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Wissenschaft: Was funktioniert, ist unsichtbar

Sowohl aus dem Rassismus als auch aus dem Feminismus heraus werden Attacken gegen die Wissenschaft als „Weiß und männlich“ geführt, die in erster Linie auf totaler Ignoranz gründen, auf Dekadenz, der nicht einsichtig ist, was alles dazu gehört, was notwendig ist, damit auch nur eine warme Mahlzeit auf dem Tisch steht, nein: Damit Millionen von Menschen eine warme Mahlzeit auf dem Tisch steht.

Im Rassismus bspw. heißt es, Hart-Arbeiten, Selbständigkeit, Höflichkeit, objektiv-rationales Denken, eine Sache zu Ende bringen oder gar Mathematik wären typisch weiß, wobei aber zu Bedenken gilt, dass das Weiße das Böse schlechthin repräsentiert, also all diese Tugenden abzulehnen wären. Ähnlich läuft es im Feminismus: Objektivität, Neutralität, Ergebnisoffenheit und anderes wären patriarchale Konstrukte. Betrieben wird eine „feministische Wissenschaft“, die politische Ziele verfolgt, ausdrücklich parteilich ist und den Frauen nutzen soll (was wohl heißt, dass Feminismus keine rationale Debatte übersteht). Logisches Denken wird abgelehnt und dieses Virus führt dazu, dass einer ganzen Generation das Gebrauchen des Verstandes abgewöhnt wird. Das wird bitter in vielerlei Hinsicht, zum Beispiel wird die Selbstverständlichkeit von Elektrizität keine mehr sein, wenn inkompetente Politiker denken, das alles funktioniere eben schon von allein. Denn Qualität – ebenfalls weiß und männlich – ist mitnichten ein Mythos. Vielmehr ist ihre Wirkmacht verantwortlich dafür, dass sie unsichtbar ist, weshalb sie so leichtfertig abgetan wird und nicht gewürdigt.

Denn was funktioniert ist unsichtbar, wird nicht bemerkt. Erst wenn ein System nicht rund läuft, wegen abwesender Qualität, wird es sichtbar. Wenn ein Auto ohne Probleme funktioniert, denkt man nicht die ganze Zeit, wie toll das ist und würdigt die Arbeit der guten Männer, die gute Arbeit leisten. Erst wenn es alle zwei Tage eine Panne hätte, wird die Qualität paradoxerweise durch ihre Abwesenheit sichtbar, weil man mit einem permanenten Ärgernis konfrontiert wird. Professorinnen, die Wissenschaftlichkeit und Qualität ablehnen, nutzen sie dennoch, sei es, dass sie mit Smartphones hantieren oder in geschlossenen Hörsälen geschützt vor Wind und Wetter mit ihren hochwertigen Computern ihre minderwertigen Vorträge präsentieren. Analog sieht das genauso bei Gesundheit aus. Wer gesund ist, macht sich das nicht ständig bewusst. Erst wenn er krank wird, lernt er den Wert von Gesundheit zu schätzen und wird sie schmerzlich vermissen. Wenn eine ganze Generation an den Universitäten darin indoktriniert wird, Qualität sei ein patriarchaler Mythos, wird Qualität und damit unser Lebensstandart verlorengehen.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass all diese Werte unserer Kultur, die sie an die Spitze geführt haben, und einen nie dagewesenen Komfort ermöglichen, abgelehnt werden aus der Unfähigkeit heraus, sie selbst zu erreichen.