Liebe Frauen – schreibt hier ein Frauenfeind?

Liebe Leserin,

auf Twitter trendet gerade der Hashtag „MenAreTrash.“ – Männer sind Abfall. So ärgerlich er ist, so erfreulich ist das, was sich dort noch zeigt: Nämlich nicht wenige Frauen, die erklären, von diesem plumpen Männerhass angewidert zu sein. Solche Frauen retten jeden Tag meinen Glauben ans weibliche Geschlecht:

Screenshot_2019-03-22 Liebe Frauen – schreibt hier ein Frauenfeind

Nun zu etwas anderem, denn während wieder mal dem Männerhass freien Lauf gelassen wird, beschäftigt mich was anderes, nämlich:

2018-08-10-umfrage_frauenfeind

 

Diese Umfrage zeigt zwei Dinge, nämlich dass man in meiner kleinen Filterbubble der Ansicht ist, dass Frauenfeindlichkeit falsch ist und dass ich kein Frauenfeind bin. Das deckt sich mit meiner Haltung. Ich denke, dass die beiden Geschlechter einander brauchen um glücklich zu sein. Deswegen bin ich auch nicht MGTOW (Men Go Their Own Way – eine Lebensführung frei von Frauen), obwohl ich verstehen kann, warum manche Männer diesen Lebensweg einschlagen. Denn manchmal bin ich über die Ungerechtigkeiten, die man Männern zumutet, so frustriert, dass ich zum Frauenfeind mutiere – wie z.B. hier: Der weibliche Blick auf den Mann.

Ich werfe also femofaschistische Männerfeindlichkeit nicht allein auf Feministen sondern auf Frauen zurück, u.a. aus Frustration darüber, dass Misandrie gefördert wird, während Frauenfeindlichkeit verfolgt wird. Gut, das ist natürlich Kinderlogik: „Ich bin nur frauenfeindlich, weil ihr mit dem Geschlechterkrieg angefangen habt!“

Die Feministin wird darauf natürlich sofort antworten, dass dem mitnichten so ist: Schließlich unterdrückt der Mann die Frau, also hat er angefangen. Das sehe ich nicht so. In unserer Gesellschaft ist der Mann benachteiligt, mit tödlichen Konsequenzen.

Dennoch: Feministen nehmen für sich in Anspruch, für eine unterdrückte Frau zu sprechen, und wer hier widerspricht, verteidigt nach dieser Logik eine Gesellschaftsordnung, welche Frauen benachteiligt, ist also ein Frauenfeind. Aus feministischer Sicht. Aber ich schreibe diese Zeilen nicht für Feministen sondern für Frauen, die sich noch in der Phase der Meinungsbildung befinden.

Dass mich Feministen für einen Frauenfeind halten, berührt mich nicht. Etwas unwohler wird mir aber, wenn ich Frauen etwas unterstelle, was Feministen umgekehrt mit Männern tagtäglich machen: Nämlich dass Frauen das bevorzugte Geschlecht seien. Ich mag Birgit Kelle, weil sie Feministen ordentlich Kontra gibt, finde sie aber dennoch problematisch, denn sie verteidigt das Recht der Frau, zu Hause zu bleiben und die Kinder großzuziehen. Dieses Recht ist ein Privileg, das Männer nicht teilen. Denn außerhäuslich zu arbeiten – wie es die meisten Männer machen – bedeutet in den wenigsten Fällen „Karriere und Selbstverwirklichung“, wovon Feministen in Amüsierberufen ständig faseln, sondern Mühsal, Maloche und Leid. Übrigens auch für Arbeiterinnen, die nicht das Privileg genießen, das Leben von einem Mann unterhalten zu bekommen, aber diese Frauen dominieren nicht den öffentlichen Diskurs. Es sind die privilegierten Frauen in den privilegierten Berufen, die die Geschichte vom Glück der Arbeit erzählen (übrigens zeigt dies auch, warum die tägliche Propaganda, die gegen Männerrechtler gefahren wird, falsch ist: Weder sind wir rechts noch wollen wir in die 50er zurück mit ihr am Herd und ihm im Bergwerk).

Dieses Privileg – zu Hause bleiben zu dürfen – will ich Frauen nicht streitig machen, ich will es für Männer öffnen. Wenn ich als Mann die Macht hätte – was nicht der Fall ist, denn wir leben nicht in einem „Patriarchat“ – würde ich mein Leben so gestalten, wie es für viele Frauen Alltag ist: Zwei bis vier Kinder, wobei ich die ersten Jahre ganz zu Hause bleibe, bis die Kleinen aus dem Gröbsten raus sind, dann eine entspannte Teilzeittätigkeit, wobei mein Einkommen für die Familie nicht existentiell notwendig ist sondern einen optionalen Bonus darstellt, einen Luxus.

Grundsätzlich lehne ich Feindseligkeiten zwischen den Geschlechtern ab. Aber Feministen, die im Namen der Frau sprechen und die ständig Männer attackieren – welche es schon schwer genug haben – machen es einem schwer, einen guten Willen gegenüber Frauen zu wahren, vor allem auch, weil diese kaum hörbar widersprechen. Ich denke, dass Mann und Frau kein Nullsummenspiel sondern ein Nicht-Nullsummenspiel spielen sollten. Ein Nullsummenspiel ist ein Spiel, in welchem Gewinne und Verluste der Teilnehmer zusammengezählt gleich Null sind. Die Verluste des einen sind die Gewinne des Anderen. Der Eine verliert etwa bei der Trennung die Kinder, der Andere, also meistens die Mutter, gewinnt sie. Nullsummenspiele bedeuten, dass es immer Verlierer gibt. Nichtnullsummenspiele hingegen können einen gemeinsamen Gewinn bedeuten, man arbeitet zusammen und alle profitieren davon. Man kümmert sich nach der Trennung gleichberechtigt um die Kinder, man unterstützt sich gegenseitig. Man hat Zeiten, in denen man mal ausspannen kann. Den Kindern geht nicht ein Elternteil verloren. Man ist nicht auf sich allein gestellt und weniger von Armut bedroht.

Wenn Du auf meinem Blog Frauenfeindliches – nicht nach feministischer Definition – entdeckst, fühle dich frei, darauf hinzuweisen. Wenn Du aber woanders Männerfeindlichkeit entdeckst, dann interveniere ebenfalls. Wenn ein Leitmedium Juden das männliche Geschlecht zu einer Krankheit erklärt, kündige das Abo und sag ihnen warum. Wenn eine Partei Männlichkeit und Menschlichkeit als Gegensätze definiert, dann wähle diese Partei nicht mehr und sag ihnen warum. Wenn Kinder von Hilfe ausgeschlossen werden, weil sie dem falschen Geschlecht angehören, dann empöre dich über diese Monströsität. Ich halte mich nicht für einen Frauenfeind, und was meine Position zum Feminismus angeht, so gibt es Frauen, die sich mir anschließen, so wie Wendy McElroy, die zu all dem Dreck, der über Männer ausgekübelt wird, folgendes zu sagen hat:

»Entschuldigungen wären angebracht bei der Hälfte der menschlichen Rasse: das heißt, den Männern.«

 

 

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