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Billy Coen zum bigotten Kampf der Suffragetten ums Frauenwahlrecht und Reproduzierung des Feminismus

Ich bin faul, Billy ist klug, also ein recycelter Kommentar, Billy Coen:

Ich halte es auch für einen guten argumentativen Ansatz, den Feminismus aus seinem selbstgeschaffenen Schützengraben der allzeitigen weiblichen Unverantwortlichkeit für alles was in der Menschheitsgeschichte geschehen ist (außer natürlich den guten Dingen), wenn nicht gar in der gesamten Evolutionsgeschichte seit der Ursuppe, herauszudrängen.

Ich glaube aber nicht, dass man damit den Feminismus „heilen“, ihn von seinen mannigfaltigen irrationalen Dogmata befreien könnte. Denn dieses Narrativ der Frau die nie für irgendetwas verantwortlich sein könnte, existiert nicht erst seit Alice Schwarzer, die ja auch gerade deshalb Esther Vilar für ihre ebenso überspitzten Ausführungen in die Gegenrichtung offenkundig zutiefst verabscheute und ihren feministischen Mob gegen sie mobilisierte, bis Frau Vilar nur noch ihr Heil in der Flucht suchen konnte.

Dieses Narrativ bedienten im Prinzip auch schon die Suffragetten. Rückblickend werden sie zwar verklärt zu Frauen, die für ihre Sache „gekämpft“ haben (jede andere politische Bewegung wäre für diese Art des Kampfes wohl mit dem Begriff „Terrororganisation“ geadelt worden; ich sag nur Brandanschläge auf öffentliche Einrichtungen u. s. w.), aber auch sie verweigerten sich jeglicher Betrachtung des Zustandekommens des damaligen Status Quo der westlichen „Demokratien“. Dass ein wesentlicher Grund der Beschränkung des Wahlrechtes auf Männer der war, dass sich Staatsoberhäupter durch die (in der Regel nur Vortäuschung von) Mitgestaltungsmöglichkeit ihr männliches Schlachtvieh auch für die nächsten Kriege gefügig halten wollten, wurde da nie gesehen. Ansonsten hätte man ja so ehrlich sein müssen, zu sagen, schickt nicht immer nur unsere armen Männer in den Tod, sondern gebt auch uns Waffen, damit wir ihnen helfen können.

Stattdessen wurden, während man für sich selbst „Gleichberechtigung“ forderte, Männer, die sich nicht jubilierend in die giftgasverseuchten Schützengräben des ersten Weltkriegs stürzen wollten, durch die Überreichung weißer Federn öffentlich beschämt. So etwas kann man eigentlich nur betreiben, ohne sich der eigenen auf privilegiertem Sockel stehenden Heuchelei gewahr zu werden, wenn man jegliche eigene Verantwortung für den Zustand der gesamten Gesellschaft qua Geschlecht für sich selbst ausschließt.

Ein pikanter Nebenaspekt war ja, dass auch weithin eben die Männer, die vorwiegend in Kriegen verheizt oder ansonsten unter anderem auch von Suffragetten beschämt wurden, diejenigen waren, die durch elitenbevorzugende Zusätze der Wahlordnungen von den Wahlen ebenso ausgeschlossen waren, obwohl sie Männer waren und obwohl man sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit ohne Skrupel in Kriegen verheizte.

Nein, all das musste auch da schon unter dem Narrativ einer frauendiskriminierenden Gesellschaft begraben werden, um das zu bekommen, was man wollte: gleiche Rechte wie Männer (wie gesagt, eigentlich sogar mehr Rechte als ein großer Teil der Männer), ohne dafür auch die Verpflichtungen übernehmen zu müssen, die dann aber tatsächlich vorwiegend uneingeschränkt eben den Männern aufgebürdet wurden, die gerade von den Rechten, für die die holden Damen „stritten“, ebenso ausgeschlossen waren.

Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte dieser Ideologie. Jede Analyse bleibt erschreckend oberflächlich, endet verlässlich immer nur bei „Diskriminierung von Frauen“, um sich bloß niemals gewahr werden zu müssen, dass diese „Benachteiligungen“ nicht selten nur Nachteile sind, für die Frauen „als Gruppe“ in ihrem Zustandekommen ebenso beteiligt sind wie Männer.

Dies alles hat sich über die Jahrzehnte hinweg einfach nur zugespitzt. Vor allem, seit selbst die empfindlichste Feministin keine rechtlichen „Schlechterstellungen“ von Frauen mehr finden kann, müssen regelrecht krampfhaft weitere Missetaten des Patriarchats aufgedeckt werden, gegen die es zu kämpfen gilt, damit man auch weiterhin noch Relevanz simulieren kann. Das führt dann zu solchem Blödsinn wie „Gender Pay Gap“, welcher bekanntlich, wenn man sich nicht desselben Deppen-Englischs bedienen will, eigentlich „Gender Wage Gap“ heißen müsste, oder hanebüchenem Schmarrn, wie der Pink-Tax, wo ja auch die bösen, patriarchalen Unternehmen einfach Frauen für „gleiche“ Artikel stärker zur Kasse bitten. Auch hierbei auffällig (wenn man bei letzterem weglässt, dass es auch wirtschaftliche Gründe gibt, Sonderartikel in kleineren Margen teurer zu verkaufen, welche man aber nicht verstehen kann, wenn man immer nur bei „Diskriminierung“ endet): Es wird nie die Verantwortung der Frau thematisiert; noch nicht einmal in der deutlichen Mehrheit der medialen Berichte darüber. Warum entscheiden sich Frauen für schlechter bezahlte Berufe (auch wenn tatsächlich die Mehrheit der wirklich schlecht bezahlten Berufe erstaunlich männlich dominiert sind) oder warum (wenn sie wirklich mal schlechter bezahlt werden als ein weitgehend gleich beschäftigter Kollege) verhandeln sie nicht einfach besser (Stichwort: Tarifautonomie)? Und natürlich bei der Pink Tax: warum zum Teufel kaufen Frauen ein teureres Produkt, wenn doch laut Medienberichten das „Männerprodukt“, von Form und Farbe abgesehen, gleich ist? Denn wenn sie es nicht in relevanter Größenordnung täten, gäbe es ein solches Produkt ja gar nicht.

Diese Fragen bleiben, auch wenn man sie direkt in Diskussionen stellt, immerzu unbeantwortet, weil deren Beantwortung schlicht feministische Glaubenssätze in ihren Grundfesten erschüttern würde.

Daher meine Meinung: Den Feminismus von seinen Dogmata zu befreien, würde nicht den vorherrschenden Feminismus läutern oder logischer machen, es würde ihn schlicht komplett zerstören. Und Menschen, die für Gleichberechtigung aller Menschen einstehen, müssten dann hoffentlich erkennen, dass das, was mit Feminismus so alles in klar überwiegender Form gelabelt worden war, eben genau dafür nie einen richtigen Wege darstellte und immer nur dadurch so erscheinen konnte, indem soziale Realitäten entweder verzerrt, verdreht oder gleich ganz ausgeblendet wurden.

„Mein-Feminismus-Feministinnen“ sollten entsprechend nicht nur nicht ständig als Beweis angeführt werden, „dass nicht alle so sind“, sie sollten sich auch von sich heraus der realen Gegebenheiten dieser Ideologie gewahr werden und sich, wenn sie ihre eigene Haltung ernst meinen, sich von diesem Label als ganzes distanzieren. Denn das Label halte ich mittel- bis langfristig für nicht mehr zu retten.