Archiv der Kategorie: Sexuelle Gewalt

Wie kann man nur sowas schreiben?

Letzte Woche veröffentlichte ein Frauenhasser einen Artikel, der mich sprachlos zurückließ. Mit seinem Hass, der totalen Kaltschnäuzigkeit, mit der er über die Opfer schwerer Vergewaltigungen hinwegtrampelte, diese sogar begrüßte – „Eine Frau kann mit einer Vergewaltigung einfach gebrochen werden? Ein großes Versprechen!“ – nahm er mir die Worte, mit denen ich sowas kommentieren könnte. Und das auf einer Plattform, die Tausende wenn nicht Millionen erreicht – jede Woche darf er dort seinen Frauenhass ausbreiten – gut bezahlt.

Dabei sind seiner Logik nach die vergewaltigen Frauen selbst schuld. Sie sind in seinen Augen Ekelpakete, die man zu Recht mit einem traumatisierenden Überfall aus dem Weg räumt. Dabei geht er davon aus, dass sich die Männer stets die richtigen vornehmen, die Tat rechtfertigt sich selbst: Vergewaltigt = schuldig = zu Recht kaputt gemacht. Dass es unschuldige Frauen treffen könnte, die sich nichts zu Schulden kommen ließen, kommt in seiner Welt nicht vor. Dieser äh… Mensch strotzt nur so vor kalter Verachtung für das weibliche Geschlecht, die die heiße Wut, den lodernden Hass schon lange hinter sich gelassen hat. Wenn Frauen leiden, ist dies für ihn ein Beitrag für eine bessere Welt.

Die Frage ist: Woher? Woher dieser Hass? Sicher, Frauen regieren und sie tun es nicht gut. So behandeln sie Kinder wie Eigentum. Eigentum, das man abtreiben, töten, misshandeln, weggeben oder dem Vater vorenthalten kann. Sie heucheln Liebe um Männer abzuzocken, die so dumm waren, mit ihr zum Standesamt zu gehen. Sie werden nicht zur Rechenschaft gezogen, wenn sie Männer vergewaltigen.

Aber all das erklärt doch nicht, dass nun buchstäblich alle zum Abschuss freigegeben sind, dass egal ist, welche ich mit einer Vergewaltigung breche, weil alte, weiße Frau = Abfall, der es verdient hat. Es sind doch nicht alle so! Wenn sie sich Mühe geben, können sie Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft werden.

Wer sich den Artikel antun will, ich habe diese kranke Scheiße auf mein Blog kopiert.

Sexuelle Gewalt im Spiegel des Feminismus‘

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Die muskelprotzende Marge nötigt ihren Mann Homer zum Sex. Mit getauschten Geschlechtern: Vergewaltigung. So rum: Lustige Einlage einer Comedy-Serie.

Männer sind Schweine, zum Beispiel erzählen sie sich immer Vergewaltigungswitze. Kennst Du den:

Der Onkel zu seinem Neffen: „Du studierst mal Knastrologie“

Der Teenager antwortet: „Kenn ich, hat was mit Vögeln zu tun!“.

Onkel: „Stimmt, da ist man gut zu vögeln!“

Ja, diesen Scherz durfte man sich in eine erfolgreichen Sitcom zu Gemüte führen. Dass Knastvergewaltigung ein ernstes Problem ist, stört dabei nicht, obwohl die Horrorverhältnisse in Gefängnissen allgemein bekannt sind. Solche Witze mit getauschten Geschlechtern wurden mir im Fernsehen noch nie präsentiert, und das in einer rape-culture…

Ein alter Bekannter von mir fühlte sich in seiner ersten Beziehung unbehaglich wenn es um Sex ging. Er war nicht bereit dazu, diese Intimität schreckte ihn ab. Sie wollte, er nicht. Was wäre bei getauschten Geschlechtern, was würde man darüber denken? Hier würde man ganz genau hinschauen.

Man nehme an, er hätte diese Erfahrung als prägend für sein ganzes Leben angenommen. Er wäre weiterhin eine höchst fragile Persönlichkeit, die so schwach wäre, dass sie nicht persönlich anreisen könnte um einen Preis entgegenzunehmen, da sie mit dem Stress, anlässlich der Preisverleihung vor einem großen Publikum zu stehen, hoffnungslos überfordert wäre. Nehmen wir weiter an, er würde seine Erfahrung generalisieren, sie allen Männern und Frauen überstülpen, um dann als Literat das Fazit zu ziehen:

„Sex ist etwas, das Frauen Männern antun“

Der also eine Opferideologie betreibt, welche alle Männer vereinnahmt und alle Frauen zu Tätern macht. „Antun“ ist Gewalt. Wenn Sex etwas ist, dass Frauen Männern antun, dann handelt es sich um sexuelle Gewalt, um Vergewaltigung, womit in dieser pauschalisierender These der Slogan „All sex is rape“ erfüllte wäre.

Diese Hysterie bleibt leider nicht auf einige bedauernswerte Feministen beschränkt, in Zeiten von #aufschrei und #metoo greift sie auf die gesamte Gesellschaft über. Lappalien werden rechtskräftig zu Vergewaltigungen erklärt, in Schweden darf das, was im Sexualleben der meisten Menschen Alltag ist – Passivität der Frau – nicht mehr als stillschweigendes Einverständnis gewertet werden, der totalitäre Staat schreibt einem vor, wie man sich im Schlafzimmer zu verhalten hat, denn er weiß wohl: „Das Private ist politisch!“ – womit das Private zerstört ist. Da jede sexuelle Interaktion, angefangen mit Blickkontakt, unter Verdacht steht, haben die Menschen immer weniger Sex (Punkt 6), sind sie sich immer weniger nah.

Vergewaltigung gilt als eines der schlimmsten Verbrechen überhaupt – zumindest, wenn es von Männern verübt wird. Wenn Frauen die Täter sind, greift viel öfter der Mythos, wonach die Opfer es wollten oder genossen. Über Kindervergewaltigerinnen wird gesagt, sie hätten ihre Opfer in die Liebe eingeführt – obwohl die Opfer ihr ganzes Leben darunter leiden. Millionen von Frauen geilen sich an sexuellen Missbrauch auf, und niemand – auch kein Feminist – findet daran etwas auszusetzen. Über Männer, die von Frauen vergewaltigt wurden, heißt es schon mal, dass sie das „Glück“ gepachtet hätten und es ist überhaupt ganz „lustig,“ unbenommen dessen, dass es genauso traumatisch wirkt wie bei Frauen und dieses Trauma u.a. zu Impotenz führen kann. Bis vor zwanzig Jahren war Vergewaltigung durch Frauen nicht mal strafbar, obwohl sie ähnlich häufig vorkommt wie mit getauschtem Geschlecht.

Gerade weil sexuelle Gewalt so schwerwiegend ist, ist die Definition von Sex als etwas, dass Männer Frauen antun – ich habe oben das Geschlecht getauscht sowohl im Zitat als auch beim Urheber – so ungeheuerlich. Ich wurde schon massivst beschimpft, weil ich im Geschlechterkrieg Partei für den Mann ergreife, aber keine Tirade hat mich so sehr erschüttert wie die Unterstellung, ich würde Vergewaltigung legitimieren bzw. selbst verüben. Denn entgegen der Schwachsinnstheorie von der „rape-culture,“ nach welcher sexuelle Gewalt toleriert werde, entfalten solche Falschbezichtigungen eine katastrophale Wirkung (Punkt 10). Von daher ist es einerseits unverständlich aber andererseits auch vielsagend über die herrschenden Verhältnisse, dass eine solche Anklage – Sex als etwas, dass Männer Frauen antun – geäußert werde kann und der Ruf der Anklägerin dennoch unbeschadet bleibt, man ihr auch noch den Literaturnobelpreis zukommen lässt – Quote wirkt.

Also: Auf der einen Seite haben wir eine Verharmlosung von sexueller Gewalt vorliegen, man macht sich auch schon mal drüber lustig, und auf der anderen Seite wird so gut wie alles – All sex is rape – als Vergewaltigung hysterisiert.

Mein Bekannter also, wenn er – was er nicht hat – diese Anklage aus seiner persönlichen Erfahrung des Unbehagens heraus gegen Frauen formuliert hätte, er wäre nur auf taube Ohren gestoßen, man hätte ihn nicht ernst genommen – zu Recht. Auf der anderen Seite des Geschlechtergrabens bleibt diese „zu Recht“ aus und vergiftet damit die ganze Geschlechterbeziehung.