Archiv der Kategorie: Privilegien

Traumjob Prinzessin

Äh, nein. Einfach nur nein. Prinzessin ist der absolute Traumjob. Man ist wunderschön. Man wird geliebt und verehrt. Man ist reich. Man hat keine ernsten Sorgen. Man gehört zum Adel. Man wird mal einen Prinzen heiraten. Man muss nicht arbeiten.

Warum also feinden nicht nur die Stinker von „pink stinks“ Mädchen an, die gerne Prinzessin spielen?: „Du stinkst!“ Warum wollen sie Frauen ihr Glück streitig machen? Denn oh ja: Die Frauen werden unglücklicher mit der um sich greifenden Wucherung des Feminismus‘, denn mehr und mehr Frauen ereilt das alte Schicksal der Männer: Sie müssen arbeiten. Also richtig jetzt und nicht nur in der Familie sein, was als „Arbeit“ gewertet wird.

Weil sie einen schweren Minderwertigkeitskomplex pflegen. Der Mann steht nämlich entgegen der Propaganda ganz gut da. Ach was: Neben diesem Weltenbauer und Sternenfahrer verblasst das weibliche Geschlecht, das höchstens mal Huckepack mitdarf. Und da für Feministen die weibliche Würde erst dann hergestellt ist, wenn die Frau dasselbe leisten wie der Mann, muss man Männer schon als Jungen sabotieren und Frauen zur Maloche zwingen:

»Keine Frau sollte das Recht haben, zu Hause zu bleiben und die Kinder großzuziehen. Die Gesellschaft sollte völlig anders sein. Frauen sollten diese Wahl nicht haben, und zwar genau deshalb, weil, wenn es eine solche Möglichkeit gibt, zu viele Frauen sich dafür entscheiden würden.«

Die Prinzessin leistet zu wenig, erfindet zu wenig, bedeckt sich mit zu wenig Ruhm indem sie gegen den Drachen kämpft, um im Märchenbild zu bleiben. Der Prinz kämpft gegen den Drachen – und das soll in Zukunft die Frau selber machen. Also jetzt nicht in echt. Bestrebungen Frauen dorthin zu bringen, wo es wirklich gefährlich ist, gibt es nicht. Männer bleiben unter sich, wo es schmutzig und hart zugeht, wo man aufgerieben wird. Frauen putzen die Klos, Männer die Kanäle, aber dafür ist neuerdings deren Chef eine Frau.

Also in echt jetzt kämpfen Frauen nicht gegen den Drachen. Aber es gibt ja auch noch die Sagenwelt, die Mythen und die phantasievollen Erzählungen. Es gibt Hollywood. Da rettet dann die Prinzessin den Prinzen und kämpft selbst gegen den Drachen. Sie posen also nur in woken Gutenachtgeschichten und vor der Kamera. In echt setzen sie sich nicht der Gefahr aus, schwere Verbrennungen zu erleiden. In der Wirklichkeit sieht das dann so aus, dass sie als Quotenoffizierin auf der Landkarte den Ort markiert, wo dann Männer, und nur Männer, ihre Unversehrtheit riskieren. Das ist Gerechtigkeit im Matriarchat, in dem die Frau aber kaum mehr ist als ein elender Kretin.

Frauenprivileg durch Frauenverachtung

Wenn Du schon länger hier mitliest, weißt Du, dass ich recht redundant darauf herumreite, dass das Hausfrauendasein kein Nachteil sondern ein Privileg ist. Ein Privileg? Nein! Das Privileg, das primäre, welches – da Frauen wegen dessen weniger arbeiten – dazu führt, dass sie weniger verdienen (wirklich?) und seltener Chefs sind. Aus dem primären Privileg leiten sich diese sekundären Nachteile ab.

Das Hausfrauendasein hängt aber davon ab, dass sich ein Mann findet, der sie von der außerhäuslichen Arbeit freistellt. Esther Vilar spricht davon, dass so ein Mann die Frau korrumpiert. Jedenfalls braucht dieser Mann einen verdammt guten Grund, warum er sein Leben lang malochen geht, damit sie nicht malochen gehen muss.

Ich habe gerade einen uralten und bemerkenswert schlechten Film gesehen. Selbst dort schon treten Pauerfrauen auf, aber teils demonstrieren die Bösen eine interessante Frauenverachtung. Einer sagt frei heraus, dass Frauen keine Ahnung von technischen Dingen haben, ein Anderer demonstriert seine Geringschätzung für die Frau dadurch, dass er kund tut, er würde gegen seine Gegenspielerin mit Sicherheit gewinnen. Warum? Na, weil sie nur eine Frau ist!

Eine ähnliche Frauenverachtung, aber eine wohlwollende – Feministen sprechen von benevolenten Sexismus – muss der Haupternährer pflegen, der eine Frau gänzlich von der Arbeit freistellt. Denn wenn er seine Frau für voll nehmen würde, gäbe es keinen Grund, warum sie nicht auch Vollzeit arbeiten gehen könnte. Sie muss schwach sein, denn sonst wäre es absurd, so für sie zu sorgen. Sie muss schwach sein, damit es Sinn macht, sie zu beschützen, und die meisten Männer verstehen sich als Frauenschützer.

Frauen verstehen es hervorragend, diese Illusion zu pflegen und dabei dem Mann auch noch Schuldgefühle zu bereiten ob ihrer Mühsal. Heute spricht man von Mental Load, früher war es die Doppelbelastung, zu der die Verräterin Joan Bitterman schon vor Jahrzehnten feststellte, dass diese außer in den Köpfen manipulierter Männer nirgendswo sonst existiere.

Man muss eine gewisse Frauenverachtung pflegen, um die Frau zu schonen. Das hat auch ein weiteres Privileg zur Folge: Im häuslichen Bereich werden Frauen wie Männer gewalttätig. Da man aber die Frau in solchen Angelegenheiten nicht für voll nimmt, glaubt man nicht, dass eine gewalttätige Frau ein echtes Problem für irgendjemanden darstellt, weshalb sie beinahe nach Belieben Gewalt gegen Kinder und Männer üben darf, ohne dass irgendjemand eingreift.

Ferda Ataman ist auf keinen Fall eine Rassistin

Ich bin ein Primitivling. Wenn ich zum Beispiel ein Farbiger wäre, und würde mitkriegen, dass Ärzte mir als solchen ein lebensnotwendige Behandlung versagen würden, ich würde Hass entwickeln; und wenn ich dann die scheiß Drecksdeutschen, diese Köterrasse, als „Kartoffeln“ beschimpfen würde, wäre das nicht nur angemessen, sondern sogar noch harmlos im Vergleich dazu, was die mir alles zumuten – zum Beispiel Verweigerung medizinischer Behandlungen.

Nicht so Ferda Ataman, sie ist über jeden Verdacht erhaben. Sie weiß zwar, dass Weiße allesamt a) Rassisten sind, b) zu Lasten der Farbigen privilegiert, die sie c) wie Dreck behandeln, aber das ist für sie kein Grund, irgendwelche Vorurteile gegen Weiße zu üben, noch die kleinste Abneigung gegen sie zu spüren – das kann auch gar nicht sein, denn sonst wäre sie ja als Leiterin der Antidiskriminierungsstelle ungeeignet.

Dennoch, so unfassbar das auch klingt, wurden Vorbehalte gegen sie laut. Diese wurden aber von Stefanowitsch, dem großen Intellektuellen unserer Zeit, zerstreut. Er stellt gleich als erstes klar, dass die Verächter privilegiert wären, der weiße Mann zum Beispiel, der den Löwenanteil bei den Obdachlosen, Selbstmördern, bei der Arbeit zu Tode geschundenen stellt und somit auch in der Lebenserwartung schlecht abschneidet – der ist privilegiert weshalb er sich mal nicht beklagen soll, denn sein Privileg bedeutet die Diskriminierung der Unterprivilegierten, für die dann die designierte Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman zuständig ist. Schreib dir das hinter die Ohren!

Insofern ist einfach nur ekelhaft, dass man Stefanowitsch niederbrüllt, und dabei noch nicht mal Argumente hat.

Die Kassiererin, die ihr Glück nicht zu schätzen weiß

Freitagseinkauf. Ich führe einen kleinen Smalltalk mit der Kassiererin und ob sie Morgen, also Samstag, arbeite. Sie meint „Leider ja“ und beschwert sich, dass sie malochen muss.

Ich erkläre ihr in Übereinstimmung mit der feministischen Hohepriesterin Simone de Beauvoir, dass sie sich glücklich schätzen dürfe, dass sie arbeiten und sich emanzipieren könne. Auch erläutere ich ihr detailliert, dass die Frauen auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking festgeschrieben haben, dass jede Frau zu jeder Zeit ihres Lebens einer Arbeit nachzugehen habe, um sie zu befreien. Nachdem ich so ihre Sicht auf ihr Leben geändert habe, ist sie glücklich, dass sie nicht zu Hause zwischen Kinder, Küche, Kirche versauert.

Ich wünsche ihr trotzdem ein schönes Wochenende.

„Du musst schön sein!“

Ich kann’s nicht mehr hören: Das Wehklagen, Frauen müssten schön sein, unterlägen dem männlichen Blick, kriegten schon als Kinder gesagt, sie sollten hübsch sein, dass sie allein daran gemessen würden – und immer wird unterschlagen, welchen konkreten Nutzen sie daraus ziehen, dazu zum Schluss. Erstmal: Es ist ein Mythos, dass Männer weniger am Aussehen gemessen werden:

Hier zeigte sich: Frauen bevorzugten die attraktiv aussehenden männlichen Bewerber und machten ihnen bessere Jobangebote. Sie zogen meist auch attraktiv aussehende Männer attraktiv aussehenden Frauen vor. Die weniger attraktiv aussehenden Männer ordneten sie sogar noch hinter die durchschnittlich aussehenden Frauen.

So, ansonsten: Natürlich ist es schön, schön zu sein. Ist nunmal so – auch für Männer. Die Anklage, dass das Rollenzwänge wären, dass man darunter zu leiden hätte, wird aber nur mit Blick auf die Frauen gesagt.

Dazu gibt es das Phänomen, dass sich manche Frauen bewusst hässlich machen: Und zwar verheiratete Frauen, das berichtet zum Beispiel Joan Bitterman. Solchen Frauen, die ein selbstsüchtiges Egospiel durchziehen, gefällt es, wenn sie ihren Männern nicht mehr gefallen, weil sie sich z.B. die Haare kurz schneiden. Sie verstehen das absichtliche Verstimmen ihre Ehemänner als Emanzipation, getreu dem feministischem Motto, dass man gute Frauenpolitik am Missmut der Männer erkennen könne. Dabei leisten sie sich aber nur was, was sie sich aus einer Machtposition heraus leisten können. Die monströse Macht, über ihre Kinder wie ihr Eigentum verfügen zu können, sie dem Vater zu entfremden und ihn zum Zahlsklaven zu degradieren. Deshalb muss sich der Mann alles gefallen lassen.

Dieses Spielchen spielen Frauen, wenn er bereits in die Falle gegangen ist. Sie machen sich nicht hässlich, wenn sie auf „Partner“-suche sind. Genau das wird bei der eingangs genannten Klage, Frauen würden Schönheitsidealen unterworfen, unterschlagen: Dass sie damit das Privileg des Millionärs erwerben, nicht oder nur wenig arbeiten zu müssen, dazu noch in viel weniger unerquicklichen Berufen. Sie hat was davon, und zwar nicht wenig.

Herr Majurani ist leider, leider kein Opfer mehr – Mitleid!

Es wurde ein Mail geleakt, wonach der gute Herr Majurani nicht mehr als Opfer anerkannt wird und damit all seinen Privilegien verlustig geht. Machen wir einen Spendenfond für ihn auf?

Hier die Mail:

Sehr geehrter Herr Majurani,

leider müssen wir, das Professionell Opfern Collective (POC)©, ihnen mitteilen, dass ihnen ihr Opferstatus aberkannt wird, da Sie als zu hellhäutig eingestuft wurden. Dies bedeutet der sofortige Verlust aller Ehren und Rechte, die mit dem Opferstatus einhergehen.

Bitte beachten Sie, dass das weitere Konsequenzen für Sie hat, unter anderem:

1. Sie haben bei Rassismusdiskussionen nur noch zuzuhören und Lernbereitschaft zu zeigen.
2. Sie haben sich anerkannten PoCs gegenüber unterwürfig und kriecherisch zu verhalten.
3. Sie gelten ab sofort als Rassist bis zum Lebensende.
4. Sie haben aber die Möglichkeit, sofern Sie anerkannten PoCs hingebungsvoll die Prostata massieren, in den Status einer Süßkartoffel aufzusteigen, mit dem Sie einen Gutschein über einen Keks erhalten, einzulösen bei unserer Ally*In_x Antje Schrupp.

Zuwiderhandlung führt zur fristlosen Kündigung ihres aktuellen Arbeitsverhältnisses mithin sozialer Vernichtung.

Mit freundlichen Grüßen

Sei keine Süßkartoffel

Es sind hässliche Menschen, voller Ressentiments, vor Rassismus stinkend, wie die hier:

Und sie sagen, Sie als Deutscher wären Rassist. Sie sollen sich ihre Privilegien bewusst machen, um zu einer „Süßkartoffel“ zu werden, wie es selbst die Bundeszentrale für politische Bildung fordert (Bild). Die deutsche Lust an Selbsterniedrigung ist weltweit einmalig.

Aber seien Sie keine Süßkartoffel. Sagen Sie den Rassisten, dass Sie ihnen nichts schulden. Rassismus gibt es überall, auch in Afrika, wenn Sie mal dorthin kommen. Seien Sie eine selbstbewusste Kartoffel, keine süße; eine sexy, keine mit Minderwertigkeitskomplex. Denn Sie werden von den Rassisten niemals Respekt erfahren, egal, wie sehr Sie zu Kreuze kriechen – im Gegenteil, mit dieser Selbstdemütigung ermuntern Sie sie nur. Verlangen Sie Respekt für die deutsche Gesellschaft, die so gastfreundlich und aufnahmebereit ist wie sonst keine auf der Welt.

Was notwendig wäre, um meine Meinung zu ändern

Ich habe mir ja mal die Frage gestellt, wie ich entgegen dem Mainstream glauben könnte, dass die Frau und nicht der Mann das bevorzugte Geschlecht ist und wie sich die Wahrheit erkennen ließe. Jetzt schreibt Schneider, wie man prüfen könnte, ob man mit seiner Überzeugung nicht nur einer Ideologie anhängt. Er schlägt eine Art Falsifikation vor, nämlich:

Stellen Sie sich die Frage: Welche konkrete Information würde mich vom Gegenteil überzeugen? Falls Ihnen nichts einfällt, ist Ihre Meinung keine Meinung sondern Ideologie oder Glaube. Die zweite Frage, die Sie beantworten müssen: Was wäre, wenn ich nicht recht hätte? Je dramatischer die Folgen, desto besser sollte Ihre Begründung ausfallen.

Ok, es gibt viele Indizien, woraus ich ableite, dass Frauen bevorzugt sind, dass die gesamte Gesellschaft zu ihren Gunsten funktioniert, weniger hart zu ihnen ist. Wenn sich z.B. Mädchen und Frauen in der Folge einer solchen Härte öfter umbringen würden, Feministen würden uns erklären, dass man genau daran erkennen könnte, wie brutal das „Patriarchat“ zum weiblichen Geschlecht ist, und sie hätten Recht. Jetzt ist es aber umgekehrt, und dann greifen viele Strategien der Leugnung und Umdeutung: Männer könnten nicht um Hilfe fragen bzw. Frauen würden öfter Selbstmordversuche verüben, was erstens ein Widerspruch in sich ist und wobei es sich zweitens um Mythen handelt. Aber gut, in diesen einem Punkt müsste mir bewiesen werden, dass es sich nicht um Mythen handelt. Man müsste mir beweisen, dass Feministen Recht damit hätten, Männer wären an der Not, die sie erfahren, selbst schuld.

Aber ein ganz zentraler Sachverhalt wäre: Arbeit. Denn Arbeit ist Scheiße. Was z.B. arbeitet ein Millionär? Als Busfahrer, acht Stunden oder mehr am Tag oder auch nur im Büro? Die Frau genießt das ultimative Privileg, erstens weniger Zeit für die Arbeit aufbringen zu müssen und zweitens auch angenehmere Arbeiten wie z.B. als Erzieherin ausüben zu können. Das ist ein Privileg, nein: das Privileg, das sich durchs ganze Leben zieht, denn Arbeit bedeutet Mühsal, Entbehrung, Leid. Schon Adam (und jeder andere Mann) wurde dafür, dass er von der verbotenen Frucht kostete, dazu verurteilt, sich seinen Lebensunterhalt im Schweiße seines Angesichts zu erarbeiten, anders als im Paradies, wo man nicht arbeiten muss. Die Erkenntnis, dass Arbeit Leid bedeutet, zeigt sich auch daran, dass sich Menschen aller möglichen Kulturen Sklaven nehmen, um diese für sich arbeiten zu lassen. Es zeigt sich daran, dass Straftäter zur Strafe in Arbeitslager gesteckt werden. Es zeigt sich daran, dass man Arbeitslose in Verdacht hat, sie würden es sich in der „sozialen Hängematte“ bequem machen, dass also ein Leben am Existenzminimum immer noch besser wäre als eines in Arbeit. Es zeigt sich daran, dass man sich auf Wochenende und Urlaub freut und nicht auf den Montag. Es zeigt sich daran, dass man die Zeit, in der man nicht arbeiten muss, „Freizeit“ nennt, man also frei ist. Es zeigt sich daran, dass Feministen davon sprechen, Mütter, die bei ihren Kindern sind, würden „unbezahlte Care-Arbeit“ leisten, was somit also kein Privileg sondern ein Nachteil wäre, weil: Arbeit (Feministen führen gerne an, dass die Hausfrau von ihrem Mann abhängig wäre; das ist ein Abhängigkeit wie die eines Königs von seinen Bauern und Arbeitern. Und tatsächlich kämpft jede scheidungswillige Mutter darum, über Unterhalt weiterhin von ihrem Mann abhängig zu sein und die „Care-Arbeit“ weiterhin ausüben zu können – schon die Hohepriesterin Simone de Beauvoir stellte fest, dass man Frauen verbieten müsste, zu Hause bei den Kindern zu bleiben, damit sich etwas ändern würde). Der, der arbeitet, ist eher ausgebeutet als privilegiert; die Frau beutet den Mann aus.

Wie sich Feministen Arbeit vorstellen.

Damit ich meine Meinung ändern würde, müsste man mir beweisen, dass der durchschnittliche Mann mit einem Leben ganz in Vollzeit oder sogar in Übervollzeit das bessere Los gezogen hat als die Frau, die gar nicht oder nur in Teilzeit arbeitet.

Und der zweite Punkt, also was sich für mich ändern würde, wenn ich im Unrecht bin, welche Folgen das für mich hätte: Nun, ich könnte – vorausgesetzt ich bin nicht allzu unansehnlich und zudem wert, geliebt zu werden – eine Ernährerin finden, die es mir ermöglicht, ganz bei den Kindern zu bleiben, bis sie aus dem Gröbsten raus sind, und anschließend entspannt Teilzeit zu arbeiten – was also für viele Frauen die Lebenswirklichkeit darstellt.

Ich halte nichts vom feministischen Mainstream, der ständig von „Selbstverwirklichung und Karriere“ faselt; ein Diskurs, der nur zeigt, dass seine Akteure ganz besonders privilegiert sind, nicht wirklich arbeiten müssen und zugleich in ihren Elfenbeintürmen den Bezug zur Arbeiterklasse verloren haben. Und für den Fall, dass sich ein Feminist hierher verirren sollte: Was bräuchte es, damit Sie ihre Meinung ändern würden? Und was würde das für Sie bedeuten? Ihr ganzes Leben eine Lüge?

Die Hausfrauenneurose

[ebook] Farrell, Warren - Mythos Männermacht1

So souverän wie obige Madamme können nicht alle Frauen damit umgehen, dass sie und nicht er die Privilegierte in der traditionellen Rollenverteilung ist, dass sie und nicht er ein Leben führt wie ein reicher Bürger, das heißt vom Übel der Arbeit befreit.

Esther Vilar diagnostizierte bei Hausfrauen die „Hausfrauenneurose“. Sie führte das darauf zurück, dass es einen Widerspruch gab zwischen der Geschichte, die die Medien, die Gesellschaft den Frauen erzählten – sie sei unterdrückt und benachteiligt – und der Wirklichkeit – sie ist privilegiert und weiß das auch ganz genau: Dieser Widerspruch führe zu einer Neurose.

So sehr ich Vilar schätze, möchte ich hier doch widersprechen. Die Ursache für die Hausfrauenneurose ist eine andere: Nämlich der Umstand, dass die Hausfrau ihren Mann und die Gesellschaft darüber täuschen muss, wie privilegiert sie ist – spätestens wenn die Kleinen größer werden, gerät sie unter Rechtfertigungsdruck; sie muss simulieren, sie arbeite viel und hart. Das berichtete bereits Joan Bitterman: Frauen heben sich die Haushaltsaufgaben bis zum Abend auf, damit der Mann den falschen Eindruck bekommt, nämlich sie wäre mit Haushalt und Kindern ausgelastet bzw. überlastet. Ich hatte mal eine interessante Erfahrung: Ein Karrieremann erklärte mir mal, während seine Frau daneben stand, was er alles im Job zu leisten hätte – sie sagte nichts sondern stierte nur ins Leere.

Das weibliche Anerkennen, dass es sein Opfer ist, welches ihr ein besseres Leben ermöglicht, gefährdet ihr Privileg. Deswegen muss sie betrügen und lebt ständig damit, dass sie auffliegen könnte. Das ist der Grund für die Hausfrauenneurose.

Billy Coen: Verdrängung der Klassenfrage durch Intersektionalismus, oder wie Privilegierte mit gutem linken Gewissen privilegiert werden

Billy Coen:

Ich kann mir vorstellen, dass sich in den Kreisen der nicht wenigen linken Akademiker bzgl. der eigenen Position und Rolle in der Gesellschaft ein Unwohlsein eingenistet hatte. Auf der einen Seite fand man Marx toll, sah aber auch, dass man selbst zu denen gehörte, die über Einfluss und nicht selten Wohlstand verfügten. Eine „linke“ Ideologie, die dann darauf abhebt, dass viel wichtiger als die Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Klassen / Schichten in Wahrheit die Zugehörigkeit zu irgendwelchen mehr oder weniger willkürlichen Gruppen ist, aus denen sich angeblich individuelle Privilegien oder auch Diskriminierungserfahrungen ergeben, kann da als persönlich sehr entlastend wirken. Entweder kann man sich so auf einmal sogar selbst als ganz doll unterdrückt darstellen (Ich habe zwar zig Millionen auf dem Konto und für mich arbeiten 20 000 Menschen, aber ich bin eine schwarze, lesbische, muslimische Rollstuhlfahrerin; bitte unterstützt mich in meinem harten Los!) oder sich wesentlich einfacher, weil oft nur rein virtuell stattfindend, als tugendhafter Unterstützer inszenieren, ohne sich dabei selbst existentieller Bedrohung ausgeliefert sehen zu müssen.

Ein Einfallstor, zumindest in Europa, dürfte dabei tatsächlich die irrige Ansicht gewesen sein, Feminismus sei links, so dass sich mit dieser Ideologie erstmals im linken Lager eine eindeutig auf biologistischem Essentialismus aufbauende Weltsicht ausbreiten konnte (Männer unterdrücken Frauen). Schon damals wurde dabei standhaft der offensichtliche Widerspruch dieses Gemeinplatzes zur traditionell linken Klassenfrage ignoriert, gewiss nicht ohne teils erhebliches Bewältigen kognitiver Dissonanzen. Die Frage, wie ein männlicher Tagelöhner denn bitte die Gattin eines Bankchefs unterdrücken solle, war so naheliegend und derart entwaffnend, dass sie einfach nicht mehr gestellt werden durfte, sobald es um die „Geschlechterfrage“ ging.

Durch die nunmehr nahezu vollständig stattgefundene Importierung weiterführender intersektionalistischer Biologismen aus den USA, stehen Identitätslinke endgültig nicht mehr vor der Aufgabe, diesen Widerspruch verleugnen zu müssen. In ihrem Weltbild wurde die traditionell linke Klassenfrage unter derart viel Bullshit begraben, dass sie quasi nonexistent geworden ist. Identitätslinke müssen keine kognitiven Dissonanzen mehr auflösen, um die offenen Widersprüche ihres biologistischen Essentialismus‘ zur Klassenfrage zu bewältigen, sie sehen diese Widersprüche einfach nicht mehr, weil das Konzept von Klasse in ihren Überlegungen gar nicht mehr auftaucht.

Es ist also wohl eher keine „böse Absicht“, sondern eher eine Entwicklung aus Bequemlichkeit heraus. Der Intersektionalismus ist ein klares Kind elitärer Kreise. Auch in diesen Kreisen ist es schick, sich selbst als links zu bezeichnen, weil links irgendwie allgemein als „gut“ gelabelt wird. Der Intersektionalismus als „linke“ Ideologie bringt nun aber direkt mit sich, dass sich Leute, die nach traditionell linker Sichtweise klar zu den „Privilegierten“ zählen, sich nicht mehr als solche fühlen und hinterfragen müssen. Der Intersektionalismus hält für viele Dinge bereit, dank derer sie sich an sich selbst etwas suchen können, um sich trotz allem Wohlstands und gesellschaftlichem Einflusses als irgendwie doch eigentliches Opfer darstellen zu können. So kann man sich auch als reiche Bankierstochter links fühlen, ohne sich aufgrund der eigenen Überzeugungen hinterfragen zu müssen.

Und selbst jene, für die der intersektionale Opferkatalog kein Kriterium bereithält, können Abbitte leisten, ohne wirklich schmerzhaft ans Eingemachte gehen zu müssen. Zumindest bis jetzt reicht es für jene aus, sich einfach ab und zu via Twitter ob ihrer weißen Männlichkeit verbal zu geißeln, um sich auch weiterhin als einer von den Guten fühlen zu können.

Früher haben Intellektuelle die linke Arbeiterbewegung philosophisch mit Ideen unterstützt, heute haben sie sie auf dem politischen Parkett weitgehend hingerichtet und ersetzt durch eine „linke“ Ideologie, mit der sie sich in erster Linie selbst aufgrund ihres eigenen gesellschaftlichen Status‘ reinwaschen können, sich nicht ob ihrer eigenen Privilegien „schämen“ müssen.