Archiv der Kategorie: Sprache

„Nigger“ ist keine politisch korrekte Beleidigung – Worte und Wirkung

Frage: Wenn ich einen Schwarzen beleidigen will, warum sollte ich ihn dann auf keinen Fall „Nigger“ nennen? Warum? Weil ich damit die gesamte Gruppe der Schwarzen beleidige, und noch zu dem mit einem Wort, von dem ein Schwarzer sagte, er kenne kein brutaleres.

„Alman“ hingegen geht in Ordnung. Das ist nicht so schlimm, also soll man sich als Kartoffel mal nicht so haben, wohingegen sich eine Rassistin schon versklavt sieht, wenn irgendjemand den Begriff „Neger“ ausspricht. Denn wenn ich heute von „Niggern“ spreche, landen wir morgen in Auschwitz, das sind nämlich die „Konsequenzen”. Das ist die ganz große Keule, mit der man mundtot gemacht wird: Heute sagt einer „Affe“, morgen kolonisieren wir Afrika. Konsequenzen auf der anderen Seite aber, dass mehr Schwarze Weiße aus Rassenhass totschlagen als umgekehrt, sind egal.

Wer politisch korrekt beleidigt, beugt sich den Zeitgeist, und der Zeitgeist will eine „diskriminierungsfreie“ Gesellschaft, frei von einer Sprache, die „immer durchzogen von Auf- und Abwertungen, versteckten Konnotationen und Traumata“ ist. Eine porentiefreine Gesellschaft wie Sprache. Nur Idioten sind bei solchen Vorhaben nicht beunruhigt.

Aber Halt! „Idiot“ ist auch Nazi, so erklärt die Politkommissarin:

Diese Zuschreibungen sind saneistisch. Das bedeutet: Sie werten Menschen systematisch ab, die nicht einer vermeintlich neuronalen Norm oder dem, was unter mentaler Gesundheit verstanden wird, entsprechen. Menschen werden als psychisch gestört, als Verrückte gebrandmarkt. Genauso wie Rassimus oder Sexismus haben auch Diskriminierungsformen wie Saneismus oder der verwandte Ableismus (der sich allgemein gegen be*hinderte Menschen richtet) politische Konsequenzen. Das zeigt der Blick in die Geschichte.“

„Wer „Idiot“ brüllt, reiht sich selbstverständlich nicht gleich in die Tradition der Nazis ein. Doch mit dieser Beleidigung wird ein Kanon der Gewalt fortgeschrieben, der Menschen mit psychischen Erkrankungen bis heute als minderwertig markiert.

Äh nein, weil kein Mensch das mehr so meint, Du Vollidiotin. Kein Mensch, der den Begriff „Idiot“ hört, wacht eines schönen Tages auf und denkt sich, man müsste diese oder jene in ein KZ befördern – wegen des Wortes. Diese Macht haben Wörter nicht, solcherlei Ambitionen entstehen auf andere Weise, werden dann aber von einer passenden Rhetorik begleitet, wenn eine entsprechende Politik gefahren wird. Wenn ich oben von der anderen Konsequenz des Weißentotschlagens spreche, dann meine ich damit nicht, dass erst das Wort „Whitey“ kommt und dann deswegen der Mord, sondern dass erst der Rassenhass kommt, der sich dann in hasserfüllten Taten und Sprachen entlädt, wobei natürlich die Sprache Vehikel für Politik und Propaganda ist. Aber Gegenmaßnahmen haben sich gegen diese Politik zu richten (wo sie den demokratischen Boden verlässt) und nicht gegen Wörter. Diese Gesellschaftsingenieure glauben, dass sie die Ursachen ändern können, wenn sie an der Wirkung (die Sprache) herumpfuschen. Das funktioniert so nicht.

Mich stört weniger das Wort „Alman“, als die Haltung, das Bewusstsein und die dazugehörige Politik, die dahinter steht: Eine Geringschätzung über Verachtung bis hin zu feindseligem Hass aufgrund eines unverschuldeten Körpermerkmals – eine Ideologie, getragen von allen großen Mainstreammedien. Wenn ich als mächtiger weißer Mann dieses Wort verbieten würde, würde der Hass davon nicht weggehen.

Versöhnlichere Töne: Der Schwarze ist der Andere.

Zwei Punkte zu Gendersprech, die Frauen akzeptieren können

Es gibt viele Argumente gegen Gendersprech, zum Beispiel, dass die Idee, die generische Form bevorzuge Männer auf ein Missverständnis zurückgeht; dass es sich um eine Sprachverschandelung handelt, die der Sprache u.a. an Eleganz kostet; dass die Funktion der geschlechtlichen Irrelevanz abgeschafft wird und man gezwungen wird, stets in geschlechtlichen Kategorien zu denken – was der totalitäre Aspekt an der Sache ist und brandgefährlich.

All das interessiert Frauen nicht. Vor einiger Zeit legte aber eine Journalistin zwei Punkte vor, die sie als gute Argumente akzeptieren könnte.

Das schwächere zuerst, nämlich, dass durch Gendersprech andere Minderheiten vernachlässigt würden. Hier besteht natürlich die Gefahr, dass die Verschandelung auf andere Bereiche ausgedehnt wird – ab sofort hinter jedem Pronomen: „UND DIE MIGRANTEN!“ – bzw. ein Kürzel dafür.

Der andere Punkt leuchtet mir ein: Und zwar sagte die Autorin, dass ihr Gendersprech unangenehm sei, weil man dabei ständig ihr Geschlecht in den Vordergrund rücken würde, was unangebracht sei. Genauso gut könnte man ihr immer wieder sagen: „Sie haben eine Vagina!“ – und das kann verstörend wirken.

VDS e.V.: Petition von Frauen gegen das Gendern – Bitte um Unterstützung

Aus dem Newsletter des VDS e.V.:

tl;dr:

Unterschreibe die Petition von Frauen.

/tl;dr

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

heute spreche ich Sie als Unterzeichner des Aufrufs „Rettet die deutsche Sprache vor dem Duden“ an. Leider hat der Duden sich durch diese Aktion nicht von seiner ideologischen Sprachsäuberung abbringen lassen, und gesamtgesellschaftlich eskaliert die Genderei munter weiter. Die sogenannte Gendersprache will sich mit Macht als höherer moralischer Sprachstandard etablieren und spaltet die Gesellschaft in immer unversöhnlichere Lager.

Die Sprache selbst — das wichtigste Medium zum Lösen von Problemen, und vielleicht sogar die letzte große Klammer einer gesellschaftlichen Normalität — ist zum Problem geworden. Dabei braucht eine Demokratie den gewachsenen (Sprach-)Standard, die Einheitssprache, deren wichtigste Kriterien Verbreitung, Verständlichkeit und soziale Übereinkunft sind. Die Standardsprache ermöglicht es, allgemeine Aussagen zu treffen und sprachliche Diversität lebendig zu erhalten. Alle sprachlichen Varianten, von der Wissenschaftssprache über diverse Fachsprachen bis hin zum Kiezdeutsch, sind ja auf diesen Standard bezogen.

Da die Sprache als Grundlage des gesellschaftlichen Miteinanders in Gefahr geraten ist, möchte ich, als Leiter der AG Gendersprache im VDS und frisch gewähltes Vorstandsmitglied, Sie einmal mehr um Unterstützung bitten, diesmal für unsere jüngste Aktion:

Um einmal ein Zeichen zu setzen, dass nicht nur „alte weiße Männer“ die sog. Gendersprache ablehnen, und um eine Brücke zu schlagen zu der breiten Mehrheit außerhalb des VDS e. V., die unser Anliegen nachweislich teilt, habe ich eine ausschließlich von Frauen initiierte Petition auf den Weg gebracht. (Selbstverständlich dürfen, ja sollen auch Männer sie unterzeichnen. Die Weigerung, den Gesslerhut zu grüßen, kennt ja keine Geschlechtertrennung). Die Petition soll vor den Petitionsausschuss des Bundestages.

Wir Frauen fordern von Politik, Verwaltungen, ÖR-Medien, Bildungseinrichtungen und vom Gesetzgeber die konsequente Abkehr von der ideologiegetriebenen „Gendersprache“. Wir wollen mit der Petition das Genderthema-Thema dort zu Ohren bringen, wo es hingehört: im Bundestag, wo ja auch das unselige Gender-Mainstreaming-Programm einst verabschiedet wurde, das die Hintergrundmusik zu der sprachlichen Zerstörungswut liefert.

Da „Gendersprache“ in keiner der bürgerlichen Parteien eine Mehrheit hat (nichtmal bei den Grünen!) fragen wir uns, wie sie sich in der offiziellen öffentlichen Kommunikation überhaupt auch nur einen Tag länger halten kann! Politisches Handeln müsste doch die überwiegende Ablehnung endlich widerspiegeln, die alle Parteien zusammengenommen (und in weitestgehender Übereinstimmung mit dem Votum des Souveräns) heimlich hegen! Laut Infratest Dimap lehnen alle Parteien „Gendersprache“ mehrheitlich ab:

– Grüne zu 48 %,
– SPD-Anhänger zu 57 %,
– Union zu 68 %,
– Linke zu 72 %,
– FDP zu 77% und
– AfD zu 83 %.

Um das Quorum von 50.000 zu erreichen, ja besser noch zu übertreffen, brauchen wir frischen Rückenwind. Bitte unterzeichnen Sie mit Ihrem guten Namen (öffentlich oder anonym), und verbreiten Sie die Petition auf allen Ihnen zur Verfügung stehenden Kanälen weiter. Mit einem Klick auf den Link können Sie unterschreiben und stehen sogleich in bester Gesellschaft (zur Zeit knapp 35.000 Unterschriften und über 12.000 aufschlussreiche Kommentare ;-))

Danke für Ihre Unterstützung (auf dem Weg zum baldigen g {ENDE} r der sprachlichen Tyrannei).

Herzliche Grüße,

Sabine Mertens

„marginalisiert“

Im Femisprech werden alle geschützten (also nicht Nazis) Minderheiten als „marginalisiert“ bezeichnet.

Das heißt, ihre geringere Sichtbarkeit wäre nicht etwa darauf zurückzuführen, dass sie nun mal seltener in der Gesamtmenge aller Menschen vertreten sind, sondern darauf, dass sie aus bösartigem Ansinnen heraus totgeschwiegen würden. Der Begriff „marginalisiert“ für marginale Minderheiten setzt voraus, dass da jemand etwas aktiv tut, marginalisieren also. Es ist eine Anklage, die jeden Normalbürger unter Verdacht stellt, wo er nicht lauthals für die woke Ideologie Stellung bezieht. Denn diese Minderheiten werden nicht marginalisiert, sie sind Minderheiten – und das sollten sie akzeptieren, denn ehrlich gesagt hätte ich wegen all der Unmenschlichkeiten, die sie sich gegen die „Richtigen“ leisten, wenig Mitleid, wenn das Pendel wieder zurück schwingt.

Es ist die Verschwörungstheorie vom „Patriarchat“, in dem weiße Männer aktiv etwas tun („marginalisieren“), und nicht nur etwas sind, Arbeiter nämlich, die anders als die Frau nicht die Möglichkeit haben, sich dem Zwang zur lebenslanger Arbeit zu entziehen, und welche dieser Logik nach bekämpft gehören, was heißt, dass diskriminierende Strukturen für den Mann noch mal z.B. mit Quoten und mangelhaften Hilfsleistungen verschärft werden.

Wo jemand von „marginalisierten Minderheiten“ spricht, setzt er einen Täter voraus, gegen den dann vorgegangen werden muss; es ist eine Anklage auf die Schauprozess und Urteil folgen, die in eine Strafe münden und darin, dass der Mann strukturell benachteiligt wird, was dazu führt, dass ihm weniger geholfen wird, da jeder weiß, dass der weiße Mann als „Privilegienhengst“ vom Feld galoppiert und somit Hilfe an ihn verschwendet wäre. Wer die Begrifflichkeit „marginalisiert“ verwendet, attackiert, weshalb man das nicht tolerieren darf.

Ihre Perspektive bestimmt die sozialen Hierarchien unserer Welt.

Akzeptabler Vorschlag zu „gendergerechter“ Sprache

Feministen wollen bekanntlich ganz rabiat die Sprache verschandeln, um den Menschen ihr Denken aufzuzwingen. Unterstellt wird, dass das generische Maskulinum das männliche Geschlecht bevorzugen würde. Zu diesem Missverständnis kam es, da es eine exklusiv-weibliche Form gibt. Gäbe es die nicht, dann wäre die neutrale Form, in der das Geschlecht, aber auch andere Gruppenmerkmale wie z.B. die Hautfarbe komplett irrelevant sind, nicht in den Verdacht geraten „maskulin“ zu sein. Und wenn vermeintliche sprachliche Diskriminierung der Grund wäre für Unterrepräsentationen von Frauen (nein, nicht in der Kanalarbeit), müsste es z.B. im englischen Sprachraum mit der Gleichverteilung deutlich anders aussehen, da das Englische kein Genus kennt – was aber nicht der Fall ist. Es existieren also noch andere Faktoren, aus denen heraus Frauen mehr davor zurückschrecken, ihr ganzes Leben lang in Übervollzeit zu arbeiten, um die Glückseligkeit der Chefetage erleben zu können.

Die meisten Vorschläger zur Sprachänderung sind unästhetischer Mist. Einen fand ich aber gut: Nämlich dass man die Endsilbe -rich benutzt, um anzuzeigen, dass allein Männer gemeint sind.

Also:

weiblich: Studentin.

männlich: Studenterich, wie in „Der Studenterich darf die Frauenbibliothek nicht betreten.“

beide: Student, wie in „Der Student muss Studiengebühren zahlen“

-rich erinnert mich an Enten, Erpel und die mag ich. Enten sind witzige Vögel.

Damit könnte ich leben, auch wenn sich der Vorschlag vermutlich nicht durchsetzt. Denn es ist nur selten der Fall, dass allein Männer gemeint sind. Damit aber das Sprachgefühl sich dahin wandelt, muss die Form -rich oft eingesetzt werden. Auch wird jeder Queere sofort einwenden, dass damit die Nichtbinären (die aber gar kein eigenes Geschlecht stellen) diskriminiert werden, denn ihre Eingebildetkeiten wollen ja auch gewürdigt werden. Letztlich wären Frauen aber genauso sichtbar wie vorher; auch mit dieser Sprachreform würde man bei Ingenieuren eher an Männer denken.

Feministen versuchen über die Sprache die Verhältnisse zu ändern. Das funktioniert nicht und ist zweitens eine Lüge. Es ist eine Lüge, wenn Feministen von „Bauarbeiter:innen“ sprechen. Wenn sich die Verhältnisse ändern, wenn auf dem Bau Frauen genauso selbstverständlich sind wie Männer, dann würde sich auch die Sprache, bzw. das Verständnis von ihr ändern – von unten ganz natürlich und nicht von oben diktiert, wie es derzeit versucht wird.

 

People of Color

Der Begriff der Euphismus-Tretmühle beschreibt den Umstand, dass auf Dauer kein Ersatzbegriff gegen die Assoziationen helfen, die mit dem alten, des ersetzten Wortes einhergehen. Also muss immer und immer wieder ein neuer Ausdruck her – wie in der Tretmühle kommt man zu keinem Ziel. Der progressive, woke Mensch und Angehörige des Establishment muss sich deshalb immer weiterbilden. Was gestern noch Ausweis der richtigen Gesinnung, kann heute zum Canceln führen.

So beklagte sich im Januar 2015 ein Herr Cumberbatch in einer Talkshow darüber, dass es seine farbigen Freunde schwerer hätten wegen der Hautfarbe. Damit zog er den Zorn der edlen Menschen auf sich, denn er hatte nicht mitbekommen, dass die Doktrin nun nicht mehr „coloured people“ vorschrieb sondern „people of colour“. (1)

Und natürlich ist es auch falsch, von „Farbigen“ zu sprechen, das darf man nur auf englisch: „people of colour“ eben. Ein und dasselbe nur in verschiedenen Sprachen. Mal Pfui mal Hui. Schwerwiegendes Pfui, wohlgemerkt, damit kann man auch mal ausgeschlossen werden aus dem Kreis derjenigen, die noch das Recht auf freie Rede nutzen dürfen – wenn man nicht seinen Job verliert.

(1): Douglas Murray – „Wahnsinn der Massen“

Das Generische Femininum

Über dem Missverständnis, dass das generische Maskulinum Männer mehr betone, oder, wie Lügnerinnen anführen, allein Männer meine, sieht man hier und da das generische Femininum als gerechte Lösung an – so wie man dafür sorgen will, dass ab sofort nur noch Frauen am Arbeitsplatz (Punkt 4) oder obdachlos unter der Brücke verrecken. Nach Jahrtausenden „Patriarchat“ wird auf allen Ebenen für den historischen Ausgleich gesorgt. Sprachlich heißt das, man verwendet die bisher exklusiv weibliche Form generisch, die meine dann Männer mit – „Stahlarbeiterinnen“ z.B. meint dann auch Männer.

Das führt zu Irritationen. Mir sind schon Leute untergekommen, die zu Texten feministischer Medien nachfragten, ob nun Männer oder Frauen gemeint wären.

Das wäre der eine Punkt, der andere ist, dass mit dem generischen Femininum Abhilfe geschaffen werden soll für das generische Maskulinum, welches als ungerecht empfunden wird – und damit per definitionem selbst ungerecht ist. Ein scheinbares Unrecht soll durch echtes Unrecht abgelöst werden.

Und es ist eine Lüge. Es ist eine Lüge, wenn von Stahlarbeiterinnen gesprochen wird. Diese Sprache bildet nicht die eigentlichen Verhältnisse ab, und sie führt auch nicht dazu. Es hat andere, tiefergehende Gründe, warum Stahlarbeiter Männer und Hebammen Frauen sind – auch in Ländern, deren Sprachen kein Genus kennen, womit das Argument widerlegt ist, die Sprache forme die Verhältnisse. Auch wenn überall von „StahlarbeiterInnen“ gesprochen würde; auch wenn man in Schulbüchern Models präsentiert, die man in einen Hitzeschutzanzug gesteckt hat, wird es nicht mehr der sehnlichst begehrten Sorte geben. Der feuchte feministische Traum, dass Frauen wie Männer werden, wenn man nur die Sprache manipuliert, wird sich nicht erfüllen.

Weiterlesen: MANNdat: Gerechtigkeit oder Misandrie?

Gendersprache als Ausdruck kultureller Regression

Der Schriftsteller Navid Kermani bezeichnet genderideologische Sprache in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ als „eine geistige wie politische Regression“. Diese Sprache zerstöre wesentliche Ausdrucksmöglichkeiten des Deutschen. Hinter ihrer Durchsetzung stünden Aktivisten, die auf diesem Weg ihre identitätspolitische Agenda zum Schaden der Kultur verfolgten, ohne das Wesen der Sprache verstanden zu haben.

Der feministischen Linguistik sei es gelungen, den „Kampfbegriff“ des generischen Maskulinums zu etablieren, um „die geschlechtsneutrale Verwendung maskuliner Substantive und Pronomen“ als diskriminierend anzuprangern und aus der Sprache zu entfernen. Sollte dieses Vorhaben erfolgreich sein, würde ein immenser kultureller Verlust entstehen, da in diesem Fall die Möglichkeit aus der Sprache verschwinde, Unbestimmtheit auszudrücken. Die Leistung der männlichen grammatische Form bestehe gerade darin, dass sie die geschlechtliche Identität überginge, anstatt sie zu betonen. Die sogenannte „geschlechterneutrale Sprache“ sei eben nicht neutral, sondern nehme in jeglichem Kontext eine zwangsweise Zuordnung von Personen zu einem Geschlecht vor, auch dort, wo dies für den Inhalt irrelevant sei:

Weiterlesen.

Siehe auch: Wie die Zwangssexualisierung der Sprache die Funktion geschlechtlicher Irrelevanz abschafft

Um Antwort wird gebeten: Klassengerechte Sprache

An die Tagesschau:

Sehr geehrte Damen!$ und Herren!$

Arme Menschen sind im Generischen nicht sichtbar. Man liest einen Text und denkt nur an solche Menschen, die keine Geldnöte kennen. Um diese Strukturen zu überwinden ist es notwendig, dass eine klassengerechte Sprache eingeführt wird.

Dazu wird jede generische Form markiert, heißt mit dem unwahr-Symbol, bekannt aus Programmiersprachen: ! und dazu das Dollarzeichen $(Sie können natürlich auch € verwenden.)

Also: „Die Studenten!$ demonstrierten gegen die Studiengebühren.“

Bitte ab sofort immer von all ihren Journalisten!$ zu verwenden.

Mit freundlichen Grüßen

Keine Antwort.

Der totalitäre Aspekt des Gendersprechs

Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt Gendern ab, wo aber Feministen können, tun sie es trotzdem, z.B. in den zwangsfinanzierten Medien. Baerbock kommentierte die Nachricht mangelnder Begeisterung zum Gendern sinngemäß damit, dass man dann noch ein gutes Stück Arbeit vor sich hätte, dass man also die Leute entsprechend zu erziehen hätte. Das ist die Auffassung der herrschenden Klicke, wonach das gemeine Volk zu dumm wäre, eigene politische Entscheidungen zu treffen, und damit z.B. Volksentscheidungen ablehnt.

Mit Gendersprech wird die Politik in die Sprache getragen und Sprache ist überall, unser ganzes Denken ist Sprache. Überall, erst recht an öffentlichen Orten aber auch in den heimischen vier Wänden wird dann die Politik durchgesetzt. Überall wird einem aufgezwungen, in der Kategorie Geschlecht zu denken, obwohl es gar nicht nötig oder auch nicht gewollt ist. Es gibt keinen Kontext mehr, in dem Geschlecht einfach egal wäre. Das ist das Wesen eines totalitären Systems: Er lässt nichts aus. Man kann nicht die Zeitung beiseite legen und sich sagen: „Genug Politik für heute“ da diese Politik dann auch durch die Komödie transportiert wird, die man sich zur Entspannung ansehen will.

Und diese Politik lautet: (nicht nur) Frauen sind benachteiligt. Allüberall. Gerade in der Sprache. Dort wo gegendert wird, passiert das unter dem Narrativ, dies wäre Gerechtigkeit, notwendige Gerechtigkeit, die – so die zwingende Schlussfolgerung – ein bestehendes Unrecht (nicht nur) in der Sprache überwinden soll:

Die sprachpolizeiliche Anweisung, „diskriminierungsfreie Sprache“ zu verwenden, kommt also dem Befehl gleich, einer falschen Vorstellung vom Machtgefüge des Geschlechterverhältnisses Ausdruck zu verschaffen. Darum ist sie auch eine gedankenpolizeiliche Maßnahme.

Es diktiert also das Denken von der unterdrückten Frau, die man befreien müsste. Und das heißt, dass man z.B. an Universitäten nicht nur gezwungen wird, zu gendern und sich damit zu unterwerfen – wer nicht gendert gibt zu erkennen, dass er nicht auf Linie ist – sondern auch dass andere Maßnahmen durchgesetzt werden, wie Frauenbeauftragte, die die Durchsetzung der Doktrin überwachen, Frauenquoten, mit denen Ideologinnen als Multiplikatoren und Blockwarte eingesetzt werden und Regelungen etwa zu sexueller Belästigung, die männliche Studenten der Willkür ihrer Kommilitoninnen ausliefern und jeden Umgang mit ihnen zu einem Risiko werden lassen.

An diesen Orten wird die Elite vom Morgen auf Kurs gebracht; eine Elite, die nicht den gleichberechtigten Disput sucht und die Konkurrenz von Ideen, ein Wettbewerb von Meinungen, wobei sich die mit den besten Argumenten durchsetzen, sondern die festlegt, dass auch andere allein die eigenen Überzeugungen äußern dürfen.

Die Sprache in den Griff zu kriegen, ist erstes Anliegen jedes Ideologen. Konkret bedeutet das in der gegenderten Gesellschaft, dass man nicht außerhalb von Geschlechterkategorien denken kann und hier das Dogma der omnipotenten Unterdrückung alles Weiblichen diktiert wird – und wehe, wenn nicht.