Archiv der Kategorie: Wissenschaft

Ingbert Jüdt – „Elitendegeneration“

Wenn Sie nun ausschließlich den kleinen Stapel mit der »Querdenker-Literatur« lesen, dann können Sie eventuell auf die Idee kommen: »Die haben sie doch nicht alle! Was zeichnen die für ein bösartiges und verzerrtes Bild unserer Gesellschaft! Alles Spinner und Aluhut-Träger!«.

Wenn Sie diese Querdenker-Literatur aber im Kontext des großen Stapels an soziologischer und politikwissenschaftlicher Literatur aus den Mainstream-Verlagen lesen, dann werden Sie sehen, dass all die scheinbar kruden und überreizten Thesen der sogenannten Querdenker schlicht und ergreifend konsequent und folgerichtig sind! In diesem Sinne möchte ich etwas dazu sagen, inwieweit die Krise, die wir seit den letzten zweieinhalb Jahren sich entfalten sehen, sich in vielfältiger Weise in den Entwicklungen mindestens des letzten Jahrzehnts bereits angekündigt hat und tatsächlich nur die Zuspitzung dieser Entwicklungen und das Überschreiten einer kritischen Schwelle darstellt.
Die Werte einer Gesellschaft sind nur so viel wert, wie die tatsächliche Entwicklung dieser Gesellschaft sich in der Realität an diesen Werten ausrichtet!

Weiterlesen: „Elitendegeneration“

Keine Argumente, bloße Labels

Ein Artikel im Missy-Magazin zeigt sehr schön, wie genderistische Diskussion funktioniert, nämlich gar nicht. Ein Professor merkte schon vor Jahrzehnten an, dass sich mit feministisch geschulten Studentinnen nicht diskutieren ließe. Im feministischen Diskurs sind Rationalität, Vernunft, Logik, Wissenschaft eben patriarchale Konstrukte allein zur Ausgrenzung und Unterdrückung der Frau. Mit Genderisten lässt sich von daher nicht diskutieren, sie müssen überwunden werden, denn sie versperren sich einer rationalen Debatte und tolerieren Gewalt gegen ihre Gegner, denn wenn man auf das Fakt hinweist, dass es nur zwei Geschlechter gibt, dann ist man der „Doktornazi“, der mit Gewalt durch die Antifa-Schläger zum Schweigen gebracht wird, denn selbst diese Gewalt ist noch gerechtfertigt! So nimmt Frau Ewert einen wissenschaftsfeindlichen Vorfall, bei dem eine Wissenschaftlerin an einem den Wissenschaften gewidmeten Ort an freier Rede gehindert wurde, um darüber zu sinnieren, dass dieser Ort so feindselig gegen ihre Ideologie wäre – denn tatsächlich berichteten ein paar Medien über den Vorfall, der geeignet ist, ein Schlaglicht auf den alltäglichen Skandal dort zu werfen.

Da wundert es nicht, dass sich Felicia Ewert – und das hat Tradition! – gar nicht erst um inhaltliche Argumente bemüht, also um die Frage, ob es nun zwei oder doch noch mehr Geschlechter gibt, zu beantworten, da hat sie keinen Bock drauf. Sie labelt und stigmatisiert nur, Biologie ist Biologismus und Wissenschaftsfeindlichkeit Wissenschaftskritik. Tatsächlich könnten Genderisten die Wissenschaftlichkeit ihrer Disziplin unter Beweis stellen, wenn sie es wollten: Seriöse Wissenschaftler laden dazu ein und warten darauf. Das können sie aber nicht, da es Ideologen sind, wobei jeder einzelne von ihnen auch nur exakt zwei Eltern hat – biologische, versteht sich.

So heißt es dann, dass Wissenschaft „Marginalisierte“ diskriminiere – darf man also nicht, so das Stigma. Wenn ein Wissenschaftler sagt, dass das Geschlecht Strazchiatella nicht existiert, dann ist das eine Diskriminierung dieser Menschen, die das aber gerne wären – und die mit Gewalt und Strafen drohen, wenn man ihnen nicht darin zustimmt.

Eine Genderistin hat sich mal dem Unterfangen gewidmet, auf ihrem Hightech-End-Produkt, einem Computer, in dem ganz viel Quantenmechanik drinsteckt, die Wissenschaft widerlegen zu wollen. So berichtet sie amüsiert darüber, wie Wissenschaftler einen toten Fisch in einen Computertomographen legten und aus den Messungen eine Theorie ableiteten. Andere Wissenschaftler legten daraufhin andere Gegenstände in die Röhre, kamen zu denselben Messungen, womit diese Theorie widerlegt war – das war für die Genderistin der Beweis, dass Wissenschaft nicht funktioniere. Was die schlaue Frau nicht erkannte, war, dass Wissenschaft hier tadellos funktioniert hatte; es kommt dort immer wieder zu Fehlern oder fehlerhaften Theorien, die mal belegt werden oder widerlegt. Die Wissenschaft könnte falsch liegen mit der Theorie, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Die Gegner dieser Theorie gehen aber ideologisch, bestenfalls pseudowissenschaftlich dagegen vor und nicht wissenschaftlich. Warum bloß?

Siehe auch: Ankündigung: ANGRIFF AUF DIE WISSENSCHAFTSFREIHEIT

Um Antwort wird gebeten: Feministische Forschung

Hallo liebes EMMA-Team!

ich wurde mit einer Kraft geboren, die ich nun in ihre Dienste stellen möchte: Ich kann vorhersagen, zu welchen Ergebnissen feministische Studien kommen. All das viele Geld und die viele Zeit, bis die Resultate vorliegen, aber: Ich weiß es schon jetzt!

Das bietet für Sie die unschätzbar wertvolle Möglichkeit, ihre Leserinnen hochexklusiv zu dem neuesten und aktuellsten Stand der Geschlechterforschung zu informieren, was ihre Auflage natürlich ungeheuren Aufwind bescheren wird. Gerne reiche ich einen Gastartikel ein, anhand dessen Sie meine Fähigkeit beurteilen können.

Mit freundlichen Grüßen

Keine Antwort.

Warum bisherige Frauenförderung nicht funktioniert

Wie sich Feministen Arbeit vorstellen.

Im vermeintlich rückständigen Iran bestreiten mehr Frauen als hierzulande eine naturwissenschaftliche Ausbildung und arbeiten auch öfter in den entsprechenden Branchen. Das also, was man auch hier haben will.

Dass Frauen hierzulande nicht in die MINT-Fächer stürmen – genauso wie im weitentwickelten Skandinavien – gilt als paradox, als Genderparadox. Mit mehr Freiheit müssten sich eigentlich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern auflösen, tatsächlich werde sie schärfer: Frauen werden Krankenschwestern, Männer Mechaniker.

Nun, „paradox“ ist das nur, wenn man davon ausgeht, dass die Geschlechter von Natur aus gleich sind und damit sämtliche Unterschiede kulturell geprägt durch das böse Patriarchat – aber schon Säuglinge zeigen unterschiedliches Verhalten in einem Alter, in dem noch keine Kultur greifen konnte. Das ist die Gendertheorie: Man kastriere einen Säugling und ziehe es als Mädchen groß und es wird eine vollwertige Frau sein. Schade nur, dass sich das Versuchskaninchen sofort entschloss, als Junge weiterzuleben, als es über sein wahres Geburtsgeschlecht aufgeklärt wurde. Schade auch, dass es sich das Leben nahm – es ist eine monströse Theorie und monströs ist ihre Umsetzung.

Mit der Rücknahme vermeintlicher Diskriminierungen kann man also nicht mehr Frauen für MINT gewinnen – weil es ihnen nicht liegt und diese Fächer selbst dann noch anspruchsvoll sind, wenn man an der Materie interessiert ist. Sie haben nichts besonderes zu gewinnen dabei, denn tatsächlich geht es ihnen besser als den Männern, was aber nicht Anlass für Dankbarkeit ist. Die Frauen im Iran hingegen verschaffen sich mit so einem Beruf etwas Unabhängigkeit in einer Kultur, die in Teilen tatsächlich frauenfeindlich ist. Über so eine Motivation verfügen unsere Frauen nicht, wie die Informatikerin Anne Nühm feststellt. Die Welt ist eine Männerwelt, wie es hier anklagend heißt, aber während man klagt, ist man vollkommen blind dafür, warum das (angeblich) so ist: Weil Männer etwas leisten, weil sie sich Mühe geben, weil sie eine Anstrengung unternehmen. Die „Männerwelt“ wurde erbaut, das tut sie nicht von alleine, das fällt einem nicht in den Schoß, man muss Mühsal auf sich nehmen, eine Mühsal, von der Frauen tendenziell mehr befreit sind. Es ist einfacher, als (Teilzeit-)Hausfrau zu leben, und der Mensch sucht sich wie das Wasser stets den einfachsten Weg. Frauen stehen nicht unter dem Druck, mal die Hauptlast des Familieneinkommen stemmen zu müssen, weshalb sie es sich leisten, Fächer zu belegen, mit deren Verdienst man sich dann weniger leisten kann – bzw. der Mann zahlt ja schon, also alles gut (und Frauen die viel verdienen, denken nicht im Traum daran, sozial nach unten zu heiraten, eher werden sie alleinerziehend). Es ist also nicht so, dass in den begehrten Positionen Frauen deshalb unterrepräsentiert sind, weil sie sich an einer sexistischen gläsernen Decke wundstoßen, sondern weil sie einfachere Wege im Leben einschlagen, als sich über Jahrzehnte hinweg anzustrengen. Und die Frauenquote kompensiert damit keine Ungerechtigkeit, sondern hievt unqualifizierte Frauen, die eine Schande für das weibliche Geschlecht sind, in sensible Positionen, mit dem Ergebnis, dass das ganze Land den Bach runtergeht.

So legen Frauen die Rollenverteilung fest.

Anne Nühm: Frauen in den Naturwissenschaften

Ein Kommentar, zu schön, um ihn in der Versenkung verschwinden zu lassen:

Kann ich so [dass in den MINT-Fächern viele lila Pudel unterwegs sind] nicht bestätigen – vielleicht bei den unter etwa 30-Jährigen.
Bei älteren Naturwissenschaftlern dagegen wächst der Unmut wegen zunehmender Frauenbevorzugungen.
Vor zehn oder zwanzig Jahren war MINT noch ein Bereich, in dem der Umgang zwischen Männern und Frauen im Wesentlichen von Fairness und gegenseitigem Respekt geprägt war. Wer fachlich kompetent war, wurde akzeptiert – unabhängig vom Geschlecht.
Leider hat sich da mittlerweile vieles zum Schlechteren verändert. Gerade renommierte Wissenschaftler haben damit Probleme. Viele davon gehen in ihrer Arbeit auf, wollen aber sonst nicht anecken, weshalb sie davon zurückscheuen, sich öffentlich zu äußern.

Wissenschaft: Was funktioniert, ist unsichtbar

Sowohl aus dem Rassismus als auch aus dem Feminismus heraus werden Attacken gegen die Wissenschaft als „Weiß und männlich“ geführt, die in erster Linie auf totaler Ignoranz gründen, auf Dekadenz, der nicht einsichtig ist, was alles dazu gehört, was notwendig ist, damit auch nur eine warme Mahlzeit auf dem Tisch steht, nein: Damit Millionen von Menschen eine warme Mahlzeit auf dem Tisch steht.

Im Rassismus bspw. heißt es, Hart-Arbeiten, Selbständigkeit, Höflichkeit, objektiv-rationales Denken, eine Sache zu Ende bringen oder gar Mathematik wären typisch weiß, wobei aber zu Bedenken gilt, dass das Weiße das Böse schlechthin repräsentiert, also all diese Tugenden abzulehnen wären. Ähnlich läuft es im Feminismus: Objektivität, Neutralität, Ergebnisoffenheit und anderes wären patriarchale Konstrukte. Betrieben wird eine „feministische Wissenschaft“, die politische Ziele verfolgt, ausdrücklich parteilich ist und den Frauen nutzen soll (was wohl heißt, dass Feminismus keine rationale Debatte übersteht). Logisches Denken wird abgelehnt und dieses Virus führt dazu, dass einer ganzen Generation das Gebrauchen des Verstandes abgewöhnt wird. Das wird bitter in vielerlei Hinsicht, zum Beispiel wird die Selbstverständlichkeit von Elektrizität keine mehr sein, wenn inkompetente Politiker denken, das alles funktioniere eben schon von allein. Denn Qualität – ebenfalls weiß und männlich – ist mitnichten ein Mythos. Vielmehr ist ihre Wirkmacht verantwortlich dafür, dass sie unsichtbar ist, weshalb sie so leichtfertig abgetan wird und nicht gewürdigt.

Denn was funktioniert ist unsichtbar, wird nicht bemerkt. Erst wenn ein System nicht rund läuft, wegen abwesender Qualität, wird es sichtbar. Wenn ein Auto ohne Probleme funktioniert, denkt man nicht die ganze Zeit, wie toll das ist und würdigt die Arbeit der guten Männer, die gute Arbeit leisten. Erst wenn es alle zwei Tage eine Panne hätte, wird die Qualität paradoxerweise durch ihre Abwesenheit sichtbar, weil man mit einem permanenten Ärgernis konfrontiert wird. Professorinnen, die Wissenschaftlichkeit und Qualität ablehnen, nutzen sie dennoch, sei es, dass sie mit Smartphones hantieren oder in geschlossenen Hörsälen geschützt vor Wind und Wetter mit ihren hochwertigen Computern ihre minderwertigen Vorträge präsentieren. Analog sieht das genauso bei Gesundheit aus. Wer gesund ist, macht sich das nicht ständig bewusst. Erst wenn er krank wird, lernt er den Wert von Gesundheit zu schätzen und wird sie schmerzlich vermissen. Wenn eine ganze Generation an den Universitäten darin indoktriniert wird, Qualität sei ein patriarchaler Mythos, wird Qualität und damit unser Lebensstandart verlorengehen.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass all diese Werte unserer Kultur, die sie an die Spitze geführt haben, und einen nie dagewesenen Komfort ermöglichen, abgelehnt werden aus der Unfähigkeit heraus, sie selbst zu erreichen.