Archiv der Kategorie: Sprache

„marginalisiert“

Im Femisprech werden alle geschützten (also nicht Nazis) Minderheiten als „marginalisiert“ bezeichnet.

Das heißt, ihre geringere Sichtbarkeit wäre nicht etwa darauf zurückzuführen, dass sie nun mal seltener in der Gesamtmenge aller Menschen vertreten sind, sondern darauf, dass sie aus bösartigem Ansinnen heraus totgeschwiegen würden. Der Begriff „marginalisiert“ für marginale Minderheiten setzt voraus, dass da jemand etwas aktiv tut, marginalisieren also. Es ist eine Anklage, die jeden Normalbürger unter Verdacht stellt, wo er nicht lauthals für die woke Ideologie Stellung bezieht. Denn diese Minderheiten werden nicht marginalisiert, sie sind Minderheiten – und das sollten sie akzeptieren, denn ehrlich gesagt hätte ich wegen all der Unmenschlichkeiten, die sie sich gegen die „Richtigen“ leisten, wenig Mitleid, wenn das Pendel wieder zurück schwingt.

Es ist die Verschwörungstheorie vom „Patriarchat“, in dem weiße Männer aktiv etwas tun („marginalisieren“), und nicht nur etwas sind, Arbeiter nämlich, die anders als die Frau nicht die Möglichkeit haben, sich dem Zwang zur lebenslanger Arbeit zu entziehen, und welche dieser Logik nach bekämpft gehören, was heißt, dass diskriminierende Strukturen für den Mann noch mal z.B. mit Quoten und mangelhaften Hilfsleistungen verschärft werden.

Wo jemand von „marginalisierten Minderheiten“ spricht, setzt er einen Täter voraus, gegen den dann vorgegangen werden muss; es ist eine Anklage auf die Schauprozess und Urteil folgen, die in eine Strafe münden und darin, dass der Mann strukturell benachteiligt wird, was dazu führt, dass ihm weniger geholfen wird, da jeder weiß, dass der weiße Mann als „Privilegienhengst“ vom Feld galoppiert und somit Hilfe an ihn verschwendet wäre. Wer die Begrifflichkeit „marginalisiert“ verwendet, attackiert, weshalb man das nicht tolerieren darf.

Ihre Perspektive bestimmt die sozialen Hierarchien unserer Welt.

Akzeptabler Vorschlag zu „gendergerechter“ Sprache

Feministen wollen bekanntlich ganz rabiat die Sprache verschandeln, um den Menschen ihr Denken aufzuzwingen. Unterstellt wird, dass das generische Maskulinum das männliche Geschlecht bevorzugen würde. Zu diesem Missverständnis kam es, da es eine exklusiv-weibliche Form gibt. Gäbe es die nicht, dann wäre die neutrale Form, in der das Geschlecht, aber auch andere Gruppenmerkmale wie z.B. die Hautfarbe komplett irrelevant sind, nicht in den Verdacht geraten „maskulin“ zu sein. Und wenn vermeintliche sprachliche Diskriminierung der Grund wäre für Unterrepräsentationen von Frauen (nein, nicht in der Kanalarbeit), müsste es z.B. im englischen Sprachraum mit der Gleichverteilung deutlich anders aussehen, da das Englische kein Genus kennt – was aber nicht der Fall ist. Es existieren also noch andere Faktoren, aus denen heraus Frauen mehr davor zurückschrecken, ihr ganzes Leben lang in Übervollzeit zu arbeiten, um die Glückseligkeit der Chefetage erleben zu können.

Die meisten Vorschläger zur Sprachänderung sind unästhetischer Mist. Einen fand ich aber gut: Nämlich dass man die Endsilbe -rich benutzt, um anzuzeigen, dass allein Männer gemeint sind.

Also:

weiblich: Studentin.

männlich: Studenterich, wie in „Der Studenterich darf die Frauenbibliothek nicht betreten.“

beide: Student, wie in „Der Student muss Studiengebühren zahlen“

-rich erinnert mich an Enten, Erpel und die mag ich. Enten sind witzige Vögel.

Damit könnte ich leben, auch wenn sich der Vorschlag vermutlich nicht durchsetzt. Denn es ist nur selten der Fall, dass allein Männer gemeint sind. Damit aber das Sprachgefühl sich dahin wandelt, muss die Form -rich oft eingesetzt werden. Auch wird jeder Queere sofort einwenden, dass damit die Nichtbinären (die aber gar kein eigenes Geschlecht stellen) diskriminiert werden, denn ihre Eingebildetkeiten wollen ja auch gewürdigt werden. Letztlich wären Frauen aber genauso sichtbar wie vorher; auch mit dieser Sprachreform würde man bei Ingenieuren eher an Männer denken.

Feministen versuchen über die Sprache die Verhältnisse zu ändern. Das funktioniert nicht und ist zweitens eine Lüge. Es ist eine Lüge, wenn Feministen von „Bauarbeiter:innen“ sprechen. Wenn sich die Verhältnisse ändern, wenn auf dem Bau Frauen genauso selbstverständlich sind wie Männer, dann würde sich auch die Sprache, bzw. das Verständnis von ihr ändern – von unten ganz natürlich und nicht von oben diktiert, wie es derzeit versucht wird.

 

People of Color

Der Begriff der Euphismus-Tretmühle beschreibt den Umstand, dass auf Dauer kein Ersatzbegriff gegen die Assoziationen helfen, die mit dem alten, des ersetzten Wortes einhergehen. Also muss immer und immer wieder ein neuer Ausdruck her – wie in der Tretmühle kommt man zu keinem Ziel. Der progressive, woke Mensch und Angehörige des Establishment muss sich deshalb immer weiterbilden. Was gestern noch Ausweis der richtigen Gesinnung, kann heute zum Canceln führen.

So beklagte sich im Januar 2015 ein Herr Cumberbatch in einer Talkshow darüber, dass es seine farbigen Freunde schwerer hätten wegen der Hautfarbe. Damit zog er den Zorn der edlen Menschen auf sich, denn er hatte nicht mitbekommen, dass die Doktrin nun nicht mehr „coloured people“ vorschrieb sondern „people of colour“. (1)

Und natürlich ist es auch falsch, von „Farbigen“ zu sprechen, das darf man nur auf englisch: „people of colour“ eben. Ein und dasselbe nur in verschiedenen Sprachen. Mal Pfui mal Hui. Schwerwiegendes Pfui, wohlgemerkt, damit kann man auch mal ausgeschlossen werden aus dem Kreis derjenigen, die noch das Recht auf freie Rede nutzen dürfen – wenn man nicht seinen Job verliert.

(1): Douglas Murray – „Wahnsinn der Massen“

Das Generische Femininum

Über dem Missverständnis, dass das generische Maskulinum Männer mehr betone, oder, wie Lügnerinnen anführen, allein Männer meine, sieht man hier und da das generische Femininum als gerechte Lösung an – so wie man dafür sorgen will, dass ab sofort nur noch Frauen am Arbeitsplatz (Punkt 4) oder obdachlos unter der Brücke verrecken. Nach Jahrtausenden „Patriarchat“ wird auf allen Ebenen für den historischen Ausgleich gesorgt. Sprachlich heißt das, man verwendet die bisher exklusiv weibliche Form generisch, die meine dann Männer mit – „Stahlarbeiterinnen“ z.B. meint dann auch Männer.

Das führt zu Irritationen. Mir sind schon Leute untergekommen, die zu Texten feministischer Medien nachfragten, ob nun Männer oder Frauen gemeint wären.

Das wäre der eine Punkt, der andere ist, dass mit dem generischen Femininum Abhilfe geschaffen werden soll für das generische Maskulinum, welches als ungerecht empfunden wird – und damit per definitionem selbst ungerecht ist. Ein scheinbares Unrecht soll durch echtes Unrecht abgelöst werden.

Und es ist eine Lüge. Es ist eine Lüge, wenn von Stahlarbeiterinnen gesprochen wird. Diese Sprache bildet nicht die eigentlichen Verhältnisse ab, und sie führt auch nicht dazu. Es hat andere, tiefergehende Gründe, warum Stahlarbeiter Männer und Hebammen Frauen sind – auch in Ländern, deren Sprachen kein Genus kennen, womit das Argument widerlegt ist, die Sprache forme die Verhältnisse. Auch wenn überall von „StahlarbeiterInnen“ gesprochen würde; auch wenn man in Schulbüchern Models präsentiert, die man in einen Hitzeschutzanzug gesteckt hat, wird es nicht mehr der sehnlichst begehrten Sorte geben. Der feuchte feministische Traum, dass Frauen wie Männer werden, wenn man nur die Sprache manipuliert, wird sich nicht erfüllen.

Weiterlesen: MANNdat: Gerechtigkeit oder Misandrie?

Gendersprache als Ausdruck kultureller Regression

Der Schriftsteller Navid Kermani bezeichnet genderideologische Sprache in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ als „eine geistige wie politische Regression“. Diese Sprache zerstöre wesentliche Ausdrucksmöglichkeiten des Deutschen. Hinter ihrer Durchsetzung stünden Aktivisten, die auf diesem Weg ihre identitätspolitische Agenda zum Schaden der Kultur verfolgten, ohne das Wesen der Sprache verstanden zu haben.

Der feministischen Linguistik sei es gelungen, den „Kampfbegriff“ des generischen Maskulinums zu etablieren, um „die geschlechtsneutrale Verwendung maskuliner Substantive und Pronomen“ als diskriminierend anzuprangern und aus der Sprache zu entfernen. Sollte dieses Vorhaben erfolgreich sein, würde ein immenser kultureller Verlust entstehen, da in diesem Fall die Möglichkeit aus der Sprache verschwinde, Unbestimmtheit auszudrücken. Die Leistung der männlichen grammatische Form bestehe gerade darin, dass sie die geschlechtliche Identität überginge, anstatt sie zu betonen. Die sogenannte „geschlechterneutrale Sprache“ sei eben nicht neutral, sondern nehme in jeglichem Kontext eine zwangsweise Zuordnung von Personen zu einem Geschlecht vor, auch dort, wo dies für den Inhalt irrelevant sei:

Weiterlesen.

Siehe auch: Wie die Zwangssexualisierung der Sprache die Funktion geschlechtlicher Irrelevanz abschafft

Um Antwort wird gebeten: Klassengerechte Sprache

An die Tagesschau:

Sehr geehrte Damen!$ und Herren!$

Arme Menschen sind im Generischen nicht sichtbar. Man liest einen Text und denkt nur an solche Menschen, die keine Geldnöte kennen. Um diese Strukturen zu überwinden ist es notwendig, dass eine klassengerechte Sprache eingeführt wird.

Dazu wird jede generische Form markiert, heißt mit dem unwahr-Symbol, bekannt aus Programmiersprachen: ! und dazu das Dollarzeichen $(Sie können natürlich auch € verwenden.)

Also: „Die Studenten!$ demonstrierten gegen die Studiengebühren.“

Bitte ab sofort immer von all ihren Journalisten!$ zu verwenden.

Mit freundlichen Grüßen

Keine Antwort.

Der totalitäre Aspekt des Gendersprechs

Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt Gendern ab, wo aber Feministen können, tun sie es trotzdem, z.B. in den zwangsfinanzierten Medien. Baerbock kommentierte die Nachricht mangelnder Begeisterung zum Gendern sinngemäß damit, dass man dann noch ein gutes Stück Arbeit vor sich hätte, dass man also die Leute entsprechend zu erziehen hätte. Das ist die Auffassung der herrschenden Klicke, wonach das gemeine Volk zu dumm wäre, eigene politische Entscheidungen zu treffen, und damit z.B. Volksentscheidungen ablehnt.

Mit Gendersprech wird die Politik in die Sprache getragen und Sprache ist überall, unser ganzes Denken ist Sprache. Überall, erst recht an öffentlichen Orten aber auch in den heimischen vier Wänden wird dann die Politik durchgesetzt. Überall wird einem aufgezwungen, in der Kategorie Geschlecht zu denken, obwohl es gar nicht nötig oder auch nicht gewollt ist. Es gibt keinen Kontext mehr, in dem Geschlecht einfach egal wäre. Das ist das Wesen eines totalitären Systems: Er lässt nichts aus. Man kann nicht die Zeitung beiseite legen und sich sagen: „Genug Politik für heute“ da diese Politik dann auch durch die Komödie transportiert wird, die man sich zur Entspannung ansehen will.

Und diese Politik lautet: (nicht nur) Frauen sind benachteiligt. Allüberall. Gerade in der Sprache. Dort wo gegendert wird, passiert das unter dem Narrativ, dies wäre Gerechtigkeit, notwendige Gerechtigkeit, die – so die zwingende Schlussfolgerung – ein bestehendes Unrecht (nicht nur) in der Sprache überwinden soll:

Die sprachpolizeiliche Anweisung, „diskriminierungsfreie Sprache“ zu verwenden, kommt also dem Befehl gleich, einer falschen Vorstellung vom Machtgefüge des Geschlechterverhältnisses Ausdruck zu verschaffen. Darum ist sie auch eine gedankenpolizeiliche Maßnahme.

Es diktiert also das Denken von der unterdrückten Frau, die man befreien müsste. Und das heißt, dass man z.B. an Universitäten nicht nur gezwungen wird, zu gendern und sich damit zu unterwerfen – wer nicht gendert gibt zu erkennen, dass er nicht auf Linie ist – sondern auch dass andere Maßnahmen durchgesetzt werden, wie Frauenbeauftragte, die die Durchsetzung der Doktrin überwachen, Frauenquoten, mit denen Ideologinnen als Multiplikatoren und Blockwarte eingesetzt werden und Regelungen etwa zu sexueller Belästigung, die männliche Studenten der Willkür ihrer Kommilitoninnen ausliefern und jeden Umgang mit ihnen zu einem Risiko werden lassen.

An diesen Orten wird die Elite vom Morgen auf Kurs gebracht; eine Elite, die nicht den gleichberechtigten Disput sucht und die Konkurrenz von Ideen, ein Wettbewerb von Meinungen, wobei sich die mit den besten Argumenten durchsetzen, sondern die festlegt, dass auch andere allein die eigenen Überzeugungen äußern dürfen.

Die Sprache in den Griff zu kriegen, ist erstes Anliegen jedes Ideologen. Konkret bedeutet das in der gegenderten Gesellschaft, dass man nicht außerhalb von Geschlechterkategorien denken kann und hier das Dogma der omnipotenten Unterdrückung alles Weiblichen diktiert wird – und wehe, wenn nicht.

Wage es ja nicht, „Neger“ zu sagen!

In der Regel – ich komme aus einem linksalternativen Haushalt – bezeichne ich Schwarze nicht als „Neger“ (mir fällt eine Ausnahme ein, wo mir das doch passiert ist) und erst recht nicht als „Nigger“. Ich habe hierzu das Statement eines Schwarzen in Erinnerung, der sagte, dass „Nigger“ das brutalste Wort ist, das er kenne, die totale Vernichtung – das heißt, ich bezeichne einen Schwarzen nicht mal dann als „Nigger“, wenn ich ihn beleidigen will.

Jetzt aber machen Schwarze die Ansage, dass man nicht mehr „Neger“ sagen dürfe – und ich müsse ihnen jetzt zuhören. Sie wollen mir Vorschriften machen. Ich muss also tun, was sie sagen: Reden, Handeln. Und das ist mit einer massiven Gewaltdrohung verknüpft: Sie drohen mir an, mich totzuschlagen, wenn ich mich nicht an ihr Diktat halte, der ganze Diskurs ist mit einer überwältigenden Gewalt aufgeladen.

„Neger“ war mal ein neutraler Begriff, er hatte keine rassistische oder beleidigende Bedeutung, das hat sich erst in den letzten Jahrzehnten geändert, wobei es auch heute noch einige wenige gibt, die „Neger“ verwenden und zugleich darauf bestehen, das nicht herabwürdigend zu meinen. Auch „Nigger“ war mal kein Tabuwort. Nimmt man z.B. den extrem sehenswerten Film Pulp Fiction, stellt man fest, dass dort ständig von „Niggern“ die Rede ist. Sowohl Weiße (Tarantino) wie Schwarze (Samuel L. Jackson) verwenden den Begriff ohne jede Hemmung in exzessiver Weise. Wenn Jackson von „Niggern“ redet, dann meint er damit aber nicht, dass es gerechtfertigt sei, schwarze Menschen zu versklaven – genau das aber würde ihm heute unterstellt werden.

Eine Rassenhetzerin z.B. meinte, die Verwendung des Begriffs „Neger“ führe zu Versklavung schwarzer Menschen, während man Weiße beliebig beleidigen dürfe, denn das hätte keine solche Konsequenzen. Da steckt soviel Ideologietrunkenheit drinnen, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll – z.B. damit, dass auch Schwarze Schwarze versklaven und auch Muslime das bis heute machen – Sklaverei ist entgegen dem Diskurs von Wokoharm nicht ein weißes System sondern ein menschliches. Hierzulande besteht diese Gefahr, dass Schwarze versklavt werden, weil man von „Negern“ spricht, auch nicht. Wenn allerdings Rassenhetzer von Almans oder Kartoffeln sprechen, dann passiert das eingebettet in einem Kontext, in welchen Weiße angeklagt werden, auf Kosten Schwarzer privilegiert zu sein, was zu Rassenhass führt. Man stellt also ihre Lebensweise in Frage und dann passiert es auch mal, dass Schwarze Weiße aus Rassenhass totschlagen – Rassismus tötet eben. Das heißt, nach ihrer eigenen Logik dürften die Rassenhetzer nicht mehr derespektierlich über Weiße sprechen – wegen der Konsequenzen.

Will ich aber den Menschen vorschreiben, nicht mehr „Alman“ zu sagen? Es ist halt eine Beleidigung, erstmal, und nur weil jemand „Alman“ sagt, heißt das ja nicht, dass er zum Mörder wird. Was ist mit „Feigling“? Zu Kriegszeiten dient die Rhetorik, Männer als „Feiglinge“ niederzumachen, dazu, sie zum Krieg zu nötigen oder sie eben als „Feiglinge“ hinzurichten, wenn sie versuchen, sich diesem Zwang zu entziehen – und ich bin ein Feigling. Sollte man „Feigling“ verbieten – wegen der möglichen Konsequenzen? Sollte das Wort „Feigling“ überhaupt nicht mehr verwendet werden, wegen der mörderischen Folgen für Männer? Sie werden bemerkt haben, dass ich das Wort verwende – aber in einen bestimmten Kontext. Ich verwende den Begriff zwar, aber in dem Kontext, dass man Männer, die ihr Leben nicht für die Obrigkeit opfern wollen, nicht als „Feiglinge“ beschimpfen soll. Ähnlich halte ich es mit den Begriffen „Neger“ und „Nigger“ – ich verwende sie zwar, aber in einem bestimmten Kontext – it’s the context, stupid!

Was ist mit dem Schwarzen, der sein Restaurant „Zum Mohrenkopf“ nennt und den Rassenhysterikern widerspricht, dass „Mohr“ inhärent rassistisch wäre?

Nehmen wir dieses Statement:

Der Autor nimmt für sich in Anspruch, für alle Schwarze zu sprechen – was ihm nicht zusteht. Und zweitens gilt das dann für jeden Begriff, den irgendjemand als „höchst abwertend“ empfinden könnte – auch ein Alman hat ein Recht auf Menschenwürde.

Ich bin ein großer Freund der Meinungsfreiheit. Das heißt, ich habe ein großes Problem damit, dass Beleidigungen strafbar sind. Den Menschen ist sowas wie ein Stinkefinger zuzumuten. Ich muss darüber nochmal meditieren, aber ich glaube, alles außer Gewaltandrohungen oder Aufrufe zu Gewalt sollte erlaubt sein. Derzeit erleben wir, dass im Kampf gegen Hassrede die Meinungsfreiheit massiv eingeschränkt wird. Wie haben mehr und mehr eine porentief reine Sprache in einer Gesellschaft, die aber zugleich ihren Menschen immer größere Härten zumutet, oder wie es Robert Pfaller auf den Punkt brachte: Man redet wie eine Mimose, aber man handelt wie eine Bestie.

Der Chirurg, der seinen Sohn nicht operieren kann

Bestimmt kennen Sie die Geschichte von feministischen Sprachpanschern: Vater und Sohn im Auto, Unfall, Vater tot, Sohn kommt in den OP, Chirurg sagt: „Ich kann nicht operieren, das ist mein Sohn!“ Soll heißen, man hat zu Unrecht an einen Mann gedacht, in Wirklichkeit war es eine Chirurgin. Nur dass es gleich bei der ersten Nennung „Chirurgin“ geheißen hätte – keine Ahnung von Deutsch, setzen sechs; mit dem generischen Maskulinum wird keine konkrete weibliche Person bezeichnet. Ach ja: Ich würde lieber von einem alten weißen Mann operiert werden.

Aber so eine Geschichte kann ich auch erzählen:

Die Soldaten konnten es nicht mehr ertragen, wie ihr angeschossener Kamerad unter unerträglichen Schmerzen schrie. Nach dem Tod nahmen sie dem Soldaten die Hundemarke ab, auf der der Name „Sonja Wagner“ stand (das Beispiel ist genauso falsch – es hätte „Kameradin“ heißen müssen).

Schätze, dieses Beispiel wird es nie ins feministische Repertoire schaffen, da Unsichtbarmachung von männlichen äh,.. „Nachteilen“ die Agenda bestimmt.

Geschickt gendern!

In einem Leitfaden mit dem Titel „Geschickt gendern“ heißt es, man solle statt Spion „auskundschaftende Person“ sagen und statt Abiturient „abiturablegende Person“.

Erstmal sind das enorm sperrige Begriffe, zweitens ist ein Abiturient auch dann noch so einer, wenn er gerade nicht das Abitur ablegt, Spion dito. Aber ich hoffe echt, dass die nicht dahinterkommen, wie man tatsächlich geschickt gendert. Das könnte selbst ich besser.