Archiv der Kategorie: Sprache

Subcomandante Crumar über Sprache und Realität

Ein Kommentar, zu wertvoll um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Der Klassiker idealistischer Denkweise findet sich bei Schrupps Antwort auf dich: „Denken wird über beides geformt, eine „Realität“ ohne sprachliche Form existiert nicht.“ Man beachte die Anführungszeichen für die sogenannte Realität.
Tatsächlich existierte eine objektive Realität vor der menschlichen Sprachentwicklung, sogar vor dem Menschen und immer noch unentdeckte Tierarten legen nahe, es gibt eine hartnäckige Existenz dieser Tierarten vor ihrer Benennung durch Menschen.

Diese Benennung erfolgt noch nicht einmal konsensuell – kein Schimpanse ist jemals gefragt worden, ob ihn Frau Schrupp „Schimpanse“ nennen darf.
Es handelt sich daher um eine sexuelle Belästigung durch „Sprache“, die zweifellos das Denken von Frau Schrupp geprägt hat. 😉

Aber ich schweife ab: Es geht ihr nur vorgeblich um Sprache, tatsächlich geht es ihr um eine spezielle Form von Sprachpsychologie.
Der Ausschluss des weiblichen Geschlechts aus der Sprache ist demnach eine Widerspiegelung der sozialen Umstände – also einen tatsächlichen Ausschluss aus der Gesellschaft betreffend.
Würde man das spezifisch weibliche Geschlecht in der Sprache wieder etablieren und „sichtbar machen“, fände – wie von selbst – eine progressive Umwälzung der Verhältnisse statt.

Zum Glück liefert für diese Behauptung den besten Einwand gegen Frau Schrupp Frau Schrupp selbst: „Zu sagen „Ich bin Ingenieur“ war für Frauen in der DDR ganz üblich“ – was übrigens zu der bemerkenswerten Erkenntnis gehört, dass 1982 21% der immatrikulierten Maschinenbau-Ingenieure in der DDR weiblich waren.
Das war Pi mal Daumen ein doppelt so hoher Anteil wie in der BRD.

Auch die Bezeichnung „Informatiker“ konnte nicht verhindern, dass in der DDR der Frauenanteil für diesen Abschluss zwischen 50-60% lag.

In diesem Text – übrigens von einer Frau geschrieben – wird erläutert (meine Herv.): „An den Schulen wurde der Schwerpunkt stärker auf die Natur – und Ingenieurwissenschaften gelegt als im Westen, und alle Schüler konnten Erfahrungen mit Technik und Technologien durch das obligatorische Praktikum in Firmen im Rahmen der „polytechnischen Erziehung“ machen. Neben anderen WissenschaftlerInnen stellen Breckler et al. fest, dass die praktische Auseinandersetzung mit Technik besonders wichtig ist, um Interesse an ihr zu finden, Erfahrungen zu sammeln, was schließlich die Entscheidung für einen Beruf in entsprechenden Bereichen erleichtert.“ (S. 4)

Das ist das klassische Primat der Praxis, welches alle materialistischen Denkweisen auszeichnet.
Weil Frau Schrupp jedoch eine klassisch kleinbürgerliche West-Feministin ist, die über keinerlei „Erfahrungen mit Technik und Technologien“ verfügt, bei der eine „praktische Auseinandersetzung mit Technik“ nie stattgefunden, sie jedoch „Politikwissenschaft, Philosophie und evangelische Theologie (!)“ studiert hat, ist ihr „Primat“ zwingend die Psyche der Beteiligten.
Oder anders herum formuliert: „Das Bewusstsein bestimmt das Sein.“
Zur Erinnerung hat Marx diesen Satz genau anders herum formuliert.

Dass dieser hochgradig irrationale Kreationistin einen Einfluss auf das Bewusstsein von bspw. Grundschullehrerinnen hat, die 85%+ der Lehrer dieser Schulform stellen, lässt mich an der Zukunft von Deutschland zweifeln.
Diese Lehrerinnen wären nicht einmal in der LAGE „polytechnische Erziehung“ zu gewährleisten, weder können sie es, noch gibt es eine Vorgabe, diese objektive Unfähigkeit als Defizit zu empfinden.
Die Verachtung von „Realität“ ist der kleinste gemeinsame Nenner.

Die Organisation MGTOW steht für ein klassen- und geschlechtersensibles Verhältnis der Lehrerschaft von 50:50. „Bauarbeiter zu Grundschullehrern!“ ist eines unser Losungen.
Jeder Widerstand gegen diese Losung ist natürlich faschistisch.

Subcomandante crumar

Anmerkung zu „Native Americans“

Ok, Indianer soll man nicht „Indianer“ nennen, da das eine Fremdbezeichnung der weißen Eroberer war, die die Ureinwohner so nannten, da sie sie für Inder hielten – daher „Indianer“.

Man soll sie stattdessen „Native Americans“ nennen. Das treffe es besser und man signalisiert die richtige Haltung – wichtig für Gutmenschen.

ABER:

In „Native American“ ist „American“ ebenfalls eine Fremdbezeichnung. Dieser Ausdruck stammt meines Wissens von einem Italiener ab. Die „Native“ haben ihr Land doch bestimmt anders genannt, bevor die weißen Eroberer kamen?

Bringe ich jetzt jemanden auf Ideen? Muss eine neue Bezeichnung her für die Native Americans?

Die Liebe der Feministin zum Mann und das generische Femininum

Deshalb hassen Feministen den Mann: Er ist nicht zu schlecht, er ist zu gut.

Das P.M.-Magazin hieß früher mal „Peter Moosleitners interessantes Magazin für Männer.“ Als die Tochter und Erbin das Zepter dort in die Hand nahm, flogen die Männer aus dem Titel raus. Denn eine Welt, in der sich zuerst Männer für schwarze Löcher und Hochenergietechnik interessieren, ist falsch. Frauen sollen genauso sein! Der erste Mensch auf dem Mars wird vermutlich eine Frau sein. Das wurde bereits entschieden. Oder ein Schulbuchprojekt mit einer progressiven Agenda: Für ein Bild eines Stahlarbeiters wollte man unbedingt eine Frau, um auch die richtigen Signale zu senden. Nur ließ sich in der ganzen Bundesrepublik keine Stalhlarbeiterin finden, also steckte man ein weibliches Modell in einen Hitzeschutzanzug und die progressive Botschaft für die Kleinen war gerettet.

Nur: Frauen interessieren sich weniger für Naturwissenschaften. Die Quotenfrau auf dem Mars wird dort die erste sein nicht aufgrund von weiblichem Können und Leistung, sie wird dort die erste sein aufgrund einer politischen Entscheidung als Folge einer Quotenpolitik, gemacht von Quotenfrauen und lila Pudeln. Und Stahlarbeiter leisten knochenharte Arbeit, weshalb dieser Job kaum von Frauen ausgeübt wird und das auch in Zukunft so sein wird.

All dies verweist auf die Großartigkeit des Mannes, und Feministen wollen davon was für die Frau abhaben, sie soll dem Mann überlegen sein. Feministinnen lieben den Mann, sie sind ganz besessen von ihm. Allerdings lieben sie ihn falsch. Es gibt Haben und Sein. Liebe kann sich darin äußern, dass man etwas Haben will, zum Beispiel als Partner; oder darin, dass man etwas Sein will zum Beispiel wie ein bestimmtes Vorbild, das man sich nimmt. Feministische Liebe ist Sein-Liebe, die Feministin wünscht sich, dass sie selbst bzw. generell die Frau so ist wie der Mann. Nur, dass diese Liebe unerreichbar bleibt und durch (unbewusste) Erkenntnis der eigenen Unzulänglichkeit in Hass umschlägt, weshalb die Feministinnen den Mann in Hass- und Gewaltorgien niederschreiben müssen, ihn abwerten müssen, um selbst besser dazustehen. Was die Feministin beim Mann hasst, zum Beispiel dominantes Auftreten, liebt sei bei der Frau; und was sie bei der Frau hasst – „pink stinks!“, liebt sie beim Mann. Deswegen steckt sie Jungen in pinke Mädchenkleider und leitet die Mädchen zum Skaten, Bäumeklettern und Kernfusionsraktorenbau an.

Die Frau soll so sein wie der Weltenbauer und Sternenfahrer Mann. Da man es aber im Wesen nicht hinkriegt – sie ist nach wie vor nur das zweite Geschlecht – wird ordentlich an der Oberfläche viel Kosmetik aufgetragen, was aber nie zu einem befriedigenden Ergebnis führt, denn es ist eben: Oberflächlich. Neben Quoten soll das auch über die Sprache geschehen. So gibt es verschiedene Versuche, das generische Masklinum durch das Femininum abzulösen. Wenn überall nur noch in weiblicher Form gesprochen wird, dann wäre die Welt, die Zukunft weiblich, dann wären Frauen sichtbar! Die Hoffnung ist, wenn erst mal die vermeintliche Diskriminierung durch die Sprache aufgehört hat, dann werden auch Frauen ihre Alberta Einstein feiern können. Aber so funktioniert das nicht. Es ist nur eine Manipulation an den Wirkungen, kein Wandel in den Ursachen. Auch wenn in Zukunft alle von den Stahlarbeiterinnen reden würden, wäre Stahlarbeit dennoch Männersache, und jeder wüsste es, was diese Sprache als Lüge entlarvt.

Die Verwaltungen und Hochschulen schreiben selbstgerechte Sprache vor und schaffen ein Klima der Angst, in dem sich der verrät, der durch richtiges Deutsch zu erkennen gibt, dass er nicht auf Linie ist. Schon der Linguist und Liebhaber der Sprache Daniel Scholten merkt an, dass man ein Volk nur mit der Gewalt einer Besatzungsmacht dazu bringen kann, die eigene Sprache aufzugeben und die diktierte anzunehmen. Wenn jetzt manche Feministen frohlocken, dass da generische Maskulinum auf dem Rückzug sei, dann verwechseln sie administrativen Zwang mit dem lebendigen Sprechen in der Bevölkerung. Das sah man bereits bei Eva Herman: Die veröffentlichte Meinung stimmte nicht mit der öffentlichen überein.

Im Grunde ist es nur noch erbärmlich, denn Quotenpolitik – etwa wenn alle Literaturpreise eines Jahrgangs ausschließlich an Frauen gehen – ist kein fairer Spielzug, sie ist ehrlos… aber naja, Ehre ist ja auch männlich. Dieser Politik haftet zudem der Ruch an, dass hier Unfähige gepampert werden. Man schaue sich das Gedöhns in Politik und Presse an: Die Verweiblichung führt zum Niedergang – die Quoten-verweiblichung, soviel Zeit muss sein, um die feinen Kerle unter den Frauen nicht mit den Quothilden in einer Schublade zu stecken. Das heißt, auch wenn Feministinnen es nicht schaffen werden, das Wesen der Geschlechter zu ändern – womit die Seinsliebe unerfüllt bleiben wird und die Feministin somit nie zu einem Ende kommt – wird diese Politik viel Schaden anrichten. Das ist bislang so ziemlich das einzige Ergebnis der Frauenbewegung, welcher Welle auch immer: Schaden, zum Schaden auch der Frau, die die letzten Jahrzehnte nicht trotz sondern wegen dem Erfolg des Feminismus‘ stetig unglücklicher wurde.

lusrumichaela über gewaltsame Sprachmanipulation

Ein Kommentar, zu wertvoll, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Sprache ist ernsthaft betrachtet stets ein Ergebnis vergangener Beobachtung und Übung im Austausch, nie ein Konstrukt – wenn doch, soll stets Gewachsenes auf anderen Boden verpflanzt werden, besser: soll mentale GEWALT als Argument in der Sozialität angewandt werden, in der Regel mit Anspruch und Methodik des totalitären Denkens, des Alleinanspruchs statt Gleichberechtigung der Diversität – was kurioserweise durch die Gewaltanwender vorgeblich eigentlich abgeschafft rsp. verhindert werden sollte.

So können auf diese Weise nur untaugliche semantische (vor allem psychologische) Tautologien entstehen, die selbst nach ihrer Konstruktion und gewaltsamen Installation das Gegenteil von dem bewirken, was erhofft war: Zerstörung von gewachsenen Ausdrucksverständnissen als gegebener gemeinsamer Informationsvorrat, von Geschmeidigkeit, Ethik , Lesbarkeit und Schreibbarkeit der Sprache ganz zu schweigen.

Das macht mitnichten etwas „sichtbar“ sondern eröffnet nur überflüssige Nebenschauplätze, die z.B. mit der Genderei nur den Feminismus, welchen auch immer , verunglimpfen und behindern.

Was „sichtbar“ zu machen ist, muss aktiv und argumentativ statt mit schiefer Symbolpolitik „ins Bild“ gesetzt werden, und zwar in das vorhandene, sonst fällt es schlicht hinten heraus, nervt nur und zerstört das eigentlich weit wichtigere Anliegen, indem Abneigung dagegen erzeugt wird.
Die verbummelten Sprachpsychologen, die sich auf diese Weise noch immer versuchen, ernsthaft (selbst) zu verlustigen, muten an wie Sprach-Dauermasturbanten, denen die Orgasmusfähigkeit abhanden kam und die daher immer öfter und immer schneller sich ihre Konstrukte herstellen und bedienen müssen, was in der Gesellschaft mindestens genau so ankommt, wie das, was eigentlich z.B. mit Gendern verhindert werden sollte, so gedacht war …
Merke:
Alle, aber auch wirklich alle deratrtigen (!) Angriffe auf die Sprache und ihre gewachsene Gebrauchsfähigkeit der Geschichte sind schief gegangen oder haben Totalitarismen produziert, die meist zu gewaltigen Traumata für Generationen führten …,
weil Sprachkorrekturen eben leider weder Denk- noch die viel wichtigeren Beziehungskorrekturen in die Richtung bewirken, die gemeint war, weil kulturell/ sozial weder gewachsen noch verwachsen und daher so ohne Wirkungsbasis

Neusprech bei „Hart aber fair“

„Hart aber fair“ ist eine der wenigen Sendungen, die – manchmal – zu politisch korrekten Themen auch politisch unkorrekte Äußerungen zulässt. Die letzte war so eine, die ich empfehlen kann, da sie recht ausgewogen war zum Pro und Contra in der Frage, ob man Neusprech anwenden sollte, müsste.

Einen autoritären Charakter legte dann der schwarze Journalist Anpalagan an den Tag, indem er diese Frage mit strafbewehrten Handlungen wie Beleidigungen und Holocaustleugnung verknüpfte und somit nahe legte, dass er den Menschen mit der Justizkeule das richtige Sprechen und Denken aufzwingen will – George Orwell lässt grüßen. Diese Attacke auf die Freiheit verschleierte er mit den Verweis auf die „gute Kinderstube“, an die man sich auch zu halten hätte. Ja, und es besteht kein Zwang höflich zu sein, und er sollte auch nicht bestehen, und meine gute Kinderstube besteht darin, dass ich alle Menschen egal welcher Hautfarbe erst mal mit Respekt behandle, es sei denn sie zeigen, dass sie diesen Respekt nicht verdienen, wie Anpalagan, den man nur noch auslachen sollte.

Weiter zieht er als Begründung für seine intolerante Haltung ein Beispiel aus der jüngeren Geschichte heran: Man habe davon gesprochen, dass das Boot voll sei, was zu – kein Scheiß –  Pogromen geführt hätte. Und da sind wie am Knackpunkt: Wie ließe sich der Satz „Das Boot ist voll“ angemessen in Neusprech übersetzen? Gar nicht. Es geht nicht um die Begriffe, es geht um die Inhalte. Bestimmte Meinungen sollen nicht mehr geäußert werden dürfen, und über die Begriffe soll erreicht werden, dass diese Meinungen auch nicht mehr gedacht werden können. Stattdessen werden Ideologien transportiert. Über Transsexuelle soll man zum Beispiel sagen: „wurde bei der Geburt als Mann eingeordnet“, was den unwissenschaftlichen aber religiös geglaubten Nonsense transportiert, dass das Geschlecht lediglich ein soziales Konstrukt sei.

Dass dieser autoritäre Zwang, bloß nicht die falschen Begriffe zu verwenden, ganz real ist, zeigte sich dann daran, dass Flaßpöhler sich weigerte, auch nur ein Beispiel für so ein gebrandmarktes Wort zu nennen. Nur als Beispiel. Leute, die Situation ist beängstigend. Denn, wie die Missy-Männer-sind-Arschlöcher-Redakteurin weiß: Die Sprache – kill all men! – geht der Gewalt voraus, womit sie wie ihr Gesinnungsgenosse auch die Inhalte mit den Begriffen verwechselt. Inhaltliche Aussagen führen zu Gewalt wie zum Beispiel Gewaltaufrufe. Oder: Wie zum Teufel – das wird allen Ernstes angeführt – soll der falsche Begriff das allgemeine Wahlrecht, mit dem erstmals alle Männer und Frauen wahlberechtigt waren, oder die Homoehe gefährden? Sicher, die Verwendung bestimmter Wörter kann die politische Haltung eines Diskussionsteilnehmers signalisieren, aber dieser wird er auch noch anhängen, wenn man ihm diese Wörter verbietet. Er wird seine Haltung dann einfach anders kommunizieren können.

Die neuen Begriffe bleiben nicht lange sauber, sondern ursprüngliche Sinnzusammenhänge sickern durch, woraufhin neue Begriffe her müssen, was Flaßpöhler als Euphemismustretmühle beschreibt: Immer und immer wieder müssen neue Ausdrücke her. Die unerwünschten Assoziationen kann man nicht auf Dauer mit einer porentiefreinen Sprache verschwinden lassen. Nochmal: Es geht nicht um die Begriffe, man will die richtigen Gesinnungen autoritär durchsetzen und hierzu ist die Sprache nur ein Mittel.

Zur Sendung ließe sich noch vieles sagen, zum Beispiel, dass Werke wie z.B. Pippi Langstrumpf an den Zeitgeist angepasst werden; dass diejenigen, die nicht von Cancel-Culture betroffen sind, deren Existenz leugnen. Amüsant war der Auftritt eines Schwarzen, der sein Restaurant „Zum Mohrenkopf“ nennt, da das für ihn kein negativ besetzter Ausdruck ist und er keine Weißen bräuchte, die ihm das Gegenteil erklären. Der schwarze Journalist konnte das natürlich nicht so stehen lassen, sondern musste sich eines Autoritätsargument bedienen und erklären: Mohrenkopf ist rassistisch, weil das andere Schwarze so sehen, und die liegen richtig, während der Gastwirt falsch liegt.

Und zum Schluss?

Paprikasauce ungarischer Art schmeckt hervorragend zu Zigeunerschnitzel!

Hart aber fair: Streit um die Sprache.

Wie die Zwangssexualisierung der Sprache die Funktion geschlechtlicher Irrelevanz abschafft

anleitung

„Die Erpressung unserer Studenten ist Realität. Eine krude Ideologie schränkt die Freiheit der Wissenschaft ein. Es reicht nicht mehr, korrekt Deutsch zu schreiben. Man muss nun auch politisch auf Linie sein. Sonst droht Punktabzug.“ (Anonym)

Der Satz: „99 Sängerinnen und ein Sänger sind 100 Sänger“ wird von linguistischen Dilettanten als Beispiel dafür angeführt, dass die deutsche Sprache Frauen benachteilige – wobei ihnen ein Schnitzer unterlaufen ist, denn hier wird fälschlicherweise zugrundegelegt, dass „Sänger“ allein Männer meine – dass also der Satz vom Sinngehalt lautete: „99 Sängerinnen und ein Sänger sind 100 männliche Sänger“.

(Wie es zu dem Irrtum kam, das generische „Maskulinum“ grenze Frauen aus, habe ich hier erläutert. Kurz: Man nehme an, es gäbe keine exklusiv-weibliche Sprachform (-in, -innen). Dann würde es, um die Weiblichkeit einer Form zu benennen: Die Student“ oder „der weibliche Student“ heißen, das heißt, das Wörtchen „Student“ wäre nicht in Verdacht geraten, allein einen Mann zu meinen)

Wenn man also ausdrücken will, dass man tatsächlich Männer meint, muss man das Adjektiv „männlich“ bemühen, ansonsten ist nur eine Funktion gemeint, in der das Geschlecht nicht die geringste Rolle spielt. In „Die Sänger unterhielten das Publikum“ spielt allein die Funktion als Sänger eine Rolle, das Geschlecht, wie andere Eigenschaften, die Menschen anhaften, sind hier schlicht irrelevant. Wenn dir jemand damit kommt, das generische Maskulinum betone Männer und grenze Frauen aus, sag ihm, dass in solchen Fällen das Geschlecht genauso wenig gemeint ist wie Alter, gesundheitlicher Zustand, Gewicht, sozialer Hintergrund, Hautfarbe etc…

katharina_schulze_doppelmoral

Was meint sie jetzt? Dass es keine weiblichen Hasser und Hetzer gibt, oder verwendet sie etwa das generische Maskulinum? Und: „Teamleitung“ und „Teamleiter“ sind nicht dasselbe.

Das heißt, erst, wenn ich das Geschlecht explizit thematisieren will, zum Beispiel weil ich ausdrücken will, dass Sängerinnen seltener die geeignete Stimme für Gangsta-Rap mitbringen, erst dann macht es Sinn, sich geschlechtlich auszudrücken. Gender-Sprech bedeutet, dass das Geschlecht überall erzwungen wird, auch in solchen Kontexten, in welchen das Geschlecht keinerlei Relevanz hat. Es ist eine Plage. Es verstümmelt die deutsche Sprache, denn es nimmt ihr die Möglichkeit, Funktionen, Berufe unabhängig vom Geschlecht zu benennen. Eine elegante Ausdrucksform, wie sie sich zum Beispiel in dem Satz „Frauen sind die besseren Autofahrer“ findet, verschwindet. Die sogenannte „geschlechterneutrale“ Sprache ist also gar nicht geschlechterneutral, sie führt das Geschlecht überall ein; tatsächlich geschlechterneutral ist das generische Maskulinum, da dieses eben kein Geschlecht meint – übrigens war die Benennung dieser Wortform als „Maskulinum“ ein Irrtum.

Erstaunlich offen geben Anhänger von Gendersprech zu, dass es ihnen darum geht, das richtige Denken zu erzwingen. Feminismus will bis in die Köpfe der Menschen hineinregieren. Wie in jedem totalitären System ist die „Politik“ überall präsent, platzt überall rein, raubt Achtsamkeit, forciert gewaltsam ihren Willen und nötigt einen damit, den Kotau vor ihr zu machen. Das geht inzwischen soweit, dass Studenten, die ihre Arbeiten in korrektem Deutsch schreiben, schlechter benotet werden. Man wird also genötigt, das richtige Neusprech anzuwenden. Wer sich dem verweigert, gibt zu erkennen, dass er sich den totalitären, ideologischen Vorgaben nicht unterordnen will, was mit handfesten Nachteilen verbunden ist: Sprache wird zum Ausweis der richtigen Gesinnung, und die politisch korrekte Gesinnung wird zunehmend wichtiger als die Kompetenz in einer Disziplin:

Waren die übrigen Bewerber die besten Wissenschaftler auf ihrem Gebiet? Anscheinend spielt das keine Rolle. Entscheidend ist, wie gut sie in der Lage sind, „Unterschiede und Verbindungen zwischen Vielfalt, Gleichheit und Integration“ während ihrer Bewerbungsgespräche zu erörtern, wie es in der Diversity Guidance der Universität von Kalifornien heißt. Die abgelehnten Bewerber zeigten ein unzureichendes Wissen über die „Dimensionen der Vielfalt, die sich aus unterschiedlichen Identitäten, insbesondere unterrepräsentierten Minderheiten ergeben“. Vielleicht waren einige so kühn, dass sie vorschlugen, dass Rassen- und Geschlechtersquoten bei MINT-Einstellungen im Widerspruch zum Forschungsauftrag der Universität stehen.

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„Gender“ richtig aussprechen

Ich erlebe immer wieder, dass auch Genderkritiker den Fehler machen, „Gender“ so wie in der Herkunftssprache auszusprechen: „Chjänder“ wie in „Gentleman“.

Das ist falsch: Es wird mit gutem deutschen „G“ gesprochen wie in „Ganter“, „Gartenzwerg“ oder „Großartig“. Damit leistet man zivilen Widerstand gegen den Unsinn, der einem im Rahmen des Gender-Mainstreaming von oben aufgezwungen wird.

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Billy Coen und El_Mocho über Eliten

Kommentare zu schön, um sie in der Versenkung verschwinden zu lassen:

[Kontext] Es geht um „korrekte“ Sprache, die einem von oben aufgedrückt wird.

Billy Coen:

Naja, man beachte das oder in der Definition von Elite. Die Vertreter der herrschenden Kreise waren weiß Gott nicht immer die auch kognitiv begabtesten.

Und genau dieser rein feudalistische Elitarismus trieft in den von Chrissy zitierten Textpassagen aus jeder Silbe. Ich meine, man muss sich nur mal die selbstgerechte Benevolenz zu Gemüte führen, wie das Mädel da über jene schreibt, die „Fehler“ machen. Denen müsse man schließlich die Möglichkeit geben, sich für ihre Fehler zu entschuldigen und Buße zu tun. Da darf dann der Delinquent, dafür dass man ihm nur die Zunge rausschneidet, statt ihn gleich zu häuten und in siedendem Öl zu frittieren, noch dankbar vor Eurer Exzellenz auf die Knie sinken und den Siegelring küssen.

Da wird kein einziger Gedanke mehr daran verschwendet, dass man selbst vielleicht nicht derjenige ist, der im Besitz der einzigen und reinen Wahrheit ist und über andere zu richten befugt ist, dass man vielleicht gar selbst ein mit dem Kopf voraus durch jede Wand rennen wollender Ideologe ist, der sich weit abseits dessen bewegt, was weniger ideologisch vernagelte Menschen noch als „geistig normal“ betiteln würden.

Das sind im Übrigen dieselben Leute, die, wenn man ihre ideologischen Dogmen mal mit ein Bisschen Empirie und wissenschaftlicher Erkenntnis auseinander nimmt, sich gerne auf vorzugsweise französische Philosophen zurückziehen und darauf pochen, dass es so etwas wie Wirklichkeit nicht gibt und alles nur ein andauernder Prozess des täglichen Aushandelns ist. Das gilt aber natürlich keinesfalls für „ihre Wirklichkeit“. Das haben gefälligst alle anderen so zu schlucken.

Das ist feudalistischer Elitarismus in Reinkultur.

 

El_Mocho:

Die Eliten, die historisch gesehen die Aufklärung vorangetrieben haben, waren weder Bauern und Arbeiter noch der herrschende Feudaladel. Die französischen Aufklärer, die letztlich für die Revolution und den Sturz des Feudalismus verantwortlich waren, stammten aus der Mittelschicht, sie waren Kinder von Handwerkern, Händlern oder aus dem niederen Adel. Der Unterschied zur heutigen „Elite“, die uns die PC-Sprache aufzwingen will, liegt darin, dass die Franzosen gegen die Herrschenden standen und das System stürzen wollten, während die heutigen PC-Ideen das System stützen und in seinem Sinne agieren. Das zeigt sich auch darin, wie ihre Ideen in Politik und Medien übernommen und durchgesetzt werden. In der Tagesschau ist wie selbstverständlich von „Studierenden“ und „sexualisierter Gewalt“ die Rede, als wenn das allgemein anerkannte Begriffe wären und nicht ideologische Floskeln. Die Stadtverwaltung von Hannover hält ihre Angestellten an, die Gendersprache zu verwenden und sie haben sicher mit Sanktionen zu rechnen, wenn sie sich weigern. Ebenso wenn Studenten vorgeschrieben wird, diese Sprache zu verwenden in ihren Examensarbeiten bei Gefahr, durch zufallen wenn sie es nicht tun. Dies ist nun wirklich ein Fall, in dem es um Machtverhältnisse geht; die Mächtigen versuchen uns zu zwingen, in gewisser Weise zu sprechen, und wenn wir es nicht tun, drohen uns Sanktionen.

Die beste Gegenwehr ist (sofern man kein Student oder Angestellter in Hannover ist), die Vorschriften einfach zu ignorieren und so zu sprechen wie man es gewohnt ist. Sprache ist zwar in gewisser Weise willkürlich („sozial konstruiert“), aber der Prozess der Sprachentwicklung vollzieht sich spontan, nicht von oben gesteuert. Im III. Reich mussten alle mit „Heil Hitler“ grüßen, aber es hat sich nicht durchgesetzt.
Nicht umsonst hat man den Vertretern der Gendersprache nachgewiwsen, dass sie selber wieder in die alte Sprache zurückfallen, wenn sie sich nicht konzentrieren.

Carnofis: Sprache macht Männer unsichtbar

Ein Kommentar zu wertvoll um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

„Während ältere Ostfrauen vehement darauf bestehen, „Ingenieur“ oder „Arzt“ zu sein, schütteln Westfrauen über so viel unkritische Anpassung an hegemoniale Männlichkeit den Kopf: Wie kann frau sich nur so hinter einem Mann verkriechen und komplett auf feministische Praktiken verzichten?

Vielleicht, weil die Ostfrauen ihre Hausaufgaben gemacht und begriffen haben, dass „Ingenieur“ und „Arzt“ lediglich Funktionen, Berufe bezeichnen, nicht aber Geschlechter.

Die verbildete Wet-Genda denkt: „Alles, was nicht explizit weiblich ist, ist männlich“.
Tatsächlich gibt es überhaupt nur EIN sichtbares Geschlecht, nämlich das weibliche.
Männer werden – wenn überhaupt – nur über ihre Funktion definiert, nicht aber übers Geschlecht. Ein Ingenieur ist also ein technisch ausgebildeter Mensch mit Studienabschluss – männlich oder weiblich. Eine IngenieurIN ist eine technisch ausgebildete Frau mit Studienabschluss – also weiblich.

Die Sprache widerspiegelt also auch den Spruch „Women are human beings, men are human doings“. Bei Männern reicht es bis heute nicht, einfach nur zu existieren, sie werden erst über ihre Funktion sichtbar.

Wenn also überhaupt jemand Grund hätte, sich darüber zu beklagen, in der Sprache unsichtbar gemacht zu werden, dann Männer.

Niederlage für Sprachverschandler

Eine schöne Überraschung zum 13.: Der Bundesgerichtshof hat sich nicht dem grassierenden Wahn angeschlossen und geurteilt, dass die verklagte Sparkasse ihre Formulare nicht in gender-„gerechter“ Sprache formulieren muss. Während Agens befindet:

„Tatsächlich hat das Gericht der Beliebigkeit subjektiven Empfindens in Rechtsfragen einer Riegel vorgeschoben“

zeigt sich die Süddeutsche in einem „Kommentar“ – immerhin wird kein Qualitätsjournalismus vorgetäuscht – angepisst:

Das Gericht behauptet, die männliche Form „Kunde“ sei neutral. Das stimmt schlicht nicht und entspricht weder dem heutigen Sprachverständnis noch dem wissenschaftlichen Kenntnisstand.

Dass die gegenderte Sprache für das heutige „Sprachverständnis“ steht, ist eine gewagte These. Tatsächlich habe ich im Alltag noch niemanden gegendert sprechen hören, außer vielleicht den Rassisten und Sexisten Tarik. Studentinnen zeigen eher Mitleid, wenn sie einen Professor erleben, der sich mit gegenderter Sprache abmüht, um damit seine Zugehörigkeit zu den guten, fortschrittlichen Menschen zu zeigen. Dass die „richtige“ Sprache heutzutage Ausweis der richtigen Gesinnung geworden ist, zeigt weniger, dass dies dem allgemeinen „Sprachverständnis“ entspricht, als dass eine totalitäre Ideologie die Geisteswissenschaften – also auch auch Linguistik – sowie den medialen Mainstream dominiert. Studenten, die dafür bestraft werden, korrektes Deutsch zu gebrauchen, hätten bestimmt was zu diesem Kommentar anzumerken, ob sie gender-„gerechte“ Sprache als alltägliches Sprachverständnis auffassen oder als Gängelung aus einer Machtposition heraus, mit der ganz nach Orwell das richtige Denken durchgesetzt werden soll. Wieder mal zeigt sich ein Missverhältnis von veröffentlichter Meinung und öffentlicher Meinung, von Elite und Volk.

Denn der „wissenschaftliche Kenntnisstand“ mag zwar zum Ergebnis kommen, dass wir beim Begriff „Ingenieur“ eher an einen Mann denken, aber was genau ist daran falsch? Ist es auch falsch, bei „Hebamme“ an eine Frau zu denken oder ist das nicht vielmehr berechtigt? Und wird die fortschrittliche Süddeutsche in Zukunft auch von „Schlägerinnen und Schlägern“ sprechen oder vielmehr das alte feministische Spiel weiterspielen, dass „Gleichberechtigung und Gleichstellung“ allein dort betrieben wird, wo immer nur Frauen aber niemals Männer profitieren können?

Mit der autoritären Vorschrift, das generische Maskulinum auszumerzen, soll eine sprachliche Realität geschaffen werden, welche mit der eigentlichen Realität nicht mehr übereinstimmt. Unterstellt wird, wenn ich von „Ingenieurinnen“ spreche, werden auch mehr Mädchen nicht Laberwissenschaften wie Gender-Studies belegen sondern anspruchsvolle Berufe anstreben. Man will von oben mit Sprachmanipulation die gewünschte Gesellschaft schaffen. Das unterscheidet diese Machtausübung auch vom alltäglichen Wandel der Sprache, ihrer steten Entwicklung. Begriffe wie „Internet“ wurden nicht von oben diktiert sondern etablierten sich auf natürliche Weise.

Das generische Maskulinum ist eine wunderschöne und elegante Eigenschaft der deutschen Sprache, in welcher eine Funktion betont wird und das Geschlecht der Gemeinten keine Rolle spielt. In dem Satz „Die Studenten protestierten gegen die Studiengebühren“ spielt es keine Rolle, ob diejenigen, die da protestieren, Männlein, Weiblein oder Intersexuelle sind. Tatsächlich wäre das generische Maskulinum niemals in den Verdacht geraten, allein Männer zu meinen, wenn es keine exklusiv weibliche Form gäbe oder aber zusätzlich eine exklusiv männliche Form. Die Schönheit des generischen Maskulinum lässt sich auch an dem verunglückten Satz „Frauen sind die besseren Autofahrerinnen und Autofahrer“. veranschaulichen, dessen Sinngehalt sich ohne das generischem Maskulinum kaum elegant erschließen lässt.

Aber Feminismus spaltet die Geschlechter nicht nur in der Sprache. Mann und Frau stehen sich als Autofahrer und Autofahrerinnen in zwei getrennten Lagern gegenüber. Wie unglücklich diese Konstellation nicht nur für das Miteinander der Geschlechter sondern auch für die Sprachästhetik ist, zeigt sich, wenn man ihn ins Englische übersetzt. Wie soll es denn heißen? „The drivers and female drivers“? Oder doch „The male drivers and female drivers“?

Sprachfeministinnen zerstören nicht nur ein wertvolles Kulturgut, sie finden auch kaum ein Ende. Robert Pfaller hat in „Erwachsenensprache“ sehr schön analysiert, dass die ganzen Wortkonstruktionen niemals endgültig zur Befriedigung der Sprachschänder geraten können. Stets sickert die eigentliche Bedeutung, die hinter den neu geschaffenen Begriffen steht, wieder hervor, „vergiftet“ diese, was die Sprachingenieure ständig am abdichten hält, sie zu keinem Ende kommen lässt – nicht nur auf den Gebiet der „gendergerechten“ Sprache sondern auch auf anderen Gebieten wie etwa den Ethnien.

Der BGH hat dankenswerter Weise die richtige Entscheidung getroffen. Vielleicht hat man in Deutschland wie in Frankreich ein Erbarmen mit diesem Kulturschatz.