Phrase „Be a man“ ist nicht mehr so verbreitet wie früher, aber es gibt immer noch einen gewissen Sinn, dass die Männlichkeit verdient werden muss. Jede erwachsene Frau ist eine Frau und hat das Recht, als solche zu respektiert zu werden, aber viele Kulturen verwehren den Männern diesen Respekt, bis und solange die Jungen sich beweisen. Das ist natürlich für die Kultur ungeheuer nützlich, denn es kann die Bedingungen festlegen, unter denen Männer als Männer Respekt verdienen, und auf diese Weise kann es die Männer motivieren, Dinge zu tun, die die Kultur produktiv findet.

Einige soziologische Schriften über die männliche Rolle haben betont, dass man, um ein Mann zu sein, mehr produzieren muss, als man konsumiert. Das heißt, von den Menschen wird zunächst erwartet, dass sie für sich selbst sorgen: Wenn jemand anderes für dich sorgt, bist du weniger als ein Mann. Zweitens sollte der Mann einen zusätzlichen Reichtum oder Mehrwert schaffen, damit er neben sich selbst auch für andere sorgen kann. Das können seine Frau und seine Kinder sein, oder andere, die von ihm abhängig sind, oder seine Untergebenen, oder vielleicht auch nur Steuern zahlen, die die Regierung verwenden kann. Egal, du bist kein Mann, es sei denn, du produzierst auf diesem Niveau.

Nochmal, ich sage nicht, dass Männer es schlimmer haben als Frauen. Es gibt viele Probleme und Nachteile, die die Kulturen den Frauen auferlegen. Ich will damit nur sagen, dass die Kulturen die Menschen auf diese sehr spezifische Art und Weise nützlich finden. Die Forderung, dass der Mensch Respekt verdient, indem er Reichtum und Wert produziert, der sich selbst und andere ernähren kann, ist eine davon. Frauen stehen nicht vor dieser besonderen Herausforderung oder Anforderung.

Diese Forderungen tragen auch zu verschiedenen männlichen Verhaltensmustern bei. Der Ehrgeiz, der Wettbewerb und das Streben nach Größe können durchaus mit dieser Forderung nach Respekt verbunden sein. Alle männlichen Gruppen neigen dazu, durch Putdowns und andere Praktiken gekennzeichnet zu sein, die jeden daran erinnern, dass es nicht genug Respekt gibt, um herumzugehen, denn dieses Bewusstsein motiviert jeden Mann, sich mehr Mühe zu geben, sich Respekt zu verdienen. Dies war im Übrigen wahrscheinlich eine der Hauptursachen für Reibungsverluste, da Frauen in die Arbeitswelt eingestiegen sind und Organisationen sich in Richtung einer Politik bewegen mussten, die jeder zu respektieren berechtigt ist. Die Männer hatten sie ursprünglich nicht gebaut, um alle zu respektieren.

Einer der grundlegenden, am weitesten verbreiteten Geschlechterunterschiede ist Agentur versus Gemeinschaft. Männliche Agentur kann zum Teil eine Anpassung an diese Art von sozialem Leben sein, das auf größeren Gruppen basiert, in denen Menschen nicht unbedingt geschätzt werden und man nach Respekt streben muss. Um in der männlichen sozialen Sphäre großer Gruppen erfolgreich zu sein, braucht man ein aktives, aggressives Selbst, um für seinen Platz zu kämpfen, denn er wird einem nicht gegeben und nur wenige werden erfolgreich sein. Sogar das männliche Ego, mit seinem Drang, sich selbst zu beweisen und mit anderen zu konkurrieren, scheint wahrscheinlich darauf ausgelegt zu sein, mit Systemen zurechtzukommen, in denen es an Respekt mangelt und man hart arbeiten muss, um welche zu bekommen – sonst ist man der Demütigung ausgesetzt.

Is That All?

Ich habe noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, wie die Kultur die Männer ausbeutet. Sicherlich gibt es noch andere. Der männliche Sexualtrieb kann genutzt werden, um alle möglichen Verhaltensweisen zu motivieren und in einer Art ökonomischem Marktplatz zu arbeiten, in dem Männer Frauen andere Ressourcen (Liebe, Geld, Engagement) im Austausch gegen Sex zur Verfügung stellen.

Auch in den Kulturen werden einzelne Männer eher zu symbolischen Zwecken benutzt als Frauen. Das kann positiv sein, wie die Tatsache, dass die Kulturen den Männern, die ihre Lieblingswerte zu verkörpern scheinen, aufwändige Beerdigungen und andere Gedenkstätten schenken. Es kann auch negativ sein, z.B. wenn Kulturen die Karriere eines Mannes ruinieren, ihn öffentlich beschämen oder ihn sogar für einen einzigen Akt hinrichten, der gegen einen seiner Werte verstößt. Von Martin Luther King bis Don Imus, unsere Kultur benutzt Männer als Symbole, um ihre Werte auszudrücken. (Beachten Sie, dass keiner der beiden herausgekommen ist, um so besser für ihn.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend kann ich sagen: Ein paar glückliche Männer stehen an der Spitze der Gesellschaft und genießen die besten Belohnungen der Kultur. Andere, die weniger Glück haben, haben ihr Leben davon zerfressen. Die Kultur benutzt Männer und Frauen, aber die meisten Kulturen benutzen sie auf etwas andere Weise. Die meisten Kulturen sehen einzelne Männer als entbehrlicher an als einzelne Frauen, und dieser Unterschied beruht wahrscheinlich auf der Natur, in deren reproduktivem Wettbewerb sodass einige Männer die großen Verlierer und andere Männer die größten Gewinner sind. Folglich benutzt sie Männer für die vielen riskanten Jobs, die sie hat.

Männer gehen mehr ins Extreme als Frauen, und das passt gut zur Kultur, die sie dazu benutzt, viele verschiedene Dinge auszuprobieren, die Gewinner zu belohnen und die Verlierer zu vernichten.

In der Kultur geht es nicht um Männer gegen Frauen. Im Großen und Ganzen entstand der kulturelle Fortschritt aus Gruppen von Männern, die mit und gegen andere Männer arbeiteten. Während sich die Frauen auf die engen Beziehungen konzentrierten, die es der Art ermöglichten, zu überleben, schufen die Männer die größeren Netzwerke flacher Beziehungen, die weniger überlebensnotwendig waren, aber letztendlich die Kultur zum Blühen brachten. Die allmähliche Schaffung von Reichtum, Wissen und Macht in der Männersphäre war die Ursache für die Ungleichheit der Geschlechter. Die Männer haben die großen sozialen Strukturen geschaffen, die die Gesellschaft ausmachen, und die Männer sind nach wie vor die Hauptverantwortlichen dafür, auch wenn wir heute sehen, dass Frauen in diesen großen Systemen durchaus gute Leistungen erbringen können.

Was für die Kulturen am besten funktioniert zu haben scheint, ist, die Männer gegeneinander auszuspielen und um Respekt und andere Belohnungen zu konkurrieren, die am Ende sehr ungleich verteilt werden. Männer müssen sich beweisen, indem sie Dinge produzieren, die die Werte der Gesellschaft ausmachen. Sie müssen sich in kulturellen Wettbewerben gegen Rivalen und Feinde durchsetzen, weshalb sie wahrscheinlich nicht so liebenswert sind wie Frauen.

Die Essenz, wie die Kultur den Menschen nutzt, hängt von einer grundlegenden sozialen Unsicherheit ab. Diese Unsicherheit ist in der Tat sozial, existentiell und biologisch. Eingebaut in die männliche Rolle ist die Gefahr, nicht gut genug zu sein, um akzeptiert und respektiert zu werden, und sogar die Gefahr, nicht in der Lage zu sein, gut genug zu sein, um Nachkommen zu erzeugen.

Die grundlegende soziale Unsicherheit der Männlichkeit ist für die Männer anstrengend, und es ist kaum verwunderlich, dass so viele Männer zusammenbrechen, böse oder heroische Dinge tun oder jünger als Frauen sterben. Aber diese Unsicherheit ist nützlich und produktiv für die Kultur, das System.

Nochmal, ich sage nicht, dass es richtig oder fair oder anständig ist. Aber es hat funktioniert. Die Kulturen, die es geschafft haben, haben diese Formel verwendet, und das ist ein Grund dafür, dass es ihnen gelungen ist, statt ihrer Rivalen.

Roy F. Baumeister ist Francis Eppes Professor für Sozialpsychologie an der Florida State University in Tallahassee. Seine E-Mail-Adresse lautet baumeister [at] psy.fsu.edu. Weitere Informationen zu seinen Forschungsinteressen finden Sie hier. Die Rede, die Larry Summers das Amt des Präsidenten von Harvard kostete, kann hier nachgelesen werden. Steven Pinker hat eine Kritik an der Summers-Affäre geschrieben. Es kann hier nachgelesen werden.

Ist Männlichkeit gewalttätig? Zwischen Schläger und Hengstin

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Wofür steht Männlichkeit?

Wenn man wissen will, wer in einer Gesellschaft benachteiligt ist, muss man sich nur ansehen, wer im Knast sitzt. Dort findet man überwiegend Arme im Gegensatz zu Reichen, Schwarze im Gegensatz zu Weißen, vor allem aber: Männer. Männer sind also krimineller als Frauen, wobei man aber berücksichtigen muss, dass struktureller Sexismus gegen Männer bei diesen eher Gefängnisstrafen speziell und höhere Strafen generell bewirkt.

Eine Feministin erklärte mir dazu, dass „tradierte Männlichkeit“ bei Schwarzen zu einer höheren (Gewalt-)Kriminalitätsrate führen würde. Damit kann die Sexistin gut leben, es stellt eine Abwertung von Männern dar, wie sie Mainstream ist und als „kritische Männerforschung“ an den Universitäten gelehrt wird. Dazu lässt sich einwenden: Zum Einen sind Frauen in Beziehungen genauso gewalttätig wie Männer, gegen Alte, Pflegebedürftige und Kinder üben sie sogar mehr Gewalt aus, was allein schon ausreicht um zu zeigen, dass Gewalt kein besonderes Merkmal von Männlichkeit ist, welches im besonderen Kontrast zu einer scheinbaren weiblichen Friedfertigkeit steht. Zum Anderen: Gewalttätige Männer sind eben nicht als Beispiele typischer oder gelungener Männlichkeit zu nehmen. Gewalttätige zeichnen sich eher durch Schwäche aus. Ein „starker Man“ – wie die schöne Redewendung ihn nennt – kann schwierige Situationen ohne Gewalt lösen. Und weiter: Der Mann, wenn wir uns den Durchschnitt ansehen, steht nicht für kriminelles oder gewalttätiges Verhalten. Ganz im Gegenteil: Er steht für Sorge und Schutz für Andere. Der Mann an sich ist kein Schläger sondern Ernährer seiner Familie, was kein Privileg ist, wie es von Feministinnen gedeutet wird, da Arbeit nicht Selbstverwirklichung bedeutet sondern Mühsal, Entbehrung und Leid – welches er für Andere, seine Familie, auf sich nimmt – und diese selbstverständliche und damit unsichtbare Bereitschaft ermöglicht vielen Frauen und Kindern ein gutes, bzw. besseres Leben. Als Dank werden Männer aber nur beschimpft.

Oder Schutz. Dazu eine kleine Anekdote: Zu meiner Jugendherberge führen zwei Wege. Eine gut ausgebaute und beleuchtete Straße und ein dunkler Schleichweg durch den Wald, auf dem man etwa 10 Minuten Fußmarsch einspart. Als ich die Kreuzung erreiche, wartet dort eine junge Frau auch mich, die ich flüchtig kenne, da wir in derselben Herberge einquartiert sind. Wir hatten schon ein paar Wörter gewechselt, mehr aber nicht. Dieses Mädchen erklärte, dass sie nun ebenfalls den Schleichweg nehmen würde – in meiner Begleitung. Allein, weil ich der Mann und sie die Frau war, ging sie davon aus, dass ich sie in einer Gefahrensituation beschützen würde. Und mit dieser Vermutung lag sie goldrichtig. Woher kam diese Vermutung? Sie kam daher, dass entgegen der feministischen Propaganda von der „toxischen Männlichkeit“ jeder und jede weiß, dass Männer Frauen beschützen. Das ist ein herausragendes Merkmal von Männlichkeit, welches Allgemeinwissen darstellt, aber nicht in den „Gender-Studies“, die etwa so wissenschaftlich sind wie die Rassenlehre, unterrichtet wird.

Der Männerrechtler Warre Farrell stellte hierzu die Frage, welche Entlohnung eigentlich für einen Bodyguard angemessen ist, der sein eigenes Leben riskiert, um das anderer zu retten. Er erzählte dazu auch eine Geschichte über einen tragischen Fall: Ein Mann kam nach Hause und hörte seine Frau um Hilfe rufen. Er stürmte in die Wohnung, stellte den Angreifer. Die Frau nutzte die Gelegenheit um zu fliehen. Der Mann starb. Ein Held, oder?

Männlichkeit hält die ganze Gesellschaft am Laufen. Der Umstand, dass Straßen und Häuser existieren, dass Wasser aus dem Wasserhahn kommt, Strom aus der Steckdose und dass Lebensmittel im Supermarkt stehen, all das geht auf männliches Schaffen und Wirken zurück.

Kommen wir damit zu obigen Punkt zurück, dass Männer für Frauen bzw. ihre Familien sorgen. Auch hierzu eine Anekdote: Ich bin mit einer jungen Frau unterwegs, wir kaufen uns ein Eis. Ich zahle und schimpfe wenig später über die exorbitant hohen Preise, bis mich mein Date darüber aufklärt, dass man mich ihr Eis hat mitzahlen lassen – ohne zu fragen. Auch hier: Männlichkeit bedeutet, für Frauen zu zahlen, zu sorgen. Auch das ist Allgemeinwissen über Männlichkeit, weshalb der Verkäufer mit seiner Annahme, der Mann würde seine Begleitung einladen, in den meisten Fällen richtig liegt. Es ließen sich weitere positive Merkmale von Männlichkeit anführen, wie beispielsweise erfinderische Kreativität – bitter für Feministinnen: Der Erfinder als Archetyp ist ein Mann.

Mit anderen Worten: Der Mann steht im Vergleich zur Frau ganz gut da. Und das ahnen Feministinnen, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen. Genau deswegen wollen sie doch, dass die Mädchen möglichst MINT studieren (Studiengänge, welche unter feministischen Einfluss aber komplett entwertet werden), damit sie etwas mehr stolz auf ihr Geschlecht sein können. Gutes Beispiel dafür eine Pauerfrau, die da sang: „Ich bin eine Hengstin!“ Eben! Der Hengst steht für Potenz, Freiheit, Kraft und wird geliebt – von kleinen Mädchen wie ausgewachsenen Frauen. Und ist männlich – ganz ohne, dass er für Gewalttätigkeit steht. Die Rockgöre identifiziert sich nicht mit der Stute, sie will sich die männlichen Merkmale, wie sie durch den Hengst repräsentiert werden, aneignen und drückt ihnen nachträglich ihre Weiblichkeit auf: „Hengst-in.“ Und da behaupte noch mal eine, es gäbe keinen Penisneid!

Nochmal: Überholte Männlichkeitsideale

Vor kurzem habe ich darüber geschrieben, dass nach feministischer Auffassung überholte (und schädliche) Männlichkeitsideale dafür verantwortlich sind, dass sich Männer häufiger umbringen und andere Notlagen erleiden: Sie fragen nicht nach Hilfe, sind also „selbst schuld“ aber auf keinen Fall benachteiligt. Das lässt sich widerlegen mit dem Hinweis auf die Mainstreamberichterstattung, die konsequent weibliche Not betont und männliche Opfer unsichtbar macht. Dies ist eine Folge mangelnder Empathie gegenüber Männer: Männer in Not rühren nicht zu Tränen. Dieser Mangel führt auch zu weniger Zuwendung und Hilfe für Männer. Es gibt eine breite Forschung etwa zu Gewaltbetroffenheit von Frauen, Männer werden gar nicht erst gefragt. Für Frauen gibt es unzählige Hilfsmaßnahmen, für Männer kaum welche – unwillkommene Komplimente führen zu nationalen Debatten, während kein Journalist auch nur einen müden Finger krümmt, um mal die Frage zu stellen, warum sich Jungen elfmal häufiger umbringen als Mädchen und was man dagegen tun könnte.

Es liegt also folgendes vor: Einer Hälfte der Bevölkerung wird beigebracht, sich bei großen und kleinen Problemen Hilfe zu suchen, genauso, wie über Leid zu klagen. Der anderen Hälfte wird beigebracht, alleine klarzukommen, hart zu sein, nicht zu weinen und es Indianern nachzumachen, die vermeintlich keinen Schmerz kennen; nicht sich helfen zu lassen, sondern zu helfen; Ressourcen nicht zu verbrauchen, sondern zu schaffen – für andere nützlich zu sein. Und wenn er dem nicht mehr nachkommen kann, landet der Sklave auf der Müllkippe, der Obdachlosigkeit. Preisfrage: Welche Gruppe ist die benachteiligte?

Eine Feministin würde hier natürlich einwenden, dass das „Patriarchat“ eben auch schlecht für Männer ist. Der Fehler in diesem Argument ist aber, dass eine solche Gesellschaft kein „Patriarchat“ ist, da in der Theorie ein „Patriarchat“ eine Gesellschaft ist, die zum Vorteil von Männern ausgerichtet ist – was offenkundig nicht der Fall ist, bei all den Nachteilen, die Männer erleiden.

Weiter kann man einer Feministin dann auch entgegenhalten, dass sich Männer mit ihren „überholten Männlichkeitsidealen“ im Konkurrenzkampf besser durchsetzen können als Frauen. Die geringe Präsenz von Frauen in den Chefetagen ist also keine Folge von Diskriminierung, sondern dem Umstand geschuldet, dass Männer von ihrer Erziehung her härter und zäher sind (und Frauen zudem das Privileg genießen, als Mutter zuhause bleiben zu können und somit in der Karriere zurückbleiben. Dies ist aber keine geschlechtsspezifischer Nachteil, da auch Männer, die sich eine berufliche Auszeit nehmen, Einbußen erleben).